Test für erstes Magnetsatellitentriebwerk erfolgreich

heinrichl

Aktives Mitglied
Auch ein Satellit, der bereits seine Umlaufbahn und Geschwindigkeit erreicht hat, benötigt weiterhin Schub- und Steuertriebwerke, um den Geschwindigkeitsverlust durch Reibung mit vereinzelten Luftmolekülen im Weltraum, Sonnenwind usw. auszugleichen und seine Ausrichtung zu korrigieren. Die Treibstoffmenge eines Satelliten begrenzt deshalb seine maximale Lebensdauer.

Eine Firma aus Neuseeland hat nun gerade verkündet, dass sie den ersten Prototyp eines Magnetsatellitentriebwerks erfolgreich im Weltraum getestet hat, der sich vollständig aus Solarstrom speisen lassen soll.

 
Hallo Heinrich,
ich kann mir nicht ganz vorstellen, wie ein Satellit Magnete als Triebwerke zum Ausgleich von Reibungsverlusten oder generell als Schubtriebwerke verwenden soll. Das Konzept von Magnetorquern zur Lageregelung gibt es ja schon eine ganze Weile, aber wie Magnetfelder darüberhinaus als tatsächlicher Antrieb genutzt werden sollen ist mir ein Rätsel.
Viele Grüße
Kalle
 
Das ist mir in dem Artikel auch nicht so recht klar geworden.

Ganz am Ende steht:
Editor's note:
The original version of this story referred to the newly tested device as a thruster.
That wording is not technically correct and, at 11 a.m. ET on July 10, was therefore changed to "torquer."

Machen die jetzt "nur" Lageregelung oder tatsächlich auch Antrieb?
Letzteres könnte möglicherweise gehen wenn man sich gegen das Erdmagnetfeld "abstützt".

Gruss
Thorsten
 
Machen die jetzt "nur" Lageregelung oder tatsächlich auch Antrieb?
Letzteres könnte möglicherweise gehen wenn man sich gegen das Erdmagnetfeld "abstützt".

Wenn ich das richtig verstehe, ist das "Abstützen" am Erdmagnetfeld immer notwendig, egal ob das Triebwerk für Lagerregelung ist oder für Schub. Ja, die Nutzung des Erdmagnetfelds als magnetischer Gegenpol wird in dem Artikel explizit erwähnt.

Deshalb geht Deine Frage wohl in Richtung "Auch genug Leistung als Schubtriebwerk"?

Dazu habe ich über den Artikel hinaus keine weiteren Informationen. Müsstest Du selbst googeln.

Im Wesentlichen fand ich es "nur" interessant, dass so ein Triebwerk überhaupt möglich ist.
Gruß
 
Meinem Verständnis nach geht es hier nicht um Leistung. Auch gewöhnliche Magnetorquer "stützen" sich ja sozusagen am Erdmagnetfeld ab. Aber das erzeugt doch praktisch immer nur Drehmomente, keine longitudinal gerichtete Kraft. Oder irre ich mich da gerade?
Ist mir nicht klar wie das für kontrollierte Schuberzeugung benutzt werden soll. Lagereglung natürlich, aber darüber hinaus...? Wie?
 
Mir scheint niemand hier ist nichts so richtig klar mit dieser Technik (einschliesslich mir selber).
Falls jemand Zeit und Lust hat, könnte der oder die mal ein bisschen recherchieren und eine kurze und vor allem verständliche Erklärung hier posten?
Gruss
Thorsten
 
Falls jemand Zeit und Lust hat, könnte der oder die mal ein bisschen recherchieren und eine kurze und vor allem verständliche Erklärung hier posten?

Das Ding ist brandneu. Vollkommen logisch, dass es noch niemand so richtig versteht.

Und ja genau richtig, ohne weitere Recherche werden wir das Ding nicht verstehen.


Von mir noch ein kleiner Maschinen-Übersetzungsservice des Artikels nach Deutsch. (Mehr weiß ich nicht.)

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„Beschleunigung ohne Treibstoff:" Revolutionäres supraleitendes Gerät nutzt das Erdmagnetfeld, um ein Raumfahrzeug zu bewegen

[Nachrichten](https://www.space.com/news)
Von [Tereza Pultarova](https://www.space.com/author/tereza-pultarova)
Veröffentlicht am 6. Juli 2026

Das neuseeländische Unternehmen Zenno Astronautics hat ein neuartiges Drehmoment-Erzeugungsgerät (Torquer) auf Basis supraleitender Magnete getestet, um die Position eines Satelliten im Weltraum zu stabilisieren. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

Supraleitende Magnete können im Weltraum Sonnenenergie direkt in Bewegungsgröße (Impuls) umwandeln und eine Beschleunigungsquelle bereitstellen, die keinen Treibstoff benötigt – doch bis vor Kurzem war die Technologie zu groß und zu komplex, um auf einem Satelliten untergebracht zu werden. Das hat sich geändert. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

Zenno Astronautics, ein Ausgründungsunternehmen der University of Auckland, hat sein neues „Supertorquer"-System auf dem Satelliten Mira zum Einsatz gebracht, der vom kalifornischen Start-up Impulse Space gebaut wurde. Die Tests begannen kurz nach dem Start von Mira im November des Vorjahres im Rahmen der SpaceX-Transporter-12-Mission, und das schuhkartongroße Gerät habe „mit Bravour bestanden", sagte Max Arshavsky, CEO und Gründer von Zenno Astronautics, gegenüber Space.com. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

„Es ist eine Technologie, die es einem Raumfahrzeug erlaubt, im Weltraum nicht heftig zu taumeln und in die richtige Richtung zu zeigen", sagte Arshavsky. „Die Einheit verfügt über mehrere supraleitende Magnete, die entlang verschiedener Achsen angeordnet sind. Wenn wir die Magnete einschalten, erzeugen sie ein Magnetfeld, das mit dem Erdmagnetfeld interagiert; und weil wir das Magnetfeld auf dem Satelliten steuern können, können wir auch steuern, wie er sich relativ zur Erde dreht." [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

Supraleitende Magnete bestehen aus Spulen aus supraleitendem Draht, die keinen elektrischen Widerstand haben und daher viel größere Ströme leiten können als normale Drähte. Dieser größere Strom führt zu einer stärkeren magnetischen Kraft. Es gibt jedoch einen Haken: Supraleitende Materialien müssen auf extrem niedrige Temperaturen gekühlt werden, um ihre außergewöhnlichen Eigenschaften zu entfalten. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

In Laboren auf der Erde erfordert die Kühlung Tanks mit kryogenen Flüssigkeiten wie flüssigem Helium oder flüssigem Stickstoff. Diese können auf einem Satelliten nicht verwendet werden. Stattdessen muss das System die gesamte Wärme aus seiner Umgebung ins Weltall abgeben. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

„Die Magnete müssen bei minus 200 Grad Celsius [minus 328 Grad Fahrenheit] betrieben werden", sagte Arshavsky. „Auch wenn der Weltraum kalt ist, ist der Satellit eigentlich nicht kalt. Er hat etwa 20 Grad Celsius, also ziemlich warm, weil wir zur Sonne zeigen." [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

Das Gehäuse, das die supraleitenden Magnete enthält, ist mit Isolierschichten umhüllt und mit einer Wärmepumpe ausgestattet, die die überschüssige Wärme aus dem System entfernt. Jedes Mal, wenn der Satellit einen Schub benötigt, werden die supraleitenden Spulen aktiviert und beziehen Energie aus einer Batterie, die von den Solarpaneelen des Satelliten geladen wird. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

„Es wandelt Sonnenenergie direkt in nützliche Arbeit um", sagte Arshavsky. „Energie ist das Eine, was im Weltraum im Überfluss vorhanden ist, und man kann sie nutzen, um den Magneten zu erregen und so ein magnetisches Beschleunigungsgerät zu schaffen. Das liefert Beschleunigung ohne Treibstoff." [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

In Zukunft plant Zenno Astronautics, größere Systeme zu starten, die es Raumfahrzeugen ermöglichen könnten, im Weltraum anzudocken oder Nahbereichsoperationen nur mit der Kraft ihrer solarbetriebenen supraleitenden Magnete durchzuführen. Arshavsky stellt sich leistungsstarke Magnete vor, die eines Tages Raumfahrzeuge auf Missionen zum Mond und zum Mars allein mit Sonnenenergie antreiben könnten. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

„Wenn man einmal über supraleitende Technologie im Weltraum verfügt, kann man sehr starke Magnetfelder erzeugen und sie für verschiedene Anwendungsfälle nutzen", sagte er. „Man kann Dinge im Weltraum sehr schnell beschleunigen oder die Flugbahn eines Satelliten vollständig ohne Treibstoff ändern." [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

„Wir wollen im Wesentlichen jegliche Abhängigkeit von den Ressourcen der Erde beseitigen, damit wir eine nachhaltige Industrie im Weltraum aufbauen können", sagte Arshavsky. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

Leistungsstarke supraleitende Magnete könnten auch eine Lösung für das Problem der krebserregenden kosmischen Strahlung bieten, der Entdecker bei Aufenthalten auf dem Mond oder bei Reisen tiefer in den Weltraum ausgesetzt sein werden. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

„Wenn wir ins All gehen, werden wir durch Strahlung geschädigt, und diese supraleitenden Magnete können Schirme aus Magnetfeldern um das Raumfahrzeug herum erzeugen, um das Innere zu schützen", sagte Arshavsky. „So können wir Menschen im Weltraum vor dieser Strahlung abschirmen." [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

Zenno Astronautics plant, später in diesem Jahr einen größeren Demonstrator auf einer noch nicht bekanntgegebenen Mission zu fliegen. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)

Redaktioneller Hinweis: Die ursprüngliche Version dieses Beitrags bezeichnete das neu getestete Gerät als Triebwerk (Thruster). Diese Bezeichnung ist technisch nicht korrekt und wurde daher am 10. Juli um 11 Uhr ET entsprechend in „Torquer" (Drehmoment-Erzeuger) geändert. [space](https://www.space.com/technology/acceleration-without-fuel-revolutionary-superconducting-thruster-harnesses-earths-magnetic-field-in-1st-orbital-test)
 
Hallo,
Falls jemand Zeit und Lust hat, könnte der oder die mal ein bisschen recherchieren und eine kurze und vor allem verständliche Erklärung hier posten?
die Erklärung muss noch warten, aber ein kurzer Besuch der Webseite von Zenno Astronautics genügt, um sich davon zu überzeugen, dass dieses Gerät nur „torque”, also Drehmoment, erzeugen kann. Keinen Schub. Damit ist es nicht das erste seiner Art, die Besonderheit liegt darin, dass hier durch die Verwendung supraleitender Magnete eine besonders kompakte Bauform möglich ist.
Ein Datenblatt gibt es, aber leider nicht als Download, sondern nur auf Anfrage.

Grüße
Maximilian
 
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