Airy disk vs spot size

IpAstro

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Hallo!

Ich habe eine Frage zu einem scheinbaren Widerspruch.

In Spot-Size-Diagrammen von modernen Teleskopen wie Askar SQA85 werden Spot-Größen angegeben, die kleiner sind als die theoretische Größe der Airy Disk.


Für SQA85 wird auf der Achse die Spotgrösse von 3.3 um angegeben. Die Größe der Airy Disk beträgt für dieses Teleskop aber 6.3 um (f/4.8). Wie kann das sein?

Vielen Dank!

Johann
 
Hallo Johann,

es handelt sich bei den Spotgrößen die für ein Optisches Design angegeben werden um geometrische Spots.
Also keine Wellenoptik sondern geometrische Optik auf Basis von Strahlverfolgung wie sie in einem Optikdesignprogramm verwendet wird.
Es lässt sich aus dem geometrischen Spot aber ein Wellenoptischer erzeugen.
Interessanter ist aber hier trotzdem der geometrische Spot da sich dieser sehr einfach in Relation zum Beugungsscheibchen setzen lässt dessen Größe man ja sehr einfach berechnen kann.

Auch bei einer Optik deren geometrischer Spot kleiner als das BS ist wird bereits Licht in die Beugungsringe gedrückt.
Es ist daher von Vorteil, wenn der geometrische Spot kleiner als das BS ist.

Außerdem sind die von dir genannten Angaben zum RMS Spotradius eben Radien und keine Durchmesser.
Die 3,3µm RMS Spotradius sind also 6,6µm im Durchmesser und damit etwas größer als das BS bei F 4,8.
Der RMS Spotradius gibt auch nicht den maximalen Streukreis des geometrischen Spots an sondern nur das Flächenmäßig gewichtete Mittel.
Der maximale Streukreis kann deutlich größer sein.

Grüße Gerd
 
Hallo

Wenn der Spotdurchmesser größer ist als das Beugungsscheibchen ist wohl beugungsbegrenzte Abbildung nicht möglich.
Interessant ist aber eher wie die Sterne im Vergleich zur Mitte im Feld aussehen und ein wenig sollte man auch auf die Farben dabei achten, wenn das fotografisch passt ist doch gut.
Spot durch Raytracing beschreibt das absolute Ideal des Designs, mal ein Radius nicht getroffen ein Abstandsplättchen 0.1mm zu dick .... und es wird schlechter, interesanter wäre noch die Toleranz des Designs.
Im Prinzip sind die Sterne bestenfalls so wie das Spotdiagramm zeigt, es wäre schön wenn man Vergleiche zu anderen Herstellern hätte.

Gruß Frank
 
Hallo Frank,

Wenn der Spotdurchmesser größer ist als das Beugungsscheibchen ist wohl beugungsbegrenzte Abbildung nicht möglich.

so pauschal kann man das gar nicht sagen.
Es kommt hier sehr auf die Art des Fehlers an und wie man fokussiert hat.
Hier mal eine Beugungsbegrenzte Optik mit ¼ Lambda SA 1. Ordnung welche Strehl 0,8 aufweist.

Fokus auf beste Abbildung bei der sich Strehl 0,8 ergibt.
08_Fokus_Minium_RMS.jpg


Gleiche Optik mit Fokus auf minimale Sportgröße bei der sich nur noch Strehl 0,56 ergibt.
Das liegt daran das hier ein Defokus zur SA hinzukommt.

Fokus_Minium_Spot.jpg


Man kann also nicht einfach anhand des maximalen Streukreises eines Spots erkennen ob diese Beugungsbegrenzt ist.
Und selbst bei Fokus auf minimalen Spot bei einer Optik mit ¼ Lambda SA ist der Streukreis größer als das BS.
Noch deutlicher wird das bei SA höherer Ordnung.

Das Gegenteil sieht man beim Defokus.
Ein Defokus der eine perfekte Optik auf Strehl 0,8 drückt erzeugt eine Spotgröße die etwas kleiner als des BS ist.

Defokus08.jpg


Interessant ist aber eher wie die Sterne im Vergleich zur Mitte im Feld aussehen und ein wenig sollte man auch auf die Farben dabei achten, wenn das fotografisch passt ist doch gut.

Auf der Achse sollte nur der Farbfehler und gegebenenfalls etwas SA höherer Ordnung vorhanden sein.
Im Feld können dann Asti, Koma und Bildfeldwölbung hinzukommen.
Zur Beurteilung der Farbkorrektur ist der polychromatische Spot auf der Achse aber auch sehr interessant.
Für Foto interessiert aber weniger das Verhältnis von Spotgröße zum BS sondern mehr das zur Pixelgröße des Sensors.
Sehr gut wäre, wenn der RMS Spotradius nicht größer als ein Pixel ist.

Spot durch Raytracing beschreibt das absolute Ideal des Designs, mal ein Radius nicht getroffen ein Abstandsplättchen 0.1mm zu dick .... und es wird schlechter, interesanter wäre noch die Toleranz des Designs.
Im Prinzip sind die Sterne bestenfalls so wie das Spotdiagramm zeigt, es wäre schön wenn man Vergleiche zu anderen Herstellern hätte.

Das mag zwar erst mal verwundern aber eine konkrete Optik kann auch besser als das Design sein.
Zumindest was die Farbkorrektur anbelangt.
Die hängt nämlich von den Daten der konkreten Schmelzen ab.
Das Design ist mit Katalogwerten gerechnet.
Die konkreten Schmelzen können davon abweichen und zwar auch zum Positiven.
Es kann sich mit den konkreten Schmelzen also tatsächlich eine bessere Farbkorrektur ergeben als mit den Katalogdaten auf denen das Design beruht.

Grüße Gerd
 
Auf der Achse sollte nur der Farbfehler und gegebenenfalls etwas SA höherer Ordnung vorhanden sein.
Im Feld können dann Asti, Koma und Bildfeldwölbung hinzukommen.
Hallo Gerd

aber nicht bei fest verbautem Korrektor
Die konkreten Schmelzen können davon abweichen und zwar auch zum Positiven.
Es kann sich mit den konkreten Schmelzen also tatsächlich eine bessere Farbkorrektur ergeben als mit den Katalogdaten auf denen das Design beruht.

Grüße Gerd
es kann auch sein das wenn ich in die Luftschieße ein Vogel runterfällt
Aber ja auch der Radius der Linsen unterliegt Schwankungen und vielleicht gibt es auch mal eine Aspähre
Für Foto interessiert aber weniger das Verhältnis von Spotgröße zum BS sondern mehr das zur Pixelgröße des Sensors.
Sehr gut wäre, wenn der RMS Spotradius nicht größer als ein Pixel ist.
wenn die Sterne am Bildrand mehr wie doppelt so groß schwer erfüllbar,

man muss aber auch mal sehen das Umstände den Stern vielleicht auf 6Pixel groß eiern, das spielt es keine Rolle ob urprünglich 1 oder 2 Pixel groß,
es muss im Ergebnis passen

Gruß Frank
 
Hallo Frank,


doch selbstverständlich auch bei fest verbautem Korrektor
Dieser mindert Feldfehler zwar und wenn er gut ist dann auch beträchtlich aber er beseitigt sie niemals völlig.
Was glaubst du warum sich der RMS Spotradius im Feld vergrößert?
Das tut er auch bei fest verbautem Korrektor!

Ein Newton hat im Design auf der Achse Strehl 1.0.
Auch mit einem noch so guten Komakorrektor wirst du im Design aber keine Strehl 1,0 auch Feldrand sehen.

es kann auch sein das wenn ich in die Luftschieße ein Vogel runterfällt
Aber ja auch der Radius der Linsen unterliegt Schwankungen und vielleicht gibt es auch mal eine Aspähre

Da hast du mich völlig falsch verstanden.
Es geht nicht um eine zufällig getroffene Asphäre sondern um das sekundäre Spektrum der Glaspaarung.
Dieses ist von der Differenz der relativen Teildispersion der Gläser abhängig und es gibt da bei den Schmelzen nur 2 Möglichkeiten.
Entweder diese Differenz wird bei den konkreten Schmelzen kleiner oder sie wird größer.
Es besteht also eine 50 zu 50 Changs das sie kleiner wird und das deshalb auch das sekundäre Spektrum der Glaspaarung kleiner wird.
Eine 50% tige Changs ist etwas völlig anderes wie zufällig einen Vogel treffen, wenn man in die Luft schießt.

wenn die Sterne am Bildrand mehr wie doppelt so groß schwer erfüllbar,

Der RMS Spotradius muss sich am Feldrand nicht unbedingt verdoppeln und selbst wenn, solange er klein genug ist ist alles bestens.
Beim SQA85 beträgt der RMS Spotradius auf der Achse 1,58µm und am Feldrand 2,46µm.
Das ist wesentlich kleiner als die Pixel üblicher Vollformartsensoren.

Grüße Gerd
 
Ein Newton hat im Design auf der Achse Strehl 1.0.
Auch mit einem noch so guten Komakorrektor wirst du im Design aber keine Strehl 1,0 auch Feldrand sehen.
das hat niemand gefordert
wenn der Spotradius in der Mitte 1my ist und am Rand 4my, das mögliche Beugungsscheibchen aber 5my wird der Stern auf alle Fälle mit 5my abgebildet,
ich geh sogar noch weiter, lange genug belichtet wird auch der erste Beugungsring Verschmelzen und das Scheibchen noch größer machen.
Strehl 1 ins Feld zu werfen war keine gute Idee

es ist ja bei den Spots im Feld auch nicht dargestellt wie es sich über den Focus verhält
vielleicht bekommt man die 1,58 und 2,46 mit defocus auch so hin das übers ganze Feld 2 rauskommt.
Das wirft die Frage auf ob gleichmässige Sternabbildung oder höchste Schärfe auf der Achse das Ziel ist
 

Ja natürlich hat Strehl 1,0 im Feld niemand gefordert, ich übrigens auch nicht aber das Beispiel zeigt nun mal besonders deutlich das im Feld immer mit weiteren Fehlern zu rechnen ist die man auf der Achse nicht hat.
Und das kann eben auch ein Korrektor nicht völlig verhindern und darum ging es ja.

Ein besonders hoher Strehl ist für DS Foto übrigens sowieso nicht erforderlich da man hier das beugungsbegrenzte Auflösungsvermögen bei weitem nicht nutzt.
Dazu ist die Abtastung zu schlecht.
Nur bei hochauflösender Mond und Planetenfotografie nutzt man wirklich das volle Beugungsbegrenzte Auflösungsvermögen der Optik.
Das Verhältnis von Pixelgröße zu Öffnungszahl sollte hier dann bei 1 zu 3,6 liegen.
Bei zb. 3,7µmPixeln wären also F13,3 notwendig.
Das macht man für DS natürlich nicht.

wenn der Spotradius in der Mitte 1my ist und am Rand 4my, das mögliche Beugungsscheibchen aber 5my wird der Stern auf alle Fälle mit 5my abgebildet,

Bei der Sternabbildung darfst du nicht geometrisch denken, sondern dann musst du zur Wellenoptik wechseln.
Und Wellenoptisch ist es so das das Beugungsscheibchen immer gleich groß ist.
Das bedeutet, wenn es zb. 5µm Durchmesser hat dann bleibt es dabei egal ob der geometrische Spot nun 1µm, 4 µm oder 10µm groß ist.
Was sich ändert ist die Helligkeit der Beugungsringe und nicht die Größe des BS.
Bereits bei einem geometrischen Spot von 1µm wird im Beispiel mehr Licht in die Beugungsringe gedrückt aber der Effekt ist hier noch sehr gering.
Bei 4µm ist es schon mehr und bei 10µm merkt man die Aufhellung der Beugungsringe natürlich schon deutlich.
Das Ganze ist aber eine kontinuierliche Entwicklung und da gibt es bei 5µm geometrischer Spotgröße also der Größe des BS im Beispiel keine Grenze ab der sich etwas grundlegend ändern würde.

es ist ja bei den Spots im Feld auch nicht dargestellt wie es sich über den Focus verhält
vielleicht bekommt man die 1,58 und 2,46 mit defocus auch so hin das übers ganze Feld 2 rauskommt.
Das wirft die Frage auf ob gleichmässige Sternabbildung oder höchste Schärfe auf der Achse das Ziel ist

Das beim SQA85 relevante Bildfeldwölbung vorhanden ist bezweifle ich.
Von daher wird ein Fokussieren aufs Feld keinen Unterschied bringen.
Der größere RMS Spotradius am Feldrand dürfte einem minimalem Asti und einem lateralen Farbfehler den man im Spot auch gut erkennt geschuldet sein.
Beides lässt sich durch eine andere Fokussierung nicht mindern.
Es gibt aber in der Tat Fälle wo eine Fokussierung aufs Feld etwas bringt.
Bei einem RC ohne Flattener wäre das zb. der Fall.
Bei einem RC ist die Koma im Feld vollständig und der Asti nicht ganz aber doch gut korrigiert aber nicht die Bildfeldwölbung.

Grüße Gerd
 
Nur bei hochauflösender Mond und Planetenfotografie nutzt man wirklich das volle Beugungsbegrenzte Auflösungsvermögen der Optik.
Das Verhältnis von Pixelgröße zu Öffnungszahl sollte hier dann bei 1 zu 3,6 liegen.
Bei zb. 3,7µmPixeln wären also F13,3 notwendig.
Das finde ich interessant. Bisher habe ich meist die Angabe vom 1:5 bis 1:7 gelesen - grob hergeleitet aus dem Abtasten des Beugungsscheibchens mit 2 Pixeln. Das deckte sich auch bisher immer ganz gut mit meinem Erleben beim Planeten fotografieren.

Kannst Du mir helfen und erklären wo die 3,6x herkommen?

Vielen Dank,
Jesco
 
Kannst Du mir helfen und erklären wo die 3,6x herkommen?

Die 3,6 ergeben sich direkt aus dem Auflösungsvermögen und der 2 Pixel Bedingung.

Beispiel:

Auflösung in Linien/mm = 1/ (Öffnungszahl x Wellenlänge)
Nehmen wir zb. F5 und 555nm an dann sind das.

A = 1/(5x0,000555mm)
A = 360 Linien/mm

Eine Linie ist also 1mm/360 = 0,00278mm also 2,78µm breit
Nach der 2 Pixel Bedingung müssen sich also 2 Pixel auf 2,78µm verteilen.
Also muss hier ein Pixel 2,78/2 = 1,39µm groß sein.

Das Verhältnis von Pixelgröße (1,39µm) zu Öffnungszahl (F5) ist also 1 zu 3,6.

Dieser Wert gilt für Monochrome Sensoren.
Bei Farbsensoren rechnet man wegen der Bayer Matrix mit 1 zu 5.

Grüße Gerd
 
Hallo Jesco,

Das finde ich interessant. Bisher habe ich meist die Angabe vom 1:5 bis 1:7 gelesen - grob hergeleitet aus dem Abtasten des Beugungsscheibchens mit 2 Pixeln. Das deckte sich auch bisher immer ganz gut mit meinem Erleben beim Planeten fotografieren.

Deine Angabe von Pixelgröße = Öffnungszahl / 5 (mono-Sensoren) bzw. 7 (RGB-Sensoren) ist schon korrekt, denn streng genommen kommt es hier auf die kürzeste aufzulösende Wellenlänge (rund 400nm und nicht 555nm) an. Wenn man außerdem berücksichtigt, dass keine punktförmige sondern eine flächenmäßige Abtastung durch den Sensor erfolgt, dann müsste man die Abtastrate eigentlich sogar noch etwas erhöhen.

Ciao Werner
 
Hallo zusammen,
lese hier nur quer, aber solange man mit AutoStakkert stackt, muss man nicht zwischen Mono und Bayermatrix unterscheiden. AS! nutzt keinen Debayer Algorithmus, sondern erzeugt die Farbe durch den immer leichten Versatz der Bilder.
VG ralf
 
Hallo Gerd. Hallo Werner.

Vielen Dank. Bin wieder ein Stück schlauer!

LG Jesco
 
Deine Angabe von Pixelgröße = Öffnungszahl / 5 (mono-Sensoren) bzw. 7 (RGB-Sensoren) ist schon korrekt, denn streng genommen kommt es hier auf die kürzeste aufzulösende Wellenlänge (rund 400nm und nicht 555nm) an.

Das ist schlicht falsch.
Wenn dann käme es auf die mittlere Wellenlänge des B Kanals an also auf etwa 475nm.
Hättest du recht und es wäre der Rand des Durchlassbereichs ausschlaggebend dann wäre es nicht der untere sondern der obere Rand welcher bestimmend wäre denn dann würde das Prinzip vom schwächsten Glied in der Kette gelten.
Also das größte Beugungsscheibchen wäre das Entscheidende da dann natürlich kleinere BS vom größten BS überdeckt werden.

Weder Faktor 5 noch Faktor 7 beruhen auf exakten Berechnungen, sondern das sind rein willkürlich getroffene Annahmen.
Die einzig exakte Berechnung ist Faktor 3,6.

Wenn man außerdem berücksichtigt, dass keine punktförmige sondern eine flächenmäßige Abtastung durch den Sensor erfolgt, dann müsste man die Abtastrate eigentlich sogar noch etwas erhöhen.

Wie kommst du denn darauf?
Es liegt den 3,6 das für flächige Objekte entscheidende Auflösungsvermögen in Linien/mm zugrunde welches der Grenzfrequenz der MTF entspricht.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

eigentlich ich hab' keine große Lust Dir ausführlch zu antworten, da schon absehbar ist, wohin das wieder führt ...

Im Prinzip hatten wir das Thema vor 15 Jahren schon in ausführlichen Diskussionen abgearbeitet und seit der Zeit propagierst Du Deinen Faktor 3,6x. Selbst Jan, der damals noch kleinere Faktoren favorisierte (2,8x und drunter) hat glaub' ich inzwischen eingesehen, dass größere Faktoren sinnvoller sind (es gab' dazu irgendwo auf dem blauen Forum einen thread, bei dem sich jemand die Mühe gemacht hat, den Nachweis in der Praxis mit Mars als Beispiel zu führen, dass das sampling bei 5x (vs. 2x/3x ?) tatsächlich Auflösungsvorteile bringt).

Das ist schlicht falsch.
Wenn dann käme es auf die mittlere Wellenlänge des B Kanals an also auf etwa 475nm.
Hättest du recht und es wäre der Rand des Durchlassbereichs ausschlaggebend dann wäre es nicht der untere sondern der obere Rand welcher bestimmend wäre denn dann würde das Prinzip vom schwächsten Glied in der Kette gelten.
Also das größte Beugungsscheibchen wäre das Entscheidende da dann natürlich kleinere BS vom größten BS überdeckt werden.

Dabei übersiehst Du den Fall, dass zu scannendes Detail seinen Schwerpunkt im Blaukanal gerade am violetten Ende haben könnte.

Weder Faktor 5 noch Faktor 7 beruhen auf exakten Berechnungen, sondern das sind rein willkürlich getroffene Annahmen.

Oh Gerd...

Die Faktoren 5x und 7x sind keineswegs >rein< willkürlich. Der Faktor 5x errechnet sich genauso "exakt" wie Dein Faktor 3,6x mit der Wellenlänge 400nm (eben die obere Grenze des zu samplenden Wellenlängenbereichs). Der noch höhere Faktor 7x ist dem Farb-undersampling der Bayer-Matrix geschuldet.

Die einzig exakte Berechnung ist Faktor 3,6.

Mit Deiner Herausstellung, dass es nur für den Faktor 3,6x eine exakte Berechnung gäbe, willst Du eine Korrektheit suggerieren, die es auch bei Dir nicht gibt. Es liegt die willkürliche Annahme zu Grunde, dass mit einem sampling bei 555nm alles Detail erfasst werden würde.

Aber macht es wirklich Sinn das sampling an der Mitte (555nm-Mitte des Grünkanals) des gesamten zu detektierenden Spektralbereichs (ca. 400-700nm) zu orientieren?

Aus der Praxis heraus ist bei mir der Blaukanal (bei sehr gutem seeing!) erkennbar höher aufgelöst wie der Grün- und erst Recht der Rot-Kanal (ist ja auch theoretisch so erwartbar). Insofern macht es durchaus Sinn, das sampling zumindest an dem Blaukanal zu orientieren, um kein Detail zu verlieren.
Da oversampling nicht schadet (sieht dazu auch unten), solange die Belichtungszeiten dadurch nicht zu lange werden (Verschmierung durch seeing) spricht gerade bei den neueren, empfindlicheren Sensoren überhaupt nichts dagegen.

Wie kommst du denn darauf?
Es liegt den 3,6 das für flächige Objekte entscheidende Auflösungsvermögen in Linien/mm zugrunde welches der Grenzfrequenz der MTF entspricht.

Bei dem Gesamtergebnis des Aufnahmeprozesses spielt nicht nur die MTF der Optik eine Rolle, sondern auch die MTF des Sensors.
Die normierte Sensor-MTF hat bei der Nyquist-Frequenz des Sensors einen Wert deutlich unter 1 (die abfallende Kurve liegt hier meist schon unter 0,5). Bei einem höher auflösenden Sensor wäre bei der selben Frequenz der MTF-Wert noch nicht so stark abgefallen.
D.h. durch oversampling könnte man einen günstigeren MTF-Verlauf erzielen. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, ist gegenüber den 2 Pixel bei Nyquist deswegen ein sampling mit bis zu 3,5-4 Pixeln vorteilhafter.

Ciao Werner
 
Hallo

Ihr mit euren halben Sachen
Faktor 3 oder 8 bringt nur mit Barlow verlängert auch andere Beli htungszeit mit sich, und ab da spielt das Seeing mit.
Da helfen nur grobe Richtwerte und Erfahrungen,
Aber wenn ihr Sommerloch habt und Diskutieren müsst, dann doch schön lieb bleiben.

Gruß Frank
 
Aber macht es wirklich Sinn das sampling an der Mitte (555nm-Mitte des Grünkanals) des gesamten zu detektierenden Spektralbereichs (ca. 400-700nm) zu orientieren?

Aus der Praxis heraus ist bei mir der Blaukanal (bei sehr gutem seeing!) erkennbar höher aufgelöst wie der Grün- und erst Recht der Rot-Kanal (ist ja auch theoretisch so erwartbar).

Daß der Blaukanal höher auflösen muß, liegt natürlich an der kürzeren Wellenlänge, das muß so sein.

Die Frage, an welcher Wellenlänge man sinnvollerweise bei RGB das Sampling orientieren sollte, bleibt noch offen:

Würde man sich am Blaukanal orientieren, verbessert es die Auflösung dieses Kanals und wäre kein Nachteil für Kanäle längerer Wellenlänge, davon profitiert doch das Ergebnis. Würde man sich dabei auch noch an der kürzesten Wellenlänge dieses Kanals orientieren, die der gegebene Sensor detektieren kann, würde auch das das Ergebnis noch ein Stückweit verbessern.

Ist da irgendwo ein Denkfehler?
 
Eigentlich nicht. Orientiere Dich am Blau und gut isses. Hier nochmal super erklärt von Marco Lorenzi. Eigentlich alles, was Werner schon sagte.

CS Jochen

Wenn man mit RGB Filtern arbeitet wäre dann hier die Zentralwellenlänge des B Filters also etwa 475nm Relevant aber nicht die unterste Wellenlänge des Durchlassbereichs so wie das Werner behautet.
Für den Luminanzfilter wäre die Zentralwellenlänge aber auch wieder etwa 550nm und für den G Filter natürlich auch.
Wenn man wirklich auf die 475nm geht und die Nachteile der Überabtastung also längere Belichtungszeiten bzw. schlechteres Signal/ Rauschverhalten für alle anderen Kanäle in Kauf nimmt würde sich ein Verhältnis Pixelgröße zu Öffnungszahl von 1 zu 4,17 statt 1 zu 3,6 ergeben.
Auch dann wären wir also immer noch sehr deutlich unter den 5 oder gar 7 wie von Werner propagiert.

Zu Herrn Lorenzi.
Er verwechselt das FWHM mit dem Auflösungsvermögen bzw. der Grenzfrequenz der MTF.
Das FWHM also die Halbwertsbreite gibt den Durchmesser der 50% Intensität an.
Wohl gemerkt den Durchmesser und nicht etwa den Radius.
Bezieht man das auf die PSF wäre das der Durchmesser der EE50.
EE = Eingeschlossene Energie.
Der Durchmesser der EE50 ist aber nicht das Auflösungsvermögen.
Er verwendet hier den Begriff FWHM also völlig falsch.

Das Auflösungsvermögen errechnet sich wie schon beschrieben.

Auflösung in Linien/mm = 1/ (Öffnungszahl x Wellenlänge)
Nehmen wir zb. F5 und 555nm an dann sind das.

A = 1/(5x0,000555mm)
A = 360 Linien/mm

Eine Linie ist also 1mm/360 = 0,00278mm also 2,78µm breit
Nach der 2 Pixel Bedingung müssen sich also 2 Pixel auf 2,78µm verteilen.
Also muss hier ein Pixel 2,78/2 = 1,39µm groß sein.

Das Verhältnis von Pixelgröße (1,39µm) zu Öffnungszahl (F5) ist also 1 zu 3,6.

Dann rechnet er nicht mit Nyquist also der 2 Pixel Bedingung sondern gibt rein willkürlich 2,5 bis 3 Pixel an wobei er letztendlich dann mit 2,75 rechnet.
Und oh Wunder wenn man nicht mehr nach Nyquist sondern nach eigenem Gutdünken einfach eine andere Bedingung nämlich 2,75 statt der 2 nach Nyquist festlegt dann kommt man natürlich auch zu einem anderren Verhältnis als sich nach der Nyquist Bedingung ergibt.
Im konkreten Fall eben auf (2,75/2) * 3,6 = 4,95 oder rund 5.

Die 1 zu 5 die gerne in den Raum geworfen werden beruhen also nicht etwa auf der Nyquist Bedingung so wie behauptet sondern auf einer nach eigenem Gutdünken erfundenen Bedingung mit einer Abtastung von 2,75 Pixel statt der 2 nach der Nyquist Bedingung.

Von mir aus kann man das ja gerne so machen aber man muss dann natürlich immer dazusagen das es hier nicht um Nyquist geht sondern das die 5 auf einer rein willkürlich getroffenen „Angstzugabe“ von rund 38% basiert.
Frei nach dem Motto lieber etwas mehr als zu wenig.
Das ist ja aber keine exakte Wissenschaft sondern das ist rein willkürlich nach eigenem Gutdünken.

Dann kommt der Nächste der im festen Glauben das die 5 auf der Nyquist Bedingung fußen würden und gibt abermals eine Angstzugabe auf die Angstzugabe die ja schon in den 5 drinsteckt und landet statt bei 5 dann bei 5*1,38 = 6,9 oder rund 7.
Die kolportierten 7 sind also ganz offensichtlich das Ergebnis einer Angstzugabe auf eine Angstzugabe aus Unkenntnis das bereits in den 5 eine Angstzugabe drinsteckt.

Ist dann in etwa so als wenn der Herstellers eines 2 Taktmotors feststellt das ein Öl/ Benzingemisch von 1 zu 70 ausreicht um die Schmierung zu gewährleisten aber um auf der sicheren Seite zu sein gibt er 1 zu 50 an.
Der Kunde denkt dann die 1 zu 50 wären schon grenzwertig und mischt dann lieber 1 zu 30 nach dem Motto lieber etwas mehr als zu wenig.
Am Ende läuft der Motor dann mit 1 zu 30 und verpestet die Umwelt mit Blauem Dunst obwohl 1 zu 70 völlig ausgereicht hätten.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
(es gab' dazu irgendwo auf dem blauen Forum einen thread, bei dem sich jemand die Mühe gemacht hat, den Nachweis in der Praxis mit Mars als Beispiel zu führen, dass das sampling bei 5x (vs. 2x/3x ?) tatsächlich Auflösungsvorteile bringt).
Ja, das hatte ich mal gemacht. Ist leider nicht mehr so einfach auffindbar. Die Gründe lagen in der Praxis.
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis weit höher als in der Theorie.
VG ralf

 
Hallo zuammen,

@Gerd_Duering:
Nur ein paar kurze Anmerkungen/Richtigstellungen.

Wenn man mit RGB Filtern arbeitet wäre dann hier die Zentralwellenlänge des B Filters also etwa 475nm Relevant aber nicht die unterste Wellenlänge des Durchlassbereichs so wie das Werner behautet.

1. Ich weise auf meinen obigen Einwand hin:
Dabei übersiehst Du den Fall, dass zu scannendes Detail seinen Schwerpunkt im Blaukanal gerade am violetten Ende haben könnte.

2. Die meisten gebräuchlichen B-Filter haben ihren Durchlassbereich und damit Schwerpunkt bei kürzeren Wellenlängen z.B.:
-Astronomik B, Durchlass (T 50%) ca. 380-490nm, Mittelwert 435nm
-Baader B-CCD, Durchlass (T 50%) ca. 380-510nm, Mittelwert 445nm
-Baader B-CMOS, Durchlass (T 50%) ca. 395-505nm, Mittelwert 450nm
-Pegasus-Astro, Durchlass (T 50%) ca. 380-490nm, Mittelwert 435nm

Insofern liegt der Schwerpunkt nicht bei 475nm sondern bei kürzeren Wellenlängen.

Da die meisten Filter bei der kurzwelligen Durchlasskante das Plateau um 400nm erreichen, sehe ich in Zusammenhang mit Punkt 1. die Annahme der unteren Grenze bei 400nm als durchaus legitim.

Wenn man wirklich auf die 475nm geht und die Nachteile der Überabtastung also längere Belichtungszeiten bzw. schlechteres Signal/ Rauschverhalten für alle anderen Kanäle in Kauf nimmt würde sich ein Verhältnis Pixelgröße zu Öffnungszahl von 1 zu 4,17 statt 1 zu 3,6 ergeben.
Auch dann wären wir also immer noch sehr deutlich unter den 5 oder gar 7 wie von Werner propagiert.

1. Der Mittelwert der meisten B-Filter liegt nicht bei 475nm, sondern eher bei ca. 440nm (siehe oben). Das Verhältnis Pixelgröße zu Öffnungszahl wäre demnach für diese Wellenlänge 1 zu 4,5. Aber eigentlich ist das nicht sinnvoll (siehe oben)
2. Selbst zu Zeiten von mit SW-Chip modifizierten ToU-Webcams (also vor 20 Jahren) haben bei guten Bedigungen die Vorteile des höhen Anbindefaktors die von Dir erwähnten Nachteile überwogen. Bei den neuen Kamerageneration spielt das immer weniger eine Rolle.
3. Unter der Annahme, dass das volle, theoretisch von dem Scope zur Verfügung stehende Auflösungsvermögen auch durch den Sensor aufgezeichnet werden soll (z.B. bei hochauflösende Planetenaufnahmen bei besten Bedingungen) leiten sich die Orientierung-Faktoren 5x und 7x demnach folgendermaßen ab:

Für Monochrom-Sensoren:

Maximalauflösung Scope f/5 (wie bei Gerds Beispiel) bei 400nm = 500 Linien pro mm = 2um pro Linie (MTF bei Null)
Abtastung mit mindestens der doppelten Frequenz => 1000 Linien pro mm = 1um
Also 1um-Pixel bei einem f/5-Scope

=> Pixelgröße = Öffnungszahl durch 5

Für Farb-Sensoren:

Berücksichtigung des Farb-Undersamplings durch die Bayer-Matrix
(2x Grün aber nur 1x Blau und 1x Rot auf 4 Pixel-Feld)

=> Pixelgröße = Öffnungszahl durch 7

Die Zusammenhänge sind komplex und auch je nach verwendetem Algorithmus (de-Bayer) unterschiedlich. Die Auflösungsanisotropie und der Fill-Faktor der Sensor-Chips verkomplizieren die Angelegenheit weiter. Insofern können diese Faktoren sowieso nur Orientierungspunkte sein.

Nur sehe ich wirklich keinen vernünftigen Grund, warum man sich - wie von Gerd vorgeschlagen - bei dem Sampling an der Mitte des aufzuzeichnenden Spektralbereichs (555nm = Faktor 3,6x) orientieren sollte, wenn man doch alles Detail detektieren will, also auch feinstes Details am blauen Ende (eben 400nm = Faktor 5x oder 7x) des Bereichs.

Nur als ein Beispiel für einen verwendeten Ankoppelfaktor bei hochauflösende Aufnahmen sei hier auf die Aufnahmparameter von Torsten Hansen hingewiesen. Er zeigt hier im Forum schon sehr lange seit Jahren konsistent gute Aufnahmen (natürlich einige andere auch!).


C11 + 1,7x Barlow => f/17
Sensor ASI462MC Color mit 2,9 um-Pixel
=> Faktor 5,9x

Torsten liegt mit seiner Anbindung also gerade zwischen obigen Faktoren.

Die eigentliche Grenze für das sampling sehe dann gegeben, wenn dadurch die Belichtungszeiten zu lange werden, um das seeing einzufrieren.
Aber unter guten Bedingungen sehe ich keinen Grund warum man sich bei hochauflösenden Planetenaufnahmen nicht an obigen Faktoren orientieren sollte.

Bei dem Gesamtergebnis des Aufnahmeprozesses spielt nicht nur die MTF der Optik eine Rolle, sondern auch die MTF des Sensors.
Die normierte Sensor-MTF hat bei der Nyquist-Frequenz des Sensors einen Wert deutlich unter 1 (die abfallende Kurve liegt hier meist schon unter 0,5). Bei einem höher auflösenden Sensor wäre bei der selben Frequenz der MTF-Wert noch nicht so stark abgefallen.
D.h. durch oversampling könnte man einen günstigeren MTF-Verlauf erzielen. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, ist gegenüber den 2 Pixel bei Nyquist deswegen ein sampling mit bis zu 3,5-4 Pixeln vorteilhafter.

Dazu hast Du leider überhaupt nicht Stellung genommen. Warum nicht? Bist Du der Meinung, dass das keine Relevanz hat?

@003sec/Ralf: Ja, es waren Deine Aufnahmen auf astrotreff in der Diskussion mit Jan, auf die ich mich bezogen hatte und es war sicher viel Arbeit, dass in der Praxis so zu belegen! Ich hatte Ähnliches anläßlich einer analogen Diskussion 15 Jahre früher ebenfalls versucht.

Ciao Werner
 
nur so, kurz als Einwand, eine "Zwei-Pixel-Bedingung" muss auch in der Diagonale funktionieren. Das wären dann grob 2,8.

Das ist ein theoretisches Konstrukt und in der Praxis längst widerlegt.
Man kann das im Bild erreichte Auflösungsvermögen ja leicht mittels Siemensstern bestimmen.
Damit der nötige Abstand zum Siemensstern nicht aus dem Ruder läuft ist es sinnvoll das mit sehr kleiner Öffnung zu tun.
Hier mal ein Siemensstern mit 2,9mm Öffnung bei 41mm Brennweite also F14 und 3,9µm Pixeln aufgenommen.
Also Faktor 14/3,9= 3,6

42mmF14.jpg


Der runde Siemensstern hat ja den Vorteil das man hier das Auflösungsvermögen für jede beliebige Richtung bestimmen kann.
Wie man sieht ist das Auflösungsvermögen in der Diagonalen nicht wirklich schlechter als Horizontal oder Vertikal.

Nach deiner Theorie müsste das Auflösungsvermögen in der Diagonalen um Faktor 1,41 schlechter sein.
Das Bedeutet der Radius beim Siemensstern ab dem man die einzelnen “Strahlen“ nicht mehr voneinander unterscheiden kann müsste in der Diagonalen um Faktor 1,41 größer sein als Horizontal oder Vertikal.
Das ist wie man unschwer erkennen kann aber definitiv nicht der Fall.
Man könnte vielleicht darüber streiten ob es minimale Unterschiede gibt, die Grenze ist ja eh etwas schwammig aber das es einen Unterschied von Faktor 1,41 gibt kann definitiv ausgeschlossen werden denn das müsste schon sehr deutlich zu sehen sein.

Von daher kann man den Einwand das man die Diagonale des Pixels betrachten müsste als klar widerlegt betrachten.

Es ist lediglich ein an den Haaren herbeigezogenes Argument um krampfhaft einen höheren Faktor als 3,6 zu rechtfertigen das in der Praxis wie gerade geschehen klar widerlegt werden kann.

Grüße Gerd
 
genau. Auch das beschreibt Marco Lorenzi.

Also jemanden der nicht mal den Unterschied von FWHM und Auflösungsvermögen kennt und der damit zeigt das er die hier wichtigen Zusammenhänge gar nicht richtig verstanden hat würde ich jetzt nicht unbedingt als Referenz heranziehen.

Nebenbei besagt ja Nyquist auch nur, dass man mindestens 2 Pixel braucht, d.h. 2 oder mehr. Ohne jede Willkür, wir auch mal gern behauptet wird.

Natürlich ist Nyquist eine Mindestbedingung aber trotzdem besagt sie das es eben mindestens 2 Pixel sein müssen und nicht mindestens 2,5 oder 3.
Wer behauptet das es mindestens 2,5 oder 3 sein müssten der kann sich nicht auf Nyquist berufen sondern das ist dann seine eigene rein willkürlich getroffenen Festlegung die keinerlei wissenschaftlichen Hintergrund hat.

Wenn ein Glas 1l Fassungsvermögen hat muss ich auch mindestens 1l einfüllen damit es voll wird.
Wenn ich nur 0,5l einfülle ist es nur halbvoll, wenn ich 1l einfülle ist es voll und wenn ich 2 l reinschütte ist es auch voll auch wenn hier dann die Hälfte übergelaufen ist.
Wer aber behauptet das es mindestens 2l sein müssen damit das 1l Glas voll wird der bewegt sich außerhalb des Wissenschaftlichen Konsens.

Grüße Gerd
 
Da die meisten Filter bei der kurzwelligen Durchlasskante das Plateau um 400nm erreichen, sehe ich in Zusammenhang mit Punkt 1. die Annahme der unteren Grenze bei 400nm als durchaus legitim.

Das ist doch nur an den Haaren herbeigezogen um krampfhaft einen höheren Faktor als 3,6 zu rechtfertigen. Du greifst hier nach jedem Strohhalm den du kriegen kannst um Faktor 5 zu rechtfertigen aber das ist schon recht albern.
Ich halte mich da lieber an eine vernünftige wissenschaftliche Basis und die besagt das bei Filtern immer die Zentralwellenlänge für das zu erwartende Auflösungsvermögen heranzuziehen ist und nicht einer der beiden Ränder, weder der Untere noch der Obere.
Mit welcher Zentralwellenlänge man nun genau rechnet darüber lässt sich natürlich je nach Filter trefflich streiten aber ob es nun ein paar nm mehr oder weniger sind ist letztlich dann auch nicht das Entscheidende.
Entscheidend ist das es nicht der untere Rand des Durchlassbereichs sein kann.

Maximalauflösung Scope f/5 (wie bei Gerds Beispiel) bei 400nm = 500 Linien pro mm = 2um pro Linie (MTF bei Null)
Abtastung mit mindestens der doppelten Frequenz => 1000 Linien pro mm = 1um
Also 1um-Pixel bei einem f/5-Scope

=> Pixelgröße = Öffnungszahl durch 5

Die Berechnung kann natürlich immer nur so gut sein wie die Zahlen mit denen man arbeitet.
Die 400nm sind rein auf Krampf an den Haaren herbeigezogen, weil du unbedingt auf 5 kommen wolltest und wenn das Ergebnis der Berechnung quasi vorher schon feststeht muss man dann eben die Zahlen mit denen man rechnet so anpassen das letztlich dann das gewünschte Ergebnis rauskommt.
Ich finde das ziemlich albern und das hat mit vernünftigen Berechnungen letztlich nichts mehr zu tun.

Ich glaube auch nicht das Faktor 5 auf dieser Berechnung fußen.
Es dürfte wohl eher so sein wie von Lorenzi beschrieben.
Das Auflösungsvermögen basiert auf 555nm aber die Abtastung wurde so wie von Lorenzi beschrieben rein willkürlich mit 2,75 statt mit 2 Pixeln festgelegt.
Dann ergeben sich bei F5
555nm = 360 Linien/mm = 2,78µm/Linie
Abtastung mit 2,75 flacher Frequenz = 360x 2,75 = 990 Linen /mm bzw. rund 1000Linien/mm womit wir auch wieder bei Faktor 5 wären.

Die 5 basieren also nicht auf den 400nm sondern auf einer rein willkürlich festgelegten Angstzugabe.

Bei dem Gesamtergebnis des Aufnahmeprozesses spielt nicht nur die MTF der Optik eine Rolle, sondern auch die MTF des Sensors.
Die normierte Sensor-MTF hat bei der Nyquist-Frequenz des Sensors einen Wert deutlich unter 1 (die abfallende Kurve liegt hier meist schon unter 0,5). Bei einem höher auflösenden Sensor wäre bei der selben Frequenz der MTF-Wert noch nicht so stark abgefallen.
D.h. durch oversampling könnte man einen günstigeren MTF-Verlauf erzielen. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, ist gegenüber den 2 Pixel bei Nyquist deswegen ein sampling mit bis zu 3,5-4 Pixeln vorteilhafter.

Die Nyquist-Frequenz ist lediglich ein Richtwert und keine harte Grenze, insofern habe ich wie weiter oben auch schon erwähnt überhaupt kein Problem damit wenn man hier eine Angstzugabe macht um auf der Sichereren Seite zu sein.
Ein Problem habe ich nur mit dem Versuch die letztlich rein willkürlich getroffene Angstzugabe nicht als solche zu kennzeichnen, sondern zu versuchen mit an den Haaren herbeigezogenen Zahlen diese willkürliche Zugabe als exakte Berechnung hinzustellen.

Es ist halt so das die exakte Berechnung Faktor 3,6 ergibt und mit Angstzugabe sind es dann halt 5.

Man sollte sich auch darüber im Klaren sein das ja auch schon Faktor 3,6 von absolut idealen Bedingungen ausgeht.
Also perfekte Optik ohne Obstruktion oder Farbfehler und mit Strehl 1,0 und keinerlei Seeing.
In der Praxis hat man das ja längst nicht so.

Das bedeutet in der Praxis hat man ja schon in den 3,6 eine gewisse Reserve.
Außerdem muss man wissen das das volle Auflösungsvermögen nur für 100% Objektkontrast gilt.
Haben wir zb. nur 10% Objektkontrast drückt das die Ganze MTF entsprechend nach unten und man erhält dann bei hohen Ortsfrequenzen so niedrige Bildkontraste das sie nicht mehr detektierbar sind. Das Auflösungsvermögen ist hier also geringer und man ist hier also auch schon mit Faktor 3,6 deutlich in der Überabtastung.

Grüße Gerd
 
Das ist ein theoretisches Konstrukt und in der Praxis längst widerlegt.
Man kann das im Bild erreichte Auflösungsvermögen ja leicht mittels Siemensstern bestimmen.
Hallo Gerd,
ich verstehe nicht so viel von Formeln, aber das hier ist das Abtasttheorem, und da sehe ich "diag".

f_s >= 2 * f_max

f_s,x >= 2 * f_x,max und f_s,y >= 2 * f_y,max

f_max,diag = sqrt(f_x,max^2 + f_y,max^2)

f_s >= 2 * f_max,diag = 2 * sqrt(f_x,max^2 + f_y,max^2)

Du hast also im Hobbykeller mit Siemensstern das Theorem widerlegt, und du redest von willkürlich festgelegt?
Der Witz ist, dass du in der Praxis sogar recht hast, da wir viele Bilder stacken und sich die Frequenz-"Quadrate" durch leichten Versatz "abrunden". Das führt hier jetzt aber vielleicht ein bisschen zu weit.
Ich glaube, es war Holger, aus dem blauen Forum, der in einer Diskussion die weltweit erfolgreichsten 10 Planetenfotografen und deren Abtastraten in einer Tabelle dargestellt hatte. Ausnahmslos alle lagen beim Sampling über 5.
VG ralf

 
ich verstehe nicht so viel von Formeln, aber das hier ist das Abtasttheorem, und da sehe ich "diag".

Das Abtasttheorem ist natürlich nicht ganz speziell für die Fotografie gemacht, sondern allgemein für die verschiedensten Bereiche und natürlich auch für den Fall einer eindimensionalen Abtastung entlang einer Linie.
Und selbstverständlich, wenn man ausschließlich entlang der Diagonalen abtastet und die Informationen in X als auch in Y fehlen dann muss man selbstverständlich dann die Länge der Diagonale als Bezug nehmen.

In der Fotografie tasten wir aber Zweidimensional ab und haben die Informationen sowohl in X als auch in Y und das reicht aus um auch die Diagonale entsprechend gut aufzulösen wie unschwer am Siemensstern zu erkennen ist.

Der Witz ist, dass du in der Praxis sogar recht hast, da wir viele Bilder stacken und sich die Frequenz-"Quadrate" durch leichten Versatz "abrunden".

Der von mir gezeigte Siemensstern ist ein Einzelbild so das hier durch stapeln auch keine Ecken abgerundet werden können.

Ich glaube, es war Holger, aus dem blauen Forum, der in einer Diskussion die weltweit erfolgreichsten 10 Planetenfotografen und deren Abtastraten in einer Tabelle dargestellt hatte. Ausnahmslos alle lagen beim Sampling über 5.

Wie nun schon mehrfach erwähnt habe ich kein Problem damit eine gewisse Zugabe zu machen um auf der Sicheren Seite zu sein und meinetwegen mit Faktor 5 zu arbeiten nur sollte man das dann eben auch so deutlich sagen das die 5 auf einer letztlich willkürlich gemachten Zugabe beruhen und nicht auf einer exakten Berechnung.
Die exakte Berechnung ergibt 3,6!

Und das viele hier traditionell eher mit Faktor 5 oder gar noch höher arbeiten ist noch lange kein Beweis dafür das nicht Faktor 3,6 auch ausgereicht hätte.
Ich denke mal die sehr hohen Faktoren verwendet man eher aus Tradition aus der Chemischen Fotografie wo sehr große Öffnungszahlen ja wirklich auch sinnvoll waren und damit man auch digital auf die traditionell sehr großen Öffnungszahlen kommt müssen hier dann also sehr hohe Faktoren her.


Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,
das ist ein Einzelbild, o.k. Farbe, Bayer-Algorithmus, Unschärfe einer Optik, möglicherweise hast du die theor. Auflösung deiner Optik überschritten (ich gehe aber davon aus, dass du das dann bemerkt hättest), dann ist das Bild skaliert, ich sehe keine Pixel, nur unscharfe Ränder und Artefakte durch die JPG-Kompression und das stellst du gegen langjährige Erfahrungen der besten Planetenfotografen?
Wir sind uns einig: Man kann in der Planetenfotografie das Nyquist-Kriterium unterschreiten, weil es hier spezielle Bedingungen gibt, die das Kriterium nicht wiedergibt. Die Gründe sind vielfältig, aber das ist Praxis.
Bei einem Sampling von 4 habe ich gut arbeiten können und habe wohl auch des Öfteren das mögliche Maximum an Schärfe herausholen können. Bei einem Sampling von 5 gelingt es mir aber leichter und öfter und ich brauche weniger Material, um zum gleichen Ergebnis zu kommen.
Wollen wir hier Schluss machen?
VG ralf
 
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