Erstes hA Sonnenteleskop [Beratung]

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schwenn

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Hallo zusammen,

Ich möchte mich gerne von euch beraten lassen, was ihr für ein Einsteiger-Sonnenteleskop als sinnvoll erachtet.
Ich habe schon einige Threads hier und auf cloudy nights durchgelesen und für mich bleiben ein paar konkrete Fragen.

Zur Ausgangslage und meinen Vorstellungen:
- Sonnenbeobachtung bisher im Weißlicht mit Canon IS 15x50
- kein Refraktor und keine Montierung vorhanden, habe einen Gitterrohr-Dobson
- ausschließlich visuelle Beobachtung geplant
- Okulare ES 82° 30mm, APM 100° 13mm und Baader Zoom 8-24mm plus 2.25 Barlow vorhanden
- Wunsch nach grab-and-go, einfache und flotte Beobachtung; Lieblingsfeld ist Deepsky, aber ich will halt auch tags was beobachten können ?; Beobachtung mit Fernglas im Weißlicht macht mir schon Spaß und macht Lust auf mehr
- ich will nichts selbst basteln
- Budget maximal 2000€, lieber Richtung 1500€

Fragen:

1. Welche Teleskope kommen aus eurer Sicht in Frage? Ich bin aktuell beim Coronado PST und Lunt ST 50/350 LS50THa/B400PT mit Tendenz zum Lunt. Vom Daystar habe ich irgendwie einiges Negative gelesen. Das Lunt 50mm gibt es gerade für 1330€ im Angebot.

2. Liege ich richtig, dass beim 50er Lunt das b400 reichen würde, da ausschließlich visuelle Verwendung?

3. Habe ich es richtig verstanden, dass der Filter beim Coronado von Alterung betroffen sein/werden kann, beim Lunt nicht?

4. Wie steht ihr zu Gebrauchtkauf ohne Ahnung von der Materie? Lieber vom Fachhändler?

5. Ich habe ein Fotostativ mit Kugelkopf und Adapterplatte mit Fotogewinde-Anschluss. Kann ich das grundsätzlich verwenden und mit einem Dreiwege-Neiger upgraden? Kann bei Bedarf ein Foto davon einstellen.

6. Was wollt ihr mir sonst noch mitteilen?

Vielen Dank schonmal für eure Mühen!

CS,
Sven
 
Hallo Sven,

Ich beobachte die Sonne sehr viel in der H-alpha Linie. Bei der Anschaffung eines Sonnenteleskops war mit wichtig, das ich dafür keinen Strom benötige und das Teleskop heraus aus der Aufbewahrungskiste umgehend einsetzten kann.
Mein erstes H-alpha Teleskop war das PST auf einem Fotostativ:

2018-03-25-PST.jpg

Das Fotostativ war etwas zu schwach, es ging dennoch gut zum beobachten.
Jetzt habe ich ein 80er Lunt, das ich auf eine Alt/Azimut Montierung aufbaue:

Sonnenteleskop.jpg

1. Welche Teleskope kommen aus eurer Sicht in Frage? Ich bin aktuell beim Coronado PST und Lunt ST 50/350 LS50THa/B400PT mit Tendenz zum Lunt. Vom Daystar habe ich irgendwie einiges Negative gelesen. Das Lunt 50mm gibt es gerade für 1330€ im Angebot.

Mein Favorit ist ein Teleskop von Lunt mit einem Drucktuner.
Das Teleskop ist sofort einsetzbar und liefert ein gutes Bild. Mein Sonnenteleskop hatte ursprünglich auch nur ein Etalon, und zeigte damit sehr viele Strukturen auf der Chromsphäre und dem Sonnenrand.
Der Drucktuner lässt sich feinfühlig einstellen und das Teleskop liefert und detailreiches Bild über die gesamte Sonne.

2. Liege ich richtig, dass beim 50er Lunt das b400 reichen würde, da ausschließlich visuelle Verwendung?

Der sollte für visuell reichen. Mit dem 50er Lunt habe ich allerdings selbst keine Erfahrungen. Für wenig mehr wäre auch der 6mm Blockfilter (B600) zu haben. Damit wäre das Feld um die Sonne ein wenig größer.

4. Wie steht ihr zu Gebrauchtkauf ohne Ahnung von der Materie? Lieber vom Fachhändler?

Wenn du selbst noch keine Erfahrungen in der H-alpha Beobachtung hast und auch keinen Vergleich anstellen kannst oder die Qualität vom Teleskop beurteilen kannst, dann würde ich einen Gebrauchtkauf unbedingt vor Ort ansehen und jemanden mitnehmen, der Erfahrung in der H-alpha Beobachtung hat.

5. Ich habe ein Fotostativ mit Kugelkopf und Adapterplatte mit Fotogewinde-Anschluss. Kann ich das grundsätzlich verwenden und mit einem Dreiwege-Neiger upgraden? Kann bei Bedarf ein Foto davon einstellen.

Mein PST hatte ich so aufgebaut und es ging. Besser wäre meines Erachtens eine stabile und leicht laufende Alt/Azimut Montierung.

6. Was wollt ihr mir sonst noch mitteilen?

Das Teleskop unbedingt trocken lagern!
Ich lagere mein Teleskop mit einem großen Beutel Kieselgel im Aufbewahrungskoffer. Feuchtigkeit kann dem Etalon, Blauglas und auch dem Blockfilter schaden.
Gute Erfahrungen mit Service/Ersatzteile habe ich mit der Firma Bresser gemacht, die auch diese Teleskope vertreibt.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Sven,

1. Welche Teleskope kommen aus eurer Sicht in Frage? Ich bin aktuell beim Coronado PST und Lunt ST 50/350 LS50THa/B400PT mit Tendenz zum Lunt. Vom Daystar habe ich irgendwie einiges Negative gelesen. Das Lunt 50mm gibt es gerade für 1330€ im Angebot.

zwischen PST und LS50 würde ich auf alle Fälle das Lunt nehmen. Mehr Öffnung und ausgereiftere Gesamtkonstruktion.

2. Liege ich richtig, dass beim 50er Lunt das b400 reichen würde, da ausschließlich visuelle Verwendung?

Das reicht knapp. Bei manueller Nachführung ist aber ein bisschen ein größerer Blockfilter nicht verkehrt.

3. Habe ich es richtig verstanden, dass der Filter beim Coronado von Alterung betroffen sein/werden kann, beim Lunt nicht?

Beide Produkte haben/hatten da ihre Probleme:
-bei Coronado ist es (immer noch) der silbrig glänzenden ITF (korrodiert im Laufe von einigen Jahren),
-bei Lunt ist (war?) es der bläulich erscheindende BG38 (wird an der Oberfläche durch Luftfeuchtigkeit trüb).

Bei Coronado existiert das Problem nach meiner Kenntnis immer noch. Bei Lunt hat der BG38 jetzt (angeblich) eine Vergütung erhalten, so dass dieser nicht mehr anlaufen sollte.

Neben diesen Problemen sollte man immer im Hinterkopf haben, das die Geräte stossempfindlich sind (z.B. Versand -> mögliche Etalon-Dekontaktierung).

4. Wie steht ihr zu Gebrauchtkauf ohne Ahnung von der Materie? Lieber vom Fachhändler?

Gebrauchtkauf:
Entweder brauchst Du einen vertrauenswürdigen Verkäufer, der Dir bzgl. des Geräts ehrlich Auskunft gibt oder Du musst das Gerät beim Kauf irgendwie beurteilen können oder beurteilen lassen. Neben der reinen Funktionalität gibt es bei den Geräten auch noch andere zu beurteilende Aspekte (Etalon-Qualiät (H-alpha-Kontrast, Gleichmässigkeit der Abbildung, ...), Tuningbereich, etc.). Das läßt sich nur mit Beobachtungserfahrung beurteilen.
Gebraucht bekommst Du sicher am meisten für Dein Geld.
Fachhändler:
Hier sehe ich das große Plus im Rückgaberecht/der Garantie. Dafür zahlst Du natürlich mehr. Auch ein Gerät vom Händler würde ich auf alle Fälle von einem erfahrenen Beobachter beurteilen lassen, damit Du es evtl. innerhalb der Fristen zurückgeben/reklamieren kannst.

5. Ich habe ein Fotostativ mit Kugelkopf und Adapterplatte mit Fotogewinde-Anschluss. Kann ich das grundsätzlich verwenden und mit einem Dreiwege-Neiger upgraden? Kann bei Bedarf ein Foto davon einstellen.

Wichtig wäre, dass das Gerät bei der Beobachtung nicht wackelt und sich einigermaßen bequem und ruckfrei nachführen läßt.

6. Was wollt ihr mir sonst noch mitteilen?

Ich persönlich würde bei Deinem Budget nach einem gebrauchten LS60 mit pressure tuner Ausschau halten (Anm. z. Gebrauchtk. siehe oben). Nachdem Du nicht umbauen willst, kann's auch die alte Variante sein.
Bei der Beobachtung solltest Du Restlicht möglichst ausschließen (Tuch/Schutzschirm).
Ansonsten, was Gerd schon schrieb: trockene Lagerung bei geringen Temperaturwechseln.

Ciao Werner
 
Hallo Sven,

ich hatte schon ein PST, 2x Quark und 2x Lunt LS50THA PT.
Das PST war ein grauen.... ich fand die Abbildung nicht wirklich schön. Hatte vielleicht ein Montagsmodell.
Beim Quark hat man größere Serienstreuung. Du kannst Glück haben ein richtig gutes Teil zu bekommen, oder auch nicht.
Beide Lunt LS50 die ich habe/hatte waren beide gleich und sehr gut.

Der 400er BF reicht fürs visuelle eigentlich vollkommen aus. Ich habe auf 1200 aufgerüstet ( eigentlich Oversize )

Vorteil vom Lunt: aufbauen, den Druck einstellen, fokussieren und genießen.
Beim Quark musst du erst so 10 Minuten warten bis die Temperatur erreicht ist und du alles siehst.

Noch ein Vorteil vom kleinen Lunt ist, du kannst den / das Etalon an einem größeren Refraktor adaptieren. ( siehe meine HP )

Dann geht auch sowas damit:
302093406_5446011395488352_3250650972224728559_n.jpg


Gruß
Jörg
 
Hallo zusammen,

Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte und Empfehlungen! Ich bin damit weiterhin beim 50er Lunt und halte parallel zum 60er gebraucht Ausschau. Da wird es dann eben eine Frage sein, wann ich zum Ergebnis kommen will und ob es bis dahin ein 60er auf dem Gebrauchtmarkt gibt. Ich bin eher so der schnellhabenwill-Typ. :LOL:

Offen wäre zudem noch, ob mit 400er oder 600er Blockfilter. Da es das erstere gerade für 1330€ im Angebot gibt, beträgt der Aufpreis für den größeren Filter 270€ (1600€ das Gerät). Wäre es das euch wert?
Ich habe verstanden, dass der Hauptvorteil für mich mehr Platz um sie Sonne wäre und damit (vielleicht?) weniger Tunnelblick und etwas entspannteres Nachführen. Vielleicht auch erleichterter Wiederverkauf?

Danke auch für die Tipps bzgl der Lagerung. Da sind sich ja alle einig. :)

CS, Sven
 
Noch eine Frage:
Wie steht ihr zu Bino am Sonnenteleskop?
Mal liest teilweise, es sei fast ein "must have".

Konkret wäre beim 50mm Lunt für mich die Frage, ob das Bild dann zu dunkel wird.
Und wäre es grundsätzlich möglich, zwei Baader Zoom einzusetzen oder müsste man schon sehr Glück haben, dass die okulare zueinander passen?
 
Hi!

Noch ein Hinweis zur Lagerung: Viele Filter vertragen keinen Frost – beim Lunt also ggf. in die Anleitung schauen, ob das den auch betrifft.

Bino an der Sonne ist sehr gefährlich – bei mir war das am SunDancer (am Refraktor mit 80mm Öffnung) der Unterschied zwischen "sehr hübsch" (monokular) und "haben will" (binokular). Wurde dann ein ziemlich teurer Spaß, macht aber auch wirklich Spaß... Wobei ich oft genug monokular beobachte, weil es weniger Aufwand ist.

Am 60er Lunt war der Unterschied mono/binokular nicht so extrem, vielleicht auch, weil ich da glaub gleich den 2,6er Glaswegkorrektor brauche und der Okularauszug von unserem älteren (>10 Jahre) Vereins-Lunt LS60 nicht so der Brüller ist. Da vielleicht erst einmal ausprobieren, wie gut die Mechanik ist und ob es Erfahrungen gibt, ob man in den Fokus kommt.

Zwei Hyperion Zooms hatte ich mal am normalen Großfernglas probiert, das hatte eigentlich ganz gut funktioniert. Wobei es früher sogar bei Festbrennweiten hieß, möglichst welche aus der selben Charge zu kombinieren. Du kannst bei H-alpha auuch nicht ganz so hoch vergrößern wie im Weißlicht (eher so 1,5x Öffnung in mm).

Was ich für den Anfang noch mehr empfehle als ein Bino: Astrogarten Beobachtungstuch - Professional (schwarz/weiß). Die dunkle Umgebung bringt dir viel mehr Kontrast als jedes High-End-Okular.

Beste Grüße,
Alex
 
Noch ein Hinweis zur Lagerung: Viele Filter vertragen keinen Frost – beim Lunt also ggf. in die Anleitung schauen, ob das den auch betrifft.

Da kann ich vielleicht hierzu was weitergeben, da ich mich bezüglich meines Lunts bei Bresser mal informiert habe, da ich in der Anleitung nichts direktes hierzu gefunden habe:

...dem Teleskop und den darin eingebauten Filtern machen kalte Temperaturen nichts aus, es kann auch jetzt im Winter ganz normal benutzt werden. Allerdings kann es bei sehr kalten Temperaturen vorkommen, dass der Blocking-Filter des Teleskops nicht mehr richtig funktioniert. Er geht dadurch nicht kaputt, aber solange er entsprechend kalt ist kommt man dann nicht mehr richtig in die H-Alpha Wellenlänge, die Details auf der Sonne sind dann nicht mehr richtig sichtbar. Sobald der Blocking-Filter erwärmt wird funktioniert er dann wieder normal. Wenn bei extrem kalten Temperaturen die Sonne mit dem Teleskop beobachtet wird und dieses Problem auftreten sollte empfehlen wir als zusätzlich erhältliches Zubehör diese Heizung für den Blocking-Filter.
 
Hallo,

-bei Coronado ist es (immer noch) der silbrig glänzenden ITF (korrodiert im Laufe von einigen Jahren),
-bei Lunt ist (war?) es der bläulich erscheindende BG38 (wird an der Oberfläche durch Luftfeuchtigkeit trüb).

Ob es jetzt noch so ist, dann kann ich nicht sagen. Das Blauglas von meinem Lunt ist bisher nach zwei Jahren Gebrauch noch fehlerfrei. Der große Vorteil beim Lunt Teleskop ist, das dass Blauglas selbst gewechselt werden kann. Ersatzteile dazu gibt es im Handel.
Für das Coronado PST gab es von Beloptik Ersatzfilter. Mit dieser Firma ist wohl nicht mehr zu rechnen, seit über zwei Jahren steht auf deren Seite: "Bitte beachten Sie, das Unternehmen ruht vorübergehend."
Im Handel werden für ein und dasselbe Blauglas 15 oder 45 Euro aufgerufen. Siehe meine Links unten.

Das PST war ein grauen.... ich fand die Abbildung nicht wirklich schön. Hatte vielleicht ein Montagsmodell.

Im direkten Vergleich zu meinem Lunt hat auch mein PST nicht gut abgebildet. Ich habe vor ein paar Jahren durch das PST von einem Sternfreund gesehen, das hatte eine sehr schlechte Abbildung.

Noch ein Hinweis zur Lagerung: Viele Filter vertragen keinen Frost – beim Lunt also ggf. in die Anleitung schauen, ob das den auch betrifft.

Lagern sollte man die Teleskope schon frostfrei, so meine Meinung. Irgendwo in der Wohnung oder im Haus einen frostfreien Raum suchen und das Teleskop zusammen mit Kieselgel im Aufbewahrungskoffer lagern.
Bei Frost kann das Teleskop benutzt werden. Die Luftspaltetalons sind nicht frotsempfindlich.
Die Abbildung leidet allerdings bei Frost oder sehr kalten Temperaturen. Besonders ist es schwer mit den Drucktunern genau die Linie zu treffen, wenn das Teleskop und die Etalons abkühlen. Ich würde das Teleskop nicht unbedingt zu lange kalten Temperaturen aussetzen und durch ein hereinholen in die Wohnung einen zu großen Temperaturwechsel aussetzen.

