Gestern habe ich bei Teleskop-Service in München meinen Refraktor abgeholt. Schöner Laden, große Auswahl und auch gute Gespräche. Meine Kaufentscheidungen hab ich aber schon weit im Vorfeld auf Grund dieses Fadens hier getroffen. Dabei waren einige User-Meinungen involviert, dessen Tipps ich gut in mein Nutzungsverhalten umdenken konnte. Heute war ich dann mit dem gesamten Zeugs draußen, und hab zum ersten Mal im Leben durchs Teleskop geschaut. Nachfolgend mein Equipment und ein paar Erklärungen dazu.
Da isser. TS 72/432 Photo Line (ED). "Was für ein Winzling" dachte ich mir gestern im Shop. Abgesehen davon macht er einen wertigen Eindruck, wiegt doch schon einiges - hier abgebildet in der für terrestrische Beobachtungen vorgesehenen Konfiguration. Die 27fache Vergrößerung ist ein guter Schritt nach dem Fernglas, dieses Okular finde ich okay vom Einblick.
Kurzer Hinweis zum Kugelkopf: es funktioniert, ist wahrscheinlich aber umständlich. Der gekaufte Benro Neiger musste zurück zum großen Fotohändler in BaWü, der mir das Teil inkl. seiner Diebstahlsicherung schickte. Dann waren sie nicht in der Lage, diese zu entfernen ...
In dem Rucksack ist das gesamte Equipment der folgenden Bilder. Das ist ein 40 L Einsatzrucksack, der für mobile Beobachtungen nahezu ideal sein dürfte.
Diese beiden Spiegel sind es geworden. Auf die 2" wollte ich beim Zenitspiegel (99 % Reflektion) nicht verzichten, das Baader-Prisma gefällt vor allem wegen der großen Öffnung.
Nachdem ich hier in den Beiträgen erkennen konnte, dass die Okularwahl letztendlich eine persönliche Komponente enthält, habe ich alle Okulare "gebraucht" gekauft. So ist der Wertverlust gering. Außerdem gibt es einen riesigen Gebrauchtmarkt.
Die Gläser liegen in zwei Reihen. Unten die für astronomische Beobachtungen: das 31er Hyperion ist es geworden, weil es in beide Spiegel passen "sollte". Das 13er Hyperion gabs mit dem 2" Spiegel neuwertig sehr günstig, passt von der Abstufung gut und ich mag es ausprobieren. Ebenso wie das SVbony - mit vielen guten Stimmen hier, aber auch der einen oder anderen Kritik. Ich finde es praktisch, den gesamten Bereich der hohen Vergrößerungen mit einem Okular kennenzulernen.
Die obere Reihe: das Niwana ES mit 82° ist mit dem Amici zusammen eine leichte Ausstattung für die Berge tagsüber und ja - das Baader Zoom. Ich hab gelesen, dass es für dieses Teleskop nicht ideal ist. Es war sehr günstig, ich kann es in beiden Spiegeln nutzen, und es könnte sehr gut in ein Spektiv passen. Deshalb hab ich es doch gekauft.
Das waren heute nur zwei Stunden Praxis und Kennenlernen. Das SVbony ist in der Tat nicht ganz so einfach zu "schauen" - vor allem der 3 und 4 mm Bereich. In der Kombination Hyperion 31 mm (in 1,25") im Baader Amici-Spiegel bekam ich kein scharfes Bild - ich hätte den Okularuaszug wahrscheinlich noch eine Umdrehung weiter einziehen müssen. Merkwürdig. Und der Leuchtpunkt-Sucher - eigentlich ein Bauteil, bei dem ich über recht viel Erfahrung verfüge - ist der Punkt so schwach, dass er bei bedecktem Himmel auf Hauswänden kaum zu finden.