Gibt es sowas wie eine Karte der Milchstraße?

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Ehemaliges Mitglied

Hallo ihr Lieben,

Zum Hintergrund:
Wenn alles nach Plan läuft und das Wetter mitmacht, werd ich bald endlich die Gelegenheit bekommen, in den Bergen nach den Sternen schauen zu können. Kein supertoller Hochgebirgsplatz. Aber doch auf gut 1000 Metern in den Bayerischen Alpen, und sehr einsam und dunkel gelegen. Dort möchte ich u. a. nachschauen, ob die Milchstraße anders aussieht als bei mir zu Hause (auf etwa 500 Metern, ländlicher Stadtrandhimmel). Ich hoffe ja, dass ich sie etwas klarer und strukturierter werd erkennen können. Und vielleicht auch hellere und dunklere Bereiche (das sind die Dunkelwolken?) in ihr abgrenzen. Also, es geht mir um den Anblick mit bloßem Auge.

Um dann irgendwie etwas genauer einschätzen zu können, was ich dort oben sehen werde, dachte ich mir, wäre doch eine Karte der Milchstraße ganz praktisch, auf der ihre gröberen Strukturen samt Bezeichnungen eingezeichnet sind. Ähnlich wie bei einer Sternkarte eben. So, dass ich z. B. sagen könnte: Ach, die XXX-Ausbuchtung konnte ich erkennen, die YYY-Delle aber nicht.

Nun hab ich meine Bücher und das Internet durchforstet, aber so eine Art von Karte, wie sie mir vorschwebt, scheint es nicht zu geben. Zumindest nicht dort, wo ich gesucht hab. In einigen meiner Sternkarten sind zwar die groben Umrisse der Milchstraße eingezeichnet. Und die Sternbilder in diesen Gebieten. Aber an der Milchstraße an sich benannt wird dort nichts. Es kann doch nicht sein, dass noch niemand diesen Bereichen Namen - oder zumindest Nummern - gegeben hat.

Es geht mir jetzt nicht um eine Karte mit Milchstraßenobjekten für Fernglas oder Teleskop. Mir geht es um die Milchstraße, wie man sie "ohne alles" erkennen kann, wenn man einfach drunter sitzt und in den Himmel schaut. Damit ich bei meinem Ausflug in die Berge besser beurteilen kann, was ich an ihr denn dann besser erkennen kann als zu Hause. Falls es überhaupt einen merkbaren Unterschied gibt.

Falls mich in dieser Sache jemand von euch etwas erhellen möchte, wäre ich sehr dankbar.

Herzliche Grüße
Sabine
 
Wie wäre es damit: File:Trouvelot - Part of the Milky Way.jpg - Wikimedia Commons
Oder einfach Bilder aus dem Internet kopieren und stark weichzeichnen (?)
z.B. so:
mw.jpg
 
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Hallo Sabine,
wie wäre es mit dem Oculum Fotografischer Sternatlas? Ich finde den brilliant.
CS Harald
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für euere Vorschläge.

Ein Foto oder eine Zeichnung, die ungefähr dem zu erwartenden Bild entspricht, als Referenz zu nehmen, ist eine gute Idee.
Mir geht es jedoch vor allem darum, die Strukturen, die ich (hoffentlich) erkennen kann, einigermaßen benennen zu können. Falls diese bloßäugig sichtbaren Milchstraßenstrukturen überhaupt Bezeichnungen haben.

Um euch etwas deutlicher zu machen, was ich meine, hab ich nun mal auf die Schnelle diese Zeichnung (Danke, Hans, für den Link) abgezeichnet und invertiert. Dann hab ich meiner Phantasie freien Lauf gelassen und einige der Strukturen mit von mir erfundenen Namen benannt.

Milchstrasse invertiert und benannt.jpg

(Milchstraße von mir selbst gezeichnet und frei benannt)

Herzliche Grüße
Sabine
 
Hallo Sabine,

Nimm doch Stellarium

stellarium-001.png


oder so:
stellarium-000.png


Das ist gut konfigurierbar:
- Boden/Horizont aus, Atmosphäre aus
- Helligkeit der Milchstraße nach Bedarf anheben
- Sternbildfiguren an
oder anders, ganz nach Bedarf,
und dann
- Bildschirmfoto machen (Ctr S)
Du könntest Dich so auch "ganz herum" arbeiten und die einzelnen Hardcopies zu einer Gesamtkarte zusammenfügen.

Und es gibt Bücher zu den Sternbilder auch verschiedener Kulturkreis, da gibts dann Anregungen genug.
zB. sehr hübsch finde ich S.Hislop / H.Waldorn " Als die Götter noch mit Menschen rangen", Quadriga Verlag

Viel Spaß - Frank.
 
Lad Dir vielleicht mal Gaia Sky runter, da kann man herumspielen mit dem Anblick des Sonnensystems und der Milchstraße.


Bildschirm­foto 2023-03-27 um 18.51.25.png

(Quelle: Screenshot Gaia Sky, Software ist public license: Gaia Sky - Wikipedia)

lg
Niki
 
Hallo zusammen,

nicht, dass ihr glaubt, ich hätte mich schon verkrümelt. ;) Nein, ich hab inzwischen fleißig weiter recherchiert.
Vielen lieben Dank für euere eifrige Mithilfe zur Lösung meines Problems. :D

Ich finde das hier gerade äußerst spannend. Was unsere olle Milchstraße, die wir schon so oft angeschaut haben, eigentlich zu bieten hat! Und zwar ganz ohne astronomische Instrumente bemühen zu müssen.

Zum einen wird mir immer klarer, dass das anscheinend wirklich keine so einfache Sache ist und ich nicht nur zu dumm war, so eine Karte zu finden. Zum anderen kommen wir der Sache langsam näher.

Es geht mir ja darum, die Bereiche, die ich (hoffentlich) bloßäugig in der Milchstraße werd erkennen können, benennen zu können. Und dafür wäre eine Art Landkarte ganz hilfreich, in der auffällige Bereiche oder Strukturen der Milchstraße eingezeichnet und benannt sind. Es geht mir nicht um die Sternbilder, die in diesen Milchstraßenbereichen zu sehen sind.

@Wintergatan Ja, das mit den Dunkelsternbildern geht in die richtige Richtung. Soweit ich jetzt herausbekommen hab, ist der Emu ein Dunkelsternbild, das die Australischen Aborigines in den dunklen Strukturen der Milchstraße gesehen haben. Auch andere Kulturen, wie z. B. die Inka, kannten solche Dunkelsternbilder in der Milchstraße. Nun fürchte ich allerdings, dass es sich dabei um die Milchstraße der Südhalbkugel handelt, und die werd ich von meinem Bayerischen Alpenstandort aus nicht sehen können.

Bei meiner Weiterrecherche stieß ich dann auf dieses Bild der Milchstraße auf sky&telescope, das u. a. einige große Milchstraßenwolken zeigt. Das Bild verglich ich mit der Vorlage für meine Zeichnung und fand Übereinstimmungen. Anhand dieser beiden Bilder beschriftete ich nun meine Zeichnung neu:

Milchstrasse invertiert mit echten Bezeichnungen.jpg


Das, was ich benennen konnte, befindet sich vor allem im Schild-Schützebereich. Die Teilung in der Mitte heißt "The Great Rift" und ist anscheinend das Staubband im Zentrum der Milchstraßenspiralarmscheiben-Ebene (damit muss ich mich noch genauer auseinandersetzen), in dem ganz viel los ist, aber dunkle Wolken das meiste davon verdecken. Und falls jemand eine deutsche Bezeichnung dafür kennt, wäre ich dafür sehr dankbar - zwecks der besseren Verständlichkeit...

Nett finde ich auch, dass mein "Zeus' mahnender Finger" in Wirklichkeit ein Zeh ist. Der gehört bestimmt auch dem Göttervater. :LOL:

Also: Ich denke, das, was ich brauche, ist eine Karte, auf der große auffällige Dunkelwolken u. ä. benannt sind. Und außerdem noch die großen, auffälligen und schon mit bloßem Auge sichtbaren Milchstraßenwolken. Was es da evtl. noch im Bereich Fuhrmann, Kassiopeia, Schwan, Adler geben könnte, damit muss ich mich noch genauer befassen. Vielleicht gibt es da gar nicht so viel, und ich muss mir was anderes überlegen. Mal sehen. Da wäre die südliche Milchstraße ergiebiger, aber die haben wir nicht zur Verfügung.

Vielen lieben Dank an euch alle. :D
Ich bleib dran und werd mir anhand dieser Erkenntnisse meine eigene Milchstraßenkarte zeichnen. Wenn das Ganze weiter gediehen ist, werd ich mich hier wieder melden.

Herzliche Grüße
Sabine
 
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Moin,
wenn es auch etwas älteres sein darf, dafür aber mit bloßem Auge beobachtet und niedergeschrieben:
E. Heis: Neuer Himmels-Atlas / Atlas Coelestis novus, Darstellung der im mittleren Europa mit blossen Augen sichtbaren Sterne nach ihren wahren, unmittelbar vom Himmel entnommenen Grössen

heis12_copia1.jpg


sollte auch als Digitalisat online zu finden sein. Heis war seiner Zeit als begnadeter visueller Beobachter mit einer ausergewöhnlichen Sehschärfe und Grenzhelligkeit berühmt.

Grüße
Ulrich
 
Hallo Ulrich,

vielen Dank. Das ist eine sehr schöne Karte.

Herzliche Grüße
Sabine
 
Ciao Sabine,

Google mal nach
Axel Mellinger Milchstrasse
Er hat schon vor einiger Zeit mal ein detailliertes Milchstrassen Pano publiziert.

Ausserdem wäre für Dich evtl auch interessant der Barnard Atlas of Dark Nebulae (in der Milchstrasse)
Googeln oder auch
(VORSICHT Werbung!)

Oder hier bei Wikipedia

Infos gibt's natürlich auch hier

Die Planetariumssoftware guide 9.1 hat auch einigermassen detaillierte Milchstrassen Konturen und natürlich alle relevanten Objekte darin. Hier als jpg ein Kartenbeispiel im Cygnus.
Mit der Software kann man natürlich hineinzoomen... Man kann auch andere Programme ausprobieren: Stellarium, Cartes du Ciel

Du kannst auch Aladin lite ausprobieren, aber eher gut für Einzelobjekte, nicht so gut für Übersicht....

Guten Feldstecher mitnehmen !!!
Der Bayerische Wald wird sicher nicht schlecht sein, aber WIRKLICH umhauen tuts eine/n erst in den Alpen über 2000m. Es gibt ja einige Hochalpenstrassen, mit denen man auch mit dem Auto dann hoch hinauf kommt. Zu Fuss natürlich auch Berghütte, die aber WEIT weg von Städten sein müssen. Österreich hat generell SEHR dunklen Himmel, wenn man von den städtischen Gegenden mal absieht.

Das alles kannst Du Dir im Detail hier ansehen:
Natürlich findest Du hier auch Dein Zuhause und den Bayerischen Wald, reinzoomen!

Gruss,
Peter
 
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EINE SEHR WICHTIGE SACHE noch:
Die Milchstrasse ist im Frühjahr nur erst sehr spät in der Nacht wieder zu sehen. Um Mitternacht ist sie praktisch weg , weil wir dann zum Pol der Milchstrasse aus der Scheibe senkrecht rausgucken. Der sog. North Galactic Pole liegt etwa im Sternbild Coma. Du solltest also besser im Spätsommer gucken !!! Dann steht die Milchstrasse abends perfekt über Dir !!! Die Wintermilchstrasse ist deutlich schwächer. Das Zentrum der Milchstrasse liegt in Sagittarius, aber von Dunkelwolken Verdeckt.

Für sowas wäre hilfreich zu haben ( wie sieht der Himmel aus am DATUM und um UHRZEIT)
Nimm diese, keine andere !
Natürlich geht auch elektrischer Kram, Apps, aber analog hat man wesentlich besseren Überblick und Durchblick wie alles zusammengehört... :)

Good Luck,
Peter
 
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Also, Leute,

ich bin echt baff, was ihr hier schon alles zur Milchstraße zusammengetragen habt. :D

Vielen lieben Dank euch allen und auch Dir, Peter, für Deine interessanten Tipps. Da muss das doch was werden!

Ja, mein 10 x 50 Fernglas mit Stativ wird auf alle Fälle mitkommen. Eigentlich hatte ich ja vor, es beim Fernglas zu belassen. Oder nur "ganz ohne" rauf zu schauen. Denn, wenn es dort wirklich mehr Sterne als bei mir daheim zu sehen gibt, werd ich am Himmel wahrscheinlich nur noch Sterne sehen und mich gar nicht mehr zurechtfinden. Falls es so wird, wie ich es mir vorstelle. Ich fände es ja schon total spannend, überhaupt mal mehr Sterne zu sehen als normalerweise. Und eben die Milchstraße etwas deutlicher als sonst. Und einen Hauch von der Andromeda-Galaxie mit bloßen Augen.

Das klingt jetzt für euch vielleicht seltsam, aber ich glaub, ich werd da schon allein vom Anblick des Sternenhimmels so gefesselt sein, dass ich das Teleskop vermutllich gar nicht benutzen werde. Mitnehmen werd ich es außer dem Fernglas wohl trotzdem. Denn, wenn man schon mal wo hinfährt, wo es einen besseren Himmel gibt als zu Hause, gehört es sich einfach, das Gerätchen mitzunehmen.

EINE SEHR WICHTIGE SACHE noch:
Die Milchstrasse ist im Frühjahr nur erst sehr spät in der Nacht wieder zu sehen. Um Mitternacht ist sie praktisch weg , weil wir dann zum Pol der Milchstrasse aus der Scheibe senkrecht rausgucken. Der sog. North Galactic Pole liegt etwa im Sternbild Coma. Du solltest also besser im Spätsommer gucken !!! Dann steht die Milchstrasse abends perfekt über Dir !!!
O je. Die Sache ist für Mai geplant, und da geht terminlich nichts zu verschieben. Aber es ist zumindest um Neumond herum. Machen wir halt das Beste draus. :) Und das Wetter redet ja auch noch ein Wörtchen mit - leider.

Mit der Milchstraßenkarte bleib ich dran. Ich hab immer noch vor, mir mit Hilfe all der Tipps, die ich von euch bekommen habe, eine zu zeichnen. Ihr werdet das Ergebnis sehen.

Herzliche Grüße und vielen Dank
Sabine
 
Hallo zusammen,

nachdem ich mich heute den ganzen Nachmittag mit der Milchstraße beschäftigt und versucht hab, meine ersehnte Kart zu zeichnen, war ich grad kurz davor, halbwegs verzweifelt aufzugeben. Denn das, was ich da fabriziert hab, ist noch weit weg von dem, wie ich es mir vorstelle.

Ich hab eine Sternkarte fabriziert, in der ich anhand meiner drehbaren Sternkarte (ja, Peter, es ist die richtige :)) den Umriss der Milchstraße eingezeichnet hab. Danach hab ich anhand dieser Sternkarte versucht, so halbwegs brauchbar die großen Dunkelnebel einzuzeichnen. Und danach die Positionen der Schildwolke, der kleinen und der großen Sagittariuswolke.

Als ich nun unzufrieden über meinem Ergebnis brütete, las ich euere Vorschläge hier nochmal durch. Und blieb bei Franks Idee mit Stellarium hängen. Dass man damit solche Spielereien machen kann, wusste ich vorher auch noch nicht. Ich befolgte Deine Anleitung, Frank (vielen Dank!) und schaffte es tatsächlich, es in etwa so hinzubekommen, wie Dein Beispiel zeigte:

Screenshot Stellarium.jpg

(Quelle: Stellarium 0.19.3, Screenshot vom eigenen Rechner)

Mit diesem Screenshot verglich ich meine Zeichnung:

Milchstrasse mit Dunkelnebeln.jpeg


Und dann haute es mich ein wenig vom Hocker.
Denn trotz meiner dilettantischen Zeichnerei konnte ich die Dunkelnebel auf dem Stellarium-Screenshot wiederfinden. Und benennen. Und darum geht es mir ja im Grunde. Ich möchte das, was ich dort oben in der Milchstraße (vielleicht ;)) erkennen werde, benennen können.

Besonders fasziniert hat mich, dass man diese Cassiopeia-Dunkelwolke - zumindest auf dem Stellarium-Screenshot - eindeutig erkennen kann. Und auch die anderen dunklen Bereiche, die ich in meine Karte hineingezeichnet hab, kann ich so ungefähr auf dem Screenshot wiederfinden. Und die hellen Sternwolken sowieso.

Das hat mich jetzt doch wieder etwas aufgebaut. Und ich werd auf alle Fälle weitermachen. Denn bei aller Frustration über die hässliche und ungenaue von mir gezeichnete Karte, hab ich doch das Gefühl, weitergekommen zu sein. Und dazugelernt zu haben.

Außer den Dunkelwolken würde ich gern auch die hellen Bereiche in diesem Milchstraßenabschnitt noch besser benennen können. Dass ich da nach "Sternwolken" suchen muss, ist mir inzwischen auch klar. Tja, leider ist Wikipedia in Sachen Sternwolken sehr mager aufgestellt, der Rest meines Internets scheint mit dem Begriff gar nichts anfangen zu können. Und meine Sternkarten (z. B. der Karkoschka) kennen zwar jede Menge Milchstraßenobjekte, aber über Sternwolken - außer denen, die ich schon eingezeichnet habe - bin ich dort noch nicht so wirklich gestolpert.

Es gibt ja eine Cygnuswolke. Und im Schwan einen sehr hellen Bereich. In meiner gezeichneten Karte hab ich ihn dort vorerst mal fraglich so benannt. Aber, ob das wirklich die Cygnuswolke ist, da bin ich mir gar nicht sicher. Weiß das vielleicht jemand von euch?

Und gibt es in dem Bereich Cassiopeia, Kepheus, Schwan, Adler noch weitere benannte Sternwolken, die mit bloßem Auge sichtbar sind? Oder ist das Helle dort halt einfach die Milchstraße, die dort glücklicherweise nicht von Dunkelwolken verdeckt wird?

Oder kennt vielleicht Stellarium Sternwolken und man kann deren Bezeichnungen irgendwie einblenden?

Ich werd auf alle Fälle weiter meine Bücher und das Internet wälzen. Und versuchen, eine schönere Karte zu zeichnen. Und euch berichten, wenn es noch nennenswerte Fortschritte gibt. :)

Herzliche Grüße und vielen Dank für euere Hilfe,
Sabine
 
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Hallo,

ich kann den Aufwand nicht verstehen. Eine genaue Karte der Milchstraße ist leicht und auf vielen Wegen online verfügbar.
Das mit dem "darunter sitzen" habe ich nicht ganz begriffen - soll wohl "darauf" heißen. Ich denke sowieso, dass es bessere Plätze gibt, um die Sterne zu beobachten, aber ich bin sicher vom Gehweg aus ist es jedenfalls gefahrlos möglich. Hinterher gibt es dort sogar einige Möglichkeiten einzukehren.

1680508811549.png

(Quelle: © OpenStreetMap, Lizenz)

Gruß
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

ja, ich verstehe diesen Aufwand auch nicht. Aber ich hab mir sagen lassen, dass Astronomen (m w d x usw.) manchmal Dinge tun, die "normale Leute" nicht verstehen. Muss hier so ein Fall sein. ;)

Darauf, darunter, daneben sitzen ist im Grunde egal. Hauptsache, es ist keine Leitung. Online oder offline.

Der Tipp mit dem Gehweg ist gut. Aber vielleicht sollte man aufpassen, wem man dabei im Weg sitzt. Sonst könnte das mit dem Sterne sehen wollen ins Auge gehen.

So, nun muss ich meine Straßenkarten raussuchen. Der Stapel auf dem Tisch wird immer größer.

Und solltest Du zufällig Ahnung von Sternwolken und Dunkelwolken am Nachthimmel haben: fühl Dich frei, uns hier alles zu erzählen, was Du darüber weißt. :)

Herzliche Grüße,
klaren Himmel und stets schlaglochfreie Straßen - egal, ob oben oder unten
wünscht Sabine
 
Guten Abend allerseits,

nun hab ich heute einen weiteren Nachmittag und Abend mit Milchstraßenkartenzeichnerei verbracht. Und allmählich werd ich mit den Ergebnissen zufriedener.
Ich konnte eine ganze Reihe von hellen Sternwolken und großen Dunkelwolken benennen und einzeichnen:

Milchstrassenkarte.jpeg


Ich konnte noch nicht alle der eingezeichneten Dunkelwolken benennen. Da recherchiere ich noch weiter. Auch bin ich mir noch nicht ganz sicher, auf welche Spiralarme unserer Galaxie man bei den einzelnen hellen Sternwolken blickt. Außerdem gibt es in dem Gewimmel im Schild-Schütze Bereich bestimmt noch ein paar weitere benennbare Strukturen. Da muss ich auch noch schauen.

Aber es ist doch nun ein ganz passabler Zwischenschritt.

Bei meiner Recherchiererei hatte ich zwischendurch den Gedanken, dass vielleicht historische Sternkarten eine Hilfe sein könnten. Schließlich haben auch bereits Astronomen den Himmel kartiert, noch bevor Fernrohre überhaupt erfunden worden waren. Und sie haben die sichtbaren Bereiche der Milchstraße doch sicherlich irgendwie benannt.

Nun, ich hab bis jetzt keine brauchbare historische Sternkarte auftreiben können, die mir diesen Wunsch erfüllt hätte. Aber falls es unter euch jemanden gibt, der sich für historische Astronomiebücher und -karten interessiert, verlinke ich hier mal die Deutsche Digitale Bibliothek, in der ich auf viele solcher Schätze gestoßen bin (und auch einen Nachmittag zugebracht hab :)).

Fortsetzung folgt.

Herzliche Grüße,
allseits klaren Himmel

Sabine
 
Skychart (Cartes du Ciel) hat auch ein wenig Milchstraßen-Info grafischer Art. Und man darf die Karten oder Screenshots verwenden. Und ist gratis...

Bildschirm­foto 2023-04-06 um 21.44.56.png


(Quelle: Cartes du Ciel)

lg
Niki
 
Hallo Niki,

vielen Dank für Deine Hilfestellungen. :D
Mit Cartes du Ciel hab ich mich noch nicht auseinandergesetzt. Werd ich mal machen.

Liebe Grüße
Sabine
 
Ciao,

nochmal ein paar Anregungen: :-)

wenn Dich Dunkelwolken, also Staub interessiert kannst Du auch nochmal hier in einem alten BB von mir was nachlesen unter (12) und (13). Die Bilder sind clickbar !
Es gibt auch eine Staubkarte der gesamten Galaxis von Schlegel, kannste da sehen...

Zum Deinem Begriff 'Sternwolken': (definieren sich eher negativ, weil dort eben KEIN Staub die Sterne verdeckt, deshalb wird der Begriff nicht verwendet, weil das sozusagen kein reales Gebilde ist). Am nächsten liegt das Thema 'Spiralarme' in der Milchstrasse (also in der Galaxis). Das ist ein interessates Thema. Es gibt den Orion Arm, den Sagittarius-Arm, den Perseus-Arm... etc. Google...

Es gibt auch noch Kataloge von (eher kleineren) Dunkelwolken von Barnard. Die Objekte heissen z.B B 142 (im Adler).

Gruss, Peter
 
Hallo Peter,

vielen Dank für Deine interessanten Informationen und Links.

Ich hab mich jetzt ein wenig in Deine Beobachtungserichte hineingelesen und dort etwas über diesen Polaris-Cepheus Flare gelernt. Das ist, soweit ich verstanden habe, dieser große S-förmige Dunkelnebel zwischen Cepheus und Polaris, den Du hier in der Sternkarte schwarz eingezeichnet hast. Nun hab ich eine Weile das Internet auf den Kopf gestellt - und mein eigener schwirrt mir inzwischen heftig.

Ich denke, dass ich diesen Dunkelnebel mit bloßen Augen nicht erkennen werde. (Naja, vermutlich werd ich viel von dem, was ich in meine Milchstraßenkarte eingezeichnet hab, nicht erkennen können.:oops:) Links von diesem Dunkelnebel bildet auf Deiner Karte die Milchstraße sowas wie einen langen Finger heraus. Hat dieses helle Gebiet auch einen Namen? Ich bilde mir ein, dass man das vielleicht am Himmel sehen kann (oder erahnen, wenn man davon weiß).

Deine Anmerkung zu dem von mir verwendeten Begriff der Sternwolken finde ich auch sehr interessant. Dann sind also die hellen Bereiche der Milchstraße einfach die Spiralarme, die man sehen kann - weil dort grad kein oder nur wenig Staub die Sicht verdeckt. Diese Bezeichnungen, z. B. Cygnus-Sternwolke oder Schildwolke sind also keine "offiziellen Bezeichnungen" von real zusammengehörenden Strukturen, sondern eher Benennungen für größere helle Bereiche der Milchstraße - um sie irgendwie benennen zu können. Also eigentlich genau das, was ich suche. :)

Mal ganz abgesehen davon, dass die Vorstellung, man blickt in eine Sternwolke, viel romantischer ist als die, dass man auf einen Spiralarm blickt. Aber das nur am Rande... ;)

Mit den Spiralarmen unserer Milchstraße hab ich mich inzwischen auch etwas näher beschäftigt. Mit Hilfe einer im Internet verbreiteten Grafik hab ich unsere Galaxie gezeichnet und die Spiralarme benannt:

Milchstraße in Pastell - Graustufen und benannt.jpg

Nun möchte ich mich noch genauer damit befassen, welche Spiralarme bzw. Bereiche man sieht, wenn man die besonders hellen Bereiche (Sternwolken) in der Milchstraße beobachtet. Bei der kleinen Sagittariuswolke M 24 sieht man ja hinüber auf den Sagittariusarm. Bei der großen Sagittariuswolke sogar bis zum Zentralbereich unserer Galaxie - so weit der für uns hinter all den Staubwolken überhaupt sichtbar ist.

Das mit den Dunkelwolken ist dann nochmal eine Wissenschaft für sich. Da meint man immer, das Weltall ist bis auf ein paar Sterne und Galaxien eigentlich leer. Tja, denkste.

Ach, Leute, ich sag's euch. Das alles ist so spannend. Was ist das für ein Wunder, in dem wir mittendrin stecken und von dem wir so viel mit unseren eigenen Augen sehen können!

Vielen Dank für euere Unterstützung!

Herzliche Grüße und viel Erfolg für euere eigenen Astro-Projekte,
Sabine
 
Vielen Dank, Niki. Das kannte ich gar noch nicht. Da bekommt man gleich noch mehr Ehrfurcht.

Liebe Grüße
Sabine
 
Noch ein paar Kommentare:

Falls Du alles mal live sehen willst, dann such Dir im Spätsommer Aug/September eine dunkle Gegend aus und fahr hin. Details dazu hier:

Mit der Pollution map kannst du nach dunklen Ecken in Deutschland oder in AT oder F suchen. Man kann reinzoomen und durch click auf einen Punkt sagt dir die Seite wie hell der Himmel ist. Du brauchst Himmel mit einem Wert von - am besten - grösser als 21.3 oder 21.4. Je höher desto besser. Unter einem 21.4er Himmel kannst du die Milchstrasse sehr gut sehen. Ab 21.6 herausragend gut, aber das gibt es meist nur in den Alpen im Stockdunklen.

Am besten besorgen Dir noch einen Feldstecher 8x40 oder 10x50. Damit kannst Du alles im Detail, angucken. Das Gebiet nördlich des Schwans in der Milchstrasse anzusehen ist bei gutem Himmel mit Feldstecher fantastisch.

Wenn Du nicht weisst was kaufen, nimm den hier: nicht so riesig und auch gut zum Vögel beobachten etc, kostet 290 Euro, kann man einfach im Netz bestellen und fertig. Wenn die Ratgeber über Dich herfallen, die Dir sagen Du könntest auch was anderes kaufen lass Dich nicht verrückt machen... (sorry Kollegen ! :) ) Das Ding ist sein Geld Wert und nervt nicht und für vieles andere gut zu gebrauchen... Viel besseres Zeugs kostet auch VIEL MEHR Geld...) Du hast hier lauter Experten und Freaks zu dem Thema, da kann man mit Ratschlägen auch mal erschlagen sein als kompletter Laie (sorry everybody).

Wenn Du noch weiter forschen willst, dann google oder Wiki nach Interstellares Medium. Es gibt nicht nur dunklen Staub sondern auch helle Wolken aus Gas. Z.b, der Nordamerikanebel im Schwan. Die Milchstrassenarme richtig getrennt zu sehen ist mehr oder weniger unmöglich, weil sie sich überlagern. Man muss WISSEN, wo welcher Arm vorherrscht und sichtbar ist.

Aus Gas und Staub bilden sich die Sterne, guck bei sternentstehungsgebiet. Im Orion (Winter) ist ein grosses um M42, den sog. Gr. Orionnebel.

Good luck,
Peter
 
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