Wieder auf den Geschmack kommen?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Astro Steve

Aktives Mitglied
Hallo ihr Lieben, seit nun 20 Jahren betreibe ich Astronomie. Ich erinnere mich noch gut daran wie ich damals das allererste mal auf unserem früheren gruseligen Dachboden durchs von Spinnweben bedeckte Dachfenster mit meinem ersten Teleskop die Mondkrater gesehen habe. Da habe ich heute noch Gänsehaut! Aber genau dieses Gefühl möchte ich wieder erleben. Denn seit Jahren bin ich nur noch fotografisch unterwegs was mir auch riesen Spass macht. Jedoch fehlt mir einfach dieses aufregende spannende Gefühl von früher als man noch Dinge "entdecken" konnte und noch nicht mit wenig Aufwand brilliante Farbbilder in fast Hubble Qualität machen konnte und jedes Objekt sichtbar machen konnte in all seiner Pracht. Aber ich würde gerne mal wieder eine Beobachtungstour machen, jedoch kommt durch die Fotografie natürlich nicht mehr so der Kick wenn man im Vergleich dazu einen Nebel nur als verschwommenen Fleck oder eine Galaxie durch meinen 10 Zöller ansieht.
Was würdet ihr mir Beobachtungstechnisch empfehlen als kleine Abendtour oder würde es Sinn machen sich ein größeres Gerät zuzulegen?
Danke an euch!
CS
Steve
 
Hallo Steve,

besitzt Du noch das alte Gänsehaut-Teleskop? Dann dieses wieder verwenden oder versuchen, es gebraucht zu beschaffen. Eine bessere Montierung wäre aber vermutlich eine gute Idee. Dachboden-Spinnen gibt es im Zoohandel...;)

Ich habe mir in dieser Nostalgie-Phase auch meine ersten Teleskope (Tasco 50mm und 60mm Refraktoren) gebraucht wieder beschafft und setze sie gelegentlich auf einer Polaris-Montierung ein - mit neuen und alten Okularen.

Grüße, Gerd
 
Hallo Steve,

jedoch kommt durch die Fotografie natürlich nicht mehr so der Kick wenn man im Vergleich dazu einen Nebel nur als verschwommenen Fleck oder eine Galaxie durch meinen 10 Zöller ansieht.

Damit hast Du Dir jetzt ein Kopfproblem geschaffen, das sich natürlich nicht so leicht auflösen lässt. Mir fällt dazu spontan der Bereich Richfield im Sinne von Konstellationen, Sternhaufen und -felder ein. Wenn Du Dich für sowas begeistern kannst, dann brauchst Du halt ein Gerät mit großem Feld, das ja nichtmal so lichtstark sein muss. Irgendwelchen PNs visuell nachjagen, die Du ja offensichtlich lieber mit der Kamera einfängst, macht wohl keinen Sinn.

CS.Oli
 
Erstmal danke für die Rückmeldungen dafür liebe ich dieses Forum so, immer super Leute hier!
Gerd das ist eine tolle Idee jedoch wenn ich mir mein erstes Gänsehaut Teleskop wieder kaufe würde ich wohl wirklich Gänsehaut bekommen aber aus anderen Gründen :LOL:
Ja Oli es ist ein Kopfproblem. Das ist teilweise beim Fotografieren auch schon so denn man sieht ja vorher alles schon auf google oder in astrobin... Warum nicht einfach ein Bild ausdrucken und fertig denn fotografieren tut ja da Teleskop auch schon selbst über Nacht... Das Internet und die technischen Möglichkeiten sind super, machen aber auch die vielen schönen Momente die wir noch in den 90er Jahren hatten zunichte. Ich werde wohl wirklich mal eine kleine visuelle Sternhaufen Tour machen oder mal ganz ohne großen Plan einfach wieder raufgucken oder vielleicht einfach mal den Mond wieder genau unter die Lupe nehmen. Oder was meint ihr welcher Schritt von meinem 10er Newton wäre der nächste? Ein 12 Zoll wird wohl kaum recht anders sein wo denkt ihr ist dann doch ein deutlicher Unterschied nochmal zu meinem jetzigen im visuellen Bereich? DANKE
 
Hallo Steve

you are chasing highs! So ein großes Teleskop wie Du es bräuchtest gibt es garnicht! Anders ausgedrückt: nach dem ersten Sex kannst Du nicht mehr Jungfrau werden ;)

Damit musst Du Dich wohl abfinden.

CS.Oli
 
Erinnert mich an meinem ersten Blick durch einen 60/910 Bresser auf der Bresser wackel Montierung
das erste mal Jupiter gesehn,ich glaub ich hab den nie so scharf und farbig gesehn wie damals mit dem kleinen
Refraktor, und hab durch zig Apos-SC-RC-ED Apos -Newtons geguckt, nie war der so abgebildet.......
oder mir geht der erste Eindruck von damals nicht aus dem kopf :-)
600 fache Vergrößerung am Stern ich kam durch das gewackel und Sternbewegung gar nicht nach
aber der Stern war bei dieser Vergrößerung ein Punkt! das Objektiv muß sehr gut gewesen sein!
erst später war mir klar Vergrößerung ist nicht alles.... und oft sogar sehr Kontraproduktiv..
aber dieser Pioniergeist-Entdeckungsfreude das hat all die Jahre stark nachgelassen, dazu Gesundheitliche
Probleme-Älter werden... oft ist ein Bett wichtiger als die schönste klarste Nacht....
 
Hallo Steve, es ist immer Kopfsache. Ohne Kopf, keine Sache :)
Aber ist doch ok, Nostalgie ist die zweitstärkste Kraft im Universum ;)

Ich hab nicht ganz verstanden ob du rein visuell beobachten möchtest oder Astrofotografie betreiben willst.

Die schönen Momente müssen nicht unbedingt verloren gehen, nur weil der Fortschritt vieles erleichtert. Astrofotografie ist (vergleichsweise) immer noch ein verdammt komplexes Thema. Stell dir das mal nicht so einfach vor, da gibt es eine Menge zu beachten. Darum wird es sicherlich nicht so schnell langweilig. Und das Besondere meditative Gefühl kommt eh erst dann auf, wenn man in der Arbeit versunken ist - und alleine mit den Sternen.. Kann dir die Technik das Knipsen dann abnehmen, na ist doch schön, so hast du sogar noch die Zeit parallel visuell zu beobachten :)

Rein visuell wir schwierig einen Tipp zu geben. Da habe ich auch lange überlegt und mich für das APM Bino APO 100 ED (es gibt mittlerer Weile auch die SD Version) entschieden. Für mich ist das der beste Kompromiss aus Vergrößerung und Weide Field - und das beidäugig. Einfach nur schön damit in die Milchstrasse einzutauchen..

Für höhere Vergrösserungen (weisst du sicherlich auch) - hast du die Qual der Wahl. Refraktor oder Spiegel Teleskop. Dobson oder SC etc. ..ist eine never-ending Story. Da kannst du hier im Forum stunden lang über Vor- und Nachteile lesen. Es ist auch eine Preisfrage. Wie viel bist du bereit zu investieren?

Gute Okulare möchte ich noch empfehlen, damit der Spaß nicht "getrübt" :) wird.
CS, Sebastian
 
Franz da sprichst du mir aus der Seele auch ich kann mich noch gut erinnern dass ich es mit der damals besch... Montierung es teilweise stundenlang probiert habe Saturn ins Auge zu bekommen und wenn ich ihn dann mal kurz drin hatte war der Anblick gestochen scharf und überwältigend und man hat dann einfach egal wie kalt es war weitere Stunden draussen verbracht - tolle Erinnerungen kommen da wieder!
 
Ich sag mal so ich hätte mehr erwartet, sicher zeigt der 20Zoll Alluna RC mehr als mein C9 , aber auch da
muß es wirklich Dunkel sein , sonst bist total enttäuscht!
ein größerer Spiegel verstärkt scheinbar auch die Lichtverschmutzung , als ob vieles überblendet wird, jedenfalls
mein Eindruck!
Der Traum ist die Montierung GM 4000 die läuft ohne Guiden, 15min kein Problem und das bei 4 Meter Brennweite!
hat auch ein Gewicht wie ein Ochse :-) Encoder usw..

Und ja damals........ da wußte ich nichtmal wo die Planeten sind ,Jupiter war Zufall , ansonsten glaub ich ,hab ich die
Planeten auch im Norden gesucht :-)
hatte später mal einen Vixen 130/700 Newton ,war auch ein feines Gerät, blos damals war der Himmel noch Dunkel
fast Pechschwarz , und jetzt seh ich um Mitternacht beim Nachbarn im Hof den Hund laufen der 150Meter weg ist!
"Überspitzt gesagt"
Und im Winter der Schnee wirft die Helligkeit zurück und der Himmel wird nicht mehr Dunkel, meist sieht man
die hellsten Sterne und Ende, und das mitten auf dem Land! bei uns gibt es nichtmal eine Straßenlampe!

ab und zu kommt es vor ,da ist es enorm Dunkel, die Michstraße krass zu sehn und dann oft wie ein Schalter
innerhalb 15min siehtst nichts mehr außer die hellsten Sterne, warum auch immer...........

dann ist oft der Punkt wo ich sage ich verkauf mein Zeugs langsam hab ich die Nase voll!
 
Hallo Steve,

visuell kommt es auf die vielen kleinen Momente an. Plötzlich lugt ein Spiralarm hervor, den man zuvor gar nicht gesehen hat, oder der Planetary lässt mal eben einen kleinen Ausläufer erkennen oder für einen Moment steht das Marsscheibchen da wie ausgestanzt. Das sind auch mögliche Gänsehautmomente und die sind vielleicht auch gar nicht sooo extrem von der Öffnung abhängig. Außerdem: Auf Details achten, zB Unterschiedliche Sternfarben in Haufen oder Mehrfachsystemem auf sich wirken lassen oder die Verteilung von Sternentstehungsknoten in Galaxien studieren. Weiterer Tipp: Fotos erst nachher betrachten. Oft ist man doch erstaunt wie viele der Details auch visuell zu sehen waren. Last Not Least: Das Staunen nicht vergessen. Vor oder nach Beobachtung einfach mal den Sternhimmel auf sich wirken lassen. Besonders eindrucksvoll im Sommer: Im Norden beleuchtet die Sonne den Himmel, während man gleichzeitig die Milchstraße erkennt. Soviel zur Magie welche ifür die dauerhafte Motivation vielleicht auch nötig ist.

Die Steigerung von 10 auf 12 Zoll bringt genauso viel Grenzgrößen-Zugewinn wie die von 50mm auf 60. Da würde man für eine spürbare Verbesserung eher zu 80mm raten, entsprechend zu 14 oder 16 Zoll vom 10er aus. Allerdings ist Grenzgröße auch nicht alles, es gibt zB Leute die sagen sie sähen mit 10 Zoll die Spiralarme in M51 nicht, wohl aber mit 12.

VG Klaus
 
Hallo Foxi,

Ich sag mal so ich hätte mehr erwartet, sicher zeigt der 20Zoll Alluna RC mehr als mein C9 , aber auch da
muß es wirklich Dunkel sein , sonst bist total enttäuscht!
ein größerer Spiegel verstärkt scheinbar auch die Lichtverschmutzung , als ob vieles überblendet wird, jedenfalls
mein Eindruck!

Dein visueller Eindruck wird dich bestimmt nicht täuschen, jedoch hat dieser andere Ursachen. Ein größerer Spiegel verstärkt zwar die wahrgenommene Luftunruhe bei gleicher Vergrößerung, nicht aber die Lichtverschmutzung. Ein aufgehellter Himmel wird beispielsweise je nach Öffnungsverhältnis bzw. Vergrößerung/Brennweite unterschiedlich hell wahrgenommen.

Viele Grüße
Werner
 
Ich sag mal so ich hätte mehr erwartet, sicher zeigt der 20Zoll Alluna RC mehr als mein C9 , aber auch da
muß es wirklich Dunkel sein , sonst bist total enttäuscht!
ein größerer Spiegel verstärkt scheinbar auch die Lichtverschmutzung , als ob vieles überblendet wird, jedenfalls
mein Eindruck!
Der Traum ist die Montierung GM 4000 die läuft ohne Guiden, 15min kein Problem und das bei 4 Meter Brennweite!
hat auch ein Gewicht wie ein Ochse :) Encoder usw..

Und ja damals........ da wußte ich nichtmal wo die Planeten sind ,Jupiter war Zufall , ansonsten glaub ich ,hab ich die
Planeten auch im Norden gesucht :)
hatte später mal einen Vixen 130/700 Newton ,war auch ein feines Gerät, blos damals war der Himmel noch Dunkel
fast Pechschwarz , und jetzt seh ich um Mitternacht beim Nachbarn im Hof den Hund laufen der 150Meter weg ist!
"Überspitzt gesagt"
Und im Winter der Schnee wirft die Helligkeit zurück und der Himmel wird nicht mehr Dunkel, meist sieht man
die hellsten Sterne und Ende, und das mitten auf dem Land! bei uns gibt es nichtmal eine Straßenlampe!

ab und zu kommt es vor ,da ist es enorm Dunkel, die Michstraße krass zu sehn und dann oft wie ein Schalter
innerhalb 15min siehtst nichts mehr außer die hellsten Sterne, warum auch immer...........

dann ist oft der Punkt wo ich sage ich verkauf mein Zeugs langsam hab ich die Nase voll!
Also bevor du was verkaufst melde dich bitte bei mir ;) aber ich hatte auch mal eine längere Zeit eine Pause gemacht und dann hats mich wieder voll gepackt und das geht nun schon wieder einige Jahre so. Nur manchmal sucht man halt irgendwie wieder nach etwas "neuem außergewöhnlichen",.... aber um auf was anderes einzugehen was du geschrieben hast, das würde ich sehr gerne weiter diskutieren.
Auch ich habe mir schon sehr oft gedacht, dass es früher viel dunkler war und ich bilde mir das nicht ein. Wir haben in einer Kleinstadt damals gewohnt und ich weiß noch die Nächte wo ich immer draußen war und ich konnte meine Hand nicht vor den Augen sehen. Vor ein paar Jahren als ich Haus gebaut habe, habe ich mir extra wegen der Astronomie den außen liegendsten Bauplatz am Ortsrand ohne direkten Nachbarn genommen mit einer super tollen Aussicht und dafür in Kauf genommen dass ich 3 Meter auffüllen musste. Und auch hier kommt es mir oft "hell" vor, wenn ich mir ein Buch vors Gesicht halte kann ich es lesen. Das war anfangs noch nicht so, keine Ahnung sind es all die LED´s auf die umgerüstet worden ist, mehr Einwohner als früher, mehr Lichtquellen, mehr Industrie und Autos die unterwegs sind?
 
Ich kann mich noch erinnern da war ich so ca 15 Jahre alt, wir sind um 22Uhr in die Christmette gefahren
als ich die Haustür aufgemacht habe, waren Sterne oben ein einziges Lichtermeer, sowas hab ich noch nie vorher gesehn, ein Sternbild hättest da nie im Leben gefunden, der Himmel war hell, aber nicht durch Lichtverschmutzung
sondern irrsinnig viele Sterne, das hab ich in meinem Leben 1x gesehn !
Als ob der Himmel ein einziger Kugelsternhaufen wäre........

Und auch so war es deutlich Dunkler,und es gab die Pechschwarzen Nächte und den schwarzen Himmel, heute sagt
man der Himmel ist nicht schwarz, naja heute vieleicht!
Genau so wie viele meinen im Winter ist es besser, meine Erfahrung die meisten Winter sind viel zu hell, wenn
Schnee liegt und etwas Mond, dann ist es fast Taghell.

und auch die Tage wo man beobachten kann sind stark zurück gegangen , es geht ja oft Wochenlang
gar nichts.....
ein Grauß

 
Hallo Steve,

visuell kommt es auf die vielen kleinen Momente an. Plötzlich lugt ein Spiralarm hervor, den man zuvor gar nicht gesehen hat, oder der Planetary lässt mal eben einen kleinen Ausläufer erkennen oder für einen Moment steht das Marsscheibchen da wie ausgestanzt. Das sind auch mögliche Gänsehautmomente und die sind vielleicht auch gar nicht sooo extrem von der Öffnung abhängig. Außerdem: Auf Details achten, zB Unterschiedliche Sternfarben in Haufen oder Mehrfachsystemem auf sich wirken lassen oder die Verteilung von Sternentstehungsknoten in Galaxien studieren. Weiterer Tipp: Fotos erst nachher betrachten. Oft ist man doch erstaunt wie viele der Details auch visuell zu sehen waren. Last Not Least: Das Staunen nicht vergessen. Vor oder nach Beobachtung einfach mal den Sternhimmel auf sich wirken lassen. Besonders eindrucksvoll im Sommer: Im Norden beleuchtet die Sonne den Himmel, während man gleichzeitig die Milchstraße erkennt. Soviel zur Magie welche ifür die dauerhafte Motivation vielleicht auch nötig ist.

Die Steigerung von 10 auf 12 Zoll bringt genauso viel Grenzgrößen-Zugewinn wie die von 50mm auf 60. Da würde man für eine spürbare Verbesserung eher zu 80mm raten, entsprechend zu 14 oder 16 Zoll vom 10er aus. Allerdings ist Grenzgröße auch nicht alles, es gibt zB Leute die sagen sie sähen mit 10 Zoll die Spiralarme in M51 nicht, wohl aber mit 12.

