Mehr als nur Sternenbilder :) (Einstieg in Deep Sky / Kaufempfehlung)

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LaMiyu

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Hallo Zusammen,

ich bin vom DSLR Forum mal hier her gewechselt :)
Bin 32 Jahre alt und komme aus Niedersachsen.

in der Vergangenheit habe ich mich viel mit normaler Fotografie beschäftigt und nun schon einige Zeit immer mal wieder gerne Aufnahmen bei Nacht gemacht.
Bisher habe ich dies mit einer Canon M50 + 22mm F2.0 durchgeführt mit maximaler Belichtungszeit von 9sek. (eine alte 40D habe ich auch noch)

Nachdem ich nun immer mal geschaut habe und doch sehr begeistert von den Bildern die schon mit "normalen" Equipment möglich sind, möchte ich gerne auch hier mein Equipment aufstocken und erste Erfahrungen sammeln bei Deep Sky Objekten.

Ich habe viele Bilder im Netz mit dem Samyang 135mm F2.0 Objektiv gesehen, die mir sehr gut gefallen haben.
Daher war meine aktuelle überlegung auf dieses Aufzurüsten sowie eine Nachführung (LX3 oder Star Adventure?) anzuschaffen.
Für meine M50 habe ich ein Manfrotto 055XPROB - hier weiß ich noch nicht ob das für das Vorhaben geeignet ist oder ob das schon "zu wackelig" sein wird?
Ich hatte ich die Empfehlung bekommen mit einem Berlebach Holzstativ zu arbeiten oder wenn es ein wenig mobiler sein soll Velbon Ultra 655.

Meine erste Frage wäre:
Ist das Vorgehen so sinnvoll, bzw. reicht es "nur" das Samyang und eine Nachführung zu kaufen oder brauche ich direkt mehr?
bzw. ist die Lösung aus Stativ + Nachführung empfehlenswert oder bekomme ich für das "gleiche" Geld bspw. eine EQ3 die mir dann doch "mehr" bietet?

Auch war meine Hoffnung, dass es mit dem 135mm einfacher sein wird, als direkt mit einem dicken Teleskop zu arbeiten?
Die Verlockung ist natürlich groß direkt auch über ein Teleskop mit GoTo etc. pp. nachzudenken, bin mir aber nicht sicher, ob das als erster Schritt nicht doch zuviel des guten ist?

Gibt es sonst sinnvolle Tipps, auf die ich achten sollte?

Lieben Dank & Gruß
André
 
Meine erste Frage wäre:
Ist das Vorgehen so sinnvoll, bzw. reicht es "nur" das Samyang und eine Nachführung zu kaufen oder brauche ich direkt mehr?
bzw. ist die Lösung aus Stativ + Nachführung empfehlenswert oder bekomme ich für das "gleiche" Geld bspw. eine EQ3 die mir dann doch "mehr" bietet?

Auch war meine Hoffnung, dass es mit dem 135mm einfacher sein wird, als direkt mit einem dicken Teleskop zu arbeiten?
Die Verlockung ist natürlich groß direkt auch über ein Teleskop mit GoTo etc. pp. nachzudenken, bin mir aber nicht sicher, ob das als erster Schritt nicht doch zuviel des guten ist?
Hallo Andre,
zuerst mal willkommen im Forum hier :y:;
ich bin auch erst kurz dabei und komme ebenso aus Fotoforen. Beim Einstieg in die Astrofotografie haben mich die selben Fragen beschäftigt und kann aus Erfahrung etwas Rat anbieten;
1) Ein Samyang 135F2.0 ist eines der schärfsten und preiswertesten / günstigsten Optiken für Astrofotografie; wirklich sehr gut!
2) Zum Einstieg würde ich dafür eine kleine, auch reisetaugliche Nachführung wie Star Adventurer oder vergleichbares empfehlen.
3) Mit Fotostativen (habe selber ein sehr leichtes Carbon-Stativ von Feisol) wird man m.M.n. auf Dauer nicht glücklich; eine breite, tellerförmige Auflage unter der Nachführung (Star Adventurer) gibt dem Aufbau eine deutlich bessere Stabilität. Ebenso ist Arbeiten ohne Mittelsäule aus Stabilitätsgründen von Vorteil; ein Berlebach Report i.d. Astroversion hat mir da einen großen Schritt ermöglicht. Man darf nicht unterschätzen, was Wind und das veränderliche Kippmoment der Kamera- Objektiv- Kombi während der Nachführung alles an Frust erzeugen kann (weil es wackelt oder sich verbiegt).
4) Gleich ein "richtiges" Teleskop? Gleich eine GoTo- Montierung? Manche machen das so...
Mein Ding war das nicht; Aus meiner Sicht ist es besser mit leichter beherrschbarem Equipment (also vor allem kürzerer Brennweite) anzufangen und dann Schritt für Schritt saubere Aufnahmen zu machen den Himmel kennen zu lernen, dann saubere Bildbearbeitung zu lernen. Das dauert...

Einzig die Astromodifikation einer Kamera (Ha) war bei mir ganz schnell ein Thema; damit kommt einfach viel mehr Rot der Wasserstoff- Regionen in die Bilder...

cs
Helmut
 
Hallo André.

So etwas ist natürlich auch immer eine Budget Frage.
Da du aus der Fotografie kommst, braucht man dir ja nicht sagen, das gute wertige Ausrüstung auch ihren Preis hat.

Du schreibst das du schon erste Atro-Gehversuche unternommen hast mit 9sek Aufnahmen.
Waren das immer nur Einzelbelichtungen (Beitragsname mehr als nur Sternenbilder),
oder hast du dich auch schon mit dem Thema Stacking beschäftigt?
Mit einem 22mm kann man tolle Landscape Milchstraßenfotos machen mit dem Stackingverfahren.
Auch mit stehender Kamera.
Hier wäre das freeware Programm Sequator eine gute Wahl.

Ein weiteres Freeware Programm wäre Stellarium (PC Version).
Hier kann man in den Einstellungen, Chipgröße der Kamera und die Brennweite usw eingeben
und sieht dann was bei seinem Equipment auf den chip passt ^^
Hilft dir evtl auch bei der Brennweiten auswahl.

Mit nem 135er kann man schon gezieltere Sternenfeld und Nebelaufnahmen machen.
Ich habe noch nie mit Trackern gearbeitet sondern bin direkt mit einer EQ5 eingestiegen.

Ich denke eine EQ wird wohl besser einzunorden sein.
Allerdings benötigt diese auch eine Stromversorgung.

Bis zu welcher Brennweite welches System taugt kann ich dir nicht sagen.
Da ich wie gesagt direkt mit der EQ5 eingestiegen bin.
Ist noch gut zu händeln und trägt Teleskope bis zu 150/750 mm fotografisch.
Mit ner Kamera und 135mm wäre das aber schon mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Allerdings auch etwas für die weitere Zukunft/Aufrüstung.

GoTo .... ja ist eine feine Sache (habe ich auch nicht).
Es geht auch ohne, ist aber schwerer Objekte zu finden wenn die Ansprüche steigen ^^

Aber bei 135mm oder gar bis 500mm reicht ein einfacher Leuchtpunktsucher und Testaufnahmen ^^

Wie immer eine Qual der Wahl.

Auch wenn ich keine tracker kenne und diese bestimmt für Urlaub usw. schöner zu verstauen sind,
würde ich wahrscheinlich wieder zu einer EQ Variante greifen wenn ich mit den jetzigen Erfahrungen
neu starten müsste.

Aber es hängt auch davon ab was du erreichen möchtest und wo deine Reise hin geht.

Auch war meine Hoffnung, dass es mit dem 135mm einfacher sein wird, als direkt mit einem dicken Teleskop zu arbeiten?
Da ist soweit schon mal Korrekt.
Je höher die Brennweite, desto höher die technischen Ansprüche wie Stabilität und Nachführung usw..
Bei Teleskopen, kommt meist noch dazu, das ein Teleskop allein (je nach Preislage) meist nicht ausreicht.
Man braucht Flattener/Korrektoren (wenn nicht schon fertig verbaut - Preislage).

Alle Systeme haben ihre Vor und Nachteile.
Meist im Bereich Transportablität - Kompaktheit - Stabilität.

Generell kann man meist sagen:
Wählen sie jeweils 2 von 3 Features:
1. Kompaktheit - Stabilität - Transportablität
2. Neu - Preiswert - Gut


Gruß
Markus
 
Hallo Zusammen,

erstmal vielen Dank für das schnelle Feedback :)

Budget ... gute Frage was die Frau da noch so genehmigt :eek:
Ich habe aktuell so mit 1.500€ geplant um "den nächsten" Schritt zu machen und nicht gleich zuviel zu kaufen um dann ggf. doch zu merken - "war ja mal ganz nett ..." aber dann landet es im Schrank und staubt ein :) - dabei sollte es aber natürlich soviel "Invest" sein, dass es auch wieder Spaß machen kann und nicht beim kleinsten Windzug die Arbeit versaut ... o_O // so beim Überschlagen: 450€ Samyang 135mm| 300€ Nachführung | 200€ Stativ ... ggf. 300-400€ Astro mod. Kamera - wobei dann tatsächlich die Frage ist ob es eine mobile Nachführung wird oder doch direkt ein EQ (oder Vergleichbar - ist preislich jetzt auch kein so großer Unterschied zu den 500€ fürn Stativ + Nachführung)
Wobei ich gerade die Cam aktuell noch als eher zweitrangig einschätzen würde, auch wenn die Bilder am Anfang noch nicht soviel Farbdetails haben, ist es zum kennenlernen und Erfahrungen sammeln ja trotzdem schon sinnvoll, oder liege ich da falsch?

Klar war der erste Gedanke "Planeten Fotos - super spannend - will ich machen" :devilish: aber die Vernunft sagte mir dann doch, dass ich die Nebelaufnahmen die ich nun so vom 135mm gesehen habe schon super interessant finde und es gerne ausprobieren möchte und damit erstmal Erfahrungen sammeln :)

@SkyBob :
Stacking ist bekannt bzw. allgemein Bildbearbeitung ist ein Thema in dem ich schon sehr viel Erfahrung habe.
Auch wenn hier der Fokus selten in der Vergangenheit auf dem nachthimmel lag und ich hier mit Sicherheit auch noch einiges lernen kann :)
Gerade die Milchstraße habe ich mir die letzten Wochen öfters abends mal angeschaut und auch schon einiges ausprobiert.
 
...auch wenn die Bilder am Anfang noch nicht soviel Farbdetails haben, ist es zum kennenlernen und Erfahrungen sammeln ja trotzdem schon sinnvoll, oder liege ich da falsch?
nein, da liegst Du richtig. Zum Anfangen auf alle Fälle ok!

"nicht soviel Farbdetails" bedeutet halt "etwas Violett" anstelle "kräftigem Rot" (H alpha + HII-Line vom Wasserstoff);
Wenn Du in der EBV fitt bist, kann man das zum Teil korrigieren;
aber "richtig Rot" kommt bei Aufnahmen in unseren Breiten erst mit der Ha-modifizierten Kamera...

cs
Helmut
 
Lass die Finger davon! Dieses Hobby ist ein Fass ohne Boden :giggle:. Ich denke Du solltest eher in ein Fernrohr investieren. Das wichtigste ist die Montierung! Dort kannst Du dann Deine bestehende Fotoausrüstung anschließen. Und wie oben schon erwähnt wurde, nicht nur, dass die Aufnahmen Minuten dauern. Nachführung nicht vergessen! Diese werden dann zusammengeführt und machen die echte Belichtungszeit aus, die in die Stunden geht. Als Aufnahmesoftware für deep-sky kann ich Dir N.I.N.A. ans Herz legen. Ist gratis und ich glaube mittlerweile die Beste DS Astrosoftware am Markt. Wobei sich der Autor sicher über eine Spende freut.
 
Stacking ist bekannt bzw. allgemein Bildbearbeitung ist ein Thema in dem ich schon sehr viel Erfahrung habe.
Auch wenn hier der Fokus selten in der Vergangenheit auf dem nachthimmel lag und ich hier mit Sicherheit auch noch einiges lernen kann :)
Ich meinte damit gezielt das stacken vom Sternenhimmel.
Also das Arbeiten mit Lights,Darks,bias.
Nicht ein HDR stacking für ein durchgehend Geschäftes Bild.

Das sind 2 gaaaanz andere Schuhe.

Ich Frage halt aufgrund deines ersten Postings mit der Anmerkung der 9sek Aufnahme.
Denn 30x9 sek. ergeben beim Astrostacking 180sek.
Beim HDR bleibens 9sek. dafür aber mit ein Scharfen Bild vom ersten Bordstein bis zum hintersten berg in der Aufnahme.


Ansonsten sind deine preislichen Einschätzungen schon Recht gut.

Bleibt es nun dabei die Randbedingungen abzustecken.
Mit dem Budget kann man schon gut arbeiten.

- Standort ( lightpollutionmap)
- Mobilität (Auto)
- Fahrbereitschaft (evtl. dunkleren Standort aufsuchen)
- Kompaktheit (muss es klein bleiben - Urlaub Bedenken )
- Muse (innerer Schwe.....hund)

Bedenke bei den Aufnahmen mit dem Samyang das diese evtl. mit hohem technischen Aufwand (guiding) betrieben sein könnten.

