Neues Teleskop

Beteigeuze9999

Neues Mitglied
Hallo liebe Sternenfreunde,

ich will nach Jahren wieder in das Astro-Hobby einsteigen. Mein damaliges Tele ist verkauft, ich brauch ein neues. Meine Vorgaben sehen Gesamtkosten von unterhalb 1000 E vor.

Wie ich bemerkt habe, bin ich über den derzeitigen Stand der Teleskoptechnik weitgehend im Unklaren, uUnd weil man bei der Auswahl und dem Kauf recht viele Fehler machen kann, wollte ich mal nachfragen, ob jemand hier zu den ausgewählten Komponenten Hinweise hätte.

Anforderungen: Astrofotografie (erstmal mit SLR), das heißt goto-Nachführung.

Da wäre gleich die Frage: bei welchen Montierungen lassen sich GoTos nachrüsten? Nachgerüstet z. B. V5 Skywatcher (177 Euro plus x) hab man glaube ich einen Preisvorteil?

Stabiler Unterbau. Vielleicht EQ2-3 oder EQ5? Die EQ5 ist glaube ich stabiler.

Jetzt der Tubus: Damit sich das preislich noch so im Rahmen bewegt, ist die Vorstellung derzeit 150 mm, z.B. Skywatcher N150/750 mit EQ3-2, (um die 600 E). Das Celestron NexStar 130 SLT wäre auf dem Papier auch vergleichbar, ohne goto 600 bis 700 Euro.

Es gibt aber auch komplett fertige Systeme mit allem dran, z. B. Bresser Messier MCX 102 1470 oder 127/1900 (die sind allerdings einn bißchen lang, muß man sagen).

Jede Art von Hinweis wäre erwünscht

Klaus
 
Hallo Klaus,

Ich würde dir ein Skywatcher EQ5 empfehlen, sowie ein Skywatcher 130PDS. Das EQ5 kannst du mithilfe "OnStep" von TerransIndustries (160 USD oder um die 130 EUR) nachrüsten, und kriegst daher ein günstiges aber gutes Setup für den Start, angenommen du hast eine Kamera und einen Laptop/MiniPC. Das nächste Upgrade währe ein Komakorrektor.

Gruß
Neo
 
Hallo Klaus,

willkommen im Forum und viel Spaß hier.

Mal ein paar Stichpunkte heraus genommen.
Meine Vorgaben sehen Gesamtkosten von unterhalb 1000 E vor.
bissi knapp für Astrofotografie mit Langzeitbelichtung.

Anforderungen: Astrofotografie (erstmal mit SLR), das heißt goto-Nachführung.
die Nachführung die GoTo mit bringt wird auf Dauer nicht ausreichen.
Da ist das Zauberwort Guiding.

Stabiler Unterbau. Vielleicht EQ2-3 oder EQ5? Die EQ5 ist glaube ich stabiler.
beide kannst Du mit GoTo nachrüsten.
Wie der Vorschreiber schon angemerkt hat, würde ich auch zur EQ5 tendieren. Direkt mit GoTo deckt sie aber schon Deine Budget, bis auf ein paar Euro, ab.

Bresser Messier MCX 102 1470 oder 127/1900 (die sind allerdings einn bißchen lang, muß man sagen).
das sind MCs. Maksutov-Cassegrain.
Die sind, von der Bauform her, nicht lang. Die Brennweite ist hoch, das ist richtig.
Diese kleinen MCs liegen irgendwo bei 40 bis 50cm Tubuslänge.
Auf Grund der hohen Brennweite ist das m.E. für den Einstieg in die klassische Astrofotografie ambitioniert. Die Teile müssen sehr sauber nachgeführt werden, Guiding.

Interessant zu wissen wäre wo Du beobachten möchtest?
Was Du transportieren willst/kannst?
In wie weit ist noch Wissen von damals vorhanden?

So mal grob drüber gegangen ;).

