Mit Bresser Refraktor 90/500 Mars und Jupiter beobachten

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Klausx

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Hallo und an euch die Frage:
Kann ich etwas gegen den Farbsaum machen, der bei den beiden Planeten besonders stark ist?
Das beigelegte SP 26mm gefällt mir sehr gut, zugekauft habe ich ein TS Planetary 5mm. Filter habe ich nicht.
Der Farbsaum soll verschwinden und ich möchte Strukturen sehen.
Ob es hilft, wenn ich das Teleskop für die beiden Planeten abblende? Ich werde es beim nächsten Spechteln versuchen.
Andromeda konnte ich am Vogelsberg mit 26mm als grauen Flecken erkennen, mit 5mm hatte er einen hellen Kern, aber keine Strukturen bei allgemein schwacher Erkennbarkeit.
Das Bresser ersetzt den nicht mehr vollständigen Lidl Refraktor 70/700. Mit dem Bresser will ich Deep Sky außerhalb von Köln sehen und sollte deshalb zum Reisen in eine 56cm Eurobox passen.
Mitten in Köln habe ich Zugang zu einer weitsichtigen Dachterrasse. Dort werde ich wohl den Großteil der Sternennächte verbringen.
Ich sympathisiere als letzte Investition bei schmalem Budget mit dem zusammenschiebbaren Dopson Heritage 150P.
Ob ich damit Spiralarme bei Andromeda erkenne?
Planeten müssten damit auch gehen.
Was ist euere Meinung dazu?

VG
Klaus
 
Hallo Klaus,
Ob es hilft, wenn ich das Teleskop für die beiden Planeten abblende?
jein. Das Abblenden verringert zwar die chromatische Aberration aber eben auch die Auflösung. Falls es dir aber um die atmosphärische Dispersion geht, da hilft nur ein ADC.
Ob ich damit Spiralarme bei Andromeda erkenne?
Nein. Andromeda braucht einen sehr dunklen Himmel.

Gruß Uwe
 
Hallo Klaus,

Andromeda ist zwar nahe und mit einer scheinbaren Größe (Ausdehnung) von ca. 3° (entspricht 6 Vollmonddurchmessern) sehr groß, dennoch ist es schwierig, Strukturen zu erkennen.
Wie Uwe schon sagte: Benötigt sehr dunklen Himmel und schwache Vergrößerung.
Dafür ist dein 90/500 Refraktor eigentlich schon eine gute Wahl mit deinem 26mm Okular.
Vergrößerung ca. 20x und Gesichtsfeld (ich schätze, das 26mm Okular hat um die 50° Feld) ca. 2,5°
Austrittspupille dann 4,5mm. Um alles heraus zu kitzeln wäre ein 35mm Okular ideal.
Dann 6,5mm Austrittspupille; mehr schafft das Auge kaum.
Damit sich das lohnt, benötigst du aber wie gesagt einen sehr dunklen Himmel.
Und nur für Andromeda ein weiteres Okular zu kaufen, macht wenig Sinn.

Dein 90/500 FH ist auch wie du schon bemerkt hast kein wirklicher Planetenspezialist.
Die 500mm Brennweite sind sehr wenig. Begrenzt durch die Öffnung kannst du sinnvollerweise vielleicht 120x vergrößern. Das ist für Planeten eigentlich zu wenig und der Farbfehler verhagelt dann die Wahrnehmung von Details noch zusätzlich.
Lass dir nicht einreden, eine Barlow würde helfen den Farbfehler zu verringern. Das stimmt nicht.
Farbfilter würden etwas helfen (Grünfilter) oder ein Baader-Fringe-Killer.
Grünfilter ist günstig, aber gewöhnungsbedürftig. Der Fringe-Killer ist teurer, färbt aber das Bild nicht so stark ein.

Dein 90/500 ist eigentlich etwas für Wide-Field, schöne Sternkonstellationen, Offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen, und hellere bzw. größere Gasnebel. Von dieser Sorte gibt es auch einiges zu sehen!
Wenn du ihn abblendest auf vielleicht 50mm kannst du sicher auch gut am Mond beobachten.

Den 150mm Heritage würde ich als universeller einstufen, weil du hier auch an Planeten höher vergrößern kannst, und er keinen Farbfehler hat.

Zusätzlich zu dem 26mm und 5mm Okularen würde ich noch eine (oder besser zwei) Zwischengröße einbauen.
ca. 13mm und 7mm. Die Okulare kannst du sowohl am 90/500 als auch am Heritage gut nutzen.

Gruß Martin
 
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Hallo Klaus,

so ein Refraktor ist eigentlich mehr im Weitfeld/Richfield zu Hause.
An hellen Objekten, wie eben Planeten, wirst Du halt immer einen Farbsaum haben.
Ist einfach System bedingt.
Es gibt Fringe Killer oder den Kontrast Booster, aber die färben Dir, so weit ich das weiß, das gesamte Bild ein.
Da gibt es im Netz Vergleichsbilder.

Ich hatte mir das für meinen 120/600 auch mal überlegt eines von beidem anzuschaffen, bin aber aus irgendwelchen Gründen wieder davon abgekommen :rolleyes:.

Wie Uwe/Martin schon schreiben, aus der Stadt heraus wird das mit Andromeda nichts werden.
Martin war schneller ;), Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen, großflächige Objekte sind mit so einem Gerät schön zu beobachten.
Du bekommst diese Objekte ins gesamte Gesichtsfeld und bekommst noch was von der "Umgebung" mit. Da wirken diese Objekte dann richtig beeindruckend.
 
Hi Klaus
Du verwendest ein denkbar ungeeignetes Gerät zumindest für Planeten. Was Du hast ist ein Weitfeldgerät, das man für große Areale und damit die Beobachtung mit großer AP verwendet.
Ein Planetengerät sollte frei von Farbfehlern sein, wie Du nun weißt.
Du kannst in der Größe zu einem ED Apo als Mindestforderung greifen, bist aber ob der Öffnung auf sinnvoll - im Sinne von Detailgewinn - aus Vergrößerungen bis in den Bereich 110-130 fach limitiert.
So gesehen ist der Heritage 150 oder überhaupt ein 150 mm Newton mit kurzer Brennweite das wesentlich universellere und für beide Disziplinen deutlich besser geeignete Gerät. Er kann normal mehr Vergrößerung, und hat mehr Licht um mehr Deepsky zu zeigen.
Andromeda ist immer eine Enttäuschung wert. Sie braucht gute Bedingungen und größere APs. Dann ist es kein Thema mindestens das 1. Staubband zu sehen. Du wirst sehen, wenn Du es einmal gesehen hast, findest Du es plötzlich viel leichter. Das wird auch beim 2. Staubband so sein.
CS
 
Moin,
Ich hab den leider an meinem "Farbbeutel" noch nicht ausprobiert, aber falls Dein Budget es zulässt, könntest Du vll den Baader Semi-Apo-Fiter probieren. Der kombiniert den Fringe Killer mit einem Lichtverschmutzungsfilter https://www.baader-planetarium.com/de/semi-apo-filter.html
Da würde Dir der Fringe Killer am Planeten helfen und der eingebaute Skyglow-Filter für Dein restliches Beobachten auf der Kölner Dachterasse.

Aber ob sich die 82€ inkl. Versand dann noch rechnen, wenn Du eh schon auf einen Newton schielst?

LG Silver
 
Hallo Klaus,
Kann ich etwas gegen den Farbsaum machen, der bei den beiden Planeten besonders stark ist?
Das beigelegte SP 26mm gefällt mir sehr gut, zugekauft habe ich ein TS Planetary 5mm. Filter habe ich nicht.
Der Farbsaum soll verschwinden und ich möchte Strukturen sehen.
Sehr wenig können sie etwas sinnvolles gegen den Farbsaum machen bei Planeten, es lohnt sich nicht einen Wratten #12 Filter zu kaufen meines Erachtens. Der einzige Filter der sich lohnt ist der Wratten #56(grün)bei Sonne und Mond. Da gibt es gleich, und nur bei Sonne und Mond Verbesserung, speziell fotografisch kann man den Unterschied sehen bei Schwarz-Weiss Kameras. Farbkameras rate ich stark ab. Beim Jupiter hab auch schon probiert mit einem 90/500 einer anderen Marke mit Farbfiltern zu "spielen", und ich hab ein kleines Set davon. Bringt nichts.
Und dazu auch mit einem 5.5mm Okular das bei mir auf dieser acromatischen f5.5 Linse nicht gerade gut aussieht auf meinen 90/500 Teleskop. Mein 9mm sehe ich als sensibles Limit ohne Filter am besten im höchsten Vergrösserungsbereich bei Sonne und Mond.
Mein 90/500 wird als Sucher oder Guidescope eingesetzt, am liebsten habe ich es wenn ich richtig faul bin mit einem 20mm Weitwinkel Okular an Tagen mit was zügigeren Wind in meiner dunkleren Ecke in der Pampa. Oder mal auf die schnelle bei der Sonne auf meinem 90/500er am Ende des Arbeitstages. Und da nehme ich mir noch den Zenithspiegel mit um den einen oder anderen Passeriformes(kleine Vögel), an der Pfütze sich am erfrischen anzusehen im Schatten bei ~20m Entfernung. Geht prima.
Dieses Teleskop abzublenden bringt mehr Einbußen als Verbesserungen. kann ich nicht empfehlen, selber schon gemacht.
Ich mag mein 90/500 teleskop, auch wenn ich gestehe hinter einem kleinem kurzen ED oder Triplett herzujagen.
Ich mag sehr die portatilen Sachen.

