M10 + M12 Weitfeld, M4 + NGC6144 + Antares Dunkelnebel Weitfeld

UrbanAstroMacGyver

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Hallo zusammen,

nach Monaten ohne klaren Himmel wegen der Regenzeit hier in Suedchina war der Wettergott mal fuer 3 Stunden gnaedig und ich konnte mein neues Teleskop und eine meiner neuen Kamera ausprobieren, einstellen und testen. Eigentlich waren nur Tests geplant, denn es war sehr stuermisch und das Seeing war deshalb echt nicht gut. Auch war es frueh am Abend und die Lichtverschmutzung recht hoch zu der Zeit.

Also blieb ich auf meinem Balkon (anstelle des Dachs woc ich sonst immer bin) und hab von da aus meine Tests durchgefuehrt.

Aus den Tests ist dann doch etwas mehr geworden und deshalb moechte ich euch hier meine Ergebnisse zeigen.

Setup gestern Abend: SVBony SV535 auf Astrofrog FT-17 Strain Wave Montierung. Kamera war die Touptek ATR585C und ich hatte den Optolong L-Quad Enhance Filter benutzt.
Aussentemperatur lag bei 32ºC und ich konnte den Kamerasensor auf -5ºC abkuehlen.

Hier nun die Ergebnisse:

M10 + M 12 (war nicht gepalnt sonder ich habe einfach nur auf eine Himmelsregion draufgehalten) 170x 15s Subs:

Meine Scharfschuetzen Position:

Weixin Image_20260623080336_148_4.jpg


Das Ergebnis der 170 Subs (Nachbearbeitung in Siril)
M10+M12_Test_Annotations.jpg


Hier M4 und die Umgebung um Antares:

Auch hier erst meine Scharfschuetzen Position:

Weixin Image_20260623080337_149_4.jpg


und hier das Ergebnis von 215 Subs zu je 15s

M4_Annotation.png


Was mich hier bei gerade mal 54 Minuten Belichtungszeit ueberrascht hat ist, dass man bereits etwas Dunkelnebel erkennen kann.
Da kann man sehen was f/2.8 trotz Lichtverschmutzung und nur 15s Belichtungszeit an Photonen einsammeln koennen.

LG und CS
Christian

P.S.: ich hatte gerne meine vollen (grossen) Bilder hochgeladen, aber das hat irgenwie nicht funktioniert. Der Upload brach staendig ab.
 
Hey Christian, die Aufnahmebedingungen und die Motivation unter diesen Bedingungen an den Start zu gehen suchen ihresgleichen! Ich ziehe meinen Hut!
Cs Ben
Hallo Ben,

danke dir vielmals.
Ich versuche das Beste aus meiner Situation zu machen.
Leider muesste ich lange fahren um aus der Stadt raus zu kommen unter einen dunkleren Himmel. Das ist mir aber viel zu viel Aufwand und wuerde mir den Spass an dem Hobby nehmen.

Wenn wir ohnehin einen Kurztrip aufs Land mit der Familie geplant haben, dann geht die Ausruestung natuerlich auch mit, keine Frage. Aber dann belichen wir gewoehnlich auch ein oder zwei Tage dort und dann lohnt sich das.

Aber ich lasse mir den Spass von den Bedingungen hier nicht nehmen.

cs Christian
 
Hallo zusammen,

nach Monaten ohne klaren Himmel wegen der Regenzeit hier in Suedchina war der Wettergott mal fuer 3 Stunden gnaedig und ich konnte mein neues Teleskop und eine meiner neuen Kamera ausprobieren, einstellen und testen. Eigentlich waren nur Tests geplant, denn es war sehr stuermisch und das Seeing war deshalb echt nicht gut. Auch war es frueh am Abend und die Lichtverschmutzung recht hoch zu der Zeit.

Also blieb ich auf meinem Balkon (anstelle des Dachs woc ich sonst immer bin) und hab von da aus meine Tests durchgefuehrt.

Aus den Tests ist dann doch etwas mehr geworden und deshalb moechte ich euch hier meine Ergebnisse zeigen.

Setup gestern Abend: SVBony SV535 auf Astrofrog FT-17 Strain Wave Montierung. Kamera war die Touptek ATR585C und ich hatte den Optolong L-Quad Enhance Filter benutzt.
Aussentemperatur lag bei 32ºC und ich konnte den Kamerasensor auf -5ºC abkuehlen.

Hier nun die Ergebnisse:

M10 + M 12 (war nicht gepalnt sonder ich habe einfach nur auf eine Himmelsregion draufgehalten) 170x 15s Subs:

Meine Scharfschuetzen Position:

Den Anhang 559102 betrachten

Das Ergebnis der 170 Subs (Nachbearbeitung in Siril)
Den Anhang 559103 betrachten

Hier M4 und die Umgebung um Antares:

Auch hier erst meine Scharfschuetzen Position:

Den Anhang 559104 betrachten

und hier das Ergebnis von 215 Subs zu je 15s

Den Anhang 559105 betrachten

Was mich hier bei gerade mal 54 Minuten Belichtungszeit ueberrascht hat ist, dass man bereits etwas Dunkelnebel erkennen kann.
Da kann man sehen was f/2.8 trotz Lichtverschmutzung und nur 15s Belichtungszeit an Photonen einsammeln koennen.

LG und CS
Christian

P.S.: ich hatte gerne meine vollen (grossen) Bilder hochgeladen, aber das hat irgenwie nicht funktioniert. Der Upload brach staendig ab.
Und es zeigt Astrofotografie geht fast überall auf dieser Welt. Bei diesem Bild sieht es allerdings so aus als ob du das Dithern zwischen den Einzelframes vergessen hattest. Daher Walking Noise. Ansonsten würde man noch deutlich mehr erkennen.

CS,
Farnz
 
Und es zeigt Astrofotografie geht fast überall auf dieser Welt. Bei diesem Bild sieht es allerdings so aus als ob du das Dithern zwischen den Einzelframes vergessen hattest. Daher Walking Noise. Ansonsten würde man noch deutlich mehr erkennen.

CS,
Farnz
Hallo Franz,

ja genau. Im Grunde kann man ueberall auf der Welt Astrofotografie betreiben.
Das Dithern habe ich deshalb nicht gemacht, weil ich gaenzlich ohne Guiding fotografiert hatte.
Aufgrund des relativ grossen FoV und den schmalen Luecken zwischen den Gebaueden konnte ich kein Plate Solving fuer die Polarausrichtung machen.
Ich konnte die Montierung nur mit Kompass- und Wasserwaagen APP ausrichten und dann die Montierung im Tracking Mode belassen.

Gruss
Christian
 
Grad wenn es so hell ist, lohnt sich guiden und dithern. Das Regenrauschen ruiniert dir sonst den ganzen Hintergrund. Da dir mittlerweile KI praktisch jeden Gradienten aus dem Bild bekommt, ist das ein Unterschied im Ergebnis wie Tag und Nacht. Die meisten Leute denken in heller Umgebung kann man keine Bilder machen und braucht ewig Belichtungszeit. Das ist aber so nicht ganz richtig. Es hängt von der Flächenhelligkeit des Objekts ab. Sobald das Objekt hell genug ist, dass es sich auf Einzelbildern gut aus dem Hintergrundsignal abhebt, erreicht man schnell gute Ergebnisse. Kugelsternhaufen sind das Paradebeispiel. Da selbst schwache Sterne noch ein gutes SNR haben, hast du in kurzer Zeit richtig gute Ergebnisse. Wenn du halt die Filamente zwischen Dunkelwolken darstellen willst, ist das natürlich etwas anderes. Das kriegst du mitten aus einer Millionenstadt schwer hin.

Hattest du mal einen anderen Usernamen? Hast du nicht mal geschrieben, dass du dein Zeug auf dem Dach aufstellst? Da kannst du doch einnorden. Ansonsten kann man auch bei kleinen Ausschnitten immer scheinern. Wenn das dann mal passt, einfach Markierungen auf Boden machen, Markierungen ans Stativ oder besser gleich den Montierungskopf drauf lassen. Wenn du das einmal gut genug gemacht hast, hast du immer eine ausreichend gute Position. Ich hab das z.B. einmal mit meinem Dobson und der EQ Plattform im Garten gemacht. Einmal gut eingenordet, dann Pflastersteine dort in den Rasen gehauen und seit dem stelle ich das dort einfach ab und schalte ein. Mit der Methode habe ich sogar schon Deepsky Aufnahmen mit 1,5m Brennweite und einer Kamera mit ähnlich kleinem Chip wie deinem gemacht. Am besten machst du das mit einem anderen Teleskop mit viel Brennweite.

Das Guiding gleicht ja den Ausrichtungsfehler aus. Es kommt nur irgendwann Feldrotation ins Spiel. Je näher am Pol das Motiv desto stärker der Effekt. Vielleicht kannst du keine halbe Stunde am Stück belichten, aber für eine Minute reicht das locker. Unter dem Himmel bist du wahrscheinlich schon nach 10s hintergrundlimitiert. Da kannst du mit einer Minute sogar Schmalband aufnehmen. Dein Feld wird so grob 8 Grad haben. Da sind große Gasnebel ideale Motive.

Wenn dein Profilname Programm ist, kriegst du das besser hin als du dir träumen lässt ;) Das kostet nicht mal was.

Grüße
Joachim
 
Hallo Joachim,

ja genau, normalerweise gehe ich auf das Dach.
Da aber nur 3h klarer Himmel vorhergesagt war (und auch tatsaechlich so gekommen ist) bin ich nicht auf das Dach. Bei dem Wind den wir hate haette das beste Guiding auch nichts gebracht.
Und einen festen Platz auf dem Balkon kann ich nicht machen.
Dazu ist er zu eng und wird auch noch anderweitig genutzt.
Auch moechte ich die ausruestung nicht draussen lassen, da wir ja mehrmals im Jahr Taifune bei uns haben.
Meine teleskope mit langer Brennweite sind zu gross und kommen nicht nah genug an die Bruestung ran. Hab ich schon probiert.
Mit dem SV555 welches ich noch habe (243mm Brennweite) und der ASI533MC Pro hatte ich mal, nach gefuehlten 20 Versuchen, eine Polarausrichtung mittels Plate Solving hinbekommen.

werde mich aber nicht unterkriegen lassen und weiter versuchen.

Gruss Christian
 
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