Gruß
Mathias
 
Anforderungen: Astrofotografie (erstmal mit SLR), das heißt goto-Nachführung.
Ich sag es nur ungern, aber für Astrofotografie unter 1000€ würde ich entweder eine kleine Nachführeinheit für die DSLR (StarAdventurer o. ä.) mit maximal leichtem Teleobjektiv empfehlen, oder gleich ein Smartscope (Dwarf 3/Mini (meine Wahl) oder Seestar)

Goto nachrüsten lohnt eigentlich nur bei einer gebrauchten Montierung.

Oder generell das Biete-Forum hier im Auge behalten, da gibt es öfter auch Komplett-Sets. 1000€ sind bei Neukauf für Astrofotografie nicht viel, die Preise sind gut gestiegen.

Beste Grüße,
Alex
 
Ahoi und Willkommen!

Schließe mich hier Kerstes letzter Intention an. Astrofotografie für unterhalb 1000€ ist schwierig und man kauft sich häufig mehr Probleme als Lösungen. Das Budget stellt quasi an jedem Bauteil den nahezu schlechtmöglichsten Kompromiss dar. Das geht beim Thema Montierung los und geht über Guiding, Teleskopwahl und die lange Kette an Optimierungsnotwendigkeiten und notwendiges Zubehör weiter.

Daher empfehle ich Dir eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Smart Telescopes (Seestar Serie S50/S30/S30pro und Dwarf Labs -Dwarf3/Mini). Alle diese Geräte sind komfortable All-in-one Geräte unterhalb von 1000€ die zudem astrofotografisch ausnahmslos alle leistungsfähiger sind, als mit einem klassischen Setup in diesem Preisbereich erreichbar ist. Hinzukommt, dass sie einstiegsfreundlich zu bedienen sind und kaum Anspruch an den Benutzer für erfolgreiche Abbildungen stellen.

Ich habe den Einstieg über so ein Smart Teleskop (S50) gehabt und kann es wärmstens empfehlen. Mein Problem beim Wechsel auf ein astrofotografisches Setup war daher genau andersherum. Es war ziemlich ernüchternd, wie viel Geld man ausgeben muss, um wirklich einen merklichen Qualitätssprung mit einem komponentenbetriebenen Setup zu erreichen.

Daher meine Empfehlung, wenn es denn wirklich Schwerpunkt Astrofotografie geht -> Smart Teleskop (aktuell wäre da das Seestar S30 Pro (~750€) oder das Dwarf3 (~550€) meine erste Wahl. Wenn das zündet kann man viel zeit mit diesen Geräten verbringen und gute Bilder machen und sich zudem dem Thema Nachbearbeitung annähern/ausprobieren. Wenn das ausgereizt ist, vergeht eine Zeit und man hat gespart um dann potentiell gleich auf ein wertigeres EAA System mit einem Apo zu gehen.

CS
Thomas
 
Das würde ich nicht so sagen. Das OnStep hat eigentlich bessere Performance als SynScan für das EQ5, und für OnStep braucht man halt ein "nacktes" EQ5.
Unter einer HEQ5 würde ich astrofotografisch aber nicht mit Teleskop einsteigen wollen.

Bei einer gebrauchten, guten EQ5 mag es sich finanziell halbwegs lohnen, aber es bleibt eine EQ5. Bei einer GP-DX hätte ich weniger Bedenken, habe ich selbst so gemacht. Aber das knabbert schon sehr gut am Budget.

Ich weiß auch nicht, wie viel Eigenbau bei Onstep nötig ist – wir hatten im Verein kurzfristig eine TeenAstro statt der FS2 an unserer Alt-Montierung, und wenig später eine 10Micron angeschafft, weil die TeenAstro nicht so toll lief. Mit OnStep habe ich zugegeben keine eigenen Erfahrungen.

Beste Grüße,
Alex
 
Also die Öffnung 130 oder 150 bietet meiner Meinungnach den Vorteil, daß genügend Licht reinkommt, das Ding aber irgendwo noch tragbar ist, und das 150/750 hat f/5, während die Maksutov mit 102/1450 mit f14,5 zu Buche schlagen, lange Belichtung und Probleme mit dem Nachführen, ist für den Anfang vielleicht ein bißchen viel Schwierigkeit, andererseits ist das MAK mit einem Komplettpreis von 598 (incl. Goto) natürlich schon reizvoll.

Ein Problem ist es, daß man die Komponenten nicht wie aus dem Baukasten zusammensetzen kann, weil mal wieder nichts davon auf der Website steht, sondern für jede Änderung müßte man eigentlich beim Verkäufer nachfragen, zum Beispiel:

Sky watcher N150/750 Explorer (den gibt es in ganz vielen Varianten) EQ3 Pro Syn Scan Gesamtpreis 1050 Euro.

Problem wie oben schon gesagt: es ist eine EQ3 mitverbaut, das auszutauschen gegen eine EQ5 muß ich den Händler mal anrufen, weil dazu nichts auf der Website zu finden ist. Soweit ich weiß trägt die EQ3 ca. 5k, und der Skywatcher wiegt schon neu 5 kg, da ist keine Luft für gar nix. Sie sagen immer: du brauchst eine stabile Montierung, und klemmen dir dann einen Klapperatismus unter, der theoretisch nicht mal eine SLR zuladen kann.

Es gibt den Skywatcher 150/750 auch mit EQ2-3, dasselbe Problem wie zuvor, der kostet 608 Euro, mit einer V5 Handsteuerung kämen ca. 180 Euro dazu, das wäre mit 785 E natürlich vom Preis her ebenfalls sehr attraktiv.

Ich gehe davon aus, dass die Omegon, Skywatcher und Konsorten vom Format 200/750 vom Tubus her "etwas solides" sind. Zähneknirrschend könnte man sich noch ein 200er ansehen, da sind wir aber mit 1000 Euro nicht mehr dabei.

Ich meld mich nächste Woche mal wieder wenn ich etwas durchtelefoniert habe.
 
Ein Problem ist es, daß man die Komponenten nicht wie aus dem Baukasten zusammensetzen kann, weil mal wieder nichts davon auf der Website steht, sondern für jede Änderung müßte man eigentlich beim Verkäufer nachfragen, zum Beispiel:

Sky watcher N150/750 Explorer (den gibt es in ganz vielen Varianten) EQ3 Pro Syn Scan Gesamtpreis 1050 Euro.
öh... Du kannst Dir alles einzeln anschaffen.
Musst halt selbst schauen was zusammen passt.

Ich habe damals mit dem 150/750 N Newton auf der EQ2-3 manuell im Set angefangen. Rein visuell geht das so grad eben noch, aber mit der Zeit wird es nervig. Fotografisch kein tun.
Beides getrennt gutes Zeugs.
Die EQ3-2 ist eine feine Montierung, aber letztendlich für einen 150/750-er Newton zu klein. Ein 130/650 würde besser passen. Da muss man jetzt schauen was der wiegt, weiß ich jetzt nicht, um zu schauen ob das fotografisch funktionieren könnte.

Was den N 150/750 angeht, der ist visuell ausgelegt. Wenn das Knipsen Dein Ziel ist, dann die PDS Variante und den dann auf die Sky Watcher EQ5. Wenn es etwas "mehr sein darf", bezugnehmend auf später evtl. größere Teleskope, die HEQ5.
Harmonic Drive (M, M5) lasse ich außen vor.

Was die erwähnten Smart Scopes angeht, ja, kann man mit starten.
Sind meines Erachtens aber "Black Boxen" und man erfährt nicht wie, was warum so passiert wie es passiert.
Für mich sind die Teile nichts.
Muss jeder selbst entscheiden.

Da EAA angesprochen wurde, da geht der Start auch kleiner.
130/650 PDS Newton auf eine EQ5 GoTo (evtl. gebraucht), eine svBony 705c (IMX585 Chip und günstiger als von ZWO). EAA geht auch mit einer Alt/AZ Montierung.
Schau mal ob Du noch alte Threads von "München bei Nacht/Ewald" findest. Der hat so angefangen.

Was die Katadiopter angeht, MCs und SCs, da geht EAA auch. Aber ist kniffeliger als mit einem Newton oder Apo.
Ich nutze einen C8 mit 0.6 Reducer und einen 150/750 PDS Newton für EAA.
Ein Reducer vereinfacht die Geschichte a weng, kostet aber auch wieder.

Gruß
Mathias

P.S.
A Beginner's Guide to Choosing Equipment for Deep-Sky Electronically-Assisted Astronomy (EAA)”

P.P.S ;)
Noch mal die Frage wo Du beobachten willst?
Zauberwort Stromversorgung.
 
Zuletzt bearbeitet:
In Summe ist das bei der angedachten Konfiguration mit dem Budget eher Probleme wälzen als Hobby genießen. Daher nochmal, für 1k€ ist ein sinnvolles Komponenten-Setup in der Größe meines Erachtens nicht zu machen, selbst wenn man die DSLR für den Anfang nutzen will. Egal wie man es dreht und wendet, es kommen halbgare Lösungen mit absehbarer Perspektive eines notwendigen Upgrade.

Zudem sei hier nochmals explizit gefragt, wo Du eigentlich hinwillst?

Visuelles Setup mit ein bisschen Einstieg in die Astrofotografie?

Tatsächlicher Fokus auf Astrofotografie?

Warum ein Newton? Preis/Öffnung? Parallel visuelle Beobachtung?

Wo und unter welchen Bedingungen soll das stattfinden? (Mobil?, Bortle?)

Hochwertige Imaging-Newton-Systeme können fotografisch extrem leistungsfähig sein, richten sich aber eher an erfahrene Nutzer mit Bastel- und Optimierungsbereitschaft. Ich hoffe das ist Dir bewusst! Einsteiger-Newtons als Astrofotografie-Setup sind nicht selten permanente Bastelobjekte.

Einsteiger wählen Newton-Teleskope für Astrofotografie oft wegen des scheinbar unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses bei Öffnung und Lichtstärke. In der Praxis sind schnelle Newtons jedoch mechanisch und optisch anspruchsvoll: Kollimation, Koma-Korrektor, Tilt, Fokusdrift und instabile Auszüge werden schnell zu dauerhaften Baustellen. Viele günstige Newtons benötigen deshalb umfangreiche Nachrüstungen, wodurch der ursprüngliche Preisvorteil teilweise verloren geht.

Hinzu kommt der altbackene "Öffnungs-Wahn" (viel Öffnung = viel Licht = immer priorisiert), das ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. In der modernen Astrofotografie entscheidet nicht primär maximale Öffnung über die Bildqualität, sondern das Zusammenspiel des gesamten Systems aus Optik, Montierung, Guiding, Kamera, Seeing, Nachführung und mechanischer Stabilität. Große Öffnung bringt theoretisch mehr Licht und Auflösung, macht das Gesamtsystem aber gleichzeitig empfindlicher gegenüber Kollimationsfehlern, Wind, schlechtem Seeing, Fokusdrift und mechanischen Problemen. Deshalb liefern heute oft kleinere, hochwertige und gut abgestimmte Systeme bessere und reproduzierbarere Ergebnisse als große, aber instabile oder schlecht optimierte „Öffnungsmonster“.

Daher nur mal als Gedankenmodell - wenn man bei diesem Budget bleibt: Wenn man das Ganze wirklich sinnvoll und ehrlich für maximal ~1k€ denkt, würde ich ganz klar auf ein kleines, leichtes Widefield-APO-System gehen und nicht auf „möglichst viel Öffnung“. Ziel wäre: stabil, fehlertolerant, transportabel und mit vorhandener DSLR sofort nutzbar. Beispielhaft könnte man dann auf die schon erwähnte Skywatcher Star Adventurer GTi Wi‑Fi GoTo gehen (~600€). Dazu ein Skywatcher EvoStar 72 ED DS Pro, 72/420mm ist extrem DSLR-freundlich, leicht zu guiden, großes Gesichtsfeld -> schnelle Erfolgserlebnisse und vor allem deutlich weniger frustanfällig als Newtons. Dazu ein ausreichend hochwertiger OAZ und für den Preis eine sehr gute Sternabbildung.

Nur mal zum Sacken lassen!

CS
Thomas
 
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