Wie gehts weiter?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Enzklösterle

Neues Mitglied
Hallo Zusammen

Beim Durchblättern eines alten Fotoalbums bei Oma fragte mich meine Tochter: Was und Wer ist DAS?
Das bin ich und dein Uropa mit einem selbstgebautem Teleskop (Newton) auf dem Kaltenbronn, antwortete ich.
So fing das mal an vor beinahe 40 Jahren.
Teleskop habe ich schon seit 5 Jahren keines mehr, ging mir auf den Sack das ausgelutschte Vixen, hat mir auch keinen Spass mehr gemacht.
Sämtliche Linsen,2 Montierungen, der ganze Krempel - alles verschenkt.
Geblieben ist ein recht brauchbares Steiner Fernglas. Und mit eben diesem sitzen wir seit dem Besuch bei Oma recht häufig, wenn das Wetter es zulässt, hinterm Haus auf knapp 800 Meter Höhe (leicht erfrischend im Herbst und Winter) und betrachten den Mond oder die Milchstrasse.
Naja.
Wenn man mal infiziert wurde, kommt das immer wieder dachte ich mir so nebenbei, war ja klar.
Wie auch immer der Schrei nach GAS wird immer lauter und ich werd nicht umhin kommen etwas anzuschaffen. Ja aber was nur?
In einem Astroladen war ich noch nie, kein Plan wo einer ist, bestimmt ewig weit weg, neu habe ich noch nie gekauft, früher gabs den Speermüll - meine shopping Meile,mh. Heute ebay Kleindings oder diverse Online Shops.
....
Dobson hasse ich wie die Pest, Newton rumschleppen - nein danke. Apo bin ich voll dafür, weiß aber gar nicht warum, hatte halt schon einige in gebrauch, liegt mir, mag ich.
Fotografieren, will ich eigentlich nicht. Obwohl ich hätte eine Lumnix GX8 geht da doch was?
Nachführen von Hand, schon ok, so lernt Töchterchen die Sache. Will ich aber ebenso nicht mehr.
Nur Planeten und Mond anschauen, ne muss schon mehr gehen und zwar deutlich mehr.
Kurz ich weiß was ich nicht will, immerhin dachte ich, also Laptop an und stöbern.
Riesenfehler!
Nach mehreren Wochen (auch in diesem Forum) stell ich fest das es mich völlig überfordert.
Mords Auswahl, zig Montierungen, was war noch gleich eine Barlow, wasn aligment? Ah Ausrichtung...
Welche Linsen bräucht ich nochmal, was taugt was nicht?
Gut, so gehts nicht. Ich brauch jemand der mir sagt was ich brauche. Gesucht und gefunden, netter junger Mann erklärt mir
seine Skywatcher Neq irgendwas Goto Montierung, geil! Brauch ich auch. Der Rest war dann doch irgendwie logisch und es war einfacher als zuerst vermutet.
Hat sich doch nicht soviel verändert.

Also Goto Montierung (eine die sich selbst Ausrichtet, tun das eigentlich alle?), ein Apo Ref. und M31 sollte nicht nur verschwommen zu erkennen sein, 3,4 Linsen.
Wird langsam.
Der Rest wird schon wieder ins Gedächtnis kommen mit der Zeit.
Budget so zwischen 2000- 4000 Tacken müsste doch machbar sein.
Gut ich weiß jetzt was ich will und machen möchte, ob ichs noch kann - bestimmt. Schön für mich.
Trotzdem bleibt die Auswahl groß.
Hilfe...
 
Hallo "....",
Dein Beitrag macht einen etwas verwirrten Eindruck auf mich. Wie wäre es, wenn Du mal bei einem Astrostammtisch vorbeischaust? Wie weit sind die Aktuelles von Dir weg? Bin mir zudem nicht sicher ob Du weisst was Du möchtest.
Wenn Du eine Tochter (wie alt?) mitbeobachten lassen möchtest empfehle ich Dir ein Grossfernglas mit z.B. 100mm Öffnung mit Stativ und Wechselokularen. Als Apo und mit guten Okularen bist Du Dein Budget damit leicht einmal los und hast grossen Beobachtungsgenuss dank dem binokularen Sehen. Im Schwarzwald hast Du vermutlich dunklen Himmel und kannst so ein Glas sicherlich gewinnend einsetzen.
Gruss, Thomas
 
Hallo Enzklösterle,

zunächst einmal willkommen im Forum.

Ich gebe Thomas in sofern Recht, dass dein Beitrag etwas verrwirrt und unentschlossen klingt. Als roten Faden glaube ich jedoch zu lesen, dass du es, auf die Geräte bezogen, gern leicht, einfach und transportabel hast.

Dass du keinen Newton "rumschleppen" möchtest, ist einerseits aufgrund der Sperrigkeit der größeren Geräte verständlich, aber auch schade, da Newtons wohl die vielseitigsten Teleskope sind. Für den Einstieg möchte ich dir dennoch einen Handgepäck-tauglichen, aber dennoch leistungsfähigen Newton empfehlen: Den Skywatcher Heritage 130P.

Es ist ein Tisch-Dobson mit 130 Millimeter Öffnung und 650 Millimeter Brennweite. Die Montierung wird einfach auf einen stabilen Gartentisch gestellt oder mit der Vixen-Schiene alternativ auf eine leichte Montierung geschnallt. Schon kann es losgehen. ;)

Das Teleskop ist dieses hier:

Die neue Version hat zusätzlich gegenüber dem Okularauszug eine, jedoch etwas unterdimensionierte, Streulichtblende.

Für den Einstieg und als Reiseteleskop ist es ein sehr gutes Gerät.

Zur Frage, welche Zusatzlinsen du benötigst. Ich rate zu vier Okularen:

Ein kurzbrennweitiges mit einer Brennweite von 32 Millimeter. Es bietet mit 1 1/4 Zoll Steckhülse die geringstmögliche Vergrößerung und damit maximale Bildhelligkeit. Die Vergrößerung (Teleskopbrennweite dividiert durch die Okularbrennweite) beträgt 20,3-fach.

Ein 15mm-Okular (Vergrößerung: 43-fach) bietet eine Vergrößerung, die für die Deep Sky-Beobachtung einen guten Kompromiss zwischen Objekthelligkeit und Kontrast zum Himmelshintergrund darstellt. Bei der Vergrößerung um ein Drittel des Spiegeldurchmessers in Millimetern werden die meisten Deep Sky-Objekte sehr gut dargestellt.

Ein 5mm-Okular ermöglicht mit 130-facher Vergrößerung die sog. förderliche Vergrößerung, nämlich den Spiegeldurchmesser in Millimneter. Bei dieser Vergrößerung werden alle Details aufgelöst, die die Optik physikalisch trennen (auflösen) kann.

Last but not Least sollte noch ein Okular gekauft werden, das eine Vergrößerung um den 1,5-fachen Spiegeldurchmesser in Millimeterr erzeugt. Das ist ein guter Wert für die Planeten- und Mondbeobachtung. Beim Mond kann man aufgrund seiner Helligkeit, entsprechend ruhige Luft vorausgesetzt, auch den doppelten Spiegeldurchmesser in mm als Maximalvergrößerung ansetzen. Darüber hinaus wird das Bild flau.

Das wären erstmal die Grundlagen für eine erste Empfehlung.

Abschließend würde ich dir, analog zu Thomas, raten, dich anderen Sternfreunden zwecks Erfabrungsaustausch und ggf. zum Ausprobieren diverser Teleskope anzuschließen. Es ist immer am besten, sich verschiedene Geräte vor dem Kauf selber anzuschauen und zu testen, ob man damit zurecht kommt.

CS, Christian
 
Hallo!

ich kann da rauslesen, dass Du genau weist, was Du willst. Nur nicht, welches Produkt bei welchem Händler zu kaufen ist. Bei Deinem Budget hätt ich schon eine konkrete Vorstellung... Näheres per PN.
 
