Probleme mit Baader FFC - Streulicht?

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mechanical0815

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Hallo,

hab versucht ein Mond-Mosaik zu erstellen.
8" f6 mit Baader FFC, Verlängerung ca. 240mm, müsste also etwas x5,5 entsprechen.
P6220195.JPG


Ergebnis:
DSC_0686.jpg


Wo könnte das Problem liegen? Ich gehe mal davon aus, dass die Linse (Baader FFC) in Ordnung ist. Streulicht? Oder ist das Mondlicht hier generell ein Problem?
Könnte es an der Konfiguration der Verlängerung liegen (zuletzt leichte Erweiterung)? Oder Streulicht durch das Teleskop?
Bei kleinerer Vergrößerung (etwa 3-fach) wäre mir das nicht aufgefallen. Vielleicht war es einfach weniger stark ausgeprägt.

Zusatzfrage: inwieweit können solche Lichtflächen mit Flats kompensiert werden? Hab bisher nie Flats gemacht, aber ich baue mir gerade eine Flatfieldbox.

Danke :)
 
Hallo _ _ _ _ _ _ _,

also das sieht mir eigentlich nach einem Reflex durch das helle Mondlicht aus. Ich kenne den Baader FFC nicht und habe auch mit der Mondfotografie nicht viel Erfahrung. Da wird sich aber hoffentlich noch jemand finden, der dir besser Auskunft geben kann.
Was ich aber sicher sagen kann ist, dass diese Art Fehler nicht durch Flats korrigieren lässt. Flats bilden die Charakteristika des aktuellen Setups auf die Lichtverteilung auf dem Bild ab. Das sind vor allem Vignettierungen durch Filter sowie Abschattungen durch den OAG und auch Staubkörner oder Fussel.
Die Stacking-Software verwendet die Flats dann, um abgeschattete Bereiche um den Grad ihrer Abschattung wieder aufzuhellen und so zu einem ebenen Bildfeld zu kommen.
Reflexe durch helle Sterne, den Mond oder Straßenlaternen, aber auch Gradienten durch Lichtverschmutzung lassen sich mit Flats nicht korrigieren. Da musst du herausfinden, wo das Problem genau liegt und es beheben, oder sogar dein Setup anpassen.

Gruß
Sebastian
 
Schon etwas merkwürdig - der Baader FFC ist eigentlich nicht für Streulichtprobleme bekannt. Die Werbung bei TS lautet:
  • Absolut keine Reflexe, deshalb ideal für Sonnen- und Mondfotografie
Der verschwommene Reflex mit dem verwaschenen Fangspiegelschatten neben der Abbildung des Mondes deutet auf eine zur Kamera hin konvex gekrümmte Linsenfläche hin, denn das Strahlenbündel ist stark komprimiert. Wenn man sich den Linsenaufbau vom FFC mit vier Linsen in zwei Gruppen anschaut, kommt dafür nur der Luft/Glas-Übergang an der dritten Linse in Frage. Anscheinend ist die AR-Vergütung dort nicht so gut, wie man sich das wünschen würde.

Ich wüsste jetzt auch nicht, was man dagegen tun könnte. Nichts im Leben ist 100% perfekt, nicht einmal ein FFC von Baader ...

Eventuell hilft der Versuch mit einer anderen Kamera, denn der Sensor oder auch dessen Deckglas ist sicherlich beteiligt an der Reflexion. Wenn von dort nichts zum FFC zurückkommt, kann auch nichts am FFC reflektieren!
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für die Antworten.
Womöglich habe ich die Übeltäter gefunden: die Verlängerungshülsen.
Reflexionen an den glatten Kanten vor/nach dem Gewinde, auch ein wenig an den Gewinden. Richtet man so eine Konfiguration mit FFC (nicht am Teleskop!) in Richtung Lampe aus, so sieht man schön wie in den Verlängerungen das Licht reflektiert/gestreut wird. Natürlich nicht ganz wirklichkeitstreu, da am Teleskop fokussiert wird und der Strahl somit etwas "konzentrierter" ist - vielleicht teste ich das demnächst auch mal. Womöglich ist mir das deshalb erst bei größerer Verlängerung/Vergrößerung aufgefallen, da dann der Abstand des Fokuspunkt weiter hinten liegt und der Strahl daher zu Beginn breiter ist. Oder liege ich mit dieser Theorie falsch (Denkfehler)?

Tja, und wie löse ich das nun? Gibt es spezielle, reflexionsarme (und bezahlbare) Verlängerungshülsen (T2-Gewinde)?

P6230208.JPGP6230209.JPGP6230210.JPG

Bezüglich Flats war meine Überlegung, solche durch Streulicht verursachte Helligkeitsunterschiede werden doch ein wenig kompensiert? Staubfussel am Kamerasensor ist ja im weiteren Sinne auch nichts anderes als eine lokale Helligkeitsverminderung, in meinem Fall halt eine etwas flächigere Helligkeitserhöung.
Keine Frage, die Einzelbilder sollten so gut als möglich sein.
 
Womöglich habe ich die Übeltäter gefunden: die Verlängerungshülsen.
Das erscheint mir nun auch plausibel.
Tja, und wie löse ich das nun? Gibt es spezielle, reflexionsarme (und bezahlbare) Verlängerungshülsen (T2-Gewinde)?
Nee, aber stattdessen solltst du die Hülsen mit schwarzer Velourfolie auskleiden, eventuell auch noch Ringblenden einfügen ...
 
Vielleicht ist das Teleskop tagblind und der Mond einfach zu hell, und das macht die Reflexe? Ist das ein Cassegrain Design?
 
Nein, ein Skywatcher SkyLiner-200P Dobson 203mm 1200mm f/6 Newton, verwendet auf einer HEQ5. Halterungen für Dobson entfernt, Löcher abgekelebt.
Nicht unbedingt DAS Teleskop für Fotografie, aber irgendwie muss man ja mal anfangen ;).
 
Ich weiß...
Derzeit erfüllt es meine Anforderungen. Mit steigenden Ansprüchen (die mit steigender Erfahrung wohl einhergehen) wird es entsprechende Überlegungen geben müssen. Geld spielt natürlich auch eine Rolle (bei wem denn nicht?).
Derzeit versuche ich einfach mal das beste aus gegebenen herauszuholen. Am Balkon (Landgemeinde) noch zusätzlich einiges an Streulicht. Da müsste ich auch öfters mal ab in die dunkle Pampa (aber bei Antriebsstörungen schwierig :cry:).

Jürgen
 
Danke, werde das mal versuchen. Eventuell besorge ich mir demnächst auch mal schwarze Velourfolie.

Erster Versuch mit der selbstgebastelten Flatfieldbox:
Flats erzeugt mit Siril, ohne und mit FFC (allerdings zufälliger Fokuspunkt mangels klarer Nacht!, werde das nach einer Sternenfokussierung widerholen).
Subtract der Flats ohne FFC von den Flats mit FFC in Gimp (Konvertierung in Graustufen, Subtraktion und Ebenenvereinigung, Histogramm-Ampassung) ergibt folgendes:
(bin kein Bildbearbeitungsspezialist!!) Es scheint sich eine Aufhellung im Zentrum bei Verwendung des FFC's zu bestätigen. Warum einseitig auch am Rand? Keine Ahnung. Zentrum allerdings dominierend (wird bei Histogramm-Beschneidung schon vor dem Rand sichtbar).
pp_Flats_8Zoll_f6_Subtract_ohne_von_mit_FFC_klein.jpg
Im Ausgangsbild (Mondrand) ist der aufgehellte Bereich außermittig, da die Lichtquelle auch Außermittig ist. Mit Flatfieldbox so nicht darstellbar.

Jürgen
 
Also, störende Mondreflexionen in den Verlängerungshülsen mit Flatfield-Methoden bekämpfen zu wollen, halte ich nicht für zielführend. Zumal die Details ja dann extrem positionsabhängig und kaum reproduzierbar sein dürften.

Wie bereits empfohlen, eine lange schwarze Papierrolle, bessor noch aus schwarzem Velour, eventuell auch noch Ringlenden, sollten das Problem beseitigen.
 
Ist diese Aussage "Verlängerung ca. 240mm, müsste also etwas x5,5 entsprechen" gesichert? Was hast Du für einen OAZ an dem Rohr, kann der so einen extremen Hebel überhaußt gerade halten? Ich habe so eine lange Verlängerunghülsenarie eigentlich noch nie gesehen.
 
Gesichert? Nein. Das ist eine Schätzung entsprechend der Baader-Info zum FFC.

fluorit-flatfield-converter-ffc-3x-8x-weltbeste-barlowlinse-c61.jpg

OAZ ist der SkyWatcher Crayford mit 1:10 Mikrofokus-Einheit. Ob der ihn gerade Hält? Die Linse (FFC) und Verlängerung bis zur Kamera sind entsprechend der Rohrsteifigkeit gerade, OAZ zu Linse, hmmm, Zentrierung über die zwei Bünde am FFC und die Fixierschrauben - ist nicht viel.
 
Neuer Versuch. Diesmal am 12" f/5 mit verkürzter Verlängerung, Konfiguration siehe Bild.
Jetzt weiß ich auch, warum mir das vorher nicht aufgefallen ist: dreht man die Belichtungszeit so hoch, dass im Histogramm die hellsten Bereiche bei etwa 80% - 90% liegen, so kommt die unerwünschte helle Fläche hervor. Bei weniger Belichtung natürlich weniger gut zu sehen _jungeschlagen:.
DSC_5815.jpgDSC_5816.jpg

P6280218.JPG

Für eine bessere Zentrierung der Linse im OAZ werde ich mir am Adapter den Bund abdrehen lassen, dann kann ich diesen am FFC anschrauben und in den OAZ stecken (gibt mehr Auflagefläche für die Zentrierung).
P6270216.JPG
 
Hi Jürgen,

ich vermute, dass dies durch entsprechende Kippungseffekte aufgrund des extrem langen Aufbaus und der Hebeleffekte hervorgerufen sein könnte.
Da vermutlich keine Streulichtblende FS-seitig am OAZ verwendet wird, kommt möglicherweise von dort vermehrt unerwünschtes Streulicht und erzeugt die bekannten Reflexionen an den Hülsen.

Abhilfe hat dir ja bereits Peter vorgeschlagen.

Viele Grüße
Werner
 
Die FFC vergrößert das Bild erheblich und hat dazu einen sehr großen wirksamen Bildkreis, damit kann locker 6x7 als Format ausgeleuchtet werden.
Daher ist wie vermutet die Vermeidung von Streulicht speziell beim Mond die wichtigste Maßnahme. Das kann durch auskleiden der Verlängerungshülsen erfolgen. Es gibt aber auch spezielle (meist teure) Verlängerungshülsen, die in regelmäßigen Abständen echte Streulichtblenden eingearbeitet haben. Die aktuellen Baader M68 Verlängerungshülsen sind so aufgebaut (die habe ich selbst und kann etwas dazu sagen, vielleicht bieten das auch andere). Die 80mm Hülse hat 7 eingebaute Blendenringe, die Streulicht sehr effektiv dämpfen. Verbindet man mehrere Hülsen erkennt man die Übergänge beim Durchsehen, da hier Streulicht stärker reflektiert wird. Die Nutzung von vielen Ringen kann also auch mehr Streulicht und Reflexionen erzeugen, als wenn nur wenige oder gar nur ein Ring eingesetzt wird.
 
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