Also Erwartungshaltung an die Ausrüstung anpassen.
Meine gezeigten Bilder haben Anfänger Niveau bei Budget Einsatz von rund 1000€.

Eq5, einfache Motoren ohne GoTo,
150/900 Newton teleskop, Stromversorgung.
Kamera war eine unmodifizierte 1200d.

Von Stabilität ausgehend würde ich weiter zu einer EQ raten.
Bleibst bei Kameraobjektiven dann ne EQ4 mit Stahlstativ.
Sollen später Planeten und mond hinzukommen, muss die Brennweite deutlich rauf und die Montierung größer.
Dann mind. EQ5.

Ob mit Luxus (GoTo) oder ohne
Ist dies aber alles andere als kompakt und leicht.

Bis Eq5 aber händelbar als gut mobil zu bezeichnen.

Gruß Markus
 
Hallo Markus,

Danke für die Tipps :)

ja auch Sternenbilder habe ich schon gestackt (auch wenn das bisher ein "ausprobieren") war.
Also eher mal mit 20 Lights, 10 Darks, 5 Bias, 5 Flats probiert.
Am Anfang ziemlich an DSS verzweifelt ... bis ich festgestellt habe, dass er das Autosave.tif einfach nicht auf mein D: Speichern will. (Stackign lief erfolgreich durch, gab keinen Fehler, danach lag aber kein autosave im Ordner und das Fenster von DSS war auch leer ... irgendwann als Festen Speicherort dann C:Temp angegeben und da klappte es dann auf anhieb ..)

Wobei ich mit den obigen Bildern bisher nur feststellen konnte, dass die Aufnahme in Summe deutlich dunkler (bzw. die Schwarzbereiche halt richtig Schwarz wurden). Mehr Details o.ä. habe ich hier jetzt nicht feststellen können - wobei ich jetzt auch nicht weiß, was ich hier bei 22mm + 9sek wirklich erwarten kann und ab welcher Summe an Aufnahmen, das wirklich Sinn ergibt? Die obigen Konfig war für mich eher mal zum ausprobieren und "rumspielen" gedacht um mit dem Tool ein wenig warm zu werden. Ich hatte jetzt erwartet, dass auch das Stacking von Sternenbildern erst wirklich interessant wird, wenn ich Nachführung nutze (also 20-30Sek Belichten kann).

Ich wohne tatsächlich aufm "Dorf" und die Lichtverschmutzung hält sich hier sehr in Grenzen :)
World Atlas 2015: (auch wenn ich mit den Werten gerade nix anfangen kann xD )
SQM - 21.63 mag./arc sec2
Brightness - 0.240 mcd/m2
Artif. bright. - 68.5 μcd/m2
Ratio -0.400
Bortle - class 4
Elevation - 87 meters

Habe aus der Haustür eine komplett Freie Sicht Richtung Osten und hab einen ca. 10min Fußweg zu den angrenzenden Feldern.
Aber auch Mobilität im Sinne Auto ist vorhanden und wird gerne mal genutzt um an interessante Spots zu kommen.
Flug Mobilität (Urlaub) ist mir aktuell eher unwichtig.

Also ja:
Ich würde die Montierung gerne tragen können und nicht direkt ein 50kg Koffer mit Rollen hinter mir herziehen müssen :)
Aber es muss jetzt nicht so super Kompakt sein.

Wäre hier "nur" die EQ5 zu empfehlen oder gibt es noch vergleichbare Lösungen?
Wie sieht das bei denen bzgl. nachführung aus, hat die das "Immer" oder ist das erst Bestandteil wenn da "SynScan" oder "GoTo" mit dran steht? (Ich hab noch nicht so ganz verstanden, welche Varianten es von den Montierungen genau gibt und was sie mir unterm Strich wirklich bringen ... GoTo habe ich verstanden, dass dort eine Steuerung dabei ist, die automatisch auf ein Zielobjekt ausrichten kann. (Aber vermutlich auch erst, wenn richtig aufgebaut + Eingenordet?) ... was genau macht dann die Ergänzung SynScan?

EQ3-2 oder EQM-35 Pro oder sowas ist eher nicht zu empfehlen?
Hab Öfters auch schon EXOS-2 von Bresser gelesen - wie schaut es damit aus?

Vielen Dank & Gruß
 
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