Seestar S30 Pro oder Dwarf3 oder DSLM?

RicoSchild

Mitglied
Der Dwarf 3 ist ja sehr beliebt, da zum einen sehr kompakt, außerdem für Anfänger mit recht wenig Aufwand zu bedienen und einzurichten und auch die Ergebnisse sind zumindest nicht schlecht....

Auch ich finde das Teil sehr interessant, wenngleich mich auch wieder so etwas wie kleiner Sensor und kleine Auflösung etwas kritisch machen...

Jetzt hat ZWO das Seestar S30 Pro vorgestellt und jetzt bin ich noch etwas mehr angefixt... Zumal mit etwas größerem Sensor und der Möglichkeit 8k Aufnahmen anzufertigen...
Auch EQ Modus mit Nutzung einer Polhöhenwiege ist möglich. Somit wohl das bessere Dwarf3!?

Was denkt ihr darüber.

Für mich stellt sich nun die Frage, Seestar kaufen oder doch nur mit meiner Alpha 7IV plus Nomad plus Objektiv zu fotografieren? Denke, daß ich als Anfänger wohl die besseren Ergebnisse mit dem Seestar erzielen kann!? Zumal bräuchte ich noch ein 135er Objektiv, daß wäre von den Kosten her etwa gleich wie ein S30Pro...

Gruß Rico
 
Hallo Rico,
grundsätzlich hättest du mit der Sony mehr Möglichkeiten, die aber auch mit mehr Aufwand verbunden sind…gerade die Bildbearbeitung könnte eine größere Hütde sein, ich selbst tue mich nich immer schwer damit, aber das ist individuell sehr unterschiedlich.

Ein Freund von mir hat den Dwarf und das produziert ansehnliche Bilder, das neue S30 Pro ist wahrscheinlich besser…
Bei beiden kann man das Ergebnis noch weiter bearbeiten, sicher eine gute Möglichkeit das Prozedere der EBV zu erlernen.

Viel Erfolg bei der Entscheidung ;)

Grüße Rainer
 
Hallo Rico,

und frohes neues Jahr in die Runde.

kommt jetzt, wie Rainer @RaBaeh schon anklingen lässt, sehr darauf an wie und was Du erreichen möchtest.
Wenn Du, so zu sagen, eine Einklick, hier nur einschalten, Variante möchtest, ist so ein Smart Scope sicher die praktischste Variante.

Ich kenne mich mit diesen Smart Scopes nicht aus. Ich habe mir mein EAA System vor ein paar Jahren selbst aufgebaut.
Aber wenn ich es recht verstanden habe, kann man mittlerweile die Bilder die die ZWO Geräte ausgeben nachträglich bearbeiten.
Somit scheint der üblichen EBV nichts im Wege zu stehen, wenn man das möchte.

Willst Du aber verstehen wie, wo, was, warum funktioniert, ist das Erstellen von Bildern über Montierung, Kamera mit Objektiv drauf m.E. die bessere Variante.

Letztendlich kannst das nur Du entscheiden, da, wie schon erwähnt, Rainer recht hat mit

Ich z.B. bin es zufrieden was aus meinem EAA-Setup aus der Software (SharpCap) heraus kommt. Quasi 'out off the box'.
Ich könnte, wenn ich nicht zu faul und vollkommen talentfrei in der EBV wäre, auch nach bearbeiten.
Aber im Gegensatz zu diesen Smart Scopes weiß ich, da ich mein System selbst aufgebaut habe, was da so alles passiert und kann mir helfen, wenn es irgendwo zickt. Diese Smart Scopes sind, zumindest für mich, eine Blackbox.

Da müsstest Du einfach in Dich gehen und heraus finden was deiner Vorgehensweise mehr entspricht.

Gruß
Mathias
 
Hallo Rico,

denke bitte auch über das Seestar S50 nach, falls Astronomie das Hauptanwendungsgebiet ist. Es sind dann viel mehr Objekte mit kleinerer Ausdehnung erreichbar als mit den 30-iger Optiken. Und für die ausgedehnten Objekte gibt es ja noch den Mosaikmodus.

Mein Entscheidungskriterium war, Auflösung von NGC206 auf den Aufnahmen. Nicht mehr möglich bei den kleineren 30-ger Optiken.

Gruß,
Peter
 
Hallo,

der einzige Vorteil des S30 Pro zum Dwarf3 ist der bessere Sensor. EQ kann der Dwarf auch. Ich hab den Dwarf im Herbst aufgrund eines sehr günstigen Angebots gekauft. Den S30Pro finde ich besser, weil ich auch Fan des IMX585 bin, aber ich werde jetzt nicht mehr umswitchen, zumal ein Smartscope für mich nur ganz selten im Einsatz ist. S50 und S30 finde ich keine Optionen, beide finde ich überholt. Beim S50 stört mich das Format und die Größe des Sensors. Mosaik finde ich zu lästig. ;)

LG Olaf
 
Hi!

Brauchst du die große Auflösung denn überhaupt, bzw. was willst du damit machen? Ggf. ist auch das Dwarf Mini eine Überlegung wert. Das habe ich seit einem Monat oder so und hier Dwarflab Neuheit "Dwarf Mini" - Astrotreff - Die Astronomie und Raumfahrt Community die ersten Ergebnisse vorgestellt.

Mein Eindruck: Smartteleskope und Fotografie mit Systemkamera sind zwei ganz unterschiedliche Sachen.

Der Dwarf ist unglaublich effizient, ich habe jetzt in wenigen klaren Nächten ein Viertel vom Messier-Katalog durch. Mit der automatischen Bearbeitung im StellarStudio ist für mich die eigene Bearbeitung auch witzlos, die Ergebnisse sind mehr als gut genug, und die Auflösung ist hoch genug für Druck in A5 oder Vollbild auf dem Monitor. Mehr brauche ich für meine Zwecke (Vorträge, Bücher, Vereinszeitung, online) nicht, wobei ich auch Freund von größeren Feldern bin. EQ-Modus und Mosaik funktioniert einwandfrei und kann das Dwarf 3 auch.

Ich habe auch noch einen ED80/600 mit Autoguiding und Mono-Kamera (die ich bis heute nicht für Deep-Sky eingesetzt habe, weil der Aufwand doch höher ist, meistens mache ich Sonne damit) bzw. Nikon APS-C-DSLR. Der Setup macht deutlich bessere Bilder, aber mit wesentlich höherem Aufwand – auch wenn ich sie meist nur auf der Säule auf dem Balkon einsetze; Astrofotografie auf dem Acker ist blöd, weil du dann im Auto wartest, bis die Kamera fertig ist – außer, du hast noch ein Teleskop für visuell dabei ;) Und die Bildbearbeitung macht man halt selber und kann damit beliebig viel Zeit vor dem Monitor verbringen.

Auch wenn ich DSLR und Teleskop grad kaum benutze: Bei den Bildern mit DSLR und Teleskop ist mein eigener Anteil wesentlich höher und es sind auch gefühlt meine Bilder. Umgekehrt ist das Dwarf Mini unglaublich frustrierend, weil es ganz ohne Aufwand die Ergebnisse liefert, von denen ich vor 20 Jahren (als ich mit dem Teleskopkauf begonnen hatte) nur träumen konnte. Wobei eine hohe Auflösung auch jegliche Probleme besser zeigt, das darf man auch nicht vergessen.

Und Smartteleskope im fotografischen Einsatz und EAA sind auch nochmal zwei verschiedene Sachen, gerade wenn ich EAA am Teleskop mache und auch noch ein Okular dabei habe. Mit meinem selbstgebauten EAA-Setup habe ich einen recht miesen Pferdekopfnebel, auf den ich recht stolz bin; der Pferdekopfnebel vom Dwarf ist hübscher, aber nur eins von mehreren Bildern dieser Nacht. Zu dem kann ich keine Geschichte erzählen, der wurde halt geknipst.

Den Kauf vom Dwarf Mini bereue ich trotzdem nicht – der hat weniger gekostet als der SHO-Filtersatz, der mir für meine Astro-Kamera noch fehlt.

Kommt also drauf an, was du machen willst – schnelle, gute Ergebnisse, oder dich auch mit der Aufnahme beschäftigen oder selbst (Miss)Erfolge erzielen.

Viel Erfolg,
Alex

Ach ja, was das technisch überholt angeht: Wir sind da gerade auf dem Level wie bei PCs in den 90ern. Die Geräte sind schon veraltet, wenn man sie zuhause auspackt, weil der Nachfolger schon kommt;)
 
Mit meinem selbstgebauten EAA-Setup habe ich einen recht miesen Pferdekopfnebel, auf den ich recht stolz bin; der Pferdekopfnebel vom Dwarf ist hübscher, aber nur eins von mehreren Bildern dieser Nacht. Zu dem kann ich keine Geschichte erzählen, der wurde halt geknipst.
Macht ja auch irgendwie den Reiz aus, mit einem selbstgebauten EAA-Setup zu versuchen, ausprobieren, testen mehr am selben Objekt raus zu holen.
 
Hallo in die Runde.

Ich habe mit einem S50 angefangen. Daraus ist mein jetziges EAA Setup hervorgegangen (120er APO im ZWO Environment). Ich sehe Smart Scopes quasi als "Casualisierung" des EAA. Extrem flache Zugänglichkeit machen das Thema vor allem für Einsteiger interessant. Man lernt spielerisch die Orientierung am Himmel und die wichtigsten Hauptbegriffe der EAA - so man denn will und sich und Neugier darauf einlässt mehr zu erfahren. Für 80% der Nutzer reicht das (leider) völlig aus. So auch vermutlich für die Mehrheit der Einsteiger, die hier regelhaft fragen, ob sie sich ein 200er Newton kaufen sollen. Wüssten die alle, wie einfach und ergebnisorientiert solche Smart Scopes arbeiten, wäre bei einigen, wenn nicht sogar bei vielen die Entscheidung klar. Und da reden wir noch nicht von der hervorragenden, smarten Integration in die Bedürfnisse moderner Endgeräte, die ja v.a. für jüngere Menschen essentiell ist. Solche Geräte können mit Sicherheit auch als Sekundärgeräte für Liebhaber der visuellen Astronomie herhalten und wirklich bereichern. Auch bei mir läuft das S50 häufig noch mit, wenn ich mit dem großen Setup in die Sterne schaue. Aber auch ich merke, dass Qualität und Variabilität des großen EAA Setups das S50 im Grunde verdrängt.

Der Glaube, das Motto "der Weg ist das Ziel" oder die emotionale Verbundenheit ein zwar schlechtes, aber selbst gemachtes Bild wäre eine valide Argumentation gegen Smart Scopes halte ich für nicht standhaft. Zumindest nicht für Einsteiger oder Menschen, die die emotionale Erlebnisreise nicht erlebt haben. Es ist mehr Nostalgie und Leidensverbundenheit, die aus einer Erfahrung resultiert, als realistische Wunschvorstellung. Trotzdem lese ich das immer wieder bei den alten Hasen raus. Die tatsächliche Relevanz dies zu vermitteln geht leider gegen null. Nur wenige Menschen ticken wirklich so, in bspw. einer Selbstbau-Erfahrung oder unter unnötig erschwerten Umständen unterdurchschnittliche Ergebnisse emotional zu feiern oder anzustreben wenn es einen einfachen und niedrigschwelligen Einstieg gibt. Diese Tatsache kann man schlucken, auch wenn so manchem dabei das speien kommt.

Mit dem S30 pro geht diese Prognose auf. Wer überlegt, sollte sich die Geräte genauer anschauen und selbst entscheiden, ob das Nutzungsspektrum für ihn interessant ist. Für mich reichen die Neuerungen der pro-Variante nicht. Was bei meinem Setup nachvollziehbar ist. Wer noch nicht so ein Gerät besitzt aber überlegt, findet wohl mit dem S30 pro ein attraktives Angebot und Konkurrenz für den Dwarf3. Mehrere dieser Geräte erachte ich für unsinnig. Was fest steht, diese Geräte bieten für überschaubares Investment extrem einfache Zugänglichkeit und in der Preis-Leistung exzellente Ergebnisse. Als All-in-one Konzepte haben sie Stärken und Schwächen, das ist klar. Wir werden aber vermutlich erleben, dass es in 5-10 Jahren smarte Teleskope geben wird, die für die Hälfte des Anschaffungspreises eines vergleichbaren, individuellen EAA Setups arbeiten. Mit klassischer, visueller Astronomie hat das alles wenig zu tun. Die "Büchse der Pandora" ist geöffnet, im Guten wie im Schlechten. Denn aus der breiten Zugänglichkeit kommen dem Hobby Astronomie eine breite Masse neuer Interessenten zugute. Was erst einmal gut klingt hat aber eben auch Haken, denn durch niedrigschwelligen Zugang und dafür passable Ergebnisse weicht die Erlebnisrealität immer mehr vom klassischen Erleben visueller Astronomie ab. Es wird eine zunehmende Herausforderung für Markt und Community im Spagat mit diesem Impact umzugehen.

Wer des Englischen mächtig ist, findet hier einen guten Vergleich der S30 Standard Version mit der pro-Version: Seestar S30 vs. S30 Pro - Full Comparison Review

VG und CS
Thomas
 
Jetzt hat ZWO das Seestar S30 Pro vorgestellt und jetzt bin ich noch etwas mehr angefixt... Zumal mit etwas größerem Sensor und der Möglichkeit 8k Aufnahmen anzufertigen...
Auch EQ Modus mit Nutzung einer Polhöhenwiege ist möglich. Somit wohl das bessere Dwarf3!?

Man kann pauschal nicht sagen welches besser ist da der Kompromiss zwischen Abbildungsmaßstab/ Pixel der für die Detailauflösung entscheidend ist und Lichtmenge / Pixel die für die Belichtungszeit bzw. das Signal/ Rauschverhältnis entscheidend ist bei DwarfIII und S30 als auch S30 Pro unterschiedlich gewählt wurde.

Hier mal alle wichtigen Daten gegenübergestellt.

S30.jpg


Das DwarfIII bietet mit 2,8“/Pixel die beste Detailauflösung aber es fällt hier dafür nur 65% der Lichtmenge gegenüber dem S30 auf ein Pixel.
Das DwarfIII benötigt damit entsprechend längere Belichtungszeiten.

Das S30 Pro liegt bezüglich Detailauflösung und Lichtmenge /Pixel zwischen dem S30 und dem DwarfIII.
Bietet aber das größte Feld.
Das wird man allerdings nur im EQ Modus voll nutzen können.
In AZ wird das Feld wegen der Bildfeldrotation mit zunehmender Belichtungszeit beschnitten so das sich der Vorteil des größeren Sensors des S30 Pro gegenüber dem S30 und DwarfIII relativiert je länger die Gesamtbelichtungszeit ist.

Das S30 bietet die größte Lichtmenge/Pixel und damit die kürzesten Belichtungszeiten bzw. das beste S/R bei gleicher Belichtungszeit.
Dafür ist hier die Detailauflösung am Geringsten und das Feld am kleinsten.

Jedes dieser 3 Teleskope hat also sowohl vor als auch Nachteile, selbst das alte S30 hat auch einen Vorteil und es muss letztlich jeder selber wissen was einem wichtiger ist und wie er die unterschiedlichen Kompromisse zwischen den Parametern am besten findet.

Grüße Gerd
 
Der Seestar s30 pro wäre das erste Smartteleskop, dem ich tatsächlich geneigt wäre eine Change zu geben.
  • Der hat mit dem IMX585 eine ordentliche Sensorgröße mit dem man sich die Resultate auch mit Fullscreen ansehen können sollte.
  • EQ Mode erlaubt auch längere Sessions.
  • Quadruplett APO mit f/5,33
  • Auch interessant ist der Widefield Modus mit dem Handy Sensor. Das reicht für Milchstraße und Startrails. Brennweite ist mit 6mm bei f/1,75 angegeben. Diagonale läge beim IMX586 bei 8mm. Bei ZWO steht die selbe Auflösung wie beim 30mm Objektiv. Das kann eigentlich nicht sein. entweder das ist ein IMX586 mit 4000x3000 mit 2x2bin oder es ist ein Tippfehler. Der IMX585 kann es aber auch nicht sein, da wäre das Feld größer. Die 6mm Brennweite entsprechen 35mm bei Vollformat. Das ist etwas eng, aber vielleicht gibt es einen Mosaikmodus.
Schwachpunkt sind die 10s Belichtungszeit...wenn das stimmt, was die KI ausgespuckt hat. Ohne EQ Modus macht das Sinn wegen der Feldrotation, mit EQ Modus limitiert das aber die erreichbare Tiefe. Evtl. kann man über die ASCOM Alpaca Unterstützung das Problem umgehen. Dann könnte man das Teil auch länger belichten lassen.

Die Abtastrate ist beim Seestar bei 3,7"/px. Seeing spielt damit so gut wie keine Rolle mehr. Realistisch kann man Details bis maximal 7,4" darstellen. Und da braucht es einfach einen großen Sensor, sonst wird das Bild bei allem oberhalb Handy/Insta/Facebook Auflösungen schwammig.

Dem Dwarf 3 würde ich den Seestar S30 pro auf jeden Fall vorziehen, wenn ich mir alleine die Parameter betrachte. Das S50 wäre für mich persönlich uninteressant. Da ist das Feld kleiner als bei meinem Apo mit Vollformat. Selbst wenn das noch mit einem IMX585 als pro rauskäme. Und das ist halt ein dermaßen Unterschied von der Tiefe und Bildqualität. Selbst wenn ich den Apo nicht hätte, wäre ich trotzdem eher abgeneigt. Ich glaube das Zeug ist aktuell weder technisch noch mechanisch auf dem Niveau, dass da groß was rauskommen kann. Die Bilder, die ich davon sehe, finde ich alle furchtbar. Je kleiner die Brennweite desto verzeihender ist das gesamte System. Und da ist der S30 pro für das Geld ein interessantes Paket. "Pro" ist sicher anders aber da kann auch als etwas anspruchsvollerer Astrofotograf so langsam was mit anfangen. Wenn das dann optisch auch das abliefert, was drauf steht...

Grüße
Joachim
 
Auf die Sony und das 135er wurde bisher kaum eingegangen.
Ein 135er kann auch am Tag genutzt werden.

Warum aber gerade diese Brennweite?
Das Gesichtsfeld ist damit viel größer als das eines der Smarties.
Wir wissen nicht, was Du sonst an Objektiven hast.
Das Gesichtsfeld der Smart Teleskope ist der eines Supertele.
Das Arbeiten mit dem Tracker und der Sony ist ganz anders als mit S30 oder Dwarf.

Ich halte das für schwer vergleichbar.

CS Thomas
 
Die tatsächliche Relevanz dies zu vermitteln geht leider gegen null. Nur wenige Menschen ticken wirklich so, in bspw. einer Selbstbau-Erfahrung oder unter unnötig erschwerten Umständen unterdurchschnittliche Ergebnisse emotional zu feiern oder anzustreben wenn es einen einfachen und niedrigschwelligen Einstieg gibt. Diese Tatsache kann man schlucken, auch wenn so manchem dabei das speien kommt.

Mit dem S30 pro geht diese Prognose auf. Wer überlegt, sollte sich die Geräte genauer anschauen und selbst entscheiden, ob das Nutzungsspektrum für ihn interessant ist. Für mich reichen die Neuerungen der pro-Variante nicht. Was bei meinem Setup nachvollziehbar ist. Wer noch nicht so ein Gerät besitzt aber überlegt, findet wohl mit dem S30 pro ein attraktives Angebot und Konkurrenz für den Dwarf3. Mehrere dieser Geräte erachte ich für unsinnig. Was fest steht, diese Geräte bieten für überschaubares Investment extrem einfache Zugänglichkeit und in der Preis-Leistung exzellente Ergebnisse. Als All-in-one Konzepte haben sie Stärken und Schwächen, das ist klar. Wir werden aber vermutlich erleben, dass es in 5-10 Jahren smarte Teleskope geben wird, die für die Hälfte des Anschaffungspreises eines vergleichbaren, individuellen EAA Setups arbeiten. Mit klassischer, visueller Astronomie hat das alles wenig zu tun. Die "Büchse der Pandora" ist geöffnet, im Guten wie im Schlechten. Denn aus der breiten Zugänglichkeit kommen dem Hobby Astronomie eine breite Masse neuer Interessenten zugute. Was erst einmal gut klingt hat aber eben auch Haken, denn durch niedrigschwelligen Zugang und dafür passable Ergebnisse weicht die Erlebnisrealität immer mehr vom klassischen Erleben visueller Astronomie ab. Es wird eine zunehmende Herausforderung für Markt und Community im Spagat mit diesem Impact umzugehen.

Wer des Englischen mächtig ist, findet hier einen guten Vergleich der S30 Standard Version mit der pro-Version: Seestar S30 vs. S30 Pro - Full Comparison Review

VG und CS
Thomas

Hallo Thomas,

ein sehr schöner Beitrag, den ich hier nur zum Teil zitiere. Danke dafür! Ich weiß aber gar nicht, ob die "neue Hobbyastronomie" eine Herausforderung für die Community sein muss. Jeder kann doch dem Hobby frönen, wie es ihm beliebt. Ich nehme mit einem Smartscope niemandem ein Erlebnis weg und umgekehrt ist es mir egal, ob jemand bei minus 10 Grad im Mittelgebirge oder in den Alpen sich die Nächte um die Ohren schlägt, um Wattebäuschchen im Okular wahrzunehmen.

Ich bewundere diese Leute für ihren Enthusiasmus, meinen lebe ich halt anders aus. An anderen Orten, mit anderem Equipment. Uns eint alle das Interesse an den Objekten des Himmels. Es gibt sicher Leute, die interessieren die Hintergründe der Natur nicht, sondern sie möchten nur beeindruckende Bilder machen. Aber die Bilder sind für mich nur deshalb beeindruckend, weil ich mir vergegenwärtige, was ich da gerade sehe. Ansonsten könnte ich mir auch eine Leinwand aufstellen und mit Farbe bewerfen. Aber die Community ist halt so unterschiedlich, wie die Menschen darin. Das ist normal. Wer profitiert, ist der Markt. Die Anzahl der Interessenten wächst durch die immer einfacher werdende Astrofotografie. Es wird aber auch eine höhere Fluktuation geben. Viele werden nicht über Jahrzehnte dabei bleiben, wenn sie sich satt gesehen haben. Auch das ist legitim. Ich sehe da kein Problem. Mich freut, dass die Technik immer weiter fortschreitet und ich Dinge zu Gesicht bekomme, von denen ich vor 20 Jahren nur geträumt habe. Dabei ist es mir schon wichtig, dass ich mir die Objekte aussuche, diese mit eigenem Equipment aufnehme und dann auch selbst bearbeite. Da kommt bei jeder Bearbeitung ein etwas anderes Ergebnis raus und es macht mir auch Spaß, einen eigenen Stil in der Bearbeitung zu entwickeln und nicht irgendeinem Referenzlevel, das in Büchern oder durch andere vorgegeben wird, nachzueifern. Manche mögen übertriebene Farben, maximal schwarze Himmel, minimal große Sterne. Andere genau das Gegenteil und andere eine Mischung daraus. Das finde ich spannend, auch beim Betrachten von Bildern von anderen.

Leider bin ich noch nicht dazu gekommen, den Zwerg wirklich ausgiebig zu testen, mehr als zwei Sessions habe ich noch nicht geschafft und die automatische Bildbearbeitung habe ich auch noch nicht ausprobiert. Aber wie gesagt, ich würde die Frames wie bei meinem normalen Setup manuell bearbeiten, um die Bilder zu meinen Bildern zu machen. Ein Smartscope ist letztendlich auch nur eines von inzwischen vielen Werkzeugen, die uns zur Verfügung stehen.

LG Olaf
 
Puh, so viele Antworten in der kurzen Zeit. :-)

Da muss ich jetzt erstmal sortieren.

Erstmal zu meinem bestehenden "Setup". Alpha 7 IV, Nomad Tracker, 85er 1.8, 24-70 2.8, 20er 1.8, 16-28 2.8, 100-400 5-6.3.
Das Interesse an der Astrofotografie kam durch das Fotografieren der Milchstraße mit Weitwinkel-Objektiven. In Verbindung mit Landschaft/Objekten im Vordergrund. Dies ist auch immer noch das Größte Interesse daran. Deshalb hatte ich mir auch den kleinen Nomad zugelegt, um die Milchstraße besser ablichten zu können.

Deepsky, wie es die Profis betreiben, ist sicherlich spannend und definitiv beeindruckend, aber ich denke ( zumindest vorerst ) besteht mein Interesse eher darin, manch schöne Objekte/Nebel ( typischerweise Orion, Orionnebel, Plejaden usw. ) aufzunehmen und diese dann ähnlich wie die Fotos der Milchstraße mit einem Vordergrund zu einem Foto zusammenzufügen bzw. zu kombinieren.

Ein Smart-Teleskop hätte für mich den Vorteil, daß ich es quasi "Nebenher" mitlaufen lassen kann, während ich mit DSLM gleichzeitig meine Nachtlandschaft mit MS aufnehme. Oder mich damit vielleicht an einem anderen Objekt versuche. Ich würde mich da auch selbst an die EBV machen, um zumindest dort, dem gemachten Foto meine persönliche Note aufzudrücken.
Ein weiterer Vorteil wäre sicherlich die Möglichkeit, bei klaren Nächten, in denen ich nicht raus kann, bzw. ich wegen Arbeit oder ähnlichem nicht die Möglichkeit habe irgendwohin zu fahren, um mir die Nacht um die Ohren zu schlagen. Ein weiterer Vorteil ist ganz klar der Invest. Ich investiere ungern in Dinge, welche ich dann entweder nicht nutzen kann oder werde ( weil das Interesse vielleicht doch wieder schwindet ). Mein Hauptaugenmerk liegt immer noch in der Landschaftsfotografie.
So ein kleines Teil, kann man auch gut mit in den Urlaub mitnehmen. Es gibt sicherlich lichtverschmutztere Gegenden als hier bei uns im Pfälzerwald, aber sicherlich auch dunklere Orte.

Das Erlebnis draußen ist toll, aber leider passt mal nicht das Wetter, wenn es zeitlich passt oder umgekehrt.

Es kam die Frage, warum ein 135er ... Nun, mit dem kleinen Nomad bin ich sehr begrenzt was die Brennweite angeht, um damit noch ordentliche Belichtungen hinzubekommen. Bei 20mm ist es sicher kein Problem eine z. B. 2 minütige Einzelbelichtung hinzubekommen. Bei 85mm bin ich mit 1 Minute schon sehr gut eingenordet. Manchmal sind nur 45-50 Sek. möglich, ich konnte aber auch schon 1.10 Minuten belichten. Größere Festbrennweiten ( mein 100-400 ist sicherlich nur schlecht zu gebrauchen, da nur 5-6.3er Blende. Außerdem, wenn ich es z. B. auf 200mm nutzen will, weiß ich nicht, ob der Tubus wieder einfährt. Es gibt zwar eine 200er Festbrennweite, aber für das Geld, könnt ich mir auch eine gescheite Montierung plus Teleskop zulegen... Ein 135er ist noch bezahlbar und hätte eine gute Offenblende.

Natürlich könnte ich mir statt einem 135er auch ein bezahlbares Apo kaufen, aber mit meinem kleinen Nomad, wäre das sicherlich nutzlos.
 
besteht mein Interesse eher darin, manch schöne Objekte/Nebel ( typischerweise Orion, Orionnebel, Plejaden usw. ) aufzunehmen und diese dann ähnlich wie die Fotos der Milchstraße mit einem Vordergrund zu einem Foto zusammenzufügen bzw. zu kombinieren.
Das wird dann aber was künstlerisches und nichts realistisches, weil die Bildfelder vom Smartteleskop und vom Kameraobjektiv für Nightscapes sehr unterschiedlich sind. Und 200mm mit einem kleinen StarTracker sind nicht unmöglich, aber auch nicht mehr ganz trivial, weil sauber eingenordet werden muss. Für "schöne" Deep-Sky-Fotografien kommst du rasch in einen höheren Brennweitenbereich, in dem ein StarTracker nicht mehr langt und eine echte Montierung her muss.

Was den Urlaub angeht, wäre mir das Seestar 50 zu groß; der Dwarf passt deutlich besser in die Kamera-/Jackentasche. Das S30 habe ich noch nicht in echt gesehen – bei uns im Verein sind mittlerweile drei Dwarf (2x Dwarf 3, 1x Mini) und ein S50 im Mitgliederkreis, von denen ich weiß.

Hier im Forum dominiert eher ZWO, dementsprechend tauchen auch immer wieder gebrauchte Geräte im Bieteforum auf. Die alte Faustregel, gebraucht kaufen und später ohne großen Verlust weiterverkaufen, greift da aber nicht. Dafür ist der Modellwechsel noch zu schnell. Um zu sehen, ob das was ist, ist ein Mini oder ein gebrauchtes Seestar aber auch nicht die schlechteste Option. Rund 400€ bringen dir dann ein funktionierendes System. Nur keinen alten Dwarf 2 nehmen ;)

Der Mini sitzt bei mir regelmäßig auf dem Balkongeländer auf einer Polhöhenwiege und werkelt ohne zu Murren vor sich hin, während ich was anderes mache.

Wir werden aber vermutlich erleben, dass es in 5-10 Jahren smarte Teleskope geben wird, die für die Hälfte des Anschaffungspreises eines vergleichbaren, individuellen EAA Setups arbeiten.
Soweit sind wir doch schon längst – Eine Goto-Montierung plus Optik und Kamera samt Akku und Bildbearbeitung zum halben Preis vom Dwarf Mini könnte ich mir selbst mit Gebrauchtware kaum zusammenstellen, auch wenn 30mm nicht viel Öffnung sind und ich wohl eine größere Optik nehmen müsste. Allein was ein Duoband-Filter separat kostet, sprengt da bald den Rahmen.

Ich will die Geräte auch nicht schlecht machen – die sind für mich eine eigene Kategorie, die das, was sie können, sehr effizient können (für ein Hobby und für mich fast zu effizient; um benötigte Bilder für ein Projekt zu kriegen, sind sie dagegen genial). Hat halt weder mit klassischer Fotografie noch mit Beobachtung noch mit EAA viel zu tun, und sie machen es einem sehr leicht, nur zu konsumieren. Im Vergleich mit der Kamera auf dem StarTracker ist das was ganz anderes – darauf will ich raus. Die Smartteleskope sind komfortabler, bieten aber andere Erfolgserlebnisse. Aber sie sind auch nicht das Ende aller anderen Bereiche der Amateurastronomie, als die sie öfter dargestellt werden.

Clear Skies,
Alex
 
Ich will die Geräte auch nicht schlecht machen – die sind für mich eine eigene Kategorie, die das, was sie können, sehr effizient können (für ein Hobby und für mich fast zu effizient; um benötigte Bilder für ein Projekt zu kriegen, sind sie dagegen genial). Hat halt weder mit klassischer Fotografie noch mit Beobachtung noch mit EAA viel zu tun, und sie machen es einem sehr leicht, nur zu konsumieren. Im Vergleich mit der Kamera auf dem StarTracker ist das was ganz anderes – darauf will ich raus. Die Smartteleskope sind komfortabler, bieten aber andere Erfolgserlebnisse. Aber sie sind auch nicht das Ende aller anderen Bereiche der Amateurastronomie, als die sie öfter dargestellt werden.
:y:
 
Ahoi,

da das Thema noch geistert auch von mir noch ein paar Gedanken, um hier bessere Nachvollziehbarkeit zu ermöglichen. Ich bin quasi selbst "betroffen", sprich Hobbyfotograf und interessierter Astronomie-Theoretiker, der über das S50 zu praktischer EAA gefunden hat. Und bin nicht selten (im mehrdeutigen Sinne...) - obwohl ich von Anfang an eher in Richtung EAA tendierte, jedoch an visueller Astronomie nicht uninteressiert war/bin - mit relativ straffen Gegenwind hinsichtlich der Smarties versus "klassischer Astronomie" und jahrelanger Erfahrungs- und Lernkurve inklusive Leidensnotwendigkeit konfrontiert worden.

Der Spagat der Community bezog sich allen voran auf Neueinsteiger, die mitunter mit Smart Telescopes schnelle, reproduzierbare Erfolgserlebnisse erzielen, in theoretischen Grundlagen aber quasi keinen oder sehr wenig Hintergrund haben, aber mehr wollen. Da sind falsche Erwartungshaltungen beim Wunsch nach Tiefgang in EAA oder visuell fast vorprogrammiert. Dort liegt mitunter ein Spannungsfeld. Sowohl zwischen Althasen und Neulingen, als auch schlichtweg in Erwartungshaltungen und Möglichkeiten eines Lernprozesses.

Praktisches Beispiel: Alleine bei der Planung meines EAA Setups war mitunter die Herausforderung, mittels Vergleichen ganz praktischer Resultate herauszufinden, ab welchem Equipment tatsächlich langfristig eine solche Verbesserung vom S50 eintritt, die die Investition lohnt und finanziell verhältnismäßig zur Verbesserung und Möglichkeiten ist. Nicht, weil man nicht einfach alles kaufen könnte - sondern weil das S50 für sein Geld enorm ansehnliche Ergebnisse bringt. Dass dabei unterschiedliche Herangehensweisen stattfinden und dass das nicht das Ende bestehender astronomischer Teilbereiche ist, sehe ich genauso - nur wird sich da in den partizipierenden Verhältnissen schon absehbar was ändern, und sei es lediglich der große Zustrom auf ein Hobby, welches vor wenigen Jahren noch eher rar war. Zumindest bei den Teleskoptreffen lässt sich m.E. eine gewisse Dynamik ableiten.

Das wars aber auch von mir, ich wollte das Thema eigentlich nicht so allgemein auf smarte Teleskope streuen, um Ricos initiale Frage nicht zu sehr zu verwaschen!

Kommt gut ins WE!
und bei all dem grauen Matsch vor allem klare Himmel - bei mir könnte es Sonntag ein Fenster geben...

Ach ja, das S50 nehme ich auch in den Urlaub mit! Den überschaubar großen (gut gemachten) Styroporkoffer passen ins Stativfach neben Zubehör auch noch 2 Anker Powerpacks und auf den Koffer fixiere mit Expander noch ein besseres Stativ.

VG
Thomas
 
Hallo Rico,

schöner Blumenstrauß, den Du hier aufblühen lässt ;-)

Erstmal zu meinem bestehenden "Setup". Alpha 7 IV, Nomad Tracker, 85er 1.8, 24-70 2.8, 20er 1.8, 16-28 2.8, 100-400 5-6.3.
Mit einer Nikon D780 und ähnlicher Objektivpalette sind bei mir ein 20/1,8; das 85/ 1,8 und noch ein 105/ 1,8 (voll manuell) im Einsatz. Auf einer Uhrwerkmachführung.
Bedenke das Gewicht eines lichtstarken 135ers. Ich packe da maximal das 105er drauf.

In Verbindung mit Landschaft/Objekten im Vordergrund. Dies ist auch immer noch das Größte Interesse daran. Deshalb hatte ich mir auch den kleinen Nomad zugelegt, um die Milchstraße besser ablichten zu können.
Das wird dann aber von den Größen her unrealistisch. Die Smart-Scopes haben keinen Vollformat-Sensor!

Ein Smart-Teleskop hätte für mich den Vorteil, daß ich es quasi "Nebenher" mitlaufen lassen kann, während ich mit DSLM gleichzeitig meine Nachtlandschaft mit MS aufnehme.
Das sind dann zwei getrennte Bilder, die als Ergebnis entstehen (?)

Es gibt sicherlich lichtverschmutztere Gegenden als hier bei uns im Pfälzerwald, aber sicherlich auch dunklere Orte.
Ich komme ursprünglich auch aus der Gegend - Vorort von Pirmasens.
In Deutschland wirst Du schwerlich besseres finden ;-)
Für Astronomie sehne ich mich zurück.

CS Thomas

PS.: Mit einem Smartteleskop betrittst Du einen neuen Bereich.
Das 135er halte ich mit einem mobilen Tracker bezüglich Gewicht und nötiger Nachführgenauigkeit schon für grenzwertig. Also gut überlegen.
 
Hier mal ein Beispielfoto Vordergrund plus MS. Denke dann ist es einfacher zu verstehen, was ich mir so vorstelle. Vordergrund und MS wurden getrennt voneinander aufgenommen und dann zusammengefügt. Die Position der MS war tatsächlich so.

Was das 135er angeht bzgl Gewicht, mach ich mir keine Sorgen. Mein 24-70 ist schwerer. Denke mit Kamera sind es ca. 1,4 kg. Der Nomad soll bis zu 3 kg schaffen.

Und ja, wenn ich mit Smartteleskop arbeiten würde, wären daß dann zwei verschiedene Fotos. DSLM mit MS und Vordergrund und zusätzlich noch ein "Deepsky" mit dem Smartteleskop...

Quasi ein Zeitinvest und zwei Ergebnisse...

Das Mini als auch S50 kommen nicht in Frage. Die Ergebnisse überzeugen mich nicht....

20250818-AL708859-Bearbeitet.JPG
 
Hi!

Hier mal ein paar Deep-Sky-Objekte mit dem Dwarf Mini in voller Auflösung, mit automatischer Bearbeitung:
M1 StellarStudio Label IMG_2133.JPG


M31 M32 M110 StellarStudio Label IMG_2265.JPG


M45 Megastack IMG_2305.JPG


Für den Aufwand und meine Zwecke finde ich die Bilder sehr gut, aber als Nightscape wirkt das glaube ich nicht. Das Bildfeld der anderen Smartteleskope ist bei höherer Auflösung ähnlich; bei den neuesten Modellen kann man zwar auch die Weitwinkelkamera nutzen, aber da dürfte es noch nicht viele Ergebnisse geben, und die Sony dürfte da deutlich besser geeignet sein.

Beste Grüße,
Alex
 
Hier mal ein Beispielfoto Vordergrund plus MS.
Wenn du auf dem Niveau Bilder machst, ist die Frage ob du mit sowas wie Seestar oder Dwarf glücklich wirst. Hier mal als Kontrast zu Alex Bildern ein Bild von den Plejaden aufgenommen mit einer ähnlichen Kamera wie deiner, nur mit einem Apo anstatt einem Smartteleskop. Das sind halt schon Welten dazwischen. Der Seestar S30 pro wird mit dem doppelt so großen Sensor näher dran kommen, aber sowas wie du mit deinem Milchstraßenfoto zeigst, wird auch der nicht liefern können.

Plejaden_v3b_180.jpg
 
Hallo Rico,

die Beschränkungen aktueller Smartscopes wird ja selbst von denjenigen, die die Dinger beeindruckend finden, immer wieder betont. Natürlich können die nicht mit langzeitbelichteten Apo-Fotos mithalten. Sie funktionieren auch nicht an allen Objekten gleich gut. Das gilt ja auch für andere, herkömmliche Setups. Dazu kommt die zwangsläufig winzige Optik. Dennoch sind damit schöne Fotos möglich, was ich beeindruckend finde.

Logisch aber, dass die Ansprüche schnell wachsen, mir würde ein Smartscope allein auch nicht reichen. Ein ähnliches Pleiadenbild wie das von Joachim habe ich auch schon aufgenommen, dazu brauchte ich aber mehr als 4 Stunden Belichtungszeit und ein Equipment, das zehnmal so teuer ist wie ein Smartscope. Dahinter will ich auch nicht mehr zurück, aber für bestimmte Einsatzzwecke oder für kurze Reisen kann man so ein Smartscope prima gebrauchen.

Wenn Du also M45 wie oben ablichten willst, kaufe Dir bitte kein Smartscope. Bitte nicht!!! ;)

CS Olaf
 
Da muss ich nochmal in mich gehen. Die Einfachheit des S30Pro wäre mir schon sehr lieb. :giggle: Da ich aber auch noch ne Alpha 6400 habe, wäre ein 135er Objektiv dennoch ne gute Option, dann hätte ich ja 200mm Bildausschnitt... Hm...
 
Hier mal ein Beispielfoto Vordergrund plus MS. Denke dann ist es einfacher zu verstehen, was ich mir so vorstelle. Vordergrund und MS wurden getrennt voneinander aufgenommen und dann zusammengefügt. Die Position der MS war tatsächlich so.
Hallo Rico,

mega - Dein Foto.
Bei mir wirft das Fragen auf ...

Womit hast Du Vordergrund und MS zusammengefügt - ich bekomme da immer so einen hellen Schein im Übergang?
Wo entstand das Bild?
Hast Du da noch künstlich beleuchtet - also den Bereich um das Flugzeug?
Die Kennung des Fliegers zeigt, dass er aus Deutschland ist. Allerdings weist sie auf eine Focke-Wulf Fw44, die ich auf Deinem Foto nicht mal erahnen kann. Da tippe ich auf Cessna, evtl. Piper??
Du siehst - bewegt meine Gehirnzellen echt - Dein Meisterwerk.
CS Thomas
 
Hallo,

freut mich, daß das Foto gefällt.

Also Vordergrund und Himmel hab ich ganz einfach und "quick and dirty" mit Himmel austauschen in Photoshop gemacht. Funktioniert meistens ganz gut.
Das mit dem hellen Schein am Übergang ist nicht immer einfach. Je heller der Vordergrund, desto schwieriger wird es. Deshalb sollte man nicht gerade tagsüber ein Foto des Vordergrundes machen und dann einen Nachthimmel einfügen. Die Lichtbedingungen sollten schon ähnlich sein. Blaue Stunde ist sicherlich gut dafür.

Wo genau das Bild entstand, darf ich nicht verraten, da wir den Flieger von Privat also "Model" bekommen hatten.

Nein, wurde nicht künstlich belichtet, allerdings war etwas entfernt in einem Gebäude Licht an und die Reflektion sieht man auch am Heck des Flugzeuges. Das plus entsprechend lange Belichtung haben dann genügt, um das Flugzeug entsprechend hell darzustellen.

Was den Flugzeugtyp angeht, bin ich leider überfragt.

Wie gesagt, Foto ist noch weit weg von einem "Meisterwerk". Wollte damit nur zeigen, was ich zukünftig noch so vorhabe, mit Milchstraße, "Deepsky" bzw. allgemein mit nächtlicher Fotografie... Im Netz gibt es ja noch unzählige bessere Beispiele.

Gruß Rico
 
Sehr geil :y:
 
Tolle Bilder Rico! Und hier pflichte ich bei, das schaffen die "Smarties" nicht. Dafür sind die Ergebnisse Deiner Bilder "zu gut" - bzw. für die Technik in den aktuellen Smart Teleskopen nicht umsetzbar. Ich empfehle Dir daher Deinen Weg weiter über DSLM oder dedizierte Astro-Cams + Widefield-Apos zu gehen. Nicht auszudenken, was Du dann damit anstellst! ;-)

Danke für die Einblicke und viel Erfolg!
CS Thomas
 
Zurück
Oben