Verständnisfrage ungekühlte Kamera

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holgimetal

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Hallo,
ich liebäugel mit einer ungekühlten Kamera für mein Skymax 127 Teleskop, um ggf. mal erste kleinere Schritte in Sachen Astrofotografie zu machen. Grundsätzlich nutze ich mein Teleskop für die direkte Beobachtung, aber das ein oder andere Foto wäre hin und wieder ganz schön.

Aber darauf will ich eigentlich gar nicht hinaus, ich schau mich mal um was es so gibt und lese erstmal eine Weile.

Ich habe aber eine grundsätzliche Frage, weil sich mir etwas nicht erschließt. Wenn man z. b. eine Kamera nimmt wie die ZWO ASI120MC-S oder ein vergleichbares Modell. Die werden doch nicht auf das Okular oder den Zenitspiegel gesteckt, sondern am Tubus direkt befestigt, oder? Das heißt aber doch, ich habe keine Möglichkeit zu zoomen, wenn die Kamera über die Funktion nicht verfügt, sondern kann lediglich das Bild aufnehmen, was dann quasi durch den Tubus auf die Kamera fällt.

Richtig oder hab ich da was falsch verstanden? Das aufgezeichnete Objekt näher ranholen geht dann im weiteren Verlauf nur über die Software?

Gruß und Dank
Holgi
 
Hallo Holgi,

keinen Zoom zu haben ist soweit richtig. Man kann das so betrachten, dass die Kamera mit einer Festbrennweite betrieben wird. Im Zweifelsfall muss man hinterher die Bildrander mit Hilfe einer Software abschneiden (Crop). Oder man definiert in der Aufnahmesoftware eine ROI (Region of Interest) und vermeidet direkt überflüssige Ränder.

Wenn Du den Bildausschnitt auf dem Chip verändern willst, kannst Du über den Einsatz einer Barlow-Linse nachdenken, mit allen Eigenheiten, die da so mit sich bringt.

Gruß
Thomas
 
Hallo Holgi,

schau mal hier, da kannst Du verschiedene Kameras mit Deinem Teleskop durchspielen und feststellen was Dich so ungefähr erwartet.
 
Hallo Holgi,
wie Thomas schon schrieb, werden Teleskope fotografisch wie Objektive mit fester Brennweite benutzt. Bei großen Sensoren werden die Bilder „zurechtgeschnitten“ (mit Software Zoomen, croppen….) oder mit der ROI-Funktion werden nur Teilbereiche des Sensors aktiviert, es werden jedes Mal nicht alle Pixel des Sensors für das Bild benutzt. Das kostet Auflösung.
Die ASI 120 hat allerdings einen so kleinen Sensor, dass das kaum zum tragen kommt. Bei Planetenfotografie kommt der kleine Sensor gut zur Geltung, für größere Objekte werden in der Regel größere Sensoren empfohlen.

Mit einer Barlow-Linse lässt sich die Brennweite des Teleskops erhöhen, Objekte werden auf dem Sensor größer, der Bildausschnitt jedoch insgesamt kleiner.
Umgekehrt lässt sich die Brennweite des Teleskops mit einem Reducer reduzieren, wie es der Name schon sagt, dabei wird der auf den Sensor gebrachte Bildausschnitt größer, die Objekte dann entsprechend kleiner.
Aber nicht nur die Bildausschnitte werden mit diesen Linsen verändert, sondern (da die Brennweite verändert wird) auch das Öffnungsverhältnis (F/xx) . Mit der brennweitenverlängernden Barlow wird das Teleskop „langsamer“, es muss länger belichtet werden, mit dem Reducer wird das Teleskop „schneller“, die Belichtungszeiten können kürzer gewählt werden.

……Die [Kameras] werden doch nicht auf das Okular oder den Zenitspiegel gesteckt……

Dass Kameras nicht an Okularen betrieben werden ist nicht ganz richtig. Bei manchen Okularen kann man nämlich für Fotografie die Augenmuschel abnehmen, und dann ist dort ein Gewinde zum Adaptieren von Kameras. Das nennt man dann „Okularprojektion“.
So lässt sich über die Auswahl der Okularbrennweite recht einfach der Bildausschnitt verändern.
Die Baader Hyperion Okulare z.B. sind (meine ich) alle für Okularprojektion geeignet.
Und mit dem Hyperion Zoom bekommst Du …….Du kommst selbst drauf……..auch die vermisste Zoomfunktion .

Okularprojektion ist eine schnelle und einfache Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Brennweiten zu fotografieren.
Das wird beim Einstieg in die Astrofotografie auch oft gemacht, und macht bestimmt auch einen Teil der Popularität der Hyperions aus.

Allerdings hat diese Einfachheit auch einen Haken, weshalb Okularprojektion in der etwas fortgeschritteneren Astrofotografie nicht sehr verbreitet ist: Das scheinbare Gesichtsfeld schränkt die Ausleuchtung der Sensoren (je nach Größe) ein, und die Abbildungsqualität leidet durch die vielen zusätzlichen Linsen und Glas-Luft-Flächen nicht unerheblich.

Funktionieren tut es aber in jedem Fall.

CS

Dietmar
 
Hi,

bei der Astrofotografie wird der Sensor so am OAZ angebracht, dass das von der Hauptoptik (Spiegel oder Linse) erzeugte Bild direkt auf die Sensorfläche projiziert wird.
Das nennt man auch "Aufnehmen im Primärfokus".

Es kommt auch darauf an was du fotografieren willst.
Bei Deep Sky Objekten (Nebel, grosse Galaxien, Sternhaufen, ..) will man ein grosses Feld mit möglichst der vollen Lichtstärke des Optik.
Das heisst keine Barlow, keine Okularprojektion, das ist nicht empfehlenswert.
Stattdessen ein möglichst grosser Sensor (Durchmesser > 10mm) mit hoher Lichtempfindlichkeit/Quanteneffizienz.

Barlow und Okularprojektion sind praktisch nur bei Planeten, da die auch genug hell dafür sind, angebracht.

Gruß
Peter
 
Hallo Holgi,

die Kamera hat eine 1,25" Steckhülse und kann so wie ein Okular eigensteckt werden.
Durch die kleinen Pixel wird das Objekt nachher am Monitor schon viel größer als visuell mit dem Auge durch ein Okular.
Hier z.B. die Asi120mm im Einsatz, allerdings mit Baader Q-Turret Barlow und 12" F5 Dobson.
dobson-mond-live1.JPG

Sinus Iridum, Ok bei ca. 4000mm Brennweite durch Barlow und größeren Abstand zum Barlowelement aber dennoch wird deutlich, wie groß das nachher wird.

Für den Bildausschnitt kannst Du die Daten der Kamera und des Teleskops in Stellarium eingeben und dann die Objekte in der Sensoransicht ansehen. Dort siehst du dann sehr gut, wie viel da auf den kleinen Sensor passt.

Gruß,
Holger
 
Bin gerade etwas verwirrt.
Ist das auf dem Tablet Grad eine Tagaufnahme vom Mond, oder hast du nur eine gemachte Aufnahme eingeblendet?

Gruß Markus
 
Hallo Markus,
beim Mond geht das mit den Tagaufnahmen recht gut.
 

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Hab mir auch schon öfters mal überlegt den Mak tagsüber auf den Mond zu richten.

Manchmal knallt der ja auch am Tage ganz gut
 
Beeindruckende Bilder! Welche Software ist das? FireCapture? Laut dem was ich so lese, nutzen die viele. Die ZWO Homepage empfiehlt ASIStudio, von der habe ich bisher aber nicht viel gelesen.
Gruß
Holgi
 
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