Planetenkiller?!

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Hi,

in den letzten Zügen einer sehr schönen Jupitersaison möchte ich mal meinen 8 Zoll CFF Apo meinem vor 2 Monaten erworbenen Takahashi Mewlon 250 gegenüber stellen.

Zunächst der CFF: ein ölgefügtes Triplett mit FPL55 als Kernelement und zwei unbekannten Partnergläsern mit 200mm Öffnung und 1600mm Brennweite.
Das Gewicht von ~24kg inklusive Schellen und Prismenschiene hört sich noch in Grenzen transportabel an, praktisch mag man das mal für ein Teleskoptreffen umsetzen, regelmäßig möchte ich damit aber nicht unterwegs sein. Überhaupt ist so ein großer Refraktor schon eine beeindruckende Erscheinung und will auch stabil montiert werden.
Bei ca. 1,20m minimaler Länge und wenn man auch im Zenit noch einigermaßen bequem beobachten will, ist die Taukappe in Parkposition bei 2,40m Höhe.
Als Montierung ist das Mindestmaß eine 50kg Klasse Montierung aufwärts, selbst diese großen Montierungen sind voll ausgereizt, der Hebel ist enorm und jedes kleinste Bisschen Getriebespiel der Montierung macht sich bemerkbar. Mit Gegengewichten und Stativ kommen so um die 125kg Gesamtgewicht für einen mobilen Aufbau zusammen. Um eine Vorstellung zu bekommen: im letzten Bild ist das Okular ein 17mm Ethos und ein FS60c als Leitrohr und Ausgleichsgewicht, die Stahlsäule ist ca. 1,35m hoch. Zum Tubus: Der Backfokus ist mit 260mm außergewöhnlich großzügig für Binos und Korrektoren aller Art. Ein großer Feathertouch stellt dabei eine gute Ausleuchtung sicher. Die Temperaturanpassung der ölgefügten Linsen war bisher zwischen -15 und +30 Grad Lufttemperatur kein Problem. Die Linse ist auch weit genug über dem Boden, dass das vielfach unterschätzte Bodenseeing keinen nennenswerten Einfluss mehr hat. Der CFF ist nicht mein erster Premium APO und ich kann schon mal sagen, dass ich in jeder Hinsicht mit Optik, Mechanik und Verarbeitung zufrieden bin. Der Tubus mit Blenden, Schellen und die 3 Zoll Prismenschiene aus eigener Produktion (weiterhin in Polen) sind erstklassig verarbeitet. Die Kollimation ist sehr stabil und hat den Transport über ein paar hundert Kilometer mit dem PKW klaglos überstanden. Durch die feste Aufstellung, von einer verschiebbaren Hütte geschützt, ist der APO also schnell und unkompliziert in wenigen Minuten vollständig einsatzbereit. Aus der Erfahrung ist das auch bei fester Aufstellung bei weitem nicht mit allen Optiken garantiert.

Der Mewlon ist bei etwa 11kg deutlich leichter und kürzer, wenn auch für ein System mit gefaltetem Strahlengang relativ lang (ca.90cm). Zum Vergleich: an beiden Optiken verwende ich den gleichen 50mm Sucher. Es handelt sich hier um die alte Version der Mewlon ohne zusätzlichen Korrekor mit 3000mm Brennweite (f12). Verarbeitung und Mechanik sind Takahashi typisch robust und präzise. Während CFF ein Testprotokoll beilegt, tut das Takahashi traditionell nicht. Der Mewlon wird elektrisch über den Fangspiegel fokussiert, der Backfokus liegt bei ca. 185mm. Die Regelung der Handbox ist m.E. etwas zu grob, selbst bei geringster einstellbarer Fokussiergeschwindigkeit. Spiegelschifting ist praktisch nicht vorhanden. Die Lösung hierfür ist bei mir eine Baader Helicalklemme auf 1,25 Zoll, was sehr gut funktioniert.
Die Kollimation des Dall Kirkham ist nicht ganz trivial und muss sehr genau erfolgen um die Leistung des Gerätes abrufen zu können. Ich habe ja auch einen 20"f3,2 Dobson, dieser ist gegenüber dem Tak sehr gutmütig was Dejustage angeht. Das Grundsetting habe ich mit einem OCAL 3 in ca. 30 Minuten gehabt. Die Feinjustierung am Stern hat noch einmal etwa 30 Minuten in Anspruch genommen. Ist das aber einmal geschafft, hält der Mewlon auch bei mehrmaligem auf und abbauen vom Lagerort auf die Terrasse die Justage gut, so dass bisher nicht weiter korrigiert werden musste. Ein Fallstrick war hier aber unerwartet der Zenitspiegel und die originale Klemmung. Ich musste den Mewlon zunächst auf den Zenitspiegel in einer bestimmten Position justieren. Eine Drehung des Zenitspiegels, sogar nur ein Lösen und wieder fest ziehen der Klemmung reicht aus, um das Bild am Stern sichtbar zu verschlechtern. Mit der Adaption über M71-M68-2" Clicklock und einem MB T2 Zenitspiegel sind diese Probleme gelöst. Nun ist die Zentrierung von Zubehör, Adaptern und Gewinden ein ohnehin stark unterschätztes und selten beachtetes Problem. Aber welcher "Profistrehlpunktezähler" würde schon zugeben, dass unter Praxisbedingungen, und da gehört eben auch sämtliches Zubehör und Umweltbedingen dazu, auch die Beugungsbegrenzung nicht immer ausgenutzt wird.
Gegenüber einem handelsüblichen SC sehe ich mechanisch folgende Vorteile:
  • Tubus und Optik sind exakt und stabil zueinander ausgerichtet, das System ist justierstabil in jeder Tubuslage.
  • die optische Achse entspricht der Mittenachse des Tubus.
  • Die Spiegel sind von sehr hoher Qualität. Als reines Spiegelsystem gibt es keinen Farbfehler.
  • Das offene System hat deutliche Vorteile bei der Temperaturanpassung.
  • kein Spiegelschifting.
Auskühlen und thermisches Verhalten des Mewlon sind etwa auf dem Niveau eines 6 Zoll Luftspaltripletts. Beim 250er kann der hintere Teil des Tubus entfernt werden, so dass der Spiegel frei von der Luft umströmt werden kann. Stellt man den Tubus auf die vordere Abdeckung und mit geöffnetem "Tubushinterteil" vom 15 Grad Lagerort nach draußen (-3 Grad), ist der Mewlon nach ca. 1,5 Stunden vollständig einsatzbereit. Die Temperaturdrift von der Dämmerung bis in die Nacht war danach kein Problem mehr. Wenn ich den Tubus auf die Montierung setze, schließe ich den hinteren Tubus wieder, damit meine Körperwärme und Atem nicht stören. Als Montierung ist eine Vixen SX bereits vollkommen ausreichend, mit einem guten Stativ ergibt das mit allem drum und dran ca. 45kg Transportgewicht. Der Hintergedanke bei Kauf des Mewlon war explizit der mobile Einsatz, mit etwas Planung ist das gut machbar.

Am Planeten: Der CFF legt die Latte hier wirklich hoch, die theoretische Auflösung von 0,5 Bogensekunden wird an meinem Standort Seeing bedingt nur sehr selten erreicht. Die Farben am Jupiter sind satt und gegenüber dem Mewlon nur minimal wärmer. Die schwachen Kontraste der verschiedenen Gelb- und Brauntöne gehen nicht im Einheitsbrei unter, sondern auch feine Staubbänder sind klar zu sehen. Die Strukturen hinter dem GRF sind im Detail beobachtbar, die zuletzt sichtbaren hellen und dunklen Schleifen ergeben ein schönes Muster. Die Galiläischen Monde und ihre Schatten sind leicht zu beobachten, ihre Durchgänge immer ein Highlight. Am Saturn war der flache, schmale Ring immer auch vor der Planetenscheibe zu sehen. Farbige Bänder sind klar trennbar, einen Titan Durchgang konnte ich noch nicht beobachten.
Der 8 Zöller hat genug Licht um auch mit einem Binoansatz hoch vergrößern zu können. Als Okulare kommen vorwiegend Televue Plössl 8 und 11mm mit der Zeiss Abbe Barlow, Televue Delite 4 und 5mm und TOE 4mm zum Einsatz. Weiteres Zubehör: Baader BBHS Zenitspiegel, Greatstar ADK und Maxbright II Bino. Mit dem Bino verwende ich auch gerne Morpheus ab 6,5mm Brennweite. Mit den 4,5mm bin ich nicht so gut zurecht gekommen. In den meisten Fällen ergibt das 11mm Plössl mit der 2x Barlow bei 290x das beste Bild, es gibt aber doch einige Nächte die auch die höheren Vergrößerungen zulassen. Ich bin schon auf die Marsopposition gespannt.
Den Mewlon betreibe ich ehr monokular und meist mit Tani Orthos in 6,9,12,5 und 25mm Brennweite. Da man beim Mewlon ohnehin so nah wie möglich an der optischen Achse bleiben sollte, sind Orthos hier kein Nachteil. Das 6mm nutze ich am Planeten bisher ehr ungern, das 9mm braucht schon gutes Seeing, meistens zeigt das 12,5mm das beste Bild.
Interessanterweise ist das Bild im Mewlon kaum heller als im CFF, Obstruktion, Streuung durch Spikes und Reflektionsverluste machen doch einiges aus.
Den Mewlon wird oft ein "apomäßiger" Kontrast nachgesagt, hmm naja finde ich jetzt ehr nicht. Die 3 Fangspiegelstreben erzeugen 6 Spikes, diese sind schwächer als die 4 Spikes der normalen kreuzförmigen Konfiguration, dennoch wird das Bild hier aufgehellt. Der gut abgestimmte innere Aufbau aus Tubus und Spiegelblenden, Blendrohr und Tubus ermöglichen dennoch eine gute Kontrolle von Streulicht. Ich sehe keinen konstruktiven Vorteil des DK gegenüber einem Newton oder CC, die saubere und durchdachte Ausführung von Takahashi bringen jedoch einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die an der Mechanik sparen. In Zahlen kann ich das nicht ausdrücken und schon gar nicht berechnen, kann aber sagen: Der Mewlon hat gegenüber einem handelsüblichen SC einen besseren Kontrast an Mond und Planeten. Das Bild wirkt schärfer und das Licht konzentrierter. Bei durchschnittlichen Bedingungen zeigt der APO das ruhigere Bild, bei der Schärfentiefe ist der Mewlon minimal im Vorteil, die Lichtausbeute ist recht ähnlich, der Kontrast im APO ist nochmal deutlich härter, die Farbgebung ist sehr ähnlich, der APO minimal wärmer.

Nochmal zur Erinnerung, hier geht es gerade nur um visuelle Planetenbeobachtung, ich bitte so auch die Gesamtwertung zu verstehen. Der APO ist natürlich visuell und fotografisch breiter einsetzbar und die videografische Auflösung des Mewlon ist höher, dafür das Gesichtsfeld deutlich kleiner. Und ja mit einem Dobson geht das viel billiger, zumindest als der APO, wenn man nicht wieder Äpfel mit Birnen vergleicht.

Insgesamt sehe ich den 10er Mewlon am Planeten im Schnitt vor jedem noch so guten 6 Zoll APO aber auch deutlich hinter dem 8 Zöller APO. Mit einem 7 Zoll Apo habe ich nur 2 mal beobachten können, ich denke aber das ist am Planeten ein recht enges Rennen mit dem dem 10er Mewlon. Diese beiden kann man nun mit relativ geringem Aufwand zu Plätzen mit besseren Bedingungen schaffen der kürzere Tubus des Mewlon spart an der Montierung, beim 8 Zoll APO ist das ein halber Umzug. Dementsprechend ist der Mewlon für mich die Wahl für den mobilen Einsatz und der APO für die Festaufstellung. Für schnelle Einsatzbereitschaft und schnelle Temperaturgradienten ist ein Zweilinser APO mit entsprechender Öffnung besser geeignet als ein Mewlon. Der 10er ist auch der erste DK mit dem ich selbst beobachtet habe, zu anderen Größen oder Herstellern kann ich daher nichts sagen. Aufgrund des eingeschränkten Gesichtsfeldes des Mewlon ergibt eine parallele Verwendung mit einem Weitfeldgerät eine schöne Kombination.

cs Alex
 

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Hallo Alex,

sehr schöner und detaillierter Bericht. :y: Deine Ergebnisse in der Praxis waren irgendwie auch so zu erwarten. Aber klar, Theorie und Praxis unterscheiden sich bisweilen sehr. Transportabilität ist nicht unbedingt die beste Disziplin eines größeren Apos.

Das meist hohe Gesamtgewicht kann man reduzieren, allerdings nur durch konstruktive Änderungen wie beispielsweise die Fagottbauweise meines 9er Apos + Verwendung von Rockerboxen ähnlich wie bei gängigen Dobsonteleskopen.;)

Eine Frage hätte ich: Welche Vergütungsfarbe hat deine Frontlinse beim Apo?

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,

ich mach nachher mal ein Foto, so genau kann ich das mit der Vergütung jetzt nicht sagen.

Dein 9 Zoll "Reiseapo" ist schon sehr cool. Das ServoCAT wäre vielleicht auch was für meinen Dobson.

Es gibt ja immer wieder sehr interessante Konstruktionen, ein Bekannter hatte einen 16er Dobson den er bei Wechsel des OAZ/Fangspiegels auf einen 8 Zoll YOLO abblenden konnte. Wichtig ist, dass man mit dem System selbst gut zurecht kommt. Hauptsache man hat Spaß am Beobachten und nicht Technikfrust.

cs Alex
 
Hallo Alex,

danke, für mich war es immer schon wichtig, alle meine Teleskope wenn möglich transportabel zu halten, zumindest so lange das in Anbetracht meines Alters noch geht.

Und ja, die ServoCAT-Steuerung (oder ähnliches) würde die Möglichkeiten deines Dob‘s sicher noch erweitern mit der Nachführungs- und Goto Funktion. Bin aber nicht sicher, ob es diese noch so ohne weiteres in USA gibt. Ich meine, eine entsprechende Info in der zugehörigen Yahoo-Gruppe gelesen zu haben. Insofern bin ich froh, dass ich noch eine neue für den 9er vor ca. 1,5 Jahren bekommen konnte.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Alex,

es freut mich sehr, dass du mit dem Mewlon zufrieden bist und dass ich dir nicht zuviel versprochen habe.

Wäre nicht unerwartet die Möglichkeit gewesen, einen Mewlon 300 zu erwerben, hätte ich ihn auch nicht hergegeben.

So wie du schreibst, er ist noch gut transportabel, relativ leicht im Vergleich zur Öffnung und benötigt auch keine zusätzliche Taukappe.Dies und der elektrische Fokussierer ( der leider wirklich etwas zu schnell fokussiert..) ermöglichen auch die stabile Montage, auf einer relativ leichten Montierung, für den mobline Einsatz.

Ich weiss, du setzt die Messlatte immer sehr hoch und das ist auch gut so.

Danke für deinen ausführliche Bericht aus der Praxis, in dem du alles Relevante, erwähnt hast. :)

Viele Grüsse, Wolfgang
 
Hallo Wolfgang, wir hatten dazu ja schon telefoniert und geschrieben, vielen Dank nochmal für die Tipps und den netten Austausch. Ich hab jetzt auch einen Binokularansatz von Dennis, mal schauen ob das nochmal was zum Baader MB II bringt. Ich erhoffe mir vor allem beim APO den GWK weglassen zu können.

Ich bin mit dem Mewlon sehr zufrieden, er macht was er soll. Rein visuell wird man in unseren Breiten kaum mehr Details an den Planeten einfangen. Am Mond wirkt sich das Plus an Öffnung noch etwas mehr aus, hier sehe ich den 10er Mewlon mit dem 8er APO in etwa gleichauf tendenziell etwas besser, bei Gebieten im Schatten und stark reflektierenden (hellen) Kraterrändern. ist die Oberfläche farblich homogener und der Kontrast geringer kann der APO wieder punkten.

Bei Doppelsternen war das Seeing bisher nicht gut genug um den 8 Zöller an die Grenzen zu bringen. Es fällt aber doch auf, dass der APO an Doppelsternen mit großem Helligkeitsunterschied, z.B. 78 Leonis den schwächeren Begleiter deutlicher zeigt, als der Mewlon oder auch ein Newton oder gar SCs. Der schwächere Stern geht hier leicht in der Umgebung des helleren unter.

Galaxien und Kugelhaufen und PNs sind in etwa gleich gut mit beiden Geräten, der Vorteil des Mewlon ist marginal. Dafür nehme ich aber ehr den großen Dobson, wie auch für Nebel, diese kommen aber im 8 Zoll Mono oder 5 Zoll Bino ebenfalls sehr gut. Es hat halt jedes Gerät seinen Himmel.

Interessant ist auch die Wirkung des ADK. Über dieses kleine Wunderwerk hatte ich ja schon mal berichtet. Mit den größeren Öffnungen gewinnt der Ausgleich der atmosphärischen Dispersion an Bedeutung. Während im 4 Zöller ab etwa 40 Grad über dem Horizont der ADK weggelassen werden kann, zeigt der 8er noch eine gravierende Farbverschiebung, die auch bei dem diesjährigen hohen Stand von Jupiter noch wahrnehmbar ist. Ab etwa 55 Grad ist das im 8er ok für mich ohne ADK, bei 10er ehr bei 60 Grad. Die freie Öffnung des ADK reicht m.E. auch für die hohe Brennweite des Mewlon aus, wird aber schon ein zu berücksichtigender Faktor. Ich denke mal, je nördlicher man beobachtet, desto interessanter wird das mit dem ADK, wenn dann die Bedingungen auch in Horizontnähe noch gut sind umso mehr. Aber ein Gutekunst mit größerem Durchlass ist halt auch eine ordentliche Investition.

Grüße Alex
 
Hallo Alex,

schöner Bericht danke dafür! :)

Ein 8-Zoll Apo ist schon ein Traumgerät war auch mehrfach dran aber am Ende siegte dann doch immer "die Vernunft"... ha! ;) Aber freue mich darüber zu lesen - sehr interessant!

Mein 7 Zoll TEC ist denke ich mein limit bzgl. Apo Öffnung - auch ein 275er Intes Mak war mir zu groß und musste wieder gehen und wenn ich ehrlich bin setze ich in 90% der Fälle sogar nur den leichten 6-Zöller von Tak oder noch kleinere Optiken ein...

An Mewlons war ich auch hier und da mal interessiert aber die vermuteten spikes haben mich dann doch immer davon abgehalten - interessant, dass Du das auch so klar herausstellst - mir geht es genauso. Schuld daran war noch nicht mal ein Apo sondern ein 9,25er SC mit dem ich recht lange beobachtet hatte - als ich danach zurück zu meinem ursprünglichen System dem Newton gewechselt bin wären mir an Jupiter fast die Augen rausgefallen :D :D :D ne, ne, ne da musste was anderes her und dann gings mit den Apos los ;)

CFF kenne ich auch gut - hatte mal den 160er und 185er beides sehr schöne Geräte! Ersteren hätte ich auch behalten wenn sich nicht irgendwann die Chance zum TEC ergeben hätte.

Bin gespannt mit welcher Optik Du häufiger beobachtest und ob am Ende wieder einer gehen muss... halt uns bitte auf dem Laufenden :)

cs
Gruß
 
Hallo Alex
Danke für den schönen Bericht.
Auskühlen und thermisches Verhalten des Mewlon sind etwa auf dem Niveau eines 6 Zoll Luftspaltripletts.
Das neue Mewlon wurde ja mit Lüfter und Temperatursensoren ausgestattet.
Ich habe auch schon gesehen das Sternfreunde ihre Mewlon mit selbstgebauten Lüfterbretter austaten für einen schnelleren Temperaturausgleich.

Die 3 Fangspiegelstreben erzeugen 6 Spikes, diese sind schwächer als die 4 Spikes der normalen kreuzförmigen Konfiguration, dennoch wird das Bild hier aufgehellt.
Die Mewlon haben relativ dicke Streben um den Fangspiegel mit seiner Fokussiereinheit stabil zu halten, von daher ist klar das man Spikes zu sehen bekommt.
Wie stark man die Spikes sehen kann, hängt von vielen Faktoren ab wie z.B. der Dicke/Anzahl/Form der Fangspiegelstreben, der Austrittspupille, der Objekthelligkeit, ob mit Binokularansatz oder ohne, ob mit ND-Filter oder ohne?
An den Streben wird man nicht viel machen können, wobei der Tubus mit der Blende recht stabil aussieht, da könnte man evtl. auch gut Spannung draufgeben?
Ich habe z.B. bei meinen Newtons nun 0,3x20mm Edelstahl Streben eingebaut, mit dem Binokularansatz einem 0,6 ND-Filter sieht man bis 1mm Austrittpupille auch an Jupiter und Mars fast nichts mehr von den Spikes, allenfalls noch ein schwacher Hof darum.
Bei kleineren APs kann ich dann den 0,6 ND-Filter auch wieder herausnehmen.
Auch sieht man z.B. keine Spikes am Taghimmel bzw. bei der sehr gewinnbringenden Dämmerungsbeobachtung (besseres Seeing).
Bei der Venus kann es dann auch mal ein 0,9 ND-Filter sein.
Die Lichtdämpfung mit Binokularansatz und ND-Filter hilft auch gut bei hellen Doppelsternen, auch da sieht man dann Beugungsfiguren wie im Refraktor.
Und bei Mond und Saturn sieht man ebenfalls keine Spikes, der Mond ist viel zu groß und der Saturn mit seinem Ring verteilt das Streulicht anders und ist auch nicht so hell wie die anderen Planeten.
100% gleich wie im APO wird man es vermutlich aber nicht hinbekommen, vielleicht mit einer gebogenen Spinne oder Beugungsmasken auf den Streben, was aber auch alles wieder andere Problemchen mit sich bringt.
Jedenfalls wird ja oft der Fehler begangen, dass bei größeren Öffnungen keine Lichtdämpfung gemacht wird und wenn dann auch noch monokular beobachtet wird, sind die hellen Planeten einfach zu hell und jede noch so kleine Beugungserscheinung wird mit Licht überflutet.
Bei unterschiedlichen Öffnungen hat man bei etwa gleicher Vergrößerung unterschiedliche Austrittspupillen und somit auch andere Lichtverhältnisse.

Bei durchschnittlichen Bedingungen zeigt der APO das ruhigere Bild
Auch das kann etwas mit der Lichtdämpfung und der Austrittspupille zu tun haben, je dunkler das Bild umso ruhiger erscheint es.
Auch kann die schlechtere Feldabbildung eine Rolle spielen, Sterne zum Gesichtsfeldrand oder helle Jupitermonde die etwas abseits stehen zeigen dann durch das Koma schnell kleine tanzende Schweifchen bzw. Seeingausbrüche die man natürlich als "Unruhe" wahrnehmen kann, wo der APO vielleicht noch Punkte/Scheibchen zeigt.
Kann aber auch daran liegen, dass der Hauptspiegel vielleicht doch noch nicht ganz angepasst ist?

Interessanterweise ist das Bild im Mewlon kaum heller als im CFF
Um ehrlich zu sein, ich hätte sogar angenommen, dass das Bild im 8" CFF etwas heller ist?

Insgesamt sehe ich den 10er Mewlon am Planeten im Schnitt vor jedem noch so guten 6 Zoll APO aber auch deutlich hinter dem 8 Zöller APO. Mit einem 7 Zoll Apo habe ich nur 2 mal beobachten können, ich denke aber das ist am Planeten ein recht enges Rennen mit dem dem 10er Mewlon.
Das passt doch ganz gut ins Bild, es gab ja mal Stimmen welche das Mewlon 250 sogar unter einem 6" ED-APO sahen?

Viel Spaß noch bei weiteren Vergleichen, gerne mehr davon.
LG
 
Ich würde sagen violett. Aber was wissen Männer schon über die Benennung von Farben.
;)
 

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Bezüglich der Filter: da bin ich bestens ausgestattet, meistens beobachte ich aber doch ohne Filter.

Wegen der Spikes: das ist scheinbar eine recht subjektive Sache. Den Einen stört es, den Anderen nicht. In jedem Fall geht etwas vom Licht in diese Beugungserscheinung, das Bild wird weicher. Ich hatte auch einen sehr guten 10er Newton mit 50mm Fangspiegel und curved Spider auf hohe Vergrößerung optimiert. Der war vielleicht noch etwas besser als der Mewlon, ohne direkten Vergleich schwer zu sagen. Aber alleine durch das gefrickel einen Newton parallaktisch zu montieren und im Stehen beobachten zu müssen hat dafür gesorgt, dass mir der 6 Zöller LZOS lieber war.
Mit einem APO kann man auch weniger falsch machen, als mit dem Mewlon, von daher kann ich mir schon erklären warum Mancher einem 6 Zoll APO den Vorzug gibt.
Müsste ich immer mobil sein, wäre mein Limit eindeutig ein 6 Zöller APO.

So kann nicht mehr schreiben, muss Jupiter gucken…der GRF kommt grad ums Eck und ein Mond zieht schon vor jedem Planeten vorbei, Seeing ist auch ganz gut….

cs Alex
 
So Io ist wieder weg, es bleibt noch der Schatten, dafür zieht Ganymed vor Jupiter. Voll was los heute.

Der kleine Io war am oberen Rand des südlichen Bandes, etwa 1,5 Durchmesser des GRF vom selben entfernt kaum zu sehen. Schön dafür die dunkle Wolke nördlich des GRF und die Wirbel hinter und um den GRF. Farblich gerade ehr homogen gräulich sieht das ähnlich aus, wie ein Haufen Spaghetti mit einem Ei an der Seite.
Heute auch First light mit dem Dennis Levatic Bino am großen APO. Gegenüber dem Baader MB II deutlich weniger Farbe, auch ohne GWK, sehr schön verarbeitet und einen Tick schärfer. Auch bei 400x kein Doppelbild. Prima Sache.

So genug aufgewärmt…

cs Alex
 
Hallo Alex,

vielen Dank für den schönen Bericht. Ich war allerdings etwas verwundert über den großen Mount, den du (auch mobil) nutzt. Ich betreibe ein Askar 185 mm an einer HZA46 Montierung ohne jegliche Probleme. Ich habe zwar einen etwas leichteren FeatherTouch Fokuser verbaut, allerdings beobachte ich ausschließlich mit Binokularansatz, meistens mit dem BIG Zeiss von Denis, der wesentlich schwerer ist als der APO SS. Dazu kommt ein schwerer 2 Zoll Tak Zenithspiegel und oft auch 2 Zoll Okulare, beispielsweise die 20 mm XWA. Das schluckt der Mount, ohne jegliche Probleme. Deswegen sollte ein HZA 71 völlig problemlos dein CFF 8 Zoll tragen können.

VG,
Leo
 
Guten Morgen Alex,

freut mich, dass Du mit dem Mewlon 250 zufrieden bist.

Hätte ich damals nicht den 300er erworben, würde auch ich heute noch mit ihm beobachten. Wie ich finde der größte Vorteil gegenüber anderen Spiegelteleskopen dieser Größe, ist einmal die kurze Bauweise und schnelle Auskühlzeit gegenüber ähnlichen Geräten dieser Grössenklasse, gepaart mit einer Top Abbildung.

PS: Und der Titel des Threads Planetenkiller?!? erinnert mich an die Zeit Ende 1999/ Anfang 2000 als hier im Forum etliche Diskussionen geführt wurden, ob die Intes Maksutovs gegenüber Apos bei gleicher Öffnung mithalten können. Die Quintessenz war, dass der Maksutov Newton in etwa so gut abbildet wie der APO mit 1“ geringerer Öffnung.

Erinnere mich genau an nächtelange Diskussionen. ;) Mit theoretischen Berechnungen von der Energie des Airy Scheibchens.. Einfach Klasse.. Schön, dass es dieses Forum immer noch gibt.

CS
Eike
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde sagen violett. Aber was wissen Männer schon über die Benennung von Farben.
;)
Hallo Alex,

ich bevorzuge Grünvergütung. Führt zu einem etwas weniger „warmen“ Jupiter. Ist aber Geschmackssache.

Bei meinen beiden Apos ist der 130er grünvergütet, der 9er Apo durfte sich allerdings über eine entsprechende spezielle neue Planspiegelverspiegelung freuen, deren maximale Reflexion bei besser 96% und zudem bei ca. 480nm liegt. Das „wärmere“ Verhalten der blauvioletten Vergütung wird daher etwas kompensiert und eher in den „kälteren“ Bereich des Spektrums verschoben.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Quanten,

ja, ist immer so eine Sache mit den Spikes und dem Abbild im großen Spiegel bzw. im Vergleich zum kleinerem Apo. ;)

Ich habe selbst heute nach vielen Vergleichen im großen Apo mit meinen aber noch deutlich größeren Newtonspiegeln eine geteilte Meinung was gefällt:

In puncto purer Ästhetik reicht das Bild im Spiegel gar nie an die knallharte Abbildung im obstruktionslosen Apo. Der abrupte Übergang von der hellen Planetenscheibe zum pechschwarzen Himmelshintergrund ohne jegliches Streulicht direkt daneben ist einfach „gnadenlos“. Aber ich sehe halt „fast“ immer mehr Details auf der Planetenscheibe im großen Spiegel und die Schattierungen auf den Jupitermonden sowie ganz kleine oval Spots und Girlanden erscheinen völlig unstrittig einfacher im großen Spiegel.

Das Bild im Apo ist allerdings immer ruhiger. Andererseits sind die großen „offenen“ Systeme trotz der signifikant größeren Öffnung deutlich schneller ausgekühlt. Der Unterschied relativiert sich jetzt aber wieder, zumal die aktuellen (und kommenden) Nächte wieder weit weniger kalt ausfallen.

Nun ja, was soll ich sagen, beides hat seinen Reiz und ich kann mich nicht deutlich für ausschließlich nur ein System entscheiden…und muss ich auch gar nicht. Vielen anderen mag das ganz ähnlich gehen.:)

Viele Grüße
Werner
 
Deswegen sollte ein HZA 71 völlig problemlos dein CFF 8 Zoll tragen können.

Hi Leo,

die Anforderungen an die Stabilität einer Montierung ist ja recht individuell. Mit Strainwaves hab ich es jetzt nicht so, aber ich setzte den 8 Zöller auch nicht mobil ein. Die Überlegungen hierzu waren theoretisch.

@Werner: ich hatte schon mehrere gute Newton/Dobson zwischen 6 und 20 Zoll.
Darunter auch ein Lomo 15“f5 und hatte auch schon das Vergnügen Jupiter im 30 Zöller Dobson zu bestaunen.

Ich denke, dass es auch sehr auf die lokalen Bedingungen ankommt welche Öffnung und System das beste Ergebnis bringt. Ich probiere immer mal wieder was Neues, über die Jahre zeigt sich für mich, das Newton und apochromatischer Refraktor die Systeme sind, die am Besten zu mir und meinen Verhältnissen passen.
Ich hab es nicht so mit Leitern im Dunkeln, mein Haus ist kein schlechter Standort, mitten im Wald aber nah an einer Kleinstadt. Ca. 25 Kilometer entfernt gibt es schon richtig dunkle Orte.
Unter der Woche bin ich zur Zeit in der Rhön, im Dorf geht nicht viel, aber der Sternpark ist nicht weit.
Ich beobachte mit verschiedenen Öffnungen, auch mal nur mit dem Fernglas, bin aber kritisch in Sachen Abbildung. Hier sehe ich das thermische Verhalten eines Systems als zentrales Kriterium. Auch hochwertige Verarbeitung und zuverlässige Mechanik beugen vermeidbarem Frust vor. So ist mir ein kleines aber gut funktionierendes Setup lieber als ein großer Haufen Ärgernisse. Ich habe weiterhin viel Spaß an meinem 4 Zöller, ein Dobson von der Stange kann zwar mehr, würde ich aber wegen der vielen mechanischen Unzulänglichkeiten nicht mehr haben wollen.

cs Alex
 
Hallo Alex,

Ich denke, dass es auch sehr auf die lokalen Bedingungen ankommt welche Öffnung und System das beste Ergebnis bringt. Ich probiere immer mal wieder was Neues, über die Jahre zeigt sich für mich, das Newton und apochromatischer Refraktor die Systeme sind, die am Besten zu mir und meinen Verhältnissen passen.

Ja, da hast du natürlich recht. Der jeweilige Standort modifiziert nochmals etwas, wobei ich das bei meinen Geräten ebenso im Zusammenhang mit der/dem Auskühlzeit/Auskühlverhalten sehe. Apo-Refraktoren benötigen bis zur perfekten Auskühlung besonders in der kalten Jahreszeit eine gewisse, nicht unbedeutende Zeit, die man je nach Größe des Linsenstapels nicht unterschätzen sollte. Für offene (große) Newtonsysteme mag ich sehr gerne ein Gelände bei dem eine permanent laue Brise ungehindert gleichförmig über den HS streichen kann.

Hochwertige Mechanik und erstklassige Optik ist mir, ähnlich wie bei dir, sehr wichtig.

Viele Grüße
Werner
 
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