Hallo,
uff, das ist eine harte Nuss.
Verstehe ich voll und ganz, bin auch Refraktor Fan. Nur sollte man sowas mal in Natur gesehen haben, ich war ganz erschrocken als ich zum ersten mal einen 130mm f77 gesehen hatte. Darunter wird's ja wohl bei Deinen Ansprüchen nix.
Nur Planeten und Mond anschauen, ne muss schon mehr gehen und zwar deutlich mehr.
Wohl eher 150mm f/8.
Ich sage immer, das was unter dem Teleskop ist, also Montierung und Stativ kostet soviel wie das Teleskop. Also mit EQ5 ist nix. EQ6 oder höher.
In einem Astroladen war ich noch nie, kein Plan wo einer ist
Wenn Dein Nickname Dein Wohnort ist : Fernrohrland Stuttgart.

Gruß Uwe
 
Hallo ...............(schön wäre, wenn hier Dein Name stünde)

Deinem Beitrag entnehme ich, dass Du Dir (und Deiner Tochter) ein Teleskop kaufen möchtest, für Mond und Planeten, aber auch DeepSky.
Mir einem Budget von 2000 bis 4000 €. In diesem Preisbereich bekommst Du schon ganz sicher leistungsfähige Sets, die kaum Wünsche offen lassen. Empfehlungen wirst Du hier im Forum auch genügend bekommen. Doch ich würde Dir ebenfalls dazu raten, einen Ausflug zu einem Teleskopladen mit Auswahl zu machen. Ansehen, Anfassen, sich die Details erklären lassen.
Vielleicht ein Angebot machen lassen.
Dann wird sich Deine Vorstellung von dem was Du willst formen.

Auch der Besuch einer Sternwarte oder eines astronomischen Vereins kann sehr hilfreich sein, denn da bekommst Du dazu noch Erfahrungen und Empfehlungen aus erster Hand. Das bewahrt oft vor Fehlkauf.
Hier findest Du Sternwarten in Deiner Region.

Ich stand mal genau so da, wie Du heute. Ich hatte ein ähnliches Budget, wollte ein Teleskop, das alles kann, für mich und meinen Sohn.
Ich fuhr zu einem großen Händler, habe mich ordentlich beraten lassen,
und kam abends mit einem Set nach Hause, mit dem wir bis heute hoch zufrieden sind. In meinem Fall kam heraus: Ein Celestron C 9,25 Teleskop mit SkyWatcher AZ-EQ6 Montierung. Das 9,25“ Schmidt-Cassegrain mit 2350mm Brennweite ist ein echter Planetenjäger, macht aber auch bei DeepSky richtig Spaß. Mond, Planeten, Galaxien, Kugelsternhaufen, , Doppelsterne........all das geht sehr gut damit. Als sehr gute Wahl hat sich auch der sehr solide Unterbau mit der AZ-EQ6 erwiesen. Relativ einfach aufgebaut, treffsicher beim automatischen Anfahren der Objekte, wackelfrei auch bei großen Vergrößerungen.
Den Kauf des ersten richtigen Sets habe ich nie bereut.

So lief das bei mir. Bei Dir könnte das genau so sein, aber es könnte auch etwas ganz anderes dabei herauskommen.......

CS

Dietmar
 
Hallo Uwe,

wenn der Threadstarter keinen Newton schleppen möchte, kommt ein noch schwererer APO kaum in Frage, wenn man eine vernünftige Öffnung haben möchte.

CS, Christian
 
Ich hatte mal eine Phase, wo's mir ähnlich ging. Der Dobson war super aber sperrig und musste jedesmal justiert werden, beim Maksutov auf der Goto Montierung musste ich immer ewig aufbauen und ausrichten, vor einigen Jahren ist das Schmierfett ausgehärtet und damit war Game over für das Teil. Wollte niemand reparieren, Fangspiegel gerissen und damit Totalschaden.

Ich hab mir dann vor zwei Jahren eine Betonsäule mit Stromanschluss in den Garten gebaut und eine EQ6-R drauf gesetzt, die alles trägt, was auch ich selbst noch tragen möchte. Einmal eingenordet und fertig. Die steht das ganze Jahr draußen mit einer Grillhaube drüber.

Das war das beste was ich hätte machen können. Wenn ich visuell beobachten will, trage ich meinen Apo die 10m von der Werkstatt zur Säule, fahre einen hellen Stern an, zentriere den im Sucher und nach 5 min kann ich loslegen und per Knopfdruck 30000 Objekte anfahren, die mittig im Okular stehen. Wenn ich Lust habe, hänge ich die Kamera dran und mache Aufnahmen, kein Einnorden und nix, Objekt anfahren, scharf stellen, Guiding anschalten und fertig.

Als Teleskop verwende ich einen zweilinsigen 5" ED Apo. Der ist leicht und visuell und mechanisch absolut top, ein sehr guter Allrounder. Deepsky mit 5" ist natürlich ein Kompromiss genau wie damit zu fotografieren. Seit ich den habe, stehen meine anderen Teleskope aber nur noch in der Ecke bzw. sind zerlegt.

Alternative zu dem Apo wäre ein Schmitt-Cassegrain. Die sind auch relativ leicht.

Beim Beobachten mit kleinen Kindern musst du aber aufpassen. Mein Sohn hat letztes Jahr beim Mondbeobachten das Großfeldbino aus dem Okularauszug gezogen und das ist jetzt nur noch Schrott. Seit dem ist nix mehr verklemmt, sondern nur noch verschraubt ;)

CS Joachim
 
Hallo Joachim,

man sollte aber erwähnen, dass GoTo nur so leicht wie von dir beschrieben funktioniert, wenn alles stationär aufgebaut ist und Grundkenntnisse des Sternenhimmels bestehen:

Die Eichsterne müssen manuell angefahren und zentriert werden. Von dieser Zentrierung hängt auch später die Genauigkeit der Ansteuerung mit GoTo ab. Bei leichteren Gerätschaften darf man auch nirgendwo anstoßen: Das Stativ ein paar Zentimeter verschoben, und die ganze Grundeichung muss neu vorgenommen werden.

Aus meiner Sicht nach macht GoTo nur Sinn, wenn man fotografisch arbeiten möchte und die Zielobjekte nur durch lange Belichtungszeiten sichtbar werden. Für Einsteiger ist es meines Erachtens nach weniger geeignet, da man neben den geschilderten Problemen bei manuellem Aufsuchen den Himmel besser kennen lernt. Aber darüber scheiden sich die Geister.

Dem aushärtenden Fett kann man meines Wissens entgegenwirken, indem man die Achsen auch bei Nichtgebrauch ab und an mal bewegt. Ansonsten scheinen die China-Montierungen deiner Schilderung nach Geräte mit "Verfallsdatum" zu sein.

P.S.: Fangspiegel gerissen: Wie geht das? :unsure:

CS, Christian
 
Hallo,

wenn ich bedenke das ich beim schreiben gestern Abend nebenher 2 Bier genossen habe, find ich es doch recht struktuiert.


Fernrohrland Stuttgart, guter Tipp, wäre direkt mal losgefahren hat nur leider heute ab 12 geschlossen. Sternwarte Biselsberg kenne ich natürlich, war ich auch schon. Kenne auch user dieses Forums die in der Nähe wohnen, hab schon Kontakt aufgenommen.
War in den letzten 30 Jahren durchaus öfter Spechteln, nur halt mit bescheidenem Equipment, dafür aber stets mit Tannenzäpfle bewaffnet!

Der Tipp von Dietmar und Joachim ist schon der richtige Anstoss gewesen. Danke erstmal dafür.
Werde also zunächst mal in Stuttgart vorbeischauen.
Das von Christian vorgeschlagene Dobson wäre gar nicht schlecht zum Üben für meine Tochter, bei dem Preis geht das auch nebenher. Ist im Grunde nichts kaputt gemacht.
Ich werd mich hier Melden wenn sich etwas ergeben hat und auch weiterhin den Fred mitlesen.

Gruß Sascha
 
Hallo Christian,

der TE hat ja Astroerfahrung ;) Klar, wenn das Teil so wie bei mir auf der Säule steht, ist das optimal. Ich fahre die Sterne immer über den Katalog an, selbst initial steht das nie mehr als 1° daneben. Das war ja mein Vorschlag: Säule bauen und stationär betreiben. Wenn man nichts groß machen will,ist das ideal.

Zum Fett: das bezog sich auf den Maksutov, einen Intes MK66. Nach 10 Jahren ist das Schmierfett an den beweglichen Teilen an Fang. und Hauptspiegel verharzt und wurde hart wie Beton. Leider hat mir der Astrohändler, bei dem ich gekauft habe, mir die Reparatur verweigert und mir gesagt ich solle das selber machen. Beim Hauptspiegel ging das auch, aber der Fangspiegel war bombenfest in der Hülse drin und nicht mehr justierbar. Der Händler meinste ich sollte mit dem Schraubenzieher leicht hebeln, dann löst der sich. Tja, jetzt weiß ich, wieso den niemand zur Reperatur annehmen wollte. Das geht einfach nicht, der Fangspiegel war wohl schon ziemlich unter Spannung durch das verharzte Fett und ist bei der gerinsten Berührung sofort gerissen. Firma gibts nicht mehr, keine Ersatzteile verfügbar, ich kann nichts beweisen, Garantie ist abgelaufen -> Totalschaden. Daher habe ich jetzt den 5" Apo.

CS Joachim
 
man sollte aber erwähnen, dass GoTo nur so leicht wie von dir beschrieben funktioniert, wenn alles stationär aufgebaut ist und Grundkenntnisse des Sternenhimmels bestehen:
Hallo Christian,
das kann ich so nicht bestätigen. GoTo funktioniert im Feld genau so, wie stationär, und große Vorkenntnisse sind definitiv nicht nötig.

Ein paar Schritte müssen beim Feldeinsatz schon mehr gemacht werden, aber die sind schnell erledigt: Dreibein gescheit aufstellen, Montierung drauf, Teleskop drauf, mit Polsucher einigermaßen ausrichten, (für Fotografie genau) und Allignment ausführen. Die Alignmentsterne muss man noch nicht einmal alle kennen, die Montierung fährt normalerweise den ersten Stern schon ungefähr an. Es ist in der Regel der hellste Stern weit und breit in der angefahrenen Richtung, da kann man sich fast nicht vertun. Das wars. Und wenn man sich nicht sicher ist, dann gibt es dafür Stellarium & Co. Das ganze Procedere dauert weniger als 10 Minuten, dafür erhält man ein System, dass fortan die gewünschten Objekte von allein anfährt, das kann an einem Abend mit vielen Beobachtungsobjekten ausgesprochen angenehm sein. Ich will das nicht mehr missen!
Klar, an der Stelle könnten wir die ewige Diskussion über GoTo vs. Manuell fortsetzen, ist aber unnötig.

Aus meiner Sicht nach macht GoTo nur Sinn, wenn man fotografisch arbeiten möchte
Das sehe ich genau anders herum: GoTo ist gerade fürs Beobachten sinnvoll. Wenn man möglichst viele Objekte ansehen möchte. Eingeben - Anfahren - Beobachten. Bei Fotografie könnte ich hingegen auf GoTo ganz verzichten. Einmal eingerichtet fasse ich den Handkontroller für den Rest der Nacht nicht mehr an. Ich schätze, Du verwechselst GoTo mit Nachführung und Guiding.
Nachführung und Guiding ist für Fotografie natürlich von elementarer Bedeutung. Stört aber beim Beobachten nicht.

CS

Dietmar
 
Hallo nochmal,

@ Dietmar:

vielen Dank für das Feedback. Die Qualität eines GoTo-Systems hängt natürlich auch vom Preis und vom Alter (Stichwort technischer Fortschritt...) ab.

Im visuellen Bereich bevorzuge ich Star Hopping, da man dann einfach mehr vom Himmel sieht. :) Das ist letztendlich Geschmackssache.

Edit: GoTo und Guiding habe ich nicht verwechselt. Ich meinte damit schwache Objekte, die mit der gegebenen Optik nur fotografisch nachweisbar sind. Da hat man mit einem zuverlässigen GoTo die Garantie, das Ziel im Gesichtsfeld zu haben, bei manueller Ausrichtung bleibt da oft ein Unsicherheitsfaktor.

@ Joachim,

auch wenn es OT ist: Von deinem Post bin ich entsetzt: Ich kannte Intes als einen Hersteller, der grundsolide Qusalität liefert, bei sachgerechtem Umgang gewissermaßen Teleskope fürs Leben. Meintest du mit "Firma gibt es nicht mehr" den Händler oder den Hersteller Intes? Wenn ein so teures Teleskop nach zehn Jahren quasi "versteinert" dann ist das, sorry, Schrott. Ich dachte immer, solche "Zeitzünder" sind nur im Billig-Segment verarbeitet.

CS, Christian
 
Hallo Christian,

ja, Intes gibt es nicht mehr. Den Händler schon...

Ich hab das Teil noch, falls ich mal einen defekten MK66 sehe, bei dem der Fangspiegel intakt ist. Leider gehen die Teile nicht so leicht kaputt, sodass das eher unwahrscheinlich ist.

Da ich das sonst noch nie gehört habe, vermute ich, dass da mal ein Mechaniker ein anderes Fett verwendet hat. Das Teleskop stand nie irgendwie in der Sonne oder neben der Heizung, wo ich mir das erklären könnte. Ich hatte das immer im Schlafzimmer im Schrank. Die Fokusierung ging nach einer längeren Beobachtungspause einfach nicht mehr. Als ich das Teleskop aufgemacht hatte, sah ich, dass sämtliches Fett komplett ausgehärtet war. Wie Beton. Man konnte auch nicht mehr justieren, weder Haupt- noch Fangspiegel.

CS Joachim
 
Hallo Joachim,

das klingt nach einem Gebraucht-Verkauf nach (vielleicht unwissentlich) unsachgemäßer Wartung. :( Ich hatte sowas auch noch nie gehört, ganz im Gegenteil: Intes-Teleskope hatten eigentlich immer einen sehr guten Ruf. Soviel dazu, sonst geht es hier zu sehr OT.

CS, Christian
 
Hallo Uwe,

gerade bei schweren und sperrigen Geräten ist die Besichtigung vor dem Kauf von elementarer Bedeutung. Bezüglich der Transportmöglichkeiten habe ich hier trotz jahrelanger Erfahrung schon Lehrgeld zahlen müssen. _affeaugen:

CS, Christian
 
Hallo liebe Goto-Diskutanten,
zum Thema "Goto" kann ich als ausschließlich fotografischer nur sagen: das brauche ich eigentlich nicht.
Denn wenn ich schon fotografiere, kann ich ja ganz einfach Plate Solving machen und danach ein SYNC. Ggf. mehmals hintereinander, solange bis ich das eine Objekt, was ich an diesem Abend fotografieren will schön im Gesichtsfeld habe.
Dann gehts los mit dem fotografieren: 2 Stunden Minimum, besser 4 Stunden - und dann ins warme Bettchen.
Also: Goto ist ganz nett aber für meine Arbeitsweise eher nebensächlich.
Clear Skies
Dietrich
 
Hallo Dietrich,

die Begriffe "Plate Solving" und "SYNC" kenne ich noch nicht. Ist das eine Art "Foto-Hopping", indem man nach jeder Belichtung den Ausschnitt etwas verschiebt, bis das erfasste Feld stimmt?

CS, Christian
 
Beim plate-solving berechnet dir die Software welchen Himmelsausschnitt auf deinem Bild zu sehen ist. Das lässt sich natürlich prima verwenden um deine montierung zu synchronisieren.

Das ist echt praktisch. Alles einschalten, Im framing Assistent den Himmelsausschnitt markieren den du fotografieren willst, auf go drücken und die Software fährt dein teleskop dort hin , macht ein Test Bild, plate-solving, korrigiert die Ausrichtung, startet das guiding und fängt mit der Belichtung an. Inkl. Meridian Flip und in parkstellung fahren wenn die Sequenz durch ist. Das stellt sogar automatisch scharf wenn du einen Motorfokus hast
 
Hallo Christian,

"Foto-Hopping" ist ein guter Ausdruck. Wenn Du ein Foto machst, kann Dir Platesolven sagen, wo die Mitte des Fotos ist, also wohin Dein Aufnahmefernrohr zeigt. SYNC bedeutet lediglich, daß das Platesolveprogramm der Montierung das als Rückmeldung gibt (oder Du manuell, wenn Die Montierung z.B. genügend genaue Teilkreise hat), damit das übereinstimmt.
GOTO-Montierungen haben natürlich noch andere Vorteile, außer daß man bequem ein Objekt ohne Suchen anfahren kann.
Im allgemeinen sind die Motoren stärker, damit sich die Montierungsachsen schneller bewegen. Der Kontroller merkt sich die Position wo die Montierung gerade hinzeigt (oder glaubt hinzuzeigen) und aktualisiert das beim Verfahren. Das ist auch schon viel wert. Es gibt oft die Möglichkeit den Schneckenfehler zu kompensieren und eingebaute Tools um bei der Einnordung zu unterstützen. Man kann oft Limits einstellen um zu vermeiden, daß ein langes Rohr bei langen Belichtungen gegen die Montierung fährt und sonst noch ein paar Nützlichkeiten. Also das ist nicht nur, um ohne Sternkarte den Hantelnebel zu finden.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Christian,
ich habe ja meine eigene Praxis geschlidert. Wenn Du auch fotografierst und eine parallaktische Montierung mit Motoren benutzt, benötigst Du nur noch einen Windows Laptop mit der Software (z.B.) APT - plus ein wenig Einarbeitung - und alles läuft easy und einfach. Wie gesagt zum Fotografieren - nicht zum "spechteln".
Clear Skies
Dietrich
 
Hey Christian,
dann bleibt nur noch die Frage, ob DSLR oder Astrokamera.
bei DSLR ist APT wirklich die Software der Wahl (wenn's nicht viel kosten soll).
Bei Astrokamera kommt es drauf an ob Planeten (FireCapture) oder Deep Sky (SharpCap,..) .?
Versuche mal herauszubekommen was andere, die für Dich relevant sind, so machen.
Clear Skies
Dietrich
 
Hallo Dietrich,

ich glaube, hier liegt ein Mißverständnis vor. Aktuell bin ich rein visueller Beobachter ohne eigene fotografische Ambitionen. Ich habe hier mitdiskutiert, da ich früher Astrofotografie betrieb und ich Fotografie nach wie vor prinzipiell interessant und spannend finde.

CS, Christian
 
Hey Christian,
ich bewundere immer die Visuellen. Ich als Fotografischer habe eben ganz anderes Equipment und andere Software und andere Himmelsobjekte im Plan etc.
Clear Skies
Dietrich
 
Also Goto Montierung (eine die sich selbst Ausrichtet, tun das eigentlich alle?), ein Apo Ref. und M31 sollte nicht nur verschwommen zu erkennen sein, 3,4 Linsen.
Wird langsam.
Der Rest wird schon wieder ins Gedächtnis kommen mit der Zeit.
Budget so zwischen 2000- 4000 Tacken müsste doch machbar sein.
Gut ich weiß jetzt was ich will und machen möchte, ob ichs noch kann - bestimmt. Schön für mich.
Trotzdem bleibt die Auswahl groß.
Hilfe...

Schau mal die Nexstar Evolution Serie von Celestron an, die gibt es von 6" bis 9.25" die Montierung hat eine Handsteuerung um das Teleskop zu steuern.

Man stellt das Teleskop auf und schaltet es ein, danach muss man dem Teleskop sagen, wann es wo steht (einfach die nächste Stadt auswählen oder die Koordinaten des Standortes sowie die Uhrzeit und das Datum eingeben).

Danach einfach mit der Handsteuerung von Hand drei helle Sterne anfahren, zuerst mit dem Sucher danach den Stern im Okular zentrieren und die Taste drücken. Danach weiss das Teleskop genau welche Sterne/Objekte wo stehen, und man kann sich etwas aussuchen bzw. eine "Sky Tour" machen wo das Teleskop die besten Objekte vorschlägt (Hindernisse werden dabei nicht berücksichtigt).

Video von Celestron zur Ausrichtung

Ich kann das Evolution sehr empfehlen da es einfach zu bedienen ist, sogar per WIFI mit der App von Celestron.


Übersicht der Evolution Teleskope (Schweizer Geschäft)
Die Preise in Deutschland werden wohl noch ein wenig tiefer ausfallen als bei uns, die Seite ist jedoch ganz gut als Übersicht was es alles gibt.

Begriffseklärungen:
- Starsense (Kamera die sich selbstständig am Himmel "umschaut")
- Edge HD (Ebenes Bildfeld Sterne sind überall scharf abgebildet auch am Rand)


Gruess Dominic
 
Guten Abend alle zusammen.
was Dominic schreibt ist fast richtig, es stimmt das Starsense sich am himmel umschaut. doch sie funktioniert nur wenn keine Hindernisse da sind ( Bäume, oder Häuser). ich wohne mitten in der Stadt Winterthur. da funktionierte es nicht! mein 2 Problem war ich wollte auch Fotografisch mit meinem Nexstar Evolution arbeiten. das funktionierte nicht so gut da es das Gewicht nicht optimal ausbalancieren lies. der Edge HD 8 Zoll der ich noch immer habe ist perfekt zum Beobachten oder Fotografisch zu bedienen. auch als umbau von F10 auf F2 funktioniert hervorragend angesehen auf Youtube. der preis hat mich bis jetzt davon abgehalten es zu machen.

es gibt für Schweizer unter uns auch noch das Top Fachgeschäft in Bern: Foto Vision Zumstein. Ohne Anmeldung! im EG ist die Astro Abteilung und im 1 Obergeschoss gibt es noch eine grosse Auswahl an Kameras Fotografie und für Filmer und Zubehör etliches Wunsches.
Herr Zysset ist Leiter der Abteilung Astronomie, leider nur noch von Montag bis Freitag im laden anzutreffen. (Letzter Stand 11.2019)
beantwortet auch Fragen über E-Mail's telefonisch ist Herr Zysset nicht immer erreichbar wegen vielen Kunden.

ca. 5- 10 Minuten zu Fuss vom HB Bern zum Geschäft Zumstein ganz in der nähe ist auch das Bundeshaus

dort Fahr ich hin wenn ich was benötige. andere Geschäfte in der Schweiz sind für mich fast nicht zu erreichen da ich kein Auto fahre. dazu kommt noch ohne ein Termin kommt keiner in den Laden rein.
Grüsst
*entfernt* aus Winterthur
 
Hallo,

ich würde nicht mit einer GOTO Montierung loslegen, sondern mit einer einfachen azimuthalen Montierung, um den Himmel selber kennenzulernen. Die GOTO Montierungen haben so ihre Eigenheiten, mit denen man zurechtkommen muß, vom Alignment mal abgesehen. Außerdem denke ich, ohne die Tiefe Deines Geldspeichers zu kennen, daß 3-4 k€ für einen unentschlossenen Neueinstieg etwas zu viel ist. Es geht preiswerter, wenn man das Thema Apo zunächst liegen läßt.

Ich benutze sehr gerne einen achromatischen Refraktor 120/1000mm (zB. Celestron, SkyWatcher etc). Der kostet nur wenige Hundert Euro, hat eine sehr gute Abbildung (vom erträglichen Farbfehler abgesehen) und ist gut handhabbar.

Als Montierung nutze ich eine azimuthale SkyWatcher SkyTee Montierung, die den Refraktor locker trägt. Mein Exemplar hat sogar noch ein internes Messing-Gegengewicht innen vor dem Okularauszug, damit man das Teleskop weit hinten aufhängen kann. Das minimiert die Bewegung des Okulareinblickes.


Mit dieser Ausrüstung kann man feststellen, ob man wirklich bei dem Hobby bleibt oder nicht. Im letzteren Falle sind die Teile gut auf dem Gebrauchtmakt wieder loszuwerden.

Grüße, Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben