Teleskop für eine Rollstuhlfahrerin (74j)

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Rubrix

Neues Mitglied
Hallo Astro Gemeinde


Ich habe gelesen, dass es hier im Forum den Einen oder Andern Rollstuhlfahrer gibt, und würde mich über Tips freuen.

Zu Weihnachten habe ich meiner Mutter ein gebrauchtes Spektiv gekauft, eigentlich für Naturbeobachtung! Dachte ich!

Als sie es gesehen hat, war sie sehr erfreut dass sie endlich die Sterne anschauen kann!!?? :cautious:
War wohl etwas daneben, wenn auch nicht weit.

Nun, ist ein Spektiv auf wackeligen Tischstativ, nicht gut geeignet um am Himmel etwas zu finden und wenn, dann ist,
was man sieht, nicht so aufregend! (Ausgenommen der Mond)


Also habe ich beschlossen ihr ein Teleskop zu schenken!

Ich bin Laie, habe mich zwar über die letzten Wochen eingelesen und bin zum Schluss gekommen, dass dieses Thema zu
komplex ist um, ohne Hilfe eine gute Wahl zu treffen, darum würde ich gerne um Rat bitten.

Das Teleskop bzw. die Einzelteile sollten sich vom Gewicht im Rahmen halten, es sollte für meine Mutter allein
leicht handhabbar sein, eine Goto Steuerung haben, es sollte auch einfach zu bedienen und robust sein.
Je nach handlichkeit, bzw unhandlichkeit sollte die einzelnen Teile nicht über 7kg sein.

Nach meiner bisherigen Recherchen, würde ich zu einem Maksutov 5" greifen.(klein, handlich, Okularauszug hinten)
Nur welches? Celestron, Skywatcher(sind die Baugleich?) oder Bresser?
Wäre es sinnvoll das Gesichtsfeld (weit unter 1° kann das sein?)erweitern um auch etwas größere Objekte zu sehen?
Oder doch ein anderer Typus?

Als Montierung würde ich das Skywatcher AZ GTIx wählen. Edelstahl Stativ nicht allzu schwer und es trägt zwei Teleskope wohl ähnlich dem AZ5.
Da könnte man früher oder später auch ein kurzes Newton noch dazu hängen, dass wäre dann wohl eher für mich, die Mutti wird da nicht dran kommen!?
Allerdings steht in der Beschreibung, Stativ mindesthöhe 100cm, ist das inkl. Montierung oder ohne? Das wäre eigentlich fast die erreichbare maximal Höhe für meine Mutter!
Und wie ist es eigentlich mit den Staivbeinen, sind die beim beobachten dem Rollstuhl im Weg?
Ich könnte sonst im Garten etwas anderes installieren.

Software wäre Sky Safari über ein Android Tablet geplant! Sollte wohl keine Probleme machen?

Das Budget liegt bei ca. € 1000,- darf auch, wenn es sinnvoll ist, etwas darüber liegen! Es geht nicht um jeden
Cent, eher sollte meine Mutter langfristig Freude damit haben!

Zu den lokalen Bedingungen;
Es wird vorzugsweise im Garten benutzt, meist Richtung Zenit rundherum sind Häuser, Bäume und Berge.
Aber es wird sicher auch vorkommen, dass ich mit meiner Mutter in die Berge fahre um einen dunklen Himmel zu haben.

Und zu letzt wäre es auch gut wenn es von Brillenträgern auch genutzt werden kann, dann könnte ich es auch nutzen.

Vielen Dank im Voraus

LG

David
 
Hallo David,

erstmal Willkommen hier und schön wie lieb Du Dich um Deine Mutter kümmerst! :)

Boah, dass Thema ist doch sehr komplex und aus dem Stehgreif jetzt ein guten Ratschlag zu geben dürfte den Meisten von uns relativ schwer fallen.

Wie mobil ist Deine Mutter denn noch, sitzt sie im E-Rollstuhl oder in einem Schieberollstuhl, sind kurze Wegstrecken noch mit Rollator möglich oder ist sie komplett auf den Rollstuhl angewiesen?
Wohnst Du denn mit ihr zusammen oder wohnt sie allein?

Was hast Du ihr denn für ein Spektiv gekauft, grundsätzlich kann man mit Spektiven auch schon mal anfangen in den Himmel zu schauen, je nach Öffnung zeigen die halt mal mehr, mal weniger.
Doof ist auch Euer Standort, rundherum Häuser, Bäume etc. schränkt doch die Sicht erheblich ein, weil es einfach auch Richtung Horizontnähe einiges zu sehen gibt.

