Einsteiger mobil Natur und Planeten beobachten

Sachranger

Mitglied
Ich bin schon ein halbes Jahr hier im Forum, eingestiegen wegen Ferngläser - die, die man in die Jackentasche steckt. Danach immer in Wellen in der Astronomie hier gelesen und doch "schwer verdauliche" Inhalte gefunden. Aber ich bin hartnäckig. Bis gestern glaubte ich, mit einem Großfernglas (Bsp. 82er APM SD Bino) meine Sichtziele zu erreichen. Daran zweifle ich seit heute ... aber gefühlt wäre es genau mein Ding.

Ich mag unbedingt mobil mit dem Gerät sein. 10 - 12 kg würde ich auch in den Alpen über 2 Std. mit einer Kraxe tragen wollen. Ich würde gerne Planeten beobachten, aber auch tagsüber Natur und Tiere. Fotografieren ... vielleicht mal mit dem Handy, sicher nicht mehr und nicht wichtig. Jetzt glaube ich nach intensiven drei Tagen Forum mitlesen, dass sich die Tiere und Planeten aussschließen, und auch nicht mit dem 82er APM SD abdecken lassen. Beobachten von Balkon oder Garten hinter dem Haus - nur zum Spielen ab und an. Ich werde mit der Ausrüstung überwiegend ruhige dunkle Plätze aufsuchen wollen.
Die gut 2.000 EUR fürs APM + X fürs Zubehör würde ich nur zähneknirschend investieren - wenn überhaupt. Und dann auch nur, weil ich extrem viel durch meine Ferngläser schaue und das liebe. Gute 1.000 EUR für die Equipment würde ich gerne fürs Erfahrungen sammeln ausgeben, gerne auch gebraucht.

Ich hab mir die im Forum oft empfohlenen "Dobson" angeschaut. Bildlich die dicken Rohre auf der Holzkiste - ich denke sie gehören in die Gruppe der Spiegelteleskope. Gefühlt passt das nicht zu mir und meinen Vorstellungen. Ich kann mir nicht vorstellen, damit gemütlich zu beobachten.

Hier in dem Beitrag kam dann neuer Input: Teleskop für Planeten gesucht
Die Sky-Watcher Maksutov 127/1500 sind gerade mein Favorit (was leider nicht viel heißt). Scheinen transportabel, updates via besseren Okularen, beguem durch zu schauen?

Wie bekomme ich tagsüber Tiere und nachts die Saturn-Ringe BEQUEM in der Natur gesessen unter einen Hut?
Ja - ich hab mir eben schon eine Sternwarte in der Umgebung rausgesucht und fahre hin. Ich bin aber auch der Typ der kauft und probiert, wenn er sich nah am Ziel sieht.

Danke für euren Input vorab.
 
Hallo,
dann machen wir mal weiter ;-) Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man mit einem 80mm Refraktor halbwegs ordentlich Mond und Planeten beobachten kann. Bei meinem Skywatcher 80/600 habe ich einen 2" Auszug und mit einem 35mm Televue Panoptic kommt man auf 17-fache Vergrößerung bei ca. 3,8° Gesichtsfeld. Der Mond würde also siebenmal reinpassen. Das ist dann in etwa so, wie mit einem Bino, nur leider monokular.
Dazu brauchst Du natürlich noch ein Stativ (das stabilste, also schwerste, das Du tragen möchtest) und eine passende Montierung. Ich habe eine ICS Skydob 3, die es nicht mehr neu gibt, aber wahrscheinlich findet sich was ähnliches (das ist eine azimutale Montierung in gehobener Qualität, sprich auch bei den hohen Vergrößerungen für die Planeten wackelt es wenig). Das ganze Ding ist mein "grab'n go scope", es wiegt ca. 10 kg.
Nachteil: monokular, nicht die ultimative Leistung am Planeten aber es geht schon was. Vorteil: tragbar, und mit guten Okularen ergänzt sehr flexibel wegen des weiten Vergrößerungsbereichs.

Wenn Du heutzutage nach einem kompakten Refraktor suchst, ist die Auswahl sehr reichhaltig. Solltest Du nicht ausschließen, später auf einer "richtigen" Montierung mit dem Teil auch Fotos machen zu wollen, dann wäre das möglich. Allerdings sind die kürzeren Brennweiten dann eher für größere Deep Sky Objekte (Nebel) und auch den Mond passend und weniger für die Planeten.

Oder Du nimmst Dir ein Fernglas zur Naturbeobachtung und den Mak für Astro, der aber bei 1500mm Brennweite einen soliden Unterbau braucht und auch nicht ganz leicht sein dürfte.

Das Universalfernrohr wird es nie geben, es gibt ja auch keinen Fahrzeugtyp, der allen Ansprüchen gerecht würde.

LG Tom
 
Hallo,

wenn man für Natur und etwas Astronomie etwas "kräftigeres" als ein Fernglas möchte, dann bietet sich ein Spektiv, ein kleinerer Refraktor oder evtl. auch ein Maksutov an.

In allen dreien kann man Mond mit Genuss beobachten, auf Jupiter 2 Bänder sehen, die Saturnringe erkennen und und und.
Es gibt auch kleinere Maks; mit 90mm Öffnung siehst du auch schon etliches, hast aber deutlich weniger Gewicht und brauchst weniger Unterbau. Mein 70/500 Linsenfernrohr wiegt wenig und steht auf einem leichten Linhof Stativ, damit mach ich öfter Astro, wenn es schnell gehen muss. Vögel und Tiere am Waldrand gehen damit aber auch prima.
Für die Astronomie ist ein 90° Zenitprisma nackenfreundlicher, in der Natur empfehle ich ein 45° Amici Prisma.

CS Gerhard
 
Tricky, weil du mit dem Maksutow zwar schöne Vergrößerungen für die Planeten hast, aber eine Minimalvergrößerung von etwa 50x. Das ist für terrestrisch schon heftig.

Wäre ein Stativ mit Montierung, dem Mak (wobei ich mit dem noch keine Erfahrung habe) und einem kleinen bis mittleren Spektiv eine Option? Ich habe das Celestron Hummingbird (allerdings noch in der kleineren 7-21x50-Version, die gibt's leider nicht mehr) häufig dabei, gerade auch auf Flugreisen. So ein kleines Spektiv wiegt nicht zu viel (Stativ plus Montierung, die den Mak tragen fallen da schon deutlich mehr ins Gewicht) und passt noch zusätzlich in den Rucksack; das Zoom-Okular deckt auch am Mak einen ordentlichen Vergrößerungsbereich ab.

Ein ED80/600 ist ein schöner Allrounder, wobei die Planeten bei ca. 150x auch noch recht klein sind, und er mit Montierung und Stativ auch schon einiges auf die Waage bringt. Auf einem Berlebach Report Stativ würde er noch gehen (hatte ich eine zeitlang mit der Vixen Porta Montierung, aber ich habe rasch auf ein BErlebach Uni Stativ upgegradet – der wiegt halt schon und hat Hebel, gerade wenn man das Stativ ganz auszieht) und dürfte im Gewichtsbereich bleiben. Im Gegensatz zum Spektiv ist er nicht wasserdicht; mit 2"-Okularen kommst du sinnvoll bis etwa 15x Vergrößerung runter (und bis ca. 150x/160x hoch).

Den ED80 habe seit 20 Jahren im Einsatz, ist mein meistgenutztes Teleskop – wobei da noch einiges dazugekommen ist.

Keine leichte Entscheidung...

Clear Skies,
Alex
 
Hallo,

hier ist unser kleines Besteck zu sehen, für Natur und Astro bis etwa 100-fache Vergrösserung...

LINK

Das funktioniert sehr ordentlich, ohne 10 - 12 kg schleppen zu müssen :) Jede Kombi für sich passt locker in einen Rucksack, mitsamt Optik-Zubehör und sonstigen (Wander-)Utensilien...


Viele Grüsse

Markus
 
Ein Dobson ist aber auch nur was, wenn dann noch ein eigenes Spektiv für die Naturbeobachtung dazu kommt...
 
Hi

ich habe nicht ganz Deine Anforderungen, dennoch könnte mein universales kompaktes Setup evtl eine Idee für Dich sein.
TS Fotoline 72/432 - ein fotografisch und visuelle nutzbarer Apo mit geringem Gewicht. Bino ist dann nicht.
Okulare hier dann das Meade Zoom 24-8 mm und eine 2,25 mm Barlow vom Hyperion Zoom
Benro GD3 WH 3 Wege Neiger als Montierung
Stativ Rollei C5i oder C6i wenn es höher sein soll.
Als Rucksack habe ich den Rollei Oceanliner L. Ggf reicht Dir auch die M Version.
In Summe ist das für mich gut transportabel, allerdings mit dem Rad.
Am Planeten ist bei bis zu rd 120 fach schon einiges zu sehen.
Auch fotografieren kann man mit dem Teleskop im Rahmen.
Die Kombi ist schnell einsatzfähig, was der im Raum stehende 127mm Mak nicht bietet.
Der kann auch mal 2 Std brauchen bis er den möglichen Vergrößerungsvorteil wirklich zeigen kann.
CS
 
Ich hab mir die im Forum oft empfohlenen "Dobson" angeschaut. Bildlich die dicken Rohre auf der Holzkiste - ich denke sie gehören in die Gruppe der Spiegelteleskope. Gefühlt passt das nicht zu mir und meinen Vorstellungen. Ich kann mir nicht vorstellen, damit gemütlich zu beobachten.
:y::y::y:

Deinem Bauchgefühl sollst Du folgen, junger Skywalker! :ROFLMAO:

Schöne Grüße,
Urs
 
Guten Morgen in die Runde, jedem einzelnen von euch vielen Dank für den Input! Ich hab in der Tat jeden Beitrag mehrmals gelesen und entsprechend google-recherchiert. Meine Gedanken strukturieren sich langsam ... wenn auch noch immer im Bereich einer Zweifach-Vergrößerung, um im Thema zu bleiben :-).

Fang ich mit Dobson an. Kurz vor dem Beitrag von @Ursus corpulentus war diese Konstruktion raus - auch wenn ich mit Kraxe zum Berg mag und da der Münchner Leichtbau in den Raum geworfen wurde. Ich schleppe gerne 12 kg rund 1.000 Höhenmeter, aber ich mag bequem durchschauen.

So komme ich zur zweiten Gruppe, die echt interessant ist, gefühlt aber auch "unbequem" im Verhältnis zum Blick-Ziel ist: die Spektive. Ich schaue da sehr viel durch - hab das total vergessen in dem Zusammenhang. Spektiv ist Job, (Hand)Fernglas ein echter Genuss ... schreib ich mal in Kurzform. Jetzt hier und heute würde ich wahrscheinlich terrestrisch ein Rollei C6i mit Großfernglas (APM 70 oder 82) drauf, einem Spektiv vorziehen. Klar - das Budget wäre übel dafür.
Ich will halt Planeten bewundern. Und wie ich immer wieder lesen kann, wird das deutich unterhalb einer 200er Vergrößerung schwierig.

Im - für mich extrem informativen - Parallel-Faden "Teleskop für Planeten gesucht" habe ich @Thomas_Pfleger ein Bild geklaut, um so meine Wünsche besser darstellen zu können. Er schreibt von einer 216er Vergrößerung. Ich hab untenstehend den Mars noch hinzumontiert. Jupiter fände ich schon super! Mars hätte Luft nach oben :-), wie wären denn Venus und Saturn zu sehen, hätte er sie abfotografiert? Sorry für die laienhafte ...

MusterJupiterMars.jpg


Der nächste Hinweis, der mich erschaudern lässt, ist der von Antares:
Der kann auch mal 2 Std brauchen bis er den möglichen Vergrößerungsvorteil wirklich zeigen kann.

Wenn "ich" schon zwei Stunden fürs Einrichten brauchen "müsste", kann ich mir vorstellen, dass ich erst mal drei Jahre Erfahrung sammeln muss, bis ich die zwei Stunden aktiv was tun könnte um Planeten zu sehen. Oder ist das wie bei der Gulaschkanone, aufstellen und zwei Stunden ab und an mal rühren?
Ich würde gerne meine Präferenzen dahingehend erweitern, dass ich auch schon als Einsteiger zu mäßigen Ergebnissen in überschaubaren Zeitfenstern kommen kann. Wenn die Bedingungen natürlich gut sind. Ich bin schon hartnäckig interessiert ... keine Frage.

So wäre mein Status heute ...
- unbedingt mobil sein. Auch die Alpentour. Aber auch einen Kilometer zum Waldrand.
- die Gämse würde ich den Saturnringen opfern - wenn es denn sein muss!!! Morgen ist auch noch ein Tag ...
- ich mag "bequem" durchschauen können
- ich glaube, ich tendiere zu 200 + X Vergrößerung
- 10 kg wären ein Traum
- 1.000 EUR wären auch ein Traum
- Gelegenheitsfotos ... oder die gehen den Weg der Gämse: beobachten!

Beim Hinweis "ED80/600" kam ich auf ein Skywatcher Evostar für 500 EUR. Gefällt mir
Beim Hinweis "TS Fotoline 72/432" kam ich auf einen Refraktor. Gefällt mir, könnte etwas schwach sein? Und "Fotoline" trifft mich nicht sooooo.
Bei den Hinweisen mit Maks und 90 und 127 mm fühl ich mich auch wohl.

Die drei nur so als Ergebnis meiner wirklich oberflächlichen Recherche und dem Bauchgefühl beim Klicken.

Hier im Job hab ich bei einem Nachbarn ein Astro-Häuschen im Garten entdeckt. Ich glaube, den werde ich mal belästigen. Vielleicht gibts einen Ein- oder Durchblick zu erhaschen. Oder er mag auch mal mobil mit seinem Equipment unterwegs sein und mag sie zeigen. Der Herr schaut allerdings etwas reserviert aus.

Euch vielen Dank für die Zeilen.
Hier noch die 1.800 g Kraxe. Die Isomatte wäre dann gleichzeitig der Schutz für die Optik ...

kraxe.jpg
 
Die Sky-Watcher Maksutov 127/1500 sind gerade mein Favorit
...
Wie bekomme ich tagsüber Tiere und nachts die Saturn-Ringe BEQUEM in der Natur gesessen unter einen Hut?

Hallo,

Ein Mak ist wegen der hohen Brennweite eigentlich ein Spezialist für extrem kleine, weit entfernte Objekte (Planeten). Für Naturbeobachtung ein Problem, da brauchst du Felxibilität.

Ich würde in mich gehen und fragen, ob der Schwerpunkt Astro oder Naturbeobachtung ist.
Im letzterem Fall, speziell wenn du viel zu Fuß im Gebirge herumhirschst und oft aufbaust, würde ich mir wahrscheinlich ein gutes, Astronomie-taugliches Spektiv zulegen (mit ED Glas, wichtig speziell bei höheren Vergößerungen, und wechselbaren Okularen).

Falls dich Astro mehr interessiert (wie mich):
Ich habe in den letzten 2 Jahren einen 80mm Refraktor fast überall mitgenommen, wo es mich beruflich und privat verschlagen hat, auch viele dunke Plätze; Gebirge, Meer, Wüste,... mit Auto, Flugzeug, Zug, Boot, Kamel (nicht lachen) und zu Fuß.

Dabei habe ich folgendes gelernt: Wenn du wirklich mobil sein willst (man hat ja auch noch anderes Gepäck), dann willst du auf keinen Fall eine 10-12kg Ausrüstung. Eher die Hälfte.
Am Anfang habe ich auch eine elektronische AzGti Montierung, Powerbank, 2" Okulare,.. durch die Gegend geschleppt.
Diese Dinge kommen jetzt nur mehr auf der Terasse als Grab&Go zum Einsatz bzw. als Ergänzung, wenn es nur in den Kofferaum muss.

Gelandet bin ich nach striktem Beschränken auf das Wesentliche bei einem ca. 6½ kg schweren Reisesetup:
80/560 F7 ED Refraktor (2.8kg, das geht noch leichter, wird aber teuer)
Carbonstativ (2kg)
Neigekopf-Reisemontierung (1kg)
Amici Prisma, langbrennweitiges Übersichtsokular, 3-8mm Zoom Okular, Rotpunktsucher (~0.6kg)

Alles zusammen (Refraktor und das Stativ gebraucht) ca. €900
Ein solches od. ähnliches Setup zeigt dir fast 3 Grad Feld (fast das 3-fache des Mak) in der Übersicht, und geht trotzdem auf bis zu ~180-fache Vergößerung bei kleinen Objekten wie Planeten.


Clear skies
Martin
 
Im - für mich extrem informativen - Parallel-Faden "Teleskop für Planeten gesucht" habe ich @Thomas_Pfleger ein Bild geklaut, um so meine Wünsche besser darstellen zu können. Er schreibt von einer 216er Vergrößerung. Ich hab untenstehend den Mars noch hinzumontiert. Jupiter fände ich schon super! Mars hätte Luft nach oben :-), wie wären denn Venus und Saturn zu sehen, hätte er sie abfotografiert?

Dieses Tool ist sehr hilfreich, damit simulierst du verschiedene Optiken und was du ungefähr siehts (nicht die Details aber die Größenverhältnise):

Bei einem Reisesetup nehme ich 1.25" Okulare an,
da sind die maximalen Felder erreichbar bei z.B. 24 mm Okularbrennweite/68° Feld, oder 25mm/65°,....
und auf der anderen Seite die höchsten sinnvollen Vergößerungen bei etwa 2x dem Objekivdurchmesser in mm (bei gutem Seeing und sehr guter Optik geringfügig höher).

Hier mal Saturn in meinem Reiserefraktor

1770804275755.png


Achtungs: speziell die inneren Planeten wie Mars zeigen aufgrund der Bahnbewegung extreme Größenschwankungen der scheinbaren Größen.

Planeten sind generell klein und mit die herausfordernsten Ziele für ein Reisesetup, weil man eigentlich relativ große Öffnungen braucht, für eine lange Brennweite und hohe Auflösung und Vergrößerung.


clear skies
Martin
 
Planeten sind generell klein und mit die herausfordernsten Ziele für ein Reisesetup, weil man eigentlich relativ große Öffnungen braucht, für eine lange Brennweite und hohe Auflösung und Vergrößerung.
Das ist gar nicht zu vernachlässigen (auch wenn ich hier öfter Gegenwind kriege, wenn ich sage, dass Planeten erst so ab 300x richtig Spaß machen). Vor allem: Für Planeten muss man nicht raus in die Berge, die gehen auch in der Stadt. Im Verein haben wir unter anderem C8 Schmidt-Cassegrains. Da ist die Reise-Okularausstattung (um die Okularablage aufgeräumt zu halten, auf dem Acker hat man meist weniger Platz, um Sachen abzulegen) ein 36 oder 42mm Weitwinkelokular in 2", und ein 8-24mm Hyperion Zoom. Mehr nicht. Das deckt bis 250x alle Vergrößerungen ab und langt für Deep Sky üppig. Planeten werden zuhause beobachtet, solange die Luftunruhe da brauchbar genug ist.

Ein ED80 (egal ob 600 oder 560mm Brennweite) ist noch gut transportabel, noch auf einem halbwegs leichten Stativ montierbar, mit Amici-Prisma auch für die Natur nutzbar und macht verdammt viel Spaß, auch wenn ihm an schwächeren Objekten oder Kugelsternhaufen die Puste ausgeht, wenn man Details will. Dafür zeigt er mit 2" richtig viel Feld, und man spart sich fast schon den Sucher. Aber ein Mak hat auch nicht so viel mehr freie Öffnung durch den Fangspiegel.

Beste Grüße,
Alex
 
Guten Morgen, Unbekannter.
(Hast Du einen handelsüblichen Namen?)

Berufliche Erfahrung mit Spektiven, 10-12 kg auf einer Kraxe (in Camouflage-Druck) im Gebirge 'rumschleppen ... Wechseln sich shooter und spotter im Einsatz eigentlich ab, oder hat jeder immer nur seine spezielle Aufgabe? ;)

Grundsätzliche Überlegungen sind der Schlüssel zu stringentem Handeln. Okay. Aber Du siehst das Ganze meiner Meinung nach viel zu statisch, Bruder.
Schnapp' Dein Scope und stecke es mal 90° verdreht in den Nachthimmel. Und dann guck' einfach mal, und lasse Dir dabei genügend Zeit.
Sehen hast Du offensichtlich schon gelernt, wahrscheinlich sogar nachts. Aber auf den Himmel und seinen Anblick musst Du Dich einlassen können; um ihn zu verstehen, gewissermaßen.
Du willst dort oben doch etwas erleben, und nicht konsumieren, oder?!

Häng' Dich nicht auf, wie groß irgendwas ist (oder sein sollte), sondern genieße einfach mal den Anblick - durch welches Rohr auch immer. Alles Weitere kommt von selbst; die Instrumente werden in dem Moment größer, sobald die Richtung, die Du einschlagen möchtest, klarer wird.
Investiere dann in anständige Okulare - davon war noch überhaupt nicht die Rede. Gute Okulare ebnen Dir den Weg zum Himmel im selben Maße, wie Dein Instrument.

Go with the flow, bro - und mach' Dich nicht verrückt. Der Himmel ist per se sooo schön, dass es, vor allem anfangs, nicht viel braucht, um das zu verstehen. Und um glücklich zu sein. :giggle:

Schöne Grüße,
Urs (ehemals 1. LLDiv)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

200x Vergrößerung? Das kenne ich als selten vom Seeing möglich, also noch höher vergrößern kannst du auch wegen kleines Teleskop etwas ind Reich der Träume schieben.
Beim Mak.... ist der überhaupt Tageslichttauglich?
Man wird dann sehen ob du über die Planeten noch zu Anderem findest.

Gruß Frank
 
200x Vergrößerung? Das kenne ich als selten vom Seeing möglich
Was hast du denn für einen schlechten Standort? Weit über 200x geht bei mir auch in der Stadt regelmäßig. Das setzt natürlich auch voraus, dass das Gerät ausgekühlt ist.

Und was die Auflösung angeht: Ja, aber nein...

Der übliche Richtwert Höchstvergrößerung = doppelte Öffnung in Millimeter gilt für ideale Optiken. Bei kontrastreichen Zielen wie Mond und Planeten kann man mit guten Refraktoren oder Schiefspieglern (also obstruktionsfreien Optiken) auch mal drüber rausgehen, ohne dass das Bild durch die Übervergrößerung matschig wird.

Aber: Durch den Fangspiegel von Newtons, (Schmidt-)Cassegrains und Maksutows verlierst du Kontrast. Weniger als 20% Obstruktion stören praktisch nicht, ab etwa 33% wird es deutlich. Hier gibts viel Lesestoff:
Der Skywatcher hat etwa 43mm Obstruktion, also rund 30%. Dafür kriegt man halt kompakt und für wenig Geld mehr Öffnung, was das wieder ausgleicht.

Da lässt sich beliebig theoretisieren, aber jedenfalls hast du weniger Leistung als mit einem gleich großen Linsenteleskop. Fotografisch ist das wieder egal, weil da die Luftunruhe eh alles verschmiert, deshalb haben die großen Teleskope auch fette Fangspiegel. Visuell wird es halt vorher schon matschig, während die Grenzgröße kaum beeinträchtigt wird. Planetendetails wollen halt guten Kontrast – richtig toll ist ein Mak/SC dann, wenn man genug Öffnung hat, dass man durch die Luftunruhe und nicht durch den Kontrast der Optik limitiert wird. Wenn dein Standort wegen der Luftunruhe nur 200x hergibt, ist die Obstruktion vom 127er Mak auch egal.

Interferometrie ist wieder ganz was anderes und geht nicht ohne Computer, und ein Binoansatz erst recht :eek: Der Bino-Ansatz bringt dir entspanntes Beobachten und gefühlt höhere Vergrößerung, aber keine höhere Auflösung.

Für den Tageseinsatz vom Mak hilft eine lange Taukappe gegen Tagblindheit.

Aber das Hauptproblem beim Mak für die Naturbeobachtung sehe ich in der hohen Mindestvergrößerung, auch deshalb nochmal auch von mir der Rat zu zwei Geräten, oder einem ED80.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

ich würde auch den ED80 als besten Allrounder bezeichnen. Der kann wirklich alles, ohne überragend zu sein. Aber überall ist er gut genug, um Spaß zu haben. Ich habe seit einigen Monaten einen Askar 91F mit 610 mm Brennweite, also so ähnlich wie ein ED80. Eigentlich habe ich den für Fotos gekauft. Das kann er natürlich auch, aber ich habe festgestellt, dass ich für Fotos wegen der Größe und des Gewichts lieber eine Nummer kleiner wähle (71F) und mit dem 91er lieber visuell unterwegs bin. Da ist er wirklich beeindruckend, mit dem SVBony 3-8 Zoom kann man bis 200fach hoch gehen, ohne dass es zu flau wird.

CS Olaf
 
Ich schleppe gerne 12 kg rund 1.000 Höhenmeter, aber ich mag bequem durchschauen.
Hi
bist Du Dir da sicher? Hast Du da Erfahrungen mit?
Die Lust zu schleppen nimmt bei sehr vielen Leuten die ich kenne, mehr und mehr ab.

Jetzt hier und heute würde ich wahrscheinlich terrestrisch ein Rollei C6i mit Großfernglas (APM 70 oder 82) drauf, einem Spektiv vorziehen. Klar - das Budget wäre übel dafür.

Ich will halt Planeten bewundern. Und wie ich immer wieder lesen kann, wird das deutich unterhalb einer 200er Vergrößerung schwierig.
Bei dem Großfernglas übersiehst Du womöglich, dass diese nur mit einer gescheiten Montierung funktionieren, die natürlich auch was wiegt.
Dazu kommt, dass die genannten FG dann auch eine Reihe an Okularen brauchen und nur als SD einem passabelen Apo gleich kommen.

Die 200fach Hinweise beziehen sich auf Beobachtungen meist von Jupiter und dem Anspruch hoher Detailfülle.
Man kann schon mit 70mm Jupitermondschatten und Monde vor der Scheibe sehen. Auch die rote Fleck und Strukturen in den Bändern sieht man wenn alles paßt. Dazu braucht es aber auch ein trainiertes Auge.

Im - für mich extrem informativen - Parallel-Faden "Teleskop für Planeten gesucht" habe ich @Thomas_Pfleger ein Bild geklaut, um so meine Wünsche besser darstellen zu können. Er schreibt von einer 216er Vergrößerung. Ich hab untenstehend den Mars noch hinzumontiert. Jupiter fände ich schon super! Mars hätte Luft nach oben :-), wie wären denn Venus und Saturn zu sehen, hätte er sie abfotografiert? Sorry für die laienhafte ...

Den Anhang 534794 betrachten
Das Bild gibt lange nicht wieder, was mit 216fach und einem geeigneten Gerät geht.
Gleiche das mal in der Realität ab.

Der nächste Hinweis, der mich erschaudern lässt, ist der von Antares:
Wenn "ich" schon zwei Stunden fürs Einrichten brauchen "müsste", kann ich mir vorstellen,
Nicht zum Einrichten. Diese Größe Mak braucht Zeit zum Auskühlen - bis 2 Std ist mir mit dem 127er selbst passiert. Du brauchst also Geduld bis der Mak hohe Vergrößerungen zulässt. Stichwort Seeing Tubusseeing. Auch hier ist eine gute Montierung nötig. Das wird mit viele Neigern etc nicht stabil werden. Die 10 Kilo werden überschritten werden müssen.

Beim Hinweis "TS Fotoline 72/432" kam ich auf einen Refraktor. Gefällt mir, könnte etwas schwach sein? Und "Fotoline" trifft mich nicht soooo
Fotoline ist nur ein Name und eine Option. Kann man machen, muss man aber nicht.
Ich nutze ihn mobil, für Sonne, wenn nur kleines Gepäck sein soll und ab und an auch in der Sternwarte und den Teleskopsprechstunden
um zu zeigen, das eben auch kleines Gerät was kann, wenn es denn eine gewisse Güte hat.

CS
 
Na die 2h Auskühlen sind ja längst vorbei wenn du mit Kraxe 1000HM machst🤣
Ich bekomme die Ungeduld bei dem Einem nicht mit der Ausdauer des anderem zusammen.
Fotoline? Fotografisch sollte einigermaßen Farbrein sein, das ist am Planeten nicht unwichtig.
Was Anderes, wenn du so scharf auf Planeten bist und Hohe Vergrößerung, dann benötigst du eigentlich einen ADC.
Damit schließen sich einige Geräte aus, ein Spektiv mit Wechselokularen wird den Backfocus dafür nicht haben?

Gruß Frank
 
Hallo,

ich stimme @Antares zu. Der TS 72/432 SD Apo ist ein super Teil, ich hab ihn auch mal gehabt und die Beschreibung auf der TS Seite passt. Einer der besten Apos in seiner Klasse, visuell und fotografisch eine Granate. 180-200x sind damit bei guten Bedingungen möglich. Und dann noch zu einem sehr guten Preis. Ich hab ihn verkauft, weil ich fotografisch auf Flatfield-Apos umgestiegen bin und ich visuell nicht viel mache. Aber der ist mobil die eierlegende Wollmilchsau. Ich hätte ihn behalten sollen.

CS Olaf
 
Servus in die Runde, sorry fürs Nachliefern - meine Name ist Ralf!

Euer Input geht nun sehr konkret in eine Richtung mit zwei (ähnlichen?) Geräten: das TS 72/432 SD Apo - konnte ich konkret in Shops finden. Und zum Zweiten das/die "ED80". Unter dem Kürzel wird einiges angeboten, sprecht ihr da vom SkyWatcher EVOSTAR-80ED DS PRO? Grundsätzlich möchte ich jetzt in die Richtung eurer Favoriten schauen. Gegenüber den Großferngläser sind die Teile ja nicht dicht - wie schauen die Umwelteinflüsse in einer Beobachtungsnacht aus? Macht man sich da Gedanken? Ich komme eher aus der Ecke "Robusthamster" was Equipment anbelangt - ja, da hätten die Binos besser gepasst :cool: .

@Antares hat vorgestern ein komplettes Setup beschrieben, da finde ich mich gut wieder. Das Rollei C6i ist leicht, stabil, günstig - würde es auch noch das SkyWatcher tragen? Und ja, ich bin Tragen höherer Gewichte gewohnt. Mir sind die Verknüpfung meiner Lieblingsbeschäftigungen zumindest im Anfangsstadium wichtig. Und für einige von euch vielleicht schwer vorstellbar - vom Balkon oder Haus-Garten würde ich nicht in das Thema hier einsteigen. Deshalb die Mobilität - ohne Bollerwagen.

Das ED80 hat etwas mehr Öffnung, also etwas mehr sinnvolle Vergrößerung? Das TS72 ist leichter. Zubehör ähnlich verfügbar? Kann ich beide auch (etwas zweckentfremdet) für Naturbeobachtungen konfigurieren - beim TS72 wurde es erwähnt. Als Einsteiger hätte ich auch den Vorteil, das Gerät bei Tageseinsätzen sehr gut kennenzulernen.

Würdet ihr bei meinem Nutzungsprofil vielleicht bei den Für und Wider der beiden Geräte weiterhelfen?

Guten Start in den Tag
Ralf
 
Hallo Ralf,

unter 80ED wird jeder Apo verstanden, der 80 mm Öffnung und zwischen 480 und 600 mm Brennweite hat. Der Ur-ED80 ist der von Slywatcher. Der ist ein Triplet APO, wohingegen die TS meistens Doublets sind, aber nicht weniger farbrein daher kommen, Von TS gibt es z.B. den 80/560 mit ED und SD (Photoline) Glas. SD ist besser (FPL53). Darauf würde ich achten, FPL51 macht Säume um helle Sterne, ist nicht so gut farbkorrigiert. Der oben erwähnte 72/432 hat auch FPL53 SD-Glas.

Beide Größen tun sich nicht viel, beide sind mit gleichem Zubehör nutzbar, die nutzbare visuelle Vergeößerung ist bei beiden gleich. Tagesfotografie geht auch mit beiden. Ich würde an Deiner Stelle und nachdem, was du geschrieben hast, nach Mobilität entscheiden, also 72/432. Es wird nicht dein einziges Teleskop bleiben. Wenn du Blut geleckt hast und für zuhause ein größeres Teleskop willst, kommt dann vielleicht der Sprung zu einem 90er oder 102er APO. Anfangen würde ich mit dem Kleinen.

LG Olaf
 
Der evostar 80edx von Skywatcher hat ebenfalls eine fpl53 Linse und ist preislich attraktiver. Die Umwelt Einflüsse spielen überhaupt keine Rolle, alle Teleskope sind gegen Schnee und Regen vollkommen gewappnet, da sie bei solchen Wetterbedingungen nicht zum Einsatz kommen, was will man auch sehen, wenn es bewölkt ist und man bei Regen und Schnee sowieso nichts sieht. Kälte hingegen macht dem Beobachter mehr aus als dem Teleskop.
 
Hi!

War mir neu, dass der Volksapo ein Triplett war... Vor etwas über 20 Jahren kam mit dem ED80/600 der erste bezahlbare ED-Apo auf den Markt, das Objektiv wurde von SkyWatcher/Orion/Celestron verbaut. Seitdem gab es einige Generationen davon, die Gläser haben sich geändert, und es gibt kürzere Brennweiten, die sich mehr an Fotografen richten. Visuell bin ich mit drei 20 Jahre alten ED80 unterwegs. Bei den Gläsern habe ich keinen Überblick – Hauptsache, es ist ein ED. Es gibt auch Achromaten mit 80mm Öffnung – die kurzen Versionen machen an Deep Sky Spaß, aber nicht am Planet.

Von den Gläsern abgesehen unterscheiden sich die optischen Tuben in der Ausstattung: Okularauszug (mit/ohne Untersetzung, rotierbar/nicht rotierbar, Crayford oder Zahnstange [letztere gerne mit viel Schmierfett] – kann man aber tauschen), Taukappe (einziehbar/starr aufgeschraubt, ist für das Transportmaß interessant), Rohrschellen oder feste Prismenschiene, Sucher/Leuchtpunktsucher/gar kein Sucher. Da langt ein einfacher Leuchtpunktsucher; optische Sucher sind entweder Overkill (~50mm Öffnung) oder nutzlos (Spielzeuge mit ~30mm Öffnung), wenn du eh auf ca. 15x runterkommst.

Dazu kommt auch noch, was die gefällt – manchmal sieht man einen Tubus, der einem einfach als Gesamtpaket gefällt.

Viele Köpfe, viele Meinungen: Da du eh auf Planeten und somit hohe Vergrößerungen aus bist, würde ich eher auf mehr Öffnung (80 statt 72mm) und mehr Brennweite (600 statt 4xx) gehen, da du dann mit etwas längerbrennweitigen Okularen die Höchstvergrößerung erreichst.

Was die Wetterfestigkeit angeht: Astro-Teleskope sind dazu gedacht, sternklaren Himmel oder (mit geeigneten Filtern) die Sonne anzuschauen, und nicht dazu, um bei Regen oder Nebel Tiere zu suchen. Dafür gibt es die wetterfesten oder zumindest spritzwassergeschützten Spektive. Wenn der Tubus wegen Tau oder Eis klatschnass ist, macht das nichts, aber Feuchtigkeit im Inneren sollte man vermeiden. Hier gibt's ein PDF mit einer ganze Reihe Pflegetipps.

Clear Skies,
Alex
 
Meiner Meinung nach sind speziell Planeten nur unter sehr besonderen Bedingungen im Gebirge besser als zu Hause im Garten:
Bei einer stabilen Hochdrucklage mit Temperaturinversion und Nebeldecke bei 800 bis 1000 Meter.
Das kannst Du aber auch nur mit ziemlich großen Geräten überhaupt ausnutzen.
Im Sommer ist das Wetter im Flachland oft besser als im Gebirge und die Bedingungen Wetterfest, Stossfest, Auflösung, Gewicht....passen schlecht zusammen.
Mit einem 200 mm Dobson wirst Du vom Garten aus mehr sehen als mit 80 mm im Gebirge.
Erst im Deepskybereich, wo dunkler Himmel und klare Luft wichtig sind, hat man in den Bergen mit allen Öffnungen Gewinn.
Bei Planeten zählt Auflösung und ruhige Luft.

Felix
 
Der originale Evostar 80ED von Skywatcher war mal einer der leichtesten 80er (leider auch sperrigsten, das war damals mein Hinderungsgrund).
Der neue Evostar 80edx hat einen super Preis für FPL53, hat aber aus unerfindlichen Gründen 4kg, um das Gewicht kann ich einen TS 102er mitschleppen (was ich nicht machen würde).
Da gibts deutlich leichtere 80er für den mobilen Einsatz.

Clear skies
Martin
 
wenn Du in Sachrang wohnst, dann hast Du ja Lagen über 800 m gleich ums Eck, Da würde ich mir wegen Planeten kein tragbares Teleskop besorgen sondern mobiles nur für die Naturbeobachtung besorgen und ansonsten von zu Hause aus wenns um Planeten geht.
Felix
 
Zurück
Oben