NGC 1499 mit H-beta 5,5nm am Vorstadthimmel?

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WUNNI

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Hallo!
Der Perseus- oder Kaliforniennebel ist bekanntlich seeehr lichtschwach und diffus. E. E. Barnard verkündete im Januar 1886 im "Sidereal Messenger" die Entdeckung eines "überaus schwachen Nebels", den er nur mit geringster Vergrößerung und bei indirektem Sehen bemerken konnte. (SidM Vol. 5 (1886), Nr. 1, Seite 27)
F. S. Archenhold hat ihn in Berlin 1891 als erster fotografiert und seine komplette Ausdehnung erkannt, was J. Scheiner aus Potsdam im Februar 1893 in den Astronomischen Nachrichten bestätigte (AN 3157, S. 205). Scheiner hatte dazu bis zu sechs Stunden belichtet.

NGC 1499 - eine harte Nuss! Kann man den unter Vorstadthimmel-Bedingungen sehen? Wohl kaum!?
(Hmm, ich "wusste" ja auch mal, dass man den Cirrus-Nebel nicht sehen kann, bis ich ihn mit einem OIII-Filter sehr gut gesehen habe...)

Vor ein paar Wochen gönnte ich mir ein mit 5,5nm sehr schmalbandiges H-beta-Filter. Mittwoch (14.12.) letzter Woche schien es zum ersten Mal nach Eintreffen des Filters, als ob es "klar" sein würde. War es nicht, wie man unter Satellit Nebel-Check-Bild vom 14.12.2022, 19:30 Uhr - Brandenburg sehen kann. Leichter Hochnebel, durchaus Sterne im Zenit, aber unter h~70° ziemlich mau. Auch das Geminiden-Maximum dümpelte deshalb nur so vor sich hin.

Und dennoch: Am 12"-Newton mit 30mm-82°-Okular und H-beta-Filter war NGC 1499 selbst bei diesen Bedingungen deutlich sichtbar, der hellere nordöstliche Teil sogar durchaus gut.
Der ausgedehnte Nebel passte zwar nicht annähernd ins Gesichtsfeld, aber das ist beim Cirrus-Nebel genauso. Beeindruckend!
Weitere Nebel-Forschungen stehen aus, bis es mal wieder klar ohne "" ist... :cool:

CS,
Niko
 
Hallo Niko,
Sehr interessant! Hast du den Baader HBeta Filter benutzt?
Ich habe auch Vorstadthimmel:sneaky:

CS

Christian
 
Hallo Niko,
interessant ist auch der historische Exkurs zur Entdeckung des Nebels. Hast du Zugang zu den genannten Büchern bzw astro Bibliothek?
CS Frank
 
Hallo Niko,

interessant. Ich habe den H-Beta Filter bislang nur für Pferdekopfnebel bzw. Barnards Dunkelnebel in der sommerlichen Milchstraße eingesetzt.
Müsste ich mal am California-Nebel mit meinem 130er probieren. Der bietet ein größeres Gesichtsfeld.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Christian und Frank,

Filter: mein OIII und der H-beta sind beide die schmalbandigsten von Baader als 2". Viel Geld... :eek:
Aber meine Vermutung, dass bei mir nur schmalbandige Filter noch etwas nützen, hat sich bewahrheitet. Da ich durch den OIII "neue Welten entdeckte", habe ich nun auch den H-beta ausprobiert. ;)

Historischer Exkurs: Ich habe vor Jahren mal einen Vortrag drüber gehalten, u. a. vor der versammelten Familie Archenhold...
Mit der Fotografie des Kaliforniennebels durch F. S. Archenhold begann ja die Geschichte der späteren Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow.

Die Originalquellen sind heutzutage alle im Internet frei verfügbar. Allerdings ist das eine ziemliche Sucherei, weil man bei null anfängt und z. B. ganze Jahrgänge durchgehen muss, um einen kleinen Eintrag zu finden. Aber es ist spannend und interessant.
Besonders interessant fand ich den Sideral Messenger vom William Payne. Der war damals in den USA das Astronomie-Journal schlechthin, ist in Europa aber nahezu unbekannt. U. a. Barnard veröffentlichte dort "unter ferner liefen" seine Entdeckungen. Da den SidM hier keiner kannte, gab es Doppel-Entdeckungen durch europäische Astronomen. Barnard reagierte darauf höchst pikiert...