Viele Grüße
Gerd

Quellen und Links:
 
Hallo Hermann,

Vielen Dank für die Info.
Es ist gut, das es eine Bezugsquelle für ITF-Filter und die IR/UV-Cuts für die Blockfilter gibt, die dazu noch naheliegend ist.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Gerd.
Ich hatte in letzten 1 1/2 Jahren mehrmals Anfragen an Herrn Smie geschickt, zum einen ging es um meine eigenen Coronado Frontetalon und Blockingfilter, und auch um Geräte eines älteren Vereinskollegen. Herr Smie hat immer innerhalb 2 Tagen geantwortet, und auch ausführlich meine Fragen behandelt, was man so schon selten erlebt. Auch in der Zeit wo er Stress mit seiner Übersiedlung nach Frankreich hatte.
Zum Vergleich Coronado versus Lunt möchte ich nicht viel schreiben, erlebt habe ich bei beiden Fabrikaten sehr gute Abbildungen und auch welche die nicht so überzeugt haben.
Entscheidend ist für mich vorher selber durchsehen zu können, am liebsten auch bei Neukauf.
Ganz besonders wenn man Doublestack haben möchte!

LG Hermann
 
Hallo Hermann,

das mit dem vorher durchschauen ist eben so eine Sache, wenn man sich sein erstes Ha-Teleskop zulegt. Jedenfalls ging es mir so bzw. geht es heute noch so, da ich nur ein Lunt gebraucht erworben habe, da habe ich mir dann die Fragen gestellt: "Wie sollte das denn im besten Fall als Referenz aussehen? Ist das gut oder schlecht was ich sehe? Geht das vielleicht noch besser? Hat man mir vielleicht doch einen Murks verkauft?".

Wenn man natürlich schon ein Auge durch Erfahrung hat, weil man schon durch mehrere Systeme durchgeschaut hat, und ein Gefühl hat, was alles an Details in welcher Stärke vorhanden sein soll, ist das sicher einfacher.
 
Hallo,

Ich finde das selbst durchsehen bei einem gebraucht wie auch Neukauf sehr wichtig. Wenn man selbst keine Erfahrung hat, sollte jemand hinzugezogen werden, der schon länger die Sonne in der H-alpha Linie beobachtet.

Meine eigenen Erfahrungen dazu:
Ich hatte lange Zeit ein PST, und wie ich schon im Betrag #9 geschrieben hatte, durch ein PST von einem Sternfreund geschaut. Dieses bildete in Verhältnis zu meinem sehr schlecht ab.
Bevor ich zum Lunt gewechselt habe, hatte ich mir zu erst ein Coronado SolarMax III 70 mm Sonnenteleskop anschaffen wollen. Das bildetet aber schlecht ab und zeigte nicht viele Strukturen. Ohne Erfahrung hätte ich das für normal gehalten. Das SolarMax ging zurück.
Auf dem diesjährigen DSM konnte ich durch ein 60er (50er?) Lunt beobachten. Ich bin immer noch der Meinung, mit diesem Teleskop stimmte etwas nicht. Es bildete flau ab und war viel zu dunkel.
Die durchgesehen hatten und vor allem noch nie durch ein H-alpha Teleskop sahen waren begeistert was es auf der Sonne zu sehen war. Ich war vom Teleskop überrascht, wie schlecht es abbildete.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Dane.

Erfahrung kommt mit dem Tun, dem Beobachten und mit der Materie auseinandersetzen, aber sie macht es nicht unbedingt einfacher... ;). Ich bin ja schon im höheren Lebensalter, und hab auch mit kleinen Gebrauchtgeräten begonnen.

Erst nachdem ich seinerzeit bei einer Intercon Spacetec Hausmesse durch gute Coronado schauen durfte, später dann bei einem Vereinskollegen, hab ich über ein eigenes Sonnenteleskop nachgedacht.

Die ersten eigenen "Gebrauchtkäufe" hatten dann ihre Schwächen ... gealterte ITF's , Etalon die bei mir auf 780m Seehöhe ein eher flaues Bild hatten, aber wenn ich damit einen Standort mit ca. 150m Seehöhe aufsuchte plötzlich gut funktionierten, weil der Luftdruck dem entsprach für den das Gerät (ein älteres Modell) ausgelegt war.

Da haben mir wiederum gute Ansprechpartner weitergeholfen aus der jeweiligen Situation zu lernen, und diese Geräte in Ordnung zu bringen oder reparieren zu lassen. Die sind auch heute noch in Verwendung.

Bei Intercon war's Herr Turner, Herr Smie von Beloptik und einige andere. D.h. ich setze da auf persönlichen Kontakt und guten Austausch.

Ich wollte letztes Jahr in ein neues Sonnenteleskop investieren, aber es vorort bei einem Händler ausprobieren der mehrere Stück lagernd hatte ( ob der Doublestack auch etwas bringt...).
Das Anliegen wurde eher ablehnend aufgenommen, mit dem Hinweis, dass wenn ich es dann nicht nehmen würde die Verpackung nicht mehr original wäre und der nächste Kunde sagen könnte es sei eine Retour Ware... und wenn ich online bestelle kann ich es ohnehin zurücksenden....
Da hilft mir auch meine Erfahrung nicht :-( , nur Geduld bis ein Händler meines Vertrauens eines hat.

VG Hermann
 
Hallo zusammen,

das mit dem Beobachten die Erfahrung kommt, ist jetzt nicht überraschend. Nur eben, wenn man noch nie ein Ha-Teleskop hatte, konnte man vorher auch nicht die Erfahrung sammeln. ;-)

Es hat auch nicht jeder die Möglichkeit, jemand erfahrenes hinzuzuziehen. Das wäre natürlich das beste, aber da kenne ich nicht in meiner Umgebung. Bei mir gibt es auch keinen Astro-Laden, bei dem ich mal durchschauen kann. Wenn man all diese Möglichkeiten wie Ansprechpartner nicht hat, wird es schon schwer, was die Einschätzung betrifft.

Da ja auch kurz in Bezug in Gebrauchtkauf gefragt habe, vielleicht noch kurz meine Erfahrung zu meinem ersten Kauf eines Ha-Teleskopes:

Letztes Jahr im Januar wurde hier ein Lunt LS100MT/B3400FT inklusive DS Modul angeboten:


Neupreis ohne DS Modul schon über 13K€


Das DS-Modul alleine kostet schon über 3K€


Also ein Set was neu schon an die 17K€ kostet, für 6500€? Da muss ja fast schon was faul sein. Ich habe dann mit mir selbst gewrungen und habe nach kurzer Zeit selbst zugeschlagen, da ich sicher war, so ein Angebot findet man nicht mehr so schnell wieder. Das ist schnell weg, also los. Der Verkäufer hat mir das Teleskop sogar vorbeigebracht, und ich konnte es bei der Übergabe begutachten. Und nein, es war kein sonniger Tag, und es konnte kein realer Test stattfinden. Also habe ich es einfach von außen begutachtet, und da sah es schon so aus wie beschrieben: "Das scope ist in einem absolut neuertigem Zustand!". Was nebenbei raus kam und nicht im Angebot stand, dass ich der dritte Besitzer wäre... aber ok. Nun zwei nette Punkte welche erst später rausgekommen sind:

1. Da ich keine Erfahrung hatte, war mir nicht so bewusst, dass sich direkt im Auszug der Blocking-Filter befindet, und das man diesen vielleicht auch mal mit einer Taschenlampe von aussen prüfen müsste. Sonst wäre mir das hier aufgefallen, was ich sicher bei der Übergabe beanstandet hätte: LUNT LS100MT/B3400FT - Kratzer im Blocking-Filter

2. Das mitlieferte DS-Modul war gar nicht für das LS100, sondern für das LS80, eine ältere Version. Die neue Version, welche ich hier verlinkt habe, ist offiziell für das LS80 und LS100. In der Beschreibung steht ja "Es handelt sich schon um das neue Lunt..." Damit war wohl nur das Teleskop gemeint, nicht das DS-Modul. Eine weitere Falle... Konnte ich als Anfänger auch nicht wissen. In der Praxis geht das wohl schon, aber ja, eigentlich hätte das auch angegeben werden sollen. Das DS-Modul habe ich mittlerweile gegen das originale für das LS100 ausgetauscht, da es hierzu auch mal ein Angebot im Gebrauchtmarkt gab. Mit der neuen Version hatte ich auch ein Gewinde, um den Antireflex-Filter sauber anbringen zu können.

Also nur so als Hinweis, was so bei einem Gebrauchtkauf durchgehen kann, wenn man keine Ahnung hat. Es ist halt doch noch mal was anderes, wie der Kauf eines normalen Refraktors. Ich würde das auf jeden Fall mit einer gewissen Vorsicht genießen, und die Tipps die erfahrenen Hasen hier berücksichtigen, und jemand erfahrenes hinzuziehen, und die Übergabe mit einem Test einplanen.

Unterm Strich weiß ich bis heute nicht, ob mein Lunt die beste Leistung bringt. Aber ich kann wenigstens grob anhand von Aufnahmen mit anderen mal vergleichen, auch wenn hier die Bildbearbeitung eine Rolle spielt. Aber ich kann wenigstens mal grob sagen, dass ich keine Gurke habe. Visuell kann ich schöne Details sehen wenn ich beide Pressure Tuner eingestellt habe, und ich denke, es wird alles in Ordnung sein.

Naja, bis ich eines Tages mal durch ein anderes Lunt oder Cornado schaue, und ein Aha-Erlebnis habe. Dann sehe ich meine bisherige Referenz dann wieder mit einem anderen Auge. :unsure: :LOL:
 
Zu Frage 3. - ich hab ein Coronado SM40/10 von so um 2006, das waren mit die ersten kleinen (für mich bezahlbaren) in D, welche ich bei APM erworben hatte, nachdem ich beim ITV das allererste mal mit einem SM60 bei ML in Kontakt gekommen bin (gefährlich, war mir ja klar). Das 40/10 hab ich heute noch, es lagert in seinem Original-Böxchen ohne Trockenmittel im Keller - und es sieht immer noch aus wie neu. Auch die Abbildung hat sich m.E. nicht geändert - es zeigt das was es soll, vmtl. ein gutes 0,7er.

Irgendwann wollte ich ein wenig mehr, und habe seitdem ein Lunt 60/1200 PT (auch von ML), welches jedoch auch nicht so viel 'mehr' zeigt, als das kleine C. Ok, bisschen höhere V wg. AP. Auffallend ist, dass ich den PT bis kurz vor den Anschlag drehen muss (incl. vorheriges Entlüften), bis sich visuell merklich was ändert (140m NN). (Beim SM40 habe ich nen Freiheitsgrad mehr, da ich neben dem Kipptuner auch die Fassung auf dem kleinen Zeiss-C50 drehen kann, was ne menge ausmacht.)

Das Lunt lagert in seinem Köfferchen im gleichen Keller, hatte aber schon mal nach einer Winterpause einen angelaufenen BG38, Kurze Nachricht an Bresser, und ein neuer BG kam postwendend, und konnte auch selbst gewechselt werden. Dass ich hier lese, dass Oliver Smie bald wieder liefern kann, freut mich sehr, auch weil zu lesen war dass seine Filter merklich 'heller' wären.

csm
 
Mal zur konkreten Zusammenstellung für das Lunt 50mm.

Wäre dies ein geeigneter Neiger für Sonnenbeobachtung? skywatcher AZ pronto
Ein Foto-Stativ ist ja vorhanden, aber eben mit Kugelkopf.

Was brauche ich dann noch? Einen Lunt-Sonnensucher oder besser eine Alternative?

Welche preiswerte Prismenschiene eignet sich? Da gibt es so viele...

Habe ich was vergessen?

Und dann bitte, wer sich dazu äußern mag, nochmal die Frage: 600er Blockfilter anstatt 400 für 270€ mehr oder ist es das nicht wert?

CS, Sven
 
Hallo,

Wäre dies ein geeigneter Neiger für Sonnenbeobachtung? skywatcher AZ pronto

Zu dieser Montierung kann ich nichts sagen.
Im Grunde genommen gilt auch für die Sonnenbeobachtung: um so stabiler und leichtgängiger die Montierung, um so mehr Freude macht es, die Sonne zu beobachten.
Wenn die Montierung zu klein ist, bei jeder Berührung wackelt oder nicht leichtgängig (und auch nicht zu leichtgängig) ist, macht es wenig Spaß die Sonne zu beobachten.
Das 50er Lunt ist mit 2,1kg angegeben. Dazu kommt noch das Gewicht vom Okular und einer eventuellen Prismenschiene. Mit der Zuladung von 3kg der Montierung wäre meines Erachtens die Montierung schon zu sehr ausgelastet. Ich würde in eine Montierung mehr investieren, die zumindest das doppelte vom Teleskopgewicht inklusive Okular trägt.

Viele Grüße
Gerd
 
Mal zur konkreten Zusammenstellung für das Lunt 50mm.

Wäre dies ein geeigneter Neiger für Sonnenbeobachtung? skywatcher AZ pronto
Ein Foto-Stativ ist ja vorhanden, aber eben mit Kugelkopf.

Was brauche ich dann noch? Einen Lunt-Sonnensucher oder besser eine Alternative?

Welche preiswerte Prismenschiene eignet sich? Da gibt es so viele...

Habe ich was vergessen?

Und dann bitte, wer sich dazu äußern mag, nochmal die Frage: 600er Blockfilter anstatt 400 für 270€ mehr oder ist es das nicht wert?

CS, Sven
Ob man mit Wellrn nachführen möchte, oder ob es ein gut laufender (tragender) Videoneiger auch tut, ist m.E. Geschmackssache, Da ich als Intensiv-Orni diesbezüglich ausgestattet bin, konnte ich das Lunt auch noch nem Gitzo2380 anvertrauen, das ist aber schon an der Grenze. Man kann sich z.B. auf Tagbeobachter-Seiten nformieren, welche Köpfe da für große Spektive nutzbar sind (95mm oder mehr). Da ich nutzungsbedingt mit den Zweiwege-Köpfen geübt bin, war das kein Problem; KK würde ich völlig von abraten. Allerdings würde ich (wie von Ihnen angemerkt, nicht unbedingt beim Unterbau sparen (wird ja gern gemacht), und Neiger und Stativ lieber überdimensionieren, sonst frustet es schon bei den zur Beobachtung geeigneten AP (V) von 1mm. Stativ eher kein gängiges Fotostativ, sondern lieber ein Berlebach Report mit einem Beinauszug.

Einen Sucher braucht man unbedingt, und da nehmen sich die bekannten Sonnensucher prinzipbedingt alle nicht so viel. Ich hatte den TeleVue, der funzte am besten, und jetzt wg. Nichtauffindens den roten von teleskope-austria. Die sind leicht, und auf dem Lunt gut zu befestigen. Für den Coronado SM40 nehme ich keinen Sucher, da der (etwas überdimensionierte) 80er-Tubus mit dem C50/540 bei mir in Rohrschellen sitzt, und ich da gut mit der Schattenmethode die Sonne finde; ein Löchlein für eine Peilsucherhalterung wäre auch gut an den ebenen Flächen möglich. Aber da ich den eh nicht als Schnellspechtelgerät nutze, weil er auf ner GPDX sitzt, brauch ich mir da keine Gedanken machen.

Die Prismenschiene sollte vor allem lang genug sein, um das Gerät auszutarieren. Kommt vllt. auch auf die Art der Befestigung an der Nachführeinheitan (Videoköpfe haben mitunter je nach Hersteller nur kürzere); bei meinem Lunt60 war serienmäßig eine recht kurze dabei, welche das Gerät zwar sicher hält, aber auch schon knapp ist. Setze ich das auf nen Neiger, brauche ich das 3/8"-Gewinde, das ist eben nur eins (für die Lunt-Schiene sind es zwei (M8?) -Gewinde, das vertraut schon mehr. Da das 50er ein stückweit leichter ist, dürfte aber ein 3/8-Gewinde auch genügen.

csm
 
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