Einsteigerfrage zu Beobachtungspraxis

Ukulele

Neues Mitglied
Hallo zusammen,
ich bin neu hier im Forum. Ich bin bereits im Ruhestand, wohne in München und möchte mir ein Teleskop auf den Balkon stellen, um spontan, wenn die Umstände es zulassen, ein wenig Sterne zu gucken. Bzgl. Beobachtungstechnik (Teleskope, Refraktoren, Reflektoren, etc..) habe ich mich in den letzten Wochen schon eingelesen. Was mir aber noch überhaupt nicht klar ist, mit welchem Teleskop man wie vom Balkon aus spechteln kann. Ich habe Rücken und will ungern gebückt oder knieend in der Kälte Sterne gucken oder mich weit über das Balkongeländer beugen müssen. Am liebsten würde ich bequem auf dem Balkon sitzend in das Okular schauen oder normal aufrecht stehend. Wegen Lichtverschmutzung schaue ich wahrscheinlich hauptsächlich in Zenitnähe.
Daher die Frage: Welche Teleskopbauart empfielt sich, wenn man erst mal nur diesen Gesichtspunkt betrachtet?

Grundsätzlich kämen in Frage:
  • Ein kleines Dobson (Heritage 130/150)
  • ein gleich großer Newton auf einem einfachen Stativ
  • oder ein Refraktor mit 700-max.900mm auf einfachem Stativ
Ich würde ca. 500 EUR anlegen wollen. Wie macht ihr das, damit es nicht zu ungemütlich wird?
Ulrich
 
Hallo Ulrich,

willkommen im Forum!

Ein kleiner Heritage ist sicher ein günstiger Einstieg. Der Einblick bei so einem kleinen Dobson in Zenitnähe ist eher bequem, Du musst halt den 130er evtl wo drauf stellen. Ausserdem braucht es etwas Platz auf dem Balkon.

Was ist ein einfaches Stativ? Du braucht in jedem Fall eine Montierung für das Teleskop. Als Dobson bezeichnet man ein Newton Teleskop mit Rockerbox als Montierung/Stativ.

Schau mal nach dem nächstgelegenen Astroverein oder der nächsten Sternwarte! Da kannst mit erfahrenen Astrokollegen auch mal verschiedene System ausprobieren und Dir ein besseres Bild machen, was für Dich sinnvoll ist.

Ausserdem gibt es im Raum München einige Händler.

CS.Oli
 
Hallo Ulrich,

willkommen im Forum.

Ich beobachte selbst nur noch vom Balkon. Anfangs auch rein visuell. Mittlerweile nur noch EAA. Okular Durchblick ;) gaaanz selten.
Kann da jetzt auch nur von mir reden, aber ich denke das trifft auch auf andere zu.

Für mich ist das sinnvollste und praktikabelste eine Alt/AZ Montierung mit einem Teleskop das einen rückwärtigen Einblick in das Okular hat.
Also Refraktoren oder eben die Katadiopter (Schmid-Cassegrain (SC) und Maksutov-Cassegrain (MC)).

Alt/AZ hat im Gegensatz zu parallaktischer Montierung den Vorteil des der Einblick nicht zu extrem wandert.
Weiterhin kannst Du mit Alt/AZ recht nah an die Brüstung. Der Einblick ist ja hinten. Meist kann man auch recht bequem dahinter sitzen. Kommt halt drauf an wie man das Stativ einstellt.
Newton parallaktisch montiert musst Du von der Brüstung weg, da der Einblick vorne ist. Gilt genauso für einen Dobson. Da steckt ja auch ein Newton in der Rockerbox.
Refraktoren oder Katadiopter parallaktisch, da wandert mir der Einblick auch zu sehr. Ist zwar hinten, aber variiert für mich doch mehr als Alt/AZ.

P.S.
Balkon ist halt was kniffelig.
Ist aber möglich und funktioniert. Man muss die Größe, wie Oli schon anmerkte, des Balkon beachten. Danach richtet sich unter anderem die Größe des Teleskop. Der ein oder andere Kompromiss muss da geschlossen werden.

Bezüglich Deiner Stadtbeobachtung/Lichtverschmutzung kann man Dir nur, nach Erfhrungssammlung im visuellen Bereich, EAA empfehlen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ulrich,

wenn der Balkon relativ klein ist und du "Rücken" hast, dann brauchst du etwas leichtes, kurzes. Oft benutze ich zum schnell mal gucken mein 70/500 Linsenteleskop von Sky Watcher. Das lief mir mal gebraucht für € 20,- zu, und eigentlich wollte ich es an irgend einen Anfänger als "Start" weitergeben. Aber natürlich musste ich es erst mal austesten und nun gebe ich es nicht mehr her. Auf einem leichten Stativ mit azimutaler Montierung (auf und ab, rechts und links) steht es immer aufgebaut in einer Ecke meiner Praxis. Wenn es was zu sehen gibt (Ausnutzung von Wolkenlücken), schnappe ich das Fernrohrauf seinem Stativ mit der rechten und einen Hocker mit der linken Hand und trage es vor die Türe auf den Plattenweg - fertig.

Oft beobachte ich damit die Sonne (mit Pentaprisma), schaue auf dem Mond spazieren und schaue nach Sternhaufen, Doppelsternen und.....
Durch die kurze Brennweite 500mm komme ich mit dem 32mm Okular auf fast 3° Gesichtsfeld am Himmel. Da passt z.B. der Andromeda Nebel gut hinein. Für den Mond benutze ich dann maximal 80fache Vergrößerung; da stört MICH der verbliebene Farbfehler noch nicht. An Doppelsternen habe ich auch schon mal über 100x herausgekitzelt.

Ich habe etliche, größere Geräte, bin mit meinen 70 Jahren aber etwas faul geworden. Wenn ich mich in einer Mietwohnung mit Balkon beschränken müsste, dann bliebe wohl so etwas als einziges Gerät übrig.

CS Gerhard
 
Ich habe etliche, größere Geräte, bin mit meinen 70 Jahren aber etwas faul geworden.
Das ist auch meine Befürchtung. Je größer, sperriger und aufwändiger umso größer die Gefahr, dass ich es doch nicht nutze. Lieber erst mal was kleines handliches. Wenn dann doch der Wunsch nach mehr aufkommt, kann ich ja die Ausrüstung ergänzen oder tauschen.
 
Das ultimative Gerät, wenn es kompakt, leicht und mit viel Öffnung sein soll, ist das Celestron C8. Da ist der Einblick auch bequem und die Höhe variiert bei einer azimutalen Montierung nicht so stark wie beim Dobson.

Ist halt recht teuer...

CS.Oli
 
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