manuelles einnorden vs. plate solving

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Becksta

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin ja immer noch in der newbie phase und experimentiere mit der GEM28. Die besten Ergebnisse hatte ich im Bezug auf maximale Belichtungszeiten mit folgendem Vorgehen:

* manuelles Einnorden über den Polsucher (kein iPolar)
* Pole Align Plugin in N.I.N.A.
* Anschließendes "3 Star Alignement" über den Handcontroller der Montierung
* Platesolving der Zielregion in N.I.N.A.
* Feuer Frei

Damit habe ich 10min perfekt runde Sterne hinbekommen, das Guding lief sehr gut. Das ist allerdings schon recht aufwendig, da ich jede Nacht meinen Weihnachtsbaum auf- und abbaue. Ich meine hier im Forum auch schon häufiger gelesen zu haben, das sich Leute das aufwendige exakte einnorden sparen und einfach ein plate solve der Zielregion machen und danach schon sehr gutes guiding haben. Also habe ich auch mal versucht, die Montierung nur manuell einzunorden und danach einfach ein Bild der vorherigen Nacht zu solven, anzufahren und dann noch mal zu schießen. Das Guiding war ne Katastrophe und ich konnte so definitiv keine ordentlichen Bilder machen.

Habe ich da was falsch verstanden?
Wie sieht eure Routine aus, was die Einnordung mit der GEM28 und sonstigen Montierungen angeht?
Wie mache ich das am effizientesten?

Fragen über Fragen :)


Viele Grüße
Daniel
 
Hallo Daniel,
Was den Zusammenhang von Platesolving und Polausrichtung angeht, möglicherweise schon.
Platesolving hat im Grunde mit Einnorden / Polausrichtung nichts zu tun.

Platesolving sorgt ja unter Anderem dafür, dass das Objekt im richtigen Bildausschnitt zu sehen ist, während eine gute Polausrichtung dafür sorgt, dass sich das Bild nicht dreht. Ein sich wegen schlechter Polausrichtung drehendes Bild dreht sich mit Platesolving genau so, wie ohne. Platesolving kann eine gute Polausrichtung nicht ersetzen. Und MGEN kann das auch nicht.

Also immer gut Einnorden, und dann zusätzlich den Komfort und die Genauigkeit von Platesolving genießen.

Einen Zusammenhang von Polausrichtung und Platesolving gibt es aber tatsächlich:
Polausrichtung lässt sich sehr gut mit Platesolving ausführen. Mit dem von Dir erwähnten iPolar z.B..
Vielleicht auch bei dem Polar Align Plugin von N.I.N.A, das kenne ich aber nicht……
Beim iPolar wird mittels Platesolving und Drehung der Zeitachse exakt ermittelt, wo die Achse hinzeigt, und gleichzeitig wird angezeigt, wo sie um die Zeit hinzeigen müsste. Einnorden schnell und genau. Mit Platesolving.

Ich mag meinen iPolar…..

CS

Dietmar
 
Klingt soweit plausibel, dann noch mal etwas konkreter zur Einnordung. Macht es Sinn, bzw. ist es sinnvoll/hilfreich, nach der Einnordnung via N.I.N.A. noch in der Montierung selbst mit dem Controller ein 3 Sterne Alignement zu machen? Die nötige Präzision fürs goto müsste doch eigentlich auch dann im Anschluss über ein Plate Solving erreicht werden, oder?

Grundsätzlich würde ich auch sagen das der Polar Alignement Assistent in N.I.N.A. Plate Solving zur Bestimmung der Abweichung benutzt. Der fährt die Montierung halt auch fleißig durch die Gegend und schießt immer wieder Bilder, gibt dann die Abweichung aus. Das ist für meinen Kompentenzlevel übrigens der erste SW gestützte Prozess, der für mich zufriedenstellend umsetzbar ist. Die Routine im MGEN habe ich bisher nie richtig verstanden und umsetzen können.... :oops:

Viele Grüße
Daniel
 
Ich habe natürlich nicht deine Ausrüstung aber ich selbst verzichte komplett auf das Aligment.
Beim einschalten mache ich nur ein 1-Stern Aligment damit erstmal die Montierung ruhig gestellt ist( die will das einfach haben, muss aber nicht stimmen), dann wird saubere Polausrichtung (inzwischen mit SharpCap) gemacht und anschließend Plate Solving ebenfalls via SharpCap und über CPWI an meine Celestron AVX übermittelt. So habe ich eine saubere Nachführung und PHD2 ist glücklich:-)
 
Hallo Daniel,
ich benutze zwar auch NINA und GEM45 kann zu dem Pole Align Plugin aber nichts sagen, da noch nicht benutzt.

Ich mache es so:
1) Nach dem Einschalten der Montierung checken ob Koordinaten Uhrzeit und Datum im iCommander stimmen.
2) "Search Zero Position" ausführen.
3) Einnorden mit iPolar
4) Wieder "search zero Position", dabei darauf achten, dass danach das Tracking an ist, sonst einschalten.
5) Dann genügt ein 1-star Alignment. Stern mittels Handkontroler anfahren lassen und alignen. Dann "Sync to" (gleicher Stern)
6) Jetzt immer noch an diesem Stern scharf stellen (Focussing)
7) Jetzt kannst du bereits deine Sequenz starten. Teleskop fährt zum Aufnahmeobjekt und beginnt mit Platesolving + startet die Sequez.
Falls das Teleskop nach dem Starten der Sequenz nicht zum Aufnahmeobjekt schwenkt, sondern gleich mit Platesolving anfängt, dann ist etwas schief gelaufen. Dann breche ich die Sequenz ab. Sage "GoTo Zero Position" (Tracking einschalten). Und dann erst die Sequenz starten. Dann klappt es definitiv.

Das mache ich immer so und ich brauche definitiv kein 2 oder 3 Stern Alignment machen. Bin mir nur noch nicht sicher, ob man auf Punkt 2) nicht verzichten könnte, da es in Punkt 4) auch gemacht wird. Eventuell nach Punkt 6) gleich "GoTo Zero Position" bevor man die Sequenz startet. Bin hier auch noch am Probieren.

Die MGEN Routine habe ich auch schon gemacht. Ist auf YouTube gut beschrieben und gar nicht so kompliziert. Bietet sich an wenn Polaris nicht direkt sichtbar (verdeckt) ist. Die Lösung mit iPolar ist aber die einfachste und schnellste.

LG, Sebastian
 
Macht es Sinn, bzw. ist es sinnvoll/hilfreich, nach der Einnordnung via N.I.N.A. noch in der Montierung selbst mit dem Controller ein 3 Sterne Alignement zu machen?
Hallo Daniel,
mein Namensvetter hats schon angedeutet: Ein pipifeines Alignment ist definitiv nicht nötig, wenn das Aufsuchen von Objekten und das Positionieren im Bild mit Platesolving passiert.
Nach Alignment (egal, wie gut ausgeführt) weiß Deine Montierung lediglich, wo Dein Teleskop aufgrund von gezählten Schritten der Schrittmotore hinzeigen müsste. Die Montierung nimmt also nur an, obs tatsächlich so ist, weiß sie natürlich nicht.
Beim Platesolving dagegen ist ja durch das Abgleichen von -mit Kamera aufgenommenen- Sternmustern mit der Datenbank klar, wo Dein Teleskop gerade tatsächlich hinzeigt. Diese Genauigkeit kann Deine Montierung auch nach bestem Alignment nicht bieten. Platesolving braucht ein Alignment gar nicht.

Ist Deine Montierung penibel eingenordet , dann wird dank Platesolving die Anfahr- und Nachführpräzision Deiner Montierung kaum noch zu steigern sein.
Dein Autoguider gleicht dann noch die mechanischen Ungenauigkeiten der Montierung aus, wie z.B. den periodischen Schneckenfehler oder andere Fehler.
Und das kann Dein MGEN bekannterweise sehr gut....

CS

Dietmar
 
Hallo zusammen,

und danke für die Rückmeldung, denke daraus kann ich erstmal was machen.
Was das Plate Solven als Ersatz für pipifeines einnorden angeht, noch eine Frage. Selbst wenn die Montierung über das solven die Position finden kann, so MUSS doch eigentlich die Nachführung bei schlechter einnordung nach einer gewissen Zeit aus der Kurve fliegen, sofern die Einnordung "mies" ist oder nicht?
Also so ganz ohne eine Ausrichtung gen Norden kann es eigentlich nicht gehen.
 
das waren die Aussagen von allen. Einnorden (auf welche Art u. Weise auch immer) ist unumgänglich für eine saubere Nachführung. Zu vernachlässigen, wenn man PlateSolving einsetzt ist ein Aligment.
 
CHECK :cool:
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben