Bino Aufsatz Frage

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Hallo arago und peter,

vielen Dank für die ausführlichen Hinweise und Klarstellungen. Ich hatte dem amerikanischen Forum auch entnommen, dass der Linearbino gewisse Einschränkungen mit sich bringt. Viele User haben ihn letztlich wieder verkauft, andere fanden ihn in bestimmten Bereichen als sinnvolle Ergänzung zum herkömmlichen Bino. Das Einblickverhalten scheint sich mit der Vergrößerung zu verändern und Geisterbilder sind wohl auch im Spiel. Auf jeden Fall besitzt er eine gleichmäßige Lichtintensität auf beiden Augen, was ich bislang nur an einem Bino kennengelernt habe, bei dem Spiegel statt Prismen zum Einsatz kommen. Auch scheint sich der Linearbino nicht mit einer Barlow zu vertragen.
CS Roman
 
Es ist schon klar, dass ein Binokularansatz mit einer Apertur und Länge von 24 mm x 120 mm bei Optiken, die schneller als f/5 sind, zu Öffnungsverlust führt. Da passt der Lichtkegel vom Objektiv schlicht und einfach nicht mehr durch.
 
Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für die interessanten Beiträge!

Auf jeden Fall besitzt er eine gleichmäßige Lichtintensität auf beiden Augen, was ich bislang nur an einem Bino kennengelernt habe, bei dem Spiegel statt Prismen zum Einsatz kommen
Ich habe schon ein paar Mal von Bino-Ansätzen mit Spiegeln gelesen. Aber was sind die Vor- und Nachteile gegenüber einem Prisma für die Strahlteilung? Auf jeden Fall scheinen sie weniger Glasweg zu haben. Da aber die meisten Modelle offenbar Prismen verwenden, müsste es auch Nachteile geben, oder?

Viele Grüße und CS,

Sebastian
 
Hallo Sebastian,

subjektiv wirkt mein Bino mit Spiegeln etwas heller als die mit Glas im Lichtweg. Was auch entfällt ist dass mir bei Taglichtbeobachtung durch Glasbinos immer eine Seite heller erschien als die andere. Auch die Farben wirken neutraler. Ich habe neben anderen auch ein Mikroskopbino von Lomo mit richtig guter Vergütung und sehr hoher Transmission, aber im Kontrast dazu das Bild insgesamt eher gelbstichig. Ich denke die Spiegel müssen eine recht hohe Oberflächengüte haben. Vielleicht sind die Binos daher nicht so verbreitet. Ich kenne sie nur aus dem Mikroskopbereich. Justage ist auch einfacher, da die Spiegel im Inneren besser justierbar sind als Prismen. Bei mir kommt ein Strahlteiler aus Glas zum Einsatz, danach sind Spiegel geschaltet. Der Linearbino ist allerdings wieder anders aufgebaut.
 
Ein technisch gut ausgeführter Binokularansatz sollte eigentlich keine merkliche rechts/links-Asymmetrie aufweisen. Ob die Strahlführung teilweise über Spiegel oder ausschließlich mit Prismen erfolgt, hat natürlich in erster Linie direkte Auswirkungen auf den wirksamen Glasweg, ein minimaler Glasweg ist aber für den Strahlteiler erforderlich.

Eine typische optische Auslegung der Prismen wird bei Wikipedia gezeigt und ist hier nochmal schematisch dargestellt:

Binokular.jpg


Da die prismatische Reflexion praktisch verlustfrei durch Totalreflexion erfolgt und im Glasmaterial bei optisch hochwertigem Material auch keine nennenswerte Absorption stattfinden sollte, wäre ein Binokularansatz auf Spiegelbasis schon ziemlich gefordert, diese Performance zu erreichen oder gar zu übertreffen.

Im Prinzip könnte man auch noch das Glas vom Strahlteiler loswerden, wenn man stattdessen einen sog. Pellicle-Spiegel einsetzen könnte, wie er in einigen Kameras verwendet wird. Das ist eine dünne auf einen Rahmen gespannte Folie mit einer semi-transparenten Oberfläche. Aber diese Technik hat auch Nachteile und wird deshalb für astronomische Binokularansätze, jedenfalls so weit ich weiß, bislang nicht verwendet.
 
Also meine Binos sind bis auf besagten Lomo alle von Zeiss und zeigen die besagte Asymmetrie alle mehr oder weniger stark. Die Oberflächengüte der Spiegel liegt laut Händleraussage bei lambda 1/5. Der Lichtweg scheint identisch zu sein, zumindest ist der Spiegelbino parfokal zum Glasbino.

CS Roman
 
Wie bemerkst du denn diese Asymmetrie überhaupt? Schaust du mit nur einem Auge in den Binokularansatz und wechselst dann von links nach rechts? Oder deckst du jeweils eins der beiden Okulare im Wechsel ab? Da das menschliche Auge einen logarithmischen Response hat und ohne direkten Vergleich erst bei einem Helligkeitsunterschied von mehr als 30% typischerweise überhaupt einen merklichen Effekt registriert, müsste deine Beobachtung ja eine ziemlich drastische Asymmetrie signalisieren.

Mein Großfeldbino ist von Baader und angeblich nach den Standards von Zeiss produziert. Da habe ich keine derartige Asymmetrie bemerkt. Da state-of the-art Strahlteiler typischerweise eine Symmetrie innerhalb von 5% für unpolarisiertes Licht erreichen, wäre eine wahrnehmbare Asymmetrie möglicherweise ein Hinweis auf Polarisationseffekte wie man das z.B. hinter einem Herschel-Prisma sieht. Hinweise auf wahrnehmbare Polarisationseffekte bei verschiedenen Binokularansätzen gab es hier schon gelegentlich: Maxbright Bino
 
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