VG Klaus
Danke für den Text! Ich denke das "auf sich wirken lassen" sollte ich wieder mal machen. Seit ich meine Sternwarte habe läuft nämlich in jeder klaren Nacht nur noch meine Kamera durch. Ich denke das ist es auch! Ich hatte mir vorgenommen so viele Fotos wie möglich zu machen und bei jeder Gelegenheit alles rauszuholen was geht auch wenn ich mal keine Lust habe. Und im Grunde ist man ja gar nicht mehr live dabei. Mein Ziel mit der Warte war, dass ich das Hobby wirklich mehr auskosten kann als vorher und auch in Einklang mit meiner Familie zu bringen und nicht immer Stunden mit dem Aufbauen, einnorden usw beschäftigt zu sein. Nun mach ich mein Dach auf und kann innerhalb von 5 Minuten anfangen zu fotografieren, klick mein Objekt dass ich mir ausgesucht habe in Stellarium an und drücke auf START, dann geh ich rein und ja dann sieht man das Objekt so wie mans sich vorher irgendwo in Google oder auf Astrobin angesehen hat und es sieht tatsächlich genauso toll aus nach dem man noch ein paar Minuten in Photoshop rum gestretcht hat. War anfangs als ich mit der Fotografie begonnen habe halt brutal spannend und sooooo überwältigend und umfangreich dass man Monate lang sich nur damit beschäftigt hat. Und jetzt ist es halt einach "normal" geworden. Stattdessen könnte ich gerade jetzt ja mit der Warte spontan rausgehen und mal wieder richtig durchschauen, das stimmt schon! Habe jetzt halt immer im Kopf dass immer ein Tag "verloren" geht an dem ich nichts fotografiere, aber ich sollte echt wie früher einfach mal das ganze Kamerazeugs weglassen und wieder live dabei sein und in die Unendlichkeit schauen. Wahrscheinlich fehlt mit gerade Jupiter und Saturn auch in der späten Stunde, denn Beobachtungstechnisch hat mich das immer am meisten begeistert. Habe mir aber nun auch überlegt vielleicht mal Objekte zu fotografieren die jetzt nicht unbedingt so bekannt sind und die jeder zweite ablichtet....
 
Zitat
aber ich sollte echt wie früher einfach mal das ganze Kamerazeugs weglassen und wieder live dabei sein und in die Unendlichkeit schauen

das denk ich mir auch oft,mittlerweile ist alles so Technick lastig geworden, und mit Goto ein Marathon gucken
geworden, ohne Goto war man länger an einem Objekt weil man aus Faulheit keine 10 Objekte suchen wollte!
 
das stimmt absolut!!! Wie gesagt mit meinem ersten Gerät was ja nicht mal eine richtige Montierung hatte (man musste is mit der Hand festhalten" habe ich wirklich oft STUNDEN verbracht um z.B. Saturn oder Jupiter reinzukriegen und wenn er dann mal für einen kurzen Moment drin war und in Eiles Schnelle aus dem Gesichtsfeld gewandert ist war das WAHNSINN! Man hat immer genau hingesehen um so viel wie möglich zu erkennen und hatte es dann wieder versucht und dann zogen wieder ein paar Wolken auf und man hoffte schon auf den nächsten Tag, das nächste Erlebnis. Alles was ich hatte war ein winziges Büchlein "Die kleine Sternenkunde" und das habe ich heute noch! In all meinen Zeitschriften und Büchern waren Bilder abgebildet die nicht ansatzweise so gut waren wie ich sie heute selbst machen kann. Aber es war die pure Faszination!
Nicht falsch verstehen, es ist meine absolute Leidenschaft und das wird es auch immer sein, aber es war einfach anders.
Aber mal ehrlich, war nicht alles anders, schöner? Der erste PC, das erste Videospiel dass man Monatelang gespielt hat ohne dass es langweilig wurde. Einen Kumpel besuchen im Winter mit dem Mofa ohne dass man wusste ob er überhaupt zu Hause ist weil man ihm keine "WhattsApp" schreiben konnte.
Einmal in der Woche mit der Freundin telefonieren im Flur weil das Telefonkabel nicht länger war.
Ich weiß noch meine erste Astronomiesoftware, ich bin das ganze Wochenende davor gesessen und dachte ich bin im Weltall !!
Erst kürzlich habe ich auf Bayern2 eine Sendung mit einem Psychologen verfolgt da ging es darum dass man seine Vorstellungen nicht mehr fördert und fordert und man nach und nach abstumpft.
Er sagte früher wenn man in den Urlaub fuhr, hatte man vielleicht ein oder zwei Bilder im Reiseführer von der Landschaft gesehen und war ganz gespannt und regte seine Fantasie an wie es wohl dann wirklich dort aussieht und dann konnte man das Land erkunden und heute sieht man sich alle Sehenswürdigkeiten schon vorher in Google an und plant alles schon was man ansehen wird und man erlebt es nicht mal mehr vor Ort sondern fotografiert es tausendfach mit dem Handy und postet es dann irgendwo und eine Stunde später kann man sich selbst an diese Eindrücke gar nicht mehr erinnern. Ich denke es ist ähnlich mit der Astronomie wie man sie heute oft betreibt!
Ich suche mir vorher Objekte auf Astrobin die mir gefallen und dann fotografiere ich sie und sehe dann, mhm ja das sieht so aus wie im Internet, noch ein wenig bearbeiten - super! Alles ist möglich sogar von daheim aus!
Orientierungssinn ist auch im Eimer, Navi an und los geht's egal wohin.
Auch hier eine Ähnlichkeit - früher habe ich stundenlang Sternkarten studiert! Das würde ich alles gern wieder tun, aber dann denkt man sich halt wieso soll ich das machen wenn vor mir ein PC steht...
 
Hallo Steve,

dann lässt du den Optimierungswahn halt mal stundenweise hinter dir. Das geht, sogar sehr gut. Laptop und Handy kommen mir jedenfalls nicht ans Gerät. Ausnahme: ich hab mal wieder meinen Sternatlas irgendwo verlegt und muss auf Stellarium zurückgreifen.

VG Klaus
 
Ich hab den Skyatlas 2000.0 von Wil Tirion, was bin ich davor gesessen, Sternbild Linien eingezeichnet
Objekte zum leichter finden eingezeichnet........ Großartige Karte und leider war das Dach Undicht
und bis ich das merkte sind einige Seiten verschimmelt,oder verfärbt......
Hätte bestimmt besser acht gegeben, aber es macht ja jetzt alles Cartes du Ciel.......... grrrrrrrrrrr
 
Ich hab den Skyatlas 2000.0 von Wil Tirion, was bin ich davor gesessen, Sternbild Linien eingezeichnet
Objekte zum leichter finden eingezeichnet........ Großartige Karte und leider war das Dach Undicht
und bis ich das merkte sind einige Seiten verschimmelt,oder verfärbt......
Hätte bestimmt besser acht gegeben, aber es macht ja jetzt alles Cartes du Ciel.......... grrrrrrrrrrr
Franz dann treffen wir uns halt mal und schauen das ganze alte Zeug an, ich glaube das würde richtig Spass machen!
 
Soviel altes hab ich nicht ,hab ja fast alles verkauft und Neu ausgestattet

Atlas und ein paar Bücher.....
und eine Tonne Sterne und Weltraum...... :-)
 
Ich kann mich noch erinnern da war ich so ca 15 Jahre alt..
Eben..
Schon mal jemandem aufgefallen, dass die Sehfähigkeit im Laufe der Jahrzehnte abnimmt?.. :coffee:
Die abnehmende Fähigkeit der Netzhaut Photonen zu sammeln kann auch eine Brille nicht ausgleichen..
Ich würde darum nicht alles auf die Lichtverschmutzung schieben.
 
Oder einfach negativer Denken dann sieht man ja auch alles schwarz...
Spass beiseite ich möchte mich nochmal ganz herzlich bei allen bedanken für die Anregungen. Ich denke ich brauche einfach ein neues Projekt und sollte meinen Horizont etwas erweitern. Ich habe nun vor mich mal etwas mit Kometen zu befassen.
Das große Projekt war halt die Sternwarte und dann ein paar neue Equipment Sachen und dann die ganzen Objekte zu fotografieren die mich beeindrucken, das ist halt nun alles geschehen. Seit ich die Warte habe konnte ich halt in den letzten Monaten mehr machen wie in all den Jahren zuvor, das ist genau das was ich immer wollte aber jetzt müssen neue Herausforderungen her. Ich denke ich werde mir mal wieder etwas Lektüre zulegen.
 
Hallo Steve,

Vieles, was Du beschrieben hast, kann ich gut nachvollziehen. Betreibt man Astrofotografie, um Pretty Pictures zu machen, stellt man fest, dass es irgendwo auf der Welt immer jemanden gibt, der ein besseres Foto erzielt hat als man selbst, sei es, weil sie/er einen dunkleren Himmel hat, eine bessere Ausrüstung, mehr Belichtungszeit hineingesteckt und so weiter. Das kann man als Schattenseite der globalen Vernetzung sehen oder, wenn man mit Gleichgesinnten zusammenarbeitet, auch als Chance, bei interessanten Projekten mitzumachen. Für mich selbst habe ich überlegt, ob ich künftig wieder mehr (oder ausschließlich) in die visuelle Astronomie gehen sollte. Andererseits gibt es auch fotografisch viele spannende Dinge zu entdecken, die man vielleicht noch nicht versucht hat, als da wären:
  • Fotografie in nicht alltäglichen Wellenlängenbereichen, z.B. NIR, Stickstoff- und Heliumlinien usw.
  • Planetoidensuche und/oder Astrometrie
  • Videoastronomie von Sonne, Mond und Planeten
  • Kometensuche
  • Supernovasuche
  • Zwerggalaxiensuche, z.B. im Rahmen des TBG-Projektes der VdS
  • Suche nach unbekannten Nebeln auf Grundlage fotografischer Atlanten
  • Stimmungsaufnahmen mit Landschaft
  • Doppelsternvermessung auf fotografischer Grundlage
  • Fotometrie von allem, was seine Helligkeit verändert
  • Spektroskopie
All das geht über Pretty Pictures hinaus und kann einen bis ans Lebensende beschäftigen. Aber auch als visueller Beobachter stehen einem viele Möglichkeiten offen, angefangen mit Beobachtungen ganz ohne optische Hilfsmittel, z.B.:
  • Meteorbeobachtungen
  • Helligkeitsschätzungen sehr heller Veränderlicher Sterne (siehe Beteigeuze), deren Fotometrie mit Geräten nicht ganz trivial ist
Mit Ferngläsern und Fernrohren kann man natürlich sehr viel mehr machen, und zwar:
  • in Sternfeldern umherwandern und relaxen
  • Sonne, Mond, Planeten und Kometen beobachten und zeichnen
  • alle Arten von Deep-Sky-Objekten beobachten und zeichnen, mit der Literatur vergleichen
  • visuelle Helligkeitsschätzungen von Kometen, Novae oder Veränderlichen durchführen
  • Abstands- und Winkelmessung von Doppel- und Mehrfachsternen, mit Katalogdaten vergleichen
  • neue Kometen suchen (wird allerdings wegen zunehmender fotografischer Konkurrenz immer schwieriger)
  • Sonnenfleckenrelativzahlen bestimmen
Diese Liste kann natürlich nicht vollständig sein. Am wichtigsten erscheint mir aber, hin und wieder ausgetretene Pfade zu verlassen und etwas Neues zu versuchen. Ich wünsche Dir und allen Mitlesen hier eine allzeit ungetrübte Freude am gestirnten Himmel!

Viele Grüße
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

ich danke dir für deine Mühe und Zeit für die wirklich sehr ausführliche und informative Antwort! Schön langsam geht es auch wieder in eine Richtung die mir aber selbst noch nicht ganz klar ist. Ich werde nach Lust wieder fotografieren aber mich mal nicht immer vorher über alles informieren. Dein Vorschlag nicht immer im Mainstream mit zu schwimmen ist schon ganz richtig! Anfangs möchte man halt auch so tolle Fotos machen wie andere, dann macht man halt die ganzen Klassiker, Andromeda, Pferdekopf, usw usw.... aber im Grunde ist man auch nur einer der halt eben wiedermal das Objekt XY fotografiert hat. Aber darauf ist die Astronomie natürlich überhaupt nicht begrenzt sondern wie du schon schreibst da gibt es tausend Dinge die man machen kann. Es ist schon Irrsinn wenn man denkt dass Hobbyastronomen immer wieder was entdecken, man denkt sich halt selbst es ist ja eh alles registriert wieso sollte man was sehen was andere noch nicht gesehen haben.
Ich habe mir sogar die letzten Tage schon überlegt Astronomie zu studieren, ich habe bei bisher bei zwei Institutionen angefragt wo man es auch auf Fernstudiumbasis machen könnte.
Wenn ich bedenke dass ich nebenberuflich bereits ein Studium und zwei IHK Meisterlehrgänge abgeschlossen habe, wäre das gar nicht so abwägig, einfach für mich selbst, da würde man bestimmt auf die ein oder andere neue Idee kommen.
Mal sehen, jetzt möchte ich als nächstes erstmal Kometen beobachten, das habe ich bisher noch nie gemacht und da freue ich mich schon drauf! :-) Jetzt müsste es nur mal wieder klar werden bei uns hier im bayerischen Wald.
Deinen Beitrag werde ich gleich mal abspeichern und mir den ein oder anderen Vorschlag rauspicken.
Danke noch mal Jürgen!

Viele Grüße und CS
Steve
 
Hallo Steve,

ich freue mich, wenn ich Dir ein paar Gedankenanstöße geben konnte. Für mich hatte diese Aufstellung auch den Zweck, mir selbst ein wenig mehr Klarheit zu verschaffen. Was das Astronomiestudium angeht, möchte ich weder dazu raten noch davon abraten. Vor Urzeiten hatte ich das auch einmal vor, bin aber dann in einer anderen Naturwissenschaft gelandet. Das Astronomiestudium gab es auch nicht isoliert, sondern man musste zunächst Physik bis zum Hauptdiplom studieren und sich dann in Astronomie/Astrophysik spezialisieren. Klar muss man sich darüber sein, dass es kaum Arbeitsplätze für Astronom(inn)en in der Industrie gibt, sondern dass man entweder in der Forschung, der Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus tätig sein wird. Insgesamt ist es ein harter Weg, und Vielen geht die Freude am Hobby verloren. Als Amateurastronom kann man aber frei von beruflichen Zwängen das machen, was man will (sofern die Finanzen und die Freizeit für die Vorhaben ausreichen).

Ich bin gespannt, ob es noch andere Antworten zu Deinen ursprünglichen Überlegungen geben wird, aber vieles Richtiges und Bedenkenswertes wurde ja schon geschrieben.

Viele Grüße aus dem trüben Nordwesten in den Bayerischen Wald
Jürgen
 
Super danke! Nein nein, wenn dann würde ich sowas nur für mich selbst machen. Das soll schon Hobby bleiben, aber es ist ohnehin glaub ich für uns alle mehr als nur ein Hobby.
Ich möchte definitiv meinen Horizont erweitern und noch viel tiefer in die Materie einsteigen. Echt immer wieder klasse das Forum hier, immer super Anregungen, super Menschen und vor allem GLEICHGESINNTE!
Meine Frau sagt immer.... häää es gibt heutzutage noch ein Forum - Ja das gibt es :-)
 
Hallo Steve,

wenn ich das

Hallo ihr Lieben, seit nun 20 Jahren betreibe ich Astronomie. Ich erinnere mich noch gut daran wie ich damals das allererste mal auf unserem früheren gruseligen Dachboden durchs von Spinnweben bedeckte Dachfenster mit meinem ersten Teleskop die Mondkrater gesehen habe. Da habe ich heute noch Gänsehaut! Aber genau dieses Gefühl möchte ich wieder erleben. Denn seit Jahren bin ich nur noch fotografisch unterwegs.........

lese und interpretiere, ist mein erster Gedanke, dass Dir die Einfachheit und Leichtigkeit, auch die Unbedarftheit von damals abhanden gekommen ist und Du Dich danach zurücksehnst.

Mit der Unbedarftheit wird es schwierig, aber einfach und leicht kann man ausprobieren, z.B. indem man schon mal alles was Strom braucht weg lässt, sich überhaupt weg bewegt vom Alltag, vom PC, vom Smartphone, vom Gewohnten.........eventuell mal weg vom Bewohnten, ein Mensch, ein Teleskop, Natur und Himmel.

Ich würde sagen, der 10-Zöller mit drei/vier gut gestaffelten Okularen, eventuell noch ein O III oder UHC-Filter, eine Sternenkarte, dazu eine Liste von passenden Objekten von denen man selbst mal einige (auf)suchen und knacken möchte, wo man ohne Leistungsdruck schauen will, was die eigenen Augen von der Übersicht bis ans Limit erkennen, reicht........falls man den Kopf frei genug und die Augen weit genug auf kriegt durchaus um auf die Suche nach diesem spannenden, aufregenden Entdeckergefühl zu gehen.

Nimm dir z.B. mal Kugelsaternhaufen vor. Einige davon sind mit großer AP in der Übersicht immer noch Wattebäuschchen die in der Mitte etwas heller sind.
Mit etwas mehr Vergrößerung passiert es dann, dass man sie gerade so weit auflöst, dass der Eindruck eines Puderzucker Häufchens das auf eine schwarze Glasplatte gefallen ist entsteht und da liegt dann noch ein wenig Kristallzucker auf der kompletten Platte.

Dann, mit höherer Vergrößerung, kommt die Phase, wo verschiedene Sterngrößen und Farben erkennbar werden und immer mehr Sterne am Rand, wie auch im Zentrum hinzukommen, das ist nett und geht etwa bis ~1 mm AP

Das geht, wegen Seeing schon selten ungestört und drüber werden mir(!!) manche Sterne schon wieder zu fett, der Haufen dominiert oder sprengt das Feld, fliehende Sternketten werden abgeschnitten, der Reiz verliert sich für mich schnell. Ich gehe bei solchen KS selten über 1,5 mm AP, denn da sehe ich alles was ICH will.

Fotografen erzielen da schon mit weniger Öffnung mehr Sternenreichtum, mir erscheint der visuelle Weg zum Ziel erlebnisreicher, lohnender und entspannender.........................auch wenn man als Fotograf mit seinem Equipment und der Bildbearbeitung sicher Einiges erleben kann.;)

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben