Skymax Maksutov 150 oder 180 mit der Montierung HEQ5-Pro

jacky_smith

Neues Mitglied
Hallo,

ich besitze die Montierung HEQ5-Pro (max. Zuladung 14kg) und möchte in die Mondfotografie (auch Detailaufnahmen) einsteigen.
Als passende Kamera habe ich die ZWO ASI585MC Pro und würde diese mit Sharpcap ansteuern.
Ich schwanke im Moment noch zwischen dem Maksutov Skymax 150 und dem 180er.

Das 150er (5,6kg) sollte auch mit "Zuladung" (Tauschutz, alternativer Fokussierer, evtl. Filter und Kamera) die HEQ5-Pro nicht überfordern.
Anders könnte es beim 180er (7,8kg) aussehen. Die größere Öffnung und Brennweite reizen natürlich. Aber wenn die Montierung überfordert ist, hätte es natürlich keinen Zweck.

Gilt bei den kurzen Belichtungszeiten bei Planetenfotografie ebenfalls - wie bei Deep Sky Fotografie - die Regel, dass 2/3 der maximalen Zuladung der Montierung die Obergrenze ist. Oder kann hier dichter an diese Grenze "beladen" werden?

Die geringere Brennweite des 150er könnte mit einer 2x Barlowlinse kompensiert werden, allerdings leidet dann der Kontrast etwas, selbst wenn eine gute Linse eingesetzt wird.

Wie ist eure Einschätzung?

Danke und Gruß
jacky_smith
 
Nicht nur die Zuladung spricht für den Kleineren. Die Auskühlzeit ist schon beim 150er nicht ohne. Beim 180er würde mich das definitiv stören.
 
Ich hatte schon Maks in allen Größen, das 180er ist das einzige wo mir bein Durchblick mit BBHS Prisma und 55mm TeleVue Plössl ein "Wow" rausrutschte.
Die Auskühlzeit ist mit 30-60 min aber wirklich nicht zu unterschätzen.
Die 585MC Pro passt hervorragend vom Sampling zu diesem Instrument, ich nutzte die gleiche als Planetenkamera, jetzt allerdings am C11 EdgeHD.

CS Ralf
 
Das 180er ist nicht klein, aber kompakt, sodass sich der Hebel in Grenzen halten sollte.
Gewichtstechnisch solltest Du auch gut in der 2/3 Regel bleiben.

CS, Ralf
 
Hallo Jacky,

ich hatte auch beide Mak-Versionen, die ich visuell nutzte.

Der 180er ist, auf die Öffnung bezogen, "noch" kompakt, aber schon ein ziemliches Trumm. Die Handhabung ist etwas umständlich, da er keinen Tragegriff hat.

Selbst bei sehr gutem Seeing und Auskühlung war der Auflösungsgewinn des 180er im Vergleich zum 150er zwar sichtbar, aber marginal. Das Bild war im 180er wegen der stärkeren Vergrößerung (Brennweite) größer, jedoch nur unwesentlich besser aufgelöst. Ohne direkten Vergleich hätte ich den Unterschied nicht wahrgenommen.

Bei gegebener Montierung bin ich daher der Auffassung, dass der Stabilitätsgewinn des kleienren Maks schwerer wiegt als der Auflösungsgewinn beim 180er.

Der 150er Skymax hat jedoch einen Konstruktionsfehler:

Die freie Öffnung beträgt 15cm, ebenso der Durchmesser des Hauptspiegels. Dieser müsste jedoch etwa einen cm größer sein, da die Meniskuslinse den einfallenden Lichtkegel minimal auffächert. Es werden also effektiv nur etwa 14cm Öffnung genutzt.

Beim 180er tritt dieser Fehler nach meinem Kenntnisstand nicht auf.

Wäre ein Mak eines anderen Febrikats evtl. eine Option?

CS, Christian
 
Hallo jacky_smiths,

Ich würde bei meist unterdurchschnittlichen bis normalen Seeing auch eher zum kleinen Mak tendieren. Die bessere Handhabung und schnellere Abkühlung sorgen in meiner Erfahrung für einen häufigeren Einsatz.

Wenn du allerdings einen Schuppen im Garten o.ä. besitzt (die Teleskope also keiner größeren Temperaturdifferenz ausgesetzt sind) und das Seeing bei dir / an deinem Beobachtungsplatz häufig gut ist, dann nimm den 180er. Du wirst aber an Mond und Planeten keine riesigen Unterschiede zwischen beiden sehen - was ja schon mehrfach angemerkt wurde.

Durch die hohe Framezahl bei den Videos in der Mond- und Planetenfotografie sollte deine Montierung für beide Teleskope passen. Du willst ja nicht mit hohen Brennweiten langzeitbelichten.

Viele Grüße,
Hendrik
 
Ich habe ueber mehrere Jahren das Duell 180/2700 mit HEQ-5 benutzt, mit besten Ergebnissen auf Planeten und Mond.
Der 150er Skymax hat jedoch einen Konstruktionsfehler:
Die freie Öffnung beträgt 15cm, ebenso der Durchmesser des Hauptspiegels. Dieser müsste jedoch etwa einen cm größer sein, da die Meniskuslinse den einfallenden Lichtkegel minimal auffächert. Es werden also effektiv nur etwa 14cm Öffnung genutzt.
Das stimmt natuerlich NICHT! Ich habe meinen 150er zerlegt um ein Paar Details zu Z.O. zu klaeren - der Hauptspiegel hat einen Durchmesser von genau 166 mm
 
Hallo MarGor,

vielen Dank für den interessanten und wichtigen Einwand.

Die Berichte von entsprechenden Vermessungen, die ich las, sind schon ein paar Jahre alt. Wie alt ist das von dir untersuchte Exemplar? Hier hat Synta offenbar dazugelernt.

CS, Christian
 
Hallo MarGor,

vielen Dank für die Rückmeldung. Die Berichte, von denen nich sprach, sind wie gesagt mehrere Jahre alt und basieren ebenfalls auf direktem Nachmessen. Leider finde ich die Links nicht mehr.

Da hat Synta offenbar tatsächlich nachgebessert. Das erklärt auch den relativ neuen, deutlichen Preisanstieg des Maks.

CS, Christian
 
Hallo MarGor,

hast du evtl. auch vermessen, ob von dem Blendenrohr eine Vignettierung ausgeht? Das ist mitunter ja auch ein Flaschenhals.

CS, Christian
 
Hallo MarGor,

hast du evtl. auch vermessen, ob von dem Blendenrohr eine Vignettierung ausgeht? Das ist mitunter ja auch ein Flaschenhals.

CS, Christian
Hallo Christian.
Nein, habe ich nicht. Gemessen wurde "nur noch" auch der Durchmesser der Blende am Sekundaerspiegel, mit dem Ergebniss von 52mm, was zu Obstruktion von 34,7 Prozent fuehrt. Die Blende is kegelformich geschtaltet - eng am Spiegel, breit hinten.
Eine Vignettierung habe ich nicht festgestellt.
Und --> die neuen SkyMax 150mm arbeiten bei einer Oeffnung von 147mm; gar nicht schlecht...
 
Hallo MarGor,

vielen Dank für dein Feedback.

Ok, um die drei Millimeter möchte ich nicht feilschen bzw. streiten (bei einem 10 k€ Vollapo würde ich das allerdings anders sehen).

Berücksichtigt man, dass vor der Überarbeitung nur 150mm eines 166mm Vollkreises effektiv nutzbar waren, finde ich die Konzeption der früheren Version weit abseits der Toleranzgrenze. Bei DS macht sich das mit Sicherheit bemerkbar.

CS, Christian
 
Hallo,

der Skymax 150 hat im Werkszustand nur ca. 135mm! Das Problem ist nicht der Hauptspiegel sondern der Blendkragen am Sekundärspiegel.
Hier wurde das Problem beschrieben:



Gruß und CS
Thomas
 
Hallo Thomas,

vielen Dank für den interessanten Link. Das deckt sich mit einem mir mündlich übertragenen Erfahrungsbericht, dass der SkyWatcher 150er Mak visuell nur unwesentlich leistungsfähiger ist als der 127er.

Auch wenn dieser Konstruktionsfehler mit Sicherheit nicht absichtlich eingeplant wurde, grenzt das bei serienmäßigem Verbauen des Fehlers fast schon an Betrug. :n: Denn dieses Problem wird Synta wohl kaum entgangen sein, so oft wie es in der Szene diskutiert und messtechnisch bewiesen wird.

Wenn ich den verlinkten Thread lese, kommt mir der Gedanke, analog zum "Haben-will-Faktor" einen "Aus-dem-Fenster-werf-Faktor" einzuführen.

Im Ernst, dass dieser im Grunde genommen so einfache Teleskoptyp (ausschließlich sphärische optische Flächen, also relativ einfach herzustellen) so viele potentielle Fehlerquellen seitens der Konstruktion hat, hätte ich nicht erwartet.

CS, Christian
 
Erwartet Ihr bei wirklich bekannten Firmen richtigen Sachverstand?

Woher soll der kommen?
(Was wir hier schreiben ist doch nur bla bla)

Grüße
Dietrich
 
Hallo Christian,

vielen Dank für den interessanten Link. Das deckt sich mit einem mir mündlich übertragenen Erfahrungsbericht, dass der SkyWatcher 150er Mak visuell nur unwesentlich leistungsfähiger ist als der 127er.
Der Skymax 127 ist genauso schlecht Konstruiert, der arbeitet mit ca. 115mm Öffnung. Da hab ich mal was auf Cloudy Nights zu gelesen, finde es aber nicht mehr.

Soweit ich es weiß/gelesen habe, hat nur der Skymax 180 hat keine Probleme mit dem Blendkragen.

Wenn man sich die Umbau arbeiten sparen will muss man in Richtung Intes Maksutov gehen.

Gruß und CS
Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass alles neue irgendwie schlecht ist, liest man ja oft. Ich probiere das lieber selbst aus.
Auch wenn ich noch kein Skywatcher Mak besessen habe, würde ich mir einfach einen bestellen.
Wenn er dir nicht gefällt, schick ihn doch einfach zurück. Zum Glück ist die Rückgabe bei Versand ja heutzutage gesetzlich geregelt.
Und wenn du ihn nicht gerade gebraucht kaufen willst, lassen die angestammten Astrohändler eigentlich alle mit sich reden.
Technisch sollte ja ganz klar sein, je mehr Öffnung, je mehr Licht. Am Planeten kann das wichtig sein, wenn man stark vergrößert.
Auch am Mond ist es immer von Vorteil wenn man viel Licht bekommt. Dann kann man die Belichtungszeit reduzieren und bekommt mehr Bilder in den Kasten.
Ich habe in der Vergangenheit immer mal wieder verschiedene Maks ausprobiert. Stecken geblieben bin ich dann bei einem Intes MK66 und einem MN56. Beide sind gut zu bedienen und man benötigt keinen Kran um sie auf die Montierung zu heben. Visuell kann ich hier in der Stadt meist auch keinen Unterschied zu meinem 10" Newton feststellen, da das Seeing hier meist zu schlecht ist. Natürlich bis auf das deutlich hellere Bild.

Tino
 
Hallo Tino,

du hast Recht, dass die eigene Erfahrung und Zufriedenheit sehr wichtig sind. Bleibt natürlich die Frage, ob man beim o.g. Obstruktionsverlust des 150er Maks nicht gleich einen 130er Newton kaufen kann, der dann die gleiche freie Öffnung wie der 150er Mak hat und wesentlich weniger kostet.

Letztendlich bezahlst du mit dem Mak eine Leistung, die du ohne Bastelbereitschaft de facto nicht bekommst.

Reinen Gewissens empfehlen kann ich diese Modelle jedenfalls nicht mehr.

CS, Christian
 
Wenn man sich so einen SW Mak bestellt sollte man sofort(!) überprüfen mit nem künstlichen Stern weit weg aufgestellt ob es nicht Astigmatismus, Kreuzsternchen gibt im Zentrum. Bei 200-300 facher Vergrößerung sieht man das bestens.
Dabei muss der Mak sehr lang an die Umgebungstemperatur anpassen lassen, kollimieren mit ner Planetencam. Danach sieht man ob der Ok ist oder nicht.
Nicht selten gab es SW Mak`s die solche Asti Probleme hatten. Da gibt es nichts zu tun.
Andere Sache ist wenn die FS Blende krumm aufgeklebt ist, das gibt es sehr oft.

Wichtig auch ist keine Barlow zu nutzen bei der Colli, und mach mal mindesten ne 100mm tipo top gerade Hülse dran.
Auf keinen Fall mit einer Umlenkoptik justieren....

Clear skies,
- Martin
 
Hi
die HEQ 5 sollte vom Gewicht her, mit keinem der 2 Maks Probleme haben.
Die Hebel sind kurz und das Gewicht ist überschaubar.
Als ich noch parallaktisch unterwegs war, hatte meine HEQ5 mit parallel montiertem 8 Zöller und 114/900 Newton bei um die 15 Kilo Gegengewicht kein Problem beim visuellen Einsatz.
Das große ABER ist die Auskühlung. Im Winter war ich manchmal schon vom 127 er Mak genervt, weil er trotz Kellerlagerung durchaus 1-1,5 Std brauchen konnte, bis er weitgehend ausgekühlt war. Für Foto bzw. eigentlich ja Filmen mag das nicht ganz so problematisch sein, aber man sollte es bedenken. Das gilt für alle geschlossenen Systeme, die keine aktive Kühlung haben, aber beim Einsatz erst mal mit höherer Innentemperatur starten / müssen.
cs
 
Finde auch wir sollten hier nicht alles unnötig schlecht reden. Klar strebt hier jeder nach Perfektion, aber wieso sollte ein Skymax 127 zum Beispiel keinen Spaß machen? Nur weil er vielleicht ein wirklicher Skymax “115” ist. Solange der Benutzer mit dem Gerät zufrieden ist, ist’s ja fast wurscht. Für den abgerufenen Preis ist der Skymax kein schlechter Deal. Ich selbst habe auch einen bestellt um es selbst herauszufinden.
 
Hallo zusammen,

eigentlich müsste man aus der Formel AP = D in mm / V aus möglichst genauem Vermessen der AP (bspw. mit einer Schieblehre) auch ohne Zerlegen des Geräts eine eventuelle Obstruktion feststellen können. Vorausgesetzt natürlich, dass die Angabe der Brennweite korrekt ist.

Habe ich z.B. bei o.g. Teleskop 150mm Öffnung und eine 50-fache Vergrößerung, liegt bei 2,8 mm AP eindeutig Obstruktion (bei diesem Rechenbeispiel ein Zentimeter) vor. Obige Gleichung muss also nur nach D umgestellt werden, wenn die Vergrößerung und die AP bekannt sind.

Oder funktioniert dieser Weg nur bei direkt abgeblendeter Frontöffnung?

CS, Christian
 
Finde auch wir sollten hier nicht alles unnötig schlecht reden.
Ganz richtig, sicher nicht.

Ich habe einen engen Kontakt weit weg von DE, wo so einige verkauft werden, und vorher geprüft.
Ja und es ist halt schon bekannt dass das 180er SW Mak manchmal Asigmastismus hat. Da hilft kein entspannen vom Korrektor. Das wurde üppig versucht von einem Pro, der davon lebt.
Das ist kein hören sagen, das sind Tatsachen.

Ich trags hier einfach mal ein da ich Kenntnis habe vom Real Life.

Clear skies,
- Martin
 

Hallo Martin,

bei mir gilt zunächst prinzipiell: Alle Fehler, die sich bei der praktischen Beobachtung am Himmel unter Idealbedingungen nicht bemerkbar machen, sind irrelevant.

So wage ich zu bezweifeln, dass man an Mond, Planeten und Doppelsternen bei optimalem Seeing einen Unterschied zwischen der aktuellen Konstruktion (zu enge FS-Blende) und einem fehlerfreien Mak mit gleichen Kennzahlen erkennen würde.

Letztendlich hängt es wohl auch von der Größe der Teleskope ab: Der Unterschied von 127 mm zu 115 mm ist mit Sicherheit deutlicher sichtbar als von 150 mm zu 135 mm.

Bei Deep Sky hingegen würde ich die Obstruktion durch die FS-Blende hingegen als relevant und an der Grenze zum nicht akzeptablen ansehen. Ok, ein 150/1800er Mak ist kein DS-Spezialist, aber dennoch gehe ich davon aus, dass Besitzer dieser Geräte im Rahmen der Möglichkeiten damit auch DS beobachten.

Jedes Fernrohr hat seinen Himmel.
 
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