Öl vs. Luft - Auskühlung

AstroFritz

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Moin,

mich würde es mal interessieren wie sich ein ölgefügter Dreilinser gegen einen mit Luftspalt verhält wenn es ums auskühlen geht.

Im Netz habe ich nie was eindeutiges gelesen, immer ehr Vermutungen, dass der mit Öl schneller auskühlt.

Hat da vielleicht jemand genauere Information bzw. eigene Erfahrungen?

Und wie sieht es mit dem Verhalten während des Auskühlens aus?
Bei Luft hat man ja bekanntlich „Turbulenzen“ oder „gewobbel“.
Gibts das bei Öl auch?

Grüße
Brian
 
Hallo Brian,
es ist in der Tat so, dass sich das ölgefügte Objektiv über die Frontlinse schneller an die Umgebungstemperatur anpasst.
Öl leitet Wärmeenergie nun einmal besser, im Vergleich mit Luft.
Meine Optiken sind alle luftgefügt, die meines Sternwartennachbarn Achim sind alle ölgefügt. Er berichtet von Unterschieden.
Wie groß die Unterschiede sind, ist natürlich schwer zu sagen. Unsere Optiken weisen nicht nur Unterschiede in der Fügung auf, sondern auch im Durchmesser der Öffnung. Klar ist, dass die Unterschiede nur in der Frontlinse zu sehen sind, bei der tubusinneren Linse sowie bei der Wärmeübertragung der Linsenfassung sind die Bedingungen wieder sehr ähnlich.
Schlieren durch Strömungen in diesen Spalten, sind weder bei Luft, noch bei Öl überliefert, dafür sind die Spalten wohl zu klein.
Das gefürchtete Tubusseeing wird ja eher durch stark unterschiedlich temperierte Großflächen des Tubusses befeuert, das ist innerhalb der Glaskombination dann doch etwas anders.

Große Bedeutung würde ich der Fügung nicht beimessen.

CS

Dietmar
 
Hallo Dietmar,

vielen Dank für deine Antwort!

Also macht es für diesen Aspekt keinen Sinn mehr Geld auszugeben un einen Apo mit Öl zu bekommen?

Grüße
Brian
 
Hallo Brian,

unabhängig vom Auskühlverhalten gibt es Fälle, bei denen die Ölfügung selbst Probleme nach mehrjährigem Betrieb machen kann. Das betrifft natürlich nur einige wenige Objektive, aber es kommt dennoch vor. Ich habe da eigene negative Erfahrungen mit einem 7“ Starfire gemacht.

Wenn der Ölfilm „versagt“ und sich signifikante Bildfehler einstellen, ist es dann alles andere als trivial, das wieder in den Griff zu bekommen. Oft müssen die Linsenstapel neu zentriert werden. Diese Arbeit wird normalerweise mit der Hilfe eines Interferometers vorgenommen, und da gibt es nicht allzu viele Leute, die da erfolgreich rangehen können.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Brian,
ölgefügte Objektive haben schon ihren Reiz.
Das Auskühlverhalten ist dabei aber nicht das zentrale Thema.
Es sind eher die Glas-Luft-Übergänge, die den Ausschlag geben. Diese Übergänge haben ihre Nachteile, die zwar durch entsprechende Vergütungen kompensiert werden können, aber nicht komplett, und auch nur mit Aufwand.
Und von diesen Glas-Luft-Übergängen hat ein luftgefügtes Triplet immerhin 6 Stück an der Zahl, ein ölgefügtes dagegen nur zwei.

Aber es ist wie im richtigen Leben: es kommt nicht auf das eine Detail an, sondern immer auf das ganze Paket.
Daher gibt Top-Optiken sowohl luft-, wie auch ölgefügt.
Und Du hast Recht, für Ölfügung viel mehr Geld auszugeben, macht dann Sinn, wenn Geld weg muss…….

CS

Dietmar
 
Hallo Brian,

natürlich kühlt ein ölgefügtes Triplet deutlich schneller aus, das sind auch keine Mutmaßungen, sondern das ist Physik.
Ein 3 fach verglastes Thermofenster mit 2 Luftspalten isoliert wesentlich besser als eine einzelne Glasscheibe mit einer gesamtdicke der 3 Einzelscheiben vom Thermofenster.

Der Ölfilm ist extrem dünn, im Bereich weniger Nanometer so das die Wärmeleitfähigkeit des Öls gar keine Rolle spiegelt.
Man kann ein Ölgefügtes Triplet thermisch also als einen Glasblock betrachten.

Und wie sieht es mit dem Verhalten während des Auskühlens aus?
Bei Luft hat man ja bekanntlich „Turbulenzen“ oder „gewobbel“.
Gibts das bei Öl auch?

Turbulenzen im Öl gib es selbstverständlich keine da der Film wie gesagt nur wenige Nanometer dick ist und hier Adhäsion und Kohäsion die entscheidenden Kräfte sind so das sich das Öl sowieso nicht frei bewegen kann.

Aber auch bei kleinem Luftspalt sind Turbulenzen kein nennenswertes Therma da der Weg ja sehr klein ist.
Bei einem Tubus mit 1000mm Länge wirkt sich eine Turbulenz natürlich wesentlich stärker aus als bei einem Luftspalt von 1mm Länge also lediglich 1/1000 der Tubuslänge.

Problematisch sind also eher die Turbulenzen die während des Auskühlens im Tubus entstehen und weniger die im Luftspalt
Und ein Objektiv leidet während des Auskühlens auch immer an Deformationen der Linsen selbst so das ein Sammelsurium von Fehlern eingeführt wird bis die Linsen im thermischen Gleichgewicht sind.
Vor allem hier ist das Ölgefügte Triplet deutlich im Vorteil, da es eben auch deutlich schneller sein thermisches Gleichgewicht erreicht.

Grüße Gerd
 
Hallo Werner,

unabhängig vom Auskühlverhalten gibt es Fälle, bei denen die Ölfügung selbst Probleme nach mehrjährigem Betrieb machen kann. Das betrifft natürlich nur einige wenige Objektive, aber es kommt dennoch vor. Ich habe da eigene negative Erfahrungen mit einem 7“ Starfire gemacht.

das dürfte an falscher Lagerung liegen und wäre mit korrekter Lagerung leicht zu vermeiden.

unabhängig vom Auskühlverhalten gibt es Fälle, bei denen die Ölfügung selbst Probleme nach mehrjährigem Betrieb machen kann. Das betrifft natürlich nur einige wenige Objektive, aber es kommt dennoch vor. Ich habe da eigene negative Erfahrungen mit einem 7“ Starfire gemacht.

Bei einer Öl Fügung ist es recht simpel die Zentrierung wieder herzustellen.
Eine Öl Fügung ist nämlich selbstzentrierend, vorausgesetzt die Linsen haben das nötige Spiel in der Fassung.
Das Linsenpaket ist dazu einfach waagerecht zu lagern (Tubus also senkrecht stellen).
Dann übernimmt die Schwerkraft die Zentrierung.
Der Prozess dauert allerdings mehrere Wochen.
Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss das bei falscher Lagerung also Tubus liegend über einen längeren Zeitraum die Zentrierung verloren gehen kann.
Während einer Beobachtungsnacht muss man sich da aber keine Sorgen machen.

Bei Objektiven wo die Linsen mittels Zentrierschrauben in eine feste Position gezwungen werden funktioniert die selbst Zentrierung natürlich nicht aber hier kann selbige natürlich auch nicht so ohne weiteres verlorengehen.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Brian,
die Öl gefügten Caf2 Triplets galten lange Zeit als das Non+Ultra.
Auch heute ist gelegentlich noch zu lesen und zu hören, dass Öl gefügte APOs besonders streulichtarm sein sollen, also einen besonders schwarzen Himmelshintergrund zum Objekt haben sollen.
Aus eigenen Vergleichen konnte ich das jedoch nie mit Sicherheit verifizieren.

Aus Berichten von groß APO-Besitzern und auf Cloudy Nights ist zu lesen und zu hören, dass ab einer gewissen Öffnung sich Öl und Luft APOs unterschiedlich verhalten.
Zum Teil wird berichtet, dass große APOs gar nicht mehr auskühlen bzw. dem Gradienten bis in die frühen Morgenstunden hinterherlaufen.
Bei Öl-APOs wurde während der Auskühlungsphase auch schon bei kleineren Öffnungen Astigmatismus beobachtet und bei den Luftspalt APOs sphärische Aberration.
Dazu wurde die Vermutung geäußert, dass sich die Frontlinse schneller abkühlt als der Rest des Linsenpakets, was diese Effekte hervorrufen soll?
Ich möchte das nicht als besonderen Nachteil herausstellen, vielmehr liegt das meiner Meinung nach einfach in der Natur der Sache, große Teleskope haben einfach ihr spezifisches Auskühlverhalten.

Ob Öl oder Luftspalt, diesen Aspekt würde ich persönlich nicht so herausstellen wollen, oft kommt es auf das Gesamtpaket an.
Für einen Fotografen ist auch das Zubehör wichtig und mir als visuell beobachtender wäre die Farbreinheit wichtig, z.B. dass auch bei hohen Vergrößerungen keine Einfärbungen oder Farbtönungen zu sehen sind, oder das Auskühlverhalten usw.

Allerdings kann ich auch die Anziehungskraft und den Habenwill Trieb eines Öl Caf2 APOs sehr gut nachvollziehen, schon alleine durch die Zeiss APQ Geschichte ist und bleibt dieses Objektiv bis heute was Besonderes.
LG
 
Mal was aus der Praxis:
Unser HCQ 115/1000 (ölgefügtes Triplet) kühlt signifikant schneller (etwa doppelt so schnell) aus als unser APM 107/700 (Luftspalt-Triplet), im direkten Vergleich.
Auch ist der HCQ, z. B. im Vergleich zum APM 107 oder LZOS 130/780, deutlich streulichtärmer und, ja, zeigt auch einen extrem schwarzen Himmelshintergrund...
 
Vielen vielen Dank für eure Antworten.

@Steinheil
Toll, dass du sogar Erfahrungen aus der Praxis hast.
Kannst du vielleicht genauere Zahlen nennen zwischen HCQ und dem APM?
Würde mich mal interessieren.
 
Hallo,

bei der Auskühlung spielt nicht nur Öl-Fügung oder Luftspalt eine Rolle, sondern auch die Linsenzelle und der Tubus. Eine große massive Zelle mit einem Dickwandigen Tubus braucht einfach mehr Zeit.
Bestes Beispiel ist der Tak TOA 130, schwerer Tubus mit großer Zelle für die zwei Linsen Paare. Dagegen kühlt der Tak TSA 120 mit dünnem Tubus, Recht kleiner Linsenzelle viel schneller aus.

Noch schlechter beim Tubus ist Krüpax, denn das ist nicht anderes als in Epoxidharz getränktes Papier und Papier ist Holz und Holz leitet Wärme sehr schlecht.

Gruß und CS
Thomas
 
Hallo Werner,



das dürfte an falscher Lagerung liegen und wäre mit korrekter Lagerung leicht zu vermeiden.



Bei einer Öl Fügung ist es recht simpel die Zentrierung wieder herzustellen.
Eine Öl Fügung ist nämlich selbstzentrierend, vorausgesetzt die Linsen haben das nötige Spiel in der Fassung.
Das Linsenpaket ist dazu einfach waagerecht zu lagern (Tubus also senkrecht stellen).
Dann übernimmt die Schwerkraft die Zentrierung.
Der Prozess dauert allerdings mehrere Wochen.
Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss das bei falscher Lagerung also Tubus liegend über einen längeren Zeitraum die Zentrierung verloren gehen kann.
Während einer Beobachtungsnacht muss man sich da aber keine Sorgen machen.

Bei Objektiven wo die Linsen mittels Zentrierschrauben in eine feste Position gezwungen werden funktioniert die selbst Zentrierung natürlich nicht aber hier kann selbige natürlich auch nicht so ohne weiteres verlorengehen.

Grüße Gerd
ich habe noch den alten FLT110 von William Optics mit dem ölgefügtem TEC-Triplet - jenen lagere ich instinktiv seit Jahren immer stehend.
Aber ich habe immer im Hinterkopf ein "Verfallsdatum" des Objektives - wer richtet es, wenn es mal zu schaden kommt, altert/versulzt das Öl irgendwann?
 
Aber ich habe immer im Hinterkopf ein "Verfallsdatum" des Objektives - wer richtet es, wenn es mal zu schaden kommt, altert/versulzt das Öl irgendwann?

Nun zu Schaden kann natürlich auch ein Objektiv mit Luftspalt kommen, insofern gibt es da keinen Unterschied.
Und das Öl kann nicht „versulzen“.
Dazu müsste es ja Chemisch reagieren, in der Regel mit Luftsauerstoff also oxidihren und das ist zwischen den Linsen ausgeschlossen.
Das Öl ist hier durch die Linsen vollkommen abgeschirmt und kann unmöglich mit Luftsauerstoff in Kontakt kommen.
Es können auch keine flüchtigen Bestandteile mit der Zeit entweichen.

Noch mal zum Verständnis, es geht hier um einen extrem dünnen Ölfilm von wenigen Nanometern zwischen den Linsen und hier sind Kohäsion (Kapillareffekt) und Adhäsion die bei weitem dominierenden Kräfte die das Öl an Ort und Stelle halten.
Die Schwerkraft kann dagegen nichts ausrichten.
Das Öl kann also auch nicht einfach auslaufen oder sonst wie verlorengehen, das ist Physikalisch unmöglich.
Und es kann eben auch keinerlei Kontakt zur „Außenwelt“ haben da es zwischen den Linsen eingeschlossen ist.

Nur bei Fehlern in der Fertigung kann es daher zu Problemen kommen.
Ein Fehler wäre zu viel Öl beim Fügen zu verwenden.
Dann wird der Film natürlich viel zu dick und der Kapillareffekt lässt nach.
Ein weiterer Fehler wären leicht unterschiedliche Krümmungsradien der beiden zu fügenden Linsenflächen.
Das bewirkt einen kleinen Spalt zwischen den Linsen der dann mit Öl gefüllt werden müsste sodass wir zwangsläufig zu Problem NR 1 kommen.
Solche Fertigungsfehler wären dann auch meine Erklärung warum einige ölgefügte Optiken mit der Zeit Probleme machen während andere auch nach Jahrzehnten keinerlei Probleme zeigen.

Grüße Gerd
 
Bestes Beispiel ist der Tak TOA 130, schwerer Tubus mit großer Zelle für die zwei Linsen Paare. Dagegen kühlt der Tak TSA 120 mit dünnem Tubus, Recht kleiner Linsenzelle viel schneller aus.

Es spielt zwar auch die Masse eine Rolle, genauer gesagt das Verhältnis von Masse zu Oberfläche aber im Falle des TOA 130 sind vor allem dessen sehr große Luftspalte der Grund für das langsamere Auskühlen gegenüber dem TSA 120 der sehr kleine Luftspalte hat.

Noch schlechter beim Tubus ist Krüpax, denn das ist nicht anderes als in Epoxidharz getränktes Papier und Papier ist Holz und Holz leitet Wärme sehr schlecht.

Das ist ein Trugschluss, auch wenn man immer vom Auskühlen spricht so geht es eigentlich vor allem um eine gleichmäßige Temperatur innerhalb der der Optik und innerhalb des Tubus.
Diese Temperatur muss aber nicht zwangsläufig identisch mit der Temperatur der Außenluft sein.
Ein Tubus leidet wegen unterschiedlicher IR Strahlungsbilanz bei wolkenlosem Himmel an deutlichen Temperaturunterschieden zwischen ober und Unterseite.
Die dem Himmel zugewandte Seite kühlt wegen negativer IR Strahlungsbilanz unter die Umgebungstemperatur ab.
Eine Isolation des Tubus hilft hier im inieren für eine gleichmäßigere Temperatur zu sorgen.
Das ist beim Refraktor Tubus prinzipiell nicht anders wie beim Newton Tubus.
Eine Tubus Isolierung ist beim Refraktor nur nicht so üblich wie bei Newton und co da Refraktoren schon von Haus aus weniger Probleme mit Tubusseeing haben so das sich hier keine Notwendigkeit für die Isolierung ergibt.

Grüße Gerd
 
Hallo Ronald,
ich weiß von verschiedenen Herstellern Zeiss, Lichtenknecker und Astro Physics, dass es da hin und wieder Probleme mit der Öl Fügung gab, welche quasi einen Öl Wechsel gebraucht haben.

Anscheinend können ältere Fügestoffe die Linsen etwas verkleben oder verharzen, oder sie schrumpfen mit der Zeit.
Das kann dann zu Abbildungsfehler führen, oder das Objektiv sieht so aus als bekäme es kleine Risse vom Rand her, da wo sich das Öl zurück gezogen hat.

Heute werben die Hersteller jedoch mit Alterungsbeständiegen Fügestoffen.

Auch scheint es für Baader und die Hersteller kein Problem zu sein solche Objektive neu zu fügen, zumindest für ihre Produkte.
LG
 

Hier sollte man auch mal einen Vergleich zu einem Doublet mit kleinem Luftspalt machen.
Das Doublet hätte spürbar weniger Masse und das Linsenpaket wäre natürlich auch dünner wie beim Triplet.
Ein kleiner Luftspalt von nur 0,2mm wäre auch kein nennenswerter Nachteil zumal wir hier ja keine innenliegende Linse wie beim Triplet haben.

