Verrückte Idee zu Refraktoren Innenblenden

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Schwastian Beinsteiger

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Hallo Forumianer,

ich hatte vor kurzem eine verrückte wenn villeicht auch sinnvolle Idee zu Refraktoren Innenblenden.

Man kennt es vielleicht, die großen Achromaten Wummen a la 6"f8; 8"f9 u.s.w.

Für Deepsky oder Schmalband Beobachtung (Fotografie?) eindrucksvolle Geräte, bei Planeten dann mäh.
Manchmal liest man von Besitzern die dafür dann sowas wie nen Mak, einen kleinen Apo oder einen langsamen FH rauskramen.

Was allerdings wenn man sich das sparen könnte?

Konkret kam mir die Idee von Bildern die man beim selbstbau des Öfteren sieht, eine Reihe von Blenden die mit mehreren Stangen Verbunden sind, die man wiederrum als Einheit zu seiner vorgesehenen Position in den Tubus schiebt.

Meine Idee ist es diese Einheit beweglich zu Lagern und von außen bedienbar zu machen, quasi wie ein großer Okularauszug.
Nun könnte man sich hier einen festen Punkt für "volle Öffnung" machen.
Sobald man nun von außen "fokussiert" bewegt sie diese Einheit nun immer weiter in Richtung Objektiv und Blendet dieses zunehmend ab.

meinen 6" mit RC9,5 müsste ich dann auf 4" Abblenden um auf das Fraunhofer Kriterium von RC4,2 zu kommen.

ich kann mir gut vorstellen das jemand anderes das bereits so oder so ähnlich umgesetzt hat da es eigentlich naheliegend ist.
Grade da abblenden selbst doch öfters genutzt wird.

Über die Umsetzbarkeit habe ich mir erstmal keine Gedanken gemacht, das das nicht ohne weiteres machbar ist wurde mir bereits gesagt.
Auch das die Blenden dennoch einen gewissen durchlass haben an ihrer normalen stelle und das man da vielleicht weniger bezweckt als man im ersten Moment bedenkt (irgendwann ist ja auch mal das Objektiv selbst, und wenn die erste Blende ein durchlass von 120mm hat kann ich natürlich nicht auf 4" abblenden.
ein weiterer Aspekt wäre das man eigentlich jede Blende einzeln verschieben müsste da auch die Abstände untereinander bei anderen Öffnungen variieren, ich denke es sollte aber Reichen wenn bereits eine Blende das ganze eingrenzt, streulicht hin oder her...


Was ist eure Meinung dazu, Cooler Gag oder doch eher große Zeitverschwendung?

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hallo Florian,

ich weiß nicht so recht. Wenn Du durch Blenden die effektive Öffnung verkleinerst, verkleinerst Du auch das Auflösungsvermögen. Warum sollte man sowas tun? Gerade an Planeten mit Ihren wirklich kleinen Details kann man nicht genug Auflösung haben, finde ich.

Gruß
Thomas
 
Hallo Thomas,

berechtigter Einwand, hab vergessen etwas dazu zu schreiben, auslöser der idee war unter anderem das hier:

Manchmal liest man von Besitzern die dafür dann sowas wie nen Mak, einen kleinen Apo oder einen langsamen FH rauskramen.
diese Geräte sind nicht selten ebenfalls kleiner, habe ebenfalls Geräte in dieser Klasse die ich herausholen würde wenn ich Planeten schauen will, oder eben einen passenden Filter.
Klar wird das Bild dunkler und die Auflösung kleiner, ebenso aber auch der Farbfehler der die ganzen Details bereits von Anfang an quasi absorbiert.
Und wenn das Planetengerät ohnehin kleiner wäre seh ich hier eigentlich eher den Vorteil das man nicht extra was kaufen/aufbauen muss, das extra auskühlen muss sondern man einfach kurz an nem Rädchen dreht.

man Tauscht hier Farbfehler gegen Kontrast würde ich sagen.
was bringt einen die Auflösung wenn man nichts davon mitbekommt? :D

"warum kauft man sich dann überhaupt einen großen Achromaten?"

-weil das Bild in deepsky einfach wahnsinn ist und man auch mal nen Herschelkeil dranhängen kann ;)

Mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Ich würde einfach nur ganz vorne abblenden (vor dem Objektiv). Zumindest machen wir das bei unserem großen Refraktor für H-alpha so, und pfeifen auf die dann überdimensionierten Innenblenden.

Die vorhandenen Blenden sind dann zwar nicht mehr so effektiv, aber ob sich der Aufwand für etwas mehr Streulichtunterdrückung wirklich lohnt?

Beste Grüße,
Alex
 
die idee ist ja etwas dafür zu nutzen was bereits da ist, da brauch nichts größer oder kleiner dimensioniert sein sondern einfach nur gut gelagert.
Das coole dabei ist ja das es von außen überhaupt nicht auffällt.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Naja, ich vermute mal, wenn du was zum Blenden verschieben einbaust ist der Materialaufwand größer, als wenn du eine Blende vor das Objektiv setzt – oder eine dezente Irisblende hinter das Objektiv.

Beste Grüße?
Alex
 
da hast du natürlich komplett recht, dem wiederspreche ich keineswegs.
Ich finde das mit dem Blenden verschieben nur so abgefahren, ich meine das ist halt wirklich integriert und hat dann draußen nen schönen Drehknauf und kann ganz easy während des beobachtens "den Farbfehler regulieren"
Theoretisch macht man das Gerät im selben Moment ein klein wenig seeingunanfälliger.

Bei ner irisblende hätte man wiederrum den Nachteil das man dort wohl nicht ohne weiteres von außen etwas einstellen kann, hatte so ein Teil aber auch noch nie in den Händen.
Hätte allerdings den selben coolen Effekt wenn man einfach so ne irisblende in den Tubus integriert und damit die Öffnung variiert, Hauptsache man kann das halt einstellen während man durchs okular schaut, der Bequemlichkeit halber.

In meiner Vorstellung sieht das dann so aus wie so eine gaszugleitung bei nem auto, so ein Hebel der über ne lange stange auf einen anderen Hebel eine drehung überträgt die diese dann einstellt.

Wenn man dieses Prinzip weiterspinnt könnte man das zu einem Stilelement machen, der tubus wird in Messingfarbe lackiert, die Mechanik außen weiter betont und schon hat man so ein Steampunk Stil. ^^

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Zumindest sowas
scheint einen Stellhebel zu haben. Wenn stattdessen da ein Rändelrad reingreift, wärst du näher dran. Dann eine lange Stange bis zum Okular, wie die Feinverstellungen für die Montierung bei den alten Großmontierungen? Und Getriebe für weitere Irisblenden im Inneren, falls der Spieltrieb groß genug ist ;)

Bin gespannt, ob was draus wird :y:

Viel Erfolg,
Alex
 
Ich würde auf jeden Fall vor dem Objektiv abblenden, wenn es schon sein muss, dann aber mit einer kreisrunden Blende. Eine Irisblende mit ihren Segmenten erzeugt häßliche Beugungssterne und reduziert damit die Auflösung. Generell würde ich aber das Öffnungsverhältnis über die Brennweite (z.B. Barlowlinse) und nicht über die Öffnung anpassen.

CS Dietmar
 
der Link funktioniert nicht, aber der Shopname steht drunter, werde manuell mal suchen.

ne aktuell ist nichts in die Richtung geplant, mir ist nur dieses mechanische Prinzip mal eingefallen und wollte es mal mit der Welt Teilen bevor ich es vergesse, villeicht stolpert mal jemand drüber und setzt es um ;)
...auch wenn ich es bin in ein paar Jahren ?

Wobei ich kanns ja mal aus Lego bei meinem Legofraktor probieren,
für gewöhnlich entwickel ich da oft Lösungen die ich später auch mal so umsetzen kann, habe bereits sehr oft mit Lego sehr genau bohrpunkte Anzeichen können, grade so Geschichten mit 120° versatz am Tubus, nur so konnte ich gestern meinen Pstfraktor fertig stellen.

ich schweife wieder ab, sorry

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Generell würde ich aber das Öffnungsverhältnis über die Brennweite (z.B. Barlowlinse) und nicht über die Öffnung anpassen.
das Öffnungsverhältnis ist eigentlich ziemlich egal, ich rede vom Farbfehler der bei Planetenbeobachtung stört, und diesem kann man mit Abblenden stark reduzieren, mit Barlows nicht, höchstens mit einem Chromacorr (schade das es die nicht mehr gibt)

über Fehler von irisblenden kann ich leider nichts sagen, habe sowas wie oben geschrieben noch nie in der Hand gehabt,
bei Kameras scheint es jedoch zu funktionieren, hängt villeicht vom Hersteller und der Umsetzung ab, falls es überall solche einbußungen gibt spricht dies natürlich wieder für die verschiebbaren innenblenden.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hi!

Meine erste Idee bei Irisblende war die, die Baader für seine H-alpha-Filter anbietet, aber da kann ich nicht erkennen, wie sie eingestellt wird. Geht ja erstmal nur um's Prinzip. Bei Kameras beeinflusst die Anzahl der Segmente das Bokeh (also wie schön unscharfe Lichtquellen abgebildet werden). Klar: Je runder die Blende, desto besser das Bild. Und desto teurer die Blende. Die andere war nur der erste Google-Treffer bei der Bildersuche nach einer mit Hebel.

Beste Grüße,
Alex
 
Was du innenliegend versuchen möchtest, ist quasi wie eine Spiegelverschiebung in einem Mak oder SC.
Also eine Drehbewegung (Knauf), in eine Längsbewegung umwandeln.

Das klingt erst Mal einfach (Gewindestange+ Geleitführung).
Aber wenn es so einfach wäre, hätten die Maks und SCs kein Spiegelschifting.

Aber HEY !
Ohne Pioniere kein fortschritt.

Gruß Markus
 
Hi,

bevor ich jetzt extra einen neuen Beitrag aufmache, kennt jemand ein paar gute und gut verständliche Links zur Blendendimensionierung allgemein?

Es wird langsam Zeit einem herumliegenden 4" f13,2 Objektiv eine Chance zu geben, finde aber den einen Beitrag nicht mehr bei dem das gut erklärt war.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Kann ich dir nachher im Discord mal genau erklären, gern auch mit webcam.

LG
Olli
 
Hallo Forumianer,

ich hatte vor kurzem eine verrückte wenn villeicht auch sinnvolle Idee zu Refraktoren Innenblenden.

[...]

meinen 6" mit RC9,5 müsste ich dann auf 4" Abblenden um auf das Fraunhofer Kriterium von RC4,2 zu kommen.

Was ist eure Meinung dazu, Cooler Gag oder doch eher große Zeitverschwendung?

mit freundlichen Grüßen
Florian


Hallo,

das funktioniert gut, wenn man die Blenden vor das Objektiv anbringt. Ich hatte aus einem Achromaten 150/1200mm einen sehr scharf abbildenen und fast farbreinen 55/1200mm gemacht. Ein perfekter Celestron (baugleich Vixen) FL 55/440mm stand zum Vergleich: Der FL hat gewonnen, wegen der Farbreinheit und dem auffällig "weissen" Bild, aber der Langbrennweiter gewann eindeutig bei den Okularen, denn ein 12mm Okular ist deutlich angenehmer zu benutzen als so ein 4mm Modell. Allerdings sind 55mm Öffnung wirklich wenig. Man fühlt sich an die 60/910mm Refraktoren der 70er Jahre zurückerinnert.

Bei grossen Optiken kann man mit dieser Massnahme der Luftunruhe ein Schnippchen schlagen: Für einen 300/6000mm Schiefspiegler haben wir Blenden von 150/180/225 und 250mm Öffnung und benutze jeweils die, welche an just dem Abend das ruhigste/angenehmste Bild liefert.

Tom
 
Habe gute Erfahrungen mit schwarzer, kreisrunder Naturpapierblende vor dem Objektiv gemacht. An dieser Stelle ist die Streulichtunterdrückung noch besser als mit einer Blende innen. Wegen der leichten Herstellbarkeit kann man hier verschiedene Blendendurchmesser vorfertigen und auf die kontinuierliche Einstellung der Blende verzichten.
Die Reihe der weiteren, inneren Blenden braucht man m.E. nicht zu verschieben, die funktionieren auch dort, wo sie sind und den Blick vom Okular auf die Tubuswand abschirmen. Insofern ist das Konzept des Verschiebens zwar bestechend, aber eigentlich nicht sinnvoll.

Variante: Interessant ist eine Blende exzentrisch vor das Objektiv zu setzen, wenn dieses eine sphärische Aberration aufweist, um diese in Astigmatismus umzuwandeln, den man mit dem des eigenen Auges kompensieren kann. Funktioniert zumindest bei mir mit billigen Achromaten von 2-3" . Den Farbfehler bekommt man damit natürlich nicht weg, der verringert sich nur im Maß der Verkleinerung der Öffnung.
Bin gespannt, ob jemand ähnliche Beobachtungen machen kann.
CS, Nik
 
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