Spectroheliograph von mlastro für Sonnenfotografie

Mastagrasel

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Hallo Leute vielleicht hat jemand hier mit solch einem Gerät schon gearbeitet bzw. Sonnenfotografie betrieben.

Wenn ja, oder jemanden kennt der so arbeitet die Sonne in Halpha zu fotografieren, ersuche ich um PN, oder Verlinkung eines Beitrages.....
Danke LG Alexander
 
Hallo Alexander,

den MLA selbst kenne ich nicht, aber das sehr ähnliche Sol‘ex welches sehr ähnlich arbeitet und auch eine ähnliche spektrale Auflösung hat. Schreib mir mal eine PN, dann könne wir uns gerne austauschen. Das Thema finde ich extrem faszinierend vor allem weil man nicht auf H-Alpha festgelegt ist sondern auch andere Linien und Effekte. Beispiele dazu findest hier.

Hier eine Aufnahme mit dem neuen 7my Spalt bei 550mm und 72mm Öffnung:

20241129-Sonne-Ha.jpeg

Viele Grüße
Michael
 
Wie vergleicht sich eigentlich die Performance dieser SHG Technik mit der von Etalons?

Die spektrale Auflösung wird natürlich durch die Spaltbreite bestimmt. Andererseits kommt immer weniger Licht durch, je enger der Spalt ist. Gibt es dazu quantitative und praktische Gegenüberstellungen?

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

die spektrale Auflösung ist deutlich höher als die von (bezahlbaren) Etalons. Mit meiner aktuellen Konfiguration liege ich mit dem 7my Spalt rechnerisch bei 0.05A/Pixel. Ob sich diese Auflösung auch praktisch voll umsetzen lässt steht natürlicht auf einen anderen Blatt. Aber die Auflösung ist hoch genug um per Doppler die Drehung der Sonne zu zeigen und durch den Zeemann Effekt ein Magnetogramm der Sonne zu erstellen.

Vielen Grüße
Michael
 
Hallo Michael, das ist ja interessant! Wenn man mit dieser alten SHG-Technik sogar bessere spektrale Auflösung als mit bezahlbaren Etalons erreicht, dann wundert man sich allerdings, warum das bei Amateuren bislang so wenig zum Einsatz kommt.

Dein H-alpha Bild von der Sonne mit so einer kleinen Optik ist doch schon sehr überzeugend!

Da das volle Sonnenbild sich aus einem Scan der Spaltposition über die Sonnenscheibe ergibt, muss man den Bildaufbau ja irgendwie orchestieren. Kannst du uns noch verraten, wie das in der Praxis abläuft?

Gruß, Peter
 
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Reaktion: M13
Wie vergleicht sich eigentlich die Performance dieser SHG Technik mit der von Etalons?
In dem Link von MLAstro findet sich zu dieser Frage eine Seite, wo die wesentlichen Vor- und Nachteile von SHG und Etalons genannt werden:

Pros and Cons of SHG vs. Etalons (auf der Seite etwas runterscrollen)

Pro SHG

> Höhere spektrale Auflösung und besserer Bildkontrast
> erlaubt sogar Doppler Shift Daten
> kein 'sweet spot' im Feld wie bei typischen Etalons
> funktioniert über das ganze Spektrum, nicht nur bei H-alpha
> konsistente Performance (keine Qualitätslotterie wie bei Etalons)
> erschwinglich !!! (vor allem gemessen an der spektralen Auflösung)

Kontra SHG

> Kein unmittelbar verfügbares visuelles Bild im Okular
> Aufwendiger Bildaufbau per Computer
> erfordert Scannen mit erhöhter Nachführgeschwindigkeit
> 'jagged edge' Effekt am Sonnenrand als Artefakt vom Scannen
> Begrenzte Ortsauflösung und Brennweite (f < 1 m)

Gruß, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Kannst du uns noch verraten, wie das in der Praxis abläuft?
Die Vor- und Nachteile hast Du gut auf den Punkt gebracht. In der Praxis wird der Spalt so auf der Sonnenscheibe zentriert wird. Rechts und links des hellen Streifens des Sonnenspektrums sollte etwas Platz bis zur Sensorkante bleiben damit der Sonnenrand nicht angeschnitten wird und die Protuberanzen mit aufs Bild kommen. Die ROI ist dann so breit wie der Sensor und ca.100-120 Pixel hoch. Dann fahre ich mit einer Achse der Montierung (am besten REC) über den Rand der Sonne hinaus. Dann starte ich in Sharpcap die Aufnahme und fahre mit 8x Geschwindigkeit über die Sonnenscheibe. Wenn der Spalt die Sonnenscheibe verlassen hat, stoppe ich die Aufnahme, fahre zurück und wiederhole den Vorgang. Das mache ich so zehn Mal. Die aus den Scanns resultierenden Bilder (zum Glück gibt’s es eine Batch Verarbeitung) stacke ich dann mit Autostakkert.

Man kann das mit Sharpcap auch scripten aber das habe ich bisher nicht nicht hinbekommen :sneaky: Die richtige Belichtungszeit kann man für die verschiedenen Geschwindigkeiten z.B. mit einer Funktion des Programms jsolex berechnen. Man kann es aber auch durch ausprobieren austüfteln.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Michael noch mal, vielen Dank für die Erklärung des Verfahrens in der praktischen Umsetzung.

Muss halt jeder wissen, was ihm wichtiger ist: 'instant satisfaction' oder ein besserer Bildkontrast,
was dann aber einen gewissen Aufwand erfordert. Mit deiner Beschreibung kann ich mir den Vorgang
jetzt recht gut vorstellen!

Jedenfalls scheint das der Weg zu besserem Bildkontrast zu sein. Die Alternative, für vergleichsweise
marginalen Gewinn mit 'double stacking' Unsummen in teure Etalons zu versenken, ist ja nicht
gerade attraktiv.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

wie Du schon sagtest, jeder muss wissen wo seine Prioritäten liegen. Was mich besonders angefixt hat ist, dass man Helium, Kalzium und auch alle anderen Linien mit der nahezu gleichen Auflösung untersuchen kann ohne jedesmal ein neues Quark dafür kaufen zu müssen ;)

Obendrein kann man das Sol‘ex ja auch noch zum Star’Ex aufrüsten. Damit wird es dann aber schon recht wissenschaftlich.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo,
> erfordert Scannen mit erhöhter Nachführgeschwindigkeit
fahre mit 8x Geschwindigkeit über die Sonnenscheibe
schade. Ich habe 2 Alt AZ Montierungen, aber keine EQ Montierung. Die Begründung, daß es mit einer Alt AZ Montierung wegen der Bildfelddrehung nicht optimal ist, verstehe ich ja. Aber warum reicht einfache Nachführgeschwindigkeit nicht aus ?

Gruß Uwe
 
Aber warum reicht einfache Nachführgeschwindigkeit nicht aus ?
Bei normaler Nachführgeschwindigkeit deckt der Spalt vom Spektrographen halt nur einen fixierten Streifen vom Sonnenbild ab. Bei abweichender Geschwindigkeit wandert die Sonne allmählich durch das Bildfeld. So kann man das gesamte Sonnenbild aus solchen aufeinander folgenden Streifen oder 'Scans' zusammensetzen.

Gruß, Peter
 
Hallo Uwe,

im Prinzip geht es auch ohne Nachführung mit stehendem Teleskop auf einem Foto Stativ, im Sunscan Modus. Die Scan Bewegung wird von der Sonne selbst geliefert. Es dauert halt 2 Minuten bis die Sonne über den stehenden Spalt gewandert ist. Solange man nicht stackt, reicht das. Die Aufnahmen für das Stacken brauchen dann aber zumindest eine halbe Stunde.

CS, Arnold
 
Hallo Uwe,

Arnold hat es sehr gut beschrieben, es geht auch ganz ohne Nachführung. Dazu haben sie den Sunscan entworfen der komplett autark (plus Smartphone) arbeitet.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo,

danke für eure Antworten. Einiges ist mir trotzdem nicht ganz klar. Solex und Sunscan funktionieren ohne Nachführung , SHG schreibt, funktionier zwar, ist aber nicht perfekt.
"In contrast, an alt-azimuth (Alt-Az) mount introduces field rotation as it slews, which complicates image reconstruction."
Die Bildfeldrotation habe ich verstanden. Wo ich auf dem Schlauch stehe ist, wenn ich mit erhöhter Nachführgeschwindigkeit scanne, habe ich dann nicht eine Überkomensation der Bildfeldrotation ?

Was machen Solex und Sunscan anders, wenn sie diesen Effekt nicht erwähnen ?

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,

Da die Achse der EQ Montierung normal auf die Bewegung der Sonne steht, kommt es zu keiner Bilddrehung, unabhängig von der Nachführgeschwindigkeit.

Für das Einzelbild funktioniert der Scan, solange der Spalt etwa normal auf die Bewegungsrichtung steht. Die Abweichungen werden durch die Software korrigiert, das Sonnenbild ist am Ende wieder rund. Wichtig ist nur eine konstante Geschwindigkeit (sowohl Montierung als auch Kamera Abtastrate!) und das Fehlen von Vibrationen. Bei einer azimutalen Montierung steht jedoch der Spalt bei jedem Scan etwas anders schräg zur Bewegungsrichtung, daher sind die Einzelbilder gegeneinander leicht verdreht. Das kann beim Stacken Probleme machen, sollte aber händelbar sein.

Je nach Montierung scannen Kollegen entweder in RA Richtung oder in DEC Richtung, nur in eine Richtung oder auch bei der Rückfahrt. Bei schnelleren Vorgängen auf der Sonne wird die Zeit für einen Scan schon ein Thema, da werden dann im Stacking schnell mal Veränderungen weggemittelt.

Die Scan Geschwindigkeit verändert nicht die Abtastung, der Spalt steht ja normal auf die Bewegungsrichtung. Abhängig von Scan Geschwindigkeit und Kamera Abtastrate werden die Bilder gezerrt oder gestaucht. Das wird dann in der Software korrigiert, führt aber zu unnötig hohen Datenmengen oder zu geringerer Auflösung. Optimal ist ein Verhältnis 1:1 zwischen Scanrichtung und Auflösung in Spaltrichtung.

CS
Arnold
 
Hallo Uwe,

alles klar, verstehe ich gut. Bin auch manchmal am überlegen, ob ich für einen schnellen Blick noch zusätzlich ein kleines Halfa Teleskop herlege. Schnell mal durch eine Wolkenlücke schauen wäre auch mal schön :D, das geht mit dem SolEx halt gar nicht :cry:.

CS
Arnold
 
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Reaktion: M13
Hallo Sonnengemeinde,
ein wunderbares Thema! Da ich selber seit über 40zig Jahre die Sonne mit allen möglichen Systemen beobachtet habe und zur Zeit mit dem Heliostar oder PST Umbau arbeite ( mein SolarSpectrum 0,3 Ä wurde leider Blind ) kann ich nur eines sagen:" Desto mehr Technik im Raum stand und steht, wurde das eigentliche Beobachten immer weniger, man/ich war und bin mehr mit der Bildbearbeitung beschäftigt als mit dem Beobachten! Ich denke oft sehr gerne an die Zeit zurück, als ich mit Zeichenblock bewaffnet , mit meiner Russentonne in Weißlicht oder am PST in HA , meine Zeichnungen vom Gesehenen machte. Was für eine Ruhe und Wahrnehmung visuell all der schönen Details.......vor ein paar Tagen konnte ich nach langer Pause bei sehr miesen Wetter wieder mal kurz mit meinem Heliostar nur rein visuell beobachten. Das hat auch richtig Spaß gemacht......
Was ich damit sagen will, schaut öfters einfach mal so auf unseren Stern, ohne die ganze Technik;)
Beste Grüße
Karl-Heinz
www.astrokunstvanheek.de
 
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