Henning81
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Liebe Leser,
In den vergangenen vier Nächten kam ich dreimal raus zum Beobachten. Klare, wennauch etwas kühle und zeitweise zugige Bedingungen bei uns hinten auf der Wiese. Dafür ganz ungewöhnlich trockene Luft mit wirklich guter Durchsicht bis runter an den Horizont, der den Blick auf die aufgehenden Sterne freigab, wie man es hier selten erlebt. Das Abendlicht liess jeweils schon durchscheinen, was sich dann nächtens darbot: Jede Nacht SQM-Werte über 21,70mag/arcsec, abgerundet, die zweite Nacht sogar 21,80, und letzte Nacht erstmals bei drei Messungen über 21,90, bei -2°C. SQM ohne Linse, gemessen jeweils im Zenit, die Milchstrasse war da noch tiefer und störte die Messung nicht. Willkommen in der Uckermark.
Los ging es zweimal schon gegen 21:30 Uhr, denn ich wollte den Kometen C/2025 F2 (SWAN) nochmal sehen. Dies gelang mir aber trotz konzentrierter Suche nicht wieder. Irgendwo las ich dann, er könne bereits auseinandergebrochen sein. Es folgte dann ein Abfahren einiger Standardobjekte entsprechend der Jahreszeit in Löwe, Jungfrau, Haar der Berenike. Also haufenweise Galaxien (-äh, -Haufen und -Ketten). Dazu vier oder fünf Kugelstern-, ja, auch -Haufen, wie man so sagt. Zum Einsatz kam in den ersten zwei Nächten mein 8" f/6 Dobson, in der dritten Nacht dazu auch noch der 16er f/4,5 Gitterrohrdob. Davor hatte ich Einiges an meinen Hyperions herumgeschraubt, Feintuningringe, um die Brennweite zu verändern. So ergab sich ein sinnvoller nutzbares Vergrößerungsfeld für meine Okularpalette und als interessanter Nebeneffekt die Möglichkeit, beide Geräte gleichzeitig bei ähnlicher Vergrößerung zu vergleichen, ohne Okularwechsel. Noch mit acht Zoll in einer der ersten beiden Nächte suchte ich, sowieso gerade bei M5 gewesen seiend, auch NGC 5957 auf, in der Hoffnung auf eine Sichtung der dortigen Supernova SN 2025 fvw. Nebenan war NGC 5970 als Trostgalaxie etwas besser zu sehen, denn ich sah zwar NGC 5957 als zarten Hauch, aber die Supernova zeigte sich erst in der letzten Nacht im Sechzehnzöller, wo ich sie gut mit den ebenfalls im Feld stehenden Vordergrundsternen vergleichen konnte. So um die 15,1mag könnte sie haben, vielleicht sogar etwas heller, sicher aber heller als 15,44mag. Ein rund 84 Millionen Lichtjahre weit entfernter Stern, plusminus. Nicht schlecht. Je später, desto besser ging das, dank zunehmender Horizonthöhe. Weil wir gerade bei Punktlichtquellen sind, erwähne ich hier noch die Beobachtung einiger Kleinplaneten, die mir von Stellarium geradezu aufgedrängt wurden und die ich dann erstens auch fand und deren Beobachtung zweitens per Bildschirmfoto gleich vorm Vergessen bewahren konnte. Dies waren am Donnerstag, den 24.04. um 00:43 Uhr Kleinplanet Kreusa, 11,99mag, dann kurz darauf Nemesis, gefolgt von Patientia und zum Schluss Vesta, die ich meine schon im 9x50 Sucher gesehen zu haben, was aber auch nicht so schwierig ist.
Ein paar planetarische Nebel standen auch auf dem Programm. Der Katzenaugennebel im Drachen, den ich auch mit dem ES OIII Filter aufzuhübschen versuchte. Dies brachte aber wenig, denn der Nebel war ohnehin sehr hell. Der Ringnebel war dann auch irgendwann wieder im Okular, und mit 16" versuchte ich mich auch wie immer erfolglos an dessen Zentralstern. Dank beherzten Schneidens eines -äh, Durchgriffes, in meine relativ neue Streulichtsocke aka zweier schwarzer Gartenlaubspringsäcke konnte ich nun auch den tollen Filterschieber am Sechzehner bestücken und nutzen. Da aber die Nebel alle so hell waren, wäre das eigentlich nicht nötig gewesen. M98, also den Eulennebel, konnte ich schön zenitnah geniessen. Der Zenit ist ohnehin die Region, die mit dem langen Sechzehner besser geht als mit dem Achter, die Ergonomie betreffend. Ich konnte indirekt die zwei Augen der Eule sehen. Die Surfbrettgalaxie, M109(?), wurde da auch kurz besucht. Natürlich auch in jeder Nacht M51, in beiden Geräten. Im Achter Spiralarme indirekt, im Sechzehner direkt, auch bei der kleinen Begleitgalaxie NGC Schlagmichtot. Als Sonderlinge besuchten wir am ersten Abend wiedermal U Camelopardalis, wegen der schönen rotorangen Färbung und den Jolly Roger Haufen am anderen Ender der dortigen Sternkette. Und dann wollte ich das Mysterium des "Loch im Haufen" im Schwan lüften, dessen Loch mir nie so richtig zu definieren gelang. Auch diesmal wieder eher unklar, wenn auch klar verortet. Ich hake das mal als Objekt ab, welches mehr gehyped wird als es verdient. Ich denke, im Groben wars das. Aussenherum gab es wie eigentlich immer etliche Nachtgeräusche aus Feld und Wald. Am ersten Abend kreiste vermutlich eine Eule einige Male um uns herum und nach der letzten, der heutigen, Nacht, flogen zwei Wiedehopfe morgens über mich und einer liess sich hupend im Baum nahebei nieder. Die hatte ich schon seit Wochen gehört und trotz einiger Anstrengungen dieses Jahr noch nicht beobachten können. Diesmal war das also ein richtiges Geschenk an mich, und mein Fernglas hing ja noch griffbereit am Teleskop. Erstaunlich dünne Schnäbel haben die. Um dem Bild vorzubeugen, ich hätte bis ins Morgengrauen beobachtet: Dem war nicht so. Ich habe höchstens bis um 02:00 Uhr früh beobachtet und mich dann, zwar mit Sternenhimmel über mir und mit verführerisch aufsteigender, vor Deneb (besser: dahinter Richtung Kepheus. Ich sehe immer eher ein Kreuz als einen Schwan mit Bürzeldeneb) irrsinnig strukturierter Milchstrasse, aber mit geschlossenen Augen, bis um 05:30 Uhr geschlafen und bin nur zufällig total verträumt zu den Instrumenten auf die Wiese geschlendert, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Alles ok, Rauhreif auf den Flächen.
CS,
Henning
In den vergangenen vier Nächten kam ich dreimal raus zum Beobachten. Klare, wennauch etwas kühle und zeitweise zugige Bedingungen bei uns hinten auf der Wiese. Dafür ganz ungewöhnlich trockene Luft mit wirklich guter Durchsicht bis runter an den Horizont, der den Blick auf die aufgehenden Sterne freigab, wie man es hier selten erlebt. Das Abendlicht liess jeweils schon durchscheinen, was sich dann nächtens darbot: Jede Nacht SQM-Werte über 21,70mag/arcsec, abgerundet, die zweite Nacht sogar 21,80, und letzte Nacht erstmals bei drei Messungen über 21,90, bei -2°C. SQM ohne Linse, gemessen jeweils im Zenit, die Milchstrasse war da noch tiefer und störte die Messung nicht. Willkommen in der Uckermark.
Los ging es zweimal schon gegen 21:30 Uhr, denn ich wollte den Kometen C/2025 F2 (SWAN) nochmal sehen. Dies gelang mir aber trotz konzentrierter Suche nicht wieder. Irgendwo las ich dann, er könne bereits auseinandergebrochen sein. Es folgte dann ein Abfahren einiger Standardobjekte entsprechend der Jahreszeit in Löwe, Jungfrau, Haar der Berenike. Also haufenweise Galaxien (-äh, -Haufen und -Ketten). Dazu vier oder fünf Kugelstern-, ja, auch -Haufen, wie man so sagt. Zum Einsatz kam in den ersten zwei Nächten mein 8" f/6 Dobson, in der dritten Nacht dazu auch noch der 16er f/4,5 Gitterrohrdob. Davor hatte ich Einiges an meinen Hyperions herumgeschraubt, Feintuningringe, um die Brennweite zu verändern. So ergab sich ein sinnvoller nutzbares Vergrößerungsfeld für meine Okularpalette und als interessanter Nebeneffekt die Möglichkeit, beide Geräte gleichzeitig bei ähnlicher Vergrößerung zu vergleichen, ohne Okularwechsel. Noch mit acht Zoll in einer der ersten beiden Nächte suchte ich, sowieso gerade bei M5 gewesen seiend, auch NGC 5957 auf, in der Hoffnung auf eine Sichtung der dortigen Supernova SN 2025 fvw. Nebenan war NGC 5970 als Trostgalaxie etwas besser zu sehen, denn ich sah zwar NGC 5957 als zarten Hauch, aber die Supernova zeigte sich erst in der letzten Nacht im Sechzehnzöller, wo ich sie gut mit den ebenfalls im Feld stehenden Vordergrundsternen vergleichen konnte. So um die 15,1mag könnte sie haben, vielleicht sogar etwas heller, sicher aber heller als 15,44mag. Ein rund 84 Millionen Lichtjahre weit entfernter Stern, plusminus. Nicht schlecht. Je später, desto besser ging das, dank zunehmender Horizonthöhe. Weil wir gerade bei Punktlichtquellen sind, erwähne ich hier noch die Beobachtung einiger Kleinplaneten, die mir von Stellarium geradezu aufgedrängt wurden und die ich dann erstens auch fand und deren Beobachtung zweitens per Bildschirmfoto gleich vorm Vergessen bewahren konnte. Dies waren am Donnerstag, den 24.04. um 00:43 Uhr Kleinplanet Kreusa, 11,99mag, dann kurz darauf Nemesis, gefolgt von Patientia und zum Schluss Vesta, die ich meine schon im 9x50 Sucher gesehen zu haben, was aber auch nicht so schwierig ist.
Ein paar planetarische Nebel standen auch auf dem Programm. Der Katzenaugennebel im Drachen, den ich auch mit dem ES OIII Filter aufzuhübschen versuchte. Dies brachte aber wenig, denn der Nebel war ohnehin sehr hell. Der Ringnebel war dann auch irgendwann wieder im Okular, und mit 16" versuchte ich mich auch wie immer erfolglos an dessen Zentralstern. Dank beherzten Schneidens eines -äh, Durchgriffes, in meine relativ neue Streulichtsocke aka zweier schwarzer Gartenlaubspringsäcke konnte ich nun auch den tollen Filterschieber am Sechzehner bestücken und nutzen. Da aber die Nebel alle so hell waren, wäre das eigentlich nicht nötig gewesen. M98, also den Eulennebel, konnte ich schön zenitnah geniessen. Der Zenit ist ohnehin die Region, die mit dem langen Sechzehner besser geht als mit dem Achter, die Ergonomie betreffend. Ich konnte indirekt die zwei Augen der Eule sehen. Die Surfbrettgalaxie, M109(?), wurde da auch kurz besucht. Natürlich auch in jeder Nacht M51, in beiden Geräten. Im Achter Spiralarme indirekt, im Sechzehner direkt, auch bei der kleinen Begleitgalaxie NGC Schlagmichtot. Als Sonderlinge besuchten wir am ersten Abend wiedermal U Camelopardalis, wegen der schönen rotorangen Färbung und den Jolly Roger Haufen am anderen Ender der dortigen Sternkette. Und dann wollte ich das Mysterium des "Loch im Haufen" im Schwan lüften, dessen Loch mir nie so richtig zu definieren gelang. Auch diesmal wieder eher unklar, wenn auch klar verortet. Ich hake das mal als Objekt ab, welches mehr gehyped wird als es verdient. Ich denke, im Groben wars das. Aussenherum gab es wie eigentlich immer etliche Nachtgeräusche aus Feld und Wald. Am ersten Abend kreiste vermutlich eine Eule einige Male um uns herum und nach der letzten, der heutigen, Nacht, flogen zwei Wiedehopfe morgens über mich und einer liess sich hupend im Baum nahebei nieder. Die hatte ich schon seit Wochen gehört und trotz einiger Anstrengungen dieses Jahr noch nicht beobachten können. Diesmal war das also ein richtiges Geschenk an mich, und mein Fernglas hing ja noch griffbereit am Teleskop. Erstaunlich dünne Schnäbel haben die. Um dem Bild vorzubeugen, ich hätte bis ins Morgengrauen beobachtet: Dem war nicht so. Ich habe höchstens bis um 02:00 Uhr früh beobachtet und mich dann, zwar mit Sternenhimmel über mir und mit verführerisch aufsteigender, vor Deneb (besser: dahinter Richtung Kepheus. Ich sehe immer eher ein Kreuz als einen Schwan mit Bürzeldeneb) irrsinnig strukturierter Milchstrasse, aber mit geschlossenen Augen, bis um 05:30 Uhr geschlafen und bin nur zufällig total verträumt zu den Instrumenten auf die Wiese geschlendert, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Alles ok, Rauhreif auf den Flächen.
CS,
Henning
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