Von Sternhaufen am abendlichen Herbsthimmel...

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as68_astro

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Hallo zusammen,

ich lese hier sehr gerne die teils ausführlichen Berichte visueller Beobachtungen und traue mich jetzt auch mal an meinen ersten ran.
Nach längerer "Durststrecke" war vorgestern Abend ja mal wieder wolkenfrei, also ab auf den Balkon (Ostseite mit Blick vom Pol zum Meridian, Ortsrandlage, kaum Straßenbeleuchtung, und die Nachbarn machen abends brav die Rollläden runter...).

Gerät: Celestron 130/650 Newton. Hauptziele waren zum einen mal meinen neuen UHC-Filter zu testen, zum anderen mein neues SWA-Okular (2",13mm, 70°, ED) zu erleben.
Angefangen habe ich aber erstmal mit Jupiter im 5mm Planetary Okular (130x) mit 80A-Filter. Ich hatte ja wie oft Jupiter in den letzten Wochen beobachtet, aber dieses Mal konnte ich die Bänder knackscharf trennen, der GRF war problemlos zu erkennen. Also entweder war verdammt gutes Seeing, oder ich hatte früher verdammt schlecht fokussiert... Der Blaufilter bringt einen prima Kontrast und hebt die braunen/roten Bänder schön hervor. Drei der vier Monde waren gut zu sehen, der vierte (Io) müsste vor oder direkt bei Jupiter gewesen sein, das konnte ich aber nicht erkennen.

Dann den Blaufilter weg und ran an die Kugelsternhaufen. Zum Auffinden navigiere ich mittels StarSense-Explorer-App, bei 130-facher Vergrößerung tauchen die Objekte aber nicht immer im Okularfeld auf, man muss also immer noch ein wenig (mit den biegsamen Wellen) manuell suchen, was mich aber gar nicht stört - im Gegenteil. Angefangen habe ich mit M30, der nur knapp über den Hügeln steht und mehr als ein verwaschener Fleck war kaum zu erkennen. Aber es war dennoch schön ihn noch gefunden zu haben. Dann über M2 zu M15. Beide könnte ich endlos betrachten. Je länger man das tut, desto mehr habe ich zumindest das Gefühl, Randsterne zu erkennen. Für mehr braucht's vermutlich aber auch mehr Öffnung....

Dann Okulartausch auf 15mm UW (also etwa 43x), mal schauen was man mit 'nem UHC-Filter sehen oder nicht sehen kann. M27 ist einfach zu finden und die Struktur ist sehr schön zu erkennen. Den Filter weg und das Objekt wirkt gleich blasser. Ok, dann mal den sehr tief stehenden Helixnebel (NGC 7293) probieren. Ohne Filter keine Chance, es ist einfach nichts zu erkennen. Also Filter wieder dran und siehe da, es ist zumindest ein ovales, nebliges Objekt, aber auch nicht mehr, zu erkennen. Ich wollte noch auf NGC7000 (im Zenit) schwenken, aber dummerweise hat eines der drei Stativbeine den Tubus kurz vorm Zenit gestoppt (und ich wollte das Teleskop nicht umstellen...).

Anschließend wollte ich mir einige offene Sternhaufen ansehen, von denen der Herbsthimmel ja schöne Objekte zu bieten hat. M34 ist schon eine Augenweide, etliche (ohne genau zu zählen, vielleicht 40 oder 50) Sterne gut zu erkennen, fast das ganze Gesichtsfeld ist gut ausgefüllt. Dann weiter geschwenkt auf NGC752, recht großflächig, aber nicht so hell und zahlreich. Zuletzt noch auf den Doppelsternhaufen NGC 869/884. Ein traumhaft schöner Anblick im Teleskop, mir hat es fast die Sprache verschlagen. Also dann das neue 2" SWA aufgesetzt (50x) und dann nochmal eine deutliche Steigerung erlebt. Ein richtiges Eintauchen in die Sternhaufen, und alles scharf bis zum Rand. Solch ein Objekt macht Lust auf Okulare mit noch größerem Gesichtsfeld. Die gleichen offenen Sternhaufen dann als Reihe rückwärts und abschließend noch bei M31 vorbeigeschaut, die einen Großteil des Gesichtsfelds ausgefüllt hat. Auch hier war es so dass, je länger man beobachtet, desto mehr Bereiche man nach und nach erkennen konnte (inkl. M32 und M110, wenn auch nur schwach und ohne Details).
Alles in allem ein gelungener Abend, der Lust auf weitere klare Herbst-Abende und -Nächte macht.

Schöne Grüße,
Andreas
 
Hallo Andreas,

ein interessanter Bericht. Du scheinst vom Balkon aus einen guten Blick auf den Horizont zu haben. Klingt paradiesisch für Bequembären wie mich wäre das ein Traum. Aber ich kann mich auch nicht beschweren, beobachte ja auch im eigenen Garten.

Auf jeden Fall ist es schön, dass Du Dir ein Herz gefasst hast.

Viele Grüße
 
Du scheinst vom Balkon aus einen guten Blick auf den Horizont zu haben. Klingt paradiesisch für Bequembären wie mich wäre das ein Traum. Aber ich kann mich auch nicht beschweren, beobachte ja auch im eigenen Garten.
Hallo Rene,

naja, ganz bis zum Horizont ist es leider nicht frei, es hat Hügel und Weinberge, aber bis knapp -30° Dekl. haut meist noch gut hin.

Viele Grüße!
 
Sehr schöner Bericht.

Ich hab gestern Abend nach einem Restaurantbesuch auch noch das Teleskop auf die Terrasse bugsiert, um endlich mal mein erstes DSO - M31 - anzuschauen. Ich hab ja leider diverse Straßenlampen in der Nachbarschaft, aber dadurch, dass M31 kurz vor Mitternacht sehr hoch im Zenit stand, war es meines Erachtens OK, auch wenn die Lampen natürlich durch ins Auge fallendes Licht störten. Nichtsdestotrotz hab ich M31 recht schnell gefunden und auch hier sah ich mehr Details, je länger ich ins Okular starrte. Es hat tatsächlich gar nichts mit den tollen Bildern zu tun, die manche hier abliefern....aber es ist trotzdem ein Erlebnis, eine Galaxie mit eigenen Augen zu sehen :)

Gruß
Thorsten
 
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