Beim Triplet mit Luftspalt ist das Hauptproblem die von beiden Seiten durch den Luftspalt gut isolierte innenliegende Linse.
Dieses Problem gibt es beim Doublet ja gar nicht.

Und bei 115/1000 bekommt man auch mit einem Doublet eine sehr gute Farbkorrektur hin.

Grüße Gerd
 
ich weiß von verschiedenen Herstellern Zeiss, Lichtenknecker und Astro Physics, dass es da hin und wieder Probleme mit der Öl Fügung gab, welche quasi einen Öl Wechsel gebraucht haben.

Anscheinend können ältere Fügestoffe die Linsen etwas verkleben oder verharzen, oder sie schrumpfen mit der Zeit.
Das kann dann zu Abbildungsfehler führen, oder das Objektiv sieht so aus als bekäme es kleine Risse vom Rand her, da wo sich das Öl zurück gezogen hat.

Was ich mir da vorstellen könnte wäre das Feuchtigkeit über einen langen Zeitraum durch den Kapillareffekt vom Rad her in den Spalt reingezogen wird.
Vielleicht sind alte Öle auch Hygroskopisch und nehmen diese Feuchtigkeit auf.
Entsprechende Probleme wären damit dann allerdings auch eher der Lagerung bei zu hoher Luftfeuchtigkeit geschuldet und sollten sich vermeiden lassen.

Grüße Gerd
 
Hallo Peter,

Hygroskopisches Öl - das wäre ja wohl ein Widerspruch in sich, es sei denn man nimmt gleich ein Spülmittel wie Pril.

auch wenn es dich in Erstaunen versetzt aber hygroskopisches Öl gibt es.


PAG-Öle sind generell hygroskopisch, das heißt, sie ziehen schnell Feuchtigkeit an.

Grüße Gerd.
 

Doch auch das wäre durchaus mit einem Doublet möglich.
Ein Beispiel findest du sogar in der Tabelle in deinem Link.
Der FS 102/820 ist dort mit einem RC Wert von 0,21 angegeben und damit praktisch gleichauf mit dem HCQ 115/1000.
Die 0,028 Differenz liegen innerhalb der Messtoleranz, so genau kann der Rohr gar nicht messen um hier sicher einen Unterschied zwischen beiden beim RC Wert bestimmen zu können.
Ok der FS102 hat halt „nur“ 102mm Öffnung aber dafür hat der HCQ 115 auch F8,7 während der FS 102 mit F8 etwas schneller ist.
Das gleicht den Öffnungsunterschied bezüglich Farbkorrektur fast aus.

Grüße Gerd
 
Ja, die legendäre FS-Serie von Takahashi...
Da befindet sich jedoch ein multivergüteter Fluorit-Kristall als Frontlinse, sehr sehr gut...
Was schrieb noch der Kollege Ed Ting vor bereits 20 Jahren?: "Starlight first hits fluorite..."
(Unser ehemaliger FS-152 konnte mit diesem Design jedoch als 6" f/8 keine perfekte Farbkorrektur mehr abliefern)
 
Hallo zusammen,
mir ist eine schöne Anekdote eingefallen.
In S&T 10/81 auf Seite 378 schreibt Roland Christen er habe "Wesson salad oil" für die Fügung seines 5" APO genommen.
Dabei empfiehlt er aber noch Immersions Öl aus der Mikroskopie oder andere klare Mineralöle.

Heute werden natürlich spezielle Öle verwendet mit vergleichbaren Brechungseigenschaften, welche die Gläser haben.
LG
 
Hier wird viel geschrieben , leider alles Bedeutungslos, da es keine Zahlen dazu gibt, sorry

Ich bring mal ein paar beipsiele, ihr dürft euch dazu gerne äussern....

Zeiss APQ 100 und APQ 130 in der alten nicht Kompensationsfassung gefasst, einfach nur zylindrische Fassung , hielten nie die Zentrierung, immer wieder Probleme mit Achskoma. Selbst Dr. Pudenz konnte nicht helfen. Diese Zeiss Fassungen mussten modifiziert werden mit temperaturkompensierten Teflon Zentrierschrauben um das Problem zu beheben. Übrigens Temperaturkompensiertes Tefl kostet ca. 1000 Euro pro Kg, darauf kann man dan solche Schrauben drehen. Plastiskschrauebn wie sie in vielen China Apos benutzt werden, sind suboptimal. Was noch eine gute Idee ist, die wir bei den APM Apo's benutzen, sind Federschrauben , die gegen messingplättchen drucken, welche auf der innenseite den Linsenradius haben, damit verhindern wir den punktuellen Druck der ganz schnell Asti erzeugt.

ApoMax 130 F/12 gefügter Triplet , hat einen solch schweren und massiven Okularauszug, das dieser deutlich länger der Auskühlung hinterherlief als die Optik und dadurch Stundenlang nicht auskühlte

Takahashi TSA 120, letzte Woche im Test , um 17:30 in den Schatten rausgestellt, Aussentemperatur ca. 28 Grad, die beste sphärische Korrektur stellte sich nach sage und schreibe erst 6 Stunden später ein, erst da gab es kein veränderung mehr. All die Stunden zuvor sah man im kritischen Sterntest wie sich die korrekur verbesserter. Die Temperatur um Mitternacht lag bei ca. 20 Grad. Also nur 8 Grad Unterschied, trotzdem 6 Stunden lang kann ein kritischer Sterntester eine veräänderung wahrnehmen.

Takahashi FS 128, man spricht davon das der nach 30 minuten oder ner Stunde auskühlt, alles Unsinn, bei 15 Grad Unterschied , stopp die Verbesserung der sphärischen korrektur erst nach 3 Stunden und 30 Minuten, auch bei nur 15 Grad Temperaturunterschied

Also müssen wir uns erst einmal darüber unterhalten, über was reden wir hier ? Über das Auskühlen bis zum ersten guten Bild, über das Auskühlen bis zu einer guten Korrektur, oder über das Auskühlen bis sich die sphärische Korrektur nicht mehr verändert , zwischen diesen Punkten liegen viele Stunden .

Die Optik, Luftspalt oder Ölfung hat einen Einfluss

Die Fassung der Optik hat einen fast noch größeren Einfluss

Das Tubusmaterial und des Auszuges hat einen Einfluss, der keinesfalls weniger ist als Luftspalt oder Ölfügung

Ein ölgefügte Optik in falscher Fassung oder falschem Tubus kann demzufolge länger probleme haben und länger auskühlen als eine Luftspaltoptik im optimierten Tubus

eine ölgefügte Optik im optimierten Tubus und optimierter Fassung arbeitet bezüglich Auskühlung vermutlich am besten. jedoch akzeptirt man dabei andere nachteile

Roland Christen hat seinen 175 mm EDF mit Luftspalt versehen, weil er diesen wesentlich besser korrigieren kann, als einen gleichen ölgefügten Apo. Jedoch ist der Luftpalt deutlich teurer, weil er eben nicht nur 2 Flächen, sondern 6 Flächen auskorrigieren muss, weil er nicht 2 sondern 6 Fläche multivergten muss , weil der Aufwand einen luftspalt Triplet zusammen zu bauen einen vielfachen Aufwand bedeutet , die Distanzplättchen auf Micron Genauigkeit her zu stellen, weil die Fassung noch genauer hergestellt werden muss und weil beim Polieren und Zusammenbauen die Sleeks/Microkratzer bei einem Luftspalt 1000 x einfache rzu sehen sind als bei einem Ölgefügten Apo.


Jedes Design hat seine Vor und Nachteile , daher kann niemand sagen , auch Zeiss oder Baader nicht, das eine ist besser als das andere.
 
Hallo Markus,

welche Optiken haben den falschen Tubus, kannst du da was aufzählen.

Mfg,Kurt
 
Nehmen wir mal alle Kohlefaser Tuben die ein Vielfaches das Auskühlen der inneren Luft verzögern, dadurch kühlt die Aussenlinse deutlich schneller als die innere Optik.
Tuben mit fetten Tubuswandungen aus Alu ist auch ein extremer verzögerter.
Unnötige Massive Auszüge und massive Verlängerungen und und und
 
Nehmen wir mal alle Kohlefaser Tuben die ein Vielfaches das Auskühlen der inneren Luft verzögern, dadurch kühlt die Aussenlinse deutlich schneller als die innere Optik.
Tuben mit fetten Tubuswandungen aus Alu ist auch ein extremer verzögerter.
Unnötige Massive Auszüge und massive Verlängerungen und und und
Dabei heißt es in der Werbung immer, dass Kohlefasertuben wesentlich temperaturstabiler als andere Materialien sind. Dem ist anscheinend nicht so, zumindest was dann Temperaturangleich anbelangt. Bei Kunststoff ist die Wärmeleitfähigkeit wesentlich geringer als bei Metall, das hat sicher der eine oder andere in der Kindheit mit der Zunge am gefrorenen Metallmast „entdeckt“. ??
 
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