Fragen zur Einfärebung der Mono Daten

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Niklas

Aktives Mitglied
Hallo,
ich bin seit knapp einem Monat Besitzer einer Mono Kamera (ZWO ASI1600mm).

Ich bin gerade dabei NGC7000 in LRGB HSO aufzunehmen.

Da hab ich jetzt drei Fragen zur Bildbearbeitung

1. Macht es Sinn bei einer Hubble Palette rgb und luminanz zu belichten? Oder ist das da eher überflüssig. Was ist denn da so der Standard?

2. Was ist der Unterschied zwischen SHO und der Hubble palette?

3. Noch eine Verständnisfrage, Wenn ich ein Schmalbandbild aufnehme und dort RGB sterne hinzufügen möchte brauch ich den Luminanzfilter eigentlich nur wenn Dunkel/Reflexionsnebel oder Galaxien im Bild sind oder?

CS Niki
 
Zu der 2. Frage nochmal.
Es müsste ja eigentlich das selbe sein. SII=Rot, Halpha= Grün, Oiii= Blau.

Wenn ich aber SHO bilder bei google eingebe, dann hat Halpha meistens eine baun/orange farbe?
 
Moin,

1. Macht es Sinn bei einer Hubble Palette rgb und luminanz zu belichten? Oder ist das da eher überflüssig. Was ist denn da so der Standard?
Die Hubble Palette beinhaltet üblicherweise nur SHO.

2. Was ist der Unterschied zwischen SHO und der Hubble palette?
Bei der Hubble Plaette werden, wie du gesagt hast, die verschiedenen Wellenlängen/Filter einer bestimmten Farbe zugeordnet.
Im Prinzip kannst du da aber rumspielen wie du willst.
Du musst S2 nicht unbedingt rot zuordnen, kannst es auch grün zuordnen.
Soweit ich weiß spricht man von der Hubble Palette aber nur wenn es so zugeordnet ist wie du.
Such mal nach "Falschfarbenbild". Darunter wird das gut erklärt.
Man benutzt hat eine solche zusammensetzung um die 3 Wellenlängen sichtbar zu machen.

Noch eine Verständnisfrage, Wenn ich ein Schmalbandbild aufnehme und dort RGB sterne hinzufügen möchte brauch ich den Luminanzfilter eigentlich nur wenn Dunkel/Reflexionsnebel oder Galaxien im Bild sind oder?
Für die Sterne reichen RGB Filter aus.
Da du RGB nur für Sterne benutzt und alles andere mit SXT oder Starnet rausnimmst ist es egal was sonst noch im Bild ist.
Daher musst du diese Objekte auch nicht beachten bzw. brauchst keinen L Filter um diese besser darstellen zu könnnen.

Grüße
Brian
 
Hallo,
ich bin seit knapp einem Monat Besitzer einer Mono Kamera (ZWO ASI1600mm).

Ich bin gerade dabei NGC7000 in LRGB HSO aufzunehmen.

Da hab ich jetzt drei Fragen zur Bildbearbeitung

1. Macht es Sinn bei einer Hubble Palette rgb und luminanz zu belichten? Oder ist das da eher überflüssig. Was ist denn da so der Standard?

2. Was ist der Unterschied zwischen SHO und der Hubble palette?

3. Noch eine Verständnisfrage, Wenn ich ein Schmalbandbild aufnehme und dort RGB sterne hinzufügen möchte brauch ich den Luminanzfilter eigentlich nur wenn Dunkel/Reflexionsnebel oder Galaxien im Bild sind oder?

CS Niki
Hey Niki, kurz und knapp zu deinen Fragen:

1. RGB, wenn man natürliche Sternfarben will. Luminanz nur, wenn erhebliche Anteile des Bildes aus Dunkel- und Reflexionsnebeln bestehen und man neben der SHO Variante auch eine RGB Variante erstellen will der man dann sho oder in dem Fall besser hso untermischen.

2. Es gibt keinen Unterschied. Hubble Palette ist nur ein Synonym für die Farbzuordnung S2=R, Ha=G, OIII=B. Das wurde bei Hubblebildern so gemacht, daher der Name.

3. Siehe erstens und deine eigene Vermutung. Nur für Sternfarben überflüssig.

Viele Grüße Ben
 
Hallo Niki,

Deine Fragen wurden ja schon beantwortet.
Nur der Vollständigkeitshalber, einer der Gründe warum die Hubble Leute SHO gemacht haben ist das diese Zuordnung die Reihenfolge der Emissionslinien von rot nach blau beibehält.

Sii --> 671,7 nm und 673,0 nm --> Rot
Ha --> 656 nm --> Rot aber "weniger" rot als Sii also näher an Grün
Oiii --> 501 nm --> Blau-grün

Im Übrigen wird da noch mehr oder weniger Tonemapping angewendet um die Farben anzupassen da Ha normalerweise sehr dominant ist und damit die Bilder sehr grün sind.
Grundsätzlich ist das aber willkürlich und je nach Objekt kann es sich lohnen OHS oder HOS zu machen.

Auch ist es nicht unüblich aus den Schmalbanddaten eine (extra bearbeitete) (Super)-Luminanz zu machen und so auf diesem Wege die Kontraste zu verstärken. Das ist hier aber off topic und soll nur deutlich machen das Details über hell/dunkel Kontraste (sprich Luminanz) und nicht über die Farben (Chrominanz) wahrgenommen werden.

Bei LRGB macht man ja deswegen normalerweise viel mehr L als RGB. L liefert dir eine detailliertes S/W Bild was mit den RGB Daten "nur" eingefärbt wird.
Das war einer der Gründe warum zu CCD Zeiten viele RGB gebinned haben da man Empfindlichkeit der grösseren Pixel wollte und die Auflösung ja von der L kam.
Das aber nur am Rande zum Verständnis von Luminanz.

CS
David
 
L liefert dir eine detailliertes S/W Bild was mit den RGB Daten "nur" eingefärbt wird.

Detaillierter im Sinne von mehr Signal ja, mehr Auflösung ja nicht.

Schlichtweg die RGB Filter lassen ja jeweils nur 1/3 des Lichts durch. Ein L Filter entsprechend alles von Blau bis Rot. Bei Aufnahmen rein von offenen Sternhaufen kannst du aber auf L verzichten.
 
Hallo,
hab noch eine Frage zur Aufnahme bei den LRGB Filtern.

Frank hat gesagt da gibts die drittel regel. Die besagt (als Beispiel) dass ich bei 3h Luminanz 1h Rot, 1h Grün und 1h Blau brauch.

Stimmt das so?
Oder geht auch weniger RGB?

Ich sehe nämlich immer wieder Astrofotografen (darunter auch Daniel Nimmervoll) die viel mehr Luminaz als RGB aufnehmen?

CS Niki
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Niki,

es gibt keine einfachen Antworten :cool:
Feste Verhältnisse stammen aus der Informationstechnik, wie etwa hier beschrieben Farbunterabtastung
Mit 3:1:1:1 kannst du nicht viel falsch machen aber von Fall zu Fall kann man das auch variieren. Wichtig ist eigentlich nur eine Sache, die Information die du in L sammelst, muss auch in Farbe da sein. Sie kann in Farbe von schlechterem SNR oder Auflösung sein, aber sie muss irgendwie da sein. Lange in L belichten und dann sehr wenig in RGB ergibt aus meiner Sicht wenig Sinn, aus dem genannten Grunde. Bei Lichtschwachen Objekten (sehr schwache Nebel, Sternströme, Galaktischer Zirrus, PN, SNR) belichte ich sogar noch mehr Farbe.
Ein häufiges Missverständnis ist auch, dass die Leute das L dann stärker stretchen als die Farben, was dazu führt dass ihre Farben ausbleichen. Wenn du Bilder siehst wo die Farben eher milchig sind und nicht strahlen, kann das eine mögliche Erklärung sein.

CS Frank
 
noch weniger als 3:1:1:1 würde ich dir nicht empfehlen, weil sonst hast du das Problem, was man in einigen LRGB Aufnahmen sieht, dass dir für die tiefere Luminanz die Farbinformationen fehlen.

Ich habe mich aktuell auf 2:1:1:1 eingeschossen.
 
Ah ok danke für die Antworten.
Ich werds dann einfach mal mit 3:1:1:1 probieren.
Dann mach ich mir selber ein Bild obs passt?

CS Niki
 
Ein häufiges Missverständnis ist auch, dass die Leute das L dann stärker stretchen als die Farben, was dazu führt dass ihre Farben ausbleichen. Wenn du Bilder siehst wo die Farben eher milchig sind und nicht strahlen, kann das eine mögliche Erklärung sein.
Ganz genau! Falls nicht bekannt, hier wird das schön erklärt
 
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