Einsteiger Teleskop ca. 500 Euro

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Maximus96

Mitglied
Hallo,
Ich suche ein Einsteiger Teleskop für so um die 500 Euro, wenn es 600 werden ist das kein Weltuntergang ;)

Von den ganzen Begrifflichkeiten habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung, ich hörte nur, dass Dobson Teleskope ganz gut sein sollen?

Ich möchte nur beobachten, da man oft hört, dass brauchbare Fotografie 1. schwieriger ist wenn man keine Ahnung hat und 2. für das Budget keinen Sinn ergibt , falls ich das irgendwann mal will muss ich wohl länger sparen ;)

Nun, in vielen Beiträgen kamen folgende Fragen auf:
Was will ich beobachten : Mond, Planeten, ein paar Nebel wären cool, deep Sky Objekte sind also eher ein kann als ein muss (geht beides?)
Wo will ich beobachten ?
Ich wohne auf einem alten Bauernhof zwischen zwei Dörfern (ca 5000-7000 Einwohner) und die nächste Stadt mit 50.000 Einwohnern liegt ca 15 bis 20 km entfernt. Hier ein Bild von blue marble (Lichtverschmutzung)
Man kann an klären Nächten die Milchstraße halbwegs gut erkennen
IMG_20211108_090803.jpg


Nun, könnte ihr mir ein Einsteiger Set empfehlen? Und eventuell erklären was man für den Anfang so braucht? Lieber halbwegs vernünftig und 50 Euro teurer, als das falsche kaufen und frustriert wieder aufgeben.

Danke im voraus.
 
Hallo,
Du wirst hier im Forum zig gleichartige Anfragen finden und jedesmal sammeln sich Antworten quer durch die Bank der Sortimente der Astrohändler. Ich gebe Dir den Rat: einfach mal anfangen. Eigentlich ist es egal, womit. Um erste Erfahrungen zu sammeln, reichen auch günstige Teleskope. Hilfreich sind Goto-Teleskope, z.B. ein Meade ETX 70, dass Du für günstiges Geld gebraucht bekommst. Mond, Planeten, ein paar DeepSky-Objekte kann man damit wunderbar beobachten und erste Erfahrungen sammeln. Dank Goto klappt das auch am Anfang sehr einfach und schnell. Bei einem Dobson-Teleskop bekommt man viel Öffnung für überschaubares Geld. Auch das wäre eine gute Option für den Anfang. Dazu einen Rotpunktsucher und ein Zoom Okular (z.B. ein Baader Mark IV) und schon kann's losgehen.
Vielleicht tut's zu Beginn auch erstmal ein gutes Fernglas: damit kann man auch wunderbar über den Nachthimmel wandern und auch schon DeepSky Objekte erkennen.

Wenn Du dann weisst, wohin die Reise geht und einige Erfahrungen gesammelt hast, kannst Du Dir sukzessive überlegen, welchen Schritt Du als nächstes gehen möchtest.

Schau doch mal, ob es nicht einen Astronomieverein in Deiner Nähe gibt: häufig trifft man sich zu gemeinsamen Beobachtungen und Du hast die Möglichkeit, mal durch verschiedene Teleskope zu schauen, um die Unterschiede zu entdecken. So ein persönlicher Austausch ist immer wertvoll, auch wenn man mal Fragen zu seinem Teleskop hat.

Viele Grüße und viel Erfolg

Markus
 
Hallo,

Willkommen im Forum und diesem interessanten Hobby namens Astronomie.

Von den ganzen Begrifflichkeiten habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung, ich hörte nur, dass Dobson Teleskope ganz gut sein sollen?

Nach diesem Satz kann es aus meiner Sicht erst einmal nur eine Empfehlung geben und zwar Lektüre:
1. Fernrohr Führerschein
2. Astronomie für Anfänger

Ohne ein wenig Grundwissen ist der Frust vorprogrammiert und mit dir in Diskussion über mögliches Equip zu gehen ist fast sicher zum Scheitern verurteilt.


Gruß
Andreas
 
Auch wenn es hier und in anderen Astro-Foren schon fast ein Meme geworden ist, aber ja ein Dobson ist eine solide Basis, mit der man am Anfang eine lange Zeit sehr glücklich werden kann.
Vorteile sind das Preis/Leistungsverhältnis (Viel Lichtsammelleistung für wenig Geld) sowie die einfache, intuitive Bedienung am Nachthimmel.
Letzteres kann dann ein Nachteil sein, wenn man keine Lust hat sich mit dem Himmel und den verschiedenen Positionen der Planeten und Deep Sky Objekte zu beschäftigen, weil alles manuell gemacht werden muss. Eine GoTo-Montierung muss man allerdings auch mit Sachverstand einnorden, also kommt man auch dort nicht drumherum.
Der Dobson ist in deinem Fall wohl am ehesten der Allrounder. ein 200/1200 sollte in dein Budget passen, allerdings brauchst du auch entsprechende Okulare, die zusammen mit weiterem Zubehör (Sternenatlas, Rotlichtlampe,...) auch schnell nochmal den Preis des Teleskops ausmachen können.

Newton-Reflektoren (wie der Dobson einer ist) sollten allerdings auch gut kollimiert werden, damit sie sauber abbilden. Falls noch nicht getan, solltest du dich darüber auf jeden Fall informieren. Es wirkt am Anfang u.U. etwas abschreckend an der Optik des Teleskops rumzuschrauben, aber nach ein paar Anläufen geht das eigentlich recht schnell von der Hand.

Wie seht es denn mit deiner Transportmöglichkeiten aus? Ein 8" Dob ist nicht gerade das transportabelste Instrument. Sonst wäre ein kleiner 127er Mak evtl. noch interessant. Damit würdest du dich allerdings eher auf die Objekte des Sonnensystems spezialisieren (Auch wenn verschiedene Deep-Sky-Objekte dann trotzdem sichtbar und lohnenswert sind)

Ansonsten möchte ich aber meinen Vorrednern zustimmen: Um am Anfang Frustration zu vermeiden ist es sinnvoll sich mit gleichgesinnten Auszutauschen (Was du ja hier schon tust) und sich gründlich zu informieren (siehe Links von Andreas). Die Astronomie ist kein Hobby, in der es Eile braucht, die Sterne sind auch morgen noch da. Und wenn man es langsam und mit System angeht, hat die Astronomie das Potential ein wunderschönes, lebenslanges Hobby zu werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schonmal danke für die Antworten, ich würde eher dazu tendieren nicht erst was günstiges zu kaufen, sonder direkt etwas womit man zb. auch gute Details bei Planeten sehen kann. Und ich bin eher jemand, der sich da learning by doing reinfuchst :D die Lektüre könnte trotzdem ganz interessant sein. Also mit Astronomie (Astrophysik) an sich beschäftige ich mich schon lange, nur eben nicht mit Teleskopen.

Zur Antwort 1: der Baader Mark IV plus Rotpunkt Sucher = ca 350-400 Euro wenn ich das richtig sehe ?
Plus ein Teleskop um die 500, dann wäre ich quasi all inclusive bei 850-1000 Euro. Wäre noch zu verschmerzen wenn man dann was vernünftiges hat. Ist halt die Jahressonderzahlung weg :D
Bleibt die Frage eines "anständigen Teleskops" plus Sucher und zb. Baader Mark IV ?
 
Hallo,

deine Standortbedingungen sind nach deiner Beschreibung für Deutschland richtig gut.

Die Teleskopauswahl ist wirklich schwierig, denn es ist die Frage wie du dich mal für dieses Hobby entscheiden wirst. Der Vorschlag von Markus ist erst mal nicht schlecht. Wichtig für dich ist ein Goto-System, damit du als Einsteiger nicht unendlich nach deinen Objekten suchst und die Lust verlierst. So ein Maede habe ich gerade für 150,- bei Ebay gesehen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das das richtige ist. Zum nur erst einmal nur Beobachten reicht es natürlich.

Du wirst aber sehr schnell feststellen, das von deinem Standort mehr geht und in den kalten Nächten nur hinter dem Okular stehen ..... Wenn du richtiges Interesse hast, dann wirst du feststellen, dass es mit einer Brennweite nicht geht und du dir dann mindestens zwei Teleskope zulegen wirst. Denn du brauchst eins für kleine Objekte (Planeten außer Mond, kleine Deep Sky) und dann für die großen Deep Sky Objekte.

Mit dem Fotografieren ist gar nicht so schlimm, Erfahrungen muss hierbei sowieso jeder für sich sammeln. Und letztendlich wollen fast alle festhalten was sie gesehen haben und mit Freunden teilen.

Du hast die Wahl der Qual. Entweder du kaufst dir ein Teleskop mit kleiner Brennweite für die eine Art der Objekte oder es ist eins mit einer größeren Brennweite.
 
Wie Du den Antworten (hoffentlich) entnehmen kannst, gibt es eigentlich nicht "das Teleskop", sondern jedes hat seine ganz eigenen Vor- und Nachteile, je nachdem, was man beobachten möchte. Hineinschnuppern in die Fotografie kann man auch mit seinem Smartphone durch's Okular und einer passenden Halterung.

Das A und O ist u.a. eine stabile Montierung. Denn da scheitert es bei den günstigen Komplettpaketen häufig und es kommt Frust auf, wenn alles wackelt. Aber für eine stabile Montierung, die auch einen 8" Newton noch wackelfrei tragen kann, bist Du dann schnell ein vielfaches Deines Budgets los (nur für die Montierung).

Ich persönlich hatte einige Zeit das von mir ja schon vorgeschlagene ETX 70. Damals mal ein Sonderangebot vor Weihnachten bei Lidl für 179 EUR. Das Ding fand ich Klasse: günstig und durchaus brauchbar. Klar: Wunder darf man da nicht erwarten, aber völlig OK für die ersten und zweiten Gehversuche.

Irgendwann habe ich mir dann mal eine EQ6R und einen Skywatcher 8" Newton geholt, aber visuell sehr selten genutzt, weil es jedes mal ein Akt war, alles aufzubauen.

Ich habe mir dann ein Celestron CPC800 zugelegt, mit dem ich nun sehr glücklich bin: super stabile Montierung und es ist gerade so noch zusammengebaut in den Garten tragbar. Dank GPS-Empfänger und StarSense-Modul ist das ruckzuck einsatzbereit: rausgestellt, angeschaltet, das Teleskop misst sich komplett selber ein und nach wenigen Minuten kann's schon losgehen. Denn wenn ich visuell beobachte, habe ich nur ein paar Stunden Zeit und da möchte ich schnell starten. Aber das liegt mit rund 2.400 EUR weit außerhalb Deines Budgets. Aber Du siehst, dass Du mit Deinem Preisrahmen vermutlich eh nicht "das Teleskop Deines restlichen Lebens" erwerben wirst. Deswegen der Rat, einfach klein und günstig anfangen und damit Erfahrungen sammeln und später nachlegen und was gescheiteres kaufen.

Mittlerweile schnuppere ich mit wachsender Begeisterung in die Astrofotografie rein, wofür ich dann die EQ6R wieder häufiger einsetze. Dazu habe ich mir dann noch eine kleinere, leichtere Montierung zusätzlich zugelegt, eine GEM28: die kann ich komplett zusammengebaut, inkl. Refraktor und Gegengewicht tragen. Echt Klasse.
Aber die Astrofotografie ist nochmal ein raumfüllendes Thema und auch dort kann man viel Geld investieren (muss man aber auch nicht, man sollte immer versuchen, das zu nutzen, was man häufig eh schon hat: Smartphone, Spiegelreflexkamera).
 
Zuletzt bearbeitet:
Das sind doch schonmal viele brauchbare Infos. Wenn es darum geht, sich erstmal auf ein Gebiet zu spezialisieren, würde ich die Mond, Planeten, etc. fürs erste bevorzugen (und ein paar (kleinere?) deep sky Objekte die man noch sehen kann) und dann von da aufbauen.
Zum Thema Transport, das Ding aufgebaut tragen zu können wäre natürlich optimal (50 m auf den Hof).

Also ein goto System wäre praktisch, ist sowas hier ein brauchbares goto System:



Dazu müsste man dann ein Okular und einen Sucher kaufen? Oder braucht man keinen Sucher mehr, da es die Sachen selbst sucht?
Wäre man dann einsatzbereit?
Kann man sich dann mit verschiedenen Okularen auch noch auf verschiedene Objekte spezialisieren bzw dann das Anwendungsfeld für ein Teleskop erweitern, oder geht das nur mit einer anderen Brennweite also anderes Teleskop? (Falls das Sinn ergibt)


Und wenn das Ding Bluetooth hat, hat das einen aufladbaren Akku? :D
 
Dieses Dobson ist kein Goto, sondern ein "Push to", d.h. das Teleskop bewegt sich nicht über Motoren, sondern Du bewegst es mit der Hand und das Smartphone sagt Dir, in welche Richtung Du das Teleskop bewegen musst, damit das gewünschte Objekt eingestellt wird. Das ist auf jeden Fall auch eine gute Alternative zum Goto und ist meist etwas günstiger.
Ich würde einen Rotpunktsucher empfehlen. Mit dem Mark IV Zoom-Okular hat man erstmal einen recht weiten Okular-Brennweitenbereich abgedeckt, so dass man mit einem Okular auskommt. Klar, so ein Zoom-Okular ist immer ein Kompromiss, aber das Mark IV finde ich gut. Später kann man sich immer nochmal weitere Okulare dazukaufen.
 
Hallo,

also für mich gehört das eigene Aufsuchen einfach dazu um auch den Himmel richtig kennenzulernen.
Ich selbst nutze die Freeware Stellarium, kann ich nur empfehlen.

So kann dann das komplette Budget in die Optik fließen und gerade für Planeten / Mond braucht es Öffnung und damit mehr Auflösungsvermögen.

Dein Budget würde also locker für einen 8" F6 Dobson reichen, plus noch ein Okular um die 6mm für höhere Vergrößerung.
Weiteres Zubehör kann später noch folgen. Für den Einstieg und um Erfahrungen zu sammeln sind die Sets meist gut zu gebrauchen.

Gruß,
Holger
 
Danke Holger für diese Antwort, eine Frage dazu: ein goto behält quasi automatisch das Objekt im Sichtfeld wenn ich das richtig verstanden habe ? also läuft das quasi mit? wenn ich das selber machen muss, dreht sich die Erde so schnell, dass ich dauerhaft nachjustieren muss oder kann ich auch mal den Blick genießen, sobald ich das Objekt gefunden habe? :D
 
Wenn die Montierung keine Motoren hat, ist es wie Du schreibst: das Objekt wandert aus dem Blickfeld durch die Erddrehung und Du musst manuell korrigieren. Das hat aber weniger mit Goto zu tun. Die Goto-Funktion dient dem automatischen Aufsuchen eines gewünschten Objektes aus einer Objektdatenbank des Handcontrollers, über eine Smartphone APP bzw. PC-Software oder durch Eingabe einer Koordinate. Wenn die Montierung aber schon Motoren für Goto eingebaut hat, gleicht sie auch die Drehung der Erde aus.
 
also für mich gehört das eigene Aufsuchen einfach dazu um auch den Himmel richtig kennenzulernen
Jap, für mich auch. Es kann zwar manchmal frustrierend sein, aber dann ist es um so schöner, wenn man das Objekt im Okular sieht. Frei nach dem Motto: "Warum Motorboot fahren, wenn man auch segeln kann...". Oder so ;)
Stell dir vor Du hast irgendwann mal nur ein Fernglas, wäre ja schade, wenn man dann am Himmel nichts finden würde, weil man sich nicht auskennt.

Grüße,
Erik
 
Danke Holger für diese Antwort, eine Frage dazu: ein goto behält quasi automatisch das Objekt im Sichtfeld wenn ich das richtig verstanden habe ? also läuft das quasi mit? wenn ich das selber machen muss, dreht sich die Erde so schnell, dass ich dauerhaft nachjustieren muss oder kann ich auch mal den Blick genießen, sobald ich das Objekt gefunden habe? :D
Wenn es dir nur um die Nachführung geht, kann man einen Dobson auch auf eine EQ-Plattform stellen. Dann "darfst" du selber suchen, aber wenn gefunden, bleibt das Objekt im Okular
 
Danke Holger für diese Antwort, eine Frage dazu: ein goto behält quasi automatisch das Objekt im Sichtfeld wenn ich das richtig verstanden habe ? also läuft das quasi mit? wenn ich das selber machen muss, dreht sich die Erde so schnell, dass ich dauerhaft nachjustieren muss oder kann ich auch mal den Blick genießen, sobald ich das Objekt gefunden habe? :D
Prinzipiell musst du bei unmotorisierten Montierungen manuell nachführen, ja. Bei einer paralaktischen Montierung musst du nur an einer Achse drehen. Bei einer Alt-Az-Montierung (darunter fällt auch ein Dobson) musst du je nach Stellung deines Beobachtungsobjektes auch mal beide Achsen nachführen.
Prinzipiell ist das aber kein Aufwand, gerade bei kleinen Vergrößerungen fällt es nicht auf, und du kannst relativ Lange beobachten, ohne das du nachkorrigierst. Bei hohen Vergrößerungen kann es schon etwas schneller notwendig sein, dass ein Korrektur notwendig ist. Daher empfehle ich hier auch gerne Okulare mit großem Eigengesichtsfeld.
 
Meine Empfehlung (bei mir im Einsatz), um möglichst viele der Anforderungen zu erschlagen:


Damit bekommst Du genügend Öffnung auch für DeepSky-Beobachtungen, die Du mit Sicherheit in naher Zukunft machen wirst, weil die interessanten Planeten für längere Zeit nicht mehr am Nachthimmel beobachtbar sein werden. Bis dahin kannst Du mit dieser Brennweite den Mond bereits sehr gut und Jupiter sowie Saturn mit einer Ergänzung durch eine Barlowlinse 2-fach mit guter Auflösung beobachten, die Dir dann auch Details zeigt.

Die Montierung ist auch sehr gut für kurzbauende Refraktoren geeignet z.B. 120/600 Achromaten Skywatcher/ORION ST. Die Elektronik & Nachführung erlauben bei späterem Einsatz für EAA unguided Aufnahmen bis 30 Sekunden.

Da es sich um eine Alt/Az-Montierung handelt, ist sie ohne penibles Einnorden auch bei späteren Exkursionen schnell einsetzbar.

Mehr dazu hier:


Gruß,
Peter

PS: Vor allem aber solltest Du nach Vereinen/Sternwarten in Deiner Umgebung schauen, um auch mal mit verschiedenen Setups vertraut zu werden.
 
Hallo,

das hier (da stimme ich Andreas vollkommen zu.):
Nach diesem Satz kann es aus meiner Sicht erst einmal nur eine Empfehlung geben und zwar Lektüre:
1. Fernrohr Führerschein
2. Astronomie für Anfänger
spiegelt das hier
Oder braucht man keinen Sucher mehr, da es die Sachen selbst sucht?
ebenfalls wieder.

Du wirst nicht drumherum kommen Dich in theoretischer Weise mit dem Thema Teleskop, Montierung, Okulare... ... ... auseinander zu setzen.
Okulare bitte nicht als Zubehör abtun, Okulare sind zwingend notwendig für das optische System.

GoTo ist kein Automatismus oder Selbstläufer.
GoTo ist eine elektronische Auffindhilfe. Da musst Du schon etwas für tun, damit das auch funktioniert wie es funktionieren soll. Wie gesagt eine Unterstützung.
Ich habe zu viele Threads hier und in anderen Foren gelesen, in denen die Fragesteller fast verzweifelt wären, aus Ermangelung an Basiswissen und Grundlagen.

Von den ganzen Begrifflichkeiten habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung,
Die solltest Du Dir aneignen.
Du produzierst nur Frust, wenn Du z.B. nicht weißt was eine parallaktische Montierung oder eine Alt/AZ Montierung ausmacht.
Du produzierst nur Frust wenn Du nicht weiß was einen FH Refraktor oder einen Apo Refraktor ausmacht.
Ganz davon abgesehen das Du Geld verbrennst.

Und ich bin eher jemand, der sich da learning by doing reinfuchst :D die Lektüre könnte trotzdem ganz interessant sein. Also mit Astronomie (Astrophysik) an sich beschäftige ich mich schon lange, nur eben nicht mit Teleskopen.
'Learning by doing' oder auch 'try and error' ist eine Möglichkeit, aber kann sehr schnell sehr kostspielig werden.
Sich über Literatur über Astronomie und Astrophysik als Wisschenschaft zu informieren ist das eine, aber mit dem Beobachten, einer Facette der Astronomie, sollte man Himmelskenntnisse haben, sich mit Teleskopen, Montierungen etc. usw. auseinander setzen.
Du schaffts Dir z.B. einen Newton an und gehst 'learning by doing' an die Geschichte ran, ja, da lernst Du wie der Newton funktioniert. Aber was ist dann der Unterschied zu einem Refraktor FH (Fraunhofer) oder einem Apo (apochromatischer Refraktor)?
Wie siehst dann mit einem katadioptrischen System aus?
Da heißt es sich im Vorfeld informieren, hier UND über Bücher.
Oder willst Du jedwede Bauform anschaffen und Dich da 'learning by doing' reinarbeiten?
Wenn das Konto das hergibt... ... ... ;).
 
Hallo Peter, wie ich sehe ist bei dem p150i ein Sucher und Okulare dabei und das für um die 600 Euro. Mache ich da dann Abstriche bei der Optik im Vergleich zu einem Teleskop ohne goto , welches 600 kostet und wo man den Sucher und Okulare dazu kaufen muss ?

Falls ja, ist dann ein "komplett Set" mit goto um die 1000 Euro sinnvoller, oder reicht das von dir beschriebene aus? Und wie schlägt sich zb das von dir genannte gegen das von Holger genannte : 8" F6 Dobson, plus Okular um die 6mm für höhere Vergrößerung

LG Max
 
dasselbe Problem hatte ich vor ein paar Monaten auch, ein für den Anfang brauchbares Teleskop zu finden. Ich habe mir prompt was falsches gekauft. Wie mehrere User schon geschrieben haben gibt es die eierlegende Wollmilchsau nicht. Da das Budget mittlerweile auf fast 1000 Euro angewachsen ist sähe meine Erstausstattung heute so aus:
- eine EQ 5 Montierung, weil wenn man später möchte Astrofotografie möglich ist, diese Montierung immer noch leicht zu händeln ist und mit Nachführmotoren versehen sehr komfortabel ist. Bei einem z. B. 650 Newton hat man auch noch sehr viele Reserven und kann wirklich wackelfrei auch bei Wind beobachten
- als Teleskop die Newton OTA Version von Sky Watcher , z. B. 130/650 PDS. Sie hat einen Okularauszug mit 10 facher Untersetzung. Somit lassen sich Deine Objekte sehr komfortabel einstellen. Aufgrund der Größe lässt sich das Ganze auch noch gut bedienen und ist ebenfalls noch gut transporttierbar.
- und noch die vorhin schon erwähnten Nachführmotoren
- dann bleibt noch etwas Geld für ein schönes 2 Zoll Okular übrig