CS, Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Martin, auf welche Größe hast du abgeblendet und warum hat es nichts gebracht? Weil du weniger stark vergrößern konntest und immer noch Farbfehler hattest?
Ich würde zu gerne mal durch 90/500 gucken und dann durch 60/500. Da muss doch noch was gehen mit z.B. 100 facher Vergrößerung...

Viele Grüße
Spunti
 
Hallo Klaus,

es gibt auch eine Rechnerei zu diesem Thema, ein Faustformel.
Mit dieser kann man errechnen welches mindest Öffnungsverhältnis ein Refraktor nach FrauenHofer haben sollte, um den Farbfehler zu reduzieren. Ganz wegbekommen wird man ihn wohl nicht, eher nicht mehr wahrnehmbar.
Aber bitte nicht dem Trugschluss, wie hier auch schon erwähnt, das mit einer Barlow herbeizuführen.

Faustformel: Öffnung in mm * 0,122.

Bei Deinen 90mm also:
90mm * 0,122 = f/10,98 = 988,20mm Brennweite.
Somit ergebe sich ein Refraktor FH mit 90/988.
Der 90/500 Refraktor FH hat ein Öffnungsverhältnis von f/5,56.

Das klappt aber nur bis Öffnungen von 150mm.
 
Da seine Brennweite fest steht, kann er ja nur die Öffnung kleiner machen. Wenn ich das richtig gerechnet habe, dann müsste man seinen 90/500 auf 64mm abblenden, damit es funktioniert:

64mm * 0,122 = f/7,808 = 499,712 mm

Ein Versuch wäre es wert.
 
Vielen Dank für euere Antworten.
Ihr habt mir gute Informationen gegeben und teilweise meine Vermutungen bestätigt.

Ich brauche mehr Spechtelpraxis, um die Notwendigkeit von Filtern und längeren Okularen zu erkennen.
Meine Frau hat sich schlapp gelacht als ich ihr eröffnete, ich wolle mich mit einem Zollstock quer über das Gesicht vorm Badezimmerspiegel die Pupillenöffnung messen.
Ich bin noch 69 Jahre und habe auch gehört, dass die Sehfähigkeit im Alter nicht besser wird.

Heute um Mitternacht habe ich noch einmal den Volksrefraktor 70/700 in einem Wolkenloch mit den beiden Okularen zum Mars vom Küchenfenster aus gerichtet. Wegen Hochwolken konnte ich nicht scharf stellen, habe keinen Rand gesehen, aber auch nichts flächiges.

In der Zwischenzeit bis zum besseren Wetter bereite ich Spaziergänge für den Stadtzenit vor.
Bis jetzt habe ich mich bei der Suche des Ringnebels immer verlaufen.
Das Parellelogramm der Leier fand ich beim Übergang von 7x40 Fernglas auf 500mm 19x nicht mehr. Ich weis, üben ist die Lösung.

Alles Gute
Klaus
 
Hallo Klaus,

nachdem jetzt schon einige die Sinnlosigkeit deines Tuns erklärt haben, will ich dir mal etwas Mut machen.

Natürlich ist dein 90/500 eigentlich ein Gerät für große Felder und schwache Vergrößerungen. Ich benutze für schnell mal gucken einen 102/500 von Celestron mit viel Freude. Mit einem 32 mm von TS komme ich auf 16 fache Vergrößerung und etwa 6,5 mm Austrittspupille. Das ist für uns alte Vögel schon grenzwertig, meist nutze ich das 25 er für 20 fache Vergrößerung und 5 mm Austrittspupille.

Wenn ich zu faul bin für Mond und Planeten ein anderes Rohr nach draußen zu bugsieren oder die Sternwarte aufzumachen, dann blende ich auf 5 cm Öffnung ab. Da stört mich der restliche Farbfehler nur noch wenig und ich beobachte öfters mit 80 facher Vergrößerung (12,5 mm Okular und eine gute Barlowlinse). So hat mir, wenn wenig Zeit war, z.B. die Abendsichtbarkeit der Venus dieses Jahr viel Freude gemacht.

