Kaufberatung 8" Tubus

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ChrisS

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Hallo,
da ich für dieses Jahr eine "Vergrößerung" in Form eines fertigen 8" Dobson bzw. Tubus auf Eignebau-Rockerbox plane habe ich diesen scheinbar älteren Bresser 8" Tubus gefunden:
Kann jemand was zu diesem Modell sagen? Taugt der OAZ was? Ist der Preis überzogen?
Und grundsätzlich: lohnt ein Upgrade vom vorhandenen 150/750 auf 203/1200 in Bezug auf Öffnung überhaupt? (ich nehme an, es wird mir sowieso gleuch zum 10" geraten, bei dem mich aber Größe und Gewicht abschrecken, ich wohne im 2.OG)
Danke im Voraus für Eure Meinungen.
CS, CS
 
Hallo Chris,

lohnen ist immer sehr subjektiv. Für eine knappe Grenzgröße mehr visuell muss man die halbe Öffnung nochmal drauflegen. Das wird empfohlen und wäre mit 8 Zoll nicht ganz gegeben. Unter den 150/750 Modellen gibt es welche, die recht hoch (>30 Prozent linear) obstruiert sind. Das ist bei den meisten 200/1200 Newtons nicht so extrem und kommt der Auflösung bei Planeten zusätzlich zur größeren Öffnung zugute.

VG Klaus
 
Man merkt schon einen Unterschied. Aber es sind keine Quantensprünge. Ab 8" fangen halt bestimmte Dinge an zu gehen. Man fängt z.B. an Kugelsternhaufen vernünftig aufzulösen. Du kannst bei der selben Austrittspupille 1/3 höher vergrößern. Heller ist das Bild nicht, nur größer bei der selben Helligkeit. Das hellste Bild liefert immer noch das bloße Auge. Mehr geht nicht.

Was für einen Unterschied das macht, hängt aber nicht nur von der Öffnung sondern auch wesentlich von der Qualität ab. Ein sehr guter, perfekt justierter 6" rammt dir einen mäßigen 8"er unangespitzt in Boden. Bei der Sorte, die du verlinkt hast, wirst du schon eine gewisse Qualitätslotterie in Kauf nehmen müssen. Kann sein, dass der gut ist, kann aber auch umgekehrt sein. Wenn die keine Mindestqualität in Zahlen garantieren wollen, dann wird das seinen Grund haben. "Exzellent" kann erst mal alles heißen.

f/6 ist aber schon mal der richtige Weg. Gütmütig zu justieren, die Obstruktion ist im grünen Bereich und man muss sich nicht mehr so arg bücken. Gleichzeitig kann man es noch gut tragen und quer auf den Rücksitz legen. Einen 10" Volltubus wollte ich nicht zwei Stockwerke runter tragen. Das nimmt dir die komplette Sicht. Ein falscher Schritt und das wars, selbst wenn man das gewichtsmäßig noch locker hinkriegt. Zweimal Laufen wirst da aber auch mit 8"er müssen.
 
Es gibt grad noch einen Skywatcher 150/1200 für € 150,00. Der würde auch noch in die Rockerbox von meinen kleinen 150/750 passen. Aber € 150,00 nur für etwas mehr Vergrößerung sind sicher schlecht investiert...? Dann doch lieber in Kombination mit der nächsten Öffnungsgröße.
2x laufen muss ich aber auch, wenn ich mit der jetzigen EQ3-Montierung losziehe ;)
 
Hallo Chris,

normalerweise lohnt sich eine reine Vergrößerung der Brennweite nicht. Welchen 150/750 Newton hast du denn?

VG
Klaus
 
Hallo Freunde

Der 8" F6 mit 50mm Fangspiegel sammelt bereits rund 85% mehr Licht als der Skywatcher 150/750P. Also das merkt man schon deutlich.
Dem alten Bresser-Tubus braucht man aber keine Träne nachweinen zumal die Dinger einen recht großen Fangspiegel aufweisen wenn sie in etwa so ausgelegt sind wie die Aktuellen. Die Aktuellen haben einen turmhohen Okularauszug und der Fangspiegel ist mit 57mm vergleichsweise sehr groß. Das dämpft den Kontrast.
Nur mal so zum Vergleich bei meinem F6-Dobson mit Schlittenfokussierer und einer Bildebene 41mm über dem Tubus reicht bei vergleichbarer Ausleuchtung ein Fangspiegel mit 35mm.
Für den Preis, der für den alten Tubus aufgerufen wurde, gab es den wahrscheinlich schon zum Anschaffungszeitpunkt in fabrikneu!
Solche und bessere Angebote gibt es immer mal wieder.

Gruß Peter
 
Danke, das macht es leichter :)

Ich hoffe nicht zu nerven, wenn ich noch eine Frage draufsetze:
Es gibt den Skywatcher Skyliner 200/1200 gebraucht wie Sand am Meer (wenn auch nicht signifikant billiger als neu).
Lohnt es sich, nach einem günstigen Ausschau zu halten oder warum will den gefühlt jeder los werden?
 
Hallo Chris

Der Skywatcher Skyliner 200/1200 hat einen Vorteil aber auch einige Nachteile.
Zu den Nachteilen zählt:
- Der "Hantier" mit den originalen Sky-Watcher-Okularaufnahmen in 2" oder 1 1/4 ". Der Wechsel nervt immer. Man läßt am besten den 2"-Einsatz drinnen und verwendet für 1 1/4"-Okulare einen herkömmlichen Reduziereinsatz. Das ist angenehmer als immer die beiden Originalen mit der "Ringschwalbe" dauernd zu tauschen. Der Okularauszug an sich läuft meiner Meinung nach angenehmer und präziser als der von GSO.
- Der Tubus ist weicher als bei GSO und verformt sich schneller wenn man gewichtige Sachen dran hängt.
- Der untere Drehteller ist recht schwer-gängig. Ich habe die originalen Teflongleiter gegen welche aus Filz ausgetauscht. Da nach bewegte sich das angenehmer.
- Die Rockerbox aus Pressspan ist vergleichsweise schwer aber da kann man notfalls mit einem Lochkreisbohrer nachhelfen.
- Der Tubus wird nicht nur in die Rockerbox hinein gelegt sondern muß noch mit 2 Schrauben befestigt werden. Man kann dadurch aber die Gängigkeit einstellen.
Der große Vorteil ist:
- Bei einer ungewöhnlichen Reinigungsaktion, bei der ich einer extrem verkrusteten, sehr hartnäckigen Verschmutzung mit ausgiebiger "Fingerrubbelei" (welche keines falls zu empfehlen ist) nachhelfen mußte, hat der Spiegel sich als extrem robust erwiesen. Der hat diese Aktion ohne Mikrokratzer glänzend überstanden. Mein eigener GSO-Spiegel ist da deutlich empfindlicher. Der währe nach so einer Aktion total blind.
- Die Spiegel von Sky-Watcher sind in der Regel von gut Qualität und zeigen eine gut Abbildung.

An sich halten sich die Vor- und Nachteile von Sky-Watcher und GSO in etwa die Waage. Bei der einen Disziplin ist das eine Fabrikat etwas besser in einer anderen das Konkurrenzprodukt. Beide Teleskope sollten mit Velourfolie ausgekleidet werden und beide Teleskope werden bei Verwendung von etwas schwereren Okularen recht Kopflastig. Da muß man entweder den Drehpunkt verlagern oder mit Gegengewichten ausgleichen. Beide Hauptspiegelfassungen sind in etwa beide gleich mieß.
Das Gerät von GSO benötigt in der Regel am Okularauszug eine Verlängerung. Bei Sky-Watcher ist die Fokallage nicht ganz so hoch. Daher kommt dieses Gerät mit einem etwas keineren Fangspiegel (50 zu 47mm) aus.
Sowohl die Geräte von GSO (Guan Sheng) als auch von Sky-Watcher (Synta Optics) werden bisweilen auch unter einem anderen Label verkauft.

Das sind in etwa so die kleinen Unterschiede. Ich hoffe das hilft ein wenig weiter.

Gruß Peter
 
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