Viele Grüße

Michael

PS: Anhand Deiner Karte habe ich gesehen das Du in der Nähe der Autobahn 30 wohnst. Das dürfte von mir nicht allzu weit weg sein. Wenn Du magst kannst Du Dir diese Kombination gerne bei mir ansehen :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Mbba18, du hast natürlich Recht, insgesamt muss ich mich zwangsläufig damit auseinandersetzen ;) nur bin ich erstmal hier um zu erfahren welches Gerät den von mir beschrieben Anforderungen genügt. Ich will die beschriebenen Objekte einfach erstmal sehen und wenn es irgendwann andere Objekte sein sollen muss eben neues Zubehör /zweites Teleskop her.

Aber sich vorab erstmal mit der Funktionsweise der verschiedenen Teleskope auseinandersetzen und sich ein wenig Basiswissen aneignen ist natürlich nicht verkehrt.
 
Die von Michael vorgeschlagene Ausrüstung (Montierung und Teleskop) würde ich voll unterstützen.
 
Wobei der PDS ja wohl schon eher fotografisch ausgelegt ist, oder? Gibt es 130er mit kleinerem Öffnungsverhältnis? Das wäre dann ja auch Okularunkritischer.
Und sonst, wenn es visuell sein soll, geht doch auch locker ein 150er F5. Oder ein C6, wobei das wahrscheinlich die Kosten sprengt, wenn es neu gekauft wird.
 
Ich hab mir schonmal ein paar Einsteiger Videos angeschaut, es scheint also mehr Sinn zu machen ein Teleskop und die Montierung separat zu kaufen, also ein EQ5 zum Beispiel, damit könnte man dann auch ein anderes Teleskop benutzen später falls man doch mal viel fotografieren will irgendwann? und dann ein Teleskop extra. Fragt sich nun welches und welches Zubehör man vorab anschaffen sollte (direkt ein zusätzliches Okular dazubestellen? Rotlichtlampe damit man sich nicht blendet ? Sternenkarte damit man den Himmel erstmal ohne App kennenlernt? Mondfilter? ) Beim Teleskop ist ja die Priorität erstmal das Beobachten
 
Hallo Peter, wie ich sehe ist bei dem p150i ein Sucher und Okulare dabei und das für um die 600 Euro. Mache ich da dann Abstriche bei der Optik im Vergleich zu einem Teleskop ohne goto , welches 600 kostet und wo man den Sucher und Okulare dazu kaufen muss ?

Falls ja, ist dann ein "komplett Set" mit goto um die 1000 Euro sinnvoller, oder reicht das von dir beschriebene aus? Und wie schlägt sich zb das von dir genannte gegen das von Holger genannte : 8" F6 Dobson, plus Okular um die 6mm für höhere Vergrößerung

LG Max
Hallo Max,

Du kannst davon ausgehen, dass die hier genannten Optiken mindestens beugungsbegrenzt abbilden und damit das max. Mögliche unter unseren Umweltbedingungen an Auflösung visuell liefern. Erst mit Fotografie (nicht EAA!) - und in der Diskussion/in Vergleichen mit erfahrenen Beobachtern (Zeichnern!) - stößt Du dann an Qualitätsgrenzen.

Sobald Du eine GOTO-Montierung am Himmel ausgerichtet hast, brauchst Du danach (bis zum erneuten Ausrichten) den Sucher nicht mehr. Die bei meiner Empfehlung mitgelieferten Okulare sind guter Durchschnitt, die bei diesem Öffnungsverhältnis noch gute Leistung bringen. Sie würden aber bei f/4 natürlich nichts taugen.

Meine Empfehlung reicht auf Jahre aus! Ganze Generationen von Hobbyastronomen seit dem 2. WK hatten 150/750 Newtons auf ihrem Wunschzettel und konnten sich die erst ab ca. 1985 leisten ohne mehr als zig Monatsgehälter(!) hinzulegen. Sollte man niemals vergessen. Mein Traum war z.B. immer der Newton von Heidenhain (im Büdelerbuch), der in den 60-igern 8.000 DM kostete.

Gruß,
Peter
 
Hallo Max,

Ich will die beschriebenen Objekte einfach erstmal sehen und wenn es irgendwann andere Objekte sein sollen muss eben neues Zubehör /zweites Teleskop her.
wenn es bei Planeten/Mond bleiben soll, wirst Du mit dem Setup das Michael @Miachael59 vorschlägt sicherlich gut beraten. Wobei ich da auch eher wie @ErikJe zu einem 150/750-er Newton tendieren würde.
Da bist Du einigermaßen universell aufgestellt.
C6, also ein Schmidt-Cassegrain (SC), sind tolle Instrumente, aber, jep, der (momentane) Preis :eek:.
Man muss bei dem anderen kleineren Newton, wie auch schon erwähnt, berücksichtigen, dass dieser fotografisch, also größerer Fangspiegel, dadurch mehr Obstruktion, ausgelegt ist. Ebenso wird der Okularauszug (OAZ) anders ausgerichtet sein.
Da kann es unter Umständen sein, dass Du ohne Verlängerungshülse oder ähnlichem mit Okularen nicht in den Fokus kommst.
Fotografisch und visuell stellt halt andere Ansprüche.
Wenn dann noch das Fotografieren im Hinterkopf rumschwirrt, wäre sogar eine HEQ-5 anzudenken.
HEQ-5 bringt gleich GoTo mit, trägt mehr und ist dabei noch mobil.
EQ-5 muss nachgerüstet werden.

Noch mal auf eine Deiner Aussagen bezugnehmend, ich persönlich würde eine aufgebautes Setup niemals im Ganzen transportieren, auch wenn es Gewichtsmäßg gehen würde.

Der Kauf von Einzelkomponenten ist mE. (fast) immer vorzuziehen. Da würde ich die Celestron SC-Setups fast ausnahmslos rausnehmen.

Was die jetzt zur Beobachtung angestrebten Objekte angeht, nun, das sagst Du jetzt.
Das ganze wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen, wie, wo, was Du beobachten wirst.
Da bringt es die Erfahrung über die Zeit.

Du kannst grundsätzlich mit jedem Teleskop, solange das System in sich stimmig ist, starten.
Also Teleskop muss zur Montierung passen. Okulare zum Teleskop etc. usw..
Jedes Teleskop hat seinen Himmel, also die passenden Objekte zu dem jeweiligen Teleskop.
Die eierlegende Wollmilchsau gibt es eben nicht. Teleskop Y kann Objekte A gut abbilden, Teleskop X eben Objekte B.
Heiß nicht, dass man mit einer sogenannten Planetenmaschine nur Planeten sieht. Man sieht auch andere Objekte, aber eben mit Abstrichen und Kompromissen.

Was öfter auch mal hinten runter fällt, wie sieht es mit Deinem beruflichen und privaten Umfeld aus?
Es wird nun mal spät Abends und Nachts beobachtet.
Auch fängt jetzt die Jahreszeit an, in der diese Zeiträume kalt werden.
Ebenso muss man sich damit abfinden, dass, wenn man Zeit hat, das Wetter (meist) nicht passt und halt umgekehrt.
Da kommt es schon mal vor, dass das ganze Gerödel wochenlang rumsteht.

Ich will Dich nicht abschrecken. Das Beobachten ist ein ganz feines, aber komplexes, Hobby.
Aber solche Dinge sind zu bedenken.
Du gibst ja nicht unerhebliches Geld aus und nichts ist blöder, als ein Teleskop das irgendwo ungenutzt verstaubt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Max!

Du hast ja schon eine Menge zum Verdauen bekommen. ;) Meinungen, Ansichten, Vorschläge, Tipps und Empfehlungen. Alles wohl gemeint und auch richtig! Ob alles immer für einen Anfänger zielführend und hilfreich ist? Dazu müsste man so manches vorgeschlagene Setup genauer untersuchen und spezifizieren. Und jeder hat da natürlich seine eigene Meinung dazu.

Ich finde für einen Neueinsteiger sollte man aber zuerst, wie ich finde das Wichtigste aufdröseln:
  1. den konventionellen Weg: Ein Teleskop welches vom Benutzer komplett manuell einzustellen, nachzuführen und keinerlei wie auch immer geartete "elektronische Unterstützung" hat. Dabei muss man alle Objekte selbst finden können und auch händisch im Betrieb nachführen.

  2. den automatisierten Weg: Ein Teleskop welches mit minimalen oder gar keinem Aufwand und Kenntnissen sich automatisch einstellt und dann Menü/App geführt den Benutzer auf den Beobachtungsort und Beobachtungszeitpunkt abgestimmt Objekte anbietet bzw. vorschlägt. Das Teleskop fährt dann motorisch gesteuert die ausgewählten Objekte an und führt auch automatisch nach, so dass man in Ruhe und gelassen beobachten kann.
Und ja, es ist nicht nur so Schwarz und Weiß, also rein nur Variante 1 oder Variante 2, es gibt natürlich sehr viele Facetten, Variationen, Möglichkeiten und Lösungen.

zur Variante 1 gehört zum Beispiel ein Newton Teleskop auf einer Dobson Montierung, neudeutsch auch Rockerbox genannt oder despektierlich "Dobson Kiste" - eine Setup bei der viel Geld in die Optik fließt und wenig in die Montierung. So eine Dobson Montierung ist genial einfach und daher günstig herzustellen, aber auch einfach erlernbar zu bedienen. Preisrahmen beginnend bei € 250 bis weit über € 1000 und bei großen Newton Teleskopen 12", 16", 20" und größere Spiegeldurchmesser sehr schnell auch größere 4 bzw. 5-stellige Budgets.

Zur Variante 2 gibt es sehr viele, wirklich sehr unterschiedliche Möglichkeiten eines Setups. Eigentlich ist das immer ein Goto und daher oft, fast immer mit Anbindung per Smartphone-APP oder Software auf einem PC teilweise per WLAN verbunden aber immer auch durch einen kleinen mitgelieferten Rechner, dem per Kabel angebundenen Handkontroller bedien- und steuerbar. Preisrahmen beginnend bei €600/700 und auch nach oben offen Budgets. Dazu gehört zum Beispiel das von Peter vorgeschlagene Setup:
Meine Empfehlung (bei mir im Einsatz), um möglichst viele der Anforderungen zu erschlagen:

Damit bekommst Du genügend Öffnung auch für DeepSky-Beobachtungen, die Du mit Sicherheit in naher Zukunft machen wirst, weil die interessanten Planeten für längere Zeit nicht mehr am Nachthimmel beobachtbar sein werden. Bis dahin kannst Du mit dieser Brennweite den Mond bereits sehr gut und Jupiter sowie Saturn mit einer Ergänzung durch eine Barlowlinse 2-fach mit guter Auflösung beobachten, die Dir dann auch Details zeigt.

Ich habe mit einer Variante 1 vor etwas über einem Jahr angefangen, habe es nie wirklich bereut, viel Geld in Okulare, EQ-Plattform und, und, und gesteckt. Aber es erfordert wirklich viel Zeit, sich mit allen dazu nötigen Wissen auszustatten, zu lernen und manchmal ist es schwierig, oft auch umständlich, aufwändig und kann auch richtig ernüchternd undmanchmal auch frustierend sein. Aber man lernt viel, es macht trotz allem große Freude und ist sicher ein gangbarer Weg.

Seit Anfang dieses Jahres bin ich mehr und mehr zu Variante 2 geschwenkt, habe ich auch nicht bereut. ;) So gesehen kenne ich beides und mache nach wie vor beides.

Aber ausgehend für einen Anfänger würde ich inzwischen immer zum Einstieg zur Variante 2 raten, im unteren Budgetbereich, so wie das von Peter vorgeschlagen Setup oder etwas gebrauchtes dann kommt man vielleicht sogar mit weniger als €500 aus. So ein Goto-Setup bietet dann den einfachen Einstieg, mit einer sehr steilen Lernkurve und macht unheimlich viel Freude. Man kann sich dann nach und nach mit allen nötigen astronomischen Fakten die man immer für einen tieferen Einstieg in dieses interessante Hobby braucht vertraut und kundig machen. Es bietet auch die Möglichkeit mit übersichtlichen Kostenaufwand die vorhandene Ausrüstung zu einem EAA Setup mit einer Astro-Kamera zu erweitern und bietet dann einen Einstieg in die Fotografie.

Aber auch mit Variante 2 ist man nicht vor Fehler und frustrierenden Erfahrungen sicher. Es braucht immer eine gewisse Bereitschaft und technisches Verständnis sich mit den Grundlagen auseinanderzustezen und mehr als nur Grundlagen zu kennen und zu wissen hat auch noch nie geschadet!

Viele Grüße - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Zuletzt bearbeitet:
Also zusammengefasst : EQ5, besser noch HEQ 5 plus ein 150/750er Newton

150/750er Newton z.B. Skywatcher Teleskop N 150/750 PDS Explorer BD EQ5 Pro SynScan GoTo

Hier dann mit EQ5 und goto
Da bräuchte man dann noch Okulare zu, richtig? Braucht man noch irgendwas, Akku oder geht das mit Stromkabel?

Wo ist da dann der Unterschied zu dem was Peter vorgeschlagen hat :

Ist ja immerhin der doppelte Preis und hat auch goto, liegt das quasi an einer schlechteren Montierung?
 
Und danke Ewald, gut mal jemanden zu hören der quasi beide Seiten kennt :D

Und zur Frage davor: ich bin generell öfter mal nachts wach wenn die Dame des Hauses schon längst schlägt :D und wenn es kalt wird zieht man sich eben was an :D 5 Stunden Schlaf reichen auch mal aus, hab Gleitzeit (bin Psychologe in einer forensischen Klinik), bin also durchaus flexibel und habe am Wochenende immer frei
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben