Vielseitiges Grossteleskop: 16" SCT oder 20" R-C?

MarGor

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Hallo Freunde
Nehmen wir ein, ein Berghotel in Ostkarpaten (Bortle 2-3) will seine Gaeste auch mit dem Nachthimmel zu sich ziehen...
Zur Zeit dient dort ein 14" Dobson als Teleskop.
Geplannt ist aber bau eines Turmes mit Kuppel, wobei folgende Frage kommt:

Welches Teleskop wird dort besser dienen?:
- ein 16" Meade LX200 auf Gabelmontierung
- ein 20" Ritchey-Chretien auf entsprechender Montierung.

Eingezetzt wird das Teleskop sowohl visuell als auch mit Kameras (eine DSLR fuer HDMI Live-Streaming / DeepSky-Kamera / Planetenkamera)

Was denkt Ihr?
Ueberlegungen? Vorschaegen?
 
Hallo MarGor,

kannst Du uns ein ungefähres Budget nennen? Dann kann diese sicherlich nicht einfache Frage besser erörtert werden...

Viele Grüsse, viel Erfolg!

Markus
 
Baader Planetarium ist zwar eine "Apotheke" - ABER erfahren mit professioneller Ausrüstung und Montage von Sternwarten und ein Vertriebspartner für PlaneWave, das mir als Antwort auf Deine Frage bzgl. RC als Erstes in den Sinn kam.


Gruß,
Peter
 
Gibt es den ein Konzept für eine solche Investition?
Was für ein Klientel will man damit ansprechen?
Gibt es jemanden vor Ort der mit der Technik umgehen kann?
Gibt es geleitete Sternführungen?

Es gibt ja schon solche Hotels, da könnte man sich evtl. Erfahrungswerte holen?

Schon Foto und Visuell können von der Investition diametral auseinander gehen.
Ebenso das Klientel welches man anlocken möchte.
Der unbedarfte Laie will vielleicht gar kein Pixelbild von M31 sehen, sondern selbst auf Entdeckungsreise gehen, mit einem Großfernglas und zwei Ethos oder Nagler Okulare drin?

Vom Meade SC würde ich ebenfalls absehen.
Zum einen gibt es die Firma nicht mehr, so wie Alex schon darauf hingewiesen hat.
Und zum anderen sind diese großen SCs die reinsten Thermoskannen, also nicht gerade das was man seinen Gästen zeigen will.
LG
 
Hi!

So als Anmerkung noch: Wir haben in Heilbronn seit 1995 ein C14 auf einer Alt-Montierung in einer nicht klimatisierten Klappdachhütte. Letztes Jahr haben wir zusätzlich ein kleines Evoguide-50-Röhrchen mit kleinem Kamerasensor aufgesattelt – das zeigt dann mit Bildschirmauflösung und Sharpcap o.ä. per EAA den selben Bildausschnitt wie das C14 im Übersichtsokular. Ist ein netter Vergleich, wobei wir in der Heilbronner Innenstadt den Vorteil haben, dass Dunkeladaption kein Thema ist. Da kann der Monitor nebenher laufen... Ergänzt wird das durch einen ED80/600 für Weitfeld.

Temperaturprobleme mit dem C14 hatten wir aber keine nennenswerten – schon, weil bei Führungen eh meist nur die Standardobjekte bei niedriger Vergrößerung gezeigt werden, bei 100-200x ist Tubusseeing nicht nicht so das Problem. Am Planet muss es schon länger auskühlen, ja. Aber damit muss man ja nicht anfangen, außer der Planet steht so tief am Horizont, dass die Luftunruhe so oder so ein Problem ist.

Nachdem letztes Jahr von der Alt auf eine 10Micron GM3000-Montierung gewechselt wurde, ist jetzt das Upgrade auf ein CDK20 geplant. Das ist das größte Gerät, das noch in das vorhandene Gebäude passt. ED80/600 für Weitfeld und Evoguide für EAA sollen ebenfalls montiert bleiben, dann ist die Montierung auch gut ausgelastet. Da das Teleskop einen Motorfokussierer hat, sollen alle Okulare mit Stopringen oder Pushfix-Klemmen auf die selbe Fokuslage gebracht werden. Dann muss zumindest beim Okularwechsel nicht mehr nachfokussiert werden. Ich bin gespannt, wie sich der Motorfokus dann im Öffentlichkeitsbetrieb bewährt. Auf die Spiegelheizung anstelle der Taukappe freue ich mich schon ;)

Die fest aufgestellte Montierung läuft auch für die Öffentlichkeitsarbeit top – positioniert exakt und benötigt keinen Referenzstern. Anschalten und Objekt auswählen; weite Teile des Menüs lassen sich auch sperren, damit niemand Einstellungen verändert. Das ist durchaus interessant, wenn mehrere Personen damit arbeiten. Da ist 10Micron deutlich angenehmer als die alte FS2-Steuerung oder andere Steuerungen, bei denen Referenzsterne eingestellt werden müssen. Steuerung geht über Stellarium oder den Handcontroller.

Was Bildqualität und nicht zuletzt Preis-Leistung angeht, hatten wir uns einiges in der Größenordnung angeschaut (wie gesagt, limitiert durch die Gebäudegröße), das CDK20 ist das interessanteste gewesen. So viel Auswahl gibt es ja auch nicht.

Nachteil des CDK: Statt der Schmidtplatte müssen wir dann gelegentlich direkt die beiden Spiegel putzen. Da sind geschlossene Systeme a la Schmidt-Cassegrain pflegeleichter.

Beste Grüße,
Alex
 
Hi
in einer dunklen Gegend lohnt es sich auch oder sogar gerade in der Öffentlichkeitsarbeit, große AP und Widefield zu besetzen.
Eine Sternwarte in den Alpen, in der ich schon oft war, hat genau das: Ein 60cm RC das von einem Profi außerhalb der Öffentlichkeitsarbeit für die Untersuchung von AGNs genutzt wird und dazu ein ein 150iger Fujinon, das auf 1800m in den Alpen richtig Eindruck machen kann.
Insofern der 20" RC und ein Großfernglas mit Parallelogramm.
CS
 
Hallo MarGor,

kannst Du uns ein ungefähres Budget nennen? Dann kann diese sicherlich nicht einfache Frage besser erörtert werden...

Viele Grüsse, viel Erfolg!

Markus
Der Preisbereich endet oben mehr oder weniger bei zirca 20 000€, Eben bei 16" SCT auf Gabel, ohne Stativ/Saule

oder

TS Optics Ritchey-Chretien RC 406/3250 Carbon OTA mit dazu Montierung
 
Da ich an vielen Stellen gelesen habe, dass ein R-C keine gute Wahl fuer visuelle Beobachtungen sei, kommt folgende Frage - bei sagen wir 12" Apertur, welches System liefert bessere Mond- und Planetenbilder: ein SCT (typisch bei f/10, ohne Spinne) oder ein klassisches Cassegrain (bei f/12, mit Spinne)?
 
ein SCT (typisch bei f/10, ohne Spinne) oder ein klassisches Cassegrain (bei f/12, mit Spinne)?
das mit der höheren optischen und mechanischen Qualität.
Dazu jenes welches sich besser und schneller thermisch kontrolliern bzw. anpassen lässt.
Und das welches auf einer Montierung nachgeführt wird.
Danach kommt das Zubehör wie ADC, Binokularansatz und Okulare.
Das RC will durch seine exotischen Flächen peinlich genau justiert werden.
:)
 
das mit der höheren optischen und mechanischen Qualität.
Dazu jenes welches sich besser und schneller thermisch kontrolliern bzw. anpassen lässt.
Und das welches auf einer Montierung nachgeführt wird.
Danach kommt das Zubehör wie ADC, Binokularansatz und Okulare.
Das RC will durch seine exotischen Flächen peinlich genau justiert werden.
:)
Ja, schon klar. Ich meinte - wenn beide (SCT un d Cass) gleich genaue Spiegel haben, und ale andere Randbedinungen gleich sind, welches System zeigt bessere Leistung auf dem Mond und den Planeten?
 
Nun ja, es sind diese Randbedingungen die dann in der Praxis den Unterschied machen.

Rein Hypothetisch wäre es meiner Meinung nach dann das SC wegen der fehlenden Spikes, welches an Jupiter, Mars, Venus und Merkur subjektiv das ästhetische, schönere Bild macht.

Am Mond sieht man keine und Saturn sieht man so gut wie nichts an Spikes wenn man alles richtig macht.
Da ist der Unterschied dann nicht so groß zwischen SC und Cass.

Die Vergrößerungsfähigkeit und die Detailbeobachtung hängt jedoch davon ab, ob man den hohen Strehl auch ins Auge bekommt.
Und da könnte der Cass durch ein besseres Auskühlverhalten, höherer Farbreinheit und evtl. geringere Obstruktion, theoretisch besser abschneiden?
LG
 
Moin,

Ja, schon klar. Ich meinte - wenn beide (SCT un d Cass) gleich genaue Spiegel haben, und ale andere Randbedinungen gleich sind, welches System zeigt bessere Leistung auf dem Mond und den Planeten?

bei der Teleskopwahl sind viele Parameter zu beachten, viele sind hier schon gut aufgezeigt wurden. Wenn du Einflussfaktoren ausblendest bzw. gleichsetzt, und nur Mond und Planeten als Rahmenbedingungen anführst, würde ich zu größere Optik tendieren. Ausschöpfen kannst du das Potential nur, wenn du die richtige Kamera wählst, aber hier sind wir wieder bei einem Einflussfaktor :cool::)

CS
Peter
 
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