Einsteiger Vollformat — auch für Astrofotos— gesucht

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Proton85

Mitglied
Hallo,

wie der Titel sagt suche ich nacheiner neuen Allround Kamera, die aber auch für Astrofotos gut geeignet ist.
Vorschweben würde mir eine neue Spiegellose im vollformat — in der Einsteigerpreisklasse.
In erster Linie möchte ich damit Deep Sky Bilder an einem APO machen — bin aber kompletter Neueinsteiger.
Die Kamera soll eben auch für alles andere herhalten und meine Kompaktkamera ersetzen.

Folgendes hätte ich mir rausgesucht:
Canon EOS RP
Nikon Z5
Sony Alpha7II

Welcje Kamera wäre am ehesten zu empfeheln — und welches Objektiv würdet ihr dazu für Langzeitbelichtungen inkl Landschaft empfehlen?

Vielen Dank,

Florian
 
Hallo,

als Canoniker würde ich zur RP oder R raten, allerdings einem Objektiv aus der EF-Welt, das 2.8 24-70 L, gerne aus preisgründen auch eine ältere Variante, die sind wirklich super, die RF-Linsen aktuell zu teuer! Mit dem aufkommen der neuen Gehäuse dürften die "Systemstarter" gebraucht preiswerter werden!

CS
Jörg
 
Hallo Florian

Was meinst du mit Allround-Kamera? Für Astrofotos gut geeignet sind natürlich Kameras, bei denen der IR-Sperrfilter entfernt werden kann (Astromodifikation). Damit sie dennoch für die Tagfotografie verwendet werden kann, braucht‘s einen OWB-Clipfilter. Derartige Filter gibt‘s leider nicht für alle Kameras..

Bei einer neuen Kamera wäre mir ein voll klapp/schwenkbarer Display wichtig und nicht zu kleine bzw. zu viele Pixel. Kleine Pixel brauchst du in der DSO-Astrofotografie nicht unbedingt (ausser um zu croppen) und viele kleine Pixel bedeuten grosse Datenmengen, was die EBV (noch) laaangsamer macht.

Die aktuellen Canon-Modelle wurden hier mal durchdiskutiert. Interessant finde ich mittlerweile auch die R6 aber die fällt wohl preislich aus dem Rahmen und es gibt (noch?) keinen OWB-Clipfilter.
 
MIt Allround meine ich, dass ich damit im Alltag SChnapschüsse machen will, gelegentlcih auf Feiern fotografieren will und den Tag mienes 2 Jährigen ein wenig dokumentieren will :)

Astromodifikation bei einer neuen KAmera scheue ich ein wenig - der Anteil Alltagsfotos zu Astro wird vermutlcih 90:10 betragen.

Ist eine Astromodifikation wirklich notwendig?

Die Altenative wäre für mich eine eigene Astrokamera - allerdings bruache ich dann ja für jede Aufnahme einen PC mit dabei - mit einer DSLM wäre ich halt ein wnig Flexibler.

Dazu vielleicht eine kleine Festbrennweite fü Landschaft und Himmel?
 
Moin,

das kann man recht praktisch handhaben - eine R oder RP für den Alltag, wie ich schrieb ein guter immerdrauf-Zoom aus der EF Welt und man ist für 99% aller Aufgaben gerüstet, und eine kleine APS-C M für astro, modifizieren lassen, dazu ein ordentliches immer drauf, eine kleine Objektivreihe 35 / 50 / 85 / 135 manuell, gute Lichtstärke, für die Nacht. Da geht eine ganze Menge und die meisten Teleskope, wenn es dazu kommt, kommen mit APS-C viel besser klar als mit Vollformat. Bei den Festbrennweiten für die APS-C kannst Du ruhig nach China schielen, da gibt es für wirklich kleines Geld recht ordentliches Glas! Und das teilweise für 2-stellige Beträge!

CS
Jörg
 
Danke!
2 Kameras möchte ich mir eignetlich nicht zulegen.
Das Argument, dass eine APS-C ausreichend ist bzw. besser ist mir neu: welchen Vorteil hat das? Ich ging davon aus,dass die Vollformat Sensoren grundsätzlcih von besserer Qualität sind was das Rasuchverhalten und Empfindlcihkeit angeht?
 
Moin,

generell kann man das nicht so sagen. Die meisten Astrofotografen nutzen das APS-C-Format, da die allermeisten Teleskope damit was Vignettierung angeht besser klar kommen. Schau mal bei Astrobin nach. Die Pixel der Vollformat-Chips sind bei vergleichbarer Megapixel Zahl etwas größer, was günstig ist. Das ist aber kein Kriterium das die APS-C-Kameras ad absurdum führt. Auch bei den richtigen Astrokameras sind die Vollformatkameras bei weitem in der Minderzahl!

CS
Jörg
 
Hallo,

wenn die Optik es zulässt, spricht aber doch noch mehr für Vollformat. Es kommt mehr Licht auf den Chip. Für APS-C spricht eigentlich nur der Preis und das sie in Punkto Feldkorrektur weniger anspruchsvoll sind. Ansonsten haben sie technisch betrachtet keinen Vorteil.