Das Bild ist eine Montage aus Titel und Artikel; im Original war der noch viel unauffälliger platziert...
Barnard_Entdeckungsmeldung__1886SidM_S27+Titel.png


CS, Niko
 
Hallo Niko, willkommen in der 5,5nm-Gemeinde. Ich benutze diesen Filter seit seiner Markteinführung im Herbst 2021 mit grossem Erfolg. Ich berichte hier ausführlich über Vergleiche mit 12nm, 8,5nm und 5,5nm H-Beta Filter.

Auch von mir Dank für die historischen Ausführungen, sehr interessant! Offenbar hat Barnard, wenn er den Nebel mit 0,5° Ausdehnung sah, den hellsten Teil der nördlichen Flanke gesehen. Heute können wir Amateure durch die Filter Dutzende H-Beta Nebel sehen, manche sogar unter eingeschränkten Himmelsbedingungen.

Mein Eindruck ist übrigens, dass der Kaliforniennebel nach M42 die größte Flächenhelligkeit von allen hat. Da er gleichzeitig einer der größeren ist, ist er - entgegen landläufiger Meinung - visuell ein richtiger Brummer. Hier habe ich den größeren Kontext in der Sternassoziation Perseus OB2 physikalisch und visuell herausgearbeitet.

Beste Grüße, Christopher
 
Hallo Christopher,
Danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich habe ein 100 SD APM Fernglas und da komme ich mit den 32 Plössl
Auf eine AP von 5.8 bei 17facher Vergrößerung. Lohnt da ein Versuch bei meinem Ratinger Himmel.....im Zenit
Bei sehr guten Bedingungen vielleicht 5mg und ein bisschen . Zwei von den Baader Filtern kosten ja.......:eek:
Oder lieber mit 100/500 Refraktor und einem 2" Filter .......

CS

CHRISTIAN
 
Hallo Christian,

Ich empfinde den binokularen Gewinn als gross, gerade bei flächigen, diffusen Objekten. Deshalb würde ich klar zum Bino raten. Wobei mein bevorzugtes Gerät für so ein grosses Objekt ein 10x70 Fernglas ist. Aber die Kosten für zwei Filter sind natürlich ein Hindernis.
Wenn Du den Plössl ins 100/500 steckst hast Du etwas mehr Austrittspupille und Feld als mit dem 100/550 Fernglas. Beides hilft, und Du brauchst dann nur einen 1,25" Filter ... den Du später verdoppeln kannst für's Fernglas, falls Du Blut leckst ...

Übrigens ist Abschirmung des Umgebungslichts ganz wichtig für solche Beobachtungen. Unbedingt den Kopf unter ein dunkles Tuch! Am Besten das Tuch so halten, dass auch der Boden des Bobachtungsplatzes nicht zu sehen ist. Schon die reflektierte Bodenhelligkeit reduziert die Wahrnehmung. So eingepackt geht Deine Augenpupille auf, und die grosse Austrittspupille ist nutzbar, auch in Deiner 5mag-Umgebung.

Gut eingepackt kannst Du eventuell am 100er Mono mehr sehen, als ohne Abschirmung am 100er Bino.

CS, Christopher
 
Hallo Christopher,
Ich werde es erstmal mono ausprobieren........mit einem 8x56 oder mit einem Dekarem 10x50 sollte
es mit zwei Filtern dann ja auch klappen.

Gruß

Christian
 
Hallo in die Runde,

da dieser Thread ein für mich aktuelles Thema anspricht, möchte ich mich mit einer Frage einklinken.

Ich würde auch gern mit der Beobachtung von H-Beta-Objekten anfangen. Seit Kurzem habe ich hierfür einen 12-Zoll-Dobson zur Verfügung.

Eigentlich wollte ich den H-Beta-Filter von Astronomik mit 12 nm Halbwertsbreite kaufen. Dann habe ich den Artikel von Christopher über die Vorteile der engbandigeren Filter gelesen. Der auch in diesem Thread gelobte 5,5-nm-Filter von Baader ist mir aber zu teuer, zumal ich die 2-Zoll-Variante benötige.

Lohnt es sich, am 12-Zöller mit dem breitbandigeren Astronomik-Filter zu beginnen? Meine Ziele wären in erster Linie California- und Pferdekopfnebel. Habe ich mit dem Astronomik-Filter bei ländlichen Bedingungen (Bortle 4) eine gute Aussicht auf eine erfolgreiche Beobachtung? Ansonsten müsste ich warten, bis der Baader-Filter mal gebraucht angeboten wird ...

