Ehemaliges Mitglied 77903
Liebe Sternfreunde,
ich erstelle jedes Jahr einige astronomische Übersichtsgraphiken, die in den Jahrbüchern des print-Zeitalters regelmäßig abgedruckt waren, im Internetzeitalter aber weitgehend verschwunden sind (falls jemand Netzstellen kennt, wo es das gibt, würde ich sie gerne wissen). Die rechnerische Gewinnung der Datenbasis ist häufig verwickelt, insbesondere wenn Horizontbezug vorliegt und die Graphiken nur für einen geographischen Ort gelten; früher nahm man in solchen Fällen für die alte BRD einen mittleren Ort wie Frankfurt oder zwei wie Hamburg und München. Ich kann meinen PC nicht dazu bewegen, an vorberechneten Stellen Linien zu setzen, Graphikteile zu schraffieren oder mit transparenten Flächenfarben zu versehen, sodass viel Arbeit mit Lineal, Faserschreiber und traditionellen Farbstiften bleibt. Deshalb bekomme ich die Graphiken auch allenfalls als minderwertigen, nicht publikumsfähigen Ex-Post-Scan in den PC. Ich erstellte aus fünf meiner Graphiken eine Collage und setze sie hierher. Vielleicht greift jemand die Ideen auf und setzt sie im PC professioneller um als ich das kann.
a. Planetenlängen (li. oben): Ekliptikale Längen der Sonne und aller hellen Planeten im Jahreslauf, Längen nach links wachsend, Jahreslauf nach unten mit kräftigen Überschneidungszonen in Nähe der Jahreswechsel; astronomisch verstandene Sternbilder, d.h. verschieden lang und auf Präzession korrigiert, Ophiuchus als 13. Sternbild mit selbst entwickeltem Symbol.
b. Mondlauf im Jahr (li. unten): Grundidee ist ein Kalendarium, das so aufgebaut ist, dass alle Zeitpunkte eines Jahres, zwischen denen eine MITTLERE Lunation liegt, genau übereinander stehen. Dadurch verzieht sich das Kalendarium im Jahreslauf nach rechts, aber die Mondphasen kommen übereinander und bilden 5 oder 6 Spalten. Spaltenteile, die im Jahreslauf graphisch ins Leere laufen, sind als unbezeichnete Marken durchgeführt: 1 = 5 im nächsten oder vorigen Monat, 2 = 6. Bei diesem Layout fallen die Differenzen der wahren und mittleren Phasen sofort auf als Abweichungen in Form einer Schlangenlinie. Phasentermine hier UT, was graphisch in Mitteleuropa ohne Belang ist; will man das Diagramm für Japan oder Kalifornien erstellen, muss man die Termine auf ein örtliches Zeitsystem setzen. Ekliptikale Längen und Breiten, Sternbilder w.o.. Sonntage sind mit Zählnummer im Monat bezeichnet, alles andere muss man abzählen. Finsternisse sind sicher, wenn die gerundete Breite eine Neu- oder Vollmonds 0° beträgt, möglich bei -1° oder +1°, Details sind nachzurechnen.
c. Sichtbarkeit der inneren Planeten (re. oben): Prinzipiell strikt abhängig vom geographischen Ort (hier -10,52°E+49,02°N), sowohl was das grundliegende Dämmerungsdiagramm wie die Auf- und Untergangszeiten der Planeten betrifft. Nachtstunden in MEZ und MESZ als Abszisse, Jahreslauf nach unten mit Überschneidungszonen wie bei Planetenlängen, Schaltjahre werden wie Normaljahre behandelt; in der Mitte neben der Zonenmitternacht wahre und mittlere Ortsmitternacht mit Zeitgleichung.
d. Sichtbarkeit der äußeren Planeten (re. unten): abhängig vom geographischen Ort wie eben, ebenso Nachtstunden und Jahreslauf mit Überschneidungszonen, ebenso Ortsmitternacht und Zeitgleichung. Bei den äußeren Planeten muss man Auf- und Untergänge graphisch sorgfältig unterscheiden. Drei helle äußere Planeten liefern 3 Linien "auf" und 3 "unter", was schnell unübersichtlich wird und nach ausgeklügelten graphischen Lösungen ruft: transparente Flächenfarben? Bei mir sind stattdessen die "Ränder" zur Sichtbarkeit hin koloriert.
e. Sichtbarkeitsdiagramm innerer Planet mit Azimut (Zentrum): mein ältestes Diagramm noch ohne Achsbeschriftung, ansonsten wohl selbsterklärend. Erheblicher Rechenaufwand, da man Planetenhöhen über und Sonnenhöhen unter Horizont zusammenbringen muss. Merkur sieht immer ähnlich aus, kommt (abhängig von der Kappungs-Sonnentiefe) selten über 8° hinauf, bei Venus kann es durch das wechselnde Neigungsverhalten der Ekliptik gegen den Horizont während der langen Elongation Verschlingungen wie hier im Bild geben.
Mit freundlichen Grüßen, R.M.
ich erstelle jedes Jahr einige astronomische Übersichtsgraphiken, die in den Jahrbüchern des print-Zeitalters regelmäßig abgedruckt waren, im Internetzeitalter aber weitgehend verschwunden sind (falls jemand Netzstellen kennt, wo es das gibt, würde ich sie gerne wissen). Die rechnerische Gewinnung der Datenbasis ist häufig verwickelt, insbesondere wenn Horizontbezug vorliegt und die Graphiken nur für einen geographischen Ort gelten; früher nahm man in solchen Fällen für die alte BRD einen mittleren Ort wie Frankfurt oder zwei wie Hamburg und München. Ich kann meinen PC nicht dazu bewegen, an vorberechneten Stellen Linien zu setzen, Graphikteile zu schraffieren oder mit transparenten Flächenfarben zu versehen, sodass viel Arbeit mit Lineal, Faserschreiber und traditionellen Farbstiften bleibt. Deshalb bekomme ich die Graphiken auch allenfalls als minderwertigen, nicht publikumsfähigen Ex-Post-Scan in den PC. Ich erstellte aus fünf meiner Graphiken eine Collage und setze sie hierher. Vielleicht greift jemand die Ideen auf und setzt sie im PC professioneller um als ich das kann.
a. Planetenlängen (li. oben): Ekliptikale Längen der Sonne und aller hellen Planeten im Jahreslauf, Längen nach links wachsend, Jahreslauf nach unten mit kräftigen Überschneidungszonen in Nähe der Jahreswechsel; astronomisch verstandene Sternbilder, d.h. verschieden lang und auf Präzession korrigiert, Ophiuchus als 13. Sternbild mit selbst entwickeltem Symbol.
b. Mondlauf im Jahr (li. unten): Grundidee ist ein Kalendarium, das so aufgebaut ist, dass alle Zeitpunkte eines Jahres, zwischen denen eine MITTLERE Lunation liegt, genau übereinander stehen. Dadurch verzieht sich das Kalendarium im Jahreslauf nach rechts, aber die Mondphasen kommen übereinander und bilden 5 oder 6 Spalten. Spaltenteile, die im Jahreslauf graphisch ins Leere laufen, sind als unbezeichnete Marken durchgeführt: 1 = 5 im nächsten oder vorigen Monat, 2 = 6. Bei diesem Layout fallen die Differenzen der wahren und mittleren Phasen sofort auf als Abweichungen in Form einer Schlangenlinie. Phasentermine hier UT, was graphisch in Mitteleuropa ohne Belang ist; will man das Diagramm für Japan oder Kalifornien erstellen, muss man die Termine auf ein örtliches Zeitsystem setzen. Ekliptikale Längen und Breiten, Sternbilder w.o.. Sonntage sind mit Zählnummer im Monat bezeichnet, alles andere muss man abzählen. Finsternisse sind sicher, wenn die gerundete Breite eine Neu- oder Vollmonds 0° beträgt, möglich bei -1° oder +1°, Details sind nachzurechnen.
c. Sichtbarkeit der inneren Planeten (re. oben): Prinzipiell strikt abhängig vom geographischen Ort (hier -10,52°E+49,02°N), sowohl was das grundliegende Dämmerungsdiagramm wie die Auf- und Untergangszeiten der Planeten betrifft. Nachtstunden in MEZ und MESZ als Abszisse, Jahreslauf nach unten mit Überschneidungszonen wie bei Planetenlängen, Schaltjahre werden wie Normaljahre behandelt; in der Mitte neben der Zonenmitternacht wahre und mittlere Ortsmitternacht mit Zeitgleichung.
d. Sichtbarkeit der äußeren Planeten (re. unten): abhängig vom geographischen Ort wie eben, ebenso Nachtstunden und Jahreslauf mit Überschneidungszonen, ebenso Ortsmitternacht und Zeitgleichung. Bei den äußeren Planeten muss man Auf- und Untergänge graphisch sorgfältig unterscheiden. Drei helle äußere Planeten liefern 3 Linien "auf" und 3 "unter", was schnell unübersichtlich wird und nach ausgeklügelten graphischen Lösungen ruft: transparente Flächenfarben? Bei mir sind stattdessen die "Ränder" zur Sichtbarkeit hin koloriert.
e. Sichtbarkeitsdiagramm innerer Planet mit Azimut (Zentrum): mein ältestes Diagramm noch ohne Achsbeschriftung, ansonsten wohl selbsterklärend. Erheblicher Rechenaufwand, da man Planetenhöhen über und Sonnenhöhen unter Horizont zusammenbringen muss. Merkur sieht immer ähnlich aus, kommt (abhängig von der Kappungs-Sonnentiefe) selten über 8° hinauf, bei Venus kann es durch das wechselnde Neigungsverhalten der Ekliptik gegen den Horizont während der langen Elongation Verschlingungen wie hier im Bild geben.
Mit freundlichen Grüßen, R.M.