Merkur am Tage mit Details

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Robert_Schumann

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Hallo an alle,
heute habe ich Merkur mal am Tage beobachtet und bin auf die Schnapsidee gekommen, diesen winzigen Planeten zu fotografieren. Dazu habe ich an einem 200/3000mm Refraktor mit einer ZWO ASI290MM (plus einem Astronomik R Filter) 500000 Frames bei 900 fps aufgenommen und davon die besten 0.5% gestackt. Es zeigt sich neben der Sichelform tatsächlich ein Oberflächendetail, nämlich den hellen Krater Kuiper. Um sicherzustellen, dass es sich dabei nicht um ein Artefakt handelt, habe ich eine weitere Sequenz aufgenommen und ein unabhängiges Kontrollbild erstellt. Auch hier ist Kuiper - wenn auch schlechter - zu erkennen.

2022-04-19-1319_9-L-Mercury_lapl3_ap9_Drizzle30.png


Hier das Kontrollbild (anders orientiert):

2022-04-19-1237_8-L-Mercury_kontrolle.png


CS,
Robert
 
Hallo zusammen.

Dito, wenn auch vom 17. April, also einen Tag davor, aber ganz so schnell rotiert der Merkur ja auch nicht.
Neben dem hellsten Krater Kuiper rund 60 km im Durchmesser - sind zahllose weitere auszumachen, einige davon nur 20 km groß. Ich schreib zu dieser Beobachtung in Kürze nochmal mehr.
CS
Rudolf
2022-04-17-1652_7-RAH-R-Mercury_lapl5_ap1_mex1_opt.jpg
 
Hallo Robert,
eine "Schapsidee" ist es eigentlich schon länger nicht mehr, den Merkur aufzunehmen. Erst recht nicht am Tage, denn da steht er ja gewöhnlich am höchsten, und wenn man dann noch den Seeinggang am eigenen Standort gut kennt, kannst Du die besten Sichtfenster perfekt abpassen.
Die Verwendung des R-Filters ist der beste Weg, auch meine Aufnahme hat diesmal nur ein R statt des ansonsten eher gebräuchlichen IR bekommen, was letztrlich der Auflösung zugute kommt.
Ein 200er-Refraktor ist ja ein stattliches Gerät, um auf Merkur anzulegen. Eine halbe Million Bilder (oder hast Du da eine Null zu viel dran?) ist aber schon Giga. Mir reichen um die 100.000, und ich verwende zwischen 3 und 10 Prozent, je nach Ruhe. Entscheidend für die hohe Auflösung ist eine seeehr lange Brennweite, in diesem Fall f:40!
Mehr dazu noch gesondert.
Mach weiter so, dann wird rasch noch mehr auf Deinen Bildern des sonnennächsten Planeten sichtbar werden.
LG
Rudolf
 
Hallo Robert,
eine "Schapsidee" ist es eigentlich schon länger nicht mehr, den Merkur aufzunehmen. Erst recht nicht am Tage, denn da steht er ja gewöhnlich am höchsten, und wenn man dann noch den Seeinggang am eigenen Standort gut kennt, kannst Du die besten Sichtfenster perfekt abpassen.
Die Verwendung des R-Filters ist der beste Weg, auch meine Aufnahme hat diesmal nur ein R statt des ansonsten eher gebräuchlichen IR bekommen, was letztrlich der Auflösung zugute kommt.
Ein 200er-Refraktor ist ja ein stattliches Gerät, um auf Merkur anzulegen. Eine halbe Million Bilder (oder hast Du da eine Null zu viel dran?) ist aber schon Giga. Mir reichen um die 100.000, und ich verwende zwischen 3 und 10 Prozent, je nach Ruhe. Entscheidend für die hohe Auflösung ist eine seeehr lange Brennweite, in diesem Fall f:40!
Mehr dazu noch gesondert.
Mach weiter so, dann wird rasch noch mehr auf Deinen Bildern des sonnennächsten Planeten sichtbar werden.
LG
Rudolf

Halbe Million ist korrekt, das waren aber nur gut 10min Aufnahmezeit. IR-Pass kann ich bei dem Refraktor nicht verwenden, da er von 700-1000 nm zu viel Dispersion hat und keine guten Bilder liefert. Daher nur ein R-Filter. Der IR-Pass ist natürlich überlegen, da er noch besser das Seeing dämpft sowie den Kontrast am Taghimmel verbessert.

Dein Bild ist extrem gut!
 
Hallo Robert,

ein sehr gutes Ergebnis für 20cm Öffnung!

... Der IR-Pass ist natürlich überlegen, da er noch besser das Seeing dämpft sowie den Kontrast am Taghimmel verbessert.

Das halte ich für einen Trugschluss, insbesondere bei Planeten, bei denen man Zeit hat mit dem Aufnehmen, weil sie innerhalb kleiner Zeitabschnitte ( 5 bis 10 Minuten ) keine Rotation zeigen. Hier kostet ein IR-Filter nur unnötig Auflösung!
Bei kleinen bis mittleren Öffnungen bis 280mm sollte man also die Geduld aufbringen und auf die besseren Momente warten.
Das Kontrastargument spielt nach meiner Einschätzung auch nur im Livebild eine Rolle.

Grüße
Torsten
 
Hallo Olli,

Da hat sich aber die Nomenklatur gewandelt. Junge junge.
in meinem Sprachgebrauch wären 11" definitiv groß, und nicht mittel.
LG, Olli

Nun die Nomenklatur richtet sich wohl vor allem nach dem, was die Leute an Öffnungen benutzen. Zu meiner Anfangszeit waren 20cm mittlere Öffnung (finanziell, wenn man nicht selbst gebaut hat, aber eine große Öffnung!).
Schaut man international durch die eingesetzten Öffnungen ( Alpo-Japan Latest ), wird man vermutlich 14 Zoll als die häufigste Teleskopgröße antreffen. Ab 30cm würde ich heute in der Planetenvideografie von einem großen Amateurteleskop sprechen.
Bei den Dobsons und den visuellen Deep-Sky-Beobachtern gibt es vermutlich noch eine andere Kategorisierung. Da sind 20cm wohl eher als kleines Teleskop aufzufassen.

Viele Grüße
Torsten
 
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