Ringförmiger Gradient im Hintergrund - was kann das sein?

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ice8lue

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Hallo alle miteinander,

Ich habe seit einiger Zeit neben meinem Refraktor auch einen Newton (TS Photon 8). In den gestackten Aufnahmen, habe ich im Hintergrund einen kreisförmigen Gradienten, den ich mir nicht so richtig erklären kann. Hier mal zwei STF Gestreckte Beispiele:

Bildschirmfoto 2023-06-12 um 17.38.59.png
Bildschirmfoto 2023-06-12 um 17.38.22.png


Ich habe hier noch keine Flats verwendet (LED Panel zu klein, neue Flatbox ist aber schon bereit). Der Tubus ist mit Velours ausgekleidet und mein Standort an sich relativ (TM) dunkel.

Habt ihr einen Tip für mich?
 
Hallo,

ich habe so etwas selber schon gehabt und sehe es oft auch bei anderen Newton Besitzern. Ich denke der Ring selber entsteht irgendwo am Fangspiegel durch Reflexionen am selbigen. Das muss nicht zwangsläufig bei den Light Aufnahmen passieren, sondern kann auch in die Flats hinein kommen. Wichtig ist es m.E. jegliche Möglichkeiten von Lichteinfall am Newton zu vermeiden. D.h. in der Praxis vorne auf den Newton eine Streulichtblende, hinten auf den Newton einen Deckel oder lichtdichten Sack. Und auch der Okularauszug kann ein Lichtleck haben. Habe schon Leute gesehen, die sich ein Gummiband oder ähnliches um den Okularauszug wickeln.

CS Frank
 
Hallo ****,

ich nutze zwar kein PI, aber so etwas KANN entstehen, wenn beim DBE strategisch nicht sinnvoll vorgegangen wird.
An deiner Stelle würde ich vor der Hintergrundextraktion auf jeden Fall das Bild beschneiden.
Und dann versuchen mit manuell gesetzten Punkten die DBE stückweise optimieren.
Ein unbearbeitetes - nur gestrecktes Rohbild wäre mal interessant - ob sich dort diese ringförmige Aufhellung auch andeutet.

viel Erfolg - Ronald
 
Hallo,

vielen Dank für euren Input. Hier ist der rohe Stack, ohne DBE (allerdings Kanäle kalibriert):
Bildschirmfoto 2023-06-13 um 12.01.00.jpg

Die Vignette ist sehr deutlich und ließe sich sicherlich mit Flats entfernen, diesen Ring kann ich aber nicht erkennen. Nach der DBE, mit sehr gezielt gesetzten Punkten, ist er aber immer vorhanden. GraXpert ebenso.

Eine Überkompensation durch die Gradient-Entfernung?
 
Okay danke. Wenn das Wetter wieder mitspielt versuche ich mal, vor allem die Rückseite abzudecken. Durch die Spiegelbelüftung ist dort noch am ehesten ein Lichteinfall möglich.
 
Ich hatte das auch schon an Refraktoren. Das kam immer, wenn eine starke Lichtquelle in der Nähe war oder der Himmel durch den Mond stark aufgehellt wurde. Ich vermute, dass da irgendwo im Reducer/Flattener eine schwache Reflexion stattfindet. Könnte natürlich auch vom Fangspiegelrand oder was anderem kommen. Musst du ausprobieren. Vielleicht einfach mal den Rand des Fangspiegels mit Velours abkleben oder eine Serie ohne Komakorrektor machen. Dann siehst du ja, ob es weg ist.

Wenn du gar keine Flats gemacht hast, kann es natürlich auch sein, dass das von der Hintergrundextraktion kommt. Diese Algorithmen haben auch ihre Grenzen. Für Flats braucht man kein Flatpanel. Man kann auch einfach gegen Abend ein weißes T-Shirt über die Öffnung spannen und dann gegen den Zenit Flats aufnehmen. Das Fernrohr sollte dafür nur im Schatten stehen und die Sonne sollte schon relativ stief stehen, damit man mit der Belichtungszeit nicht so weit runter muss. Oder man lässt das T-Shirt einfach weg und macht nach Sonnenuntergang Dämmerungsflats. Das geht auch wunderbar.

Deshalb würde ich persönlich erst die Flats nachholen und erst dann anfangen rumzuschrauben.
 
Hi, also die ersten Bilder sind doch (lt. Name) mit ABE bearbeitet? Das könnte auf unkalibrierten Bilder durchaus solche Ringe erzeugen.
Ich würde dir Empfehlen auf jeden Fall Flats zu verwenden (kannst du auch jetzt noch nachholen falls die kamera unverändert am Teleskop ist)

Das dritte Bild sieht völlig korrekt aus, Die Vigniette und die Staubpartikel werden mit Flats verschwinden und du brauchst evtl. gar keine ABE mehr!

Viel Erfolg!

VG
Torsten
 
Ich hatte das auch schn, sah ganz genau so aus- ich habe damals auf falsche Kalibrierung mit FLATS/BIAS/DARKS getippt oder auf einen Fehler bei der Erstellung selbiger. Das war eines der Bilder der Anfangszeit und ich will nicht ausschließen, dass ich bei den Flats vielleicht falsche Iso, falsche Zeit oder etwas in der Art gewählt habe.
Die Kollegen aus unserer Astro- Truppe meinten damals auch, es sähe nach einer Überkompensation aus...
 
Möglicherweise ein Filterrad ohne eingeschraubten Filter - hatte genau das gleiche Problem… UV/IR Filter eingeschraubt, schon war das Problem weg. Ich vermute, dass das Gewinde im Filterrad diesen schönen Ring produziert hat.

Viele Grüße, Jan
 
Da der Ring ziemlich schmal ist, wurde ich den Verursacher im „optischem Kanal“ in der Nähe zum Chip suchen; ComaCorrektor, Verlängerungshülse, Filter… Vielleicht den CC, oder Filter weglassen und testen.
 
Hallo ice8blu,

ich kenne den Effekt und habe recht lange daran "geforscht". Ich verwende einen 10" Selbstbaunewton und PI. Dieser Effekt tritt bei mir mindestens bei folgenden Konfigurationen auf:
  • Atik490 mit dem TS2Korr
  • ASI6200MC mit TSWynne68
Nach meinen Untersuchungen sehe das ähnlich wie Frank und Ronald:
  • der Effekt ist in den Lightframes nicht nachweisbar
  • der Effekt wird beim Anfertigen der Flat eingefangen, er ist in den Flat nachweisbar
  • Im Summenbild ist er erst nach der Entfernung der Gradienten "1ster" Ordnung erkennbar
  • These: er kommt durch die Flatkalibration in das Bild rein
  • je nach Intensitätsverteilung wird der Ring im Summenbild heller oder dunkler als der Hintergrund dargestellt
  • der Effekt tritt besonders häufig auf, wenn ein helles Umfeld beim Anfertigen der Flats besteht (Dämmerung)
  • These: Ursache ist Fremdlicht bei den Flats, entweder Eindringen um den Hauptspiegel oder am OAZ
Als Gegenmaßnahme setze ich beim Aufnehmen eine "Kaputze" hinten auf den Tubus und verhänge den OAZ mit einen Tuch. Angehängt mal ein Beispiel. das Leo Triplet einmal so und einmal mit heftig verstärktem Hintergrundkontrast. Da sieht man auch sehr schön, dass der Ring oben heller und unten dunklerM65.jpgM65_stretched_BG.jpg
als der Hintergrund ist.

Es sieht so aus, als ob meine Maßnahmen Erfolg bringen, aber im wissenschaftlichen Sinne belegen konnte ich das noch nicht. Das kommt hoffentlich, wenn es bei uns in Bremen wieder nachts dunkel wird.

Gruss,
Kai
 
... stimmt natürlich. Meine implizite Annahme, dass ähnliche Mechanismen bei dem Effekt des TE eine Rolle spielen, hatte ich unter den Tisch fallen lassen.

Wenn der TE (wenn ich den Namen wüsste, würde ich ihn auch verwenden) sich den Ring ohne Flats einfängt, dann würde ich trotzdem hinsichtlich Fremdlichteinfall und Streuung am Fangspiegel forschen. Was ich oben nicht geschrieben habe: ich sehe einen Zusammenhang mit Morgennebel, kann das aber nicht belegen. Das würde auch auf eine Anfälligkeit der Lights (ohne Flat) auf diesen Effekt hindeuten. Aber jetzt spekuliere ich zu viel....

Gruss!
 
Frank heiße ich ;)

Ich halte im Moment auch einen Lichteinfall durch die HS Halterung bzw den Freiraum für den Lüfter am wahrscheinlichsten. Leider will das Wetter aktuell nicht, aber der nächste Test wird mit Abdeckung hinten (und einmal mit ordentlichen Flats, die sollten ja ggf. Einflüsse vom Coma Corrector mit entfernen können)
 
Hallo!
An sich ist es sinnlos, solche Phänomene zu diskutieren, solange keine ordentliche Kalibrierung stattgefunden hat. Flats sind wichtig. Auch alle möglichen Ursachen für Reflexe aller Art aufzuzählen ist doch sinnlos.
Wie schon mehrfach gesagt, entstehen solche gleichmäßigen Ringe normalerweise durch Reflexe am Tauschutz, der Tubusinnenseite oder auch dem OAZ. Je mehr Licht da ist, desto stärker der Effekt, weswegen die Flats das Problem der reflektierenden Flächen meistens erst richtig offenbar werden lassen, weil dabei eben erst so richtig Licht in das System gegeben wird.
Hier könnte die Ursache statt in den Flats auch in einem aufgehellten Himmelshintergrund liegen. Wir haben eben die weißen Nächte.
Lichteinfall durch undichte Stellen wie eventuell den OAG oder auch den Kamerasucher kenne ich nur mit unregelmäßigeren Störungen. Dieser "schöne" Ring zeigt für mich eine irgendwo rundherum nicht-matte Oberfläche. Es kann natürlich auch was anderes sein, aber wenn du Hufgetrappel hörst, denk an Pferde, nicht an Zebras.
Also zuerst mal ordentliche Flats machen und dann schauen, ob da irgendwas nicht matt ist, falls sich dadurch nichts bessert.
Gruß
Sebastian
 
Zeig uns mal bitte ein Bild durch die lehre OAZ Hülse.
Ist der Fangspiegelrand geschwärzt? Siehe Streulichtsuche von Gert im Nachbarforum
Hoch reflektierende Fangspiegelränder empfinde ich als eines der größten Ärgernisse der heutigen Fernost Erzeugnisse. Ich male den Rand (Mantelfläche), der Richtung OAZ zeigt mit schwarzer Farbe an, Siehe hier oder hier oder hier, Veloursfolie geht natürliche auch.

Welche Kamera nutzt du? Ich habe mit der ASI 394MC pro unter Stadtbedingungen ein ähnliches Verhalten, obwohl ich Flats mache ---> Überkompensation der Flats
 
Auch auf die Gefahr hin den Thread zu kapern.....
20200509_115346-150x150.jpg
Hallo Stathis,
darf ich Dich nach Deiner Meinung zu dieser Schwärzung fragen (weitere Infos hier)?
Gruss,
Kai
 
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