Starnet++ besser bei 200% Version

komposer

Aktives Mitglied
Hallo,

vielleicht ist das einigen schon bekannt aber ich habe das eben erst durch Zufall herausgefunden.

Starnet++ kommt bei meiner Aufnahme mit 55mm Objektiv bei F2.75 und der Asi462mm besser mit einem auf 200% vergrößerten Bild zurecht.
Ich habe mein Summenbild einfach auf 200& vergrößert und der Unterschied beim Schleiernebel ist erstaunlich groß.
Hier eine Animation: 1. Summenbild / 2. nach starnet / 3. 200% dann Starnet und wieder auf 100% verkleinert.
schleiernebel-starnet-ani-290624kl.gif

Und auch beim Sichelnebel mit 135mm Objektiv bei F5,4 eine deutliche Verbesserung:
sichel-ani-starnet-135mm.gif


Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich habe das noch weiter getestet. Jetzt bei der Knochenhand mit 135mm Sonnar Objektiv.
Im OIII gab es kaum Unterschiede aber bei Ha.
Hier eine Gegenüberstellung der weiter bearbeiteten starless Version (1. normal / 2. 200% dann entsternt und wieder auf 100% und das dann bearbeitet)
knochenhand-zielbild-130724-ha-ani.gif


So sah mein altes Endergebnis aus:

Und hier die Neubearbeitung:
knochenhand-140724-135mm-neuc.jpg


Gruß,
Holger
 
Hallo,

aus aktuellem Anlass hier noch ein Beispiel einer H-Alpha Aufnahme mit dem 55mm Objektiv:
starnet.gif

Die Vergrößerung auf 150% scheint starnet bei der Erkennung von Nebelstrukturen zu helfen.
Den Unterschied finde ich schon enorm.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

noch eine Verbesserung.
Besonders mein Schleiernebel im OIII macht Starnet Probleme.
Die feinen Strukturen werden auch in der 200% Version noch nicht so gut erkannt.
Also habe ich vorher nochmal in gimp die Kurven angepasst, mehr Kontrast reingebracht und die schwachen feinen Strukturen hervorgehoben.
Mit Erfolg :
schleiernebel-oiii-150825_test.gif

Gruß,
Holger
 
Hallo,

nächstes Problem.
Jetzt bin ich gerade bei der Knochenhand mit dem Carl Zeiss Jena Sonnar 135mm.
Tja und da gehen mir mit starnet im OIII trotz 200% und Kontrastverstärkung Details verloren:
starnet-test.gif

Keine Ahnung warum da die doch recht deutliche längliche Linie in der Mitte verloren geht.
Wahrscheinlich werde ich manuell über Ebenen die Struktur aus dem normalen Bild in das sternlose einarbeiten.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger

Ich glaube starnet wurde für voll durchgestreckte Bilder ausgelegt. Womit es relativ gut funktioniert ist der autostretch in Siril. Die Option „ lineares Bild vorstrecken“ liefert auch ganz gute Ergebnisse.

So sauber wie SXT arbeitet es nicht. Dafür kostet es aber nichts.

Vielleicht erbarmen sich die Entwickler von graxpert irgendwann einen verbesserten Ersatz zu entwickeln, der für lineare Daten ausgelegt ist. Aber ich denke nicht dass das ganz oben auf deren Liste steht, da es ja schon eine funktionierende Freeware Lösung dafür gibt.

Ansonsten kann fehlende Details auch relativ einfach über eine Maske in Gimp ergänzen. Ist halt mühselig. Das mache ich z.B. bei allen Galaxien, da starnet praktisch jedesmal den Kern und sämtliche HII Regionen mit samt den hingrundgalaxien mit raus macht. Da brauche ich bei größeren Galaxien oft länger als für den Rest zusammen.

Grüße
Joachim
 
Danke Joachim !

Ich glaube starnet wurde für voll durchgestreckte Bilder ausgelegt.
War mir nicht bekannt, danke für den Hinweis.
Deswegen auch die besseren Ergebnisse, als ich vorher noch mehr gestretcht hatte.

Ansonsten kann fehlende Details auch relativ einfach über eine Maske in Gimp ergänzen.
So musste ich das hier ja auch machen. Beruhigend, dass dies bei dir bei manchen Objekten auch nötig ist.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

auf der Starnet Website sind diese Effekte, die du beschreibst ganz gut beschrieben. Kennst du die Seite schon:

Ich wende Starnet eigentlich immer erst auf das Farbkomposit an und nie auf die Schwarzweiß Layer. Entweder ich strecke das Bild erst komplett durch oder ich verwende in Siril die Lineares Bild vorstrecken Option. Letzteres funktioniert erstaunlich gut. Manchmal ist der Sternlayer dann aber nicht optimal. Daher mache ich auch gerne mal den Sternlayer komplett separat. Da brauche ich nicht auf solche Sachen zu achten und die Sterne sehen auch ohne BXT top aus. In dem Fall optimiere ich dann auch gleich die Farbverteilung auf die Sterne. Z.B. den Violettstich entfernen. Das ist einfacher im kompletten Bild.

Trotzdem gibt es aber immer Fälle wie die HII Regionen in Galaxien, die das Teil nicht 100% hinbekommt. Diese Strukturen sind oft mehr oder weniger sternförmig. Obwohl das eher so rosa ist, erkennt Starnet das auch im Farbbild nicht. Ich denke, das ist einfach eine Limitierung des Tools.

Wo ich auch noch nicht so ganz mit mir im Reinen bin, ist die Anwendung vor oder nach Entrauschen in Graxpert. Auf dem nicht entrauschten Bild funktioniert Starnet an besten. je weniger Stark man in Graxpert entrauscht, desto besser funktioniert Starnet. Die Linear Vordehnen Option umgeht das Problem. Aber da muss man dann zwingend nochmal einen eigenen Workflow für einen Sternlayer machen, da nicht entrauschte Sterne nicht gut mit dem entrauschten Hintergrund harmonieren.

Irgendwie kriegt man es immer hin. Aber ich habe noch keinen einfachen Fire and Forget Workflow gefunden, wo ich das alles in einem Rutsch einfach durch bearbeiten kann. Man muss entweder einen Kompromiss beim Resultat eingehen oder sehr viel Zeit investieren.

Grüße
Joachim
 
Hallo Joachim,

dein Link war goldwert !
Es könnte auch sinnvoll sein das Bild gerade nicht zu viel zu stretchen und eher dunkler zu halten.
Das habe ich eben ausprobiert, aber auch auf 200% vergrößert.
1. Bild vorgestretcht:
schleiernebel-oiii-150825_3add050924_2p200p100.jpg

2. Bild dunkler:
schleiernebel-oiii-150825_3add050924_2p200darkp100.jpg

Starnet:

1.
schleiernebel-oiii-150825_3add050924_2p200osp100.jpg

2.
schleiernebel-oiii-150825_3add050924_2p200darkosp100.jpg

Klar ist das 2. Bild dunkler zeigt aber feinere Strukturen. Bei 1. sind die teilweise richtig verwaschen, als hätte ich zu viel entrauscht.
Aber so kamen die Bilder direkt aus starnnet heraus.

Ich habe das dunklere sternlose Bild anschließend gestretcht um es der Variante 1. anzugleichen.
Hier ein Auschnitt der beiden Bilder als Wechsel-Ani:
schleiernebel-oiii-150825_starnet-ani.gif

Da wird das nochmal richtig deutlich.
Jetzt weiß ich nicht ob ein dunkleres Bild generell besser ist oder nur hier beim Schleiernebel, der ja auch in dem Link als Testobjekt verwendet wurde.
Ich werde demnächst erst einmal normal vorstretchen, nicht zu übertrieben, aber dann das Ergebnis immer genauer mit dem Original vergleichen.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

es hängt schon stark vom Objekt ab wie gut starnet bei mir funktioniert. Bei den meisten problemlos aber der Schleiernebel, mit seinen filigranen Strukturen, scheint da eine besondere Herausforderung zu sein.
Ich habe die letzte Nächte weitere Lights mit dem 55mm Objektiv gesammelt und alles mehrmals neu bearbeitet.
Ich habe mich bei starnet dann für eine Mischung entschieden. Als 200% Version die Sterne entfernt und dann original und sternoses Bild als Ebenen in gimp geöffnet.
Oben sternlos und darunter das Original mit Sterne. Oben Alphakanal hinzugefügt und mit dem Radierer bei ca. 60% Deckkraft die feinen nicht erkannten Strukturen eingearbeitet.

Dafür bin ich auf 400% Ansicht gegangen und habe immer wieder zwischen Original und Sternlos hin und her geklickt. Dann langsam nur die Strukturen radiert ohne die Sterne zu berühren, dabei teilweise mit ganz kleinem Radius gearbeitet.

Das war schon zeitaufwendig aber es hat sich gelohnt:

Gruß,
Holger
 
Hallo,

ich bin gerade dabei M31 mit dem 55mm Objektiv aufzunehmen.
Gestern Abend konnte ich mit Asi462mm Lights mit Blaufilter sammeln.

Das Summenbild habe ich eben erstellt und jetzt sollte starnet ran.
Diesmal ging es mir nicht um die 200% Variante und die Detailwiedergabe sondern um die Artefakte besonders die Halos um hellere Sterne.
Die sind im Blaukanal natürlich bei Objektiven häufiger zu sehen.

Testreihe Summenbild
1) mehr auf Sterne gestretcht
2) mit Gamma-Regler etwas hochgezogen
3) auf Galaxie gestretcht, Gamma höher aber auch den rechten Histogrammregler nach innen bewegt.
Dies sorgt natürlich für ausbrennende größere Sterne.

Aber es geht ja um die Sternentfernung und den Umgang von starnet mit Halos.

Hier die Summenbilder von 1-3 als Animation:
Zielbild-B-230925-55mm-1600.gif

Hier die entsternten Bilder von 1-3 aber 1 & 2 gestretcht um ungefähr auf Niveau 3 zu kommen.
Zielbild-B-230925-55mm-os-1600.gif

Variante 3 zeigt die wenigsten Artefakte. Durch das verschieben des rechten Histogrammrandes nach innen brennen die hellen Sterne aus und überdecken die Halos. Dadurch kann starnet die wahrscheinlich besser entfernen.

Gruß,
Holger
 
Nachtrag:
Ich habe das eben nochmal mit der 200% Version durchgeführt.
Ergebnis: Viel schlechter
Beim Blaukanal werden die Halos schlechter entfernt als bei 100% und das bei allen 3 Varianten.
 
Hallo Holger,

das ist auch meine Erfahrung. Je heller, desto weniger Artefakte.

Das gilt aber nur für die nicht entrauschte Version. Wenn ich das Bild mit Graxpert entrausche, dann bleiben oft helle Sterne als helle Kleckse erhalten, die nur halb entfernt wurden. Es hilft etwas, wenn man bei Graxpert noch einen Rest Rauschen zulässt, also den Regler nicht auf 100% stellt. Je mehr Rauschen drin ist, desto weniger Artefakte. Das hat natürlich Konsequenzen, da man dann weniger Strecken kann.

Ich stelle daher in Siril beim Entsternen die Option ein, dass vorher eine Autostretch angewendet wird. Nach dem Entsternen wird der Autostretch wieder invertiert angewendet. Das funktioniert ganz gut. Ich habe aber noch nicht probiert, welche negativen Konsequenzen das hat. Gefühlt würde ich sagen, dass der Sternlayer nicht so gut ist, wie wenn man das Bild vorher optimal auf die Sterne streckt. So kann man aber das lineare Bild entsternen. Im Zweifelsfall macht man eine Version für den Hintergrund und eine für die Sterne.

Entrauschen funktioniert auch einigermaßen mit Graxpert beim gestreckten Bild. Das ist zwar nicht dafür gemacht, aber es geht.

Grüße
Joachim
 
Hallo Joachim,

Im Zweifelsfall macht man eine Version für den Hintergrund und eine für die Sterne.
Das mache ich meist so. Bei m31 muss ja auch den riesigen aufgeblähten Stern loswerden.:D

Das gilt aber nur für die nicht entrauschte Version.
Ich wende starnet immer vor graxpert an. Anschließend stretche ich etwas weiter bevor ich graxpert einsetze.
Nach dem Entrauschen geht es dann richtig zur Sache.

Gruß,
Holger
 
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