Jupiter unverhofft im Feldstecher

FelixK

Aktives Mitglied
Heute wollte ich nun endlich mal mein Glück mit dem Kometen versuchen. Der Himmel war schon seit dem Vormittag ziemlich klar und ich hatte mich extra beeilt, um zum Sonnenuntergang auf einer Anhöhe mit freiem Blick Richtung Süd-Westen zu sein. Geschafft. Aber als ich den Horizont einmal von links nach rechts und wieder zurück mit dem Feldstecher abgesucht hatte, zog von Norden Nebel ins Bild.
IMG_1996.jpeg

Schade. Also wollte ich wenigstens nochmal kurz zum Jupiter sehen, dachte ich. Also rüber zum Planeten geschwenkt, der nun auch schon hinter einem feinen Nebelschleier stand. Und da habe ich eine schöne Überraschung erlebt! Ein kleines Planetenscheibchen im Feldstecher! Ich dachte erst, ich hätte vielleicht nicht richtig fokussiert und das wären Beugungsringe. Aber das war es nicht, der Planet war wirklich flächig zu sehen. Super scharf, wie ausgeschnitten.

Ich habe den Jupiter schon oft mit dem alten CZJ Jenoptem 10x50 von meinem Opa angeschaut und er war immer ein heller Punkt (mit ein paar weniger hellen Punkten daneben).

Ich erkläre es mir so, dass Jupiter bisher immer, wenn ich ihn im Fernglas beobachtet habe, so hell war, dass er seine eigene „Flächigkeit“ überstrahlt hat. Heute war die Helligkeit durch den Nebel gedämpft und tadaa: Hervor kam das Planetenscheibchen. :)

Das war eine schöne Entschädigung für den verpassten Kometen! Und ein schöner Erkenntnisgewinn: Das Auflösungsvermögen des Fernglases reicht aus, um Jupiter flächig zu zeigen.

Herzliche Grüße,
Felix

IMG_1999.jpeg

Ein Nebelfilter der anderen Art. :)
 
Hallo Felix,

Ja, die Fernglasbeobachtung ist von so viel abhängig. Mein dicksten FG ist ein 8x56. Da ist die AP von 7 nicht optimal. Aber ich nutze was ich habe. Also habe ich mir 2 Pappringe als Blenden vorne "reingeklemmt". Das reduziert etwas den Lichteinfall. Aber für Jupiter muss ich mir wohl noch kleinere Blenden basteln. Die Sichtbedingungen sind oft so entscheidend. Jupiter strahlt oft so hell, dass er seine Monde "überstrahlt". Zu anfangs dachte ich mein FG wäre völlig dejustiert. Alle Sterne schön punktförmig aber Jupiter hell und "zerlaufen". Da hilft nur Stativ und gebastelte Benden (bei mir wg der hohen AP).
Der "positive" Effekt bei Wolkenschleiern ist mir auch schon aufgefallen.

An meinem "Galileo Simulator" Spektiv 30x50 habe ich mir dafür auch eine Blende gebastelt.

Viele Grüße Mark
 
Hallo,
kann ich auch bestätigen, hohe Schleierwolken relativieren scheinbar die Luftunruhe; wobei ich die Physik hinter dem Effekt auch nicht recht erklären kann - aber vielleicht weiß das jemand hier im Forum aus der Schwarmintelligenz :sneaky: .

Uwe
Hallo Uwe,

Wobei ich meine bessere Sicht jetzt nicht auf die geminderte Luftunruhe beziehe, sondern auf die Minderung der Helligkeit von Jupiter. Aber die Luftunruhe spielt sicher eine Hauptrolle dabei. Aber natürlich muß was dran sein, wenn dir dieser Effekt auch auffällt!
Vielleicht ist die Temperaturschichtung bei der Wetterlage mit hohen Schleierwolken nicht sehr ausgeprägt und die Sicht daher besser...?

Ich versuche da mal in nächster Zeit drauf zu achten.

Viele Grüße Mark
 
Der Effekt ist mir auch schon aufgefallen.

Ich denke allerdings dass es sehr von der Güte der Fernglas Optik abhängt, Kontrast, Phasenkorrektur usw.. Bei mir jedenfalls "verschlägts" das Bild bei Topbedingungen meistens am Jupiter, Spikes und Verschmierung, ist nicht mehr hinzukriegen, ein "störungsfreies" Bild. Aufgrund der Helligkeit, unterstelle ich, Auflösungsvermögen spielt natürlich auch eine Rolle.


Um sozusagen der Jahreszeit etwas abzugewinnen: hier senkt sich oft der Nebel nach Sonnenuntergang, man kann förmlich die zunehmende Dichte beobachten.

In dem Zusammenhang hab ich auf Venus gehalten, gerade in Phase. Im SVBony SA205 8x42 konnte ich, als es fast nur noch im FG in der Suppe zu erkennen war, beinahe der saubere "Halbmond" sehen, ganz spikefrei wars trotzdem nicht.

Bis Mitte März 2025 wird die Venus (scheinbar) immer grösser, grösser als der Jupiter sogar. Eine Gelegenheit, in der Nebelsuppe dem nachzugehen, wie gut erkennbar es im FG wird.


Gruss
 
Der Effekt ist mir auch schon aufgefallen.

Ich denke allerdings dass es sehr von der Güte der Fernglas Optik abhängt, Kontrast, Phasenkorrektur usw.. Bei mir jedenfalls "verschlägts" das Bild bei Topbedingungen meistens am Jupiter, Spikes und Verschmierung, ist nicht mehr hinzukriegen, ein "störungsfreies" Bild. Aufgrund der Helligkeit, unterstelle ich, Auflösungsvermögen spielt natürlich auch eine Rolle.


Um sozusagen der Jahreszeit etwas abzugewinnen: hier senkt sich oft der Nebel nach Sonnenuntergang, man kann förmlich die zunehmende Dichte beobachten.

In dem Zusammenhang hab ich auf Venus gehalten, gerade in Phase. Im SVBony SA205 8x42 konnte ich, als es fast nur noch im FG in der Suppe zu erkennen war, beinahe der saubere "Halbmond" sehen, ganz spikefrei wars trotzdem nicht.

Bis Mitte März 2025 wird die Venus (scheinbar) immer grösser, grösser als der Jupiter sogar. Eine Gelegenheit, in der Nebelsuppe dem nachzugehen, wie gut erkennbar es im FG wird.


Gruss
Hi,

Spikes habe ich auch immer wieder mal bei Jupiter, Venus und sehr hellen Sternen bei der Nutzung meines 8x56 FG (es ist ein ca. 20 Jahre altes Bresser Jagt - kein Premiumgerät). Aber die AP von 7 ist da etwas viel. Dafür ist der Blick auf Sternenfelder oder auf das "Schwert des Orion" klasse. Bei meinem billigen 7x30 oder mit dem 8x42 stelle ich kaum Spikes fest. Im übrigen ist Jupiter oft auch für mein 30x50 Ausziehspektiv zu hell. Dafür habe ich mir eine Blende gebastelt (blende auf 30mm ab).

Dann werde ich die Venus die nächste Zeit mal genauer mit dem FG "jagen".

VG Mark
 
Hallo Mark,

bei den "billigen" Ferngläsern siehst du kaum Spikes, weil die Porro Prismen haben. Dass die Dachkanten bei schwierigen Objekten (Jupiter, Venus) nicht stören, erreicht man nur mit erheblichem Aufwand (Phasenkorrektur, genauestes Einhalten des Prismen Winkels).
Noch immer stimmt der Merksatz, dass ein gleich gutes Dachkant Glas das 3fache eines Porro kostet.

CS Gerhard
 
Auf die 'Spike-Empfindlichkeit' im Zusammenhang mit Austritts- aber auch menschlichen Eintrittspupillen werde ich auch mal achten: 7,1mm bei Fuji FMT, 4,05mm beim Canon 10x42, und 4,9mm beim APM 6,5x32 wären die Testgeräte. Bei den öfters duchchgeführten Beobachtungen mit 22x50 oder 23x100 fiel mir da nix auf.
Btw: drei Jupitermonde hatte ich schon im 3x12 Zeiss Mono.

csm
 
Ich habe mal von jemandem gelesen, der die Jupitermonde mit bloßem Auge gesehen hat, indem er den Planeten selbst mit einer weit entfernten Gebäudekante verdeckt hat. Ohne die Überstrahlung durch den Jupiter sind sie dann hell genug. Vielleicht war das hier im Forum…
Gruß,
Felix
Hallo Felix,

Das halte ich durchaus für möglich. Wäre einen Versuch wert.

@Schmitti

Da bin ich froh, dass ich nur PorroFG habe :)

VG Mark
 
Ich habe mal von jemandem gelesen, der die Jupitermonde mit bloßem Auge gesehen hat, indem er den Planeten selbst mit einer weit entfernten Gebäudekante verdeckt hat. Ohne die Überstrahlung durch den Jupiter sind sie dann hell genug. Vielleicht war das hier im Forum…
Gruß,
Felix
Jep - wenn die auf einer Seite stehen, die Luft auch steht, u.v.a. der Visus des Beobachters irgendwo >1 (60') liegt. Aber gerade der enge Io wird da stets eine knappe Sache sein. Wohl dem, der so (zwei) scharfe Sachen tragen darf. :cool: Auflösungstechnisch ist das bei den bekannten Abstände ja möglich (ähnlich zweier Doppelsterne), aber es ist die Überstrahlung, die dies vereitelt.

csm
 
Dass die Porros klar begünstigt sind für die Angelegenheit hier glaube ich auch.
Die Dachkant FG wie meins oben haben letztlich ja einfach "Amicis" verbaut, wenn ich das richtig interpretiere, die anfällig dafür sind für Spikes bei hellen Punktquellen.

Dass aber nur weil man ein Porro egal welcher Qualität hat automatisch eitel Freude herrscht und glasklar abgegrenzte Kugeln usw. in allen Lebenslagen gegeben sind bezweifle ich aber doch etwas.

Gruss
 
Dass die Porros klar begünstigt sind für die Angelegenheit hier glaube ich auch.
Die Dachkant FG wie meins oben haben letztlich ja einfach "Amicis" verbaut, wenn ich das richtig interpretiere, die anfällig dafür sind für Spikes bei hellen Punktquellen.

Dass aber nur weil man ein Porro egal welcher Qualität hat automatisch eitel Freude herrscht und glasklar abgegrenzte Kugeln usw. in allen Lebenslagen gegeben sind bezweifle ich aber doch etwas.

Gruss
Hallo,

Da fehlen mir die Erfshrungswerte. Ich kann nur sagen, dass ich mit meinen "billigen" Porros zufrieden bin.

VG Mark
 
Hallo,

natürlich gibt es auch grottenschlechte Porros! Da braucht man sich nur mal den neuen Ramsch, gerne mit rot gefärbten Objektiven, auf "Flohmärkten" anzusehen.

Deshalb hat der Mark ja auch etwas gebrauchtes von früher. Da kann man sich eine gewisse Qualität noch leisten.

CS Gerhard
 
Lieber Mark,

das Stativ ist dieses hier von Cullmann:

IMG_2026.jpeg


Ich bin damit sehr zufrieden. Es ist ziemlich leicht und fürs Fernglas ausreichend stabil. Was mir wichtig war, ist die Höhe von etwas über 1,80 m, damit ich auch Objekte in Zenitnähe bequem im Stehen beobachten kann. Außerdem ist es für den Transport schön kompakt.

Freundliche Grüße,
Felix
 
Es gibt aber oft bei hellen Sternen ein und sauberes Bild mit Strahlen drumrum.
Hier gibt es Unterschiede je nach AP.
Und hier spielt das Auge eine Rolle.
Felix
Hallo Felix,

Das ist bei meinen Porro FG auch so. Desto heller das Objekt und je größer die AP, desto schwieriger kann es werden. Das merke ich oft bei Jupiter und meinem 8x56 FG. Da ist die AP 7. Ohne Stativ habe ich dann oft das Problem die 4 Monde zu erkennen, weil Jupiter zu hell ist (mit Stativ ist das Bild ruhiger). Mit einem 10x50 (AP 5) ist es sicher besser. Daher habe ich mit Papperingen mein 8x56 etwas "abgeblendet".

Schau ich mir mit dem 8x56 die Pejaden sn ist das Bild beeindruckend.

VG Mark
 
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