Danke im Voraus für eure Meinungen!

CS und viele Grüße

Claus
 
Hallo Claus,

Unter Deinem Landhimmel ist der Astronomik 12nm H-Beta sicher eine gute Sache. Für California sowieso, der eine hohe Flächenhelligkeit (im "klassischen" 2° großen Teil) hat. Je mehr Störlicht es gibt, desto nützlicher werden die engeren Filter. Die Leute, die laufend unter bestem Alpenhimmel beobachten, berichten mir sogar, dass sie Filter im Großen und Ganzen kaum benutzen.

Es gilt, das günstigste Zusammenspiel zwischen Himmelsobjekt (jedes hat eine andere Emissionscharakteristik), Himmelsbedingungen, optisches Gerat und persönlicher Verfassung, Vorlieben und Möglichkeiten zu finden.

Übrigens, wenn Du am Pferdekopf bist, schaue mal zum Flaming Star IC 405 weiter nördlich im Fuhrmann. Sein hellster Teil ist im Norden, wo der anregender Stern AE Aur "hineinstößt" (der Schweif nach Süden ist viel schwieriger). Und wenn das gelingt: probiere Lower's Nebula Sh 2-261 im nördlichen Orion! Das wird im Interstellarum Atlas als UHC geführt, emittiert aber vorwiegend in H-Beta.

Gruss, Christopher
 
Hallo Christopher,

danke für deine Antwort und für die hilfreichen Infos!

Nun ja, mit dem Landhimmel bei uns ist es so eine Sache. Ich kann Beobachtungsplätze erreichen, die grob Charakteristika von Bortle 4 aufweisen und fst ca. 5,5 mag bieten. Leider ist die Transparenz hier im niedersächsischen Umland meistens nur durchschnittlich, und die guten Beobachtungsnächte sind gezählt.

Ich rechne jetzt mal damit, dass ich den Californianebel gut beobachten kann, es aber mit dem Pferdekopfnebel schwierig wird. Vermutlich muss ich eine Nacht mit hervorragender Transparenz abwarten. Danke übrigens für die Tipps zu den zusätzlichen Objekten. Mal sehen, ob ich diese erkennen kann.

Was du zum Astronomik-Filter schreibst, klingt einleuchtend. Ausschlaggebend ist also das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, sodass es keine Pauschalempfehlung für 5,5 nm geben kann.

Ich finde auch, dass bei den engbandigen Filtern stört, dass der Hintergrund so stark absäuft. Es stört mich gerade an schwächeren Objekten bei meinen Astronomik OIII, dass dieser so viele Sternenlicht wegnimmt.

Den Astronomik H-Beta werde ich demnächst bestellen. Ich berichte bei Gelegenheit über meine Erfahrungen!

Viele Grüße

Claus
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Christopher,
Hallo Niko, willkommen in der 5,5nm-Gemeinde. Ich benutze diesen Filter seit seiner Markteinführung im Herbst 2021 mit grossem Erfolg. Ich berichte hier ausführlich über Vergleiche mit 12nm, 8,5nm und 5,5nm H-Beta Filter.
oh je, schon wieder ein Filterkauf, den 5,5nm H-Beta (Wieviele Filter habe ich jetzt eigentlich?). ;)
Danke für den Vergleichsbericht.
Deine Erfahrung mit dem Pferdekopfnebel und 5,5nm H-Beta würde mich noch interessieren.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,
um die Wahrheit zu sagen kann ich nicht über Erfahrungen mit dem Pferdekopfnebel berichten. Dies liegt daran, dass ich kleine Öffnungen benutze und bei Linienfilternutzung gerne eine große Austrittspupille habe. Das reduziert z.B. bei 100mm Öffnung und 6mm Austrittspupille die Vergrößerung auf 16x. Das führt wiederum zu einer Vorliebe für große Objekte. Der Pferdekopf ist etwa 4x6 Bogenminuten klein, was nicht zu meinem Beuteschema passt.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe es noch nie versucht!
Gruß, Christopher
 
Hi Claus,
Ich rechne jetzt mal damit, dass ich den Californianebel gut beobachten kann, es aber mit dem Pferdekopfnebel schwierig wird. Vermutlich muss ich eine Nacht mit hervorragender Transparenz abwarten. Danke übrigens für die Tipps zu den zusätzlichen Objekten. Mal sehen, ob ich diese erkennen kann.
ich will schon lange mal den Pferdekopfnebel erhaschen (Traum meiner Kindheit ;) ). Bisher nicht geschafft.

Man darf sich mM nicht von den positiven Berichten täuschen lassen. Der ist echt schwierig.
Diese Beobachter haben entweder einen super Himmel, einen Riesenspiegel und/oder super Beobachtungsfähigkeiten.

Jedenfalls habe ich ihn bisher mit dem Astronomik H-Beta Filter weder in meinem 20 Zöller geschweige denn im 12 Zöller gesehen.
Allerdings unter Vorstadthimmel und ohne besondere Beobachtungsvorkehrungen oder Fähigkeiten.

Gruß
Peter
 
Hallo,

Christopher, Deinen Filtertest habe ich vor dem Kauf des H-beta gelesen. Beiträge wie Deiner waren mit kaufentscheidend...
Danke auch für den Tipp zu Perseus OB2. Es sind wirklich "neue Welten", die man mit solchen Filtern erreicht. Da werde ich noch einiges an Beobachtungszeit investieren..! ;)

Wirklich gute Filter (wie auch wirklich gute Okulare) sieht man selten gebraucht im Biete-Bereich...
Das H-beta mit fast 300 Ocken ist kein Schnäppchen. Das möchte man bei Nichtgefallen zurückschicken können. Was ist, wenn man 2 Wochen nach Lieferung nur Mistwetter hat? Mit Baader habe ich vorher vereinbart, dass die Frist zum Kauf auf Probe nicht nach 2 Wochen enden darf, sondern erst, wenn ich es mal ernsthaft testen konnte. Man war zugänglich! ("Wenn es nicht sechs Monate werden..") Mit anderen Händlern kann man bestimmt genau so reden, Fairness auf beiden Seiten.
Ich wette, man kann auch vereinbaren, dass man mehrere Filter zum Ausprobieren kauft und dann nur eines behält.

Mein H-beta behalte ich, auch wenn das wetterbedingt noch kein "ernsthafter Test" war, soviel steht fest. :y:

CS, Niko
 
Ich finde auch, dass bei den engbandigen Filtern stört, dass der Hintergrund so stark absäuft. Es stört mich gerade an schwächeren Objekten bei meinen Astronomik OIII, dass dieser so viele Sternenlicht wegnimmt.
Hallo Claus,

die meisten H-Beta-Objekte sind ja eher in sternreicher Gegend, da finde ich es nicht so schlimm, wenn die Sterne stärker unterdrückt werden.

Mein Himmel ist mit Bortle 5 bis 6 vermutlich etwas heller als bei dir. Im direkten Vergleich fand ich den 5,5nm H-Beta bis jetzt eigentlich bei allen H-Beta-Objekten merklich besser als den 12nm Filter.

Zumindest bei meinen Himmel würde sich der Aufpreis zum engeren Filter auf jeden Fall lohnen. Ob das bei Bortle 4 auch noch so ist, kann ich nicht beurteilen.

Gruß
Ronny
 
Hallo miteinander,

in meinen Aufzeichnungen finde ich eine Beobachtung v. NGC 1499 mit dem 90/600 Apo. Mit einem UHC-S konnte ich eine Aufhellung an der Südkante sowie an der gegenüberliegenden Nordkante schwach erkennen. Der Hß war zu schmalbandig für die kleine Öffnung. Da ging nix!

Beobachtet habe ich seinerzeit mit einem 25mm Okular (AP 3,75) und einem 15mm Okular (AP ) 2,25 und zwar unter Stadtrandbedingungen von meiner Terrasse aus.

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Uwe,

ich würde Dich ermuntern, die Austrittspupille zu vergrößern. Ich fahre damit gut, wobei ich ebenfalls unter Stadtrandbedingungen bin, FST um 5m0 herum. Entscheidend ist die Abschirmung mit Beobachtungstuch. Dann geht im dunklen Okularbild - der Filter macht den Himmelshintergrund ja richtig dunkel! - die Augenpupille auf, die große Austrittspupille wird nutzbar.

Das ist sozusagen der "Trick" in aufgehellter Umgebung: Man macht den Himmelshintergrund im Okular dunkel durch den Filter - nicht durch Reduktion der Austrittspupille, wie man sonst würde - und macht die Augenumgebung dunkel durch das Beobachtungstuch. Wenn der Filter gut zum Himmelsobjekt passt, wird sein Licht weitgehend durchgelassen.

Es muss dann nur die Flächenhelligkeit des Himmelsobjekts größer als die Flächenhelligkeit des Himmelshintergrunds sein. Bei FST 5 hat das seine Grenzen, da die Zahl derart heller Himmelsobjekte begrenzt ist. Ich konnte aber beim Kaliforniennebel das bis FST 4m0 treiben (14x80 Fernglas, 5,5nm H-Beta auf beiden Seiten) weil dieser Nebel hinreichend hell ist. Mit anderen Worten: Kalifornien ist heller als ein 4mag-Himmel, man muss nur den Himmel "wegfiltern"!

Auch das in der Regel größere Bildfeld bei mehr Austrittspupille (geringerer Vergrößerung) ist hilfreich. Kalifornien braucht eigentlich 5° um gut eingerahmt zu werden. Mit 2° ist er nicht nach allen Seiten dunkel eingerahmt, sondern man fährt die Ränder ab und kann das Objekt nicht in seiner Gesamtheit erfassen. Das erschwert auch die Erkennung seines Vorhandenseins bei Grenzbeobachtungen.

Gruss, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Uwe,
hallo Christopher,
bei NGC 1499 fange ich immer an zu glühen, empfinde ich den Nebel doch entgegen der landläufigen Meinung als ziemlich einfaches Objekt. Zudem unterstützte ich Christophers Aussage, dass möglichst viel AP hier sehr hilfreich sein kann. Die besten Erfahrungen haben ich sogar mit AP über 7 mm gemacht. Fragt mich nicht warum, aber dieser Nebel wirkt ausgerechnet dann am kontrastreichsten und am besten sichtbar.

Beste ygrü
 
Oh, oh, gestern bei der Antwort bin ich abgestorben. Die wollte ich so noch gar nicht abschicken.

Christopher, ich wollte dir noch schreiben, ich freue mich riesig, dass das Thema Filterexperimente mehr und mehr ins Licht der Öffentlichkeit rückt. Ich kann es nur jedem Interessierten und allen Filterfetischisten empfehlen, mal dort vorbeizuschauen.

Und jetzt mit ordentlicher Verabschiedung, viele Grüße

Rene
 
Hallo Christopher,
Danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich habe ein 100 SD APM Fernglas und da komme ich mit den 32 Plössl
Auf eine AP von 5.8 bei 17facher Vergrößerung. Lohnt da ein Versuch bei meinem Ratinger Himmel.....im Zenit

CHRISTIAN
Welche Plössl sind denn das, dass die fokussieren? Vmtl. TV, die sind gutmütig, ich nutze das 40mm am Spektiv, wenn ich in der Dämmerung AP benötige. Meine zwei 35mm Eudiascopic haben ja schon mono tlw. einen 'exzentrische Fokuslage', da brauch' ich's im 100ED erst gar nicht erwarten. Die AP der 24mm PanO ist eben recht klein.

csm
 
Hallo Christian,

Ich empfinde den binokularen Gewinn als gross, gerade bei flächigen, diffusen Objekten. Deshalb würde ich klar zum Bino raten. Wobei mein bevorzugtes Gerät für so ein grosses Objekt ein 10x70 Fernglas ist. Aber die Kosten für zwei Filter sind natürlich ein Hindernis.
Wenn Du den Plössl ins 100/500 steckst hast Du etwas mehr Austrittspupille und Feld als mit dem 100/550 Fernglas. Beides hilft, und Du brauchst dann nur einen 1,25" Filter ... den Du später verdoppeln kannst für's Fernglas, falls Du Blut leckst ...

