DSLR-Sensor justieren nach Astro-Modifikation

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ErwinL

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Hallo Astrofreunde und speziell die Bastler unter euch!

Die übliche Methode, einen ausgebauten, federgelagerten Sensor nach dem Wiedereinbau in die Kamera zu justieren, besteht ja darin, die originale Position der Schrauben zu markieren und die Umdrehungen beim Ausbau zu zählen. Das ist nicht sehr genau und kann auch richtig schiefgehen, wenn zum Beispiel beim Zählen der Umdrehungen ein Fehler passiert.
Die einzige andere Methode, auf die ich gestoßen bin, beruht auf einer mechanischen Präzisionsmessung (hier), die mir aber zu aufwändig ist. Deshalb habe ich mir etwas überlegt, das mit einfacheren Mitteln zu machen ist. Man braucht dazu einen Laser-Pointer, ein Stückchen Glas und – das ist das Komplizierteste – einen halbwegs stabilen Aufbau dazu.

Meine Methode arbeitet mit der Reflexion eines Laser-Strahls am Sensor und an einem Glasscheibchen, das auf dem Bajonett der Kamera aufgelegt wird.
Der erste Teil der Justage besteht dann einfach darin, die Verkippung des Sensors so einzustellen, dass die beiden reflektierten Strahlen möglichst exakt zusammenfallen. Dabei kann man dann sogar überprüfen, ob ein in der Kamera verbleibendes LPF1-Filter korrekt sitzt, denn das produziert einen eigenen Reflex, der die anderen möglichst treffen sollte.

Im einfachsten Fall lässt man die reflektierten Strahlen auf eine weit entfernte Wand fallen und prüft, wie weit die Reflexe auseinander liegen. Praktischer ist aber ein kleiner Schirm mit einem Loch im Zentrum, durch das der Laserstrahl auf den Sensor trifft:

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Hier sind nur die wichtigsten Reflexe skizziert. Tatsächlich bekommt man vom Glas je einen von der Vorder- und der Rückseite, die aber bei senkrechter Einstrahlung zusammenfallen. Dasselbe gilt für die LFP1 und LPF2 Filter. Vom Sensor kommen zwei Reflexe vom Deckglas und einer von seiner Oberfläche.
Das ist ein Reflex-Bild von einer noch nicht modifizierten Kamera im Abstand von etwa vier Metern:

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Der hellste Punkt links oben stammt vom Glas auf dem Bajonett, der untere vom Sensor, der dritthellste von den Filtern. Man sieht, dass die Werksjustierung auch nicht ganz perfekt ist, zumindest bei Kameras, die schon länger in Gebrauch sind. (Wer die Verkippung mal ausrechnen mag: Das Raster im Bild ist 5 mm weit, der Abstand zur Kamera 430 cm.)
Reflexe (von einer anderen Kamera) auf einem Schirm vor dem Laser, der durch das Loch in der Mitte strahlt:

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Eine Warnung noch zu Laser-Pointern: Die Exemplare, die es sehr günstig direkt in China zu kaufen gibt funktionieren meiner Erfahrung nach ordentlich, aber sie bringen zum Teil deutlich mehr Leistung, als gut für unsere Augen ist. Vorsicht im Umgang mit solchen Teilen ist also durchaus angeraten!

Damit ist das Wichtigste für die Astro-Anwendung - die Winkeljustage - ohne großen Aufwand zu schaffen. Wer eine genaue Positionsjustage braucht oder einfach Lust hat, eine tricky Methode kennenzulernen, darf aber gerne weiterlesen.

Für die genaue Einstellung der Sensorposition verwende ich ebenfalls die Reflexion am Sensor (bzw. seinem Deckglas) und zusätzlich den Beugungseffekt. Die Sensoroberfläche ist ja nicht perfekt gleichförmig, sondern weist ein regelmäßiges Pixel-Muster auf, an dem Licht gebeugt wird. Man sieht das sehr schön an den schillernden Farben, die ein Sensor bei Lichteinfall zeigt. Ein einfarbiger, paralleler Lichtstrahl wird dadurch in ganz bestimmte, zusätzliche Richtungen reflektiert, die man aus der Sensorstruktur berechnen kann.
Tatsächlich erkennt man auf dem Schirm-Bild oben in den Ecken zusätzliche, schwache Lichtpunkte. Wenn man deren Lage sorgfältig vermisst und den Abstand des Schirms zum Bajonett kennt, kann man damit den Abstand des Sensors zum Bajonett berechnen.

1680444523543.png


Hier sieht man diese Beugungsreflexe auf einem zusätzlichen Schirm, der den Riesenvorteil hat, dass sein Abstand zum Bajonett genau bekannt, nämlich gleich 0, ist: Die Lage der Reflexe hängt dann direkt vom Abstand zwischen Sensor und Bajonett ab. Das Millimeterpapier ist kameraseitig mit Klarlack auf das Glas geklebt, so dass es leicht durchscheinend wird und direkt und plan auf dem Bajonett aufliegt. Durch das Loch in der Mitte trifft der Laserstrahl auf den Sensor und der zentrale Reflex tritt dort wieder aus und trifft den ersten Schirm vor dem Laser. Wichtig ist dabei, dass dieser Hauptreflex möglichst genau wieder in den Laser zurückfällt. Dann trifft der Laserstrahl senkrecht auf den Sensor auf und die Formel zur Berechnung der Sensorposition wird besonders einfach:

d = x * sqrt(1-y²) / y, y = m * lambda / a

Dabei ist:

d: (optischer) Abstand Sensor – Bajonett (bzw. Schirm)
x: Abstand eines Reflexes auf dem Schirm zum Zentrum
m: Ordnung des Reflexes (1, 2, 3, …)
lambda: Wellenlänge des Lasers, 532 nm für grüne Laserpointer
a: Gitterkonstante

Die Gitterkonstante a ist die Größe der Strukturen, an denen das Licht gebeugt wird. Im Fall eines RGB-Sensors ist es die Größe einer RG/GB Gruppe, also die doppelte Pixelgröße.
Erfreulicherweise erhält man den so berechneten Abstand des Sensors zum Bajonett gleich als optischen Abstand, also den durch die Filtergläser gegenüber dem mechanischen Abstand verringerten Wert, den man für die Einstellung braucht. Das heißt, wenn man vor dem Filterausbau einen Abstand von 44 mm gemessen hat, stellt man den Abstand danach auch wieder auf 44 mm ein.

img5.jpg


Hier ist das Beugungsbild mal in groß. Man sieht, dass die Reflexe auf einem quadratischen Raster mit einer Weite von etwa 2.8 mm liegen. Die innersten 4 Punkte gehören zur Ordnung 1, von der nur die diagonalen Elemente zu erkennen sind. Von der zweiten Ordnung sind dafür die diagonalen Elemente deutlich schwächer als die senkrecht und waagrecht liegenden, die in einer Richtung von nullter Ordnung sind. Diese Helligkeitsverteilung hängt stark vom Durchmesser des Laserstrahls ab bzw. davon, wie viele Pixel vom Laser beleuchtet werden.

Wenn man die 4. Ordnung betrachtet, fällt eine Art Kissenverzerrung auf. Das bedeutet, dass die Kriterien für die Fraunhofer-Beugung nicht ausreichend erfüllt sind. Man kann deshalb für weit außen liegende Reflexe die Gleichung von oben nicht mehr anwenden. Für die Punkte der Ordnung (4,0) auf der Waagrechten und (0,4) auf Senkrechten durch das Zentrum habe ich aber immer Ergebnisse bekommen, die so gut waren wie die Ablesegenauigkeit von etwa 0.1 mm.
Als Beispiel hier die Rechnung für die Ordnung (4,0):

2x = 22.4 mm (Abstand der 4. Ordnung links und rechts des Zentrums)
Die Kamera ist eine EOS 60D mit einer Pixelgröße von ca. 4.30 µm, also a = 8.6 µm.
Damit wird dann y = 4 * 532 nm / 8.6 µm = 0.2474 und sqrt(1-y²) / y = 3.916 .

Der Abstand des Sensors vom Schirm ist dann: d = x * sqrt(1-y²) / y = 11.2 mm * 3.916 = 43.86 mm
Die Abweichung zum Canon EF Auflagemaß beträgt damit 0.14 mm, ist also ungefähr so groß wie die (relative) Unsicherheit bei der Ablesung von '2x'.

Eine gewisse Unsicherheit bei der Rechnung ist die Pixelgröße, die man für die Kameras findet. Ich habe für die 60D statt den 4.3 µm auch schon 4.29 µm gefunden, was auch etwa 0.1 mm Unterschied am Ergebnis ausmacht, und 'offizielle', exakte Werte konnte ich leider nicht auftreiben. Falls hier jemand mehr weiß als ich, wäre ich für Input sehr dankbar.
Eine weitere Fehlerquelle ist das Millimeterpapier, das beim Aufkleben evtl. noch seine Größe leicht ändern könnte. Zur Verbesserung der Genauigkeit ist es deshalb keine schlechte Idee, die Messung einmal durchzuführen, bevor man die Kamera zerlegt und damit die Methode zu kalibrieren.

Zur Verbesserung der Ablesegenauigkeit ist mir noch eine Variante eingefallen, die allerdings nur mit einer funktionsbereiten Kamera anwendbar ist. Und zwar legt man statt des Millimeterpapiers einen Oberflächenspiegel (mit einem Loch in der Mitte) auf das Bajonett auf. Dann werden die Beugungsreflexe auf den Sensor zurückgeworfen, den man mit sehr hoher Auflösung auslesen kann. Außerdem verdoppelt sich dabei der Abstand der Reflexe, so dass man leicht die erste oder zweite Ordnung verwenden kann, die von der Kissenverzerrung noch weniger betroffen sind.
Die Abstandsberechnung ist dabei fast identisch, man muss nur zusätzlich noch den Abstand von Pixeln in Millimeter umrechnen und dann durch 2 teilen, weil der Weg, den der Reflex zurücklegt ja doppelt so lang ist.
Und das Beste ist: Man braucht gar keinen speziellen Spiegel dazu – ein Glas reflektiert ausreichend Licht für diesen Zweck.

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So sieht der Lichtweg aus, wenn das Glas verspiegelt ist. Wenn man ein unbeschichtetes Glas als Spiegel verwendet, tritt der Hauptteil der gebeugten Strahlen wieder aus und man bekommt eine weitere Reflexion an der Glasaußenseite. Das gibt dann auf dem Sensor einen Doppel-Punkt:

img7.png


Obwohl die Belichtungszeit nur 1/250 s war, ist der Sensor um den direkten Laserpunkt massiv überbelichtet, was sich aber nicht vermeiden lässt, wenn man die Beugungsreflexe noch erkennen will. Stört aber auch nicht weiter, und die geringe Laserleistung kann dem Sensor auch nicht schaden. Die Reflexe zweiter Ordnung passten hier gerade noch auf den APSC Sensor, und es ist gut zu erkennen, dass die Beugungsreflexe immer aus zwei Punkten bestehen.

Zur Berechnung der Sensorposition nimmt man dann am besten die Abstände der inneren Punkte zu ihren Gegenübern, dann ist es egal, wie dick das Glas ist.
Der Abstand w zwischen dem (-1,-1) und dem (1,-1) Reflex war hier 2540 Pixel, die wieder eine Größe von ca. 4.3 µm haben. Eingesetzt ergibt das dann (mit dem y für die erste Ordnung)

d = w/4 * sqrt(1-y1²) / y1 = 2540/4 * 4.3 µm * 16.13 = 44.06 mm

Mit den (-2,0) und (2,0) Reflexen kommt d = 44.01 mm raus.
Die Begrenzung der Genauigkeit kommt hier einmal von den Durchmessern der Reflexpunkte und evtl. einem Fehler in der eingesetzten Pixelgröße. Und irgendwann werden auch noch die Nachkommastellen der Laserwellenlänge relevant.

Um die Qualität des Laserstrahls zu verbessern, habe ich ihn erst noch aufgeweitet, dann mit einer kleinen Blende den größten Teil ausgeblendet und anschließend wieder so fokussiert, dass der Fokus in der Nähe des Sensors liegt. Das hat auch noch den Vorteil, dass ich die Leistung dadurch auf weniger als ein Hundertstel reduziert habe, was einen Laserpointer dann wirklich ungefährlich macht. Zum Aufweiten kann man einfach die eingebaute Linse entfernen. Zum Fokussieren braucht man eine Brennweite, die etwas größer als die Hälfte des gewünschten Abstands der Blende zum Laser ist, z.B. f = 100 mm.

img8.png


Preiswerte, grüne Laser sind frequenzverdoppelte Nd:YAG Laser. Das hat den Vorteil, dass die Wellenlänge (532 nm) genau bekannt ist und die Strahlqualität konstruktionsbedingt nicht zu schlecht sein darf. Rote Laser sind Diodenlaser, die es in verschiedenen Wellenlängen gibt. Man muss also zuerst mal herausfinden, ob es z.B. 635 nm sind. Sie haben den zusätzlichen Nachteil, dass sie vom LPF2 Filter stark geschwächt werden, so dass Reflexe vom Sensor unmodifizierter Kameras recht dunkel ausfallen.

Zum Schluss noch die Gittergleichung für die Berechnung:
Der Winkel phi des Hauptmaximums mit der Ordnung m eines Beugungsgitters liegt bei

(sin(phi) – sin(phi0)) = ±m * lambda/a

wobei der Einfallswinkel phi0 am besten = 0 gewählt wird.
Seine Position x auf einem Schirm im Abstand d ist

x = d * tan(phi)

Beides zusammen gibt für senkrechten Einfall

d = x / tan(asin(y)) mit y = m * lambda/a

oder auch: d = x * sqrt(1-y²) / y

So, das war's erst mal. Bin gespannt, ob's der eine oder andere mal ausprobiert und vlt. auch seine Erfahrungen rückmeldet.

CS, Erwin
 
Wow - das nenn ich ein Brett.

Kompliment für die Arbeit.

CS
Jörg
 
Danke! Ist so im Lauf der Zeit gewachsen und gewachsen und jetzt dachte ich, es muss mal raus.

Gruß, Erwin
 
Guten Morgen Erwin,

ich habe mir gestern mal eine justagehilfe gedruckt. Rückseite:

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Vorderseite:
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Der Laser wird hinten rein gesteckt und ist dann eigentlich schon zentiert. Die Öffnung beträgt 1.5mm. Vorne noch ein weißes Blatt Papiert drauf und fertig . Das Ding irgendwo in ein paar Meter Entfernung hinstellen (bei mir jetzt fest installiert) und die Kamera entsprechend ausrichten so das die Reflektion des ersten Glas wieder die Öffnung trifft (ist ja aber eigentlich nicht notwendig). Die Abweichung Sensor zum Bajonett ist sofort sichtbar. Ich habe ja immer ein paar Kameras hier. Da ist z.B. eine 700Da dabie die ich gerade umgebaut habe. Bei der passt es perfekt, sogar der Staubrüttler sitzt perfekt. Bei den meisten anderen Kameras passt zwar auch der Sensor aber der Staubrüttler liegt immer minimal daneben.
M50, bei der passt der Sensor perfekt. Der Kunde hat aber Probleme auf einer Seite und hat mir daher noch seinen EF-M zu EF Adapter geschickt. Und genau dieser liegt deutlich daneben.

Was soll ich sagen: echt tolles Ding. Veieln Dank dafür. Ich werde mir noch ein Bajonettdeckel mit eingebautem Glas bauen das mit Federn direkt auf das Bajonett gedrückt wird. Sobald ich das fertig habe zeige ich es natürlich hier.

Gruß Markus
 
Hallo Markus,

super!
So ein 3D-Drucker hat schon was, irgendwann muss ich mir doch auch mal einen anschaffen (und 'ne Drehbank :-).
... so das die Reflektion des ersten Glas wieder die Öffnung trifft (ist ja aber eigentlich nicht notwendig)
Nein, das braucht es nur, wenn man das Auflagemaß vermessen will. Und zum Erklären des Prinzips ist es ganz hilfreich.
aber der Staubrüttler liegt immer minimal daneben
Das hatte ich auch schon hin und wieder. Da kann man viel Zeit reinstecken, das zu trimmen, aber wenn's nicht gar zu krass ist, lohnt sich der Aufwand nicht, weil der Doppelreflex immer noch im Stern liegt.
... EF-M zu EF Adapter geschickt. Und genau dieser liegt deutlich daneben.
Adapter so zu prüfen, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Eine ganz neue Anwendung!
Bajonettdeckel mit eingebautem Glas bauen das mit Federn direkt auf das Bajonett gedrückt wird.
Gute Idee! Ich hab mir in einen Bajonettdeckel ein Loch gebohrt und ein Glas eingeklebt, aber so ganz 100%-ig ganau wird das mit dem Plastik leider nie.
Bin auf deine Konstruktion gespannt!

Gruß, Erwin
 
Hi Erwin,

wenn Du etwas aus dem Drucker brauchst drucke ich Dir das gerne!

Ich habe mir vor Jahren den Anet A8 gekauft. Damals wie heute einer der günstigsten 3D Drucker überhaupt. Mit ein paar Modifikationen ist das aber echt ein Arbeitstier. Ich drucke damit ja auch Clipfilter halterungen, Ersatzteile für´s Modellauto des Sohnes und viele andere Spielereien. Das aufwendigste ist in der Regel das Design, welches ich vorwiegend in Tinkercad mache. Ist ein Online Tool welches recht einfach gehalten ist.

Damit kannst Du aber auch recht komplizierte Dinge konstruieren:
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Nach etwas Arbeit purzelt dann ein Spektrometer raus welches äußerst präzise ist. Das ist meine zweite Version, die erste war deutlich einfacher gehalten:
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Gruß Markus
 
Oh, da häng ich mich auch mal mit rein, bitte lass uns dazu mehr Infos zukommen!

CS, Ralf
 
Hi,

da ist keine klassische CCD Sensorbar vernbaut sondern ein Raspi Kamera Modul. mit einem mini Handspektrometer. Ich hole mal etwas aus. Es gibt da einen Kollegen der hat eine Software in Python geschrieben:


Dort ist schon vieles erklärt. Ich hatte vor Jahren mal die erste Verion gebaut. Selbst das Teil war schon genial um Gläser usw. zu vermessen. Die neue Version ist noch mal deutlich genauer (genauer 1nm). Meine neue Version hält ein paar Verbesserungen bereit. Mit einer normalen Farbkamera geht das zwar auch, aber z.B. ein Sonnenspektrum sah nie so aus wie ich es erwartet hatte. Nach dem debayern der Kamera war das deutlich besser und entsprach den Erwartungen.
Meine neue Version setzt nun direkt eine Mono Kamera ein. Das ist ein Modul mit OV9281-120 Sensor. Das Sonnenspektrum sieht damit sehr gut aus. Frauenhofer Linien sind deutlich zu erkennen. Ich setze ine Festbrennweite ein. Ist dadurch lichtempfindlicher und stabiler.
Weiter habe ich alles ins Gehäuse integriert. Also die Halterung für das mini Handspektrometer sowie das Kamera Modul. Tasten hat die neue Verion auch. Damit kann der Gain der Kamera eingestellt werden, Schwellwert ab wann Peaks beschriftet werden, Screenshots erstellen usw.
Dieses mal habe ich keine fertige Raspi USV als Stromversorgung mit 18650er Zellen verbaut, sondern eine Puch Zelle mit 10Ah. Die Rapsi USV entladet die Zellen inerhalb weniger Tage. Das ist totaler Mist. Die neue Version hat eine kaum Messbare Selbstentladung. Kleiner China Boost für die 5 Volt. Kleine China Ladeelektronik via USB-C. Laufzeit mit vollem Akku knapp 10 Stunden!
Der innere Aufbau ist denkbar einfach:

1695294597478.png


Alle benötigten Halterungen sind mitgedruckt. Auch für das Display. Die Tasten werden einfach eingeklebt und gehen direkt an die Gpio´s. USB habe ich nach außen verlegt damit ich einen USB-Stick und Tastatur (bei Bedarf) anschließen kann. Die Software ist von meiner Seite auch soweit fertig. Hochfahren, schließen, Shutdown, und Funktionstasten funktionieren. Es fehlt nur noch der Part das die Screenshots direkt auf dem Stick gespeichert werden.
Inzwischen gibt es auch eine Batterieanzeige mit bunten LED´s (hier noch nicht zu sehen)
Es gab natürlich einige Software-Hürden. Linux ist nicht so mein Ding. Aber hin frickeln kann man da ja wirklich alles. z.B. das Verbaute Oled Display hat eine recht krumme Auflösung. Die Software setzt aber im Vollbild 800x600 vorraus und das kann nicht einfach umprogrammiert werden. Linux kann aber Pixelgenau (oben ist noch ein altes Bild zusehen. Inzwischen ist das schönes Vollbild. Die Scallierung ist nicht zu sehen) scallieren:

Code:
xrandr --output HDMI-1 --scale 0.83x0.88

CPU underclocken undervoltage
Code:
arm_boost=0
arm_freq_min=250
over_voltage_min=-3

Cursor entfernen und Autostart des Programms sind nicht so einfach wie bei Windows, aber problemlos machbar. Die Entwicklung des Gehäuses und Software hat einige Stunden in Anspruch genommen. Aber es hat sich echt gelohnt. Ich setze das Teil immer wieder ein. Wenn ich mir überlege was fertige Spektrometer in dieser güteklasse Kosten ist das Gerät ein Schnäppchen.

Gruß Markus
 
Hi,

da ist keine klassische CCD Sensorbar vernbaut sondern ein Raspi Kamera Modul. mit einem mini Handspektrometer. Ich hole mal etwas aus. Es gibt da einen Kollegen der hat eine Software in Python geschrieben:


Dort ist schon vieles erklärt. Ich hatte vor Jahren mal die erste Verion gebaut. Selbst das Teil war schon genial um Gläser usw. zu vermessen. Die neue Version ist noch mal deutlich genauer (genauer 1nm). Meine neue Version hält ein paar Verbesserungen bereit. Mit einer normalen Farbkamera geht das zwar auch, aber z.B. ein Sonnenspektrum sah nie so aus wie ich es erwartet hatte. Nach dem debayern der Kamera war das deutlich besser und entsprach den Erwartungen.
Meine neue Version setzt nun direkt eine Mono Kamera ein. Das ist ein Modul mit OV9281-120 Sensor. Das Sonnenspektrum sieht damit sehr gut aus. Frauenhofer Linien sind deutlich zu erkennen. Ich setze ine Festbrennweite ein. Ist dadurch lichtempfindlicher und stabiler.
Weiter habe ich alles ins Gehäuse integriert. Also die Halterung für das mini Handspektrometer sowie das Kamera Modul. Tasten hat die neue Verion auch. Damit kann der Gain der Kamera eingestellt werden, Schwellwert ab wann Peaks beschriftet werden, Screenshots erstellen usw.
Dieses mal habe ich keine fertige Raspi USV als Stromversorgung mit 18650er Zellen verbaut, sondern eine Puch Zelle mit 10Ah. Die Rapsi USV entladet die Zellen inerhalb weniger Tage. Das ist totaler Mist. Die neue Version hat eine kaum Messbare Selbstentladung. Kleiner China Boost für die 5 Volt. Kleine China Ladeelektronik via USB-C. Laufzeit mit vollem Akku knapp 10 Stunden!
Der innere Aufbau ist denkbar einfach:

Den Anhang 356881 betrachten

Alle benötigten Halterungen sind mitgedruckt. Auch für das Display. Die Tasten werden einfach eingeklebt und gehen direkt an die Gpio´s. USB habe ich nach außen verlegt damit ich einen USB-Stick und Tastatur (bei Bedarf) anschließen kann. Die Software ist von meiner Seite auch soweit fertig. Hochfahren, schließen, Shutdown, und Funktionstasten funktionieren. Es fehlt nur noch der Part das die Screenshots direkt auf dem Stick gespeichert werden.
Inzwischen gibt es auch eine Batterieanzeige mit bunten LED´s (hier noch nicht zu sehen)
Es gab natürlich einige Software-Hürden. Linux ist nicht so mein Ding. Aber hin frickeln kann man da ja wirklich alles. z.B. das Verbaute Oled Display hat eine recht krumme Auflösung. Die Software setzt aber im Vollbild 800x600 vorraus und das kann nicht einfach umprogrammiert werden. Linux kann aber Pixelgenau (oben ist noch ein altes Bild zusehen. Inzwischen ist das schönes Vollbild. Die Scallierung ist nicht zu sehen) scallieren:

Code:
xrandr --output HDMI-1 --scale 0.83x0.88

CPU underclocken undervoltage
Code:
arm_boost=0
arm_freq_min=250
over_voltage_min=-3

Cursor entfernen und Autostart des Programms sind nicht so einfach wie bei Windows, aber problemlos machbar. Die Entwicklung des Gehäuses und Software hat einige Stunden in Anspruch genommen. Aber es hat sich echt gelohnt. Ich setze das Teil immer wieder ein. Wenn ich mir überlege was fertige Spektrometer in dieser güteklasse Kosten ist das Gerät ein Schnäppchen.

Gruß Markus

Das ist ja eine geniale Geschichte. Gibt ein schönes Winterprojekt. Das müsste doch super zum vermessen von Filtern funktionieren oder ?
Hast du nicht Lust das Spektrometer mal in einem eigenen Thread vorzustellen?

Viele Grüße,
Alex
 
Moin,

ich vermesse vorwiegend Filtergläser damit. Natürlich auch mal LED´s usw. Wichtig ist das Du mehrere verlässliche Quellen für das kalibrieren hast. Dann ist das Teil sehr genau. Vorstellen kann ich das gerne mal. Könnte aber etwas dauern. Vieles davon findest Du ja beim Erinder. Ich habe ihm nur den Feinschliff verpasst und das ganze als aleinstehndes Messgerät verpackt.

Gruß Markus
 
Hallo Zusammen,

Kennt Ihr jemanden, der die plane Ausrichtung eines Sensors gegen Bezahlung in Süddeutschland anbietet? Bei mir geht es konkret darum, eine ASI Kamera and meinem 127mm Refraktor auszurichten. Bei mir ist ein Filterrad und OAG verbaut, daher von der Installation in einem Test-Rig nicht ganz einfach. Ich traue mich nicht an dieses Thema ran und würde gerne auf bestehendes Wissen zurückgreifen.

Falls jemand einen Tipp hat, wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße, Alex
 
Hallo Alex,

ich kann mir kaum vorstellen, dass das jemand gewerblich macht. Es ist doch recht aufwändig und die Nachfrage ist sicher zu gering, als dass sich das lohnen würde.
Wie kommst du darauf, dass dein Sensor verkippt sein könnte?

CS, Erwin
 
Hallo Erwin,
ich hätte da noch ein paar Fragen:
1. muss der Sensor der DSLR exakt 44,00mm Abstand vom Bajonett haben, oder ist es vor allem wichtig dass er parallel zum Bajonet ist, der der exakte Fokuspunkt wird ja über das Objektiv eingestellt. Ein Problem dürfte doch nur auftauchen, wenn der Sensor verkippt ist.
2. Wenn das so ist, dass es vor allem wichtig ist, dass der Sensor parallel zum Bajonett ausgerichtet ist müsste dann nicht ein relativ einfacher Aufbau mit einer Messuhr wie HIER beschrieben ausreichend sein.
Denkbar wäre folgendes:
Man baut das Konstrukt mit der Bremscheibe und der Messuhr nach. Druckt dann mit einem 3D-Drucker ein Maß mit exakt 44mm. Nullt mit diesem die Messuhr , und schiebt dann die Kamera mit dem Bajonett auf der Bremsscheibe aufliegend unter die Messuhr. Wenn ich jetzt die Kamera (und damit den Sensor) unter der Messuhr verschiebe, sollte ich doch relativ gut sehen können, ob der Sensor parallel zum Bajonett steht.
3. Falls man die Lasermethode verwendet: Wie stellt man über die relativ lange Strecke von > 4 Meter sicher, dass der Laser exakt auf der gleichen höhe ist, wie der Mittelpunkt den Sensors. Schon geringe Abweichungen (z. B. durch einen nicht 100% geraden Boden) müssten ja dazu führen, dass der Laserstrahl abgelenkt wird. Wie eine Billiadkugel die schräg auf die Bande gespielt wird.

Ich muss tatsächlich zugeben, dass meine Kenntisse im Bereich Optik so mäßig sind. Ich hoffe ich hab meine Fragen verständlich gestellt.
Beste Grüße und danke für die Veröffentlichung deiner Methode.

Beste Grüße, Philipp
 
Hallo Erwin,
ich hätte da noch ein paar Fragen:
1. muss der Sensor der DSLR exakt 44,00mm Abstand vom Bajonett haben, oder ist es vor allem wichtig dass er parallel zum Bajonet ist, der der exakte Fokuspunkt wird ja über das Objektiv eingestellt. Ein Problem dürfte doch nur auftauchen, wenn der Sensor verkippt ist.

Beste Grüße, Philipp
Auch der Abstand ist wichtig. Objektive sind auf genau diesen Abstand gerechnet und korrigiert.

Gruß Markus
 
okay... und was ist zu erwarten, wenn der Abstand, sagen wir mal, um 0,1 mm parallel verschoben ist? ist es dann unmöglich ein scharfes Bild mit meinem Refraktor zu erzeugen? so wie ich das verstehe, verschiebe ich doch mit dem Fokusrad den Fokuspunkt auf den Sensor. Solang der Sensor parallel zum Bajonet steht sollte es doch möglich sein ein scharfes Bild zu erzeugen, egal ob sich die Sensorebene auf 43,6 mm oder 44,2 mm befindet. Oder hab ich da jetzt etwas grundsätzlich falsch verstanden?
DIe Kamera um die es hier geht soll übrigens niewieder mit normlen Objektiven verwendet werden.

Gruß Philipp
 
Hi,

das hast Du falsch verstanden. Du wirst sicherlich ein scharfes Bild bekommen. Aber die Korrektur ist eben auf einen genauen Arbeitsabstand berechnet. Daher gibt es für Teleskope auch Abstandsringe um den Abstand zwischen Sensor und Korrektor genau zu justieren. Hier kommt es sicherlich nicht auf 0.1mm an bei Deinem Refraktor. Aber bei hochschnellen Weitwinkelobjektiven entscheidet genau dieser 0.1mm darüber ob die Sterne am Rand rund, eckig oder Bananen sind.

Gruß Markus
 
Man baut das Konstrukt mit der Bremscheibe und der Messuhr nach
Hallo Philipp,
wenn man alle Teile für den Aufbau da hat, müsste es relativ einfach sein, den Zustand eines Sensors zu messen und nach dem Mod wiederherzustellen. Dann muss man nur noch ein evtl. ausgebautes Filterglas korrigieren, indem man den Sensor um ein Drittel der entfernten Glasdicke zum Bajonett verschiebt.
Für größere Brennweiten kriegt man das Ganze (meist) auch durch Zählen der Schraubenumdrehungen hin, für die schnellen Linsen, die Markus erwähnt, wirds da aber eng.
Das mechanische Messen von 44 mm klappt schon deshalb nicht, weil du ja an die Sensoroberfläche nicht rankommst. Außerdem ändern das Sensordeckglas und die Filter auch noch den optischen Abstand, und auf den kommt es an. Der geometrische Abstand liegt eher bei 45 statt bei 44 mm.
Wie stellt man über die relativ lange Strecke von > 4 Meter sicher, dass der Laser exakt auf der gleichen höhe ist,
1.) Du zielst mit dem Laserpointer auf den Sensor(mittelpunkt) und kippst dann die Kamera so, dass der reflektierte Strahl knapp am Laser vorbeigeht. Dann trifft der Strahl fast senkrecht auf den Sensor. Nur darauf kommt es an.
2.) Das Glasscheibchen auf dem Bajonett erzeugt wie der Sensor einen Reflex, der die Sollrichtung vorgibt und irgendwo auf einen Schirm trifft, z.B. auf eine Wand.
Wenn der Sensor exakt parallel zum Bajonett ist, trifft sein Reflex die gleiche Stelle. Wenn nicht, muss er nachjustiert werden.
Wenn der Laser viel tiefer als der Sensor liegt, er also nach oben strahlt, triffst du vielleicht den Boden statt der Wand, aber das ist egal.

CS, Erwin
 
Man müsste den Sensor in der Kamera drehen, was natürlich nicht geht.
Deshalb mach ich's mit dem zusätzlichen Glasscheibchen, so dass man zwei Reflexe hat.
Das könnte man auch mit der Kamera in dem Video machen, dann ginge es da auch ohne zu drehen.
 
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