Marcus Meel teilte mir mit, dass die aktuellen Rs und RPs sehr gut mit OWB Clipfilter funktionieren. Eine kostengünstigere Alternative wäre eine gebrauchte 6Da, die man immer wieder hier im Biete Forum findet (mehr noch bei Facebook oder bei Marcus direkt). Die kann man nur leider nicht mit OWB Filter betreiben.

Hier ein bisschen Infotainment :-) Ein Video zur Canon EOS Ra gibt es auch.

CS Frank
 
Hallo,

Inwiefern kommt denn mehr Licht auf den Chip bei Vollformat? Haengt das nicht viel eher mit der Teleskopoeffnung zusammen, denn die limitiert doch das Lichtsammelvermoegen?

Viele Grüße
Jörg
 
Inwiefern kommt denn mehr Licht auf den Chip bei Vollformat? Haengt das nicht viel eher mit der Teleskopoeffnung zusammen, denn die limitiert doch das Lichtsammelvermoegen?

Hallo Jörg,

klar, so ist es. Aber das Teleskop macht ja einen Bildkreis, der Sensor ist aber rechteckig. Der Vollformatsensor nutzt also den Bildkreis besser aus im Gegensatz zum APS-C Chip. Hängt natürlich auch von der Größe des Bildkreises ab.
Den gleichen Effekt hat z.Bsp. ein Reducer, der das Licht auf einen kleineren Bildkreis konzentriert. Wirklich mehr Licht kommt vorne nicht rein, auch wird die Kamera nicht plötzlich empfindlicher, aber es wird effizienter eingefangen wenn man so will.
Es wäre ein interessantes Experiment wenn man eine ansonsten gleiche Aufnahme mit Vollformat mal auf APS-C Größe skaliert. Bei gleichen Details und Signal, müsste man das Bild theoretisch höher ziehen können.
CS Frank
 
Hallo Frank,

Ja, aber wenn der Bildkreis im Falle des APS-C-Sensors entsprechend kleiner waere, dann wuerde die selbe Menge Licht auf den Sensor treffen, was dann nur eine Frage der Optik waere. Natuerlich ist aber das physikalische Rauschen bei kleineren elektronischen Strukturen größer, keine Frage. Ich fuerchte, zwei Sensoren, die sich nur hinsichtlich der Sensorflaeche unterscheiden aber ansonsten identisch sind, gibt es nicht. So einfach vergleichen kann man das wohl nicht, weil man zusaetzlich auch zwei unterschiedliche Optiken braeuchte. Man koennte eventuell mit einer Zerstreuungslinse einen Laser auffaechern und die beiden Sensoren jeweils so platzieren, dass der aufgefaecherte Laserpunkt exakt auf den Sensor passt.

Viele Grüße
Jörg
 
Der Vollformatsensor nutzt also den Bildkreis besser aus im Gegensatz zum APS-C Chip.
das ist relativ - wenn der ausgeleuchtete Bildkreis KB-kompatibel sein sollte, stimmt die Aussage, wenn er kleiner ist, habe ich ungenutzte Sensorfläche. Vorausgesetzt ersterer Fall, Bildkreis passt für KB -> APS-C nutzt nicht die gesamte Fläche - ABER man könnte mit einem (optimal 0,71x) Reducer das Ganze wieder passend machen und hätte gleichzeitig das Öffnungsverhältnis um ca. eine Blende verbessert... was wieder das um eine Blende schlechtere Rauschverhältnis einen APS-C-Sensors zum KB-Sensor kompensieren würde...
Das optimale Format, was den Bildkreis effektiv ausnutzt ist letztendlich ein quadratisches Format - wie der IMX533.
Letztendlich liegt der Vorteil eines großen Sensors mit "relativ" großen Pixeln in der besseren Eingangsdynamik, wobei das Thema momentan(!), dank BSI-Technologie bei APS-C und kleiner, zu Ungunsten der KB-Sensoren gerutscht ist.
Wie schon Jörg(Nebelhorn) schreibt, ist es mittlerweile ob der Modellvielfalt nicht wirklich möglich einen 1:1-Test zu exerzieren.
Ich bin an dem Punkt angekommen, dass selbst mft schon sehr gut praktikabel ist und sich der Anspruch an die Feldkorrektur der bildgebenden Optik in entspannten Grenzen halten darf.

viel Erfolg bei der Kamerawahl - Ronald
 
Hi,

natürlich gilt das von mir gesagte nur bei einem Objektiv/Teleskop welches einen großen Bildkreis hat. Was stimmt ist, dass es vermutlich keine zwei Kameras gibt,bei denen nur die Chipgröße unterschiedlich ist. Aber meistens ist es ja dann eben so, dass der größere Chip auch die größeren Pixel hat, was meistens eine höhere Empfindlichkeit mit sich bringt. Das herausvergrößern darf man auch nicht unterschätzen-
Technologien wie BSI verändern sich ja nicht nur für MF oder ABPS-C, gibt ja auch BSI Vollformat Kameras.

Naja, es gibt viele Parameter, aber wenn jemand explizit nach Vollformat fragt, kann ich ihm nur dazu raten. Für mich hat sich die ganze Fotografie geändert mit meiner ersten Vollformat. Leider auch das Loch im Geldbeutel, darf man nicht verschweigen.
Mit der RP hat Florian aber eine sehr gute Wahl getroffen.

Ich bin gespannt auf die R6, die könnte toll sein für Astrofotgrafie.

CS Frank
 
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