Hallo Peter,
Da bin ich beruhigt.
Das passiert aber unabhängig von KI. Die Bilder werden immer überdrehter.
Aber bei den mir bekannten KI Tools in der Astrofotografie wird nichts dazu erfunden. Es gibt verschieden KI Tools. Sehr in Mode sind eben die generativen, also die, die tatsächlich Dinge dazu dichten. Im neusten Update von Photoshop gibt es solche Funktionen. Die mir bekannten Astro Tools machen das aber nicht. Aus der Entwicklung des Gradienten Tools Graxpert und des (hoffentlich bald) erscheinenden Denoise Tools, haben wir die KI mit vorher nachher Bildern trainiert. Also bei der Gradienten Methode haben wir z.Bsp. Bilder mit Gradienten von diesen befreit mit herkömmlichen Algorithmen. Die Ki wurde dann lediglich trainiert das zu tun ohne Einwirkung des Users. Ganz klassische Denkweise eines Programmierers, die Arbeit den Computer machen lassen.
Beim Entrausch Tool haben wir sehr gute Bilder, die unter exzellenten Bedingungen aufgenommen wurde verglichen, mit einem Stack aus nur einem Bruchteil der Einzelbilder, die dementsprechend verrauscht waren.
Das einzige Tool, welches etwas fragwürdig ist, ist BlurXterminator. Zwar haben einige Leute durch Versuche beweisen wollen, dass dieses KI Tool nichts dazu erfindet, aber es gibt auch Leute die haben da Anzeichen gefunden, dass das unter Umständen doch passiert. Es ist aber sehr komplex das zu untersuchen, die Versuche die man da in verschiedenen Beitragen sehen konnte, sind meines Erachtens vom Versuchsaufbau nicht sehr belastbar.
Ja das stimmt, aber es gibt gewisse Grenzen die nicht überschritten werden können. Was nicht da ist, kann nicht hergestellt werden. Es sei denn, man nutzt eben generative KIs. Das wäre in der Tat Hexenwerk und da würde ich dir auch zustimmen, das wäre fatal.
Und dann wäre ja auch die Frage, mit was trainiert man die KI? Was wären die Kriterien? Bilder von Hubble, vom Besten Astrofotografen aller Zeiten? Wer ist das dann?
Man sollte in jedem Fall weiter drüber diskutieren und dem Ganzen auch kritisch gegenüber stehen. Ich finde es aber auch wichtig sich damit auseinander zu setzen, damit man diese Dinge auch objektiv betrachten kann.
CS Frank
Alle Bildverarbeitungsverfahren haben mind. 2 Informationsquellen: Die eigenen Rohaufnahmen und die Parameter des Bildverarbeitungsverfahrens.
Die Information über die Natur des Verfahrens vernachlässige ich hier.
Konkret: Stellen wir 2 Fragen, A) und B):
A) Welche Information fließt in eines der klassischen Bildverarbeitungsverfahren, z.B. Entrauschen mittels FFT oder Gradientenentfernung mittels Polygonen?
1. Die Rohaufnahmen
Ein SW-Bild von 3000x3000 px bei einer Auflösung von 14 bit hat 1.5*10^11 bits.
Nun hat man 100 oder 1000 Bilder und erhält dementsprechend mehr Bits.
Die Handvoll Parameter aus der Bildverarbeitung sind also im mathematischen Sinne "vernachlässigbar".
2. Einfache invariable Filterfunktionen und einfache Polynome oder Splines mit festem Ordnungsgrad und z.B. 3-5 Koeffizienten.
Fazit: Der hinzugefügte Informationsgehalt von 2. ist wesentlich kleiner als in 1. Die Information des Resultatbildes kommt ganz überwiegend aus den eigenen Aufnahmen.
I(Eigene Rohaufnahmen) + I(Parameter des Verfahrens, z.B. Gewichte des Polynoms) = I(Resultat)
B) Wie siehts bei KI aus?
1. Die Rohaufnahmen, Informationsgehalt wie oben
2. Unzähliche Parameter, die durch den Lernprozess von unzähligen Fremdaufnahmen generiert werden.
Kennt jemand die genaue Zahl der Gewichte und deren Auflösung der KI-Bildverarbeitung?
Fazit: Der hinzugefügte Informationsgehalt von 2. ist größer(!) oder in der Größenordnung im Vergleich zur Information in 1.
Backpropagation @ I(Fremdaufnahmen, z.B. Hubble) = I(Gewichte des Neur. Netzes)
I(Eigene Rohaufnahmen) + I(Gewichte des Neur. Netzes) = I(Resultat)
Im Vergleich mit A) stellt sich bei B) die Frage, ob die Information, die das Gehirn des Betrachters bekommt, nicht überwiegend aus den Fremdaufnahmen und den Gewichten kommt.
Die Frage ist dann: Ab wann ist es überhaupt noch eine eigene Aufnahme oder nicht eher ein Hubble-Bild?
Der Übergang zwischen dem eigenen Bild und den fremden Bildern ist durch KI fließend geworden, vielleicht kann man das mit Morphing zwischen verschiedenen Gesichtern oder zwischen Äpfeln und Birnen vergleichen.
Auch rechtlich stellt sich die Frage, ab wann es eben keine eigene Aufnahme mehr ist und man das Copyright beachten sollte, d.h. die Quelle/der Urheber, z.B. NASA/ESA bei Hubble-Bildern, muss dann eigentlich auf dem Bild deutlich lesbar sein, falls man es veröffentlichen möchte.
Es wäre weiterhin auch durchaus denkbar, dass man ein total verpixeltes Bild mit einer Webcam aus den 90ern (310x100 px) mit KI zu einer Aufnahme mit Hubble-Qualität pushen kann. Vielleicht probiert das jemand, der die KI kennt?
Doch ist das dann eine eigene Arbeit?
Wo fängt es an ein Plagiat zu werden?
Astrogrüße,
Claus