CS, Christopher
Ich hab jetzt auch mal das bei Baader gelesen, und die Option mit dem Fujinon fand ich interessant. Da ich aber bislang nur 2" Astronomik habe (UHC und OIII), und diese mittels Step-down-Ringen objektivseitig am 10x-Canon-stabi befestigt habe, frag' ich mal nach der 2"-h-beta-Variante. Bislang immer 2", weil ich's für die TV 35,17,12 am 12er Dob nutzte. Ein FMTSX 7x50 hab ich ja, aber wg. der AP nutze ich das eher selten. Bringt jetzt die 'Alternative' 2" gemischt (also h-beta und OIII) objektivseitig mehr/weniger, als die 1,25er Baader-h-beta okularseitig (so wie im Baader Beitrag gezeigt)? Zwei 2" h-beta wollte ich mir jetzt wg. der wenigen Objekte (visuell) nicht zulegen.

csm
 
Hallo Manne,

Um Erfolg bei der Nebelbeobachtung zu haben, hilft es sehr, die Sache vom Himmelsobjekt her zu sehen, d.h. dessen Emissionscharakteristik zu bedenken und erst im zweiten Schritt den Filter zu wählen. Die interessantesten H-Beta-Objekte strahlen mehr oder minder komplett in H-Beta, nicht in OIII. Wo eine Emissions-Mischung vorliegt, emittiert meistens ein kleiner zentraler Bereich des Nebels in OIII, ein weitaus größerer, äußerer Bereich in H-Beta.

Wolf-Rayet-Nebel und jüngere Supernovareste verhalten sich anders, mit OIII im ganzen Bereich des Nebels. Viele (die meisten?) planetarische Nebel ebenso. Aber diffuse galaktische Nebel - also die eigentlichen H-Beta-Objekte - sind zahlreicher in H-Beta und, nicht zuletzt, tendenziell größer als in OIII.

Langer Rede kurzer Sinn: Mit OIII auf einem Objektiv ist jenes Objektiv nicht mehr am H-Beta-Bild beteiligt. Zwei H-Beta okularseitig ist einer gemischten objektivseitigen Filterung OIII/H-Beta an fast allen Himmelsobjekten deutlich überlegen, wenn es um H-Beta geht. Dort, wo ein Himmelsobjekt sowohl in OIII und H-Beta stark emittiert, macht UHC Sinn, z.B. am Orionnebel und Nordamerikanebel, um beide Emissionslinien zu erwischen. Der Kaliforniennebel, jedoch, hat gar kein OIII, soweit ich weiss. Deshalb ist er schlapp mit einem UHC-Filter und unsichtbar mit einem OIII-Filter.

Gruß, Christopher
 
Hallo Manne,
Es sind ganz normale 32mm Plössl .......meine sind Omegon gelabelt. Sind sicherlich baugleich mit TS etc.
Probleme mit dem fokussieren gibt es nicht.
Ich warte jetzt auf CS ......gestern ist mein 1 1/4 Baader 6.5nm h beta Filter angekommen ......wahrscheinlich
gibt es jetzt sechs Wochen H2O Nebel :eek:

CS

CHRISTIAN
 
Hallo Manne,

Um Erfolg bei der Nebelbeobachtung zu haben, hilft es sehr, die Sache vom Himmelsobjekt her zu sehen, d.h. dessen Emissionscharakteristik zu bedenken und erst im zweiten Schritt den Filter zu wählen. Die interessantesten H-Beta-Objekte strahlen mehr oder minder komplett in H-Beta, nicht in OIII. Wo eine Emissions-Mischung vorliegt, emittiert meistens ein kleiner zentraler Bereich des Nebels in OIII, ein weitaus größerer, äußerer Bereich in H-Beta.

Wolf-Rayet-Nebel und jüngere Supernovareste verhalten sich anders, mit OIII im ganzen Bereich des Nebels. Viele (die meisten?) planetarische Nebel ebenso. Aber diffuse galaktische Nebel - also die eigentlichen H-Beta-Objekte - sind zahlreicher in H-Beta und, nicht zuletzt, tendenziell größer als in OIII.

Langer Rede kurzer Sinn: Mit OIII auf einem Objektiv ist jenes Objektiv nicht mehr am H-Beta-Bild beteiligt. Zwei H-Beta okularseitig ist einer gemischten objektivseitigen Filterung OIII/H-Beta an fast allen Himmelsobjekten deutlich überlegen, wenn es um H-Beta geht. Dort, wo ein Himmelsobjekt sowohl in OIII und H-Beta stark emittiert, macht UHC Sinn, z.B. am Orionnebel und Nordamerikanebel, um beide Emissionslinien zu erwischen. Der Kaliforniennebel, jedoch, hat gar kein OIII, soweit ich weiss. Deshalb ist er schlapp mit einem UHC-Filter und unsichtbar mit einem OIII-Filter.

Gruß, Christopher
Ok, mit den Durchlässen das ist klar - also wäre mit der Argumentation der AP die Variante '2x kleiner beta mit 7mm (am FMTSX)' der Variante 'großer beta mit 7mm' (am 12" mit 35mm PanOptic)' vorzuziehen? Wäre neben der Auflösung (300mm vs. 50mm) auch die 'Detailerkennbarkeit' durch die deutlich höhere V (1500mm/35mm) signifikant? Das Feld ist natürlich beim Dob deutlich kleiner (1,6° vs. 7,5°), das wäre für den California natürlich ein klarer Nachteil. Aber es interessiert natürlich ach die Summe der möglichen Objekte bei den Preisen. (Ich hab einmal speziell für die Plejaden ein Amici-2" gekauft (WO), aber das war als defekt offeriert, genügt aber für kleine V unter 30x.)

csm
 
Lieber Manne,

die Vergrößerung spielt tatasächlich für die Detektion oder Detailerkennbarkeit eine erhebliche Rolle. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass an diffusen flächigen Objekten eine scheinbare Größe im Okular (tatsächliche Winkelgröße x Vergrößerung) von 2° optimal sei, und mehr besser. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen.

7x50 begrenzt somit die Anzahl erreichbarer diffuser Nebel, 8x56 ebenso. Deshalb bin ich zu 10x70 gekommen. Da geht mehr, alle Objekte die noch in 5° Gesichtsfeld passen sind besser zu sehen als mit 7x. Besser wäre noch mehr Vergrößerung, aber das kann ich nicht mehr handgehalten mit voller AP betreiben (z.B. ein 14x100 Fernglas), da beginnt das Reich der Doppelteleskope und Mono-Teleskope. Wobei ab 3° Gesichtsfeld abwärts die wirklich großen Objekte, die ich am spannendsten finde, langsam herausfallen weil sie nicht mehr im Feld eingerahmt werden können.

Jiri Gardavsky benutzt ein 15x80 Fernglas mit Schulterstütze im Liegestuhl. Ungefähr dort, oder vielleicht mit einem leicht gebauten 20x100 mit Schulterstütze, ist Ende der Fahnenstange, wenn man kein Stativ aufbauen will.

Was die Menge der Objekte betrifft, redet Jiri von mehreren Hundert. Ich werde ihn jetzt bitten, das hier ein wenig auszuführen. Da weiss er mehr als ich.

Gruss, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte angekündigt, dass Jiri eventuell Einiges zur Zahl der H-Beta-Objekte hier ausführt. Er schrieb mir, er sei dabei, eine ausführliche Übersicht der Objekte zusammen zu stellen, nach H-Beta, OIII und Blaufilter sortiert, und will sich erst einmal darauf konzentrieren. Er schlug aber vor, dass ich einen Link zu seiner Zeichnung des Nebelkomplexes westlich des Rosettennebels setze. Diese zeigt, was so alles geht - vorausgesetzt, man sieht, wie er, mit bloßem Auge schon den Lambda-Orionis-Nebel am Kopf des Orion!

Christopher
 
vorausgesetzt, man sieht,... mit bloßem Auge schon den Lambda-Orionis-Nebel am Kopf des Orion
ist damit die gut 2° große HII Region unmittelbar östlich gemeint??

Geht sowas wirklich visuell?? Das erinnert ein wenig an die "abgefahrenen" Beobachtungen von Mel Bartels (Galaktischer Cirrus) in der 25-Zoll-plus Klasse und f/3 Geräten. Ich denke immer, sowas geht nur in der Wüste oder im Hochgebirge.

Auf jeden Fall sind die Bilder im mdw sky survey eindrucksvoll. Die 30° lange SN-Schockwelle in Ursa major war mir bisher unbekannt.

Grüße
Uwe
 
Hallo Uwe,

damit ist die 6° große H-beta Region um Lambda Ori gemeint. Auch als "Angelfish Nebula" und "Skalar" bekannt, und als Sh 2-264 im BAfK behandelt.

Mir ist einmal die Sichtung in meinem vorstädtischen Garten bei NELM 5m0 im Zielgebiet mit einem 8x56 Fernglas plus H-beta Filter gelungen. Die Transparenz war besonders gut und ich ich war besonders fit und ausgeschlafen. Mit bloßem Auge ist mir das nie gelungen und ich erwarte es auch nicht, aber unter gutem Landhimmel sieht Jiri ihn.

Gruß, Christopher
 
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