Kennt jemand einen wirklich funktionierenden farbreinen APO für die Astrofotografie?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Recoxx

Aktives Mitglied
Hallo erstmal!

Da ich seit längerem mit dem Gedanken spiele, mir einen großen APO (so um die 800 bis 900 mm) für die Astrofotografie zu zulegen, frage ich hier mal nach, ob jemand mir einen "Vorschlag" machen kann. Kennt jemand einen wirklich funktionierenden farbreinen APO?
Warum ich so nachfrage, hat damit zu tun, dass wenn ich mir die "APO-Bilder" auf AstroBin ansehe, bin ich immer wieder sehr enttäuscht!
Dort sieht man sehr viele Bilder, die mit sehr teuren APOs (5000 € und mehr) von namhaften Herstellern, aufgenommen wurden und auf denen klar zu sehen ist, dass der APO sein Geld nicht Wert ist. Was meine ich damit?
Wenn z. B. in der linken unteren Ecke die Sterne nach außen in die Bild-Ecke ziehen und das gleiche auf der oberen rechten Bild-Ecke zusehen ist und die beiden anderen Bild-Ecken sind okay (runde Sterne), dann liegt das am APO!
Denn man kann ja nur den Abstand zwischen Sensor und dem Flattner/Reducer einstellen (dann verziehen sich allen vier Ecken gleich) oder man hat eine Verkippung zwischen Flattner/Reducer und Sensor (dann betrifft das nie die diagonal gegenüberliegenden Ecken, wie gerade beschrieben.
Auf die fehlerhalte Farbkorrektur will ich jetzt nicht weiter eingehen.
Da ich kein Anfänger mehr bin (habe bis jetzt viel mit meinem leider nicht mehr funktionierendem Newton fotografiert) und bei so viel Geld ein wirklich einen funktionierenden APO habe will, frage ich euch, ob ihr mir da helfen könnt. Gibt es wirklich einen Hersteller, der Qualität liefert oder sind die ganzen Werbeversprechen nur gelogen? Ein befreundeter Astrofotograf hat jetzt schon seinen dritte APO von verschiedenen Herstellern zurückgeschickt bzw. hat seinen letzten zähneknirschend behalten.

Gruß
Andreas
 
Danke für die schnelle Antwort. Ist der nicht etwas langsam mit einem Flattener (f7)? Habe noch nie mit f7 fotografiert.
 
Ich habe einen Esprit 120ED von Karl Kloss und bin absolut zufrieden damit.
Gebe ich nicht mehr her.

F7 ist nicht super schnell aber auch nicht so langsam, wie man denkt.
Ich sage immer, die Geduld wird belohnt, zumindest in dem Fall.

Schau dir doch einfach mal Bilder bei Astrobin und die entsprechenden Belichtungszeiten an, da bekommt man zumindest eine Idee, was in welcher Zeit machbar ist.


CS Markus
 
ein wirklich einen funktionierenden APO habe will,
Vollformat? APS-C?
Wenn z. B. in der linken unteren Ecke die Sterne nach außen in die Bild-Ecke ziehen und das gleiche auf der oberen rechten Bild-Ecke zusehen ist und die beiden anderen Bild-Ecken sind okay (runde Sterne), dann liegt das am APO!
... selbe Frage - wie ist die Korrektur bei Vollformat, falls man das will?
Siehe Spot-Diagramme hier: TOA-130NS - Takahashi Europe

Der Preis ist halt deutlich anders als beim Esprit.

lg
Niki
 
APS-C reicht mir.
 
Hallo Andreas,

für APS-C kann ich Dir den Esprit 150 (optimiert von Tommy) mit dem originalen 0,77x Reducer von Skywatcher empfehlen. Mit der Kombi landest Du bei 808mm und F5,4. Ich hatte den Esprit 150 + Reducer selbst in Kombination mit einer ZWO ASI 2600 MC Pro. Für das Geld wirst Du nur schwer eine bessere Lösung finden.

Da ich auf Vollformat gewechselt bin, habe ich den Esprit 150 vor einiger Zeit verkauft und bin auf APM/LZOS 152 mit Riccardi M82 Reducer gewechselt.

Gruß
Michael
 
Warum ich so nachfrage, hat damit zu tun, dass wenn ich mir die "APO-Bilder" auf AstroBin ansehe, bin ich immer wieder sehr enttäuscht!
Dort sieht man sehr viele Bilder, die mit sehr teuren APOs (5000 € und mehr) von namhaften Herstellern, aufgenommen wurden und auf denen klar zu sehen ist, dass der APO sein Geld nicht Wert ist.
Oder die Leute ihre Technik nicht beherrschen.
Ich würde niemals Apo Baumuster nach den Bildern auf Astrobin beurteilen, zu unbekannt das Skill Level und Qualität der sonstigen Ausrüstung zwischen Objektiv und Chip.

Wenn z. B. in der linken unteren Ecke die Sterne nach außen in die Bild-Ecke ziehen und das gleiche auf der oberen rechten Bild-Ecke zusehen ist und die beiden anderen Bild-Ecken sind okay (runde Sterne), dann liegt das am APO!
Nicht unbedingt
Denn man kann ja nur den Abstand zwischen Sensor und dem Flattner/Reducer einstellen (dann verziehen sich allen vier Ecken gleich)
Ja, vorrausgesetzt es liegt keine Verkippung vor.

oder man hat eine Verkippung zwischen Flattner/Reducer und Sensor (dann betrifft das nie die diagonal gegenüberliegenden Ecken, wie gerade beschrieben.
Ähm, doch. Denn ein Sensor kann nicht nur orthogonal über Hoch oder Querachse verkippt sein, sondern ebenso um die Diagonalachse verkippt sein. Dann ist zB oben links intrafokal defokussiert und unten rechts extrafokal defokussiert, während die andere Diagonalachse von oben rechts nach unten links durchgehend im Fokus ist.

Ein befreundeter Astrofotograf hat jetzt schon seinen dritte APO von verschiedenen Herstellern zurückgeschickt bzw. hat seinen letzten zähneknirschend behalten.
Oha, Welche Hersteller waren das denn?
Hab sowas mit Maks und Newtons erlebt, teils FHs, aber noch nicht bei Apos.
Vom Tommy von Teleskop Austria sowie von Wolfgang Rohr gibt es viele öffentlich zugängliche Vermessungen von Refraktoren, da kann man sich ein gutes Bild der Durchschnittsqualität sowie Häufigkeit von Gurken machen.

LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas,
die hier genannten Empfehlungen sind beileibe nicht schlecht. Wie immer ist es letztendlich auch eine Preisfrage und was du bereit bist auszugeben. Wenn das Ganze noch Vollformat tauglich sein soll bist du automatisch im Bereich über 3k.
Und wie schon von Olli angemerkt wäre ich bei der Beurteilung der Optik über Astrobin Aufnahmen sehr vorsichtig. Da muss ich auch oft staunen…Der größte Einfluss liegt in der Bildbearbeitung, dann kommt das Seeing bzw. die sonstigen atmosphärischen Bedingungen, eine funktionierende Montierung und dann erst die Optik welche das Endergebnis beeinflussen. Ein Tilt des OTA bzw. Sensors kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Dazu kommt oft erschwerend hinzu das ein Öffnungsverhältnis unterhalb f5 vorliegt in Verbindung mit kleinen Pixel. Einen diagonalen Tilt hatte ich auch schon den ich letztendlich mit einer CTU rausjustieren konnte.
Will sagen :
Definiere für dich erst einmal deine Anforderung an Auflösung (hat im Übrigen nichts mit der Brennweite zu tun sondern mit der Öffnung).
Was ist dein Budget ( größere Teleskope fordern entsprechende Montierungen).
Welche Objekte möchtest du primär abbilden ( Galaxien, Sternhaufen, Nebel).
Und unter welchen Bedingungen kannst du belichten ( Bortle, Seeing, Sichtfeld).
Wenn es dann auch noch mobil sein soll wird’s nochmals komplizierter :unsure:
Dann vielleicht doch 2 Setups.

CS
Franz
 
...Wenn z. B. in der linken unteren Ecke die Sterne nach außen in die Bild-Ecke ziehen und das gleiche auf der oberen rechten Bild-Ecke zusehen ist und die beiden anderen Bild-Ecken sind okay (runde Sterne), dann liegt das am APO!
Denn man kann ja nur den Abstand zwischen Sensor und dem Flattner/Reducer einstellen (dann verziehen sich allen vier Ecken gleich) oder man hat eine Verkippung zwischen Flattner/Reducer und Sensor (dann betrifft das nie die diagonal gegenüberliegenden Ecken, wie gerade beschrieben....
Hallo Andreas,

ich bin da ganz bei Olli @olli.mit.zwei.l , wenn ich sage, das stimmt so nicht. Über eine Kombination aus Verkippung des OAG oder eines der darin verbauten Teile bis hin zum Sensor und einem falschen Sensorabstand kann man die wildesten asymmetrischen Verformungsmuster an den Sternen bekommen. Die Form der Sterne in Referenzaufnahmen von Dritten Maß für die Qualität des APO heranzunehmen ist nicht zielführend. Für die Beurteilung anhand von Referenzaufnahmen unbekannter Leute kommt auch noch erschwerend hinzu, dass man deren Expertise und aber auch ihre Frustrationstoleranz nicht kennt. Ich bin ein gutes Beispiel und ertrage seit Jahren lieber leicht unrunde Eckensterne als zu viele klare Stunden mit der 100%-Optimierung von Tilt und Abstand zu verbringen. Das ist das Prinzip der "low hanging fruits" wonach die letzten 20% zum Optimum ein vielfaches des Aufwandes für die ersten 80% betragen.

CS Peter
 
Moechte noch dazusagen, dass asymmetrische fehlet mit sehr sicher nicht vom objektiv stammen
Ein objektiv dass einseitige bildfehler liefert waere derart dejustiert dass er auf der achse unbrauchbar waere. Wie die vorschreiber bereits angemerkt haben gibt es genug fehlerursachen beim flattener und Anschluss mechanik.
Gruss
Felix
 
Erstmal ein Dank an alle, ich geantwortet haben!

Ich bin jetzt nicht auf alle Antworten eingegangen, da es mir viel wichtiger ist, zu sehen, wie andere an die Sache rangehen und ich habe ja auch konkrete Vorschläge bekommen. Die ich jetzt erstmal genau überdenken muss!

Klar war mir auch schon vorher, dass man anhand von Bildern in AstroBin nur schwer eine Beurteilung machen kann, denn man kennt die anderen "Randbedingungen" nicht!

Gruß
Andreas
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben