Uranus mit seinem Ring und Miranda 2025-10-12

MikeWölle

Aktives Mitglied
Hallo, endlich nach mehreren Wochen brauchbares, aber trickreiches Wetter, da war Flexibilität angesagt. Irgendwas geht ja immer aus, mal der Strom, der Speicher, die Plattform, das Seeing, die Durchsicht...
Unter anderem probierte den Epsilon Ring von Uranus zu fotografieren, trotz hellem Mondschein und extrem viel Störlicht aus der Nachbarschaft.
Ich wartete bis Uranus sehr hoch im Meridian stand, ich wartete fast zu lange, den ich brauchte auf Zehenspitzen stehend ungewöhnlich lange für den Sternenhüpfer von den Pleaden zum Uranus.
Da blieb nur Zeit für zwei Testaufnahmen.
Ich wusste, der Ring kann nur drauf sein, wenn auch Miranda im Livebild sichtbar ist und Miranda war sichtbar, Gain hoch, Belichtungszeit pro Frame lange, Gesamtbelichtungszeit kurz.
Das Ganze mit der Mono ASI462m mit IR685nm Filter. Das Bild habe ich absichtlich überbelichtet dargestellt damit Miranda wegen der Orientierung auch noch drauf ist, dadurch erscheint der Ring zu dick. Man erkennt eine leuchte Ellipsenform, so wie es sein soll, das unterscheidet den Ring auch von einem Beugungsring der kreisförmig wäre. Die Justage des Teleskops, die Nachführung und der ADC waren perfekt eingestellt.
CS Mike
2025-10-12-0123_2-L_lapl5_ap2M.jpg

Und hier nun Uranus mit korrekt belichtetem Epsilonring Miranda ist dann zu dunkel und ist nicht sichtbar.
CS Mike
2025-10-12-0123_2-L_lapl5_ap2(1).jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Wahnsinn!

Ich habe nicht gedacht, dass man den Ring bei Uranus so fotografieren kann…

Herzlichen Glückwunsch!

Gruß,
Felix
 
Hallo Mike,

bist Du Dir sicher, dass das der Unranus-Ring ist?
Oder kann das auch eine Reflexion am Filter sein, oder ein Beugungsring?

Holger hat recht: Im IR und auch wegen der Höhe brauchst Du keinen ADC. Der stört hier mehr als er nutzt.

Gruß,
Peter

Ich habe ChatGPT befragt:

1. Helligkeit und Sichtbarkeit der Uranus-Ringe


  • Die Ringe des Uranus sind sehr lichtschwach und reflektieren nur wenig Sonnenlicht.
  • Selbst im nahen Infrarot (z. B. bei ~2,2 µm, K-Band), wo sie besser sichtbar sind als im sichtbaren Licht, sind sie nur mit großen professionellen Teleskopen erkennbar – etwa dem Keck-Teleskop oder dem Hubble-Weltraumteleskop.
  • Albedo (Reflexionsvermögen) der Uranus-Ringe ist extrem niedrig (nur wenige Prozent

Amateur-Infrarot-Ausrüstung


  • Normale CCD- oder CMOS-Kameras sind nicht infrarottauglich im Bereich >1 µm (wo die Ringe besser sichtbar wären).
  • Selbst modifizierte Astro-Kameras für den nahen IR-Bereich (z. B. 850–1000 nm) reichen nicht tief genug ins IR, um die Ringe sichtbar zu machen.
  • Für echte IR-Astronomie im Bereich 1–2,5 µm benötigt man:
    • Spezielle gekühlte InGaAs-Detektoren oder ähnliche Sensoren
    • Hochwertige IR-Filter (J, H, K-Band)
    • Sehr große Öffnung (>30–50 cm, ideal >1 m) und exzellente Nachführung
    • Sehr dunkler Himmel, trockene Atmosphäre, hohe Lage (IR wird stark von Wasserdampf absorbiert)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mike,
auf der englischen Wikipedia-Seite über Uranus gibt es eine Darstellung mit der Lage des epsilon-Rings (James Webb Teleskop).
Dein Ring liegt weit außerhalb des dortigen epsilon-Rings und ist auch viel breiter.
Bei Astrobin war am 8.10.25 eine Aufnahme von Tom Williams mit 24" das "Bild des Tages" und dieses zeigt den epsilon-Ring
in der zu erwartenden Lage.
Gruß Lars
 
Hallo Mike,

kannte ich gar nicht. Wie lange war denn die Einzelbelichtungszeit ?
Wie viele Frames hast du gesammelt und gestackt ?


ADC bei der Höhe und beim IR Pass Filter noch nötig ?

Gruß,
Holger
Hallo Mike,

kannte ich gar nicht. Wie lange war denn die Einzelbelichtungszeit ?
Wie viele Frames hast du gesammelt und gestackt ?


ADC bei der Höhe und beim IR Pass Filter noch nötig ?

Gruß,
Holger
Hallo Holger, ich habe zwei Aufnahmen gemacht, diese hat 100ms pro Einzelbild, die andere hat 500ms.( Hab ich noch nicht ausgewertet). Gestacked hab ich 2000.
ADC ist erstens bei mir aus technischen Gründen Pflicht (Fokuslage beim UC), ausserdem würde ich ihn bei einem großen Teleskop bei Superseeing bis 70° sowieso verwenden wollen.
Tiziano hat keinen ADC und fängt unter 70° gar nicht erst mit Jupiterfotos an, aber der wohnt in Bangkok...
CS Mike
 
Hallo Mike,

bist Du Dir sicher, dass das der Unranus-Ring ist?
Oder kann das auch eine Reflexion am Filter sein, oder ein Beugungsring?

Holger hat recht: Im IR und auch wegen der Höhe brauchst Du keinen ADC. Der stört hier mehr als er nutzt.

Gruß,
Peter

Ich habe ChatGPT befragt:

1. Helligkeit und Sichtbarkeit der Uranus-Ringe


  • Die Ringe des Uranus sind sehr lichtschwach und reflektieren nur wenig Sonnenlicht.
  • Selbst im nahen Infrarot (z. B. bei ~2,2 µm, K-Band), wo sie besser sichtbar sind als im sichtbaren Licht, sind sie nur mit großen professionellen Teleskopen erkennbar – etwa dem Keck-Teleskop oder dem Hubble-Weltraumteleskop.
  • Albedo (Reflexionsvermögen) der Uranus-Ringe ist extrem niedrig (nur wenige Prozent

Amateur-Infrarot-Ausrüstung


  • Normale CCD- oder CMOS-Kameras sind nicht infrarottauglich im Bereich >1 µm (wo die Ringe besser sichtbar wären).
  • Selbst modifizierte Astro-Kameras für den nahen IR-Bereich (z. B. 850–1000 nm) reichen nicht tief genug ins IR, um die Ringe sichtbar zu machen.
  • Für echte IR-Astronomie im Bereich 1–2,5 µm benötigt man:
    • Spezielle gekühlte InGaAs-Detektoren oder ähnliche Sensoren
    • Hochwertige IR-Filter (J, H, K-Band)
    • Sehr große Öffnung (>30–50 cm, ideal >1 m) und exzellente Nachführung
    • Sehr dunkler Himmel, trockene Atmosphäre, hohe Lage (IR wird stark von Wasserdampf absorbiert)
Hallo Peter,
sicher bin ich erst, wenn ich weitere Aufnahmen mache und auswerten kann, vor allem brauche ich eine Simulation die zugleich Ring und Monde darstellen kann, denn Winjupos hat nur die Monde und mein Skysafari nur den Ring.
Online gibt's auch noch was, aber das funktioniert bei meinem Handy nicht richtig.

Ich denke aber im Moment schon, dass der Ring echt ist, weil er genau die richtige Elliptizität hat, ein Beugungsring oder Schärfungsartefakt wäre doch kreisrund
( Mein Spiegel ist absolut frei von Astigmatismus, kein Wunder bei der Spiegeldicke)
Was KI da schreibt, haben doch schon einige Amateure widerlegt.
CS Mike
 
Hallo Mike,
auf der englischen Wikipedia-Seite über Uranus gibt es eine Darstellung mit der Lage des epsilon-Rings (James Webb Teleskop).
Dein Ring liegt weit außerhalb des dortigen epsilon-Rings und ist auch viel breiter.
Bei Astrobin war am 8.10.25 eine Aufnahme von Tom Williams mit 24" das "Bild des Tages" und dieses zeigt den epsilon-Ring
in der zu erwartenden Lage.
Gruß Lars
Hallo Lars, auf Durchmesser und Entfernung würde ich im Moment nicht allzuviel geben, das hängt sehr von Helligkeis und Kontrastwerten ab, entscheidend ist die Elliptizität und die Lage der großen Halbachse. Es muss ein neues Foto her mit mehr Monden drauf um sicherzu gegen.
CS Mike
 
Hallo Peter,
sicher bin ich erst, wenn ich weitere Aufnahmen mache und auswerten kann, vor allem brauche ich eine Simulation die zugleich Ring und Monde darstellen kann, denn Winjupos hat nur die Monde und mein Skysafari nur den Ring.
Online gibt's auch noch was, aber das funktioniert bei meinem Handy nicht richtig.

Ich denke aber im Moment schon, dass der Ring echt ist, weil er genau die richtige Elliptizität hat, ein Beugungsring oder Schärfungsartefakt wäre doch kreisrund
( Mein Spiegel ist absolut frei von Astigmatismus, kein Wunder bei der Spiegeldicke)
Was KI da schreibt, haben doch schon einige Amateure widerlegt.
CS Mike
Hallo Mike,

Du kannst ja auch mal einen Stern gleicher Helligkeit als Referenz mit den gleichen Parametern aufnehmen. Wenn der Ring nur beim Uranus auftritt, kannst Du Dir einigermaßen sicher sein.

Die KI denkt sich das nicht aus, die kompiliert Informationen aus dem Netz. Offenbar ist die »herrschende Meinung« derzeit (noch), dass die Ringe zu schwach sind.

Ich finde den Ring im unteren Bild (nicht überbelichtet) sehr »künstlich«. Sehr homogen und klar begrenzt.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter, ich würde eher Neptun als einen Stern wählen wollen.
Die Künstlichlkeit ist nur ein Frage der Parameter wie Helligkeit, Kontrast, Belichtung.
Ich hab jetzt endlich eine Simulation für Ringe und Monde, werde mir alles noch näher anschauen und weitere Daten gewinnen und auswerten.
CS Mike
 
Die Proportionen stimmen nicht annähernd.

Davon ausgehend, dass der Fleck in ca. 7 bzw. 19 Uhr am Bildrand im oberen Bild Miranda sein soll.

Gem. Skysafari ist Uranus 3.8". Abstand zu Miranda von Zentrum weg sind im Schnitt ca. 9.4", ändert kaum in einer Umrundung.
Demnach wäre der Abstand vom Rand von Uranus zu Miranda 9.4-(3.8/2)=7.5", was fast genau 2x den Uranusdurchmesser ist.
Der Rand des äusseren Rings im Foto stellt m.E. in etwa den Durchmesser von Uranus dar.

Der Ring selbst hat einen Abstand vom Rand von Uranus von ca. einem halben Uranusdurchmesser, insofern passt es auch diesbezüglich nicht.

Im übrigen: Skysafari>Einstellungen>Sonnensystem>Grenzmagnitude der Planeten

Gruss
 
Hallo Mike,
ich bin da eher bei den Kritikern. Neben der Position ist es auch die Helligkeit. Die Flächenhelligkeit des Rings beträgt etwa 19-20 mag, pro Quadratbogensekunde. Nach 200 Sekunden Gesamtbelichtungszeit eher schwierig. Der Ring ist auch nicht Infrarot-Hell, sondern Uranus ist Infrarot-Dunkel, deshalb nutzt man den nahen IR-Bereich (am besten 890 nm CH4) damit der Planet den Ring weniger überstrahlt.
VG ralf
 
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