Ich würde mir an deiner Stelle jetzt nicht groß was neues kaufen (Filter, neues Fernrohr ........) sondern erst mal mit Geduld versuchen was geht. Das ist auch mit kleiner Öffnung eine ganze Menge.

CS Gerhard
 
@Klausx Ich kann die Orientierungsprobleme an der Leier gut verstehen und empfehle Dir einen Leuchtpunktsucher oder anderen optischen Peilsucher. Damit findest Du den Ringnebel sehr einfach und auch viele andere Objekte. Der 6x30 Sucher ist eher Dekoration. Ich würde den OAZ abschrauben, um in den Tubus greifen zu können, dann den Sucher, einen Sucherschuh montieren und dort einen Leuchtpunktsucher mit passendem Fuss einsetzen, z.B. sowas:


Wenn Du doch wieder einen normalen Sucher haben willst, dann kannst Du in den Schuh auch einen 50 mm Sucher mit Winkeleinblick einsetzen und beide Sucher kannst Du auch zum nächsten Teleskop mitnehmen.

Antares hat es perfekt beschrieben: "Andromeda ist immer eine Enttäuschung wert.". Man kennt die vielen tollen Bilder, aber visuell sieht man ein unscharfes Fleckchen, was damit rein gar nichts zu tun hat. Das Erlebnis kennt wohl jeder. Es gibt viele Objekte, die mit Deinem Teleskop eindrucksvoll gesehen werden können. Mit dem Peilsucher findest Du sie auch. Galaxien sind für den Anfang nicht die lohnendsten Objekte.

Was Farbränder angeht: Ein Weitfeldgerät ist nicht optimal, aber bei den aktuell tiefstehenden Planeten wird jedes Teleskop Farbränder zeigen und Details sind Glückssache.

Michael
 
Hallo Klaus,

Ich bin noch 69 Jahre und habe auch gehört, dass die Sehfähigkeit im Alter nicht besser wird.
das ist mit ein Grund warum ich nicht mehr mit 7mm AP rechne sondern mit 5,5mm bis 6mm.
Was ich aber auch festgestellt habe ist, dass wenn man öfter und regelmäßig beobachtet es besser wird.
Nun ja, ist aber leider vom Wetter und den Bedingungen abhängig wie oft man raus kommt.

Stimme dem was Gerhard schreibt zu, auch mit "kleinen" Teleskopen gibt es genügend Objekte die man beobachten kann.
 
Hallo Spunti,
auf welche Größe hast du abgeblendet und warum hat es nichts gebracht?
Habe mehrere Ringe mit dem Zirkel aus schwarzen Karton ausgeschnitten, von 80mm in zehner Schritten bis runter zu 50mm abgeblendet und dann mit einem 20mm 100º Okular mir die Sache angeguckt, die allgemeine Auflösung, Kontrast und Bildhelligkeit ging so weit runter ab 60mm das mir das die ganze Qualität des FH geraubt hat. In anderen Worten das Bild wurde "flau".
Da mir die Resultate nicht gefallen haben Visuell, habe ich nicht insistiert das auch mal Fotografisch mit einem RGB Sensor zu probieren. SW Sensor mit Continuum oder #56 Filter sah schon gleich gut aus, guter Kontrast und Auflösung.

CS, Martin
 
Hallo,
anhängend habe ich meine Beobachtung skizziert.
Kann es sein, dass der Beugungsfehler im Zenitspiegel entsteht?
Mars, Linsen und Auge sind rund. Nur der Zenitspiegel hat die optische Orientierung grade, rechts/links.

Währe jedes Prisma besser als die Spiegel?

VG
Klaus
2020 Vergleich Bresser Skylux_20201015.jpg
 
Hallo Klaus,

solche zweifarbigen Farbhöfe entstehen meistens durch atmosphärische Dispersion. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie auch durch Verkippungen des Okulares gegen die optische Achse entstehen können. Als Randeffekt habe ich sie an manchen Okularen auch schon beobachtet, allerdings nicht in Planetary Okular Designs.

Der Zenitspiegel kann natürlich eine Verkippung begünstigen. Ansonsten führt ein Zenitspiegel aber keinerlei Farbfehler ein. Beim Prisma ist das unter Umständen anders. Beim Objektivdesign sind im Prinzip ja alle Glaswege zu berücksichtigen. Mit einem Prisma führt man einen umberücksichtigten ein. Ob die optische Leistung darunter in der Praxis erkennbar leidet, steht auf einem anderen Blatt.

VG Klaus
 
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