Okulare für höhere Vergrößerungen

berndko

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

für mein neues APM 82-90 SD-Bino suche ich das o.g. Okularpärchen.
Vorhanden sind APM UFF 18mm und UFF 10mm Okulare auf der APM Einarm-Montierung - für Mobil auf einem Berlebach Report und seit Neuestem für Stationär auf einem bombenfesten gebrauchten Linhof Stativ. Da mir der Händler Vergrößerungen bis 150fach bescheinigt hat, sollten m.M.n. Vergrößerungen um die 100fach zumindest auf dem Linhof ohne großes Gewackel möglich sein.
Gerne würde ich mein Pentax XS 5,2mm um ein gebrauchtes Pendant ergänzen, finde jedoch leider keines.
Und da ich nicht bereit bin, viel für ein Spitzenokularpärchen auszugeben, habe ich nach günstigeren Okus Ausschau gehalten (siehe Fotos).
Das 4,7mm Explore Scientific liegt eigentlich schon über meiner Schmerzgrenze.

Welche Okulare, auch solche die hier nicht abgebildet sind, kann man also unter den geschilderten Voraussetzungen empfehlen?
Über Tipps und Erfahrungen, die mir behilflich sein könnten, würde ich ich mich freuen.

4.7mm_82grad.jpg5.5mm_60 Grad flatfield.jpg5.5mm_62 Grad.jpg5mm_ 60 Grad.jpg

01.jpg02.jpg

CS und frohe Weihnachten wünscht Bernhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei f5,7 bescheinigt der Händler AP von 0,55mm ? Ok, es ist ein SD, finde ich dennoch recht ambitioniert. Bei den schnellen Dingern würde ich mir okularseitig auch mal Gedanken um die Randschärfe machen, da müssen Okulare schon was leisten (und man sich sowas leisten). Ich bin ja eher der Niedrigvergrößerer, und sehe diese Geräte eher als große Ferngläser als hochvergrößernde Doppelrefraktoren an; mach ich schon seit Miyauchi-Zeiten so (musste man ja damals wg. den proprietären Okularen), und auch als die APM erwerbbar waren, wollte ich mein 100er ED nicht über 100x austesten. Bis 115x war es zertifiziert (also kein Tuning), genutzt habe ich es meist nur bis zur Hälfte der Vergrößerungsmöglichkeit (hab halt einen Feldfetisch).

Die gezeigten Unterbaue sehen ja sehr gut aus, aber gut nachführen wird man da auch nicht nur können, sondern müssen. Da wär' ich über jedes Prozent mehr Randschärfe froh, um ggf. etwas länger auf einem Objekt verweilen zu können. Die Sache mit dem AP-Abstand wird ja sicherlich bedacht worden sein, dennoch kann natürlich jedes Okular am eigenen Auge anders wirken - weniger vom Seheindruck her, sondern vom Sehkomfort. Gerade beim Bino bin ich auch bei scheinbaren Feldern eher konservativ, und mag besonders um die 68° (24mm PanO), sehe daher (für mich) die 84° des 12,5mm APM als Grenze für den entspannten Ein- und Überblick.

csm
 
Hi
ich habe den großen Bruder, ein 100er APM. Ich habe mehrere Sets der ES 82 Grad Okulare, u.a. die 4,7mm.
Damit komme ich gut klar. Öfter verwende ich aber die 6,7mm.
Was die Übersichten angeht, so habe ich die 25mm ED Okulare mit 60 Grad, die Du hier auch abgebildet hast, gewählt.
Bild und Einblick gefallen mir, das Gesichtsfeld ist sogar etwas größer als das des LVW 22, das ich im Vergleich hatte.
CS
 
Hallo Bernhard,
hattest du schonmal die Möglichkeit gehabt 100x an deinem Fernglas zu testen?
Ich habe lediglich die SA Version dieser Größe und bei einem TT mal die 5mm Nagler eines Bekannten eingestöpselt.
Das war mir zu anstrengend…und bin bei 10,5mm als kürzeste Brennweite gelandet.
Daher, ehe du investierst, empfehle ich dir erstmal auszuprobieren, ob dir das auch vom Handling passt.

Grüße Rainer
 
Moin Manne und Antares,
eure Erfahrungen deuten in Richtung Weitwinkel. Da kommt natürlich das ES 4,7mm 82° in den Blick. Es ist zwar kein "Schnäppchen". Es bietet aber die relativ preisgünstigen 82°. Ich frage mich nur, wie es hier um die Randschärfe bestellt ist, wenn man den Randbereich bei Mond- und Planetenbeobachtungen nutzen will.

@Rainer,
dein Einwand ist sicher berechtigt, und ich habe tatsächlich noch nicht mit einem Fernglas bei 100fach beobachtet.
Auf den Gedanken, in diesen Bereich zu gehen, bin ich auch erst gekommen, nachdem ich mit dem 10mm Oku bei 47fach sehr gute Erfahrung gemacht habe. Zumal ich ja mit dem oben erwähnten Linhofstativ einen stabilen Unterbau hätte.
Trotzdem danke für deinen Hinweis, denn dadurch fällt mir jetzt ein, dass ich die hohe Vergrößerung ja mit meinem schon erwähnten Pentax 5,2mm zumindest an einem Rohr testen kann (wenn der Himmel endlich mal wieder klar werden sollte).

CS Bernhard
 
Hallo Bernhard,

mit einem APM SD APO 82/90 hast Du schon ein schönes Astro Fernglas mittlerer Größe, dass es verdient zumindest gute Okulare zu verwenden.

Antares empfiehlt die Explore Scientific 4,7 mm mit 82 Grad für Deinen Wunsch und das tue ich auch.
Aber nur wenn Du kein Brillenträger bist, sonst könnte es mit dem Augenabstand knapp werden (ausprobieren).
Dann kämen z B als nächstes die Morpheus 4,5 mm in Betracht, jetzt im Angebot.
Wenn man schon einen Mercedes kauft, sollte man auch gescheite Reifen montieren lassen, sonst bringt er seine Performance nicht.

Im übrigen, die Hochvergrößerungsmöglichkeit im Fernglas wie auch anderen optischen Instrumenten hängt von den Zielobjekten ab, der optischen Qualität in diesem Fall Deinem Fernglas, der verwendeten Okularqualität, dem Seeing, dem Beobachtungsstandort und der Qualität Deiner Augen und Nervenbahnen sowie Verarbeitung des Gesehenen im Gehirn ab. Das kann bei jedem im Detail anders sein, daher kann jeder letztlich zu anderen Ergebnissen kommen.

Wer noch andere Gerätschaften hat zur Hochvergrößerung der kann auch mit anderen Optiken hoch vergrößern.

Wenn man aber spaß daran hat, gerade mit dem Fernglas so hoch zu vergrößern, dann sollte man das auch tun.
Der erlangte Spaß für Dich selbst steht da an vorderster Stelle ! und nicht ob Mister X oder Mister Y mit Deinem Setup keinen Spaß hätten.

Fröhliche Weihnachten
Michael

edit NS: und achte darauf ein Paar Okulare aus der gleichen Charge zu bekommen, am besten beim Fernglashändler direkt kaufen denn der
weiß um diese Wichtigkeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Michael,

Wenn man schon einen Mercedes kauft, sollte man auch gescheite Reifen montieren lassen, ...
:):):):y:

Wenn man aber spaß daran hat, gerade mit dem Fernglas so hoch zu vergrößern, dann sollte man das auch tun.
Ich bin verblüfft darüber, was mit dem 82er SD so geht. Habe gerade im Garten den Fernglastest an dünnen Zweigen vor grauem Himmelshintergrund bei 90fach gemacht: keine Farbenspiele, guter Kontrast, halt etwas dunkler (AP 0,9) als bei 47fach. Auch das Zittern beim Fokussieren hält sich in Grenzen - eigentlich problemlos. Der Schärfepunkt rastet förmlich ein - wirklich klasse!

Das Fernglas macht wirklich Spaß. Der Komfort mit dem 90 Grad-Einblick und die Bildästhetik sind hervorragend. Bei offenen Sternhaufen zum Beispiel habe ich den Eindruck von Dreidimensionalität. Die Sterne scheinen nicht nur nebeneinander, sondern auch versetzt hintereinander zu stehen.
Mit der Anschaffung bin ich also sehr zufrieden, zumal ich bislang nur mit Spieglteleskopen zu tun hatte (10" Lomo-Dobson und ein 16x70 Fujinon).
 
Hallo nochmal,
ich meinte in meinem Beitrag nicht die Vergrösserung an sich, sondern das Nachführen. Das wird halt mit höherer Vergrößerung anspruchsvoller.

Grüße Rainer
 
Moin Manne und Antares,
eure Erfahrungen deuten in Richtung Weitwinkel. Da kommt natürlich das ES 4,7mm 82° in den Blick. Es ist zwar kein "Schnäppchen". Es bietet aber die relativ preisgünstigen 82°. Ich frage mich nur, wie es hier um die Randschärfe bestellt ist, wenn man den Randbereich bei Mond- und Planetenbeobachtungen nutzen will.
Hi Bernhard,
bei f/5,7 - das 100er hat f/5,5 - ist Randunschärfe kein wirkliches Thema für diese Okulare.
Sonst hätte ich sicher andere gewählt. Die deutlich teuren Morpheus sind nicht besser und haben für mich zumindest den deutlich schwierigeren Einblick, insbesondere am Bino. Die waren nach Test absolut keine Option.
Wenn die Preise nicht wären, hätte ich das 6er Ethos gedoppelt. Dieser Anblick war mega.
Wenn es mit Augenabstand und Nasenbreite klappt, sind die XWA z.B. in 7 und 5 mm vllt eine Idee.
CS
 
Moin Antares,
...ist Randunschärfe kein wirkliches Thema für diese Okulare.
...hört sich gut an. Die ES 4,7mm haben mit 152€/Stk. dann wohl das beste Preis/Leistungsverhältnis. XWA sind mir deutlich zu teuer.
Übrigens werden von ES zusätzlich ganz ähnliche Okulare angeboten: 4,5mm 82°

ES 4,5mm_82 Grad.jpg
Ob die besser als die 4,7er sind?

Auf jeden Fall erstmal danke für die Auskünfte.

CS Bernhard
 
Wenn um 'Datenvergleich' der 4,5 vs.4,7ES geht, sehe ich dass das 4,5 etwa ein Drittel schwerer ist (was auf zusätzliche Linsen schließen lässt), und das es als 'Flatfield-Design' beworben wird. Das wären für mich (auch mit f5,5) Kriterien, welche Aufhorchen lassen. Wenn Antares meint, dass das völlig unerhgeblich sei, ist das vmtl. auch nicht ganz unbegründet, evtl. aber auch Sehgewohnheiten geschuldet. Ich bin da eher pedantisch, andere 'sehen' das pragmatischer - selbst bei den unkritischeren Tagbeobachtungen (Orni seit 2000) freue ich mit über die letzten 10%.
Entscheidend ist eh das persönlich empfundene Einblickverhalten, wie es z.B. Antares ja auch mit den Morpheus beschreibt; viele andere Nutzer kommen mit den Baader gut zurecht, aber gerade am Bino muss ja daneben auch noch die Nase dazwischen passen, also die Physiognomieaspekte wie z.B. leicht tiefer liegende Augenhöhlen spielen da auch noch mit rein. Das kann durchaus wichtiger sein, als irgendwelche 5% mehr Transmission oder Chromasieperfektheit. Anmerken möchte ich noch, dass meine 24er PanO mit 16mm (ES nennt 15,7mm) schon einen für mich recht knappen AP-Abstand aufweisen, und mit Brille schon gar nicht nutzbar wären. Ich beobachte mit Kontaktlinsen, und da geht es am APM-Bino gerade so ganz gut.

csm
 
Moin Antares,

...hört sich gut an. Die ES 4,7mm haben mit 152€/Stk. dann wohl das beste Preis/Leistungsverhältnis. XWA sind mir deutlich zu teuer.
Übrigens werden von ES zusätzlich ganz ähnliche Okulare angeboten: 4,5mm 82°

Den Anhang 451960 betrachten
Ob die besser als die 4,7er sind?

Auf jeden Fall erstmal danke für die Auskünfte.

CS Bernhard
Hi Bernhard,

nein , die 4,5 mm sind nicht vergleichbar. Sollen LER sein, wenn ich mich recht erinnere. Waren sie es live aber nicht. Man findest dazu auch Tests von anderen. Preis-Leistungs-Sieger sind sie nicht. Ohne Preislimit bieten die XWA in allen Belangen mehr Leistung und es gibt sie auch nicht nur für 300 EUR.

Manne - zunächst einmal: Randabbildung hat nichts mit persönlichem Einblickverhalten zu tun.
Dafür sind biologisch die Augenlage, Abstand der Pupillen und Tiefe in der Höhle , Nasendicke z.B. an der Wurzel maßgeblich. Dazu kommt der konstruierte Augenabstand im Okular und individuelle Aspekte oder Gewohnheiten. Ich habe gerne Kontakt zum Okular bzw. der Augenmuschel.

Die Randabbildung hängt vom Öffnungsverhältnis gepaart mit dem Okulardesign und dessen Qualitäten ab. Hier ist dann zu unterscheiden, ob es einfaches Koma ist, Astigmatismus oder Bildfeldwölbung etc.. ggf. kommen mehrere Aspekte zusammen und überlagern sich.

Wenn um 'Datenvergleich' der 4,5 vs.4,7ES geht, sehe ich dass das 4,5 etwa ein Drittel schwerer ist (was auf zusätzliche Linsen schließen lässt), und das es als 'Flatfield-Design' beworben wird. Das wären für mich (auch mit f5,5) Kriterien, welche Aufhorchen lassen. Wenn Antares meint, dass das völlig unerhgeblich sei, ist das vmtl. auch nicht ganz unbegründet, evtl. aber auch Sehgewohnheiten geschuldet. Ich bin da eher pedantisch, andere 'sehen' das pragmatischer - selbst bei den unkritischeren Tagbeobachtungen (Orni seit 2000) freue ich mit über die letzten 10%.
Ich meine das nicht, sondern das ist Erfahrung von zahllosen Okular- und Gerätetests gepaart mit Optik: knapp f/6 ist vom Strahlengang her für die gängigen Okulartypen mit moderatem Gesichtsfeld problemlos. Der Vergleich mit FG und Orni hinkt. Einmal ob der Brennweite der Ferngläser und weil die Gläser kaum 82 geschweige 100, 110 bzw. sogar 120 Grad scheinbares Feld haben.
Da Du meine Sehgewohnheiten nicht kennen kannst, würde ich es begrüßen, wenn Du darüber nicht öffentlich spekulieren würdest.
CS
 
Hallo Coltrane,

von den 60° - Okularen habe ich mich inzwischen verabschiedet, da dass manuelle Nachführen bei 100fach wohl größere Gesichtsfelder verlangt. Mit den moderat höheren Kosten bei den ES 82° Okularen habe ich mich nun innerlich abgefunden :-/.
Ob das Nachführen überhaupt einigermaßen komfortabel möglich ist, werde ich zunächst, bevor ich kaufe, am Planeten mit meinem Pentax XL 5,2mm / 65° einäugig testen.

Aber besten Dank für den Tipp!
 
Hi Bernd,
große Gesichtsfelder helfen vielfach. Nachführen wird komfortabler, man verliert das Objekt kaum, man findet leichter.
So viel höher ist er nicht. Mit etwas Suche findet man das 4,7 und 6,7 mm für 152,- EU aktuell.
Gegenüber der sonst aufgerufenen 165 bz 175 immerhin etwas wenn man an den Paarpreis denkt.
Fröhliches Testen
cs
 
Ja, das aktuelle 152 € - Angebot hatte ich schon anvisiert.
Aber Testen bleibt schwierig: Zu den grauen Wolken mit Nieselregen hat sich jetzt auch noch Nebel dazugesellt - seit zwei Wochen nur Schietwetter!
(Muss wohl ne ziemlich gute Optik sein, die ich mir da zugelegt habe :unsure:.)

Deine Hinweise haben mir geholfen, Danke.
Falls ich mir die besagten Okus zulege und erste Erfahrungen damit gemacht habe, werde ich berichten.

CS Bernhard
 
Als Einzelokular ist das ES sicherlich gut, aber binokular würde ich das Augenmerk schon mehr auf angenehmen Einblick legen statt einem großen Feld. So hoch ist die Vergrößerung ja noch nicht und am äußersten Rand beobachtet man auch nicht. Die Celestrons sind fürs Bino wirklich wunderbar, weil man das Bild problemlos komplett erfassen kann. Diese 82° Okulare mit knappem Augenabstand stelle ich mir am Fernglas schon etwas ungemütlich vor. Für immerhin 68° könnten vielleicht die Hyperions was sein, die gibts doch gerade mit -20%.
 
Hyperion-Okulare sind für APM-Großferngläser ungeeignet. Diese Okulare basieren auf dem Erfle-Design und brauchen für eine gute Randabbildung mindestens f10.

Gruß Sternenhundklaus
 
Hallo,

gestern konnte ich erstmals mit den ES 4,7mm/82° Okularen bei 100fach den Jupiter beobachten. Viel Zeit blieb allerdings nicht, bis die nächsten Wolken dem Spaß ein Ende bereiteten. Trotzdem konnte ich einige, Eindrücke sammeln, von denen ich hier berichte.

Das einäugige Fokussieren an beiden Rohren klappte gut und die Abbildung in jedem Rohr für sich genommen war identisch und scharf. Als ich dann mit beiden Augen beobachten wollte, musste ich jedoch feststellen, dass die Bilder der beiden Rohre nicht deckungsgleich waren. Das Verstellen des Okularabstandes und der Einblickposition brachten keinerlei Verbesserung. Erst, als ich die Okulare gegeneinander tauschte, ergab sich ein schönes deckungsgleiches Bild. Nach dem ersten Schock stellte sich nun wieder Erleichterung ein. Anscheinend sind Doppelbilder bei höheren Vergrößerungen nicht ganz auszuschließen. Vermutlich hätte auch ein Verdrehen der Okulare in den Fassungen Besserung gebracht.

Die 100fache Vergrößerung des 4,7mm Okulars bietet im Vergleich mit meinem APM 10mm UFF eine gute Ergänzung. Die Monde zeigen sich schon als kleine Scheibchen, die Wolkenbänder sind deutlicher sichtbar und zeigen leichte Strukturen. Die doppelte Vergrößerung ist natürlich unverkennbar.

Mit den für meine Verhältnisse gewaltigen 82° wandert der Planet langsam durch das gesamte Gesichtsfeld - sehr schön! Das Nachführen bereitet überhaupt keine Probleme. Nach dem Bewegen lässt sich nur ein kurzes Zittern wahrnehmen, das mich nicht weiter stört. Die gute Stabilität lässt sich sicherlich auf das Linhof-Stativ zurückführen. Der Schwachpunkt liegt dann eher bei der Einarm-Montierung, die bei dieser Vergrößerung wohl an ihre Grenzen kommt.

Farbfehler sind mir nicht aufgefallen. Leider war die Beobachtungszeit durch die aufziehenden Wolken sehr begrenzt. Ob sich am Rand des Gesichtsfeldes ein Farbfehler bemerkbar macht, habe ich nicht geprüft. Im Allgemeinen jedenfalls war der Bildeindruck an den Objekträndern, also den harten Kontrastkanten, scharf und frei von Farbfehlern.

Bei den schwächeren Kontrasten, also in den Wolkenbändern, wurde das Bild leider etwas weich. Zwar war es schon noch gut, aber das 10mm APM Okular bietet das knackigere Bild (*1), allerdings natürlich nur halb so groß, was die Wahrnehmung im Detail wieder etwas schwieriger macht (*2). Bei geringeren Vergrößerungen ist, so denke ich, ein kontraststärkeres Bild auch einfacher machbar. Mit den APM UFF 10mm und 18mm Okularen bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden.

*1: Mir ist nicht ganz klar, ob dieser Bildeindruck ein Ausdruck der Bildschärfe oder des Bildkontrastes ist.
*2: Hier habe ich leider versäumt, einen Vergleich mit meinem Pentax XL 5,2mm anzustellen. Bei einem Tageslichtvergleich fiel mir kein Unterschied auf.


Insgesamt gesehen bin ich mit der Entscheidung für die ES 4,7mm Okulare zufrieden. Ich werde sie hauptsächlich stationär auf dem Linhof-Stativ für Planeten und Mond einsetzen. Für (Flug)-Reisen unter dunklen Himmeln mit leichter Ausrüstung/Stativ sind sie nicht notwendig, denn dort geht es ja um die großflächigen Strukturen, wofür evtl. noch 24mm Okulare anzuschaffen wären ;-).

CS Bernhard
 
Hi Bernhard,

danke für den Bericht und die Rückmeldung. Freut mich, dass mein Tipp für Dich funktioniert und Du zufrieden ist.
Der Eindruck des weichen Bildes ist schwer zu bewerten. Zu bedenken ist, dass man mit den 4,7 mm nahe dem optischen Grenzbereich und ggf auch der Justage ist. Und es könnte evtl. auch leichtes Seeing hier reinspielen.
Ich habe am 100er - ohne Wellenformoptimierung - nach oben noch die 4,5mm ES und Okulare mit 4 und 3,5mm probiert. Die letzten 2 waren einfach zu viel und u.a. weicher im Bild. Ist mir letztlich egal, denn das FG sehe ich primär für spontanGroßfeld und Vergrößerungen bis Ap 1,5vom Einsatz her. Für spontan oder kurz mal Planeten kucken nehme ich inzw. meist den 130 mm Newton. Der kann 3,5mm Okulare ab, sprich fast 190 fach. Da sieht man schon einiges an Details.
Viel Spaß mit der Auswahl.

Für große AP schau Dir mal die 25mm ED Okulare mit 60 Grad an, die es unter zig Label gibt. Mir gefallen sie gut und sie sind preiswerter als viele Alternativen.
Auch schön sind LVW 22 und natürlich die Panoptik 24, die aber ganz andere Preise haben. Auch gut, aber große AP böten 32mm Plössl. Hier keinesfalls die billigen nehmen, die aktuell mitunter am Markt zu finden sind. Hier sind i.S. Qualität oft ältere Markenokulare besser. Meade 4000, alte Vixen oder Televue z.B.
CS
 
Hallo,
falls du dir überlegst Okulare für maximales Feld und AP zu kaufen, dann schau dir mal die TPL 33 von Tak an. Die habe ich mir geleistet (schwitz) im direkten Vergleich zu den 32mm Televue Plössls von einem Freund waren die besser, in allen Punkten. Und zwar sofort sichtbar besser.

Grüße Rainer
 
Hallo Rainer,
danke für deinen Tipp. Das TPL 33 ist sicherlich ein tolles Okular, aber es ist wohl nicht meine Kragenweite ;-).


@ all,
… möchte ich noch Folgendes zu meinen Erfahrungen mit den 4,7mm ES Okularen am Jupiter nachtragen: Ich hatte von Doppelbildern berichtet, die bei der 100fachen Vergrößerung sichtbar waren.

Als ich an den folgenden Tagen den Planeten erneut beobachtete, waren die Doppelbilder merkwürdigerweise verschwunden. Auch durch das Drehen der Okulare in den Fassungen oder den gegenseitigen Tausch konnte ich die Doppelbilder erfreulicherweise nicht mehr reproduzieren. Ich denke, die Ursache lag wohl nicht in einer Dejustage der beiden Rohre, sondern eher darin, dass sich mein Sehapparat auf diese ungewohnten Verhältnisse erst einmal einstellen musste. Das Beobachten fühlt sich jetzt ganz entspannt an.

Grundsätzlich halte ich das Beobachten mit den 4,7mm ES Okularen bei AP 0,8mm verhältnismäßig für durchaus machbar. Mir gefällt's jedenfalls :).


CS Bernhard
 
Zurück
Oben