Meine Bilder sind so orientiert, wie man das Ereignis mit dem freien Augen oder einem Fernglas sehen würde. Sie sind alt-azimutal ausgerichtet, Norden oben, Osten links.
Hallo Sternfreund Gerd-K,
alt-azimutal ist die natürliche, intuitive Perspektive irdischer Beobachter mit freiem Auge ohne montierte Optik und ohne Bildumkehr. "alt" steht für Altitudo oder Höhe und die wird vom Horizont in Richtung Azimut gemessen. alt-azimutal bedeutet also Zenit oben. In alt-azimutaler Perspektive hat Norden keinen festen Platz, ist mal links (wenn ich nach E blicke), mal rechts (wenn ich nach W blicke). Blicke ich alt-azimutal nach Norden, habe ich Osten rechts und nicht links.
"N oben E links" trifft auf das ÄQUATOREALE System zu, wo der Himmels-Äquator die Grundlinie ist und nicht der Horizont. Bei uns in den gemäßigten Breiten mag die genaue Unterscheidung äquatoreal gegen alt-azimutal etwas theoretisch wirken, weil es ja "fast das gleiche" ist: N ist oben und der Zenit ist auch oben und gar nicht mal so weit weg. Nicht mehr so theoretisch, sondern radikal real wird die Unterscheidung äquatoreal gegen alt-azimutal in irdischer Äquatornähe und auf der Südhalbkugel.
Wäre Dein Stellariumbild "N oben", könnte der Stern kurz vor seiner Bedeckung nicht genau unter dem Mond sein. Das kann nur der Fall sein, wenn zu dem Winkel zwischen Äquator und Horizont die Ekliptikschiefe noch oben drauf kommt und das ist in der vorliegenden Situation (Frühjahr, erste Nachthälfte, erhebliche irdische Nordbreite, z.B. 50°) der Fall. Dann kommen zu den 90°-50°=40° noch 23,5° oben drauf, macht zusammen 63,5° und es fehlt nicht mehr viel, damit die Ekliptik senkrecht steht. Das Bild ist also "Zenit oben" oder alt-azimutal, wie Du schreibst.
Bis demnächst, R.M.