Mond stacking verschlechtert die Qualität mit jeder Software

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AstroBrot

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Hallo zusammen,

ich versuche mich aktuell an der Bildbearbeitung vom Mond. Das Preprocessing bereitet mir leider große Schwierigkeiten.
Ich habe 100 Bilder vom Mond aufgenommen, weil ich davon aus gegangen bin, das Stacking wie auch in der DSO Fotografie bessere Qualität (Schärfe/Kontrast) bringt.

Leider haut das aber überhaupt nicht hin.
Da ich noch keine Ahnung habe, wie man Bilder vom Mond stackt, habe ich mir hierfür Tutorials auf Youtube angeschaut.
Hier werden immer PIPP und AutoStakkert verwendet.
Nur leider wird das Bild vom Mond mit jeder weiteren Verarbeitung schlechter.

Hier kurz die Info zum Aufnahmeequipment:
Teleskop: TS Optics CF APO 90mm / 540mm
Kamera: Omegon 571c
Somit kommen wir auf eine Brennweite von 810mm
Aufgenommen mit 0,1 sec Belichtungszeit bei einem 100er Gain und -10°C


Ein unbearbeitetes .fit Bild direkt aus der Kamera schaut dann so aus:

Mond einzeln ohne stacking.png

Zum Anzeigen von .fit Dateien verwende ich GIMP, da ich sonst kein Programm finde, dass .fit Dateien anzeigen kann. Nicht mal Photoshop kann das...
GIMP legt aber irgendwie kleine schwarze Pixel auf das Bild die beim Zoomen richtig krass auffallen:
2022-07-04 22_34_06-[L_M82_0416_Bin1x1_0.1s__-10C] (importiert)-1.0 (Graustufen 16-Bit-Gamma-G...png



Nach dem processing in PIPP dann so (Einzelbild) (Ich hab leider keine Ahnung was PIPP überhaupt macht):
Mond einzeln nach PIPP.png


Und nun nach dem stacking aller Bilder in Autostakkert sieht das ganze so aus (leicht reingezoomt):
Mond stacket stakkert.png

Das wird einfach nur unscharf...


Ich kann nicht sagen was ich falsche mache. Ich finde auch leider keine wirklich guten Tutorials im Netz. Die meisten haben auch den gleichen Ablauf. (PIPP, AutoStakkert, Photoshop)
Ich hab mich zum Beispiel an diesem Video orientiert: Moon Image Stacking and Processing (using Pipp, Autostakkert and Photoshop)

Ich habe vor einiger Zeit schonmal ein Bild mit deutlich weniger Brennweite (250mm) aufgenommen. Damals hatte ich das gleich Problem, sodass ich einfach ein RAW Bild von meiner damals noch DSLM Kamera genommen habe und in Photoshop bearbeitet hatte.

Da aber Photoshop jetzt nichts mehr mit den .fit Files anfangen kann, die aus der AstroCam kommen, ist das auch nicht mehr so einfach.


Ich hoffe unter euch finden sich ein paar Mond Experten :)

Danke und Grüße
Julian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Julian,

Ich bin da jetzt echt nicht der Experte, weil Astrofotografie bekomme ich nur am Rande mit, bin visuell unterwegs, aber würde man Mond nicht auch eher „filmen“ und dann nur die wenigen besten Bilder stacken (Lucky Imaging)?

Kommen aber sicher bald die Hinweise der Experten hier.

Beste Grüsse und klare Nächte
Frank
 
Teleskop: TS Optics CF APO 90mm / 540mm
Kamera: Omegon 571c
Somit kommen wir auf eine Brennweite von 810mm
Verstehe ich nicht, wieso 810mm ?

Du brauchst eigentlich nicht so viele Programme.
Einfach z.B. mit firecapture ein Avi aufnehmen, natürlich ohne debayer.
Mind. 1000 Frames sollten es schon sein.
Dann das Avi in Autostakkert laden und ca. 30-40% stacken, dabei wird es auch gleich debayert.

Das Summenbild wirkt vielleicht etwas unschärfer, lässt sich dann aber mehr schärfen.

Gruß,
Holger
 
Hey Holger,

die Omegon hat einen APS-C Sensor daher rechne ich die Brennweite vom Teleskop x1,5.

Danke für die Tipps. Dann mach ich nächstes mal noch ein paar mehr Bilder ? und mach mich mal mit Firecapture vertraut :)

Grüße
Julian
 
Hallo Julian,

Zum Anzeigen der Bilder kannst du die kostenlose Software Fitswork nehmen oder AsiFitsView, ist in der kostenlosen Aufnahmesoftware ASIStudio von ZwoAsi enthalten. DeepSky Aufnahmen erfolgen auf der Grundlage von Einzelaufnahmen und Langzeitbelichtungen für Planeten- und Mondaufnahmen gilt das Prinzip des Lucky Image und AVI Aufnahmen.

Autostakkert kann zwar auch einzelne FITS Dateien bearbeiten aber das Handling mit einzelnen AVI Dateien ist einfacher. Nach der Analyse zeigt dir Autostakkert einen Quality Graph. Zum Stacken nehme ich nur diejenigen Frames, für die der Graph 75 Prozent anzeigt.

Je nach Einstellung, findest du nach erfolgreicher Bearbeiteung eine Datei oder, wenn der Haken Sharped aktiviert ist, zwei Dateien. Bei zwei Dateien ist die Datei mit der Endung "...conv.png" bereits ein wenig geschärft. Die Weiterbearbeitung kann entweder mit Fitswork oder mit Registax oder auch nur mit Gimp erfolgen. Alles Geschmacksache.

Wenn du hinsichtlich Aufnahmesoftware noch keine Präferenzen hast, finde ich ASIStudio recht interessant. Ob deine Kamera von dieser Software unterstützt wird, weiß ich nicht. Der Platzhirsch ist sicherlich SharpCap. Mir bekannten kostenlosen Aufnahmesoftware sind ASIStudio, SharpCap, FireCapture, AstroDMX, AMCap, Giotto.

viel Erfolg

Albert
 
Hallo Julian,

ich bin zwar auch noch Anfänger, nutze aber nach dem Stacken in AutoStakkert zum Schärfen RegiStax. Dazu gibt es auch verschiedene YT-Tutorials.
Mit Deiner oben geposteten kleinen PNG-Datei kann man zwar nicht wirklich was anfangen, ich hab sie aber nur mal zur Anschauung in RegiStax geladen und an den Wavelet-Reglern gespielt. Man sieht dann in der Processing Area den Unterschied und kann es dann auf das ganze Bild anwenden. Einen Screenshot davon hänge ich mal mit an.

Gruß,
Peter

RegiStax.JPG
 
Stacken mittelt in erster Linie das Signal aus vielen Bildern. Du bekommst mit dem Stack sozusagen die Summe einer unendlichen Zahl von perfekten Gaußkurven. Nach meinem Verständnis wirkt stacken damit im ersten Schritt wie ein gaußscher Weichzeichner.

Der Vorteil der Methode ist, dass man zwar erst mal ein weiches Bild hat, dieses aber wegen der perfekten Gaußkurven genau deswegen extrem stark schärfen kann. Mit Schärfen kann man so Details hervorholen, die im Summenbild überhaupt nicht zu erkennen sind.

Peter hat das oben schon vorgeführt. Ich würde in Registax allerdings anders vorgehen und mit kleineren Radien anfangen. Wenn man Radien verwendet, die größer sind als die Bildauflösung, bilden sich schnell unschöne Artefakte und überzogene Kontraste an Kanten. Je größer der Wert bei Sharpen, desto größer die Schärfungsradien.

Eine Staffelung von 0,08, 0,10 und 0,12 hat sich bei mir als Einstieg gut bewährt. Den ersten Layer gestalte ich immer so, dass sich gerade so ein Effekt zeigt, wenn ich den Regler auf 100 schiebe. Den ersten Layer verwende ich hauptsächlich zum Entrauschen. Man braucht nur einen Layer zum Entrauschen. Den zweiten Layer kann man eigentlich mit der Methode auch immer fast voll aufdrehen. Wenn es rauscht, kann man im ersten Layer mit Denoise gegen steuern. Der dritte Layer ist nur zum Feinting da, da durch den größeren Radius schnell die oben erwähnten Artefakte entstehen.

Wenn sich zu wenig bzw. zu viel tut im zweiten Layer, erhöht bzw. reduziert man die Schärfung in 0,01er Schritten für die komplette Staffelung. Man kann auch mehr Layer nehmen mit feinerer Staffelung usw. Bei Preview kann man per Klick einen Eindruck erhalten, welcher Detaillevel im Bild hervorgehoben wird. So kann man mit großen Radien z.B. den Kontrast in den Jupiterbändern verstärken ohne die feinen Details zu zerstören. Muss man etwas spielen mit.

Grüße,
Joachim
 
Hey Holger,

die Omegon hat einen APS-C Sensor daher rechne ich die Brennweite vom Teleskop x1,5.

Danke für die Tipps. Dann mach ich nächstes mal noch ein paar mehr Bilder ? und mach mich mal mit Firecapture vertraut :)

Grüße
Julian
Brennweite bleibt Brennweite, sofern keine Barlow oder Shapley eingesetzt wird. Einzig das Bildfeld ist von der Sensorgröße abhängig. Also ist die Multiplikation mit 1,5 m.E. nicht korrekt.

Das Raw sieht doch schon mal ganz gut aus.

CS
Jörg
 
Etwas OT:
die Brennweite hat nix mit der Sensorgröße zu tun. Brennweite ist eine feste Größe der verwendeten Optik.
cs

Oops, das hat schon jemand kurz vor mir gepostet, sorry.... nicht bemerkt.
 
Hallo Peter,

mach Dir das Leben einfacher und benutze auch einmal SIRIL (zum Stacken) und den Win10 Fotoeditor. Beispiel:

Ein Blick aus meiner Fenstersternwarte (West) auf unseren treuen Begleiter. Aufgenommen mit AstroDMx, gestacked mit SIRIL. Teleskop SVBONY SV503 102/714 ED mit SV305 (IMX290) auf ORION AZ-EQ5, ohne Filter, ohne Guiding, 5.7.2022, 23:18:08 Uhr, 3s Gesamtbelichtungszeit. Rohbildstack und Endfassung nach Massage mit Win10 Fotoeditor.

Gruß,
Peter

Screenshot from 2022-07-06 14-27-36.png Screenshot from 2022-07-06 14-07-28.png Screenshot from 2022-07-06 13-59-24.png
 
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