Umbau Zeiss Binokular Tubus zum Bino-Ansatz für Dobson- was ist nötig?

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Hallo Forengemeinde,

sicher hat der Ein oder Andere hier einen solchen Umbau bereits durchgeführt.
Allerdings konnte ich keine genaueren Informationen im Forum hierzu finden.
Kann mir jemand erläutern, was genau für einen solchen Umbau nötig ist und wie hoch der Aufwand in etwa sein wird?
Auch stellt sich mir die Frage, inwiefern ein solcher DIY-Binoansatz dann vergleichbar mit den kommerziell vertriebenen Lösungen ist.
Eignen sich alle von diesen typischen, cremeweißen Zeiss-Binos, die man so im Netz findet oder gibt es da Modelle, die man bevorzugen sollte?

LG und CS
Frank
 
Hallo Frank,

mir ist von Deiner Fragestellung her nicht ganz klar was Du mit "Umbau" meinst.
Geht es darum den Binokularansatz eines Mikroskops an ein Teleskop zu adaptieren oder was meinst Du mit Umbau?

Wenn meine Vermutung richtig ist und Du einen solchen Binokularansatz an ein Teleskop bringen willst dann brauchst Du eine Steckhülse am Ansatz die dann in den Zenitspiegel des Teleskops gesteckt wird.

Eine andere Möglichkeit ist direkt am Ansatz einen Zenitspiegel oder ein Prisma zu adaptieren welches dann wieder mit dem Okularauszug des Teleskops verbunden werden kann.

Diese beiden Arten der Adaption sind relativ einfach zu bewerkstelligen, solche Steckhülsen und Prismen sind ja zu kaufen.

Aber Vorsicht. Ein Binokularansatz hat einen nicht unerheblichen Lichtweg. D.h. ohne einen Lichtwegkorrektor oder eine Barlowlinse wirst Du nicht in den Fokus kommen, es sei denn Du kürzt den Teleskoptubus. Dazu kommt dass diese Mikroskopansätze nur ein kleines Gesichtsfeld zulassen weil sie nur kleine Prismen haben und somit auch vignetieren können. Persönlich halte ich diese Dinger für die Astronomie ungeignet und würde eher auf eins für die Astronomie entwickeltes kaufen, zb. das kleine Baader Maxbright, wenn auch nicht billig.

Meine persönliche Erfahrung mit der Binokularen Beobachtung ist dass dies nur bei hellen Objekten richtig was bringt, also Mond, Planeten, helle Nebel, offene Sternhaufen. Doppelsternhaufen gehen auch noch, bei lichtschwächeren Objekten wird es dann ziemlich schnell duster.

Immer unter der Annahme dass Du das machen willst was ich vermute würde ich mich erst mal in die Thematik Binokulares Beobachten weiter einlesen,
hier im Forum ist zum "Umbau" von Binos wohl eher wenig zu finden.

Grüße
Hans
 
Hallo Hans,
Du vermutest richtig;
es geht mir darum, einen Ansatz fürs Mikroskop an mein Teleskop zu bekommen.
Hätte prinzipiell so ein Teil von Zeiss für ganz kleines Geld bekommen können. War mir nicht mal sicher, ob da von Werk aus 1,25" Okukare reinpassen.

Mir ist bewusst, dass mich das Prisma etwas Licht kostet und die Lichtmenge auf 2 Wege aufgeteilt wird.
Tatsächlich geht es mir bei dem Einsatzzweck lediglich um Planeten und Mond(e). Hier sehe ich daher keine Probleme.
Ich erwarte keinen stereoskopischen Effekt, aber ein etwas plastischeres Bild und entspannteres Betrachten.
Dass ich evtl. eine Korrektur für den Weg benötige, war mir bewusst; auch habe ich noch einen flach bauenden HC-2 OAZ hier.

Wo könnte man denn weitere Informationen zum Einlesen finden, wenn nicht hier im Forum?



Gruß
Frank
 
Servus Frank,
eines vorweg, mit Bino öffnet sich eine andere Welt……
So ganz einfach dürfte der Umbau allerdings nicht werden, du brauchst auf jeden Fall zugang zu einer Drehbank.
Die Okularaufnahmen der Mikroskopbinos sind 23mm bzw. 30mm bei den Stereoteilen. D.h. die Okularaufnahmen müssen auch getauscht werden.

Gruß
Ralf
 
Hallo Frank, das ist jetzt zwar nicht die Antwort, die du gerne lesen würdest, aber wenn du entspannt und unbedingt mit beiden Augen Planeten beobachten willst, mach es doch so wie ich: Stöpsel eine ASI Kamera in deinen Okularauszug und betrachte lässig den Bildschirm, du kannst sogar den Kontrast optimal einstellen und wenn du willst auf Knopfdruck alles aufnehmen.
CS Mike
 
Hallo Frank,
Ich kann deinen Gedanken gut verstehen, ich bin auch den Weg in die Erfahrungen mit Bino gegangen.
Hätte prinzipiell so ein Teil von Zeiss für ganz kleines Geld bekommen können.

Kannst Du dazu schon ein bisschen mehr sagen, bzw. Gibt es Bilder dazu?
Ich habe ein älteres Exemplar, da passt der Baader Ringschwalbe -> T2 Adapter
IMG_2098.jpeg


Und eines mit 60° Winkel, da passt er nicht, deswegen habe ich einfach eine Steckhülse 3D drucken lassen, die stramm auf der Ringschwalbe steckt und in 2“ Okularaufnahmen passt.
IMG_2099.jpeg


Entsprechenden Lichtweg muss dann das Teleskop natürlich bieten, entweder bauseits (bei mir Refraktoren mit ausreichend Optischem Weg bzw. gekürztem Tubus) oder, wie schon geschrieben, per Barlow oder GWK.
War mir nicht mal sicher, ob da von Werk aus 1,25" Okukare reinpassen.
Die älteren Binoansätze sind, wie meine beiden für 23,2mm Mikroskopokulare ausgelegt oder die neueren mit 30mm …also nix mit 1,25“ von Werk aus. Es gibt Leute, die bauen die um auf 1,25“, aber dafür braucht man Geschick und das passende Werkzeug… Habe ich beides nicht.

Aber ich habe trotzdem Spaß, denn es gibt für kleines Geld schon recht ordentliche Okulare mit 23,2mm Steckmass und das macht vor allem am Mond schon Laune :)

Also für kleines Geld auf jeden Fall testen, würde ich sagen;)

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Hallo Frank,

ich nochmal. Also wenn das an einen Newton soll ist das schon etwas einfacher. Teleskopseitig brauchst Du dann ja nur eine ich vermute 2 Zoll Hülse.
Siehe auch die Beispiele in den Bildern weiter oben.
Etwas schwieriger dürfte die Änderung der Okularaufnahmen werden, aber da müsste man erstmal wissen wie die originalen aussehen.

Grüße
Hans
 
Hallo Frank, das ist jetzt zwar nicht die Antwort, die du gerne lesen würdest, aber wenn du entspannt und unbedingt mit beiden Augen Planeten beobachten willst, mach es doch so wie ich: Stöpsel eine ASI Kamera in deinen Okularauszug und betrachte lässig den Bildschirm, du kannst sogar den Kontrast optimal einstellen und wenn du willst auf Knopfdruck alles aufnehmen.
CS Mike

Hallo Mike,
ich nutze so ein Setup mit einem 4K-Monitor und meiner DSLM wenn ich aufnehme - ist nicht das, was ich möchte.

LG
Frank


Servus Frank,
eines vorweg, mit Bino öffnet sich eine andere Welt……
So ganz einfach dürfte der Umbau allerdings nicht werden, du brauchst auf jeden Fall zugang zu einer Drehbank.
Die Okularaufnahmen der Mikroskopbinos sind 23mm bzw. 30mm bei den Stereoteilen. D.h. die Okularaufnahmen müssen auch getauscht werden.

Gruß
Ralf

Hallo Ralf,
eine Drehbank steht mir tatsächlich nicht zur Verfügung. Der Umbau scheint doch etwas aufwändiger zu sein.
Ich habe ein älteres Exemplar, da passt der Baader Ringschwalbe -> T2 Adapter
Entsprechenden Lichtweg muss dann das Teleskop natürlich bieten, entweder bauseits (bei mir Refraktoren mit ausreichend Optischem Weg bzw. gekürztem Tubus) oder, wie schon geschrieben, per Barlow oder GWK.
Die älteren Binoansätze sind, wie meine beiden für 23,2mm Mikroskopokulare ausgelegt oder die neueren mit 30mm …also nix mit 1,25“ von Werk aus. Es gibt Leute, die bauen die um auf 1,25“, aber dafür braucht man Geschick und das passende Werkzeug… Habe ich beides nicht.
Aber ich habe trotzdem Spaß, denn es gibt für kleines Geld schon recht ordentliche Okulare mit 23,2mm Steckmass und das macht vor allem am Mond schon Laune :)
..
Also für kleines Geld auf jeden Fall testen, würde ich sagen;)
Das klingt ja vielversprechend, Frank!
Kann leider noch nichts Genaues sagen, der Ringschwalbenadapter könnte aber passen.
Ich lese heraus, dass man dann mit den Mikroskopokularen wohl ganz anständig arbeiten kann.
Dann werde ich vielleicht mal einen Versuch wagen!
Gruß
Frank

Hallo Frank,

ich nochmal. Also wenn das an einen Newton soll ist das schon etwas einfacher. Teleskopseitig brauchst Du dann ja nur eine ich vermute 2 Zoll Hülse.
Siehe auch die Beispiele in den Bildern weiter oben.
Etwas schwieriger dürfte die Änderung der Okularaufnahmen werden, aber da müsste man erstmal wissen wie die originalen aussehen.

Grüße
Hans

Hallo Hans, es handelt sich hier um das in meiner Signatur erwähnte 10" Dobson. Eine
2" Hülse ist vorhanden, ebenso eine Eigenbau-EQ-Plattform und auch entsprechende Barlows.
Bin aber aufgrund des Wetters noch nicht zum Testen der Plattform gekommen.
Ob ich die Okularaufnahmen unbedingt austauschen muss, werde ich wohl erst bei einem Test herausfinden.

Gruß
Frank
 
Hallo Frank

Eine Adaption an einen 2"-Auszug sollte kein Problem sein. Schwieriger ist die Adaption von 1 1/4"-Okularaufnahmen. Vor Jahren hatte es mal Adapter zum umbauen gegeben. Heute kann man das nur noch mit Sonderanfertigungen bewerkstelligen. Dabei ist darauf zu achten das die Adapter möglichst kurz ausgeführt werden so das die Okularsteckhülsen möglichst nahe bis an die Prismen im Bino heran reichen. Weiter ist darauf zu achten, das man ein wenig Spielraum hat um die Adapter etwas seitlich zu verschieben. Das ist nötig um beide Bilder genau über einander zu kriegen um Doppelbilder zu vermeiden.
Des weiteren ist die Verwendung eines Glaswegkorrektors am Newton dringend zu empfehlen. Das dient nicht nur dazu den Farbfehler der Prismen und den Lichtweg auszugleichen sondern es bringt auch den engen Binoeingang näher an die Primärbildebene heran wo das Lichtbündel im Durchmesser wesentlich kleiner ist als 100mm vor der Bildebene. Erst das bringt eine gute Feldausleuchtung.
Leider ist der Glaswegkorrektor für Newtons #2456300 bei Baader nicht mehr im Lieferprogramm und die anderen taugen am Newton nicht. Entweder ist beim 1,2er der Raumgewinn zum Okular hin viel zu gering oder der Verlängerungsfaktor der Brennweite ist beim 2,6er zu groß.
Man sollte sich daher mal bei Siebert-Optics umschauen. Da gibt es Korrektoren ohne Verlängerungsfaktor der Brennweite mit vollem Wegausgleich von ca. 110mm! Der kleine 1,8er bringt einen Wegausgleich vom 115mm. Das sind 55mm mehr als beim 2,6er von Baader!
Hier sollte man aber den mit 38mm Feldlinse nehmen siehe "New Large OCA here 38mm CA (B) SERIES". Der bringt eine deutlich bessere Feldausleuchtung.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Frank,

habe ich vor einer Weile hier beschrieben. Vielleicht ein paar Anregungen für dich.
Das Teil macht einfach Freude an der Sonne.


Gruß Thomas
 
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