Neues Tool zur Reduzierung/Vermeidung von Differntial Flexure in NINA

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pete_xl

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Hallo Leute,

Benutzer von Leitrohren für das Guiding kennen das bestimmt: das Guiding läuft perfekt, trotzdem sind die Sterne am Ende nicht rund. Der Grund dafür meistens Verschiebungen der Bildachsen von Abbildungsteleskop und Leitrohr während der Aufnahme, die unter dem Begriff "differential flexure" zusammengefasst werden.

Ich möchte euch auf ein neues Plugin aufmerksam machen, das differential flexure bei der Aufnahme erkennt und korrigiert/reduziert. Es wurde von Francesco Meschia programmiert und steht seit kurzem als neues Plugin in NINA zur Verfügung. Ich habe eine Beta-Version getestet und finde sowohl das Konzept als auch die Umsetzung clever und wirkungsvoll.

Der nachfolgende (maschinenübersetzte) Text von Francesco erklärt die Funktion. Bitte beachtet, dass das Plugin nur mit PHD2 arbeitet.

"Was ist differentielle Biegung?
Bei geführten Aufnahmen tut das Nachführsystem das Nötige, um die Sterne in seinem Gesichtsfeld an den gleichen Positionen zu halten. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Gesichtsfeld des Nachführsystems und das des abbildenden Teleskops in einem festen Verhältnis zueinander stehen, so dass die Nachführung eines Sterns in dem einen zu runden Sternbildern in dem anderen führt.
Leider ist dies nicht immer der Fall. Bei der Verwendung von getrennten Leit- und Abbildungsfernrohren reicht deren Montage in der Regel aus, um sie annähernd in einem festen Verhältnis zueinander zu halten, aber nicht immer auf präzise Weise. Wenn sich beispielsweise das Montagesystem des Leitfernrohrs während der Aufnahme ein wenig durchbiegt, "denkt" das Leitfernrohr, dass die Sterne sehr genau nachgeführt werden, während sie in Wirklichkeit kurze Spuren auf dem Abbildungssensor des Hauptfernrohrs erzeugen. Es handelt sich hierbei um eine differentielle Biegung, d. h. um einen Unterschied in der Art und Weise, wie das Leitfernrohr und das abbildende Fernrohr auf die Schwerkraft und die Bewegung im Laufe der Zeit reagieren.
Wenn Sie ein Leitfernrohr verwenden, werden Sie ein gewisses Maß an differentieller Biegung haben. Dieses Plugin zielt darauf ab, die nachteiligen Auswirkungen zu korrigieren und zu verringern. Es erkennt, wie sich die Ausrichtung der beiden Zielfernrohre im Laufe der Zeit verändert, und weist dann das Führungsfernrohr an, eine allmähliche Verschiebung der Verriegelungsposition vorzunehmen, um dies zu kompensieren.
Um dieses Plugin zu verwenden, fügen Sie den Auslöser "Flexure Correction" in Ihre Sequenz ein. Der Auslöser erkennt, wenn eine Belichtung kurz bevorsteht, und nimmt vorher eine kurze Belichtung auf (die Dauer wird durch die NINA-Einstellungen zur Plattenauflösung bestimmt). Filter- und Fokusposition sind die gleichen, die auch für die bevorstehende Belichtung verwendet werden. Dieses Bild wird plattenaufgelöst (plate solved) und mit dem Ergebnis der eigentlichen Belichtung verglichen, um festzustellen, wie stark das abbildende Teleskop während der Belichtungsdauer gedriftet hat. Die Drift wird verwendet, um die Driftrate des abbildenden Teleskops in Bogensekunden pro Stunde zu schätzen, und der Guider wird angewiesen, seinen Fixpunkt mit der gleichen Rate, aber in die entgegengesetzte Richtung zu verschieben, um die Gesamtdrift im nächsten Bild zu verringern.
Das Plugin kann so konfiguriert werden, dass Drifts ignoriert werden, die entweder zu klein (z. B. innerhalb des Unsicherheitskreises aufgrund des Seeings) oder zu groß (z. B. aufgrund eines plötzlichen "Spiegelflops") sind. Diese Grenzwerte können auf der Optionsseite des Plugins festgelegt und in Einheiten des Guiding RMS ausgedrückt werden: Die Standardeinstellung ist zum Beispiel, dass Drifts ignoriert werden, die die Belichtung um weniger als den Guiding RMS oder um mehr als das 10-fache des Guiding RMS beeinflusst haben. Sie können auch festlegen, dass nur Aufnahmen, die länger als eine bestimmte Dauer sind, für die Berechnung der Verschiebungsrate berücksichtigt werden sollen, um eine genauere Projektion der Gesamtverschiebungsrate pro Stunde zu erhalten. Dies kann auf globaler Ebene oder in jeder Instanz des Auslösers in der Sequenz eingestellt werden. Außerdem kann ein "Aggressivitäts"-Parameter festgelegt werden, um zu bestimmen, wie viel von der gemessenen Drift in jeder Belichtung zur Berechnung der neuen Verschiebungsrate berücksichtigt wird."
(Text von Francesco Meschia)
 
Moin,

das klingt interessant, hat das schonmal jemand in der Praxis ausprobiert?

CS
Jörg
 
Moin,

das klingt interessant, hat das schonmal jemand in der Praxis ausprobiert?

CS
Jörg
Hallo Jörg,

ich selber hatte es schon getestet, wie ich oben schrieb. Allerdings habe ich in meinem aktuellen Setup keine Probleme mit Eiersternen. Trotzdem kann ich berichten, dass das Plugin funktioniert und tut, was es soll. Nur waren die Korrekturbeträge bei mir sehr klein.

Ein möglicher weiterer Anwendungsfall wäre für Leute, die das Problem gerade haben und auf der Suche nach der Ursache sind. Mit den Daten aus den Logs kann man die Flexur sozusagen "messen" und testen, ob Veränderungen im Setup tatsächlich auch Verbesserungen bewirken.
 
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