Komet C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS) am Morgenhimmel über Fuerteventura

pem.fue

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

heute morgen bin ich früh aufgestanden, um den Kometen C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS) am Morgenhimmel über Corralejo (Fuerteventura) beobachten zu können. Um 6:15 bin ich losgefahren zu den Dünen von Corralejo um den Kometen direkt über dem Meer aufgehen zu sehen. Die schmale Mondsichel hat mir den Weg dorthin gewiesen.

Zuerst habe ich den Kometen mit dem Feldstecher gesucht und war erstaunt, ihn so dicht über dem Horizont sehen zu können:

Komet_2023_A3.png


Ich hatte ein Stativ und meine Canon 650D mit EF 70-200mm f/2.8 dabei. Aufgenommen habe ich den Kometen bei 200mm und f/2.8 mit 5sec bei ISO1600 um
2024:09:30 06:47:52 Kamerazeit (etwa UTC+1). Der Schweif des Kometen ist sehr lang und ragt über das Bildfeld hinaus.

Bin mal gespannt, wie sich der Komet weiterentwickeln wird. Leider werde ich in den nächsten Tagen nicht dazu kommen, ihn zu verfolgen.

Gruß,
Peter
 
Ich hab' mal spaßeshalber die Schweiflänge, die oben auf dem Foto zu sehen ist, grob ausgemessen.
Das sind 5°. (Die Sterne oberhalb des Kometenkopfes haben ca. +6m bis +7m5.)

Horizonthöhe des Kometen zum Aufnahmezeitpunkt ca. 3,2°.
 
Es hieß ja, der Komet sei am Taghimmel zu beobachten. Was wohl eher nicht der Fall sein wird. Alleine schon wegen der Nähe zur Sonne. Abhilfe liefert die Software:

Komet_2023_A3_7.png


Ich habe den Himmel etwas heller ins Blaue gezogen. Ich habe heute einige Bilder im Internet gesehen, die genauso aussehen. So täuscht man dann die Leute.
 
> Ich habe heute einige Bilder im Internet gesehen, die genauso aussehen. So täuscht man dann die Leute.

Deshalb sollte man mit Superlativen in dem Bereich m.E. immer vorsichtig sein. Ich denke nur an Komet ISON Ende 2013, der mit großem Brimborium angekündigt wurde, dann ein Perihel hatte, das auch mit SOHO beobachtet werden konnte, um dann schlußendlich auseinander zu brechen und sich innerhalb weniger Tage in Wohlgefallen aufzulösen.
Aufgehübschte Fotos sehen je immer ganz toll aus, aber wenn man sich im Endeffekt die Sache visuell anschaut, sieht sie ganz anders aus. Wir werden sehen, was in ca. zwei Wochen von der ganzen Chose übrig bleibt (wenn das Wetter mitspielt).
 
Ich erinnere mich noch an die Bild-Schlagzeile mit großen Buchstaben auf Seite 1 "Riesiger Komet rast auf die Erde zu". Es war Kohoutek. Er sollte der große Weihnachtskomet 1973 werden. Ich konnte ihn damals nicht erblicken.
 
Es steht doch schon wieder in sämtlichen Schlagzeilen: "Komet des Jahres...", "Neuer Abendstern am Himmel...", etc.

Ich habe natürlich mit der Software schon geschaut, was möglich ist. Demnach kann man den Kometen bei akzeptabler Höhe über dem Horizont ab Mitte Oktober mit etwa +5mag sehen - somit nichts mit "Abendstern".;)

Ich lass' mich aber gern überraschen.
 
Wenn der Komet spüren würde, dass wir ihm nix zutrauen, wird er sich auch nicht entwickeln … ;) Mich würde mal interessieren, was für eine Welle Hale-Bobb heute machen würde, wenn er sich heute genauso wie damals 1997 nähern würde ! Das Ding konnte man tatsächlich während der Autofahrt am Himmel sehen. Dem Anblick konnte man sich garnicht entziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn der Komet spüren würde, dass wir ihm nix zutrauen, wird er sich auch nicht entwickeln … ;) Mich würde mal interessieren, was für eine Welle Hale-Bobb heute machen würde, wenn er sich heute genauso wie damals 1997 nähern würde ! Das Ding konnte man tatsächlich während der Autofahrt am Himmel sehen. Dem Anblick konnte man sich garnicht entziehen.
Das stimmt, der war nicht schlecht.

Ich persönlich fand Hyakutake ein Jahr vorher noch besser. Ich werde nie den Anblick vergessen, als ich Ende März 1996 nachts gegen 2 Uhr rausgegangen bin und diesen Kometen mit einer Helligkeit von ca. 0mag bombastisch neben Polaris stehen sah, mit einer Schweiflänge, die seines Gleichen suchte.
 
Hallo,

vergesst 17P/ Holmes nicht.
Dafür brauchte man kein Teleskop.
Und zum Aufsuchen brauchte man kein Heavens Above.
Ich habe noch eine schöne Aufnahme vom 1.11.2007

Gruß Anton.
 
Ich persönlich fand Hyakutake ein Jahr vorher noch besser. Ich werde nie den Anblick vergessen, als ich Ende März 1996 nachts gegen 2 Uhr rausgegangen bin und diesen Kometen mit einer Helligkeit von ca. 0mag bombastisch neben Polaris stehen sah, mit einer Schweiflänge, die seines Gleichen suchte.

Hallo in die Runde,

die Aussage von Patric kann ich voll unterschreiben. Hyakutake hat mir damals den Astro-Virus ans Backe gehext.
Ich hatte von Tuten und Blasen keine Ahnung, habe mir trotzdem einen empfindlichen Dia-Film gekauft, ich meine es war ein 1600ASA Kodak. Den habe ich in meine Minolta SLR gespannt, das Tokina Zoom drauf, das ganze aufs Stativ mit Selbstauslöser und bin damit in die Voreifel (Raffelsbrand) gefahren. Dort habe ich eine Belichtungsreihe von lang bis kurz aufgenommen und es waren ein paar sehr schöne Aufnahmen drunter. Hier dazu ein Screenshoot von meiner Homepage:

Hyakutake.jpg


Sowas vergisst man nicht. Und dann nahm "das Drama" seinen Lauf, ich meine natürlich "das schönste Hobby von allen" ;-)

Viele Grüße, CS und Daumen drücken,
Reinhard
 
> diesen Kometen mit einer Helligkeit von ca. 0mag bombastisch neben Polaris stehen sah, mit einer Schweiflänge, die seines Gleichen suchte.

Hyakutake war ja nun auch ein Komet, welcher der Erde nahe gekommen ist, wie kaum einer zuvor. Die Schweiflänge betrug damals bis zu 100° - ich erinnere mich noch im Garten gestanden und den Kometen mitten im hochstehenden Großen Wagen gesehen zu haben. Der Schweif ging quer durch das ganze Sternbild, alles freisichtig!
17P/Holmes war natürlich auch der Hammer. Hunderte Mio. km entfernt, aber ein Durchmesser wie der Vollmond - freisichtig im Perseus! :oops:
Der Komet war vom Durchmesser her gesehen kurzzeitig das größte Objekt im Sonnensystem inklusive der Sonne selbst.
 
Ich weiß, es geht hier eigentlich nicht um vergangene Glanzkometen, aber hier trotzdem einmal eine Aufnahme von Hyakutake aus dem Jahr 1996.

Das Foto entstand mit einem 135mm PENTACON Objektiv am Zeiss Telementor handnachgeführt. Technisch gesehen gibt es wahrscheinlich auch bessere Aufnahmen. ;)

Hyakutake_1996.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen ! Hyakutake war wirklich alleine schon deshalb so faszinierend, weil er so hoch im Zenit dominierte. War auch für mich der erste Komet, den ich mit 24 gesehen habe. Die 90er hatten kometenmässig einiges zu bieten. Wo verstecken sie die hellen und spektakulären Bengel denn jetzt alle ? Schade … Vielleicht sollten wir „Atlas“ mal ne winzige Chance einräumen. ;)
 
Hallo Leut
Bei mir in Niederbayern ist das Wetter wieder mal unterste Schublade.
Wenn jemand bessere Bedingungen hat und Ausrüstung hat würde ich dringend empfehlen, VOR der beginnenden Morgendämmerung zu fotografieren, da dann zwar der Kometenkopf nicht sichtbar ist aber der Schweif lang genug sein könnte um deutlich über den Horizont zu ragen. Kurze Brennweiten von Weitwinkel bis leichtem Tele wären sinnvoll.

CS Felix
 
Noch etwas...
Wer zufällig in der Nähe des nördlichen Polarkreises wohnt, hat in der nächsten Woche die besten Bedingungen um den Schweifrest über dem Horizont zu sehen/fotografieren...natürlch wenn das Wetter mitspielt

Felix
 
Hallo Leut
Bei mir in Niederbayern ist das Wetter wieder mal unterste Schublade.
Wenn jemand bessere Bedingungen hat und Ausrüstung hat würde ich dringend empfehlen, VOR der beginnenden Morgendämmerung zu fotografieren, da dann zwar der Kometenkopf nicht sichtbar ist aber der Schweif lang genug sein könnte um deutlich über den Horizont zu ragen. Kurze Brennweiten von Weitwinkel bis leichtem Tele wären sinnvoll.

CS Felix
Noch etwas...
Wer zufällig in der Nähe des nördlichen Polarkreises wohnt, hat in der nächsten Woche die besten Bedingungen um den Schweifrest über dem Horizont zu sehen/fotografieren...natürlch wenn das Wetter mitspielt

Felix

Hallo Felix!

Die Idee is interessant aber je weiter nördlich der Beobachtungsort liegt desto "flacher" steht auch der Schweif zum Horizont, während der aktuellen Morgensichtbarkeit. Abgesehen davon, dass perfekte Horizontsicht vorausgesetzt ist. Ab 11./12. Oktober sieht das anders aus, dann steht der Schweif relativ steil zum Horizont, der Komet geht aber auch nach der Sonne unter.

Gruß,
Andreas
 
Wie gesagt ..Kopf und Schweif wird man nicht gleichzeitig sehen können. Auch am Morgenhimmel gibt es einen Tag wo der Schweif fast senkrecht steht, nämlich am
9. Oktober.
Da ist der Kopf dann viel zu nah an der Sonne, der Schweif aber fast senkrecht und auch perspektivisch richtung Erde gerichtet.
Die Phase wo der Komet vom Morgen- auf dem Abendhimmel wechselt sollte von hohen nördlichen Breiten der Schweif besser weil steiler zu sehen sein - wie gesagt ohne Chance den Kopf selber sehen zu können. Ich hab ein ähnliches Ereignis im Januar 2007 bei Komet Mc Naugt erlebt wo der Komet schon auf der Südhalbkugel stand aber die hintersten Schweifteile von Bayern aus zu sehen waren.
Man unterschätzt vielleicht die Helligkeitsunterschiede des Himmels wärend der Dämmerung. Die Infos hab ich auf The Sky live nachvollzogen.
Felix
 
Hallo Peter,

besten Dank für den Link.

Eine Helligkeit von ca. 0mag am 13.10.24...das hört sich aber mal nicht schlecht an, zumal dann schon gut machbare Sichtbedingungen für den Kometen herrschen.
 
Guten Morgen Winnie.

Danke für den Link.

Ein Punkt der uns die Abend-Sichtbarkeit verschlechtern kann, ist der Mond, der laut SkySafari in der Zeit vom 12.bis 20. Oktober in der Nähe unterwegs ist und nahezu voll sein wird.

VG Hermann
 
Wenn man sowieso in der Dämmerung suchen muss, stört der Mond nicht so stark. Außerdem ist der Vollmond ja auch an der gegenüberliegenden Seite des Himmels.
 
Außerdem steht zu der Zeit, wo der Komet noch (hoffentlich) ordentlich Helligkeit haben wird, der Mond recht tief in der Ekliptik.
Ich habe mir meine örtliche Situation mit der Blickrichtung eben gerade bei Sonnenuntergang (amwolkenlosen Himmel) angeguckt. Wenn alles hinhaut, habe ich aus meiner DG-Wohnung optimale Sicht. Mehr Bedenken als mit dem Mond hätte ich eher beim Wetter. Shit happens - man kennt das.
 
Hallo zusammen,

am 15. Oktober gibt es ein Stelldichein von drei Kometen am Abendhimmel:
- C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS)
- 13/P Olbers
- C/2023 R2 (Panstarrs)
und auch noch nahe dem Kugelsternhaufen M5.

3Kometen_15_10.2024.jpg


Gruß,
Peter
 
Man sollte sich vielleicht doch nicht so blind auf ein Astro-Programm verlassen...

Komet C/2023 R2 wird momentan eine Helligkeit von nur +13m4 mit fallender Tendenz zugesagt. Die letzte Beobachtung dieses Kometen datiert vom 01. Mai diesen Jahres, Helligkeit damals +16m0. Kaum wahrscheinlich, diesen Kometen in der hellen Abenddämmerung auch nur ansatzweise zu erwischen...
Auch Komet Olbers ist mit seinen letztens (03.10.) beobachteten +9m3 (ebenfalls abnehmend) auch eher ein schwieriges Objekt in der hellen Dämmerung (Elongation 28,5° am 15.10.).
 
Zurück
Oben