Grundsätzlich habe ich noch keinen richtigen Plan was ich Dir empfehlen könnte, Du hast Dich ja schon gut schlau gemacht und vieles durchdacht.
Das mit den ganzen Montierung und Gotozeugs könnte aber auch einiges erschweren, vielleicht sollte man das ganze relativ einfach halten.

Vielleicht wäre hier ein 6 Zoll Dobson oder kleiner sogar besser, dafür müsste man aber eben wissen wie beweglich Deine Mutter noch ist?

Ich finds momentan etwas schwierig Dir einen guten Rat zu geben, kreative Kollegen an die Tasten.;)

Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Kannst du das Budget nicht erhöhen? Dann könntest du ein eQuinox 2 kaufen. Leicht aufzustellen, fast vollautomatisch, und bringt nach kurzer Zeit tolle Ergebnisse, die sogar in dem angebaut elektronischen Okular sichtbar sind.
 
Kommt halt auch drauf an wohin die Interessen genau gehen und wie technikaffin Deine Mutter ist. Smarte Teleskope machen ja eher EAA - man schaut also nicht mehr selbst durch sondern sammelt nur Licht und sieht sich das Ergebnis auf einem Handy oder Tablet an. Da gibt es (in Kürze) als günstigen Einstieg zum Beispiel das Dwarf II. Dazu gibt es auch Videos auf YouTube z.B. von Cuiv the lazy Geek. Einfach mal anschauen und selbst beurteilen ob sowas in Frage kommt.
Sowas ist natürlich - wenn man mit der App-Bedienung auf dem Handy klar kommt - für Leute mit Bewegungseinschränkungen eine schöne Möglichkeit "live" zu beobachten ohne sich um die Einblickhöhe eines Okulars kümmern zu müssen. Dafür fehlt natürlich ein wenig das "direkte Erleben". Im Gegenzug kann man relativ lang belichten und damit viele Objekte sehr viel einfacher sehen als rein visuell. Mit einem entsprechend großen Tablet sollte das auch bei moderaten Sehschwächen gut machbar sein. Der Dwarf II ist da natürlich "nur" eine Einstiegsdroge... Es gibt da natürlich nach oben noch ein paar Optionen (Verspera, das erwähnte eQuinox, Stellina....).

Die meisten "normalen" Teleskope für visuelle Beobachtungen haben halt das Problem der Einblickhöhe. Je nach Höhe des Zielobjekts über dem Horizont ist der Einblick halt mal höher, mal niedriger. Besonders "übel" ist sowas bei Newton-Teleskopen. Etwas besser bei Refraktoren. Am Besten bei SC oder Mak, weil da der Einblick relativ nah am Schwerpunkt/Drehpunkt des Teleskops liegt und die Höhe sich entsprechend wenig ändert. Mit einem Zenitspiegel kann man das bei Teleskopen mit "hinterem Einblick" aber etwas entschärfen. Eine Azimutale Montierung ist da auch unkritischer als eine parallaktische Montierung.

So auf Anhieb würde ich mal empfehlen sich das Celestron SC 152/1500 NexStar 6 SE GoTo anzuschauen. Das ist kompakt genug um noch ganz gut transportabel zu sein, groß genug um schon sehr viel zu zeigen, funktioniert ordentlich an Mond und Planeten und kann mit einem Reducer auch etwas größere Objekte. Natürlich liegt das auch ein Stück über dem Budget, aber vielleicht findet sich sowas ja gebraucht?

Ciao, Udo
 
Was die Einblickhöhe und Position betrifft, ist ein azimuthal montiertes Maksotuv Cassegrain oder Schmidt Cassegrein sicherlich die beste Lösung.
Ein Skymax 127 oder Skymax 150 oder ein Celestron C5 oder C6 wären da sehr kompakte Kandidaten. Die SCs sind leichter und bieten sowohl durch das breitere Blendrohr als auch die kürzere Brennweite mehr Gesichtsfeld am Himmel, sind aber auch oft spürbar kontrastärmer bei Hochvergrößerung als die Maks.
Durch die Innenfokussierung sind das auch Geräte die relativ easy abwechselnd geradsichtig (für Horizontnahe Objekte) sowie mit Zenithspiegel (für hochstehende Ziele) betrieben werden können.
Wenn du der kleinen AZ gti etwas gutes tun möchtest, spendiere ihr ein Holzstativ von Berlebach, das Uni 18 Astro zB, das geht von 84cm bis 1,32m Höhe, aber vllt etwas overkill, oder Das hier, deutlich leichter, etwas kleiner und auch deutlich günstiger.
Holz schluckt Schwingungen besser als jedes noch so dicke Stahlstativ.

LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo David,

es wäre hilfreich, etwas mehr über die Behinderung Deiner Mutter zu wissen. Hat sie im Oberkörper / Arme / Hände noch die volle Motorik und Kraft? Kann sie den Oberkörper beugen ?
Bedeutet das, sie fährt mit dem Rollstuhl zwischen den Tischbeinen unter den Tisch?
Und wie ist es eigentlich mit den Stativbeinen, sind die beim beobachten dem Rollstuhl im Weg?
Ja. Aber auch eine mobile Säule mit drei Auslegern ist nicht besser. Nimm mal ein Fotostativ , wenn du hast , und den Rollstuhl deiner Mutter , oder notfalls einen normalen Stuhl , dann wirst du merken wie schlecht das geht.

Ratschläge bezüglich Optik machen erst dann Sinn, wenn man das Ausmaß der Behinderung kennt.

Gruß Uwe
 
Hallo


Danke euch für die Antworten und Fagen.


Zur mobilität, ihr wurde nach einem Unfall vor ca. 45 Jahren ein Bein ab dem Oberschenkel amputiert und das verbleibende Knie ist instabil, mit den Jahren ist auch der restliche Bewegungsaperat etwas in mittleidenschaft gezogen, und sie hat Fibromyalgie (ein Schmerzkrankheit), die sie Nachst oft nicht schlafen lässt.
Im prinzip kann sie stehen und gehen allerdings nur mit Krücken oder festhalten und nur wenige Minuten, Rollator geht nicht. Der Rollstuhl ist z. Z. die einzige Option.
Somit ist sitzen die einzige praktikable Position um länger in ein Okular zu schauen. Sie kann sich beugen und strecken.

GoTo weil ihre Feinmotorik auch nicht mehr die beste ist, und sie so nicht am Teleskop ankommen müsste.
Aussedem ist es sicher toll, wenn sie über SkySafari einfach ein Objekt auswählt, das Teleskop es anfährt und sie zusätzliche Infos zu den Objekten erhält.
Alleine wohnen ist für Sie leider nicht mehr möglich dafür sind die Einschänkungen doch schon zu gross, ich wohne in selben Haus und helfe ihr natürlich. Obwohl sie im Haus und Garten eigentlich gut zurecht kommt.

Der kleine Blickwinkel aus dem Garten in den Himmel ist mit ein Grund dass es für sie transportabel sein soll. Auch ihr schlaflosen Nächte sind ein Grund, es kann ihr niemand das Teleskop um 2h oder 3h Nachts aufstellen.

Ich kann mir vorstellen dass sie ein Kopflastiges Teleskop mit Montierung nicht von a nach b bringen kann, aber das Stativ mit Montierung alleine und das Teleskop alleine schon. Es geht übrigens beim transport nur um weinge Meter vielleicht mal 10-20 Meter.

Wir wohnen im süden Österreichs in den Alpen, ich bin mir sicher dass es nicht weit von hier richtig gute Spotts gibt, welche ich mit ihr anfahren kann.

Meine Gedanke dazu waren:

Mak, da es klein und handlich und leicht ist, man blickt hinten hinein, mit Zenitspiegel kann das Okular in ein bessere Position gedreht werden. 6" wären, denke ich, schon zu unhandlich.

Auch würden andere bauähnliche Teleskope in frage kommen, das C5 ist leichter aber auch bedeutend teurer und ich bin mir nicht sicher ob es dafür steht

Refraktoren ? Keine Ahnung, würde eher zu Mak bzw C oder SC tendieren, weil kürzer!

Newton wäre für mich mein Favorit, aber das Okular ist oben.

An ein Tischteleskop dachte ich auch schon, allerdings wird dafür halt auch ein Tisch benötigt, der halt nicht da ist wo sie ihn braucht.

Zu den EAA Teleskopen, hab schon einige Berichte und Tests gelesen und auch zu Astrofotografie, dafür wir sie sich nicht begeistern können, auch wenn man damit viel mehr rausholen kann, als visuell möglich ist. Mehr als mit dem Tablet ins Internet und nun auch Skysafari macht sie nicht.
Schon mein Handy macht vom Nachthimmel Fotos mit Details welche ich mit freiem Auge nicht ansatzweise sehe.

Zum Stativ, ich weiss leider nicht wie gross und ausladend die sind. Kann nur die dürftigen Technischendaten nachschlagen.
Hatte ein kleines Fotostativ ausgeborgt, fürs Spektiv (ca. 2kg), damit kam sie gut ran. (war aber noch wackeliger als das Tischstativ)

Zu Spektiv kann ich nicht viel sagen, ausser, dass es ein 100mm Objetiv hat und je nach vergrösserung starke Farbsäume zeigt.


Vielen Dank für den Input.

LG
 
Hallo David,

Wenn Mac oder SC die eingeschlagene Richtung ist, 4" SC oder 5" ETX von Meade. Wobei mit GoTo würd ich eher zum ETX tendieren. Kann AZ oder EQ aufgestellt werden. Gibt es auch Gebraucht zurzeit in Österreich auf dem Markt.

Wo genau seit Ihr zuhause. Komme selbst aus DLBG / Steiermark und hab auch die Geräte falls eines ausprobiert werden soll vor dem Kauf.

LG Mario
 
Wenn die Feinmotorik beim Ausrichten ein Problem ist, dann ist es das auch beim Fokussieren.
Sollte man auch bedenken
 
Mit den genannten Einschränkungen und dem Alter befürchte ich, dass das alles nichts wird, weil es zu kompliziert ist und auch die Erwartungen müssen meines Erachtens nach mal benannt und korrigiert werden.

Zuerst mal muß auf den Tisch, was man unter welchen Umständen überhaupt sehen kann:
- Sterne sind kleine weiße Punkte und egal wie groß die Vergrößerungs ist, es bleiben die Punkte, das wird schnell langweilig
- Der Mond ist ein gutes Anfängerobjekt, aber irgendwann will man dann wenigstens Planeten sehen. Wie klein die gegenüber dem Mond sind, kann man sich hier zu Augen führen:
astronomy.tools (Telscope und Eypiece lass weg, der Rest sollte sich selbst erklären)
Da ist also ohne großen Aufwand auch nicht viel zu machen unter den gegebenen Bedingungen.

Früher oder später ist also DeepSky dran mit Galaxien, Planetarischen Nebeln, Nebeln. Ohne Augenadaption wirds auch hier schwierig. Der Beobachter muß 30-45min bei möglichst absoluter Dunkelheit warten, bis sich die Augen daran gewöhnt haben und man in der Lage ist, solche Objekte durch ein Teleskop als sehr schwache kleine graue Schatten zu erkennen. Mehr wird das nicht, an Farbe ist überhaupt nicht zu denken.

Oben wurde schon mal ein DWARF II als automatisches Teleskop erwähnt. Wie gut das wird, kann ich nicht sagen, kann nur aus eigener Erfahrung vom Unistellar eQuinox berichten.
Hier geht es nicht um Astrofotografie. Dafür ist es nämlich nicht geeignet, wenn man sich mit den hier gezeigten Bildern vergleichen will.
Es geht darum, mit geringen, oder besser noch geringster Vorbereitung ein Teleskop in Betrieb zu nehmen und Dinge darzustellen, die für einen Laien oder Anfänger oder solche mit den genannten Einschränkungen dazu sonst kaum in der Lage sind.

Es wird kein Okular benötigt, auch kein elektronisches! Die Darstellung dieser Objekt erfolgt auf einem Tablett. In dem Teleskop ist eine Kamera verbaut, die das Licht über einen fast unbegrenzten Zeitraum zu sammeln, anders als das Auge dies in der Lage ist. Man sieht also, wie sich das Bild über Minuten aufbaut und das sogar in Fabe, wenn es das Objekt hergibt.

Aufbau und Inbetriebnahme:
- Stativ (ist sehr leicht!) aufstellen; Höhe fast egal, ich lasse nur die mittleren Beine ausfahren, die unteren verbleiben drin.
- auf die eingebaute Wasserwaage schauen und Stativbeine nachregulieren
- Teleskop auf das Stativ senkrecht in einen Ring aufsetzen und 2 Schrauben anziehen
- seitlich eine Taste drücken, es wird ein WLAN aufgebaut
- mit dem Tablett verbinden, ein paar simple Grundeinstellungen machen
- auf dem Tablett mit einem simulierten Joystick das Teleskop an eine Stelle im Himmer fahren, wo Sterne sind (sieht man auf dem Tablett)
- die Ausrichtungstaste auf dem Tablett drücken; das Teleskop weiß nach kurzer zeit, wo es steht und kennt alle anderen (50000 Objekte)
- jetzt auf dem Tablett ein Objekt auswählen; es fährt dorthin und richtet sich aus
- auf Enhanced Vision drücken;... das Bild baut sich auf; man kann es auf dem Tablett jederzeit speichern

Nun gut, Du must min. 2000,- anlegen, aber es ist die enfachste und aus meiner Sicht praktikabelste Lösung.

Grüße
Hartmut

PS: mal eben das Teleskop nachgemessen an meiner sehr optimistischen Personenwaage. Ich komme da auf ca. 6kg, das Stativ ist nicht der rede wert.



eVscope-20221124-192817.png
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo David,

berufsbedingt habe ich doch einige Erfahrung mit Rollstühlen und ihren Benutzer-innen. Astronomie betreibe ich aktiv auch schon 60 Jahre. Daher will ich mal etwas zu dem Thema meinen.

Zum Angewöhnen würde ich erst mal nicht zu groß und teuer einsteigen. Denkbar ist ein kleiner, kurzer Refraktor. So bis 500 oder 600 mm Brennweite sind die noch recht kurz und leicht. MC oder SC sind halt schon wieder spezieller, können z.B. große Felder nicht, und natürlich deutlich teurer. Ein kleiner Newton käme auch als Dobson in Frage. Ein 150/750 kann eigentlich in allen Beobachtungshöhen im Sitzen benutzt werden (eigene Erfahrung). Mit dem Rollstuhl käme man bei einer Dobson Montierung nah genug heran; ein bei horizontalem Rohr 45° nach oben gerichteter Okularauszug ist für den Einblick im Sitzen am praktischsten. Die Rockerbox und der Tubus können getrennt transportiert werden.

Stativbeine sind regelmäßig im Weg. Das wird besser, wenn die Fußrasten des Rollstuhls entfernt oder zur Seite geklappt werden. Da muss man auf jeden Fall (auch beim Dobson) die jeweilige Zusammenstellung (Rohr, Stativ, Montierung) ausprobieren. Mit einem kundigen Verkäufer kann man dann vielleicht auch individuelle Lösungen finden.

Kleine Geräte (kleines Spektiv, Fernglas) kann man auch mit einer geeigneten Konstruktion an den Armstützen des Rollstuhls befestigen. Das ist nicht so stabil wie ein Stativ auf dem Boden, aber für Vergrößerungen so bis 30x durchaus befriedigend. So etwas habe ich vor fast 50 Jahren mal für einen Patienten in der Orthopädischen Klinik gebaut. Der hat dann mit seinem kleinen Refraktor Jahre lang viel Freude gehabt.

Wäre ich näher dran, könnte ich mich auch aktiv einbringen. Für weiter Rat- und Vorschläge stehe ich auf jeden Fall zur Verfügung.

Viele Grüße Gerhard
 
Hallo David,

damit du mal eine Vorstellung hast. Die Stativbeine sind maximal ausgefahren, höher ist in der Regel kein Stativ, niedriger geht immer.

Wie Gerhard schon schrieb, Fußrasten des Rollstuhls würden stören. Das Teleskop ist ein 80mm Refraktor
auf einer azimutalen AYO Montierung und mit einem Amiciprisma. Ein Spektiv hat eine aufrichtige und seitenrichtige Abbildung, kann sein, daß deine Mutter mit einer anderen Abbildung nicht zurechtkommt.

Gruß Uwe

DSC09649.JPG
 
Hallo David,
"da war doch was"... habe ich mir bei Deiner Anfrage gedacht - und siehe da. In Sterne und Weltraum, Heft 2/2018 findet sich ein passender Bericht sowie im VdS-Journal Nr. 62. Aus letzterem habe ich nur die Seite fotografiert, die sich mit der vis. Beobachtung beschäftigt, ansonsten geht es in dem Bericht um ein fotographisches setup, das eingerichtet und dann aus dem warem Wohnzimmer gesteuert wird.
Wenn Deine Mutter eher genußvoll in den Himmel blicken will und Weitfeldbeobachtungen bevorzugt, ist evtl. ein kurzbauender Refraktor sinnvoll. Das in SuW beschriebene C6 hat doch ein vergleichsweise kleines Gesichtsfeld, bietet aber ein wenig mehr Öffnung bei gegebener Handlichkeit. Ich hoffe das hilft ein wenig weiter.

Viele Grüße
Uwe

(Bilder wurden durch die Moderation entfernt, da der Inhalt urheberrechtlich geschützt ist. Bitte FAQs beachten: Bilder - Welche Bilder darf ich wie in einem Beitrag veröffentlichen?)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

zu dem Thema hab ich den Artikel hier gefunden:

Ich werfe dennoch was ganz anderes in den Raum: ein leichtes Großfernglas mit Wechselokularen auf einem Stativ mit Kurbelsäule.
Bei den genannten Bedingungen mit 90 Grad Einblick.
zum Beispiel: APM 82 mm SA Fernglas 90°
Dazu die Einarmmontierung: APM Einarm-Montierung für 82 mm APM Apo Ferngläser

Bei der Firma Berlebach gibt es auch Säulen die man an etwas festem, z.B. am Rollstuhllehne klemmen kann, die sind auch sehr kompetent und hilfsbereit in Mulda.

Das hat kein GoTo ist aber einfach zu bedienen und schon einen schönen Wow Effekt. Damit gehen ausgedehnte Nebel unter dunklem Himmel und im Garten acuh schon einiges an Sternhaufen und helleren Objekten. Für Planeten ist das sicher kein Spezialist aber auch da sieht man schon einiges, ist auch eine Frage der Erwartungen. Es hat aber ein viel größeres Gesichtsfeld als die Maksutovs.

Binokular schaut auch meine Mutter ab und zu mal wenn ich auf der Terrasse aufgebaut habe. Monokular ehr nicht und sie sagt auch mit einem Auge ist ihr das zu kompliziert und anstrengend. Das ist subjektiv zu verstehen. Aber mit einer Kurbelsäule und dem angenehmen beidäugigen Einblick von hinten ist das sozusagen das "Sofa" unter den Fernrohren.

Wenn Stativbeine im Weg sind kann ein Säulenstativ hilfreich sein, dass kann ggf. auch unter einer Abdeckung auf der Terrasse stehen bleiben.

cs Alex
 
Vielen Dank Leute

Super infos die ich von euch bekomme, wenn auch nicht alle positiv ausfallen.

@ Mario, wir wohnen in der nähe von Klagenfurt, DLBG wilder dialekt! Mag ich total gerne. ;)

@ Olli, Ja das mit dem Fokus könnte problematisch sein, allerdings auch nicht unlösbar.

@ Hartmut, vielen danke für den dein Ausführungen und auch den Dämpfer der Erwartungen. Ich mag es, wenn nicht alles schön geredet wird!
Dein Einwand, dass es trotzdem zu aufwendig und kompliziert sein könnt ist vollkommen richtig und auch meine befürchtung.
Zum Thema digitale Astonomie wird sie sich nicht begeistern können. Sie hat seit vielen Jahren ein IPad, welches nur für Solitär missbraucht wird und seit 2 oder 3 Jahren hat sie Google und Wikipedia für sich entdeckt! Bei anderen Sachen hat sie Angst sie könnte was kaputt machen oder das Internet löschen (etwas überspitzt)
Allerdings werde ich mich doch noch mal damit befassen, und überlegungen anstellen.

@ Gerhard, Die Fussrasten waren das erste was vom Rolli runter kamen, da sie sich mit dem vorhanden Bein gerne abstösst, bzw überhaupt so den Rollstuhl bewegt damit die Hände frei bleiben.
Beim Dobson als auch bei Refraktor ist halt auch das Okular weiter vom Drehpunkt entfernt, und bedarf sicher öferts einer neuen

Positioniertung.
Auch wenn Dobson Preis/Leitungs Könige sind. Ein Freund wird mir sein Nadirus 16" bei gelegenheit vorführen, ist zwar nix für die Mutti aber ich bin schon sehr gespannt!

@ Uwe, genau solch Fotos sind super um mir eine Vorstellung davon zu machen. Ich dachte das so ein Edelstahlstativ eher zu hoch sei. Mit Refraktoren hab ich mich garnicht beschäftigt. Weiss auch nicht was der unterschied zwischen "normalen Refraktor" und APO ist. Werds aber recherchieren!
Die Bilder wurden entfernt (Urheberrecht) aber ich werde die Hefte bzw Berichte finden und lesen.

@ Alex, danke den Bericht werde ich mir gleich mal durchlesen.

Conclusio halte ich fest, dass ich nun noch unsicherer bin als zuvor.
Es wird wohl nichts daran vorbei führen einiges zu probieren, speziell um die differenz zwischen Erwartungen und Realität , über welche ich mir wahrscheinlich nicht bewusst bin, etwas zu glätten.

Kann man Teleskope mieten? oder gibt es astronomie Treffen bzw Veranstalungen?

Ich könnte zwar übers Internet diverse Teleskope bestellen und innerhalb der Rückgabefrist wieder retour senden. Ist aber auch keine feine Art.

LG

David
 
Weiss auch nicht was der unterschied zwischen "normalen Refraktor" und APO ist.
Achromat, Halb Apo, Apo und Super Apo bezeichnet aufsteigend nur den Grad der Farbreinheit.
Die Zahl der Linsen spielt für die Zuordnung dieser Begrifflichkeiten keine Rolle.
Achromaten zeigen sehr deutlich Farbfehler. Halb Apos zeigen einen leichten Restfarbfehler und Apos zeigen visuell je nach Geldbeutel fast gar keinen Farbfehler bis sogar Fotografisch überhaupt keinen Farbfehler.
Eine feststegende genaue und endgültige Definition dafür gibt es aber nicht, nur eine allgemein akzeptierte, die sich nach dem RC Wert richtet, aber das geht hier zu tief ins Detail und ist für das eigentliche Problem dieses Threads nicht Zielführend.
Was du mitnehmen kannst, dass EDs und SDs und erst recht Triplett Apos bei gleichzeitig sehr viel geringerem Restfarbfehler deutlich kürzer sein können als Achromaten, was die Sache mit der Einblickposition deutlich entspannt. Aber sie sind halt teuer, obwohl die Vielseitigkeit und Abbildungsqualität dieser Teleskope den Preis durchaus wert ist.

LG
Olli
 
Hallo David,

danke das du so freimütig über den Gesundheitszustand deiner Mutter berichtet hast.

Dann will ich mal mit der optischen Beratung anfangen. Das Foto von mir zeigt Dir die Größenverhältnisse. Ein 80mm f/6 Refraktor, ein 5" SC und ein 5" Mak sind ungefähr gleich groß - ca. 35cm Länge - und ca. gleich schwer - ca. 3kg Gewicht -. Das dürfte von der Handhabung her Deiner Mutter entgegenkommen.

SC und Mak zeigen deutlich kleinere Bildfelder am Himmel -> keine Empfehlung von mir. Was ich schon kurz angesprochen habe, ist das Bild an sich. Ein SC , Mak und ein Refraktor zeigen mit einem Zenitspiegel ein aufrechtes, aber seitenverkehrtes Bild. Ein Newton zeigt ein kopfstehendes Bild.

Nur ein Refraktor mit Amiciprisma zeigt ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild. Das zeigt das von Alex empfohlene Großfernglas natürlich auch. Nachteil : Du brauchst mindestens zwei Okularpaare oder zwei Zoomokulare. Meine Empfehlung geht ganz klar zu einem kleinen Refraktor, muß ja nicht gleich ein Apo sein.

Gruß Uwe
 
Hallo Liebe Astronomie Gemeinde

Ich wollte mein Wort halten und ein Update zu meinem Vorhaben geben.

Also ich habe meiner Mutter ein Celestron Starsence DX130 gekauft und ein paar umbauten gemacht damit sie besser damit zurecht kommt.
Das Teleskop und Montierung scheinen mir etwas billig (nicht der Preis sondern die Verarbeitung) aber das Starscence ist wirklich super.

Ich habe das Teleskop auf der Montierung etwas gedreht so dass der Okularauszug wagerecht steht, damit sie auch im Zenit gut reinschauen kann, und dann habe ich noch die feinjustierung etwas umgebaut damit sie sich mit der bedienung leichter tut. Vielleicht mache ich unten noch Räder dran, um ihr den Transport im Garten zu erleichtern, ich fürchte nur das es dann zu wackelig wird.

Leider war heuer bei uns das Wetter nicht so toll, so das sich die Nutzung bis jetzt, stark in Grenzen gehalten hat, ausserdem hat sich herausgestellt dass meine Mutter im dunklen recht schlecht sieht.

Trotzdem hat sie freude damit und wir haben auch schon Ausflüge in die Gurktaler Alpen gemacht, wo sie auch deutlich mehr erkennen konnte als in der nähe der Stadt.

Vielen Dank für eure Unterstützung

LG
David
 
Wenn die Feinmotorik beim Ausrichten ein Problem ist, dann ist es das auch beim Fokussieren.
Sollte man auch bedenken
klingt nach Motorfokus mit Handsteuerung nötig. Gibt es, also kein Hinderungsgrund den hier gibt es mit allen möglichen Adaptionskits für verschiedene Systeme, ist dan allerdings auf Strom angewiesen aber auch da gibt es mobile Lösungen.

Ich weiß nicht mehr, welche es war, sicher weis es Jemand anderes hier dan gerne nennen. Aber hab mal ne Sternwarte gesehen (online) die eine extra kurze Säule glaub mit C8 extra für Rollstuhlfahrer hatte. Die würde ich mal fragen, den ich geh davon aus die haben Erfahrungen, Mitglieder im Rollstuhl und Eindrücke von Gästen im Rollstuhl bekommen

Früher oder später ist also DeepSky dran mit Galaxien, Planetarischen Nebeln, Nebeln. Ohne Augenadaption wirds auch hier schwierig. Der Beobachter muß 30-45min bei möglichst absoluter Dunkelheit warten, bis sich die Augen daran gewöhnt haben und man in der Lage ist, solche Objekte durch ein Teleskop als sehr schwache kleine graue Schatten zu erkennen. Mehr wird das nicht, an Farbe ist überhaupt nicht zu denken.
Ich will jetzt nicht abweichen vom Thread aber ich hab da ganz andere Erfahrungen gemacht.
Ok mit einem 6 Zoll gerät für nebel und Galaxien auf das es bisher rausläuft ist ein Dunkler Himmel Berge fahren wurde erwähnt Pflicht.
Aber Es gibt noch Sternhaufen und Kugelsternhaufen so wie Helle Nebel M42 ist mit UHC Filter auch mit kleinen Geräten Wunderschön.
Also was das angeht für wirklich Tiefes Deepsky in die Berge und ansonsten Sternhaufen Kugelsternhaufen und hellste Nebel betrachten sowie Planeten, da ist man Jahre beschäftigt.

Clear Skies Felix
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Jungs,

ich mache schon lange Astronomie und kann *EURE* Begeisterung verstehen, Maksutov, Goto, Apps, ...

ABER:
ich hatte auch mal ne Mutter in den 70ern und übrigens kurze Zeit später in den 80ern (mal an den Alterungsprozess gedacht ?!).
UND Deine Mutter sitzt JETZT SCHON im Rollstuhl, da geht nicht alles was für einen (gedanklich und körperlich) hochmobilen Youngster geht. Schon bedacht !?

Eure (das sind EURE !) Phantasien sind nicht hilfreich für sie, würde ich DOCH mal zu bedenken geben, sorry !

Eine Empfehlung könnte eher sein:
- hilf ihr bei der Verwendung des Spektivs, das sie JETZT HAT
- denk über eine (verstellbare) Befestigung an Ihrem Rollstuhl nach
- hilf ihr dabei Objekte zu finden, mach Dich kundig (macht ganz schön Mühe)
- fahr sie unter dunklen Himmel, wo man was sehen kann

*DAS ALLES* wird Dich genug beanspruchen. Technologisch ist das Alter nicht zu lösen. *Zuwendung* ist das Thema !
( 'Zuwendung - wassndas ? Gibt es da ne App für ?' - oh, ich geb's auf ! ;-) )

Nichts für ungut, aber die Devise ist hier: eher nach-denken, als nach-kaufen !!!
Gruss, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

dem Peter muss ich umfänglich recht geben. Schaut noch mal oben nach, was ich über meinen zufriedenen Patienten mit seinem kleinen Linsenfernrohr und die Befestigung an den Armstützen des Rollstuhl geschrieben habe. Das ist zwar jetzt gut 50 Jahre her, ich würde es für ihn aber heute noch mal genau so bauen.

CS Gerhard
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben