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Hi,
in den letzten Zügen einer sehr schönen Jupitersaison möchte ich mal meinen 8 Zoll CFF Apo meinem vor 2 Monaten erworbenen Takahashi Mewlon 250 gegenüber stellen.
Zunächst der CFF: ein ölgefügtes Triplett mit FPL55 als Kernelement und zwei unbekannten Partnergläsern mit 200mm Öffnung und 1600mm Brennweite.
Das Gewicht von ~24kg inklusive Schellen und Prismenschiene hört sich noch in Grenzen transportabel an, praktisch mag man das mal für ein Teleskoptreffen umsetzen, regelmäßig möchte ich damit aber nicht unterwegs sein. Überhaupt ist so ein großer Refraktor schon eine beeindruckende Erscheinung und will auch stabil montiert werden.
Bei ca. 1,20m minimaler Länge und wenn man auch im Zenit noch einigermaßen bequem beobachten will, ist die Taukappe in Parkposition bei 2,40m Höhe.
Als Montierung ist das Mindestmaß eine 50kg Klasse Montierung aufwärts, selbst diese großen Montierungen sind voll ausgereizt, der Hebel ist enorm und jedes kleinste Bisschen Getriebespiel der Montierung macht sich bemerkbar. Mit Gegengewichten und Stativ kommen so um die 125kg Gesamtgewicht für einen mobilen Aufbau zusammen. Um eine Vorstellung zu bekommen: im letzten Bild ist das Okular ein 17mm Ethos und ein FS60c als Leitrohr und Ausgleichsgewicht, die Stahlsäule ist ca. 1,35m hoch. Zum Tubus: Der Backfokus ist mit 260mm außergewöhnlich großzügig für Binos und Korrektoren aller Art. Ein großer Feathertouch stellt dabei eine gute Ausleuchtung sicher. Die Temperaturanpassung der ölgefügten Linsen war bisher zwischen -15 und +30 Grad Lufttemperatur kein Problem. Die Linse ist auch weit genug über dem Boden, dass das vielfach unterschätzte Bodenseeing keinen nennenswerten Einfluss mehr hat. Der CFF ist nicht mein erster Premium APO und ich kann schon mal sagen, dass ich in jeder Hinsicht mit Optik, Mechanik und Verarbeitung zufrieden bin. Der Tubus mit Blenden, Schellen und die 3 Zoll Prismenschiene aus eigener Produktion (weiterhin in Polen) sind erstklassig verarbeitet. Die Kollimation ist sehr stabil und hat den Transport über ein paar hundert Kilometer mit dem PKW klaglos überstanden. Durch die feste Aufstellung, von einer verschiebbaren Hütte geschützt, ist der APO also schnell und unkompliziert in wenigen Minuten vollständig einsatzbereit. Aus der Erfahrung ist das auch bei fester Aufstellung bei weitem nicht mit allen Optiken garantiert.
Der Mewlon ist bei etwa 11kg deutlich leichter und kürzer, wenn auch für ein System mit gefaltetem Strahlengang relativ lang (ca.90cm). Zum Vergleich: an beiden Optiken verwende ich den gleichen 50mm Sucher. Es handelt sich hier um die alte Version der Mewlon ohne zusätzlichen Korrekor mit 3000mm Brennweite (f12). Verarbeitung und Mechanik sind Takahashi typisch robust und präzise. Während CFF ein Testprotokoll beilegt, tut das Takahashi traditionell nicht. Der Mewlon wird elektrisch über den Fangspiegel fokussiert, der Backfokus liegt bei ca. 185mm. Die Regelung der Handbox ist m.E. etwas zu grob, selbst bei geringster einstellbarer Fokussiergeschwindigkeit. Spiegelschifting ist praktisch nicht vorhanden. Die Lösung hierfür ist bei mir eine Baader Helicalklemme auf 1,25 Zoll, was sehr gut funktioniert.
Die Kollimation des Dall Kirkham ist nicht ganz trivial und muss sehr genau erfolgen um die Leistung des Gerätes abrufen zu können. Ich habe ja auch einen 20"f3,2 Dobson, dieser ist gegenüber dem Tak sehr gutmütig was Dejustage angeht. Das Grundsetting habe ich mit einem OCAL 3 in ca. 30 Minuten gehabt. Die Feinjustierung am Stern hat noch einmal etwa 30 Minuten in Anspruch genommen. Ist das aber einmal geschafft, hält der Mewlon auch bei mehrmaligem auf und abbauen vom Lagerort auf die Terrasse die Justage gut, so dass bisher nicht weiter korrigiert werden musste. Ein Fallstrick war hier aber unerwartet der Zenitspiegel und die originale Klemmung. Ich musste den Mewlon zunächst auf den Zenitspiegel in einer bestimmten Position justieren. Eine Drehung des Zenitspiegels, sogar nur ein Lösen und wieder fest ziehen der Klemmung reicht aus, um das Bild am Stern sichtbar zu verschlechtern. Mit der Adaption über M71-M68-2" Clicklock und einem MB T2 Zenitspiegel sind diese Probleme gelöst. Nun ist die Zentrierung von Zubehör, Adaptern und Gewinden ein ohnehin stark unterschätztes und selten beachtetes Problem. Aber welcher "Profistrehlpunktezähler" würde schon zugeben, dass unter Praxisbedingungen, und da gehört eben auch sämtliches Zubehör und Umweltbedingen dazu, auch die Beugungsbegrenzung nicht immer ausgenutzt wird.
Gegenüber einem handelsüblichen SC sehe ich mechanisch folgende Vorteile:
Am Planeten: Der CFF legt die Latte hier wirklich hoch, die theoretische Auflösung von 0,5 Bogensekunden wird an meinem Standort Seeing bedingt nur sehr selten erreicht. Die Farben am Jupiter sind satt und gegenüber dem Mewlon nur minimal wärmer. Die schwachen Kontraste der verschiedenen Gelb- und Brauntöne gehen nicht im Einheitsbrei unter, sondern auch feine Staubbänder sind klar zu sehen. Die Strukturen hinter dem GRF sind im Detail beobachtbar, die zuletzt sichtbaren hellen und dunklen Schleifen ergeben ein schönes Muster. Die Galiläischen Monde und ihre Schatten sind leicht zu beobachten, ihre Durchgänge immer ein Highlight. Am Saturn war der flache, schmale Ring immer auch vor der Planetenscheibe zu sehen. Farbige Bänder sind klar trennbar, einen Titan Durchgang konnte ich noch nicht beobachten.
Der 8 Zöller hat genug Licht um auch mit einem Binoansatz hoch vergrößern zu können. Als Okulare kommen vorwiegend Televue Plössl 8 und 11mm mit der Zeiss Abbe Barlow, Televue Delite 4 und 5mm und TOE 4mm zum Einsatz. Weiteres Zubehör: Baader BBHS Zenitspiegel, Greatstar ADK und Maxbright II Bino. Mit dem Bino verwende ich auch gerne Morpheus ab 6,5mm Brennweite. Mit den 4,5mm bin ich nicht so gut zurecht gekommen. In den meisten Fällen ergibt das 11mm Plössl mit der 2x Barlow bei 290x das beste Bild, es gibt aber doch einige Nächte die auch die höheren Vergrößerungen zulassen. Ich bin schon auf die Marsopposition gespannt.
Den Mewlon betreibe ich ehr monokular und meist mit Tani Orthos in 6,9,12,5 und 25mm Brennweite. Da man beim Mewlon ohnehin so nah wie möglich an der optischen Achse bleiben sollte, sind Orthos hier kein Nachteil. Das 6mm nutze ich am Planeten bisher ehr ungern, das 9mm braucht schon gutes Seeing, meistens zeigt das 12,5mm das beste Bild.
Interessanterweise ist das Bild im Mewlon kaum heller als im CFF, Obstruktion, Streuung durch Spikes und Reflektionsverluste machen doch einiges aus.
Den Mewlon wird oft ein "apomäßiger" Kontrast nachgesagt, hmm naja finde ich jetzt ehr nicht. Die 3 Fangspiegelstreben erzeugen 6 Spikes, diese sind schwächer als die 4 Spikes der normalen kreuzförmigen Konfiguration, dennoch wird das Bild hier aufgehellt. Der gut abgestimmte innere Aufbau aus Tubus und Spiegelblenden, Blendrohr und Tubus ermöglichen dennoch eine gute Kontrolle von Streulicht. Ich sehe keinen konstruktiven Vorteil des DK gegenüber einem Newton oder CC, die saubere und durchdachte Ausführung von Takahashi bringen jedoch einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die an der Mechanik sparen. In Zahlen kann ich das nicht ausdrücken und schon gar nicht berechnen, kann aber sagen: Der Mewlon hat gegenüber einem handelsüblichen SC einen besseren Kontrast an Mond und Planeten. Das Bild wirkt schärfer und das Licht konzentrierter. Bei durchschnittlichen Bedingungen zeigt der APO das ruhigere Bild, bei der Schärfentiefe ist der Mewlon minimal im Vorteil, die Lichtausbeute ist recht ähnlich, der Kontrast im APO ist nochmal deutlich härter, die Farbgebung ist sehr ähnlich, der APO minimal wärmer.
Nochmal zur Erinnerung, hier geht es gerade nur um visuelle Planetenbeobachtung, ich bitte so auch die Gesamtwertung zu verstehen. Der APO ist natürlich visuell und fotografisch breiter einsetzbar und die videografische Auflösung des Mewlon ist höher, dafür das Gesichtsfeld deutlich kleiner. Und ja mit einem Dobson geht das viel billiger, zumindest als der APO, wenn man nicht wieder Äpfel mit Birnen vergleicht.
Insgesamt sehe ich den 10er Mewlon am Planeten im Schnitt vor jedem noch so guten 6 Zoll APO aber auch deutlich hinter dem 8 Zöller APO. Mit einem 7 Zoll Apo habe ich nur 2 mal beobachten können, ich denke aber das ist am Planeten ein recht enges Rennen mit dem dem 10er Mewlon. Diese beiden kann man nun mit relativ geringem Aufwand zu Plätzen mit besseren Bedingungen schaffen der kürzere Tubus des Mewlon spart an der Montierung, beim 8 Zoll APO ist das ein halber Umzug. Dementsprechend ist der Mewlon für mich die Wahl für den mobilen Einsatz und der APO für die Festaufstellung. Für schnelle Einsatzbereitschaft und schnelle Temperaturgradienten ist ein Zweilinser APO mit entsprechender Öffnung besser geeignet als ein Mewlon. Der 10er ist auch der erste DK mit dem ich selbst beobachtet habe, zu anderen Größen oder Herstellern kann ich daher nichts sagen. Aufgrund des eingeschränkten Gesichtsfeldes des Mewlon ergibt eine parallele Verwendung mit einem Weitfeldgerät eine schöne Kombination.
cs Alex
in den letzten Zügen einer sehr schönen Jupitersaison möchte ich mal meinen 8 Zoll CFF Apo meinem vor 2 Monaten erworbenen Takahashi Mewlon 250 gegenüber stellen.
Zunächst der CFF: ein ölgefügtes Triplett mit FPL55 als Kernelement und zwei unbekannten Partnergläsern mit 200mm Öffnung und 1600mm Brennweite.
Das Gewicht von ~24kg inklusive Schellen und Prismenschiene hört sich noch in Grenzen transportabel an, praktisch mag man das mal für ein Teleskoptreffen umsetzen, regelmäßig möchte ich damit aber nicht unterwegs sein. Überhaupt ist so ein großer Refraktor schon eine beeindruckende Erscheinung und will auch stabil montiert werden.
Bei ca. 1,20m minimaler Länge und wenn man auch im Zenit noch einigermaßen bequem beobachten will, ist die Taukappe in Parkposition bei 2,40m Höhe.
Als Montierung ist das Mindestmaß eine 50kg Klasse Montierung aufwärts, selbst diese großen Montierungen sind voll ausgereizt, der Hebel ist enorm und jedes kleinste Bisschen Getriebespiel der Montierung macht sich bemerkbar. Mit Gegengewichten und Stativ kommen so um die 125kg Gesamtgewicht für einen mobilen Aufbau zusammen. Um eine Vorstellung zu bekommen: im letzten Bild ist das Okular ein 17mm Ethos und ein FS60c als Leitrohr und Ausgleichsgewicht, die Stahlsäule ist ca. 1,35m hoch. Zum Tubus: Der Backfokus ist mit 260mm außergewöhnlich großzügig für Binos und Korrektoren aller Art. Ein großer Feathertouch stellt dabei eine gute Ausleuchtung sicher. Die Temperaturanpassung der ölgefügten Linsen war bisher zwischen -15 und +30 Grad Lufttemperatur kein Problem. Die Linse ist auch weit genug über dem Boden, dass das vielfach unterschätzte Bodenseeing keinen nennenswerten Einfluss mehr hat. Der CFF ist nicht mein erster Premium APO und ich kann schon mal sagen, dass ich in jeder Hinsicht mit Optik, Mechanik und Verarbeitung zufrieden bin. Der Tubus mit Blenden, Schellen und die 3 Zoll Prismenschiene aus eigener Produktion (weiterhin in Polen) sind erstklassig verarbeitet. Die Kollimation ist sehr stabil und hat den Transport über ein paar hundert Kilometer mit dem PKW klaglos überstanden. Durch die feste Aufstellung, von einer verschiebbaren Hütte geschützt, ist der APO also schnell und unkompliziert in wenigen Minuten vollständig einsatzbereit. Aus der Erfahrung ist das auch bei fester Aufstellung bei weitem nicht mit allen Optiken garantiert.
Der Mewlon ist bei etwa 11kg deutlich leichter und kürzer, wenn auch für ein System mit gefaltetem Strahlengang relativ lang (ca.90cm). Zum Vergleich: an beiden Optiken verwende ich den gleichen 50mm Sucher. Es handelt sich hier um die alte Version der Mewlon ohne zusätzlichen Korrekor mit 3000mm Brennweite (f12). Verarbeitung und Mechanik sind Takahashi typisch robust und präzise. Während CFF ein Testprotokoll beilegt, tut das Takahashi traditionell nicht. Der Mewlon wird elektrisch über den Fangspiegel fokussiert, der Backfokus liegt bei ca. 185mm. Die Regelung der Handbox ist m.E. etwas zu grob, selbst bei geringster einstellbarer Fokussiergeschwindigkeit. Spiegelschifting ist praktisch nicht vorhanden. Die Lösung hierfür ist bei mir eine Baader Helicalklemme auf 1,25 Zoll, was sehr gut funktioniert.
Die Kollimation des Dall Kirkham ist nicht ganz trivial und muss sehr genau erfolgen um die Leistung des Gerätes abrufen zu können. Ich habe ja auch einen 20"f3,2 Dobson, dieser ist gegenüber dem Tak sehr gutmütig was Dejustage angeht. Das Grundsetting habe ich mit einem OCAL 3 in ca. 30 Minuten gehabt. Die Feinjustierung am Stern hat noch einmal etwa 30 Minuten in Anspruch genommen. Ist das aber einmal geschafft, hält der Mewlon auch bei mehrmaligem auf und abbauen vom Lagerort auf die Terrasse die Justage gut, so dass bisher nicht weiter korrigiert werden musste. Ein Fallstrick war hier aber unerwartet der Zenitspiegel und die originale Klemmung. Ich musste den Mewlon zunächst auf den Zenitspiegel in einer bestimmten Position justieren. Eine Drehung des Zenitspiegels, sogar nur ein Lösen und wieder fest ziehen der Klemmung reicht aus, um das Bild am Stern sichtbar zu verschlechtern. Mit der Adaption über M71-M68-2" Clicklock und einem MB T2 Zenitspiegel sind diese Probleme gelöst. Nun ist die Zentrierung von Zubehör, Adaptern und Gewinden ein ohnehin stark unterschätztes und selten beachtetes Problem. Aber welcher "Profistrehlpunktezähler" würde schon zugeben, dass unter Praxisbedingungen, und da gehört eben auch sämtliches Zubehör und Umweltbedingen dazu, auch die Beugungsbegrenzung nicht immer ausgenutzt wird.
Gegenüber einem handelsüblichen SC sehe ich mechanisch folgende Vorteile:
- Tubus und Optik sind exakt und stabil zueinander ausgerichtet, das System ist justierstabil in jeder Tubuslage.
- die optische Achse entspricht der Mittenachse des Tubus.
- Die Spiegel sind von sehr hoher Qualität. Als reines Spiegelsystem gibt es keinen Farbfehler.
- Das offene System hat deutliche Vorteile bei der Temperaturanpassung.
- kein Spiegelschifting.
Am Planeten: Der CFF legt die Latte hier wirklich hoch, die theoretische Auflösung von 0,5 Bogensekunden wird an meinem Standort Seeing bedingt nur sehr selten erreicht. Die Farben am Jupiter sind satt und gegenüber dem Mewlon nur minimal wärmer. Die schwachen Kontraste der verschiedenen Gelb- und Brauntöne gehen nicht im Einheitsbrei unter, sondern auch feine Staubbänder sind klar zu sehen. Die Strukturen hinter dem GRF sind im Detail beobachtbar, die zuletzt sichtbaren hellen und dunklen Schleifen ergeben ein schönes Muster. Die Galiläischen Monde und ihre Schatten sind leicht zu beobachten, ihre Durchgänge immer ein Highlight. Am Saturn war der flache, schmale Ring immer auch vor der Planetenscheibe zu sehen. Farbige Bänder sind klar trennbar, einen Titan Durchgang konnte ich noch nicht beobachten.
Der 8 Zöller hat genug Licht um auch mit einem Binoansatz hoch vergrößern zu können. Als Okulare kommen vorwiegend Televue Plössl 8 und 11mm mit der Zeiss Abbe Barlow, Televue Delite 4 und 5mm und TOE 4mm zum Einsatz. Weiteres Zubehör: Baader BBHS Zenitspiegel, Greatstar ADK und Maxbright II Bino. Mit dem Bino verwende ich auch gerne Morpheus ab 6,5mm Brennweite. Mit den 4,5mm bin ich nicht so gut zurecht gekommen. In den meisten Fällen ergibt das 11mm Plössl mit der 2x Barlow bei 290x das beste Bild, es gibt aber doch einige Nächte die auch die höheren Vergrößerungen zulassen. Ich bin schon auf die Marsopposition gespannt.
Den Mewlon betreibe ich ehr monokular und meist mit Tani Orthos in 6,9,12,5 und 25mm Brennweite. Da man beim Mewlon ohnehin so nah wie möglich an der optischen Achse bleiben sollte, sind Orthos hier kein Nachteil. Das 6mm nutze ich am Planeten bisher ehr ungern, das 9mm braucht schon gutes Seeing, meistens zeigt das 12,5mm das beste Bild.
Interessanterweise ist das Bild im Mewlon kaum heller als im CFF, Obstruktion, Streuung durch Spikes und Reflektionsverluste machen doch einiges aus.
Den Mewlon wird oft ein "apomäßiger" Kontrast nachgesagt, hmm naja finde ich jetzt ehr nicht. Die 3 Fangspiegelstreben erzeugen 6 Spikes, diese sind schwächer als die 4 Spikes der normalen kreuzförmigen Konfiguration, dennoch wird das Bild hier aufgehellt. Der gut abgestimmte innere Aufbau aus Tubus und Spiegelblenden, Blendrohr und Tubus ermöglichen dennoch eine gute Kontrolle von Streulicht. Ich sehe keinen konstruktiven Vorteil des DK gegenüber einem Newton oder CC, die saubere und durchdachte Ausführung von Takahashi bringen jedoch einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die an der Mechanik sparen. In Zahlen kann ich das nicht ausdrücken und schon gar nicht berechnen, kann aber sagen: Der Mewlon hat gegenüber einem handelsüblichen SC einen besseren Kontrast an Mond und Planeten. Das Bild wirkt schärfer und das Licht konzentrierter. Bei durchschnittlichen Bedingungen zeigt der APO das ruhigere Bild, bei der Schärfentiefe ist der Mewlon minimal im Vorteil, die Lichtausbeute ist recht ähnlich, der Kontrast im APO ist nochmal deutlich härter, die Farbgebung ist sehr ähnlich, der APO minimal wärmer.
Nochmal zur Erinnerung, hier geht es gerade nur um visuelle Planetenbeobachtung, ich bitte so auch die Gesamtwertung zu verstehen. Der APO ist natürlich visuell und fotografisch breiter einsetzbar und die videografische Auflösung des Mewlon ist höher, dafür das Gesichtsfeld deutlich kleiner. Und ja mit einem Dobson geht das viel billiger, zumindest als der APO, wenn man nicht wieder Äpfel mit Birnen vergleicht.
Insgesamt sehe ich den 10er Mewlon am Planeten im Schnitt vor jedem noch so guten 6 Zoll APO aber auch deutlich hinter dem 8 Zöller APO. Mit einem 7 Zoll Apo habe ich nur 2 mal beobachten können, ich denke aber das ist am Planeten ein recht enges Rennen mit dem dem 10er Mewlon. Diese beiden kann man nun mit relativ geringem Aufwand zu Plätzen mit besseren Bedingungen schaffen der kürzere Tubus des Mewlon spart an der Montierung, beim 8 Zoll APO ist das ein halber Umzug. Dementsprechend ist der Mewlon für mich die Wahl für den mobilen Einsatz und der APO für die Festaufstellung. Für schnelle Einsatzbereitschaft und schnelle Temperaturgradienten ist ein Zweilinser APO mit entsprechender Öffnung besser geeignet als ein Mewlon. Der 10er ist auch der erste DK mit dem ich selbst beobachtet habe, zu anderen Größen oder Herstellern kann ich daher nichts sagen. Aufgrund des eingeschränkten Gesichtsfeldes des Mewlon ergibt eine parallele Verwendung mit einem Weitfeldgerät eine schöne Kombination.
cs Alex
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