Auch ein erster Mars - nicht so doll...

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Denebolus

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... aber das ist nicht so schlimm, immerhin self made und es ist "etwas" zu erkennen.

Moin zusammen,

als ja eigentlich "nur Gucker" habe ich mich nach ewigen Jahren dann doch jetzt mal am Mars versucht (bislang sonst nur Mondkrater, Jupiter und Saturn - und die wenige Pixel großen Versuche damals mit der der ToUCam verschweigen wir mal besser....).
Sicherlich eines der schlechtesten Fotos, die hier je gepostet wurden, aber man muss auch mal Mut haben, was mit Verbesserungspotential zu zeigen, und alt genug, um darüber zu stehen, bin ich allemal :cool:.
Normal würde ich stumpf wieder probieren, es besser zu machen, aber zum einen sieht das Wetter in der nächsten Zeit nicht so doll aus, zum anderen lässt sich vielleicht so schon eingrenzen, wo's hakt.

Zur Aufnahme: Teleskop Celestron SC8 Standard, Kamera ASI 120MC, bei diesem Bild Barlow 2,3x und - vielleicht ein Ansatzpunkt - 2" Baader-Zenitspiegel (wieso das? - war halt zwischen zwei visuellen Phasen, und da es eh gefühlt saukalt war, hab ich den Umbau auf direkten Anschluss mal gelassen).
Software: AS!3 (5% aus 4000 Aufnahmen, RGB Align, 1,5 x Drizzle), 4 x unscharf maskiert in GIMP. Klar überschärft, aber das macht die Unzulänglichkeiten deutlicher :oops:

Mars_213314_lapl5_ap6_Drizzle15_GIMP_UMx4.png


Meine Kernfrage ist die etwas seltsame Kante im Plantenscheibchen links oben im Bild zwischen 08 und 12 Uhr , was ein wenig wie überlagerte Bilder aussieht, gepaart mit dem Bogen im Hintergrund links unten zwischen so 06 und 11 Uhr - was könnte daran Schuld sein?
  • Alignmentfehler im Postprocessing (Guiding/Korrektur war per Handcontroller, da springt das Bild schon mal)?
  • Oder evtl. hat da der Zenitspiegel eine Spiegelung reingebracht?
  • Oder vielleicht doch die Schärfe nicht optimal?
  • Oder braucht's doch einen ADC und das ist ein Artefakt durch Dispersion?
Oder alles zusammen? :cool:

Die Barlow schließe ich mal aus, in den deutlich kleineren Ohne-Barlow-Aufnahmen sind die gleichen Effekte zu erahnen.
Vielleicht hat ja ein/e andere/r Planetenfotograf/in einen Tip - wenn die "Freier-Himmel-Phasen" so weitergehen, ist die nächste Chance hier dann im Februar :whistle:

In diesem Sinne klare Nächte
Micha
 
Hallo Micha,
so schlecht ist das absolut nicht! Immerhin sind schon eine Menge Details auf der Oberfläche zu sehen. Das finde ich immer beachtlich.
Bei den Problemen kann ich nicht helfen - ich verstehe praktisch nichts von Planetenfotografie, aber das "eines der schlechtesten Fotos, die hier je gepostet wurden" wollte ich nicht unwidersprochen lassen.
Gruß
Sebastian
 
Hallo Micha,

ich würde mal empfehlen, deutlich mehr Einzelbilder zu stacken, also z.B. 20% oder 30% statt nur 5%. Ich glaube, aus Deinem Video kann noch mehr herausgeholt werden; das oben gezeigte Resultat finde ich nicht schlecht.

Gruß
Christian
 
Moin zusammen,

erstmal vielen lieben Dank für die hilfreichen Antworten.

Wavelet-Filter im klassischen Sinne (Registax-Nachbearbeitung) hat hier erstmal nicht stattgefunden - allerdings, wenn man die Einzelframes durchschaut (hätte ich Dummie auch schon eher machen können...), ist zumindest die 'innerplanetare Kante' oben links schon vorhanden - also irgendwo ein optisches Problem.

Mars_213406_F_00000463.png

Ok, also etwas für's nächste Mal schon wieder gelernt :)

Ich hab mal mit größerem "Stack-Pool" von 30% Bildern gestackt - diesmal ohne Drizzle, da ich in der Zwischenzeit in einem Cloudy-Nights-Post gelesen hatte, dass Mars da wohl empfindlich ist... und auch nur "zart angeschärft"

Mars_213406_lapl5_ap11_GIMP_UMx2.png



Großartig viel mehr Detail kam da nicht zustande - ich schätze, ich werde den Schärfepunkt noch besser treffen müssen. Wird vielleicht doch Zeit für einen Motorfokus ... Aber alles in allem bin ich's zufrieden, man braucht ja noch Steigerungsmöglichkeiten.

Besten Gruß und klare Nächte,
Micha
 
Hallo Micha, ein kleine Bemerkung für die Bildverarbeitung. Bei Jupiter verwende ich z.B. Registax. Mit diesem Programm erhielt ich bei der Schärfung meiner Marsbilder keine guten Ergebnisse. Für den roten Planeten verwende ich ausschließlich Fitswork. Es ist etwas mühsamer, bin aber damit zufrieden. Zum Schärfen (hier Glätten genannt) benutze ich vorwiegend Wavelet Rauschfilter. Dort verwende ich verschiedene Thresholdhärten und Detailverstärkungen, hier allerding möglichst kleine und sehr kleine Werte. Durch mehrfach variierende Einstellungen erhält man abhängig von der Aufnahmenqualität ganz gute Ergenisse. Jede Aufnahme will oft etwas anders bearbeitet werden, deshalb habe ich hierfür keine Rezept.
Weiterhin viel Erfolg!
 
Servus!
Erstmal vorweg, der Mars ist doch als Erstlingswerk ganz respektabel geworden!
Oder braucht's doch einen ADC und das ist ein Artefakt durch Dispersion?
Wenn der Planet hoch genug stand, geht es auch ohne ADC. In der Vorschau sieht man ja schon gut, ob die Planetenscheibe eine rote bzw. blaue Beule hat.
Alignmentfehler im Postprocessing (Guiding/Korrektur war per Handcontroller, da springt das Bild schon mal)?
Was vielleicht was bringt, das Rohvideo in PIPP vorzuverarbeiten. Da kann schon mal "vorstabilisiert" werden., so dass AS! schon ein Video ohne Rumgezappel bekommt.
Oder vielleicht doch die Schärfe nicht optimal?
Das kann durchaus sein, daher nehme ich oft Videos hintereinander auf, wo ich den Schärfepunkt ganz leicht ändere. Sollte das Artefakt tatsächlich Zwiebelringbildung sein, so hilft oft, Gamma etwas runterzudrehen (am besten ganz in der Capturesoftware wegklicken).
Zur Nachbearbeitung hab ich auch lange Registax, Fitswork und Gimp benutzt, mittlerweile benutze ich fast nur noch Astrosurface.

Beste Grüße,
Micha
 
Moin auch,

das sind viele gute Tips, auf die Idee mit leicht unterschiedlicher Fokuseinstellung hätte ich eigentlich auch kommen können, ist ja immer etwas frickelig, Planeten scharf zu stellen, super Ansatz.
Mit Fitswork habe ich ein bisschen herumgespielt, aber da braucht es wohl doch eine bessere Aufnahme, auch hier Danke für den Fingerzeig. Speziell Mondaufnahmen hatte ich bislang nur mit Spreizung und leichter unscharfer Maskierung bearbeitet, da werd ich die Wavelet-Funktion auch beizeiten mal antesten. Als nur gelegentlicher „Fototäter“ bin ich noch nie so richtig tief eingestiegen, nicht, dass das jetzt anfängt auszuarten :cool:

Wenn‘s mal wieder klar wird werde ich nochmal versuchen, das Rumspielen mit den Möglichkeiten macht ja schon Spaß….

Nochmal besten Dank für die Anregungen - und auch die nervenberuhigende Aussage, dass ADC bei relativ hochstehendem Mars nicht wirklich notwendig ist. Obwohl er über lang dann doch irgendwann mit im Koffer liegt…

Klare Nächte, und auf den nächsten Versuch,
Micha
 
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