Identifikation & Schätzung eines Nachlasses

stdlogicvector

Neues Mitglied
Hallo Astronomiegemeinde!

Mein erster Post hier hat leider einen traurigen Hintergrund. In meinem Bekanntenkreis ist ein langjähriger Hobbyastronom verstorben und hat einiges an Optik und Zubehör hinterlassen.
Die meisten Einzelteile konnte ich identifizieren und einschätzen, Bücher und Astronomie-Zeitschriftensammlung habe ich der örtlichen Volkssternwarte als Sachspende angeboten.

Aber beim großen Teleskop in der 3m Kuppel brauche ich Hilfe. Zunächst geht es erstmal darum die Teile zu identifiziere und grob zu bewerten. In zweiter Stufe dann darum ob man sowas überhaupt gesammelt anbieten sollte oder lieber in Einzelteilen?

Das zentrale Teleskop ist ein Celestron 14". Leider habe ich die Durchmesser der Anderen nicht gemessen und bin erst in ein paar Wochen wieder vor Ort. Sagt mir deshalb bitte, was hilfreich wäre. Mehr Photos? Abmessungen? (Typschilder habe ich schon versucht so gut es geht abzubilden.)

Viele Grüße und schonmal vielen Dank für eure Ratschläge!


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Hallo ?,

mein herzliches Beileid möchte ich dir aussprechen. Zur Sache kann ich leider nichts beitragen, bin aber sicher, dass du hier richtig bist und bald kompetente Antwort bekommst.

Klar ist, dass das ziemlich gewaltig und leistungsfähig aussieht. Ich wünsche Dir, dass es in gute Hände kommt.

LG Olaf
 
Hi,
vorweg: Gesammelt bekommt man sowas kaum verkauft, außer vielleicht an einen Händler mit entsprechendem Abschlag, was trotzdem attraktiv sein kann, sofern er ALLES nimmt. Also keine Einzelteile rausquatschen lassen.
Ich sehe da neben dem C14 einen AstroPhysics Starfire Refraktor, das ist das Prunkstück, und einen großen Vixen Refraktor, außerdem eine schwere (ALT?) Montierung mit FS2 Steuerung, und zwei Bino Ansätze, eine Astro Kamera, einiges teures Zubehör. Damit bist Du auf jeden Fall schon über über 10 k. Am besten alle Typenschilder mal zeigen. Das C14 bekommt man über den Preis weg, aber so eine schwere Montierung hat nur einen kleinen Käuferkreis.
Grüße
Andreas
 
Ja, die Montierung ist wahrscheinlich so alt wie die Kuppel, also ca. 40 Jahre.

Wie findet man Händler die an sowas Interesse haben könnten? Das ganze steht in der Nähe von München.

(Wahrscheinlich wäre es aber eher im Sinne des Sammlers gewesen wäre, wenn die Sachen in den Händen von begeisterten Liebhabern landen als bei einem Händler...)
 
Hallo,

wenn es um Erlösmaximierung geht, ist ein Einzelverkauf besser. Erst recht, wenn das im Sinne des Sammlers ist, denn dann verschwinden die Sachen nicht zunächst ins Lager eines Händlers der sie zudem preislich für viele begeisterte Liebhaber unerschwinglich ansetzt.

Wenn es darum geht, möglichst schnell Seelenruhe für die Hinterbliebenen einkehren zu lassen, kann ein Gesamtverkauf an einen Händler besser sein. Das geht mit einem Mindererlös von vielleicht 40% einher. Dann sollte der Händler aber wirklich auch alles nehmen, da stimme ich Andreas absolut zu.

Noch ein paar Gedanken:

# Wenn wertvolle Okulare vorhanden sind können diese den Wert sämtlicher Teleskope ausser des Astrophysics Starfire übersteigen. Hier gilt es besonders vorsichtig zu sondieren. Man wird schnell übers Ohr gehauen bei sammelwürdige Okulare. Es gibt hier im Forum eine Rubrik "Geschichte der Astronomie". Darin ist ein "Historik- und Klassikboard: Teleskope und Zubehör". Die Okulare würde ich dort vorstellen. Dort ist die größte Kompetenz zu allem was es vor 25 Jahre und früher gab versammelt und Du bekommst akkurate Einschätzungen zu Tauglichkeit und Wert.

# Das Astrophysics ist ein Starfire 130 EDT. Das ist ein recht gesuchtes Gerät. Aber es wurde in verschiedene Varianten gebaut, zuletzt 2002 soweit ich weiss. Der Wert wird von der Variante und auch vom Baujahr bestimmt. Daher gilt es auch hier sorgfältig zu recherchieren. Eine erste Orientierung mag dieser Artikel geben:

Beste Grüße, Christopher
 
Hallo ...XX....
traurig, zu lesen, dass ein weiterer, offensichtlich engagierter Hobbyastronom gestorben ist.
Mein Beileid allen Freunden und Angehörigen.

Ein so komplexer Nachlass hat es absolut in sich.
Und wenn sich die Hinterbliebenen mit den Sachen nicht auskennen, kann es hässlich werden.

Manche sind finanziell so unabhängig, dass sie es sich leisten können, ein paar Interessenten bieten zu lassen, und es in einem Rutsch weg zu geben.
Andere könnten einen möglichst hohen Erlös mehr als gut brauchen, die würden bei einer "schnellen Nummer" nur verlieren.

Ich möchte keinem Händler auf die Füße treten, aber von den meisten kann man nur einen Erlös weit, weit unter Wert erwarten.
Nicht weil es alles Geier sind, sondern weil sie nur mit sehr niedrigen Einkaufspreisen einen Gewinn erwirtschaften können.
Bei Verkauf im Paket werden nicht selten, ob bei Händler oder Privat, manche Juwelen auch ganz gern mal "übersehen"........ oder kleingeredet.
Diese Erfahrung mussten leider schon einige in ähnlicher Situation machen, daher meine etwas misstrauische Einstellung.

Deshalb ist es meines Erachtens, vor allem wenn die Angehörigen auf etsprechenden Erlös angewiesen sind, wichtig, jedes Teil zu identifizieren, zu bewerten, und einzeln, oder in sehr kleinen passend zusammengestellten Paketen zu veräußern.

Dass ist sicher mehr Arbeit, und braucht auch, bis alles weg ist, seine Zeit.
Aber so ist die Gefahr über den Tisch gezogen zu werden, deutlich geringer.

Ein seriöser Fachmann ohne eigene Interessen wäre hier gefragt.

HK

Dietmar
 
Hallo "?"
Meine Empfehlung wäre, sich direkt an eine Sternwarte oder Astroverein zu wenden.
Wir hatten vor ein paar Jahren den Fall, das ein Astrokollege verstorben ist und die Familie an uns herangetreten ist.
Es wurden alle Teile gesichtet und exakt dokumentiert. Die Gesamtliste wurde von 3 unserer Kollegen erstellt.
Die Liste wurde nochmals mit den Angehörigen durchgegangen und von beiden Seiten quittiert.
Danach haben wir alles eingepackt und über ca. 2 Jahre nach und nach verkauft!

Alle Verkäufe wurde genau dokumentiert und die Erlöse regelmäßig überwiesen.
Wir hatten damals mit den Erben einen kleinen Prozentsatz als Aufwandsentschädigung vereinbart.

Wir hatten damals auch viele gute Sachen aber bei weitem nicht die Ausstattung, die bei euch steht.
Da ist auf jeden Fall Geduld gefragt. Besonders das Zubehör sollte genau aufgeführt werden!!

Gruß Thomas
 
Hallo,

war der Besitzer nicht vielleicht selbst Mitglied in einem astronomischen Verein? Dann wäre das für mich die erste Anlaufstelle. Wir hatten diesen Fall leider auch schon, da hat sich dann ein Kollege um die Abwicklung gekümmert. Und wenn das eine oder andere Teil im Kreis der ehemaligen Weggefährten bleiben kann, ist es doch auch schön. Nach meiner Erfahrung will in so einem Fall niemand ein Schnäppchen auf Kosten der Hinterbliebenen machen, eher im Gegenteil.

Viele Grüße
Maximilian
 
Vielen Dank für die vielen hilfreichen Tipps! ich werde bei der nächsten Gelegenheit die Einzelteile genauer dokumentieren und mich dann wieder hier melden.

Noch hat sich die Volkssternwarte nicht zurück gemeldet. Ob er Mitglied war muss ich noch in Erfahrung bringen.

Viele Grüße,
Konstantin
 
Moin!

Die Montierung identifiziere ich ebenfalls als große ALT-7-Montierung. So eine inkl. derselben FS2-Steuerung existiert an der hiesigen Vereinsternwarte der GvA.

Bei solchen Nachlässen wendet man sich wirklich am besten an den nächsten Astro-Verein, wo es hoffentlich Leute gibt, die einem bei der Abwicklung der Gerätschaften helfen. Ich hab' das auch schon in zwei Fällen gemacht, allerdings war der Nachlaß hier jeweils deutlich kleiner.
Aber ich denke auch, daß der ehemalige Besitzer Kotakt zu Gleichgesinnten hatte. Das sollte man unbedingt in Erfahrung bringen.
 
Ich empfehle den Verkauf der einzelnen Komponenten hier im Marktplatz.
Mit etwas Geduld wird das die lukrativste Lösung sein.
Beginnen würde ich mit dem Starfire 130 EDT (der sehr gesucht ist und in gutem Zustand durchaus +4000 EUR bringen kann).
 
Hallo!
Noch hat sich die Volkssternwarte nicht zurück gemeldet.
Das nur am Rande: Wir (auch Volkssternwarte) nehmen schon lang keine Bücher und Zeitschriften mehr als Spende an, es fehlt einfach der Platz, und das Interesse der Mitglieder daran ist im Lauf der letzten Jahrzehnte auf den Nullpunkt gesunken. Jeder hat seine eigenen Bücher daheim und diejenigen, die überhaupt noch Zeitschriften auf Papier lesen, haben ihr eigenes Abonnement. Eine Zeitlang haben wir versucht, die Zeitschriften unseren Besuchern mitzugeben, aber das hat nicht funktioniert. Inzwischen haben wir einige Kofferraumladungen davon zum Altpapiercontainer gebracht und der Rest wird folgen...

Viele Grüße
Maximilian
 
Ok, gut zu wissen. Dann versuche ich die Bücher im Freundeskreis zu verteilen und biete die Zeitschriften wenigstens einmal auf Kleinanzeigen an bevor sie ins Altpapier wandern, falls ich keine gegenteilige Rückmeldung bekomme.
 
Hallo,
darf hierzu sagen, daß ich den Nachlaß (für m.W.) an eine Sternwarte vermachen werde. Alle Kontaktdaten hat sich meine Frau aufgeschrieben.
So wandert nichts in die Tonne (wie mein ältester Sohn es mit meinem 12.5" Dobson machen wollte.....)

Gruß Günther
 
Hallo!
darf hierzu sagen, daß ich den Nachlaß (für m.W.) an eine Sternwarte vermachen werde. Alle Kontaktdaten hat sich meine Frau aufgeschrieben.
So wandert nichts in die Tonne (wie mein ältester Sohn es mit meinem 12.5" Dobson machen wollte.....)
Das darf mein Sohn dereinst selbst entscheiden, was er mit meinen Sachen machen will. Wenn er die Tonne als geeigneten Ort dafür ansieht, dann ist es so, mich wird es nicht mehr interessieren. Bei der letzten Hauptversammlung haben wir uns übrigens von den Mitgliedern die Erlaubnis geholt, einige von den angesammelten Erbstücken, die unseren Vortragsraum „zumüllen“, verkaufen oder weggeben zu dürfen. Da sind einige dabei, wirklich gute Instrumente, durch die seit mehr als zehn Jahren niemand mehr geschaut hat. Unhandlich, schwer, kaum zu transportieren, die Montierungen z.T. auf 220V Wechselstrom angewiesen.
Sollte man also lieber vorher abklären, ob die Sternwarte so ein Erbe auch verwenden kann!

Viele Grüße
Maximilian
 
Hallo,

Ich kann mir vorstellen, das bei so einem großen Teleskopanlage ein langer Atem benötigt wird, bis die einzelnen Teile verkauft sind.
Für die großen Teile, wie die Montierung oder das C14 werden erst mal Interessenten gebraucht, die eine solche Montierung oder das Teleskop fest aufstellen wollen, und zum anderen, die Interesse an einer alten Montierung haben. Das grenzt den Kreis der Personen doch sehr ein. die überhaupt in Frage kommen.
Für die beiden großen Refraktoren die ich auf der Montierung sehe, werden sich sicher bald Interessenten finden, bei den kleinen (Hilfs-) Teleskopen kann das anders aussehen.
Die gesamte Anlage muss dann auch mit bedacht abgebaut werden. Die Gegengewichte der Montierung sollten nach unten zeigen und die Kupplung gelöst sein. Beim Abbau der Teleskope darauf achten, das nichts aus der Balance gerät.

Der Verkaufsversuch hier im Marktplatz ist gut gedacht. Wenn ich aber sehe, wie voll der Marktplatz ist, dann wird es sicher lange dauern, um die einzelnen Teile zu verkaufen.

(Wahrscheinlich wäre es aber eher im Sinne des Sammlers gewesen wäre, wenn die Sachen in den Händen von begeisterten Liebhabern landen als bei einem Händler...)

Das sehe ich erst mal schwierig. Es müssen erst mal Leute gefunden werden, die sich für die einzelnen Teile interessieren und diese gebrauchen können.
Zu diesem Thema habe ich mich öfters gefragt:
Wie gehen eigentlich die Sammler mit ihren Sammlungen um, wenn diese irgendwann mal aufgelöst werden müssen? Es gibt auch hier im Forum Leute, die Teleskope und Okulare in Massen sammeln. Was macht ihr mal mit euren Sammlungen wenn ihr älter werdet? Ich kann mir vorstellen, das einiges in die Jahre gekommene einfach unverkäuflich wird. Landet das dann im Schrott?

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Konstantin,

das orange C14 wird wahrscheinlich dasselbe Alter wie die Kuppel und die Montierung haben. Den Starfire wird man, guter Zustand der Optik vorausgesetzt, recht schnell zu einem ansehnlichen Preis verkaufen können. Das C14 würde ich hingegen nicht allzu hoch einschätzen. Soll die Kuppel auch weg? Montierung und Kuppel werden eher schwierig zu verkaufen sein.

Warum nicht mit der Sternwarte in der Nähe auch zwecks Sichtung des Nachlasses in Kontakt treten? Ein Fachmann sollte sich den Nachlass optimalerweise vor Ort im Detail anschauen, am Besten Jemand der nicht auch potenzieller Käufer ist. Bei optischen Geräten ist der Zustand von entscheidender Bedeutung für den Verkaufspreis, zumal die Geräte schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben.

Okulare und weiteres Zubehör hast Du bisher nicht gezeigt. Je nach Interessengebieten des Verstorbenen können da noch Schätze schlummern. Ein Einzelverkauf wird sicherlich eine Erlösmaximierung bringen. Allerdings: Manchmal sind klug geschnürte Teilpakete sinnvoll. Manches ist heutzutage nicht mehr sehr gängig und kann einem Interessenten so doch „mitgegeben“ werden. Generell sollte man sich auf einen längeren Verkaufsprozess einstellen wenn man nicht mit unverhältnismässig hohem Abschlag planen will.

Bei Büchern gibt es Exemplare, die gesuchter sind als andere. Nicht alles hat nur noch Papierwert. Ein Reprint Uranometria zum Beispiel kann durchaus einen niedrigen dreistelligen Eurobetrag bringen, auch ein Falkauer Atlas findet sicherlich seinen Käufer zu einem solchen Preis nur um mal zwei Beispiele zu nennen. Viel Erfolg!

Gruss, Thomas
 
Hallo zusammen,

Andreas hat ein großes, regelmäßig auftretendes Problem beim Weiterverkauf von alten schweren Montierungen angesprochen.

(...) außerdem eine schwere (ALT?) Montierung mit FS2 Steuerung, (...), aber so eine schwere Montierung hat nur einen kleinen Käuferkreis.

Man weiß als interessierter, in alten schweren Montierungen aber unvorgebildeter (Hobby)Astronom zunächst erstmal nicht,
  1. ob es eine Marken-Montierung oder ein Eigenbau ist,
  2. wie man die maximale Traglast visuell und die maximale Traglast trackend/ fahrend einschätzen kann,
  3. ob sie sich demontieren lässt und dann in 2 oder 3 Hermes Paketen a 31,5 kg verschicken lässt (oder per auch per Spedition auf Palette),
  4. ob und ggf. wie man die alte FS2 Steuerung so auf Alt-Az Goto umrüsten könnte, dass sie auch mit NINA oder Kstars/Ekos zusammen läuft,
  5. ob es abseits vom Pegasus Feld-Derotator mit einer proprietären Software auch noch andere preisgünstige Rotatoren gibt, die im Zusammenspiel mit NINA oder Kstars/Ekos ebenfalls eine Feld-Derotation ermöglichen würden.

Deshalb kommt eine alte schwere Alt-Az Montierung, die damals eines teuersten Bauteile des Setups war und die auch heute eines teuersten Bauteile eines modernen Alt-Az Setups ist, meistens auf den Schrott. Das ist wirklich ein Trauerspiel an Geld- und CO2-Verschwendung.

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Man weiß als interessierter, in alten schweren Montierungen aber unvorgebildeter (Hobby)Astronom zunächst erstmal nicht,

Wie schon geschrieben, handelt es sich bei der Montierung um eine parallaktische Montierung von Eckhardt Alt. Das sind oder waren schwere und präzise Sternwartenmontierungen. Der Zuladung auf dem Bild nach zu urteilen könnte die Montierung eine "Alt 7 - ADN" sein, mindestens eine "6 - ADN". Es dürfte nach den obigen Bildern zu urteilen eine 7- ADN sein.

ob sie sich demontieren lässt und dann in 2 oder 3 Hermes Paketen a 31,5 kg verschicken lässt (oder per auch per Spedition auf Palette),

Ich meine, der Personenkreis der für eine solche Sternwartenmontierung in Frage kommt, wird diese Montierung selbst demontieren (wollen). Die Glockensäule auf der die Montierung steht wird ebenfalls ein hohes Gewicht haben.
Die Montierung sollte meiner Meinung auf verschiedenen Plattformen zumindest im deutschsprachigen Raum, wenn nicht sogar europaweit angeboten werden, um überhaupt einen Interessentenkreis zu erreichen.
Es ist hier im Marktplatz entweder im Jahr 2024 oder 2025 eine große Sternwarte aufgelöst geworden, ebenfalls mit einer "Alt"-Montierung. Ich habe das nicht weiterverfolgt, ich bin mir aber nicht sicher, ob die Montierung überhaupt schon verkauft wurde.

Interessant wäre zu Wissen, ob der Erbauer der Sternwarte die Montierung vor dem Aufbau der Kuppel (mit einem Kran) eingehoben hat, oder diese durch den Kuppelspalt eingehoben hat. Ich kann es mir kaum vorstellen, das die Montierung durch die kleine Tür in der Sternwarte getragen wurde. Der Abbau wird dann sicher in umgekehrter Reihenfolge erfolgen müssen.

Viele Grüße
Gerd
 
Ein großer Fehler, zumal fast alle der Fragen (1. bis 5.) für einen Oldtimer - und über den reden wir hier - eher akademischer Art sind.

Einen solchen alten Brocken über den Laptop ansteuern zu wollen, ist ungefähr so, wie wenn man einen Mitsubishi Dieselmotor aus aktueller Produktion in einen /8er Mercedes einbauen möchte. Na, ja, der neue Motor hat schon ziemlich viele Vorteile, oder?!
Kann man machen, muss man aber nicht. Warum nicht einfach so lassen; hat bisher doch auch funtioniert.

Überhaupt habe ich das Gefühl, dass die Bilder eher abschrecken, anstatt der reinen Information zu dienen, was vorhanden ist. Und außerdem diskutieren hier schon wieder ausgerechnet die Leute trefflich über Preise, die in einhundert kalten Wintern höchstwahrscheinlich selbst NICHTS von dem Zeugs kaufen würden.

Was steht denn da eigentlich rum?
Der große, orangefarbene Eimer im Zentrum ist ein C14 und Christopher hat ein Starfire entdeckt, bravo.
Was gibt es noch?
Dran hängt ein ZEISS Okularrevolver mit einem originalen, langbrennweitigen (ich schätze ein 40er) ZEISS Okular (glaube ich) und zwei Binoansätze. Das bedeutet, dass ein Teil der (angesichts des vorhandenen Setups wahrscheinlich hochwertigen) Okulare doppelt vohanden sein dürfte. Was sich in den Schubladen an Okularen findet, macht die Sache richtig spannend.
Dann gibt es einen VIXEN Halley 80, ein "modernes" (wahrscheinlich chinesisches) Leitrohr am Star Fire. Dann einen weiteren (wahrscheinlich 60er) Refraktor in orange, einen Telrad, und einen Leuchtpunktsucher. Dazu ein Haufen Kabel und Steuerungen - sieht alles komplizierter und professioneller aus, als es schlussendlich sein dürfte.

Die andere Seite der Medaille ist, dass ein Großteil der verwendeten Komponenten bis zu einem gewissen Grad verbastelt, sprich: verbohrt, beklebt, modfiziert sein dürfte. Nur wenige Kollegen (die Sammler, meist) machen sich Gedanken darüber, Dinge so ein- bezizehungswiese umzubauen, dass es wieder reversibel ist und der Originalszustand erhalten bleibt.

Also bevor ich hier wieder irgendwelche Zahlen raushaue ...
... würde ich mir künftig überlegen, ob eine solche "Expertise" sinnvoll ist (10 k ... klingt aber zumindest semi-professionell :LOL:).

Wer kauft dieses Sammelsurium am Ende?

Einer das C14, ein anderer den Star Fire, okay.
Und dann?
Wer fährt 200 Kilometer für ein paar unbekannte Okulare?
Wer möchte einen verbastelten 80er Halley?? (NIEMAND! Zumindest nicht für seinen aktuell gängigen Preis, der zwischen 200 und 300 Euro liegt).
Oder irgendeinen 60er VIXEN.
Alt D7 - Wert? 3000? 2000?
Am Ende fliegt sie auf den Schrott, weil das keiner bezahlt. Dabei könnte man so ein Teil auch einfach verschenken - immer noch besser als entsorgen.
Wer will die Kuppel? Die gibt's am Ende für umme gegen Abbau. Immer! Wer gibt sich das? Wer, Finger hoch!?
Und schon geht sie auch in den Container.

Leute, das ist alles altes Zeugs* und eigentlich nur interesant für Leute, die gern mit altem Zeugs beobachten. So wie eine handvoll Altglassammler hier. Und die kümmern sich dann meist auch um den Rest solcher Nachlässe, versuchen bei den Preisverhandlugen einigermaßen fair zu bleiben, denn es geht ja um den Nachlass eines Kollegen - und bezahlen dadurch manchmal sogar noch etwas mehr, als die Sachen heute faktsich wert sind. Aus Mitgefühl und Fainess der Witwe gegenüber.
So läuft es nämlich.

In einigen Tagen fahre ich in den Pott um den "Schiefspiegler-Nachlass" abzuholen. Zu dem sehr günstigen Preis, den ich dafür bezahle, kommen noch zwei Tage und 900 km Fahrt on top. Nicht falsch verstehen: das ist völlig okay für mich und ich mache das, weil ich es machen möchte.
Aber was wurde da im Vorfeld um Kaisers Bart diskutiert und die wildesten Preisangeben gemacht.
Und jetzt?! Der Sturm im Wasserglas ist durch und der Urs holt das Zeug.

Subsummiert: wer nicht Teil dieser Szene ist, sollte sich mit öffentlich diskutieren Preise fairerweise zurückhalten.

Nicht falsch verstehen: ein Forum dient der Diskussion. Aber die stumpfe Aufzählung der Werte einzelner Komponenten dient weder dem Verkäufer, noch den potenziellen Käufern. So etwas erzeugt nur falsche Vorstellungen, die es für alle Beteiligten am Ende komplizierter machen.

Schöne Grüße,
Urs



*guckt Euch auf dem letzten Bild mal die blaue Taschenlampe auf dem Tisch an; das ist der technische Stand(ard) der gesamten Sternwarte.
 
Hallo,

Und schon geht sie auch in den Container.

Das kann durchaus eintreten, so abwegig ist das nicht.
Für vielen Fernrohre und vor allem die schwere Montierung und das Gebäude der Sternwarte müssen sich erst einmal Interessenten finden, die das haben wollen und zumindest die Montierung und das Gebäude mit Kuppel abbauen und abtransportieren wollen. Das kann auch mit zukünftigen Auflösungen von privaten Sternwarten geschehen.

Deshalb würde mich das interessieren:

Wie gehen eigentlich die Sammler mit ihren Sammlungen um, wenn diese irgendwann mal aufgelöst werden müssen? Es gibt auch hier im Forum Leute, die Teleskope und Okulare in Massen sammeln. Was macht ihr mal mit euren Sammlungen wenn ihr älter werdet? Ich kann mir vorstellen, das einiges in die Jahre gekommene einfach unverkäuflich wird. Landet das dann im Schrott?

Viele Grüße
Gerd
 
Es ist auf jeden Fall viel Arbeit, alles ordentlich zu erfassen und möglicherweise zu verkaufen.
Hier über einzelne Teile zu diskutieren, ist eigentlich überflüssig.
Es sollten auf jeden Fall erfahrene Leute an die Sache rangehen, was nicht einfach sein wird.

Mit den paar Bildern hier im Forum kann man nicht wirklich was anfangen!
Es müßte nach meiner Meinung schon vor Ort gesichtet und beurteilt werden.

Gruß Thomas
 
Guten Tag,

zuerst mein Beileid auch den Angehörigen.

Ich finde den Vorschlag, bei einer Sternwarte anzufragen, sehr gut.

Also im Umkreis München wären da die Volkssternwarte München und die Sternwarte Berg in Aufkirchen (bei Starnberg). Außerdem den Astrotreff Münchner Norden (Dachau).

Ein Gesamtverkauf dürfte allenfalls deutlich unter Wert der Komponenten möglich sein. Einzelne Teile würden mehr erlösen- was jedoch mit erheblichen Aufwand verbunden ist. Eine Auflistung ist vermutlich unumgänglich.

Hoffe das hilft schon einmal weiter.

Grüße und Klare Nächte
Thomas
 
Hallo zusammen,

bevor ich meinen Senf zu manchen Ausführungen oben gebe, zu allererst auch mein Beileid an alle betroffenen Angehörigen.

Ist immer eine traurige Sache wie in diesem Fall, wenn liebgewonnenes Equipment des Verstorbenen unter den „Hammer kommen soll“ und es aus meiner Sicht teilweise mit wenig respektvollem Unterton in manchen Zeilen weiter oben etwas abqualifiziert wird.

Selbstverständlich handelt es sich bei den aufgelisteten Teleskopen nicht um brandneue Geräte. Aber mal ehrlich: Müssen diese nur aufgrund des Alters jetzt plötzlich optisch und technisch „schlecht“ sein? Aus meiner Erfahrung gibt es durchaus ältere Optiken/Teleskope, welche heutzutage gar nicht mehr hergestellt werden, die aber bzgl. Abbildungsqualität und mechanischer Ausführung immer noch teilweise seines Gleiches suchen. Beileibe nicht jede aktuell produzierte Optik heutzutage ist „spitze“ und manch eine würde ich jedenfalls nicht mit der Kneifzange anfassen.

Sicherlich werden sich potenzielle Käufer/Interessenten ein Bild vor Ort machen und möglicherweise ist vielleicht sogar das ein oder andere „Schätzchen“ unter den Geräten, wenn man es denn als solches überhaupt erkennt.

Jedenfalls würde ich erst einmal geduldig verschiedene Expertisen abwarten und nicht voreilig wertige Teile „verschrotten“ die es gar nicht verdient haben. Am wahrscheinlichsten sehe ich auch wie andere oben einen separaten Verkauf einzelner Komponenten als erfolgversprechenste Variante, aber wer weiß, vielleicht zeigt sich bei Interesse einer Sternwarte ein anders Bild. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Hallo!

Erstmal mein Beileid für den Verlust deines Bekannten. Es ist schön, dass du dich kümmerst, sein Equipment sinnvoll weiterzugeben.


Für die Bestimmung und grobe Bewertung des Celestron 14, Starfire Refraktor und die anderen Teleskope sind ein paar Informationen sehr hilfreich. Ich würde es in zwei Schritte aufteilen: Identifikation und Bewertung/Verkauf.

Für beides brauchst du Hilfe die zum einen, wie schon oft erwähnt, in Sternwarten zu finden ist und zum anderen im Umfeld von München in Form von Hobbyastronomen(alten Hasen).
Es gibt sicher einige die dir hierbei gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen und vielleicht liest ja auch der ein oder andere hier mit;)

Du könntest gezielt hier im Suche Board nach Hilfe fragen oder auch auf anderen bekannten Internetseiten.
Doch Vorsicht, lass dich nicht über den Tisch ziehen, frag vorher gern nochmal hier im Thread nach ob die Preise die man dir nennt auch realistisch sind.

Alles Gute für den Verkauf und VG
Michael
 
Entschuldigung für misleading Alt-Az. Ich hatte tatsächlich bis jetzt noch nie von den schweren parallaktischen Montierungen der Firma Alt gehört. Das ist eine Oldschool-Technologie vor meiner Zeit.


Hab Mal kurz recherchiert. Auf Astronomie: Computersteuerung mit FS-2 steht, dass eine FS-2 Steuerung eine Teilmenge des Meade LX200 Befehlssatz versteht und über einen generalisierten LX200-ASCOM Treiber angesteuert werden kann.

Könnte sich daraus evtl. eine Recyclingmöglichkeit des alten Montierungsschätzchens samt FS-2 Steuerung für ein modernes Notebook-Setup mit NINA ergeben?

Auch die Hinweise von Gerd hinsichtlich möglicher Demontage- und Abtransportprobleme bei der großen Montierung finde ich hilfreich.
 
Du kannst die Montierung weitestgehend mit der FS2 und einem PC steuern, hast es aber mit einer TeenAstro (oder EQStar oder sonstwas), die ASCOM unterstützt, deutlich einfacher, wenn du mit NINA o.ä. fotografieren willst. Und der Tausch der Steuerung kostet auch nicht die Welt, wobei man die FS2 auch noch gut weiterverkaufen kann.

Die Alt-Montierungen waren in den 90er und danach eigentlich fast der Standard für Volks- und Schulsternwarten in Deutschland. Sehr robust und zuverlässig, und heute noch weit verbreitet.

Unsere im Verein wurde dann günstig im Mitgliederkreis verkauft, weil es tatsächlich schwer ist, jemanden zu finden, der gerade so eine große Montierung (oder das C14, das darauf saß) braucht und abholt. Die Montierung ist überraschend leicht, die Säule und vor allem die Basis sind ordentlich schwer, da macht Versand kaum Sinn.

Das C14 hatten wir behalten, um es mobil einzusetzen, weil der Verkauf aufwändig ist und sich finanziell gemessen am Wert des Teleskops nicht gelohnt hätte. Das kann man auch nicht so leicht verschicken...

Selbstverständlich handelt es sich bei den aufgelisteten Teleskopen nicht um brandneue Geräte. Aber mal ehrlich: Müssen diese nur aufgrund des Alters jetzt plötzlich optisch und technisch „schlecht“ sein? Aus meiner Erfahrung gibt es durchaus ältere Optiken/Teleskope, welche heutzutage gar nicht mehr hergestellt werden, die aber bzgl. Abbildungsqualität und mechanischer Ausführung immer noch teilweise seines Gleiches suchen.
Nicht unbedingt schlecht, aber ich war bei genug Sternwartenauflösungen dabei... was früher erstklassig war, scheitert heute daran, dass keiner mehr f/15-Refraktoren, nicht-zöllige Okularauszüge oder gefühlt aus dem vollen gefräste 8"-Spiegelteleskope will. Ich habe hier auch ein, zwei Oldtimer-Teleskope wiederbelebt, die immer noch Spaß machen – aber für das Geld, das ich in Okularadapter, Sucheraufnahmen und Prismenschienen investiert habe, hätte ich auch ein neues Teleskop bekommen. Und ich habe eine Saturnmontierung, die ein Groschengrab ist und bis heute nicht zuverlässig läuft. Da muss man jemanden finden, der genau so einen Oldtimer will. Und das ist umso einfacher, je handlicher das Instrument ist. Man muss halt den richtigen finden, der Zeit, Platz, Lust und Geld hat, um daran Spaß zu haben. Von daher taugen Teleskope als Geldanlage wenig.

Clear Skies,
Alex
 
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