Skywatcher Explorer 130/650 PDS vs. (ED) Apo

JP-Stardust

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Hallo,
als Gegenstück zu meinem Bresser 127/1900 Maksutov habe ich vor, als lichstarkes Weitfeldgerät zur rein visuellen Nutzung einen Skywatcher 130/650 Newton anzuschaffen.
Der ist farbrein, kompakt, preiswert und bietet dennoch eine gute Öffnung. Sollte mit ein paar guten 2" Weitwinkel-Okularen sicher schön für offene Sternhaufen, Nebelregionen und hellere Galaxien nutzbar sein.
Aber: Ich mag persönlich die Einblickposition bei Newtons nicht, sondern bin ein großer Refraktor-Fan.
Jetzt meine eigentliche Frage:
Welcher ED-Apo oder auch Achromat würde in etwa gleich viele Details zeigen und eine ästhetische Beobachtung ermöglichen, wie der 130/650 Newton?
Reicht dafür z.B. bereits ein Explore Scientific 80/480 Triplet oder muss es da doch ein Refraktor mit mehr als 100mm Öffnung sein?
Wie gesagt - rein visuell, nur Großfeldbeobachtung mit niedrigen Vergrößerungen und Milchstraßen-Spaziergänge.

CS Jan
 
Hallo Jan,

das es dir um DS geht ist die Lichtsammelleistung das Entscheidende.
Beim Newton muss der Verlust durch Obstruktion und die Reflexionsverluste an den Spiegeln beachtet werden.
Beim Refraktor gibt es zwar minimale Transmissionsverluste aber die sind selbst mit sehr einfacher Vergütung nicht höher wie 0,5% / Glas-Luftfläche.
Bei einem Doublet also 4x 0,5% = 2%.
Wenn du einen ZS benutzt kommt es drauf an was der für einen Spiegel hat.
Dielektrische mit 99% Reflexion haben also nur 1% Verlust.
Dann wären es insgesamt also 3 % am Refraktor mit der billigsten Vergütung.

Ganz anders beim Newton.
Es gibt da große Unterschiede bei der Verspiegelung, angefangen von 88% bei Standard bis zu 97% bei sogenannter forcierter.
Da es zum PDS keine Angaben bezüglich Verspiegelung gibt kann man annehmen das hier die Standard Verspiegelung mit 88% Verwendung findet.
Wir haben also an 2 Spiegel 0,88x0,88 = 0,774 Reflektivität.
Hinzu kommt der Lichtverlust durch die vergleichsweise hohe Obstruktion des 47mm FS.
Das sind (47/130)^2 = 13% Lichtverlust bzw. Licht Übertragung 87%
Insgesamt ergeben sich also
0,88x0,88x0,87 = 0,67 Licht Übertragung.
Aber Achtung die entscheidende Fläche ändert sich mit dem Quadrat des Durchmessers.
Der effektive Durchmesser ist also „nur“ Wurzel 0,67 kleiner.
Also 0,818 und damit ergeben sich für den PDS130 dann 130x 0,818 = 106,4mm effektiver Durchmesser.

Ein Doublet mit der billigsten Vergütung und einem Dielektrischen ZS hätte noch 0,985 als effektiven Durchmesser für das Lichtsammelvermögen.

Wenn du also ein Doublet mit 110mm Öffnung verwendest bist du in jedem Fall besser als mit dem PDS130.
Da du nur DS mit niedriger Vergrößerung beobachten möchtest und für Planeten ja deinen MAK hast reicht ein einfacher Achromat mit 102 bis 110mm Öffnung als Alternative zum PDS 130.


Wenn du keinen dielektrischen ZS sondern nur einen mit 88% Reflexion verwendest dann hast du mit einem 120mm Refraktor in jedem Fall mehr Licht als mit dem 130mm PDS.


Oder verkaufe den 127mm Mak und verwende das Geld für einen 100 bis 120mm ED APO.
Dann kannst du sowohl Planeten als auch DS mit dem APO beobachten und siehst schon mit dem 100mm APO am Planeten mehr wie mit dem 127mm MAK oder dem 130mm PDS.




Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gerd,
allerbesten Dank für Deine sehr hilfreichen Berechnungen und Infos zum PDS - das zeigt mir deutlich, dass ich tatsächlich zu einem (von mir ohnehin favorisierten) Refraktor von 100 bis 120mm Öffnung greifen sollte.
Einen dielektrischen Zenitspiegel mit 99% Reflexion habe ich schon mal.
Ja, ein Achromat würde mir auch reichen, denn er soll wie gesagt nur mit niedrigen Vergrößerungen genutzt werden.
Da tendiere ich jetzt zum Evostar 120/1000, Vixen 105/1000 oder Startravel 102/500 bzw. 120/600.
Der Skywatcher 100/700 EDX ist durchaus auch interessant, wenn es ein ED sein soll.
Oder der TS 110/770 bzw. 102/714 ED.

Letztlich wohl eine Preisfrage...
Du hast mir sehr geholfen - nochmals Danke dafür!

Grüße und CS,
Jan
 
Hallo,
wäre der Bresser 127/635 auch geeignet? Immerhin etwas mehr Öffnung als der 120er Startravel und offenbar ein stabilerer Okularauszug.

CS Jan
 
Hallo,
wäre der Bresser 127/635 auch geeignet? Immerhin etwas mehr Öffnung als der 120er Startravel und offenbar ein stabilerer Okularauszug.

CS Jan

Klar wenn es nur um DS bei niedriger Vergrößerung geht kann man natürlich auch den Bresser 127/635 Achromaten nehmen.
Er hat ein exotisches Design mit 4 Linsen und ist dadurch relativ schwer und für einen Achromaten dieser Öffnung auch schon etwas teurer.
Dafür könnte die Farbkorrektur geringfügig besser sein.
Wunder darf man da aber nicht erwarten, es ist und bleibt ein einfacher Achromat.

Bei dem Preis dieses Achromaten und in Anbetracht das ED und SDs mittlerweile deutlich günstiger geworden sind würde ich aber lieber gleich einen ED bzw. SD nehmen.

Der SW 120EDX ist ja schon für unter 1000 zu haben.
Als so ein SD noch fast 2000 kam hätte ich für DS mit niedriger Vergrößerung auch den Achromaten genommen aber bei den aktuellen Preisen würde ich klar zum ED oder SD greifen.
Diese Optiken sind nun mal universeller und auch am Planeten ganz hervorragend.

Verkaufe doch deinen 127mm MAK und verwende den Erlös für den 120EDX, dann kommst du dafür ja schon fast mit dem aus das du für den Bresser 127 ausgeben willst.
Und der 120EDX ist wesentlich leistungsfähiger am Planeten als dein 127er MAK.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,
stimmt, damit hast Du natürlich Recht und ein ED 100 oder 120 ist inzwischen eine erschwingliche Möglichkeit. Ich denke, dass ich es dann auch so machen werde und bedanke mich nochmal sehr für Deine Ratschläge!

Grüße und clear skies,
Jan
 
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